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377Alte Freunde, neuer Lebensmut

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  • Ratana Tiru
    16. Aug.
      <nrpg>
      Hier ein Copo von Sky und mir. Vielen Dank Sky, fürs auf den neusten Stand bringen. Ich gelobe Besserung :)
      Liebe Grüße, 
      Linda

      </nrpg>
      <rpg>
      Ort: USS ODYSSEY, Quartier Ratana TiruZeit: Haupthandlung SpD 06.2200
      </rpg>
      Ratana Taechmael Elamara Tiru, Prinzessin aus dem Hause Orion, fuhr langsam mit ihren langen, grünen Fingern über den Stoff der Jacke, die in ihrem Kleiderschrank hing. Der Stoff fühlte sich anders an, als die Uniformen, die sie seit so vielen Jahren trug. In diesem Schrank hing keine Uniform. Dieses Quartier war auch nicht ihres. Es war irgendeines. Sie trug Kleidung, die nicht ihre war und in keinster Weise ihren Gewohnheiten entsprach. Es war föderative Kleidung, wahrscheinlich Damenmode der Erde. Sie fühlte sich nicht echt an auf ihrer Haut. So falsch. Sie sehnte sich nach dem langen Sari, dem schwarzen Umhang, den man auf der Erde wohl Abaya nannte.  Sie war seit einigen Stunden in diesem Quartier, vor der Tür zwei Wachen. Keiner hatte ihr bisher wirklich gesagt, was alles passiert war und sie selbst hatte kaum Erinnerungen daran. Das Letzte an das sie sich wirklich erinnerte, war eine Szene auf Nargo, dem Planeten, den es angeblich gar nicht gegeben hatte. So viel wusste sie jetzt bereits. Alles Andere hüllte sich in Dunkelheit, gnädige Dunkelheit, wenn sie den Psychologen glauben sollte. Vorhin war Lt. Killroy hier gewesen. Er war wie immer sehr distanziert und höflich gewesen. In den großen, graugrünen Augen hatte sie Schmerz gesehen. Alle, die sie kannte, waren merkwürdig distanziert. Nur Mara war es nicht gewesen. Jetzt war Mara nicht mehr hier. 
      Die vergangenen Wochen hatte sie auf der Krankenstation verbracht. Ihre Verletzungen waren geheilt. Was allerdings mit ihrer Psyche los war, konnte ihr keiner beantworten. Mitten in ihrem Kopf schien ein schwarzes Loch zu sein, welches alles vernebelte, was nach dem Moment auf Nargo geschehen war, als sie das Schwert ergriff.
       Ratana war sich mittlerweile sicher darüber, dass sie etwas Schreckliches getan hatte. Nur war niemand bereit ihr zu beantworten, was. 
      Da war eine rothaarige Frau gewesen, kühl, eisig, distanziert. Sie hatte immer wieder die selben Fragen gestellt. Nichtssagende Fragen, die ihr keine Chancen gaben, herauszufinden, was geschehen war. Die Orionerin hatte keine dieser Fragen zufriedenstellend beantworten können, denn die Frau war jeden Tag mehrmals wiedergekommen und hatte immer wieder die selben Fragen gestellt. Diese Frau....sie hatte das Abzeichen getragen. Ihr Abzeichen. Das Abzeichen der Squadleaderin. Der Stellvertreter war immernoch Lt. Killroy. Aber warum befragte diese Frau sie? CSO war sie nämlich nicht. Die CSO war auch dagewesen.....Rätsel, die sie sich nicht beantworten konnte. 
      Das Schiff war auch nichtmehr die Achilles. Es hieß jetzt Odyssey. Es war riesig groß. 
      Man gab ihr keine Uniform. Man beantwortete ihr keinerlei Fragen, wann sie eine bekommen würde. Sie durfte nicht in der Sporthalle trainieren gehen. Sie durfte nichts. Nur warten. 
      Ratana verstand, das sie noch nicht gesund war. Intellektuell. Aber ihr Bauch sagte ihr, das das nicht richtig war. Sie war Marine Captain Ratana Tiru, nicht irgendeine plan- und ahnungslose Zivilistin. Doch jeder Zugang zu aktuellen Informationen war ihr verwehrt. Das Einzige was sie wußte war, das viel Zeit vergangen war. Das sie ein Loch hatte. Ein gewaltiges. In ihren Erinnerungen. Verzweifelt versuchte sie immer wieder sich zu erinnen, aber es war vergeblich.
