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371Eine Frage des Geschmacks

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    26. Mär.
      <RPG>

      # Ort: USS Hephaistos, umfunktionierter Lagerraum
      # Zeit: MD 1.2100

      Jerome Lefevre zog die Beine näher an seinen Körper und legte seine Arme
      darum. Er saß auf dem Boden und starrte wieder einmal auf die Wand des
      Lagerraums, der ihnen als notdürftiges Quartier diente. Die Haare einer
      wilden Lockenmähne fielen ihm ins Gesicht. Nicht dass er sich beklagte,
      aber es war einfach langweilig. Natürlich war es noch besser, als in der
      Explosion sein Leben zu verlieren. Soviel war zu ihnen allen
      durchgedrungen. Immerhin hatten sie sich noch mit einem Rettungsschiff
      von der Station des ‘Wahren Wegs’ in Sicherheit bringen können, bevor
      diese quasi mit einem lauten Knall in Luft aufgelöst hatte.

      Aber nun saßen sie seit einer gefühlten Ewigkeit hier fest. Jerome
      überdachte, wie er sich eigentlich in diese Situation gebracht hatte. Er
      war schon immer ein Söldner gewesen, einer der für Geld irgendwo hin
      ging und die Jobs machte, die niemand machen wollte. Wer gut zahlte,
      hatte seine Loyalität erkauft. So einfach war das. Der gesamte
      Alphaquadrant hatte ihm schon unzählige Möglichkeiten geboten, seinen
      Lebensunterhalt zu finanzieren. Nein, eine Killermaschine war er nicht,
      er war eher der Mann für alle Fälle. Mal gehörte auch das Töten dazu.
      Aber es war nur ein Job. Je illegaler, desto besser. Von unautorisierten
      Deuterium-Mülltransportern fliegen bis hin zum Kidnapping von Personen.
      Alles war drin. Er war ein Universalist.

      So war er erst beim Marquis. Nach der Befreiung Bajors hatte er sich
      irgendwann dem ‘Wahren Weg’ seine Dienste angeboten. Unter welcher
      Flagge er dabei kämpfte, war ihm egal. Es kam nur auf den Gewinn an. So
      hatte Jerome zuletzt gekaperte Schiffe auseinandergenommen und ein gutes
      Auskommen damit, das ihm ein wie immer unstetes aber sehr komfortables
      Leben ermöglicht hatte.

      Also alles kein Vergleich mit dem engen Zusammensein auf diesem Schiff,
      das sie nach gerettet hatte und dann hier eingepfercht. Anders konnte
      man es nicht bezeichnen. Zwar waren sie offiziell keine Gefangenen. Für
      so etwas war sich die Föderation zu fein. Das wusste er. Aber den Status
      von Gästen hatten sie anscheinend auch nicht. Jedenfalls kam er sich
      eher vor wie ein Gefangener. Sie wurden gut behandelt. Keine Frage. Aber
      die Lagerräume, die ihnen als Quartier dienten, durften sie auch nicht
      verlassen. Na ja, es hätte alles schlechter kommen können.


      # Ort: Wissenschaftslabor
      # Zeit: MD 2.1030

      Koron Konda und Melody Loona beugten sich über einige Proben. Auffallend
      war, dass sie nicht nur auf dem Monitor Ergebnisse ablasen, sondern auch
      immer wieder an den Proben rochen und sie kritisch betrachteten.

      „Sie meinen also auch, dass es sich hier um keine Verwechslung handeln
      kann?“, fragte Koron.

      „Nein, ganz sicher nicht. Auch wenn ich mich bei meiner ersten
      Einschätzung nur vom Augenschein habe leiten lassen, so scheinen doch
      die Ergebnisse ihrer Untersuchung, diesen ersten Eindruck zu
      bestätigen.“ Melody strahlte den jungen Wissenschaftler fröhlich an.

      „Ich werde dann Ensign K’erral benachrichtigen.“

      Koron aktivierte die interne Kommunikation.

