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Beiträge: Auszug der Beiträge anzeigen   (Nach Thema sortieren) Nach Datum sortieren v  
#83 Von: "Ursula Kuehl de Mones" <ukmones@...>
Datum: Sam 25. Jul 2009 9:33
Betreff: Nachdenken über Sprache
ursulakm
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Artikel - Medienarchiv Augsburger Allgemeine

Ausgabe: B-GES
Datum: 24.07.2009
Seite: 10

Schlachtprogramm


Sprache ist verräterisch. Und manchmal grausam wie ein Henkersbeil. Das erweist
sich gerade in der aktuellen Milchkrisen-Debatte um Überangebot und
Preisverfall. Milch kommt von Kühen. Kühe sind Lebewesen. Die meisten haben
sogar Namen. Sie haben Augen, mit denen sie uns ansehen können. Das muss man
fast vorausschicken, bevor wir uns der Diktion der Bauernfunktionäre zuwenden.

Deren Sprache offenbart die ganze Perversität unseres industrialisierten
Verständnisses von Lebensmitteln, wo alles Kreatürliche hinter bombastischen
Zahlen und marktgeilem technokratischen Verwertungs-Jargon verkümmert und
verschwindet.

Es stand die Überlegung im Raum, 1,5 Millionen Kühe aus den Ställen zu holen und
zu töten, damit weniger Milch auf den Markt kommt. Töten? „Wenn wir europaweit
eineinhalb Millionen Kühe wegnähmen, hätte man eine rasche Drosselung des
Angebots an Milch" – so formuliert der Generalsekretär des Deutschen
Bauernverbands, Helmut Born. Sein Chef, Bauernpräsident Gerd Sonnleitner, findet
für das Töten von Tieren ebenso seelenlose Worte. Er spricht von „Verringerung
des Produktionspotenzials". Wegnehmen. Verringern. Reduzieren. Drosseln. Viele
Verben tarnen die Wahrheit, die nicht mehr ausgesprochen wird: Töten. Und der
Sprecher der EU-Kommission, Michael Mann, redet von einem „Schlachtprogramm",
als ginge es um eine Nachmittagssendung im Fernsehen.

Es gibt Tage, da sollte uns allen das Schnitzel im Halse stecken bleiben.

#82 Von: "Juan Kupfer" <jkupfer@...>
Datum: Mit 8. Jul 2009 2:18
Betreff: Rückerstattung der Hälfte der Kosten der Busfahrkarten
hans.kupfer
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Liebe Anneliese,
Leider konnte keiner von uns dreien nach El Ombú fahren, wir möchten Ihnen das Versprochene erstatten.
 
Vielleicht haben Sie noch die Fahrkarten, in dem Fall würde ich Sie bitten, sie mir per Fax zukommen zu lassen, Tel. (02) 707.30.61, mit der Anmerkung "Para Kupfer, avisarle al 708.52.62".
Sollten Sie sie nicht mehr haben, dann möchte Sie bitten, dass Sie mir eine Quittung mit dem Betrag (50 % der Kosten der Fahrkarten, auf Spanisch) als Email zukommen lassen.
 
Ich sehe 2 Formen, Ihnen das Geld zuzuschicken:
 
1. Vielleicht haben Sie ein Konto auf der BROU, in dem Fall bitte ich Sie um die Kontonummer und den Namen des Kontoinhabers, so dass ich Ihnen den Betrag überweisen lassen kann. Dieser Service der BROU ist kostenlos.
 
2. Wenn Sie eine Filiale von Abitab in der Nähe haben, dann benutze ich deren Überweisung, die Kosten derselben zahlt der UDV.
 
Noch eine Bitte. Wissen Sie von anderen Kolleginnen, die an der Fortbildung teilgenommen haben und Mitglied des UDV sind, die diesen Anspruch haben? Wenn ja, dann möchte ich Sie darum bitten, dass sie mir Namen und Emailanschriften zukommen lassen. Vielen Dank im Voraus.
 
Mit kollegialen Grüssen
Hans Kupfer

#81 Von: "cadeg74" <cadeg74@...>
Datum: Mo 17. Nov 2008 11:23
Betreff: Trendy Used Laptops
cadeg74
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Looking for a cheap used laptop?

