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Aiktuelles aus den besetzten Gebieten

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  • Angelika Schneider
    Liebe LeserInnen dieser Zeilen, Gush Shalom hat am 30. März folgende Anzeige in Haaretz veröffentlicht: In Riyadh haben die versammelten Führer der
    Nachricht 1 von 1 , 7. Apr. 03:38
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      Liebe LeserInnen dieser Zeilen,

      Gush Shalom hat am 30. März folgende Anzeige in Haaretz veröffentlicht:

      In Riyadh haben die
      versammelten Führer
      der arabischen Länder
      uns Frieden mit den Palästinensern
      und der gesamten arabischen Welt
      auf Generationen hinaus
      angeboten.

      In Homesh haben die
      versammelten Siedler
      uns Krieg mit den Palästinensern
      und der gesamten arabischen Welt
      auf Generationen hinaus
      angeboten.

      (In Homesh, ein 'Außenposten' der 2005 als Teil des "Disengagement plan"
      evakuiert wurde, haben etwa 700 Polizei und 300 Soldaten 'illegale'
      SiedlerInnen, hauptsächlich Jungendliche, entfernt, die dort zwei Tage
      ausgeharrt hatten. Einige mussten weggetragen werden. Einer der älteren
      Siedler dankte den Jugendlichen dass sie die kalten Nächte durchgehalten
      hatten. "Die gleichen Truppen, die uns vor 6 Monaten evakuiert haben,
      werden heute wiederkommen. Es ist eine Show für die Medien, die ist uns
      egal. Sollen sie uns ruhig mit Gewalt wegtragen." Einer der
      Organisatoren sagte, "unser Ziel ist nicht die Sicherheitskräfte zu
      konfrontieren, sondern Homesh neu aufzubauen. Es ist keine kampf. Wenn
      sie uns evakuieren kommen wir wieder.)"
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      "Sagt nicht, ihr hättet es nicht gewusst"

      Der Siedler Ya'akov Talya von der Talyafarm im südlichen Hebron hört nie
      auf zu versuchen, seine palästinensischen Nachbaren von ihren Wohnungen
      und Land zu vertreiben. 2001 und 2003 haben er und Siedler vom
      Außenposten Mitzpe Yair die PalästinenserInnen aus Umm Hamita, Shalalet
      Daaef, Umm Likuas und Bir El-Id vertrieben. Manche kamen erst nach
      Eingreifen des Gerichts zurück.

      Mitte März 2007 und am 3. April, hat Ya'akov Talya verlangt, dass
      Soldaten die Hirten von Umm Nazal daran hindern, ihr Land zu erreichen.
      Die Soldaten sind der Forderung nachgekommen.
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      Dieser Artikel kommt von der Stoppt die Mauer Kampagne:

      *Budrus: Unnachegiebiger Widerstand gegen Ghettoisierung*

      Budrus hat den ,Land Day' mit einer weiteren machtvollen Demonstration
      begangen, die schon lange die Besatzungstruppen hilflos machen im
      Angesicht der Entschlossenheit des Volkes.

      Etwa 500 Leute aus 6 Dörfern im westlichen Ramallahdistrikt sind
      zusammengekommen vor der Moschee in Budrus. Budrus, Qibbya, Middya, Deir
      Qaddis, Shibteen und Ni'lin haben nicht nur ein Großteil ihres Landes
      durch die israelische Kolonisation verloren sondern werden zudem durch
      den Prozess [des Mauerbaus] erstickt, zusammengepfercht in einem Ghetto
      und völlig abgeriegelt, außer dem einzigen Eingang, der von den
      Besatzungssoldaten kontrolliert wird.

      Kurz nach dem Gebet fing die Demonstration an in Richtung auf die
      Apartheidmauer zu ziehen. Die Menge skandierte Sprüche gegen die
      Besatzung und seine rassistische Politik und schwörte, nie ein Dunum
      ihres Landes herzugeben. Als die Menschen sich dem Tor näherten das
      Budrus von seinem Land trennt mussten sie die Besatzungssoldaten
      konfrontieren, die dort stationiert waren um die rassistische Mauer zu
      verteidigen.

      Geplant war, am Tor Reden zu halten, die Zusammenstöße fingen aber
      sofort an, inder die Besatzungssoldaten Tränengas in die Menge warfen.
      Die Jugend der Dörfer fing sofort an, die Serie von hintereinander
      geschalteten Toren anzugreifen. Die ersten und zweiten Tore vielen
      schnell unter ihren Händen. Sie mussten ihren Weg erkämpfen gegen
      Gummigeschösse und dichte Tränengaswolken um auch das dritte Tor, erbaut
      um ihr Land zu stehlen, niederzureißen.

      Die Menge zerstreute sich und die Jugendlichen griffen den Zaun und den
      Natodraht der Apartheidmauer auf eine Länge von 300m an. Es gelang
      ihnen, längere Strecken niederreißen.