      „Koron an K’erral.“

      [K’errral hierrr.]

      „Sir, Bitte kommen sie ins Wissenschaftslabor, wir haben eine
      interessante Entdeckung gemacht.“

      [Ich bin auf dem Weg.]

      Kurze Zeit später zischte die Tür zum Wissenschaftslabor auf.

      „Was gibt es Interrrressantes?“, erkundigte sich K’erral etwas skeptisch
      auf die Proben guckend.

      „Sir, heute hat ein Shuttle diese Proben von einem nahen Planeten der
      M-Klasse mitgebracht. Wir haben sie analysiert. Es handelt sich dabei um
      bajoranische Süßkartoffeln. Sie sind nicht so groß wie auf Bajor, aber
      sie entsprechen chemisch genau diesen Früchten“, erklärte Koron.

      „Vermutlich haben einige Bajoraner während des Widerstandes oder wann
      auch immer Zugang zu diesem Planeten gehabt, und dort versucht die
      Pflanze zu kultivieren. Diese hat sich in der fremden Umgebung wie ein
      Unkraut ausgebreitet. Auch in unserem Universum gibt es zahlreiche
      Planeten im Sektor, die diese Pflanze beheimaten. Sie ist sehr
      stärkehaltig und somit eine gute Nährstoffquelle, allerdings etwas fad
      im Geschmack. Eine gute und schonende Zubereitung kann aber unsere
      Nahrungsmittel auf natürliche Weise ergänzen“, erklärte Melody. Sie
      mochte die Kartoffeln überhaupt nicht, aber es ging ja auch nicht um
      ihren persönlichen Geschmack, sondern darum, dass eine ganze Crew und
      viele ‘Gäste’ bei beschränkter Replikatormasse satt wurden.

      „Sie meinen also, was uns nun nurrr fehlt ist ein Koch?“, fragte K’erral
      noch sicherheitshalber nach. Die Vorstellung diese Knolle essen zu
      müssen behagte ihm gar nicht.

      „Ja genau, wie weit sind denn Ihre Bemühungen?“, fragte Melody
      hoffnungsvoll. Innerlich sehnte sie sich nach der Küche und den Düften
      ihrer Kindheit. Ihre Mutter war da sehr viel talentierte als sie. Und
      auch Ettore und Keiran langten bi Isleen ordentlich zu.


      # Ort: Bereitschaftsraum des Captain
      # Zeit: MD 2.1120

      „Neuigkeiten?“

      Shay hob die Augen von einem Padd mit den aktuellen Berichten. In seiner
      Rechten dampfte ein großer Becher Kaffee.

      „Ja, Sirrr. Wirrr haben in derrr Crrrew nach einem guten Koch gesucht,
      derrr unserrrerrre Errrnährrrung errrgänzen kann. Leiderrr hat sich
      außerrr Petty Officerrr Darrr aus der Flugabteilung niemand gemeldet.
      Seine Krrreation warrr leiderrr ungenießbarrr.“ K’erral führte die
      rechte Pfote an den Hals und machte ein paar würgende Gesten.

      Shays Mundwinkel gingen leicht nach oben.

      „Petty Officer Dar ist Bolianer. Da ist es nicht verwunderlich, dass
      seine Geschmacksnerven anders reagieren als unsere. Bitte vergessen Sie
      aber nicht, unseren Dank an den PO auszurichten. Immerhin hat er
      versucht, uns aus dieser mißlichen Lage zu befreien.“ Der Skipper machte
      sich in Gedanken eine Notiz, dies auch in die Akte einzutragen.

