Thüringer Zoopark Erfurt, Zum Zoopark 8-10, 99087 Erfurt
Tel.: 0361 / 7 51 88 21,FAX: 0361 / 7 51 88 22
geschrieben von Dr. N. Neuschulz
14.12.1999
Pressemitteilung des Thüringer Zooparkes Erfurt
Fördermittel für Löwenanlage überreicht
Löwenanteil zunächst von Stadt
Die Großkatzenhaltung ist im Thüringer Zoopark Erfurt seit langem einer der Hauptkritikpunkte. Deshalb wurde unmittelbar nach der politischen Wende darüber nachgedacht, das 1962 erbaute Raubtierhaus zu modernisieren. Dort waren viele Jahre neben Streifenhyänen und einem Jaguar-Leopard-Mischling (Jagupard) zwei weibliche Königstiger und auch früher schon einmal Löwen untergebracht. Die Löwenhaltung wurde jedoch später wieder aufgegeben. Erst im Dezember 1993 erhielt der Zoopark aus dem damaligen Heimattierpark Bad Langensalza wieder einen Löwenmann namens "Ramses". Er begründete die erneute Haltung des leibhaftigen Wappentieres des Freistaates Thüringen in der thüringischen Landeshauptstadt. Vorrangiges Ziel im Zoopark war seither, am Fuße des Roten Berges eine artgerechte Haltung für den König der Tiere aufzubauen. Bereits 1992 erstellte das Architekturbüro Giggi Heuss und Partner aus Karlsruhe (Planungsgruppe Zoo) dazu einen Vorentwurf.
An eine Verwirklichung des Vorhabens war aus Kostengründen allerdings zunächst nicht zu denken. Doch der inzwischen immerhin neunzehnjährige "Ramses" hat in Erfurt viele Freunde. Der Thüringer Ministerpräsident, Landtagsabgeordnete, die Stadtverwaltung, der Verein der Zooparkfreunde in Erfurt e. V. und die führende Zeitung der Region "Thüringer Allgemeine" engagierten sich gemeinsam mit dem Zoopark. Am 14. Dezember 1999 wurden Zoodirektor Dr. Norbert Neuschulz durch Wirtschaftsminister Franz Schuster vom Referat Tourismusförderung im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur und Arbeit bereitgestellte Fördermittel für 1999/2000 in Höhe von 750.000 DM für den ersten Bauabschnitt überreicht. Die für die Förderung benötigten Komplementärgelder in Höhe von 1.2 Mio. DM kommen von der Erfurter Stadtverwaltung. Der Zooparkverein sammelte bisher für die neue Löwenanlage 122.000 DM. 1265 Spender beteiligten sich an der Aktion. Mit dem Bau der modernen Anlage, die insgesamt 7 Mio. DM kosten wird, soll im Frühling 2000 begonnen werden.
Die neue Löwenanlage ist eine Erweiterung des alten Raubtierhauses. Den später einmal vorgesehenen zwei männlichen und vier bis sechs weiblichen Afrikanischen Löwen wird ein nach hinten leicht ansteigender Gemeinschaftsinnenraum von 200 m² zur Verfügung stehen. Dahinter befinden sich Rückzugs- und Absperrkäfige. Neben Löwen sollen in der neuen Anlage auch Fuchsmangusten, Zwergmangusten und Schabrackenschakale eine neue Heimat finden. In einem ersten Bauabschnitt soll der Rohbau des Hauses, in einem zweiten Abschnitt der Ausbau des Gebäudes und in einem dritten Bauabschnitt die Errichtung der beiden östlich und westlich vom Gebäude befindlichen Außenanlagen verwirklicht werden. Große Teile des Gebäudedaches werden als Gründach gestaltet. Ein Modell der Löwenanlage wird am 17. Dezember 1999 im Foyer der Südschwimmhalle Erfurt der Öffentlichkeit vorgestellt.
Das Thüringer Wirtschaftsministerium hat dem Erfurter Zoo übrigens seit 1995 exakt 5.944.000 DM Fördermittel zur Verfügung gestellt. Dafür wurden u. a. das Nashornhaus und das 1 ha große, für Besucher begehbare Berberaffengehege (Berberberg) errichtet.
