Wird geladen ...
Beim Laden des Inhalts ist leider ein Fehler aufgetreten.

Aktuelles aus den besetzten Gebieten

Nachrichten erweitern
  • Angelika Schneider
    Liebe FreundInnen, nachdem die ganze Woche kaum Nachrichten bei mir eingetroffen sind ist heute eine ganze Latte da. Und die muss ich durcharbeiten, weil ich
    Nachricht 1 von 328 , 1. Juni 2007
    Quelle anzeigen
    • 0 Anhang
      Liebe FreundInnen,

      nachdem die ganze Woche kaum Nachrichten bei mir eingetroffen sind ist
      heute eine ganze Latte da. Und die muss ich durcharbeiten, weil ich
      morgen früh nach Rostock fahre und dann zum Kirchentag nach Köln. Also
      entschuldigt, wenn diese Mail etwas lang wird.

      Vor 3 Tagen wurde ein junger Palästinenser aus der Nähe erschossen als
      er an einem Restauranttisch in Ramallah saß. Sam Bahour, der
      amerikanisch-palästinensischer Geschäftsmann der schon öfter hier zu
      Wort gekommen ist, befand sich bei einer Besprechung im Gebäude nebenan
      und berichtet ausführlich. Sieben Personen wurden bei der Schießerei
      verletzt. Das Opfer, Omar Abu Daher, war ein Mitglied der
      Präsidentenwache von Mahmoud Abbas, deren Aufgabe es ist, Gewalt zu
      verhindern. Er wurde zunächst ins Bein getroffen, fiel auf den Boden
      und ihm wurde dort in den Hinterkopf geschossen. Bahour beendet seine
      detaillierte Beschreibung des gesamten Geschehens mit den Worten: "Die
      traurige Tatsache ist, dass es so nicht weitergehen muss. Die Welt
      könnte Israel dazu bringen, sich an das internationale humanitäre Recht,
      die Resolutionen der UNO und dem gesunden Menschenverstand zu halten um
      diesen Unsinn, diese Verschwendung, diesen unnötigen menschlichen
      Verlust zu beenden." Die Welt - das sind auch wir.
      ------------------

      Links- oder Friedengerichtete Gruppen in USA tun sich zusammen in der
      Hoffnung, ein Lobby- Gegengewicht aufstellen zu können gegen die
      mächtige jüdische Lobby American Israel Public Affairs Committee (die
      angeblich - jedenfalls vor den letzten Wahlen - 95% der
      Kongressmitglieder "in der Tasche" hatte). Sie wollen $10 mio
      aufbringen um die neue Initiative zu starten.
      -------------------

      Aus der akademischen Welt:

      Ein Student aus der Arabisch-Amerikanischen Universität in Jenin hat
      sich beworben um ein "Paths to Peace" Stipendium für in Jahr an die New
      York University. Unter 50 Studierenden wurde er eingeladen zu einem
      Interview nach Jerusalem. Da nur ein/e andere/r BewerberIn aus der
      Westbank eingeladen war, meinte er gute Chancen zu haben und bereitete
      sich intensiv auf das Interview vor. Er bat den Koordinator des
      Stipendiums, ein Prof. Zweig, ihm ein Brief zu schreiben, mit dem er ein
      Passierschein nach Jerusalem beantragen könnte. Der israelische Beamte,
      der ihn zu einem Interview bat, sagte ihm unverfroren, er müsse als
      Gegenleistung "kooperieren" - Informationen über Leute aus seiner
      Umgebung im Dorf oder in der Uni liefern, was er verweigerte. Bis
      Dorothy davon erfuhr und versuchte zu intervenieren, indem sie Prof.
      Zweig fragte, warum man die Interviews nicht in Ramallah abhalten
      konnte, waren die Gewinner bereits gewählt worden - drei Israelis, einer
      aus Gaza und zwei aus Ostjerusalem. Prof. Zweig sagte, wenn er keinen
      Passierschein nach Jerusalem erhalten hätte, hätte er auch vermutlich
      auch nicht ausreisen können, wenn er das Stipendium erhalten hätte. Und
      er könne nichts für die Politik.

