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367I feel good

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  • v2vc
    26. Feb.
      <RPG>

      # Ort: Besprechungslounge
      # Zeit: MD 2.1430

      Ettore träumte ein wenig vor sich hin. Die Lagebesprechung mit den
      Bildern der Sonnensegler hatte ihn gedanklich in weite Ferne entführt.
      Er dachte an vergangene Zeiten, an vergangene Welten ... sehr weit ...
      1200 Jahre zurück auf die Erde.

      // In die Wüste des heiligen Landes, die schroffen Berge des
      Peloponnes... die stürmische See der Adria... den hellen Palazzi der
      Scaliger... den Noblen in Frankreich und den archaischen Gemäuern
      Englands. War das lange her. War das ein weiter Weg. War das eine
      schmerzvolle Erfahrung. Und doch, es hatte sie zusammengeschweißt, auf
      ganz besondere Art. Wie früher, durch Blut und Feuer hindurch...//

      „Counselor?!“ Shays Stimme unterbrach Ettores Gedanken, der sich mit
      einem Ruck aufsetzte und eine leichte Verlegenheitsröte in seinem
      Gesicht aufstieg.

      „Entschuldigen Sie, ich war mit meinen Gedanken woanders. Was hatten Sie
      gesagt?“

      Ein leichtes Lächeln umspielte Shays Mundwinkel, als sah, wie der
      Italiener errötete, wie ein Schuljunge, den man bei etwas Verbotenem
      oder Anrüchigem ertappt hatte. „Ja, ich habe gesehen, dass Sie in
      Gedanken waren. Vielleicht wollen Sie uns Ihre Überlegungen mitteilen?“

      Ettore räusperte sich. „Sir, ich habe selbst mal eine Reise in die
      Vergangenheit unserer eigenen Zeitlinie gemacht. Sehr lange zurück, bis
      ins irdische Mittelalter. Dort hat unsere Crew eine lange und
      anstrengende Reise machen müssen. Aber trotzdem. Die Versuchung der
      eigenen Vergangenheit zu begegnen ist sehr, sehr groß.“

      Shay hob eine Augenbraue.

      „Was wollen Sie damit sagen? Noch wissen wir nicht genau, wann wir uns
      befinden und ob in unserer Zeitlinie oder nicht.“

      „Ja, ich wollte nur damit sagen, dass es für die bajoranischen
      Crew-Mitglieder sicher, eine große Versuchung ist, etwas über ihre
      ‘Heimatwelt’ zu erfahren, egal ob bei in unserer Zeitlinie oder in einer
      anderen.“ Ettore deutete auf die Sensorbilder, die die Shuttle gemacht
      haben. „Wir sollten alle sehr wachsam sein, es kann zu Komplikationen
      oder gar Unglücken führen.“


      # Ort: Quartier Shay/Elisa
      # Zeit: MD 3.0700

      „Was ist denn das?“

      Shay guckte ungläubig auf seinen Frühstücksteller, auf dem ein paar
      Kekse lagen. Sie waren rund, handtellergroß, aber irgendwie
      ungleichmäßig. Und sie hatten Ähnlichkeit mit anderen Gebäcken, waren
      aber auch irgendwie ganz anders.

      Elisa wandte sich ihm zu: „Das ist aus der Backmischung, die ich als
      Wichtelgeschenk bekommen habe. Nachdem ja die Replikator-Rationen
      gekürzt wurden, dachte ich, ich probiere das heute mal aus. Vielleicht
      können wir das Frühstück damit etwas strecken. Es hieß auf der
      Verpackung ‘mit schmackhaften Kräuterextrakten’.“ Sie hielt die Tüte
      hoch, aber Shay konnte nicht wirklich etwas auf dem Etikett erkennen.

      Missmutig und müde knabberte er an einem der Kekse. Es war ein eher
      trockenes Geschmackserlebnis. Also tunkte er den Keks in seine Teetasse.
      So wurde das Ganze essbar, ohne besonderen Eigengeschmack. Es schmeckte
      irgendwie nur ‚nahrhaft‘.


      # Ort: Brücke
      # Zeit: MD 3.0800

      Als Shay seinen regulären Dienst auf der Brücke begann, war die miese
      Laune von vor dem Frühstück wie verflogen. Er fühlte sich gut. Das heißt
      eigentlich fühlte er sich so gut wie schon lange nicht mehr. Kaum saß er
      auf dem Captains Stuhl, schon sprang er voller Tatendrang wieder auf.
      Zur Verwunderung der diensthabenden Brückencrew ging zu jeder einzelnen
      Station und ließ es sich nicht nehmen, noch ein paar Justierungen von
      Hand vorzunehmen.

