04. Aug 14:40
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Nach knapp drei Monaten, in denen fast nichts von der Vogelgrippe zu
hören war, gibt es einen infizierten Schwan. Er wurde dort gefunden,
wo die Vogelgrippe bisher gar nicht aufgetaucht war.
Das gefährliche Vogelgrippe-Virus H5N1 ist bei einem toten
Trauerschwan aus dem Dresdner Zoo nachgewiesen worden. Das
bestätigte ein Sprecher des sächsischen Gesundheitsministeriums am
heutigen Freitag. Das Tier sei am Montag vom Zoopersonal tot in
einem Teich gefunden worden, sagte Ministeriumssprecher Jürgen
Vogels. Drei Monate lang hatte es keinen nennenswerten Fall von
Vogelgrippe in Deutschland gegeben.
Den Nachweis hatte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der
Insel Riems am Donnerstag erbracht. «Wir gehen davon aus, dass das
Virus von draußen kommt», sagte die Sprecherin des Friedrich-
Loeffler- Instituts, Elke Reinking. Zoos würden häufig Wildvögel
anlocken. Es sei nicht damit zu rechnen, dass der Schwan seit
längerem infiziert gewesen sei.
Zoo bleibt geöffnet
Vogels sagte, der Trauerschwan sei ein relativ junges Tier gewesen,
das zum Zoobestand gehörte. «Der Schwan ist im Zoo geschlüpft und
groß geworden», sagte der Ministeriumssprecher. Die anderen Tiere
seien gesund, würden aber verstärkt beobachtet. Der Zoo sei
weiterhin geöffnet, lediglich das Freifluggehege sei gesperrt
worden.
Rund um den Fundort wurden der vorgeschriebene Drei-Kilometer-
Sperrbezirk und das Zehn-Kilometer-Beobachtungsgebiet eingerichtet:
Innerhalb des Sperrbezirks dürfen Lebendgeflügel nicht gehandelt und
Geflügelerzeugnisse nicht nach außerhalb gebracht werden, Hunde und
Katzen dürfen nicht frei herumlaufen.
Das Risiko bleibt
Der Nachrichtenagentur AP sagte FLI-Sprecherin Elke Reinking, der
Fund ändere nichts an der Risikoeinschätzung des Instituts zur
Vogelgrippe: Die Gefahr sei «nach wie vor hoch», auch wenn das Virus
in den Sommermonaten nicht so präsent gewesen sei. Experten
befürchten, dass spätestens mit dem Vogelzug und den kälteren
Temperaturen in Herbst und Winter die Nachweise wieder zunehmen
werden. Reinking erklärte, man könne die weitere Entwicklung noch
nicht absehen, es würde sie aber nicht überraschen, wenn die
Virusaktivitäten im Winter wieder zunehmen.
Der letzte nachgewiesene Vogelgrippefall in Deutschland stammt nach
Angaben des FLI vom 12. Mai, als das Virus bei einem in Nordbayern
verendeten Gänsesäger festgestellt wurde. In Sachsen war der letzte
Fall am 26. April, als der Nachweis bei einer Reiherente aus dem
Landkreis Bautzen erfolgte. (nz)