      Vier Präsidententen von israelischen Universitäten haben ihre Regierung
      aufgerufen, StudentInnen aus Gaza ein Studium in der Westbank zu
      erlauben, da viele Fakultäten - z.B. Medizin - in Gaza nicht vertreten
      sind. Der Aufruf kam scheinbar genau zu der Zeit als britische
      Akademiker der Universitzy and College Union darüber abstimmen, ob ein
      umfassender akademischer Boykott auf israelische Universitäten verhängt
      werden soll. Zufall? Oder hat sogar die Gefahr eines - sehr
      eingeschränkten - Boykotts schon eine Wirkung?
      -------------------

      Vom 5. - 10. Juni werden in Israel und Palästina eine Fülle von
      Ereignissen stattfinden zur Erinnerung an den Beginn der Besatzung vor
      40 Jahren. Außer einer zentralen Demo in Tel Aviv am 9.6. wird es ein
      breites Spektrum geben von Ausstellungen, Demonstrationen, Theater
      Kunstperformances, akademische Tagungen usw. Ein Autokonvoi wird durch
      Jerusalem fahren und sich am Ende mit Knessetmitgliedern, Mitgliedern
      des pal. Parlaments und Künstlern. Jeden Abend wird eine Diskussion
      über die 40jährige Besatzung im Rundfunk geben. Auch ein Fahrrad- und
      Rollschuhkonvoi sowie ein Fußballspiel werden nicht fehlen. Möge es
      irgendetwas bewirken!
      --------------------

      "Sagt nicht, wir hätten es nicht gewusst"

      Das Dorf Artas südlich von Bethlehem hat 4000 BewohnerInnen, denen 4000
      dunum Land gehören. Etwa 1000 dunum werden auf der anderen Seite der
      Trennungsbarriere sein, die zur Zeit gebaut wird östlich der Siedlung
      Efrat, etwa 12 km von der grünen Linie entfernt. Ein Graben wird auch
      gebaut für eine Abwasserleitung aus Efrat. Die Abwasser werden auf die
      andere Seite des Zauns geleitet, auf das Land der Familie Abu Sway aus
      Artas. 570 Dunum ihres Landes und die Wasserquellen des Dorfes können
      verunreinigt werden.

      [Menschenverachtung übelster Art, nach meiner Meinung.]
      -------------------

      Mangel an Gründlichkeit kann man der Besatzung nicht vorwerfen. Auch
      die Handyfrequenzen, die Palästinensern durch die International
      Telecommunications Union zustehen, werden nicht mit den Palästinensern
      koordiniert, so dass sie auch in diesem Bereich sehr eingeschränkt
      sind. Gerade wenn man überlegt, wie unmöglich die direkte persönliche
      Kommunikation durch die Besatzung gemacht wurde - jeder 3. Palästinenser
      hat ein Handy, Videokonferenzen sind sehr häufig - kann man ermessen was
      das bedeutet.
      -------------------

      Nachdem eine Frau in den Wehen 3 Stunden von einem Checkpoint zum
      anderen gefahren wurde schlug ihr Taxifahrer vor, dass sie zu Fuß zum
      Checkpoint gehe, sonst würde sie es zum Krankenhaus in Ramallah (!)
      nicht schaffen. Sie stieg aus und schon nach wenigen Schritten erschien
      ihr 5. Kind, eine Tochter, auf der Welt. Ein Artzt aus Jerusalem kam
      von der anderen Seite des Checkpoints, schnitt die Nabelschnur durch und
      rief einen Krankenwagen, da die Frau blutete. Erst nach 45 Minuten kam
      ein Krankenwagen und brachte sie ins Krankenhaus, wo sie sofort zwei
      Einheiten Blut erhielt. Bis heute ist sie von der Erfahrung
      gezeichnet. "Lange Zeit hab ich mich isoliert aus Angst vor den Fragen
      meiner Familie undmeiner Nachbarn. Ich hasse meinen Leib und den aller
      Frauen. Ich fühle mich belagert und komme seelisch nicht darüber weg."

