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why are artists poor

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  • Jutta Pivecka
    ok., ok., lasst uns den kapitalismus abschaffen, bin ich dabei. wenn wir könnten. können wir aber nicht. zwischenzeitlich müssen künstler (außer
    Nachricht 1 von 8 , 20. Feb. 2010
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      ok., ok., lasst uns den kapitalismus abschaffen, bin ich dabei. wenn wir könnten. können wir aber nicht. zwischenzeitlich müssen künstler (außer hobbyartisten) auch von ihrer arbeit leben. ich seh auch nicht, wie man entfremdung, vernutzung und umleitung grundsätzlich entgehen kann. aber ein bisschen hoffnung schöpfe ich aus der möglichkeit, die autoritäten auszuschalten (im fall von kunst die einflussreichen galeristen und kuratoren), indem der künstler sein publikum selber sucht und findet. und natürlich ändert dies das geschäftsmodell und die kunstformen: keine hochpreisigen "werke" mehr, sondern editionen, plattformen, foren ... für die vielen, die nur kleine preise zahlen können.

      grundsätzlich finde ich nichts anrüchiges daran, nach anerkennung (auch materieller) zu streben. es ist ja grade teil der im feld der kunst paradoxierten logik des kapitalismus, dass es zum merkmal der kunst und des künstlers werden soll, das auszuschließen, was überall sonst die produktionsverhältnisse bestimmt: verwertbarkeit auf dem markt. das löst man gerade nicht auf, indem man die sonderstellung des künstlers zementiert, sondern höchstens, indem man sie ignoriert.

      Jutta Pivecka
      jspivecka@...
      jusupi11@...
    • ch-ja 12
      Fr. Pivecka: Lasst uns also den Kapitalismus abschaffen, können wir aber nicht ? Schön wie sie das so bündig formuliert haben. Es ist sicher angenehm und
      Nachricht 2 von 8 , 21. Feb. 2010
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        Fr. Pivecka:
        "Lasst uns also den Kapitalismus abschaffen, "können wir aber nicht"?

        Schön wie sie das so bündig formuliert haben.

        Es ist sicher angenehm und nützlich, hier weitere diskussions--freudige Stimmen anzutreffen und konträre Ansichten sind ebenso angenehm da äußerst erquickend. Vice versa.

        Wir müssen alle, so glaube ich, aus irgendwelchen Quellen gespeist, über-leben und das praktizieren wir weiterhin, denn sonst könnten wir an dieser Liste nicht partizipieren. Wer nicht oder selten Kunst verkauft oder kaum davon lebt, ist halt "Hobbykünstler", das sieht die KSK inzwischen ähnlich und versichert diese Leute nicht mehr, wie wäre es eigentlich mit einem knackig-deutschen Berufsverbot in diesem Zusammenhang?
        Da Sie nicht zu erkennen vermögen, wie man der Entfremdung und Vernutzung in der Geschäftswelt und im erweiterten Kunstbetrieb entgehen kann, nehmen sie diese Verhältnisse also gelassen-positivistisch und locker hin?!



        Also, wie schön und flächig in der "großen Welt" vorexerziert, begrifflich genügend verständlich in salbungsvolle Worte gefasst, Lohndumping, Leiharbeit und kleine Brötchen backen, the same procedure as usual?
        Schöne Kunst-Exemplare in Mini-Editionen für 11.27 EUR das Teil!?
        (Nur so als Frage, wissen sie etwa nicht, das all dies ebenso von voll automatisierten Robotern (oder Kinderhänden in Indien,..) weitaus billiger und perfekter hergestellt und dann weltweit vertrieben werden kann, dieser "Markt" wird auch bald "übernomen" werden!)

        Die Menschen lachen uns aus, wenn wir handgestrickte Editionen an sie verkaufen wollen, sie finden all das Im Netz oder in 1,00 EUR Shops noch für viel weniger und bunter, ...!

