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Syrisch-Orthodoxe Kirche baut in Sinstorf / Hamburg

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  • Gabriel Rabo
    Syrisch-Orthodoxe Kirche baut in Sinstorf /Hamburg Fitness-Center wird zur Kirche Die armäischen Christen haben Geld gesammelt. 2008 soll an der Winsener
    Nachricht 1 von 1 , 10. Juli 2007
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      Syrisch-Orthodoxe Kirche baut in Sinstorf /Hamburg

      Fitness-Center wird zur Kirche

      Die armäischen Christen haben Geld gesammelt. 2008 soll an der Winsener Straße alles fertig sein. Eine erste Kirche steht schon in Neugraben.

      Von Andreas Schmidt

      Harburg -

      Hammer und Mörtel liegen auf dem Boden einer großen Halle, ein Betonmischer steht vor einer unverputzten Wand. Eine ganz gewöhnliche Lagerhalle an der Winsener Straße, könnte man meinen. Aber weit gefehlt! Der Blick auf die großen Fenster mit Rundbögen verrät, dass hier eine Kirche entsteht. 50 Familien der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien in Hamburg und Norddeutschland haben Geld gespendet und gesammelt und für 395 000 Euro eine ehemalige Lagerhalle gekauft. Bis 2005 wurde das Gebäude als Fitness-Center genutzt.

      Jetzt werden weitere 300 000 Euro in den Aus- und Umbau gesteckt, damit die aramäischen Christen in ihrer zweiten eigenen Kirche in Hamburg beten können - die erste ist St. Dimet in Neugraben. Im Souterrain entsteht der Gemeindesaal (500 Quadratmeter), darüber der Kirchensaal. Eine Haupt- und zwei kleinere Nebenkuppeln werden an der östlichen Seite hochgezogen.

      "In der Metropolregion Hamburg leben etwa 400 Syrisch-Orthodoxe Familien mit mehr als 2000 Familienmitgliedern", sagt Dekan Aziz Aslan (42). Der Eißendorfer ist einer von zwei syrisch-orthodoxen Dekanen in Hamburg. Er trägt einen schwarzen Anzug, einen grauen Bart und ein großes goldenes Kreuz um den Hals und ist für 230 Familien oder "tausend Seelen" in der Metropolregion Hamburg zuständig. Manche Gläubige reisen sogar aus Kiel an.

      Ein syrisch-orthodoxer Priester sollte vor der Priesterweihe heiraten. Aziz Aslan ist mit Nure (40) verheiratet und hat vier Kinder: Barbara (22), Johannes (20), Gabriel (17) und Paulus (14). Er stammt wie fast alle Mitglieder seiner Gemeinde aus der Region Midyat im Südosten der Türkei, in der Nähe zu Syrien. Er hat im Kloster Mor Gabriel im Tur-Abdin (Berg der Diener Gottes) studiert und ist seit 1988 Priester.

      In der Kreisstadt Midyat (72 000 Einwohner) gebe es mehr Kirchen als Moscheen, so der Dekan. Doch aus Angst vor religiöser Verfolgung flohen die meisten Christen in andere Länder. Heute leben in Midyat nur noch etwa 120 christliche Familien. "Als sich die Lage im Tur-Abdin in den 70er-Jahren weiter zuspitzte, mussten viele syrisch-orthodoxen Christen fliehen und in der ganzen Welt Asyl suchen - die meisten in Deutschland, Schweden und den Niederlanden." Mittlerweile leben 80 000 syrisch-orthodoxe Christen in Deutschland.

      Die Gemeinde von Dekan Aziz Aslan hat bislang abwechselnd in den katholischen Kirchen St. Maria in Harburg und St. Paulus in Billstedt die Heilige Messe gefeiert; sie wird auf Aramäisch, der Sprache Jesu, gehalten. Als Oberhaupt der aramäischen Christen gilt der Apostel Paulus, der 14 Jahre lang in Antiochien residierte und seinen apostolischen Stuhl um das Jahr 34 n.Chr. gründete.

      Etwa 50 Familien kommen derzeit sonntags um 12.15 Uhr zu St. Maria. Die neue Kirche in Sinstorf soll denselben Namen tragen. Der Gottesdienst entspricht in großen Teilen der katholischen Messe, er dauert nur länger: drei Stunden. In der neuen St. Maria soll die Heilige Messe schon um 8.30 Uhr beginnen.

      "Zu Maria Himmelfahrt, am 15. August 2008, wollen wir an der Winsener Straße unseren ersten Gottesdienst feiern", sagt Aziz Aslan, "aber bis dahin brauchen wir noch viele fleißige Hände und viele Spenden."

      Viele Gemeindemitglieder sind Handwerker: Sie leisten 90 Prozent der Umbaumaßnahmen in Eigenarbeit - und das alles ehrenamtlich. SpendenKonto: Gemeinde St. Maria, Hamburger Bank, Kontonummer: 32 09 03 07, BLZ: 201 900 03.

      Hamburger Abendblatt, erschienen am 3. Mai 2007

      http://www.abendblatt.de/daten/2007/05/03/734575.html

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