      Also tat sie was sie konnte. Improvisierte einen Parcours, um körperlich fit zu bleiben, beschäftigte sich mit abstrakten Gedankenexperimenten, um geistig frisch zu bleiben. Irgendwann würde ihr schon irgendwer irgendwas sagen. Sie mußte nur lange genug durchhalten......
      Ihr Körper war nicht gerade in der besten Verfassung. Die Muskulatur hatte enorm gelitten. Jede Liegestütze fühlte sich wie die erste in ihrem Leben an. Jeder Klimmzug wie das Besteigen eines 8000ers. Sie entdeckte in der langen Wartezeit neue Narben an ihrem Körper. Da war eine Stelle am Kopf, da wuchs kein Haar mehr. Wo waren ihre langen schwarzen Haare geblieben? Es wuchsen schwarze Stoppeln nach, die so schrecklich aussahen, dass sie sie gestern wieder abrasiert hatte. Nun war ihr ganzer Schädel wieder kahl, wie in der Grundausbildung. Aber dies passte zu ihrer Lage. Sie war Marine und sie wollte es bleiben. Wollte sie nicht verrückt werden, brauchte ihr Tag Struktur. Und so trainierte sie, Tag für Tag. Stunde für Stunde. wie gerne würde sie dieses Quartier verlassen. // Das ist nicht möglich Marine. Du hast hier zu trainieren. Hier und jetzt. Du musst wieder fit werden. Nur so bist du eine Marine. //
      Die rothaarige Frau kam nicht mehr, aber auch Mara und Sky waren schon seit Tagen verschwunden. Ratana konnte sie nicht erreichen, wußte aber nicht, ob ihr Com gesperrt war oder die Beiden vielleicht garnicht am Schiff waren. Subraumkommunikation war mit ihrem Terminal nicht möglich - deaktiviert.
      Sie vollendete gerade ein weiteres erschöpfendes Set von Klimmzügen, als der Monitor ihres Terminals anging. 
      Sie drehte den Kopf, aber außer Rauschen war nichts zu sehen - oder zu hören.
      "Hallo?" fragte sie, und kam sich im selben Moment fürchterlich blöd vor. Mit einem Flackernden Schirm zu reden. //Eine Fehlfunktion. Oder?//Doch dann stabilisieerte sich das Bild und wurde silbrig-grün.
      Plötzlich sah Sky sie an. Sky, die plötzlich silbrig-grün war und einen unnatürlich langen Hals hatte. 
      "Hallo Ratana." grüßte Moos. "Wie geht es dir?"
      "Moos!" Die Grüne war überrascht die lebende Außenhaut der Achilles zu sehen. Gab es die Achilles überhaupt noch? Anscheinend schon. Sie konnte sich aus diesem merkwürdigen Anruf keinen Reim machen. Musste das nicht auffallen? Wie konnte Moos sich durchschalten? Träumte sie? Sie war auf jeden Fall verwirrt, als sie durchgeschwitzt am Schreibtisch platz nahm. 
      "Mir geht es.....ganz gut," antwortete sie. "Und dir?"
      Sky - Moos - grinste Skys typisches, schmales Grinsen, das so wenig über ihre tatsächliche Gemütslage aussagte. "Mir geht es soweit gut. Fossi und ich sind durch SB23 geflogen um von den angreifenden Klingonen zu fliehen, nachdem Sky ihnen ganz schön zugesetzt hatte. Leider war ihre Flotte der der Klingonen nicht gewachsen.Aber es geht mir gut. Die Achilles ist wieder im Bestzustand. Fossi hingegen liegt noch auf der Krankenstation."
      Ratana lehnte sich zurück und versuchte, das gehörte zu verarbeiten. Fossi auf der Achilles, aber keine Sky? Und Moos auf der Achilles? Warum nicht auf diesem neuen Dampfer, der sogenannten Odyssey? Leise seuftzend meinte sie dann: "Ich habe eine Erinnerungslücke von offenbar mehreren Monaten, vielleicht sogar ein Jahr. Das Letzte woran ich mich erinnern kann, ist die diplomatische Mission nach Nago, und das man uns einen Mord anzuhängen versucht hat."