      „Und wie wollen Sie weiter vorgehen?“

      „Nachdem in der Crrrew anscheinend niemand uns mit kullinarrrischen
      Köstlichkeiten berrreicherrrn kann, wollte ich Sie um Errrlaubnis
      frragen, Sirrr, unterrr den Gerrretteten zu schauen. Vielleicht gibt es
      dorrrt jemanden, derrr uns helfen kann.“

      „Sie meinen, vielleicht kann jemand diese Art von Knolle richtig
      zubereiten? - Gute Idee. Machen Sie eine Art Wettbewerb unter denen, die
      sich für qualifiziert halten. Lassen Sie das Ganze von Leftenant Tainia
      beaufsichtigen. Ich möchte keine Unruhe haben. Wir werden dann ein
      Komitee bilden und das beste Gericht soll dem Koch den Posten in der
      Messe einbringen.“ Wie zur Bestätigung schlug Shay mit der Handfläche
      auf den Tisch.

      „Ich muss hoffentlich nicht wiederrr prrrobierrren?“ K’errals Fell
      sträubte sich bei dem Gedanken.

      „Natürlich werden Sie, Ensign. Als OPS sind sie für die Verpflegung
      zuständig. Wegtreten.“

      K’erral stöhnte laut auf.


      # Ort: USS Hephaistos, umfunktionierter Lagerraum
      # Zeit: MD 3.1400

      Nach einer gewissen Vorauswahl standen drei Kandidaten fest. K’erral
      hatte gewissenhaft überprüft, ob die Aspiranten wirklich kochen konnten.
      Einmal musste er danach als Notfall auf die Krankenstation. Es stellte
      sich aber zum Glück nur als eine kleine Magenverstimmung heraus, wie
      James Allagheny amüsiert feststellte. Als der Arzt dem Ensign aufzählte,
      was es von allergischer Reaktion bis Vergiftung hätte sein können,
      trennte sich der Caitianer noch vom restlichen Mageninhalt. Danach war
      alles wieder gut.

      Jerome Lefevre hatte dies als gute Chance gesehen, aus der Enge und
      Eintönigkeit des Lagerraums zu entkommen. Irgendwie hatte er es
      geschafft, mit einem Cardassianer und einer bajoranischen Frau in die
      Auswahl derer zu gelangen, die nun die bajoranische Süßkartoffel
      schmackhaft zubereiten sollten. Diese war inzwischen in großer Menge
      gesammelt und an Bord gebracht worden.

      Das Abschluss-Komitee hatte nun die Qual der Wahl. K’erral war wieder
      dabei, aber auch aus der Crew waren zwei Mitglieder ausgewählt worden.
      Auch einer von den Geretteten durfte bei dieser Art von Spektakel dabei
      sein. Und natürlich durfte Shay als Skipper nicht fehlen. Er hatte dem
      Drängen des Counselors nachgegeben, ein wenig Nähe zur Crew und zu den
      Geretteten bei einem gesellschaftlichen Ereignis zu zeigen.

      Nun standen die drei Probierteller vor ihnen.

      Shay starrte das Essen an und irgendwie kam es ihm vor, als würde es
      zurückstarren.

      <NRPG> Nun, wer wird der neue Koch an Bord? </NRPG>

      </RPG>

      <SUM>

      # Ort: USS Hephaistos, umfunktionierter Lagerraum
      # Zeit: MD 1.2100
      Einer der Geretteten sinniert über sein Leben.

      # Ort: Wissenschaftslabor
      # Zeit: MD 2.1030
      Koron und Melody haben eine Knolle von einem nahen Planeten als gute
      Nahrungsergänzung an Bord identifiziert.

      # Ort: Bereitschaftsraum des Captain
      # Zeit: MD 2.1120
      K’erral bittet den Captain, nach einem geeigneten Koch auch unter den
      Geretteten suchen zu dürfen. Ein Kochwettbewerb wird vereinbart.

      # Ort: USS Hephaistos, umfunktionierter Lagerraum
      # Zeit: MD 3.1400
      Drei Kanditaten präsentieren ihre Kochkünste.

      </SUM>

      submitted by
      Kim
      aka
      LtCmdr. Ettore Ludovico della Scala
      CNS – USS Hephaistos

      SD 230326.9