      Er fühlte sich, als könnte er es heute mit dem ganzen Borg-Kollektiv auf
      sich nehmen. Er hätte singen können, tanzen, springen ...

      „Alles in Ordnung, Sir?“ Ensign Qwara hatte den Captain eine Zeit lang
      beobachtet und fand, er würde sich heute irgendwie merkwürdig verhalten.
      Er schien heute irgendwie ‘anders’ als sonst, wobei der junge Offizier
      nicht genauer hätte sagen können, was genau es war. Jedenfalls schien
      Shay heute nicht er selbst. Und es war wohl nichts, was mit den derzeit
      ungeklärten Verhältnissen zu tun hatte. Da hätte man Sorge und
      Nachdenken erwartet.

      „Hmm.“ murmelte Shay, in Gedanken schon wieder bei der nächsten Aktion.

      „Sir irgendwie scheinen Sie mir heute so anders, als sonst. Vielleicht
      wollen Sie sich ausruhen?“ Schlug Temba vor.

      „Hmm. Ich gehe vielleicht mal auf die Krankenstation und lasse meine
      Werte durchchecken. Vielleicht hat diese Reise mich tatsächlich etwas
      mitgenommen...“ Sagte es und verschwand direkt im Turbolift.


      # Ort: Krankenstation
      # Zeit: MD 3. 0830

      „Was kann ich für Sie tun?“

      Nayton Oryi An Harka war auf den Captain zugetreten und versperrte ihm
      mit seiner massigen Gestalt erst einmal die Sicht. Shay musste den Kopf
      sehr weit in den Nacken legen.

      „Ich fühle mich heute besonders gut, aber die Brückencrew meint, ich
      verhalte mich seltsam. Vielleicht können Sie mich einmal untersuchen.“
      Brachte Shay hervor. Wie die meisten ließ er sich nicht gerne
      untersuchen. Ein Umstand, der durch das Amt des Captain nicht besser
      geworden war. Eher im Gegenteil. Allerdings merkte er nun, als der
      Pahkwa-thanh ihn zur einem der Biobetten geleitete, dass die
      Kontrolllichter dort heute besonders hell und bunt leuchteten.

      „Bitte setzen Sie sich, Captain. Ich werde Dr. Allagheny gleich
      verständigen, dass sie hier sind.“ Er scannte Shay mit dem medizinischen
      Trikorder, und ging dann nach nebenan, um den Schiffsarzt über Shays
      Anwesenheit zu informieren.

      „Guten Morgen. Captain!“, sagte James und drückte ein paar Tasten, um
      das Ergebnis des Scans auf seinem kleinen Sichtschirm anzeigen zu
      lassen. „Wir scheinen heute ja in allerbester Verfassung zu sein.“ Der
      Arzt blickte auf den Bildschirm und konnte sich ein Grinsen nicht
      verkneifen.

      „Was gibt es da zu lachen?“, erkundigte sich Shay etwas unwirsch, aber
      schließlich war er der Captain und keine Witzfigur.

      „Oh es geht Ihnen sehr gut, nur ein kleiner Rausch“, diagnostizierte James.

      „Ein Rausch? Ich habe nichts getrunken!“, protestierte Shay.

      „Nein, aber anscheinend etwas gegessen oder geraucht ... oder etwa
      nicht?“, erkundigte sich der Arzt verschmitzt.

      „Ich habe nur Frühstückskekse von meiner Frau gehabt“, antwortete Shay
      nun sehr ungehalten, weil der Arzt sich anscheinend über ihn lustig machte.

      „Da haben wir es“, erklärte der CM triumphierend, „Hasch-Kekse!“

      </RPG>

      <SUM>

      # Ort: Besprechungslounge
      # Zeit: MD 2.1430
      Ettore erinnert sich durch die Sonnensegler an die eigene Zeitreise vor
      vielen Jahren und warnt vor der Versuchung, die bajoranischen
      Crewmitglieder könnten ihre eigene Vergangenheit ergründen wollen.

      # Ort: Quartier Shay/Elisa
      # Zeit: MD 3.0700
      Elisa serviert Shay Frühstückskekse nach einer neuen Backmischung aus
      der Weihnachts-Wichtel-Aktion.

      # Ort: Brücke
      # Zeit: MD 3.0800
      Shay fühlt sich super. Das fällt auch der Crew auf.

      # Ort: Krankenstation
      # Zeit: MD 3. 0830
      Shay lässt sich auf der KS untersuchen. Ihm geht es gut, aber er hat
      einen kleinen Rausch.

      </SUM>

      submitted by
      Kim
      aka
      LtCmdr. Ettore Ludovico della Scala
      CNS – USS Hephaistos

      SD 230226.5