      Dabei hatte sie Glück. UNFPA, der Bevölkerungsfonds der UN, schätzt das
      ein Fünftel aller Frauen in Gaza und der Westbank keine Vorsorge
      erhalten und dass die Checkpoints zu Dutzenden von Geburten am
      Straßenrand geführt haben. Das pal. Gesundheitsministerium berichtet,
      dass es seit 2000 mindestens 68 Geburten an Checkpoints gegeben hat,
      darunter 35 Fehlgeburten und 5 Todesfällen unter den Frauen. 10%
      schwangerer Frauen brauchten 2-4 Stunden um ein medizinisches Zentrum
      oder ein Krankenhaus zu erreichen. 6% brauchten mehr als 4 Stunden für
      Fahrten, die früher 15-30 Minuten dauerten. Es gibt inzwischen 528
      Checkpoints in der Westbank und Gaza.
      -------------------

      Zwar nicht direkt zum Nahostkonflikt aber eine traurige Untermalung der
      Wirklichkeit ist Cindy Sheehans Rückzug aus der Friedenspolitik. Die
      Frau die monatelang neben der Zufahrt zur Texas-Ranch von Präsident Bush
      kampiert hat - sie hat mit der Kompensation die sie beim Tod ihres
      Sohnes Casey in Irak erhielt, ein anliegendes Grundstück gekauft und
      dort Camp Casey aufgebaut - ist nun am Ende. Hass und Drohbriefe,
      Festnahme (weil sie auf der Besuchergalerie im Kongress ein Tshirt trug
      mit der Aufschrift "2174 (oder so ähnlich) Tote - wieviele noch?"), das
      Opfer ihres ganzen Geldes und ihrer 29jährigen Ehe haben sie nicht
      kleinkriegen können, aber nachdem die demokratische Partei doch
      nachgegeben hat und dem Präsidenten das Geld für die Weiterführung des
      Irakkriegs ohne Bedingungen bewilligt hat (Nancy Pelosi, Hillary
      Clinton und Barak Obama stimmten zwar dagegen), ist ihr die Kraft
      ausgegangen. Sie schreibt einen bewegenden Abschiedbrief, ein trauriges
      Zeugnis aus dem heutigen Amerika (das auch für mich mal "the land that I
      love" gewesen ist, um das Lied zu zitieren das auch Cindy als Kind
      gelernt haben wird).

      "Als ich anfing, die Demokratische Partei an den gleichen Standards zu
      messen wie die Republikaner, fing die Unterstützung für meine Sache an
      zu schwinden und die "Linke" fing an mich mit den gleichen Schmähungen
      zu versehen wie die Rechte. Keiner hat mich beachtet als ich sagte dass
      die Frage des Friedens und das grundlose Sterben von Menschen nicht eine
      Frage von "rechts oder links" ist sondern von "Recht oder Unrecht" sei.

      Der niederschmetterndste Schluss, den ich nun heute Morgen gefasst habe,
      ist dass Casey tatsächlich für nichts gestorben ist. Sein kostbares
      Blut ist weit von zuhause aus seinem Körper geflossen, er wurde getötet
      durch sein eigenes Land, das von einer Kriegsmaschine geführt wird die
      sogar unser Denken kontrolliert. Ich habe seitdem nach dem Sinn seines
      Opfers gesucht. Casey starb für ein Land dem es wichtiger ist, wer das
      nächste amerikanische Idol wird, als wieviele Menschen in den nächsten
      Monaten getötet werden, während Demokraten und Republikaner Politik mit
      Menschleben spielen. Es ist furchtbar Schmerzhaft zu wissen, dass ich
      an dieses System jahrelang geglaubt habe und Casey den Preis für diese
      Loyalität bezahlt hat. Ich hab meinen Jungen im Stich gelassen, dass
      tut am meisten weh.

      Ich gehe nach Hause und werde meinen lebenden Kinder Mutter sein und
      versuchen, etwas von dem was ich verloren habe wieder zu erlangen ...und
      versuchen, einige der Beziehungen wieder zu kitten, die
      auseinandergefallen sind, seitdem ich diesen zielstrebigen Kreuzzug
      begann, um ein Paradigma zu ändern das jetzt, fürchte ich, in
      unbeweglichem, unbiegsamen und steif und fest lügnerischen Marmor
      gehauen ist...

      Ich werde nicht aufhören zu versuchen Leuten zu helfen, denen durch das
      Imperium der "good old US of A" Schaden zugefügt wird, ich höre aber auf
      innerhalb oder außerhalb dieses Systems zu arbeiten. Das System
      widersteht allen Hilfsbemühungen mit Macht und frisst die auf, die zu
      helfen versuchen.