        Wir geben uns jedoch zufrieden mit den schrumpfenden Preisen, (prima leben und sparen?) während draußen vor der Tür, Herr Richter mal wieder 425.000 EUR für eine seiner "Arbeiten" gezahlt bekommen hat, immer nur wegsehen, das hilft uns sicher enorm weiter!? (Außerdem bezieht der Galerist bekanntlich die Hälfte davon,..)
        Lasst doch den "Erfolgreichen" ihre hohen Erträge, denn diese sind "hart" erarbeitet und verdient..? Managergehälter? Darüber darf nur mit Respekt diskutiert werden, schön stillhalten, hat uns dies die markt-opportune Politik zur allgemeinen Zufriedenheit, medial gestützt, nicht zur Genüge eingeprägt? Mal wieder nicht aufgepasst?

        @ Hr. Beck, darin ist ebenfalls etwas von dem begründet, was "die Traurigkeit" derer ausmacht, die keine Ziele mehr erkennen können!?
        Ich halte dies jedoch nicht für "Melancholie", sondern für Apathie! Es lohnt sich heute mehr denn je, verstärkt für menschheitlich, relevante Ziele aller und verschollene Ideale und Werte zu kämpfen! Oder sollen wir dann erst wieder wie damals, 1945 aufwachen und danach gleich wieder einschlafen?

        Ich inseriere bei Dawanda.de, habe Kunsthandwerkermärkte als Aussteller besucht und private Ausstellungen organisiert, lasse Flyer drucken. Vielleicht sollte ich mal einige Fach-Seminare belegen, um mein Kunst-Unternehmen besser in den Griff zu bekommen? Ich erhalte leider nur zu geringe "purchase decisons" aus der potentiellen Zielgruppe meiner niedrigpreisigen Produkte, dazu muss ich sicher meine PR und meinen Marketingansatz überprüfen, oder? Mehr Virales Marketing, etwa? Oder wir verkaufen uns gegenseitig hübsche, kleine Kunstwerke wie andere ihren Bekannten Versicherungs--Policen?

        Hauptsache wir belassen die grundsätzlichen Strukturen so wie sie sind, denn das geht schon klar, das haben sich ja andere, kluge Leute über Jahrzehnte oder noch länger, schön ausgedacht, ..? Vielleicht raten Sie uns, Fr. Pivecka auch dazu, in ihrem nächsten Posting etwa, besser mal eine vernünftige Partei wählen zu gehen, die sich dann etwa "Stark" machen soll, für die Interessen der gering-ver*dienen*den Kunstschaffenden! Das wäre doch ein gangbarere Weg, oder? Als "mündiger" Bürger, oder so? (Citoyen, klingt natürlich noch besser,..)

        Die Sonderstellung der Kunst ignorieren, aber nach jeder Anerkennung, materieller Art (in Geldwert?) schielen, denn dies ist genau das, wonach wir eigentlich alle streben und dürsten?! Der Erlös als alleiniger Zweck, der unser künstlerisch orientiertes Tun wacker begründen mag? Die Marktfähigkeit/-gängikeit selektiert bestens&alles perfekt und sorgt für uns, indem sie allein für uns erkennt, was gut und relevant für unsere Interessen zu sein hat!?

        "Materialismus" rules the western world, and soon the entire planet?

        Denn wie überall sonst auf der Welt wird rangeklotz und ausgebeutet, das der Planet nur so ächzt, was stellen sich diese Künstler eigentlich noch alles vor, (oder einige von denen, ..) dabei nicht freudig erregt, mit-tun zu wollen? Eine Sache um ihrer selbst willen machen!? Verwertbarkeit durch dritte ignorieren? ..? Die Kunst ignorieren?

        Dazu ein gepflegter Tipp und das funktioniert dann wunderbar, indem man /frau extrem kleines Gebäck medial gestützt verkauft, oder/und sich von Honorar-Experten dabei beraten lasst, ...?
        , haben denn diese Experten und Kuratoren z.Zt. nichts Erträglicheres zu tun, als uns autonome Künstler ebenfalls aus-zubeuten/-zubilden in ihren Seminaren zur Selbstvermarktung? Sind wir etwa gegenwärtig die kleinen Brötchen für jene, welche uns be-lehren das Backen derselben zu üben?

        Ja aber so funktioniert es doch, erkennen einige ziemlich entrüstet, oder auch gähnend vor Langeweile..?!
        Für euch!? Frage ich noch? Ich stelle das in Frage!

