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AW: Meudalismus: Deutsche Entschuldungsstrategien, war: Re: Negative reaction

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  • Harald Wozniewski
    Zur Unterstützung: http://www.kiwifo.de/html/staatseinnahmen_und_geldmenge.htm Und nebenbei: http://www.facebook.com/groups/meudalismus/ Viele Grüße Harald
    Nachricht 1 von 2 , 8. Dez. 2011
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      Zur Unterstützung: http://www.kiwifo.de/html/staatseinnahmen_und_geldmenge.htm

      Und nebenbei: http://www.facebook.com/groups/meudalismus/

      Viele Grüße
      Harald Wozniewski
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      -----Ursprüngliche Nachricht-----
      Von: feudalismus@... [mailto:feudalismus@...] Im Auftrag von Michael Logies
      Gesendet: Donnerstag, 8. Dezember 2011 09:55
      An: zahnregional@...
      Cc: feudalismus@...
      Betreff: Meudalismus: Deutsche Entschuldungsstrategien, war: Re: Negative reaction

      At 07.12.2011 19:39 WZ wrote:

      > Am 07.12.2011 um 13:18 schrieb W.:

      >> Das geht nur klein bei klein, Rückschrauben der privaten und
      >> öffentlichen Ausgaben (Hartz IV), Kürzung der Löhne und des Urlaubs
      >> bei Steigerung der Arbeitszeit, nicht zu doll (soziale Unruhen),
      >> sondern eben klein bei klein, und das über Jahre.

      > Guten Abend Herr Dr. W.,

      > man kann das alles so fordern wie sie das schreiben.

      Hallo Herr Z.,

      das ist ökonomisch ausgemachter Quatsch.

      Die deutschen Staatsschulden (alle Gebietskörperschaften incl.) liegen aktuell bei 2 Bio €, also gut 80 % vom BIP (Bruttoinlandsprodukt). (Der Zinsanteil des Bundeshaushaltes dürfte jetzt bei knapp 20% liegen (1)). Wenn wir auf 40 % vom BIP reduzieren wollen (die Länder meiner letzten, gegen deutsche getauschten Staatsanleihen liegen bei dem Satz oder drunter (3), Maastricht forderte maximal 60%), brauchen wir 1 Bio €. Bei 40 Mio Beschäftigten in Deutschland sind das 25.000 €/Beschäftigtem. Der durchschnittliche Zinsatz der Bundesschulden liegt bei gut 4,5 % (Bundesbankangabe). Bei 25.000 € sind das nochmals jährlich 1125 € Zinsen. Unten die Zinsrechnung einer derartigen Entschuldung über 10 Jahre. Jeder Beschäftigte würde mit monatlich 260 € belastet. Das wäre Wahnsinn, ein deflationäres Szenario wie Sie schrieben.

      Die Lösung ist ganz einfach. Die Deutschen haben ein Nettovermögen von ca. 7,5 Bio €, davon allein ca. 5 Bio Geldvermögen, 10% der Bevölkerung halten davon ca. 2/3. Eine progressive Sonderabgabe in Höhe von 1 Bio auf z. B. Nettovermögen höher 100.000 € (pro Familienmitglied z. B., Stichtagslösung zum 31.12.11, zahlbar in 5 Jahresraten) würde die Reichen nicht fühlbar ärmer machen, aber Deutschland hätte seine Staatsschulden halbiert und stünde glänzend da, weil wir wieder extrem kreditwürdig wären und Null Probleme hätten, die noch vorhandene Staatsschuld (40% vom BIP) weiter zu finanzieren. Im Staatshaushalt hätten wir danach Luft von knapp 10%, weil die Zinslast sich halbiert hätte. Damit wäre ein Haushalt ohne jede Neuverschuldung, weitere Tilgung (1%/Jahr z. B., in der Folge noch weniger Zinslast) und ein Zukunftsinvestitionsprogramm in Bildung etc. möglich.

      Eine solche Maßnahme, d. h. massive staatliche Umverteilungsmaßnahmen generell, ist systemkonform und im Kapitalismus absolut zwingend, weil wir aus der neueren ökonomischen Forschung wissen, daß es sonst immer, gesetzmäßig, durch Zinseszinseffekte und unterschiedliche Risikotoleranzen zur sich selbst verstärkenden, extremen Ungleichheit zwischen Arm und Reich kommt (2). Aus dieser Ungleichheit kann man sich nicht heraussparen, vielmehr würde Sparen sie nur verschlimmern (2). Daß Herr W. immer noch solche Konzepte vertritt, erstaunt mich. Daß man seine Meinung ändert, wenn es neue, wissenschaftliche Evidenz gibt, sollte man als Arzt doch intus haben.

      Die Alternative zu solcher geordneten, Zukunft sichernden Entschuldung des Staates ist die möglicherweise unkontrollierbare Entschuldung in Inflation oder Staatsbankrott, die sozial viel verheerender und natürlich viel ungerechter wäre.

      Was dagegen spricht, ist, daß unsere öffentliche Meinung von den Reichen dominiert wird. Und daß unsere Politiker überwiegend mental Kleinbürger sind. Es fehlen Wille und Fähigkeit zum großen Wurf.

      Grüße

      M.

      Diverse Quellen, u. a:
      (1) http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsverschuldung_Deutschlands

      (2) Buchanan M. The science of inequality. Available at: http://www.newstatesman.com/print/200209020014. Zugegriffen September 5, 2008.

      (3) BIP ist GDP: https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/rankorder/2186rank.html

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      Ausgangsdaten:

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      Anzahlung : 0,00 DM
      Laufzeit : 120 Monate
      Eff. Jahreszins: 4,5 %

      Ergebniss(e):

      Durchschnittliche Belastung
      mtl. Tilgung: 208,33 DM
      mtl. Zinsen : 49,68 DM
      mtl. Gesamt : 258,01 DM

      Gesamtbelastung
      Gesamtschuld: 30.961,21 DM
      Gesamtzinsen: 5.961,21 DM

      Vorschläge für Ratenzahlung:

      Vorschlag Variante 1
      1. Rate : 259,00 DM
      Folgeraten : 258,00 DM

      Vorschlag Variante 2
      1. Rate : 139,00 DM
      Folgeraten : 259,00 DM


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      Michael Logies, Zahnarzt, Große Straße 28, D-49134 Wallenhorst, http://www.logies.de/ (u. a. _die_ Mailingliste für die Dentalbranche), PGP/GPG, öffentlicher Schüssel: http://www.logies.de/Michael.Logies.asc


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