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Sozial geteilte Metaphern

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  • Prof. Dr. Rudolf Schmitt
    Liebe Dittmer, liebe Frau Nuernberg, liebe Frau Wiedenhoeft, ich bin wegen dringender anderer Arbeiten nicht zum Antworten gekommen, kuerze aus den Texten das
    Nachricht 1 von 1 , 18. Juli 2005
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      Liebe Dittmer, liebe Frau Nuernberg, liebe Frau Wiedenhoeft,

      ich bin wegen dringender anderer Arbeiten nicht zum Antworten
      gekommen, kuerze aus den Texten das heraus, auf das ich antworten
      kann, markiere die jeweiligen SprecherInnen:

      Frau Nuernberg schrieb:
      > Ich habe nun einfach einmal eine erste Gruppendiskussion zum
      Ausprobieren durchgefuehrt, mal sehen, was ich bei der Auswertung
      finde. Meine (eher intuitive) Annahme ist aber, dass ich (immer von
      meinem Interesse an den sozial geteilten Metaphern einer einzelnen
      Organisation, aus der Innenansicht der Mitglieder in einer Fallstudie,
      ausgehend) mehrere Gruppeninterviews machen muesste, um wirklich auf
      wiederholte Muster zu stossen.

      Schmitt:
      Das habe ich nicht verstanden: Metaphern wiederholen sich bei
      ausreichender Textlaenge - sie sind dann vielleicht nicht so
      auffaellig wie die Metaphern, um die gestritten wird (s.u.). Und
      mehrere Gruppeninterviews sind zur Saettigung der Konzeptbildung auch
      sinnvoll (haengt davon ab, welche anderen Materialien zur Verfuegung
      stehen).


      Frau Nuernberg schrieb:
      > Meine andere (auch eher intutive) Annahme ist, dass sich sozial
      geteilte Metaphern vielleicht gleichermassen in Einzel- wie in
      Gruppeninterview finden, dass aber sozial umstrittene Metaphern
      vielleicht einer Gruppendiskussion besonders gut zum Ausdruck kommen,
      wenn sich die Teilnehmer (idealerweise) streiten (in meiner ersten
      Gruppendiskussion waren sich aber alle in einem Ausmass einig, dass
      mir fast schon suspekt ist...).

      Schmitt:
      Der Unterschied in der Auffälligkeit ist sicher da - aber die
      mangelnde Auffälligkeit sozial geteilter Metaphern ist ja durch die
      methodische Gruendlichkeit bzw. durch das Verfremdungspotenzial der
      Methode zu kompensieren.

      Zur Analyse von kollektiven Denkstrukturen:
      Frau Nuernberg schrieb:
      > Hier moechte ich nochmal nachfragen, ob ich das richtig verstanden
      habe: Meinen Sie damit, wenn von einem einzelnen ueber die
      metaphorische Konzeption einer strukturellen Ebene gesprochen wird,
      etwa wie "alle" eine Thema sehen? Damit waere ja nicht klar, ob andere
      diese metaphorische Sicht teilen.

      Schmitt:
      Ich meinte es anders ;-): Natuerlich ist das nur begrenzt relevant,
      wenn man zur Analyse von kollektiven Metaphoriken das Material einer
      einzelnen Person zur Verfuegung hat. Hier waere es wichtig, durch
      einen klugen Sampling-Process moeglichst unterschiedliche Metaphern
      fuer ein interessierendes Phänomen zu bekommen.

      Schmitt, alt:
      b) Eine zweite Rueckbindung an Ihre Fragestellungen ergibt sich aus
      dem, was in der Heuristik in Bezug auf das Phaenomen sich sagen
      laesst. (Wenn Sie also die verschiedenen Interpretationshinweise z.B.
      zum Highlighting / Hiding durch Metaphern dafuer nutzen, welche
      strukturellen Gegebenheiten durch Metaphern fokussiert oder
      ausgeblendet werden).

      Frau Nuernberg schrieb:
      Hier verstehe ich den Bezug von highlighting und hiding zum
      kulturellen Muster nicht?


      Schmitt:
      Jedes metaphorisch verfasste Muster blendet bestimmte Phänomenebenen
      aus (hiding) und betont andere (highlighting). Mein Hinweis auf Hiding
      / Highlighting hilft also nicht beim Erkennen von kulturellen Mustern,
      eher bei der interpretativen Klärung der Eigenart des kulturellen Musters.


      Frau Wiedenhoeft schrieb:
      > Genau aus dem Grund waere doch eine Kombination aus Einzel- und
      Gruppengespraechen interessant. Ich koennte mir vorstellen, dass in
      der Gruppendiskussion starke Konformitaetsdynamiken entstehen
      (immerhin arbeiten die Leute ja zusammen, oder?), also waere es doch
      spannend, mit den Beteiligten Einzelinterview zu fuehren, sie dann
      vielleicht in eine Gruppendiskussion zu stecken (vielleicht mit
      provokativen Aussagen als Diskussionsanlass, wobei man da wieder
      aufpassen muss, welche Metaphern man dadurch vorgibt) und zu
      vergleichen, welche Metaphern in den Einzelgespraechen auftauchen,
      welche in der Diskussion?

      Schmitt:
      oder eben noch andere Materialien. Die Metaphernanalyse ist nicht auf
      transkribierte Interviews / Diskussionen festgelegt!!

      Herzliche Gruesse,
      rudolf schmitt
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