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37210 kleine Jägermeister

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  • Lasse_Bj=c3=b6rn_Wittland
    10. Juli
      Hi ihr,

      ohne viel Vorrede gleich zum Wichtigen...


      <RPG>

      Ort : Klingonische Basis, Carraya 3

      Zeit: MD 6.2017

      Gedankenverloren stocherte Ramos in seinem Essen herum, einem
      undefinierbaren Brei, dessen fleischliche Bestandteile sich laut dem
      unangemessen enthusiastischem Begleittext mal in der Bauchhöhle eines
      klingonischen Otters befunden haben.
      Die meisten der Klingonen auf dem Stützpunkt hielten nicht viel von dem
      Essen, das auf einer fernen Welt zubereitet und schockgefrostet wurde,
      um dann hier 8wieder aufbereitet zu werden. Ihrer Meinung nach büßte es
      dabei einen Großteil seiner für sie erstrebenswerten Eigenschaften ein -
      kein Gagh überlebte es, mehrere Monate bei -20 Grad transportiert und
      gelagert zu werden. Doch nachdem die Versuche frische klingonische
      Nahrung vor Ort zu züchten fehlschlugen -die Tiere vertrugen die
      einheimische Flora nicht, und importierte Nutzpflanzen wurden auf eine
      niemandem so richtig verständliche Art vom Planeten abgestoßen- mussten
      die Klingonen sich mit Fertiggerichten zufrieden geben.

      Aber Ramos war 'eh nicht wegen des Essens auf Carraya. Geboren auf einer
      Menschenwelt, die nach dem Krieg (vor seiner Geburt) den Cardassianern
      zugesprochen wurde, war sein frühes Leben im ständigen Spannungsfeld
      zwischen Union, Föderation und Maquis eher rau gewesen, und nachdem ein
      cardassianischer Torpedo, der offiziell eine Terroristenzelle
      ausschalten sollte, in seinem Dorf einschlug und mehrere seiner Freunde
      getötet hatte, schloss er sich dem Widerstand an. In den folgenden
      Jahren kämpfte er viel gegen die Besatzer (wobei dieser Kampf
      größtenteils darin bestand, sich in dunklen Löcher zu verstecken und zu
      hoffen, das die Cardassianer jemand anderen erschossen), bis es in den
      0ern in Folge der Sep'tarin-Krise zu einem Regierungswechsel bei dem
      Löffelköpfen kam, nachdem die Föderation sich auf einmal wunderbar mit
      ihnen verstand. Hatten Sternenflotte und Geheimdienst bis dahin nur
      halbherzig gegen den Maquis agiert, so koordinierten sie auf die Bitte
      ihrer neuen Freunde jetzt ihre Aktionen mit Cardassia und setzten den
      Widerstandskämpfern arg zu. Das, verbunden mit dem Versprechen einer
      Teilamnesie, führte schließlich dazu, das Ramos Zelle sich auflöste. Da
      er selbst bis zu diesem Zeitpunkt schon einiges getan hatte, das nicht
      unter die Amnesie viel, blieben ihm als Alternativen nur abzuhauen oder
      unterzugehen - er entschied sich für erstes. Untergekommen war er
      schließlich bei den Klingonen, mit denen er die Verachtung gegen die
      Cardassianer teilte, und die sich seine Erfahrungen im Guerilliakampf
      zunutze machten, indem sie ihn jetzt nicht ohne eine gewisse Ironie
      orionische Widerständler jagen ließen. Damit hatte er sich weit von dem
      entfernt, weshalb er ursprünglich die Waffe in die Hand genommen hatte,
      aber es war andererseits auch das einzige, was er wirklich gut konnte.
      Und außerdem hatte er immer noch die Hoffnung, das die Klingonen eines
      Tages ihre Flotte in Bewegung setzten um Cardassia aus dem All zu pusten.

      Nun, in Bewegung gesetzt hatten sie sich. Nur in die falsche Richtung.