        Außerdem: so wollen ein paar Freidenker nicht nur die Kunst befreien und dadurch sich selber ein wenig mehr, sondern sogar Teile der sie umgebenden Gesellschaft in ihrem Bestreben dahin unterstützen, komplett utopisch, nicht wahr?

        Ein schöner, kleiner Film zum Ausklang, weil es gerade so lustig wurde, Humor hilft uns allen immer weiter, ...

        Ein ironisches US-Statement zur allgemeinen Lage der "Zivilisation":

        http://www.youtube.com/watch?v=q7JRiIXP30U&feature=related

        abc







        ----- Original Message -----
        From: Jutta Pivecka
        To: thing-frankfurt@...
        Sent: Saturday, February 20, 2010 2:27 PM
        Subject: [thing-frankfurt] why are artists poor



        ok., ok., lasst uns den kapitalismus abschaffen, bin ich dabei. wenn wir könnten. können wir aber nicht. zwischenzeitlich müssen künstler (außer hobbyartisten) auch von ihrer arbeit leben. ich seh auch nicht, wie man entfremdung, vernutzung und umleitung grundsätzlich entgehen kann. aber ein bisschen hoffnung schöpfe ich aus der möglichkeit, die autoritäten auszuschalten (im fall von kunst die einflussreichen galeristen und kuratoren), indem der künstler sein publikum selber sucht und findet. und natürlich ändert dies das geschäftsmodell und die kunstformen: keine hochpreisigen "werke" mehr, sondern editionen, plattformen, foren ... für die vielen, die nur kleine preise zahlen können.

        grundsätzlich finde ich nichts anrüchiges daran, nach anerkennung (auch materieller) zu streben. es ist ja grade teil der im feld der kunst paradoxierten logik des kapitalismus, dass es zum merkmal der kunst und des künstlers werden soll, das auszuschließen, was überall sonst die produktionsverhältnisse bestimmt: verwertbarkeit auf dem markt. das löst man gerade nicht auf, indem man die sonderstellung des künstlers zementiert, sondern höchstens, indem man sie ignoriert.

        Jutta Pivecka
        jspivecka@...
        jusupi11@...





        [Die Teile dieser Nachricht, die nicht aus Text bestanden, wurden entfernt]
      • Helge BOMBER™ Steinmann
        Nein, dem muss ich grundsätzlich widersprechen. Es ist absolut nicht fragwürdig, sondern ich denke es ist der Ursprung des Produktionskreislaufes
        Nachricht 3 von 8 , 22. Feb. 2010
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        • 0 Anhang
          Nein, dem muss ich grundsätzlich widersprechen. Es ist absolut nicht
          fragwürdig, sondern ich denke es ist der Ursprung des
          Produktionskreislaufes schlechthin. Am Anfang steht immer ein
          „autonomes„ (was ist schon autonom?) Gedankengut, das einen
          Mehrwert dadurch erschafft, dass es irgendwann (ohne festen
          Zeitbezug) kopiert und vervielfältigt massentauglich (wie auch immer
          die definiert ist) abverkauft werden kann.

          Ich sehe den Kunstmarkt als Nichtexistent an und erkenne in den
          angeblichen Abverkäufen (mit hie und da Millionensummen) reine
          Steuerspielchen einer vermeintlichen Geldelite.

          Das Bild das durch die Medien abgegeben wird, bringt viele zu der
          Annahme man könne es als „autonomer” Künstler mit seiner
          Leistung zu etwas bringen (wiederum ohne festen Zeitbezug). Der
          fatale Fehler hierbei ist, dass es sich a.) nicht um die Leistung
          derjenigen dreht und b.) dieser Markt nicht existiert.

          Viele zweifeln ja dann, dass ihr Scheitern an Ihrem
          Beziehungsmanagement (Suchen Sie sich reiche Freunde) und/oder ihrer
          Selbstvermarktung läge.


