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  • Alexander Glück
    26. Mär. 2013
       
      Liebes Forum,
       
      ich habe mich hier angemeldet, weil ich ein Anliegen habe, das diese Gruppe betrifft und das ich mit Euch gerne erörtern würde.
       
      Zunächst ein paar Worte über mich: Ich heiße Alexander Glück, bin Mitte 40 und Journalist, seit einigen Jahren verfasse ich auch Bücher. Ich wohne im Weinviertel in Österreich, bin Familienmensch und habe einige erfüllende Beschäftigungen.
       
      Für mein aktuelles Projekt habe ich in den letzten Jahren in einer Reihe von Internetforen ausgiebig zum Thema Trollen recherchiert. Entstanden ist dabei ein "Handbuch für den Forentroll", das in der Schlußkorrektur ist und im Sommer im bekannten und seriösen Röhrig Universitätsverlag www.roehrig.de erscheinen wird.
       
      Mit diesem Buch möchte ich auf eine gründlichere, "ergebnisoffene" Beschäftigung mit Forentrollen hinwirken. Ich habe eine ganze Reihe guter Gründe gefunden, weshalb dies lohnend sein dürfte:
       
      Sogenannte Forentrolle stehen in einem schlechten Ruf, weil sie unfair argumentieren und sich aus der Deckung der Anonymität heraus weitreichende Schäbigkeiten leisten können, mit denen sie die friedvolle Diskussionskultur in Internetforen stören und die Wahrheitsfindung sabotieren.
       
      Aber so wenig Internetforen immer nur "gut" sind, so wenig kann man den Forentroll als nur "schlecht" ansehen. Er treibt müßige und ergebnislose oder substantiell einseitige Diskussionen auf die Spitze, er mischt die muffige Administratorenbiederkeit auf und trägt mit seiner auf Eskalation angelegten Vorgehensweise zu den Selbstreinigungseffekten im Internet bei.
       
      Weil Forentrolle ursächlich dazu beitragen, daß sich in Internetforen Verhaltensregeln entwickeln, ist ihnen auch die Weiterentwicklung und Verbesserung des Kommunikationsstils in diesen Foren zu verdanken.
       
      Forentrolle sind also ein wichtiger und konstruktiver Teil der Internet-Realität.
       
      In dem "Handbuch für Forentrolle" habe ich im Stil eines Ratgebers die Handlungsmuster und Taktiken der Trolle zusammengefaßt. Das ist für sich eine recht kurzweilige Sache, bietet aber auch Troll-Gegnern und Administratoren weitreichendes Handwerkszeug für die Entwicklung von Gegenstrategien. Auf diese Weise wird beiden Seiten gedient, insgesamt aber das Trollthema transparenter gemacht und dadurch zu einem besseren Verständnis des Trolls und seiner Ziele beigetragen. Das Buch hilft dadurch mit, die Streitkultur in Internetforen zu verbessern.
       
      Außerdem bin ich dem philosophischen Aspekt der Trollerei ("Ich bin der Geist, der stets verneint...") nachgegangen und konnte dabei zeigen, daß dieses negative Prinzip ein wichtiges Element konstruktiver Ordnung ist.
       
      Ich würde mich über einen angeregt sachlichen Austausch zum Thema Forentrolle sehr freuen. Sicher gibt es hier den einen oder anderen, der eigene Erfahrungen schildern kann. Vielleicht läßt sich auch eine Neubewertung evtl. als unangenehm empfundenen Erfahrungen vornehmen. Es wäre außerdem nett, wenn Ihr auch Bekannte auf meine Suche nach Erfahrungsberichten hinweisen könntet, damit sich eine breit angelegte, wirklich pluralistische Diskussion entwickeln kann.
       
      Ich möchte mit dieser Nachricht keine Werbung für mein Buch machen, es war aber in diesem Zusammenhang wichtig, kurz auf die Hintergründe meines Gruppenbeitritts und meines Anliegens einzugehen.
       
      Mit schönen Grüßen
       
      Alexander Glück