Visit the website to get a sleek and trendy laptop for you at throw
away prices: http://www.laptopgalore.info

#80 Von: "Juan Kupfer" <jkupfer@...>
Datum: Die 28. Okt 2008 23:40
Betreff: Re: Neues zum Wortschatz
hans.kupfer
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Liebe Ursula,
danke für diesen Artikel, habe bisher nicht geantwortet, da ich sehr unter Zeitdruck bin, bis bald,
tschüs
Hans
 
----- Original Message -----
To: udv@...
Sent: Saturday, October 25, 2008 1:56 PM
Subject: [udv] Neues zum Wortschatz

Wir haben lange nichts mehr voneinander gehört. Aber vielleicht
interessiert euch der folgende Artikel, veröffentlicht am 24.10.2008
in der AUGSBURGER ALLGEMEINE:
Viel Spaß.
Ursula

Die Jagd nach dem "Unwort" hat begonnen

Frankfurt/Main l dpa l Die Suche nach dem "Unwort des Jahres 2008"
hat begonnen. "Menschenrest" für
Schwerstpflegebedürftige, "Morbiditätszuschlag" im Gesundheitsfonds
und "Rentnerdemokratie", von der Ex-Bundespräsident Roman Herzog
gesprochen habe, gehören zu den 500 Beispielen, die schon vor dem
offiziellen Start gesammelt wurden, berichtete gestern der
Frankfurter Germanist Prof. Horst Dieter Schlosser. Zum 18. Mal
werden sprachliche Missgriffe gesucht, die im laufenden Jahr
besonders negativ aufgefallen sind, weil sie sachlich grob
unangemessen sind oder sogar die Menschenwürde verletzen.

Schlosser ist Initiator der sprachkritischen Aktion. Bis zum 9.
Januar 2009 sind die Bürger aufgefordert, einzelne Wörter oder
Formulierungen aus allen Bereichen wie etwa Politik, Verwaltung oder
Medien vorzuschlagen. Unwortverdächtig sind nach Schlossers Angaben
auch "intelligente Wirksysteme" als Beschreibung für eine neuartige
Artilleriemunition und "notleidende Kreditinstitute". Die
Entscheidung trifft eine unabhängige Jury. Im vergangenen Jahr
war "Herdprämie" das Unwort des Jahres.

Im Internet mehr darüber: www.unwortdesjahres.org



__________ NOD32 3557 (20081026) Information __________

This message was checked by NOD32 antivirus system.
http://www.eset.com

#79 Von: "Ursula Kuehl de Mones" <ukmones@...>
Datum: Sam 25. Okt 2008 16:56
Betreff: Neues zum Wortschatz
ursulakm
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Wir haben lange nichts mehr voneinander gehört. Aber vielleicht
interessiert euch der folgende Artikel, veröffentlicht am 24.10.2008
in der AUGSBURGER ALLGEMEINE:
Viel Spaß.
Ursula

Die Jagd nach dem "Unwort" hat begonnen


Frankfurt/Main l dpa l Die Suche nach dem "Unwort des Jahres 2008"
hat begonnen. "Menschenrest" für
Schwerstpflegebedürftige, "Morbiditätszuschlag" im Gesundheitsfonds
und "Rentnerdemokratie", von der Ex-Bundespräsident Roman Herzog
gesprochen habe, gehören zu den 500 Beispielen, die schon vor dem
offiziellen Start gesammelt wurden, berichtete gestern der
Frankfurter Germanist Prof. Horst Dieter Schlosser. Zum 18. Mal
werden sprachliche Missgriffe gesucht, die im laufenden Jahr
besonders negativ aufgefallen sind, weil sie sachlich grob
unangemessen sind oder sogar die Menschenwürde verletzen.

Schlosser ist Initiator der sprachkritischen Aktion. Bis zum 9.
Januar 2009 sind die Bürger aufgefordert, einzelne Wörter oder
Formulierungen aus allen Bereichen wie etwa Politik, Verwaltung oder
Medien vorzuschlagen. Unwortverdächtig sind nach Schlossers Angaben
auch "intelligente Wirksysteme" als Beschreibung für eine neuartige
Artilleriemunition und "notleidende Kreditinstitute". Die
Entscheidung trifft eine unabhängige Jury. Im vergangenen Jahr
war "Herdprämie" das Unwort des Jahres.