          LG Bomber




          Am 19.02.2010 um 14:42 schrieb Jutta Pivecka:

          > >>> das geschäftsmodell der "autonomen Kunst" ist eben
          > grundsätzlich fragwürdig: völlig abgekoppelt von jedem möglichen
          > gebrauchswert ermittelt sich der wert der kunst"werke" genau wie
          > der von derivaten und anderen wettobjekten der finanzwelt. dieses
          > hochproblematische geschäftsmodell (weil es kunst - und künstler -
          > per se aus sozialen kontexten ausgrenzt und gerade dies zum merkmal
          > von kunst und künstlerischer existenz macht) hat ausgerechnet die
          > postmoderne finanzwirtschaft lustigerweise übernommen - und auch
          > hier führt es zur verarmung der vielen und zum exorbitanten
          > reichtum von wenigen.
          > >>> damit wir uns nicht falsch verstehen - die "zweckfreiheit" der
          > kunst in der moderne war eine errungenschaft, weil nur in ihr und
          > durch sie die erkenntnis vom selbstzweck des menschen sich
          > darzustellen vermochte. unglücklicherweise geschah und geschieht
          > dies auf eine weise, die gerade die kunst zum distinktionsmerkmal
          > zwischen den sozialen klassen und schichten macht, als "soziales"
          > kaptial der eliten. und damit wurde durch die hintertür ein "zweck"
          > wieder eingeführt. wie sein werk, so spielt auch der autonome
          > künstler in diesem modell eine rolle, die - anders als die
          > avantgarden der moderne es wollten - mittlerweile nur noch
          > stablsierend auf die bestehenden verhältnisse wirkt. der
          > finanzjongleur unserer zeit schmückt sich mit "kunstkenntnis" und
          > seinen büroturm mit zeitgenössischer kunst. die anwesenheit des
          > künstlers sichert dem establishment den schein von liberalität und
          > fortschrittlichkeit. er verziert und verdeckt, was tatsächlich
          > geschieht und dies - paradoxerweise genau dann am besten, wenn die
          > kunst sich "kritisch" mit dem verhältnissen "auseinandersetzt", in
          > denen sie sich präsentiert.
          > >>> wie kann man dem entgehen und dem künstler sein brot
          > verschaffen? an der schwelle zur moderne wurde ein anderes
          > geschäftsmodell erprobt, das jedoch scheiterte, weil es in die
          > sphäre der gebrauchskunst, der u-kunst verbannt wurde: der
          > künstler als selbstständiger unternehmer, der die diversifikation
          > und den vertrieb seiner produkte selbst steuert, statt sie einem
          > (wett-)handel zu überlassen. dieser künslter-typ sieht sich selbst
          > als citoyen und seine kunst als beitrag zur auseinandersetzung der
          > gesellschaft mit sich selbst (also richtet sich gerade an ihrem
          > "gebrauchswert" aus). das modell, von dem ich rede, hat u.a.
          > hogarth erprobt, der englisch porträtmaler, comiczeichner und
          > moralist, der nicht zufällig auch das erste copyright erstritten
          > hat. die neuen medien (zuvörderst das netz) könnten diesen weg
          > wieder öffnen: statt "werke" auf einem ominösen "kunstmarkt"
          > anzubieten, müsste der künstler seine einnahmen aus den
          > "dienstleistungen" erwirtschaften, die er in einem
          > gesellschaftlichen diskurs erbringt (z.B. über "abonnenten" seiner
          > blogs u.ä.) noch ist nicht klar, ob es je eine möglichkeit geben
          > wird, hier genug geld zu generieren, um nicht zu verhungern.
          > dennoch: ich sehe da mehr chancen als risiken, denn die
          > widersprüchlichkeit und widerlichkeit des etablierten kunstmarkts
          > ist ja gar nicht mehr zu übersehen.
          >
          > Dr. Jutta Pivecka
          > jspivecka@...
          > jusupi11@...
          >
          >

          Herzliche Grüße


          Helge Bomber Steinmann
          Graffiti artist FBI GBF SUK SAA DBL YCP · designer AGD BDG ·
          illustrator IO
          Chairman Einwandfrei – society of art in the public area -
          www.einwandfrei.org

          ----------------------------------------------------------
          >>BOMBER <<









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          /OFFICE. +49(0) 6192_200 4 700
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        • ch-ja 12
          Sehr prägnant und kurz&gut zusammengfasst! Ähliche, reine Marketing-Modelle bestimmen zudem über unser Leben ebenfalls im vermeintlich harmlosen und
          Nachricht 4 von 8 , 22. Feb. 2010
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          • 0 Anhang
            Sehr prägnant und kurz&gut zusammengfasst!