      Moos wiegte nachdenklich Skys Kopf. "Ich habe den Missionsbericht von Nago. Aber ich war da ja noch dabei und könnte..."Ehe es noch weiter reden konnte hob Ratty die Hand. 
      "Bevor du zu erzählen beginnst, erkläre mir bitte vorher warum du und Fossi auf der Achilles sind, und Sky und Mara auf dieser Odyssey? Was ist paßiert?"
      Wenn Grün- bzw Silbergrünzeug hätte rot werden können, Das wäre jetzt paßiert.
      "Eine folgenschwere Fehlentscheidung meinerseits. Nach der Nagomission beschloß das Flottenkommando, das es nicht viel Sinn machen würde die alte Achilles nocheinmal zu reparieren und eine der höchstdekorierten Captains der Sternenflotte sowiesonicht in so einem alten Schiff durchs All fliegen sollte. Also zwang man Sky die Achilles aufzugeben und ein neues Schiff zu akzeptieren. Hence die Odyssey.Ich wurde gefragt ob ich mitkommen wolle oder interesse hätte, an einem Forschungsprogramm teilzunehmen um mehr über mich, meine Fähigkeiten und meine Entstehung heaus zu finden. Ich entschied mich für die Forschung, in der Hoffnung meine Wissenslücken füllen zu können. Langer Rede kurzer Sinn: Das war ein Fehler. Die Wissenschaftler kamen nicht weiter und langs aber stetig nahm das Interesse an mir ab. Die Achilles wurde auf einen Flottenparkplatz verbracht wo bis zum Ende aller Tage dahin schlummern sollte. Ich langweilte mich zu tode und begann das Schiff zu reparieren und zu verbessern. Und dann kam dein Hilferuf."
      "Mein Hilferuf?" Daran konnte sie sich nicht erinnern. Aber es klang logisch. Wenn etwas in ihr gekämpft hatte, dann....dann hatte sie niemals aufgegeben was sie eigentlich war. Es tat gut dies zu hören. Sie hatte die Achilles kontaktiert, weil sie nichts von dem neuen Schiff wusste. Es war so logisch und zeigte ihr: Was auch immer mit ihr passiert war: Sie hatte gekämpft, wie es sich für eine Marine...nein, auch für sie, die Orionerin Ratana Tiru, gehörte. 
      "Ja. Da außer Sky sich niemand für dich zu interessieren schien beschloß ich der Sache selber nachzugehen und endete hier.Als ich hier aber ankam, wars du schon befreit. Dafür stand der Krieg mit den Klingonen vor der Tür und Sky schlug heraus, das ich die Achilles bekam und als intelligente Lebensform von der Föderation anerkannt wurde. Im Gegenzug wurde ich ein Teil der Reserveflotte und mußte beim Kampf gegen die Klingonen helfen.Die Ereignisse aus meiner Sicht, stark verkürzt und vereinfacht."
      Die Orionerin wischte sich über das Gesicht. Das waren viele, verwirrende Informationen. Aber sie war froh, dass Moos mit ihr sprach. Auch wenn sie den lebenden Anhang der Achilles nie wirklich bewusst wahrgenommen hatte oder ihm eine große Bedeutung zugeschrieben hatte, war sie dankbar. Moos hatte zur Achilles gehört, genauso wie die ganzen Tiere. Tiere..... Wo war Viridis? Ihre Schlange. 
      "Moos, weißt du....weißt du was aus Viridis geworden ist?"
      Moos legte den langen Hals schräg. "William hat sie mitenommen." 
      Will. William Sunday. Ihr Ehemann. Auch von ihm hatte sie nichts mehr gehört. Sollte er nicht, besorgt wie er immer um sie war, an ihr Krankenbett eilen? Wo war William? Wusste er, dass sie hier war?
      "Weißt du wo Will ist?"
      "Lt. William Sunday befindet sich auf der Erde. Sternenflottenhauptquartier. Er arbeitet dort wieder als Ausbilder, diesmal im Bereich OPS ," antwortete Moos nach einiger Suche in den Datenbanken. 
      "Aber wieso?" Ratana verstand nicht. Wieso war Will auf der Erde und sie hier? Warum war er nicht mehr auf der Odyssey. Hatten sie sich darauf geeinigt? Oder war Will nichtmehr ihr Mann? Hatte sie etwas falsch gemacht? Hatten sie sich getrennt? war etwas auf Nargo passiert oder danach, von dem sie ebenfalls nichts wusste? War das, was sie anscheinend getan hatte so schrecklich, dass er sich von ihr abgewandt hatte? 