      Die Menge der DemonstrantInnen hat allerdings die Atmosphäre beruhigt
      und nun konnten Reden gehalten werden, genau auf der Stelle wo sonst die
      Tore den Zugang der DorfbewohnerInnen zu ihrem Land versperren. In einer
      Reihe Grußworte wurden die Menschen der Dörfer aufgerufen nicht
      aufzugeben trotz der Ghettoisierung, der sie unterworfen sind. Der Tag
      hat abermals gezeigt, dass die Mauer am Ende durch den Widerstand der
      Menschen zusammenfallen wird.

      Eine Kurze Baumpflanzzeremonie konnte noch gerade stattfinden bevor die
      Besatzungstruppen versuchten, die Menge zu zerstreuen und die Dörfler
      zurück in die Straßen von Budrus trieben. Die Dorfjugend verteidigte
      jede Straßenecke und als die Soldaten sich in Richtung Mauer zurückzogen
      waren sie nun dran, gejagt zu werden. Die Menschen blieben fest auf der
      Stelle stehen, um zu sichern dass die Besatzungstruppen nicht in die
      Lage kämen, auch nur anzufangen, die Schäden an der Apartheidmauer zu
      schließen und zu reparieren bis nach Eintritt der Dunkelheit.

      13 Jugendliche wurden verletzt durch Gummigeschosse, die durch die
      Besatzungstruppen in die Menge gefeuert wurden. Ein Jugendlicher aus
      Deir Qaddis musste ins Krankenhaus gebracht werden.

      Am Ende des Tages wurden Treffen veranstaltet um zu besprechen, wie der
      Kampf gegen das Schicksal, das von der Besatzung auferlegt wird,
      weitergeführt werden soll. Der Erfolg dieses Protesttages hat den
      Menschen der Region neue Kraft und Entschlossenheit verliehen und der
      Besatzungsmacht deutlich gemacht, dass jeder Meter des Landes das sie
      enteignen will materielle und moralische Kosten verursachen wird, nicht
      nur am Ort selbst sondern auch in der Arena der internationalen Meinung.
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      Auch in Beit Furik bei Nablus wurde bei einer großen Demo am Land Day
      (an diesem Tag, den 5. April, haben vor 31 Jahren israelisches Militär 6
      Palästinenser getötet, die in Galiläa gewaltfrei gegen die Enteignung
      ihres Landes demonstrierten) der Checkpoint von den DemonstrantInnen
      besetzt.

      Nablus ist seit 2002 zu Fuß nur durch 6 Checkpoints zu erreichen. Es zu
      verlassen ist oft noch schwieriger. Männer zwischen 16 und 45 (variiert
      von Tag zu Tag) können ihre Stadt nur verlassen mit einem besonderen
      israelischen Passierschein, den sie nur außerhalb von Nablus erhalten
      können. Die Stadt wird oft während jüdischer Feiertage völlig
      abgeriegelt. Hunderte von jungen Palästinensern wurden am Land Day daran
      gehindert, durch den Huwarra Checkpoint Nablus zu verlassen.

      Weitere Demos gab es in Umm Salamuna (Bethlehem), Tulkarem, Qaffin,
      Bil'in (natürlich) und mehreren anderen Orten. In Bil'in wurden
      Wasserwerfer eingesetzt, die eine Flüssigkeit versprühen, die sich auf
      der Haut anfühlt als würde diese abgezogen. In Rafat hat eine Gruppe
      Männer gebetet während eine zweite Gruppe ein Tor in der Mauer
      aufgebrochen wurde und ein Teil des Elektro- und Natodrahtzaunes
      abgerissen wurden. Einige junge Männer wurden festgenommen, später aber
      freigelassen. Rafat liegt neben der Siedlung Ariel, die größte in der
      Westbank. Die Mauer um Ariel ist 114 km lang und raubt 120 000 Dunum
      Agrarland, das über einem Aquifer gelegen ist und das etwa 30% des
      Olivenöls der Westbank produziert. Die Apartheidmauer entfernt sich hier
      am weitesten von der Grünen Linie und drängt sich 22km tief in die Westbank.
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      Drei Palästinenser in Hebron, darunter ein 14-jähriger Junge, wurden
      körperlich und mit Steinen von einigen Siedlern angegriffen. Ein
      Streifenwagen nahm die drei, nachdem sich etwa 40 weitere Siedlern am
      Angriff beteiligten, auf die Polizeiwache und sagten sie könnten dort
      Klagen gegen die Siedler erheben.