            Ähliche, reine "Marketing-Modelle" bestimmen zudem über unser Leben ebenfalls im vermeintlich harmlosen und "geregelten" "Alltag".

            KG.B:


            ----- Original Message -----
            From: Helge BOMBER™ Steinmann
            To: thing-frankfurt@...
            Sent: Monday, February 22, 2010 9:27 AM
            Subject: Re: [thing-frankfurt] why are artists poor



            Nein, dem muss ich grundsätzlich widersprechen. Es ist absolut nicht
            fragwürdig, sondern ich denke es ist der Ursprung des
            Produktionskreislaufes schlechthin. Am Anfang steht immer ein
            „autonomes„ (was ist schon autonom?) Gedankengut, das einen
            Mehrwert dadurch erschafft, dass es irgendwann (ohne festen
            Zeitbezug) kopiert und vervielfältigt massentauglich (wie auch immer
            die definiert ist) abverkauft werden kann.

            Ich sehe den Kunstmarkt als Nichtexistent an und erkenne in den
            angeblichen Abverkäufen (mit hie und da Millionensummen) reine
            Steuerspielchen einer vermeintlichen Geldelite.

            Das Bild das durch die Medien abgegeben wird, bringt viele zu der
            Annahme man könne es als „autonomer” Künstler mit seiner
            Leistung zu etwas bringen (wiederum ohne festen Zeitbezug). Der
            fatale Fehler hierbei ist, dass es sich a.) nicht um die Leistung
            derjenigen dreht und b.) dieser Markt nicht existiert.

            Viele zweifeln ja dann, dass ihr Scheitern an Ihrem
            Beziehungsmanagement (Suchen Sie sich reiche Freunde) und/oder ihrer
            Selbstvermarktung läge.

            LG Bomber

            Am 19.02.2010 um 14:42 schrieb Jutta Pivecka:

            > >>> das geschäftsmodell der "autonomen Kunst" ist eben
            > grundsätzlich fragwürdig: völlig abgekoppelt von jedem möglichen
            > gebrauchswert ermittelt sich der wert der kunst"werke" genau wie
            > der von derivaten und anderen wettobjekten der finanzwelt. dieses
            > hochproblematische geschäftsmodell (weil es kunst - und künstler -
            > per se aus sozialen kontexten ausgrenzt und gerade dies zum merkmal
            > von kunst und künstlerischer existenz macht) hat ausgerechnet die
            > postmoderne finanzwirtschaft lustigerweise übernommen - und auch
            > hier führt es zur verarmung der vielen und zum exorbitanten
            > reichtum von wenigen.
            > >>> damit wir uns nicht falsch verstehen - die "zweckfreiheit" der
            > kunst in der moderne war eine errungenschaft, weil nur in ihr und
            > durch sie die erkenntnis vom selbstzweck des menschen sich
            > darzustellen vermochte. unglücklicherweise geschah und geschieht
            > dies auf eine weise, die gerade die kunst zum distinktionsmerkmal
            > zwischen den sozialen klassen und schichten macht, als "soziales"
            > kaptial der eliten. und damit wurde durch die hintertür ein "zweck"
            > wieder eingeführt. wie sein werk, so spielt auch der autonome
            > künstler in diesem modell eine rolle, die - anders als die
            > avantgarden der moderne es wollten - mittlerweile nur noch
            > stablsierend auf die bestehenden verhältnisse wirkt. der
            > finanzjongleur unserer zeit schmückt sich mit "kunstkenntnis" und
            > seinen büroturm mit zeitgenössischer kunst. die anwesenheit des
            > künstlers sichert dem establishment den schein von liberalität und
            > fortschrittlichkeit. er verziert und verdeckt, was tatsächlich
            > geschieht und dies - paradoxerweise genau dann am besten, wenn die
            > kunst sich "kritisch" mit dem verhältnissen "auseinandersetzt", in
            > denen sie sich präsentiert.
            > >>> wie kann man dem entgehen und dem künstler sein brot
            > verschaffen? an der schwelle zur moderne wurde ein anderes
            > geschäftsmodell erprobt, das jedoch scheiterte, weil es in die
            > sphäre der gebrauchskunst, der u-kunst verbannt wurde: der
            > künstler als selbstständiger unternehmer, der die diversifikation
            > und den vertrieb seiner produkte selbst steuert, statt sie einem
            > (wett-)handel zu überlassen. dieser künslter-typ sieht sich selbst
            > als citoyen und seine kunst als beitrag zur auseinandersetzung der
            > gesellschaft mit sich selbst (also richtet sich gerade an ihrem
            > "gebrauchswert" aus). das modell, von dem ich rede, hat u.a.
            > hogarth erprobt, der englisch porträtmaler, comiczeichner und
            > moralist, der nicht zufällig auch das erste copyright erstritten
            > hat. die neuen medien (zuvörderst das netz) könnten diesen weg
            > wieder öffnen: statt "werke" auf einem ominösen "kunstmarkt"
            > anzubieten, müsste der künstler seine einnahmen aus den
            > "dienstleistungen" erwirtschaften, die er in einem
            > gesellschaftlichen diskurs erbringt (z.B. über "abonnenten" seiner
            > blogs u.ä.) noch ist nicht klar, ob es je eine möglichkeit geben
            > wird, hier genug geld zu generieren, um nicht zu verhungern.
            > dennoch: ich sehe da mehr chancen als risiken, denn die
            > widersprüchlichkeit und widerlichkeit des etablierten kunstmarkts
            > ist ja gar nicht mehr zu übersehen.
            >
            > Dr. Jutta Pivecka
            > jspivecka@...
            > jusupi11@...
            >
            >

            Herzliche Grüße

            Helge Bomber Steinmann
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          • ch-ja 12
            Hier aktuell einige frische Zitate aus einer eben gehörten Radio Sendung auf SWR2 dem Kulturkanal in BW: Titel: Ich und Baselitz - Warum ist moderne Kunst so
            Nachricht 5 von 8 , 23. Feb. 2010
            Quelle anzeigen
            • 0 Anhang
              Hier aktuell einige frische Zitate aus einer eben gehörten Radio Sendung auf SWR2 dem Kulturkanal in BW:
              Titel: Ich und Baselitz -
              Warum ist moderne Kunst so wichtig für die Mächtigen?

              Es diskutierten:
              Prof. em. Dr. Klaus von Beyme, Politikwissenschaftler, Universität Heidelberg;
              Dr. Hanno Rauterberg, Kunstkritiker, "Die Zeit", Hamburg;
              Prof. Dr. Wolfgang Ullrich, Kunsthistoriker und Kurator der Ausstellung "Macht zeigen" im DHM, Berlin

              Kunst fungiert demnach als Imageträger und gehört zwingend zur Imagekampagne für Unternehmer und Politiker

              - Imagekunst und Investorenkunst

              - Sammler manifestieren die Bedeutung des Kunstwerkes durch ihren Kauf

              - Kunst als Domäne des Reichtums

              - Reiche, "potente" Sammler und Politiker besuchen oft und sind interessiert an Kunstausstellungen

              - Kunst = ästhetischer Dienstleister

              - Kunst gewinnt Bedeutung im Gefälle von Angebot und Nachfrage

              - Anders-artig-keit von Kunst!?

              - Städte legen vermehrt Wert auf ihre „kreativen Industrien“ (so nennen sie Orte und Plätze, die von Künstlern bewohnt werden)


              - Und abschließend wurde vermerkt:

              - Kunst hat die Funktion teurer Uhren!


              Na bitte!