      "Weißt du, wieso er auf der Erde ist?" Ratana sah Moss flehend an. 
      "Nein, das weiß ich nicht." Moos sah Ratana an. 
      Dann wiegte es seinen Kopf. "Aber dein Abgang von der Achilles war.... spektakulär, wie Sky wohl sagen würde. Alle dachten du bist tot. Mit einer Granate in der Schleuse war von dir nicht viel zu finden." Es verzog den Mund zu einer 100% Kopie von Skys sardonischem Grinser, "Jetzt wissen wir auch warum wir nicht mehr DNA Spuren gefunden haben....."
      "Ich habe mich......in der Schleuse in die Luft gesprengt?" Der Atem wich schlagartig aus der Orioni. Sie wischte sich hektisch mit den Händen durchs Gesicht. "Ich hätte das ganze Schiff sprengen können, wenn..." Sie fasste wieder Atem. "Bei den Göttern....ich....sowas habe ich getan?" 
      Es war Ratana anzumerken, dass sie diese Nachricht ziemlich aus den Bahn warf. Es passte nicht zu ihr. 
      "Es war für alle ein Schock." Moos wiegte den Kopf. "An was erinnerst du dich?"
      "An gar nichts mehr.... an nichts, was passiert ist, nachdem ich das Kind des Nargo-Präsidenten retten wollte......" Die Orionerin rieb sich weiter die Schläfen. "Ich kann mich an die Zelle erinnern.... aber nur Bruchstückehaft.....Jedesmal, wenn ich nach Erinnerungen suche, bekomme ich so furchtbare Kopfschmerzen, dass mir übel wird. Und ich habe es immer wieder versucht."
      Also erzählte Moos der Orioni soviel es konnte. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem es beschloß auf der Achilles zu bleiben während die Crew auf das neue Schiff, die Odyssey, umzog. Wie es die Achilles repariert hatte, wie es Ratanas verzeifelten Funkspruch auch aufgefangen hatte, wie es die Achilles praktisch geklaut hatte um zur Hilfe zu kommen nur um dann feststellen zu müßen, das Sky bewiesen hatte warum sie CO war und Moos die ganze Geschichte erzählte. Die Moos dann brav an Ratana weitergab. Und es erzählte auch vom Kampf gegen die Klingonen, das die Föderation es als Lebensform anerkannt hatte und ihr die Achilles quasi als Lebensraum überlassen hatte, unter der Vorraussetzung, für die Föderation zu arbeiten.Die Erzählung dauerte Stunden und wurde von Moos audiovisuell unterstützt. Es hatte immerhin die volle Bandbreite der technischen Möglichkeiten der Achilles unter seiner Kontrolle. Vor allem um Fragen von Ratana zu erläutern war es oft ser hilfreich wenn Moos auf die Originaldaten zugreifen konnte. 
      Als es geendet hatte war die Orioni für einige Minuten still gewesen, hatte das gehörte verarbeitet, ehe sie Moos in Skys silbrig-grüne Agen blickte. "Wenn ich das richtig verstehe hast du den in Ungnade gefallenen Fossi als einziges humanoides Crewmitglied an Bord, aber es geht ihm gesundheitlich nicht so gut?"Moos grinste. "So in etwa kann man das zusammenfassen. Ich mußte ihn auf dem Weg in die Krankenstation ein paar mal infiltrieren um seine Organe am laufen zu halten. Momentan liegt er auf einem der Biobetten in der KS und wird von der technik und von meinen mikroskopisch dünnen tentakeln am Leben gehalten."Moos Blick wurde träumerisch. "Wußtest du, das ich das kann? Ich nicht, bis ich es plözlich können mußte." "Was meinst du?""So feine tentakel bilden, das ich Fossis Haut durchdringen kann, ohne das seine Haut dabei Schaden nimmt. Und mit diesen Tentakeln dann Verletzungen heilen. " Moos grinste breit: "Ich bin sozusagen eine Lebende Krankenstation!" erklärte es fröhlich.
      "Das freut mich für dich! Nur schade das du soweit weg bist, ich könnte dich jetzt gut gebrauchen." sinnierte Ratana gedrückt. "Du bist ein Freund....."
      </rpg>


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