      Aufwiedersehen, Amerika ...du bist nicht das Land das ich liebe und mir
      ist endlich klar geworden, dass, wieviel Opfer ich auch bringe, ich
      dich nicht zu dem Land machen kann, wenn du nicht willst.

      Jetzt ist es an euch."
      ------------------

      Soweit für heute, ich grüße euch,
      Anka
    • Angelika Schneider
      Liebe Freunde und Freundinnen, vor den - relativ wenigen - Nachrichten der letzten Zeit möchte ich eine persönliche Anfrage an euch alle richten. Es gibt
      Nachricht 328 von 328 , 14. Feb. 2008
      Quelle anzeigen
      • 0 Anhang
        Liebe Freunde und Freundinnen,

        vor den - relativ wenigen - Nachrichten der letzten Zeit möchte ich eine
        persönliche Anfrage an euch alle richten. Es gibt inzwischen, anders als
        zu der Zeit als ich mit diesem Rundbrief anfing, eine Fülle von
        deutschsprachigen Berichten und Hintergrundinformationen im Internet
        abzurufen. So überlege ich, den Brief-aus-Israel einzustellen. Ich weiß
        allerdings, das es ganz etwas anderes ist, sich selbst daran zu machen,
        die Informationen aus dem Internet anzusteuern und dort das für einen
        selbst Interessante zu finden und zu lesen ohne von der Fülle erschlagen
        zu werden. Mensch kann aber zum Beispiel
        http://www.stopthewall.orgzz/german/cgi-bin/german/publish/latestnews.shtml
        anklicken und erhält dort aktuelle Berichte der Art wie ich sie
        bearbeite. Unter dem Palästinaportal von Erhard Ahrendt,
        http://erhard-arendt.de/deutsch/palestina/index.html
        ist eine fast unüberblickbare Menge von Links angegeben (auch der B-a-I
        ist dort archiviert), die aber sehr übersichtlich geordnet sind, so dass
        man schnell zu dem finden kann was man lesen möchte. Wenn man die
        entsprechende Seiten mit Lesezeichen markiert ist man ganz schnell bei
        den erwünschten Infos. Wer mit Englisch kein Problem hat kann natürlich
        die Liste von New Profile und andere selbst abonnieren - ich schicke
        gerne Links auf Anfrage.

        Ich möchte euch, meinen treuen Leserinnen und Lesern, dennoch die Chance
        geben, zu signalisieren, ob der B-a-I für euch unverzichtbar, oder
        zumindest des Erhaltens wert ist - mir bleibt es nach wie vor ein sehr
        wichtiges Anliegen, dass Informationen aus Nahost in größerem Umfang
        verbreitet werden, als das in den Profimedien geschieht. Sollte ich auf
        diese Anfrage nun mit Antworten überschwemmt werden bin ich bereit
        weiter zu machen. Da in letzter Zeit die Informationen sowieso weniger
        werden, ist die Arbeit nicht mehr so zeitraubend wie sie zeitweilig war.
        Es genügt also, auf das Antwortikon zu klicken, damit ich bescheid weiß.

        Ich bin ab morgen ca 10 Tage in Urlaub, solange habt ihr für ein Votum Zeit.

        Hier schon mal ein paar englische Links.
        ------------------------------

        Infos aus einer informativen Quelle, The Other Israel
        http://www.kibush.co.il/show_file.asp?num=25128:

        Der Schriftsteller Amoz Oz sagt "Wir hatte 30 Jahre lang
        Waffenstillstandsabkommen mit arabischen Ländern die uns nicht anerkannt
        haben und ihren Wunsch, Israel zu zerstören, deklariert hatten, aber
        die Waffenstillstandsabkommen haben gehalten. Siehe englisch:
        http://www.kibush.co.il/show_file.asp?num=25128

        Der Siedlungsbau geht unvermindert weiter, trotz aller internationaler
        Forderungen an Israel, diese einzustellen:
        http://www.kibush.co.il/show_file.asp?num=25125
        http://www.kibush.co.il/show_file.asp?num=25129

        Gershon Baskin kritisiert in der Jerusalem Post die fortgeführte, völlig
        unnötige Schikanierung der Palästinenser, die als Zeichen des
        Friedenswillen sofort eingestellt werden könnten. z.B. soll eine neue
        Schule, die sich im Dorf Dir Balout bei Salfit gebaut wird hat von der
        Ziviladministration (eine Behörde der israelischen Armee) eine
        Abrissorder erhalten aus verschiedenen bürokratischen Gründen. Warum?
        fragt Baskin.
        http://www.kibush.co.il/show_file.asp?num=25126