              ----- Original Message -----
              From: Helge BOMBER™ Steinmann
              To: thing-frankfurt@...
              Sent: Monday, February 22, 2010 9:27 AM
              Subject: Re: [thing-frankfurt] why are artists poor



              Nein, dem muss ich grundsätzlich widersprechen. Es ist absolut nicht
              fragwürdig, sondern ich denke es ist der Ursprung des
              Produktionskreislaufes schlechthin. Am Anfang steht immer ein
              „autonomes„ (was ist schon autonom?) Gedankengut, das einen
              Mehrwert dadurch erschafft, dass es irgendwann (ohne festen
              Zeitbezug) kopiert und vervielfältigt massentauglich (wie auch immer
              die definiert ist) abverkauft werden kann.

              Ich sehe den Kunstmarkt als Nichtexistent an und erkenne in den
              angeblichen Abverkäufen (mit hie und da Millionensummen) reine
              Steuerspielchen einer vermeintlichen Geldelite.

              Das Bild das durch die Medien abgegeben wird, bringt viele zu der
              Annahme man könne es als „autonomer” Künstler mit seiner
              Leistung zu etwas bringen (wiederum ohne festen Zeitbezug). Der
              fatale Fehler hierbei ist, dass es sich a.) nicht um die Leistung
              derjenigen dreht und b.) dieser Markt nicht existiert.

              Viele zweifeln ja dann, dass ihr Scheitern an Ihrem
              Beziehungsmanagement (Suchen Sie sich reiche Freunde) und/oder ihrer
              Selbstvermarktung läge.

              LG Bomber

              Am 19.02.2010 um 14:42 schrieb Jutta Pivecka:

              > >>> das geschäftsmodell der "autonomen Kunst" ist eben
              > grundsätzlich fragwürdig: völlig abgekoppelt von jedem möglichen
              > gebrauchswert ermittelt sich der wert der kunst"werke" genau wie
              > der von derivaten und anderen wettobjekten der finanzwelt. dieses
              > hochproblematische geschäftsmodell (weil es kunst - und künstler -
              > per se aus sozialen kontexten ausgrenzt und gerade dies zum merkmal
              > von kunst und künstlerischer existenz macht) hat ausgerechnet die
              > postmoderne finanzwirtschaft lustigerweise übernommen - und auch
              > hier führt es zur verarmung der vielen und zum exorbitanten
              > reichtum von wenigen.
              > >>> damit wir uns nicht falsch verstehen - die "zweckfreiheit" der
              > kunst in der moderne war eine errungenschaft, weil nur in ihr und
              > durch sie die erkenntnis vom selbstzweck des menschen sich
              > darzustellen vermochte. unglücklicherweise geschah und geschieht
              > dies auf eine weise, die gerade die kunst zum distinktionsmerkmal
              > zwischen den sozialen klassen und schichten macht, als "soziales"
              > kaptial der eliten. und damit wurde durch die hintertür ein "zweck"
              > wieder eingeführt. wie sein werk, so spielt auch der autonome
              > künstler in diesem modell eine rolle, die - anders als die
              > avantgarden der moderne es wollten - mittlerweile nur noch
              > stablsierend auf die bestehenden verhältnisse wirkt. der
              > finanzjongleur unserer zeit schmückt sich mit "kunstkenntnis" und
              > seinen büroturm mit zeitgenössischer kunst. die anwesenheit des
              > künstlers sichert dem establishment den schein von liberalität und
              > fortschrittlichkeit. er verziert und verdeckt, was tatsächlich
              > geschieht und dies - paradoxerweise genau dann am besten, wenn die
              > kunst sich "kritisch" mit dem verhältnissen "auseinandersetzt", in
              > denen sie sich präsentiert.
              > >>> wie kann man dem entgehen und dem künstler sein brot
              > verschaffen? an der schwelle zur moderne wurde ein anderes
              > geschäftsmodell erprobt, das jedoch scheiterte, weil es in die
              > sphäre der gebrauchskunst, der u-kunst verbannt wurde: der
              > künstler als selbstständiger unternehmer, der die diversifikation
              > und den vertrieb seiner produkte selbst steuert, statt sie einem
              > (wett-)handel zu überlassen. dieser künslter-typ sieht sich selbst
              > als citoyen und seine kunst als beitrag zur auseinandersetzung der
              > gesellschaft mit sich selbst (also richtet sich gerade an ihrem
              > "gebrauchswert" aus). das modell, von dem ich rede, hat u.a.
              > hogarth erprobt, der englisch porträtmaler, comiczeichner und
              > moralist, der nicht zufällig auch das erste copyright erstritten
              > hat. die neuen medien (zuvörderst das netz) könnten diesen weg
              > wieder öffnen: statt "werke" auf einem ominösen "kunstmarkt"
              > anzubieten, müsste der künstler seine einnahmen aus den
              > "dienstleistungen" erwirtschaften, die er in einem
              > gesellschaftlichen diskurs erbringt (z.B. über "abonnenten" seiner
              > blogs u.ä.) noch ist nicht klar, ob es je eine möglichkeit geben
              > wird, hier genug geld zu generieren, um nicht zu verhungern.
              > dennoch: ich sehe da mehr chancen als risiken, denn die
              > widersprüchlichkeit und widerlichkeit des etablierten kunstmarkts
              > ist ja gar nicht mehr zu übersehen.
              >
              > Dr. Jutta Pivecka
              > jspivecka@...
              > jusupi11@...
              >
              >