      Tatsächlich wurden sie dort angeklagt, die Siedler angegriffen zu haben.
      Einem wurde gesagt, er könne erst die Polizeistation verlassen wenn er
      2000 NIS Buße gezahlt hätte. Er sagte, er habe kein Geld und hätte kein
      Unrecht begangen. "Die Siedler müssten ins Gefängnis, nicht ich." Der
      Vater des 14-jährigen wurden angerufen. Ihm wurde gesagt, der Junge
      könne erst gehen, wenn er 2000 NIS bezahlt hätte. Der Vater sagte, er
      würde diese flagrante Verletzung des Rechts den Medien bekannt geben.
      Der Polizist hat dann seinen Kommandeur konsultiert und die Männer
      freigelassen. Ihn wurde gesagt, sie sollen keine "trouble" mehr mit den
      Siedlern veranlassen.
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      Der Frauenclub von Hebron hat vom Checkpoint bei Tel Rumeida einen
      Protestzug durchgeführt. Mit mehreren MenschenrechtsarbeiterInnen zogen
      sie zu den drei Checkpoints, die die Altstadt von Hebron vom
      Patriarchengrab trennt. (Diese wurden aufgestellt, nachdem Baruch
      Goldstein in der Moschee 29 Männer beim Gebet erschoss.) Drei
      Palästinenser am Straßenrand wurden festgehalten und mussten mit dem
      Gesicht an eine Hausmauer gedrückt stehen bleiben. Die Frauen verließen
      erst die Moschee als die Männer wieder freigelassen wurden.
      Anschließend besuchten die Frauen und Internationalen die "Association
      of Women's Action for Training and Rehabilitation". Diese Organisation
      unterstützt mit der Hilfe der "Temporary International Presence in
      Hebron, TIPH) Frauen durch Politisierung, Handarbeitskurse und den
      Verkauf ihrer Produkte. Kinder werden von den Frauen über ihre Rechte
      aufgeklärt und wie man auf die Soldaten reagiert. Die Organisation hat
      auch 6 Kindergärten organisiert.
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      Palästinensische Lehrerinnen, die täglich durch den Tel Rumeida
      Checkpoint müssen und den Soldaten bekannt sind, dürfen normalerweise
      einen Seitendurchgang benutzen, damit sie nicht mehrmals täglich von den
      Metalldetektoren durchleuchtet werden. Oft weigern sich die Soldaten
      aber, sie durchzulassen. Vor kurzem mussten MenschenrechtsaktivistInnen
      dreimal beim der Distriktkommandantur anrufen. Sie erhielten immer die
      Antwort "wir kümmern uns drum", es passierte aber nichts. Beim dritten
      mal hat eine der Personen in der Kommandatur so gelacht, dass sie das
      Telefon weiterreichen musste, die sofort eingehängt hat als sie nach
      ihrem Namen gefragt wurde. Nach einer Stunde wurde das Tor geöffnet.
      Nachmittags wurden die LehrerInnen allerdings abermals 45 Minuten
      festgehalten.
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      Vorigen Sonntag ist es zwei AktivistInnen in Hebron gelungen, ihren "Tel
      Rumeida Circus for Detained Palestinians" aufzuführen, nachdem der erste
      Versuch durch Regen verhindert worden. Die zwei jungen Frauen, die
      einige Circusnummern (Jonglieren, Feuerspucken und dergleichen)
      beherrschten, hatten angefangen, bei Festnahmen an Checkpoints zu
      erscheinen und zur Deeskalierung ihre Nummern aufzuführen. Die Gruppe
      wuchs und fing an Kinder zu trainieren, um ihnen eine Abwechslung vom
      deprimierenden Alltag zu bieten. Nach ihrer halbstündigen Show kam ein
      Panzer um die Ecke gerast, aber sie hatten ihr Feuer bereits gelöscht.
      Sie wollen jeden Freitag wieder am Checkpoint zusammenkommen.
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      Am Qalandia Checkpoint zwischen Jerusalem und Ramallah hat ein
      palästinensischer Fotograf eine Ausstellung mit etwa 60 Fotos aufhängen
      können. Der Fotograf, Khaled Jarrer, will der Welt den Schmerz und die
      Notlage der Palästinensern mitteilen. Die Ausstellung, die drei Stunden
      hängen blieb, soll bei weiteren Checkpoints gezeigt werden.
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      Die CVJM von Ostjerusalem hat ein Fahrradrennen von Jerusalem nach
      Jericho veranstaltet, eine Strecke von 30km, als Zeichen gegen
      Apartheid, für Frieden und Verständigung. Es waren mehrere hundert
      Palästinenser und etwa 30 internationale erschienen. Kurz nachdem die
      ersten Radler die - absichtlich nicht reparierte, von Löchern übersäte -
      Straße am Qalandia Checkpoint verlassen hatten und anfingen, die Fahrt
      richtig zu genießen, wurden sie von der Armee gestoppt, der ganze
      palästinensischen Verkehr gleich dazu. Die Fahrräder seien eine zu große
      Bedrohung für die Armee!

      Und leider haben in Israel überall die das Sagen, für den Frieden
      überhaupt eine Bedrohung darstellt.
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      Noch eine kurze, traurige Nachricht zum Schluss: am 1. März ist die
      19-jährige Olfat gestorben weil das Krankenhaus, indem sie regelmäßig
      zur Dialyse musste, wegen der Blockade durch Israel (und vermutlich auch
      des internationalen Embargos) nicht mehr über genug Dextroseflüssigkeit
      verfügt. Die vorhanden Flüssigkeit wurde verdünnt und die junge Frau ist
      - nach 10 Jahre erfolgreicher Dialyse - innerhalb zwei Wochen gestorben,
      weil ihr Körper die verdünnte Lösung nicht bearbeiten konnte.
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      Dennoch euch allen ein hoffnungstärkendes Osterfest. Ohne Hoffnung kann
      kein Mensch leben.

      Anka
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