      Und das war nicht das einzige, was Ramos Ansicht nach gerade extrem
      falsch lief. wie er sich mit einem säuerlichen Blick auf das Padd
      eingestehen musste. Seit dieser Föderationsrunabout aufgetaucht war ging
      alles den Bach herunter:
      -13:15: Kontakt zu den vier Klingonen verloren, die als erste an der
      Absturzstelle angekommen waren. Spätere Untersuchungen deuteten darauf
      hin, das sie von den Orioni überrascht wurden.
      -14:30 Ein 'Krieger' hatte unerlaubt seinen Posten verlassen und sich
      auf einen Nahkampf mit Orioni eingelassen; auch diese Leiche wurde
      mittlerweile gefunden.
      -16:45 Drei weitere Klingonen, die (auf Ramos Anweisung hin) eine
      verdächtige Biosignatur untersuchen sollten, wurden ebenfalls tot
      aufgefunden; teilweise wurden sie mit ihren eigenen Waffen getötet.
      -Und eben kam die Meldung, das sie auch noch den Kontakt mit dem Trupp
      verloren hatten, der die 14:30-Leiche gefunden und in der Umgebung nach
      Spuren der Orioni gesucht hatte.

      Vier Totalverluste in sieben Stunden. Die Klingonen hatten im Kampf
      gegen die Orioni immer wieder Männer verloren. Durch Hinterhalte,
      Sprengsätze und Ähnliches. Aber die Rate, mit der die Verlustmeldungen
      seit dem der Runabout aufgetaucht war zunahmen war vorsichtig
      ausgedrückt alarmierend. Ramos fühlte sich unweigerlich an ein Lied aus
      seiner Jugend erinnert, in dem Strophe für Strophe Mitglieder einer
      Partygesellschaft an teils abstrusen Zwischenfällen verstarben, bis nur
      noch einer übrig war. Und wenn G'Koul diese Zahlen dem Kommandanten
      vorlegen würde, dann nicht ohne mehrfach zu betonen, das das alles nur
      die Schuld des Menschen sei. Und wenn er nicht schnellstens eine
      Gegenhalt-Erfolgsmeldung aus dem Hut zaubern würde, dann bestand wenig
      Hoffnung darauf, das er bis zur letzten Strophe durchhalten würde.

      Jemand knallte ein Padd auf Ramos', worauf der Mensch zusammen zuckte.

      "Ramos! Sehen Sie das hier an." forderte die Jemand ihn auf.

      "Noch mehr schlechte Nachrichten, Kan'ir?" fragte er und griff nach dem
      Padd. Die Klingonsichen Schriftzeichen (ganz zu schweigen von der
      Sprache selbst) bereiteten ihm immer noch leichte Probleme, aber er
      hatte nicht vor, der Kommunikationstechnikerin den Triumph zu geben, die
      automatische Übersetzung zu nutzen.

      "Sind Sie sicher?" fragte er, nachdem er die ersten Sätze gelesen und
      ihre Bedeutung erfasste hatte.

      "Ich selbst habe die Daten zwei Mal überprüft." gab die Klingonin etwas
      beleidigt zurück. "Die neue Abhörstation hat den Spruch um 16:32
      aufgefangen; es hat eine Weile gedauert, die Subraumsignatur
      zurückverfolgen, aber es ist mir gelungen. Hier, ich konnte die
      Position, an der sich der Sender befindet, auch weniger als einen
      Quadratkilometer genau bestimmen."

      "Befand." korrigierte Ramos. "Mittlerweile kann der Orioni mitsamt dem
      Sender schon über alle Berge sein. Menschliche Redensweise. Vergessen
      Sie es."

      "Ich denke, das es ein stationärer Sender ist." beharrte Kan'ir und
      tippte mit dem Fingernagel auf einen Absatz, zu dem Ramos noch nicht
      vorgedrungen war. "Sehen Sie sich die Sendeleistung an. Viel zu stark
      für ein mobiles Gerät. Glücklicherweise, ein weniger kräftiges Signal
      hätte ich nicht so leicht analysieren können."

      "Sie haben recht." musste Ramos zugeben. "Was ist mit der Gegenstelle?"

      "Das Signal war zu schwach, um es zurück zu verfolgen." meinte Kan'ir.
      "Zu weit entfernt, oder absichtlich herunter geregelt."

      Ramos blieb skeptisch. Auch wenn das genau nach der Art guter Nachricht
      aussah, die er jetzt brauchte.
      "Erinnern Sie sich noch an das letzte Mal, als es uns gelungen war, den
      Standort eines ihrer Sender aufzuspüren? Alles, was wir dort gefunden
      haben war ein auf Automatik gestelltes Funkgerät und ein großer Berg
      Sprengstoff. G'Koul hat 14 Soldaten an dem Tag verloren."