              Herzliche Grüße

              Helge Bomber Steinmann
              Graffiti artist FBI GBF SUK SAA DBL YCP · designer AGD BDG ·
              illustrator IO
              Chairman Einwandfrei – society of art in the public area -
              www.einwandfrei.org

              ----------------------------------------------------------
              >>BOMBER <<



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              /OFFICE. +49(0) 6192_200 4 700
              ////FAX. +49(0) 6192_200 4 701

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              ---------------------------------------------------------

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            • Stefan Beck
              Eine schöne Liste. Da ist ja das ganze sozio-kulturelle Kapital aufgelistet. Vielleicht sollte man dennoch präzisieren: (nur) manche moderne Kunst ist
              Nachricht 6 von 8 , 23. Feb. 2010
              Quelle anzeigen
              • 0 Anhang
                Eine schöne Liste. Da ist ja das ganze sozio-kulturelle Kapital aufgelistet.

                Vielleicht sollte man dennoch präzisieren: (nur) manche moderne Kunst
                ist wichtig für die Mächtigen.

                Solche, die schon eingeordnet und klassifiziert, und somit zum
                bedenkenlosen Verzehr frei gegeben wurde.

                Alles andere löst nur Schrecken und Unwillen aus.

                Und mit den teueren Uhren ist es auch so, daß wohl die Marke wichtiger
                ist als Design und Funktion. Was war nochmal Rattrapante?

                > Hier aktuell einige frische Zitate aus einer eben gehörten Radio Sendung auf SWR2 dem Kulturkanal in BW:
                > Titel: Ich und Baselitz -
                > Warum ist moderne Kunst so wichtig für die Mächtigen?
                >
                > Es diskutierten:
                > Prof. em. Dr. Klaus von Beyme, Politikwissenschaftler, Universität Heidelberg;
                > Dr. Hanno Rauterberg, Kunstkritiker, "Die Zeit", Hamburg;
                > Prof. Dr. Wolfgang Ullrich, Kunsthistoriker und Kurator der Ausstellung "Macht zeigen" im DHM, Berlin
                >
                > Kunst fungiert demnach als Imageträger und gehört zwingend zur Imagekampagne für Unternehmer und Politiker
                >
                > - Imagekunst und Investorenkunst
                >
                > - Sammler manifestieren die Bedeutung des Kunstwerkes durch ihren Kauf
                >
                > - Kunst als Domäne des Reichtums
                >
                > - Reiche, "potente" Sammler und Politiker besuchen oft und sind interessiert an Kunstausstellungen
                >
                > - Kunst = ästhetischer Dienstleister
                >
                > - Kunst gewinnt Bedeutung im Gefälle von Angebot und Nachfrage
                >
                > - Anders-artig-keit von Kunst!?
                >
                > - Städte legen vermehrt Wert auf ihre „kreativen Industrien“ (so nennen sie Orte und Plätze, die von Künstlern bewohnt werden)
                >
                >
                > - Und abschließend wurde vermerkt:
                >
                > - Kunst hat die Funktion teurer Uhren!
                >
                >


                --


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