Zum Zoopark 8-10, 99087 Erfurt,Tel.: 0361 / 7 51 88 21,
FAX: 0361 / 7 51 88 22
geschrieben von Dr. N. Neuschulz
17.12.1999
Pressemitteilung aus dem Thüringer Zoopark Erfurt
Modell der neuen Löwenanlage vorgestellt
Erster Bauabschnitt mit 2 Mio. DM veranschlagt
Am 17. Dezember wurde im Foyer der Erfurter Südschwimmhalle das Modell der neuen Löwenanlage des Thüringer Zooparkes Erfurt vorgestellt. Zoodirektor Dr. Norbert Neuschulz dankte bei dieser Gelegenheit dem mit der Projektierung der Anlage betrauten Architekturbüro Giggi Heuss aus Karlsruhe für die Anfertigung und dem Zooparkverein für die Finanzierung der inzwischen wohlverwahrt in einer Vitrine aufgestellten Mini-Löwenanlage. Er betonte, dass Architekten und Tiergärtner mit Hilfe des Modells nunmehr in der Lage seien, sich ein viel besseres Bild von dem bevorstehenden bedeutendsten Bauwerk im Zoopark seit seiner Gründung 1959 zu machen. Mit Sicherheit, so Dr. Neuschulz, werde die Löwenanlage nach ihrer Fertigstellung die Attraktivität des Zooparkes entscheidend verbessern und eine der größten Touristenattraktionen der thüringischen Landeshauptstadt sein. Bleibt nur zu hoffen, dass der einzige derzeit im Zoopark gehaltene Löwe ‚Ramses‘, der immerhin bereits 19 Jahre alt ist, die Fertigstellung der Anlage noch miterleben kann. Derzeit wird darüber nachgedacht, ihn für die Zeit der Bauausführung im jetzigen Dingokäfig provisorisch unterzubringen.
Das neue Löwenhaus ist eine Erweiterung des alten Raubtierhauses. Es wird zwei Eingänge haben und eine umfangreiche Dachbegrünung aufweisen. Über den Tierinnenunterkünften wird es, um einen optimalen natürlichen Lichteinfall zu gewährleisten, großflächige Dachfenster geben. Löwen sind die einzigen gesellig lebenden Katzen auf der Erde. Neben Löwenmann ‚Ramses‘ sollen deshalb später ein weiterer Löwenkater und vier bis sechs weibliche Tiere die neue Anlage bevölkern. Ihnen werden ein 200 m² großes Gemeinschaftsinnengehege sowie geräumige Rückzugs- und Absperrunterkünfte zur Verfügung stehen. Die Besucher können die Tiere vom Besucherbereich des Löwenhauses sehr gut durch Glasscheiben beobachten. Im rückwärtigen Teil des Gebäudes werden sich ein Tierpflegeraufenthaltsraum, ein Sanitärraum, eine Futterküche und ein Funktionsraum mit der Ölheizung befinden. Neben dem Wappentier des Freistaates Thüringen sollen im Löwenhaus ebenfalls Schleichkatzen und Schakale gehalten werden. Die Baumaßnahme wird voraussichtlich in drei Bauabschnitten durchgeführt. Nach der Errichtung des Rohbaues ist der Ausbau des Gebäudeinneren und der Bau der beiden links und rechts neben dem Haus befindlichen Außenanlagen vorgesehen. Der erste Bauabschnitt ist insgesamt mit
2 Mio. DM veranschlagt. Baubeginn wird im Frühling 2000 sein. Die Gesamtkosten für das neue Löwenhaus, einschließlich der beiden Außenanlagen, betragen 7 Mio. DM. Als Bauzeit sind etwa drei Jahre vorgesehen.
Zoopark und Zooverein hoffen, wie für den ersten Bauabschnitt auch für die weiteren Bauabschnitte vom Freistaat Thüringen Fördermittel zu erhalten. Das Modell der neuen Löwenanlage ist drei Monate lang in der Südschwimmhalle der Öffentlichkeit zugänglich. Später wird es für die konkrete Bauausführung und Bauüberwachung im Zoopark benötigt.