        Die Armee hat vor Kurzem in mehreren Städten der Westbank Geldwechsler
        angegriffen, ihre Läden geschlossen und große Geldsummen konfisziert.
        http://www.kibush.co.il/show_file.asp?num=25133

        Mehrere Palästinenser, die in Silwan das Oberste Gericht angerufen haben
        umd Siedler daran zu hindern, unter ihren Häusern Tunnel zu graben,
        wurden von der israelischen Polizei festgenommen und dann unter
        Hausarrest gesetzt. Nachdem sie ein Zelt aufgestellt hatten, um gegen
        die ungenehmigten Grabungen, die ihre Häuser bereits beschädigt hatten,
        wurde ihn vorgeworfen, das Land - das den Palästinensern selbst gehört -
        zu sabotieren!
        http://www.kibush.co.il/show_file.asp?num=25132

        Ali Abuminah von der Electronic Intifada befürchtet dass die Eskalation
        in Gaza dazu gedacht ist, Hamas zu noch mehr Angriffen zu provozieren,
        um die Notwendigkeit der Bemühung, die Organisation zu "enthaupten".
        http://www.kibush.co.il/show_file.asp?num=25131
        -------------------------------

        "Sagt nicht, wir hättens nicht gewusst" 96

        Die bemühungen der IDF, die Bedouinen aus El hadidiya gehen weiter.
        Hadidiyya liegt im Jordantal (wo ein großteil der in Deutschland
        verkauften Agrarprodukte produziert werden - A.) Am 6.02.2008 hat die
        Armee Wohnbauten und Tierunterschlüpfe von vier Familien abgerissen. 34
        Menschen, hauptsächlich Kinder, wurden obdachlos. Am selben Tag hat die
        IDF Häuser und Ställe von fünf palstinensischen Familien in Jiftlik im
        Jordantal zerstört und fast vierzig Menschen obdachlos gemacht.
        ---------------------

        Dorothy schreibt zur allgemein begrüßten "Hinrichtung" von
        Hisbollahführer General Imad Mughniay:
        Was sind solche Ermordungen wenn nicht Hinrichtungen, obwohl in Israel
        der Verbot der Todesstrafe nur im Fall von Adolf Eichmann außer Kraft
        gesetzt wurde? Ferner haben sich der israelische Mossad, das Militär und
        hohe Beamte so daran gewöhnt "gezielte Tötungen" einzusetzen dass diese
        bald auch im Fall von wer auch immer sich die Missgunst der Regierung
        oder des Militärs zugezogen hat. Auch die Medien sind Komplizen in diese
        Politik und für israelische Bürger sind solche Tötungen inzwischen
        selbstverständlich. Umso erstaunter war ich, neulich im Radio zu hören
        wie Kommentatoren darüber diskutierten, ob Azmi Bishara zu den "Zielen"
        zu zählen sei. ich konnte meinen Ohren nicht trauen. Er ist ein
        Historiker, Gelehrter, Politiker - beim besten Willen nicht als
        Terrorist zu sehen. Wenn Azmi Bishara, warum nicht jeder, der mit der
        israelischen Politik nicht einverstanden ist? Aber zu hören, wie die
        Kommentatoren darüber so ruhig sprachen wie wenn es ums Wetter ging hat
        mich wirklich erschüttert.
        -----------------------

        Das Dorf Beit Ummar in der Hebronregion ist weiterhin eine geschlossene
        Militärzone und unter Ausgehverbot. 55 Palästinenser sind dort
        festgenommen worden, Hausdurchsuchungen werden durchgeführt,
        steinwerfenden Jugendlichen wird mit einem Sperrfeuer von Gummikugeln
        und Tränengas begegnet. Sieben Straßen sind abgeriegelt und ein Laden
        zerstört.
        -----------------------

        Das wars für diese (und nächstse) Woche. Vergesst nicht zu antworten,
        wenn ihr weitere Briefe wollt.

        Gruß,
        Anka
      Deine Nachricht wurde erfolgreich abgeschickt und wird in Kürze an die Empfänger geliefert.