      "Damals haben die Orioni den Sender über Wochen hinweg immer wieder
      benutzt, _damit_ wir ihn finden." gab die Klingonin zurück. "Sie wussten
      über unsere technischen Möglichkeiten, ihre Sender zu orten, und haben
      das ausgenutzt. Aber von der neuen Abhörstation können sie nichts
      wissen. Und es gab nur eine einzige, bidirektionale Kommunikation. Ich
      bin mir sicher, das das echt ist und keine Falle."

      Ramos nickte. Im Grunde war ihm egal, was Kan'ir davon hielt, er hatte
      sein Urteil bereits gefällt. Das es mit ihrem übereintraf hatte aber den
      positiven Nebeneffekt, das sie sich einbilden konnte, er würde auf sie
      hören.

      Blieb nur noch eine Frage, die ihn beschäftigte: "Warum kommen Sie damit
      zu mir? G'Koul ist der taktische Offizier, er sollte diese Informationen
      erhalten."

      "G'Koul ist ein Idiot, der sich einen Dreck um uns Techniker
      interessiert. Sie tun das nicht. Als ich um diese Abhörstation gebeten
      habe hat er mich ausgelacht - Sie haben dafür gesorgt, das ich sie
      bekommen habe. Betrachten Sie es als Dank, das ich zuerst zu Ihnen
      gekommen bin."


      "Na gut. Danke. Trotzdem fürchte ich, das wir G'Koul brauchen, um etwas
      daraus zu machen. Oder zumindest seine Leute. Gehen Sie zu den
      Barracken. Eisen Sie so viele Soldaten wie möglich von ihren
      Blutweinkelchen los und packen Sie sie in in die Sturmshuttles. Wir
      brauchen mindestens 30, besser 40 Bewaffnete mit schwerer Ausrüstung,
      immerhin haben wir keine Ahnung, was uns dort erwartet. Wenn G'Koul
      etwas davon mitbekommt, sagen Sie das es meine Idee wäre. Wenn nicht -
      sein Problem. Warum gehen Sie nicht selbst?"

      "Weil ich jetzt auf den Kommandostand gehen und von dort aus die Sarin
      alarmieren werde, damit wir im Notfall Feuerschutz von oben haben.
      Anschließend komme ich zu Ihnen. Und vergessen Sie nicht in der
      Waffenkammer vorbeizuschauen und sich einen Disruptor abzuholen."

      "Ich soll an dem Angriff teilnehmen?" fragte Kan'ir verwundert. "Ich bin
      Kommunikationstechnikerin."

      "Weshalb Sie diese Sendeanlage für mich sicherstellen und untersuchen
      sollen. Wenn Sie damit in das orionische Funknetz eindringen können,
      könnte der Widerstand auf Carraya bis Ende der Woche am Boden liegen..
      Und das wäre dann nicht nur mein Verdienst, sondern ebenso Ihrer, aber
      sicher nicht der von G'Koul. Ich brauche da draußen jemanden, dem ich
      vertrauen kann, und wenn uns das gelingt kann der Alte Ihnen ihre
      überfällige Beförderung nicht mehr verweigern.

      Oder haben Sie doch Zweifel, das es eine Falle der Orioni sein könnte?"

      "Nein, die habe ich nicht." knurrte die Klingonin zurück. "Ich werde
      mich sofort auf den Weg machen."

      "Ausgezeichnet." bestätigte Ramos und stand ebenfalls auf.

      Zurück blieben zwei Padds und der lauwarme Otterbrei.


      </RPG>


      <SUM

      Zeit: MD 6.2017

      Ramos zieht auf der klingonischen Basis düstere Bilanz der letzten
      Stunden. Da kommt eine Kommunikationstechnikerin und teilt ihm mit, das
      sie wahrscheinlich einen Sender der Orioni aufspüren konnte.

      </SUM>

      Der abgefangene Funkspruch dürfte der zwischen Armakosch im Schwan und
      Karaas im Hauptquartier sein. Welche der beiden Stationen Kan'ir
      lokalisiert hat kann entscheiden, wer den Plot fortführt *g*


      Bis dann,

      Lasse