Im Internet mehr darüber: www.unwortdesjahres.org

#78 Von: "Juan Kupfer" <jkupfer@...>
Datum: Mo 4. Aug 2008 21:47
Betreff: Jeder Tag ist ein Geschenk [forum-auf-deutsch] 2. Datei, mit Ton!
hans.kupfer
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----- Original Message -----
Sent: Thursday, July 31, 2008 10:44 AM
Subject: [forum-auf-deutsch] Ein schöner Tag

 
----- Original Message -----
Sent: Wednesday, July 30, 2008 10:56 PM
Subject: Ein schöner Tag

Sehr schön!


Gesendet von Yahoo! Mail.
Dem pfiffigeren Posteingang.
No virus found in this incoming message.
Checked by AVG - http://www.avg.com Version: 8.0.138 / Virus Database: 270.5.8/1582 - Release Date: 30/07/2008 18:37



__________ NOD32 3300 (20080725) Information __________

This message was checked by NOD32 antivirus system.
http://www.eset.com

#76 Von: "Kristin Willner" <kristin.willner@...>
Datum: Die 3. Juni 2008 18:22
Betreff: RE: Wortschatz
kristin.willner
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Sehr schön. Danke!

 


De: udv@... [mailto:udv@...] En nombre de Ursula Kuehl de Mones
Enviado el: Lunes, 02 de Junio de 2008 04:29 a.m.
Para: udv@...
Asunto: [udv] Wortschatz

 

Hallo aus Augsburg,

hier wieder einmal ein kleiner Beitrag, der euch interessieren dürfte...

Gruß

Ursula Kühl de Mones

 

Artikel - Medienarchiv Augsburger Allgemeine - 
Datum: 30.05.2008

Gutmensch

Haben Sie sich nicht auch schon - in zweierlei Hinsicht - über das Wort Gutmensch gewundert, gar geärgert? Also erstens über diese Radebrech-Koppelung eines Adjektivs mit einem Nomen und zweitens über den despektierlichen Gebrauch dieses Ausdrucks - obwohl gut und Mensch ja eigentlich noch keine negativ besetzten Begriffe sind. Man stammelt doch auch nicht Fleißigbeamter, und man weiß doch, wie vorteilhaft die Vorbilder guter Menschen wirken.

Was eigentlich mit dem Wort Gutmensch gemeint wird, das ist der Moralist, der Weltverbesserer, der Blauäugige, der hinter einer an sich guten Sache steht, aber diese naiv oder mit untauglichen bzw. zweifelhaften Mitteln verfolgt. Da es aber so steht, schlagen wir für die Zukunft konsequenterweise vor, den Gutmenschen durch den Weltverbesserer oder den Blauäugigen zu ersetzen. Das klingt und trifft besser.

Und bei ein wenig Nachdenken dürfte man im Übrigen - situationsbezogen - auch auf andere Umschreibungen oder Synonyme kommen. Die Sprache macht (fast) alles möglich.

http://augsallg.ivwbox.de/cgi-bin/ivw/CP/ma_ar_detail?r=http%3A//www.augsburger-allgemeine.de/abo_content/control_delivery.phphttp://www.etracker.de/cnt.php?v=2.4&java=y&tc=1212391139484&et=oVbuKg&et_ilevel=0&ref=http%3A//www.augsburger-allgemeine.de/abo_content/control_delivery.php&swidth=1280&sheight=1024&siwidth=489&siheight=600&scookie=1&scolor=32&p=Shockwave%20Flash%209%3BAdobe%20Acrobat%206%3BAdobe%20SVG%20Viewer%3BJava%20Plug-in%201.4%3BRealPlayer%28tm%29%20G2%3BRealJukebox%20IE%20Plugin%3BVRML%20Viewer%202.0%3BWindows%20Media%20Video%2011.0.5721.5145%3BQuickTime%20Plug-in%3BJavascript%201.3&et_areas=Medienarchiv&et_target=,,0,0,0&et_lpage=0&et_se=0&et_trig=0&et_pagename=%255BMA%255D%2520Artikeldetail&et_basket=&et_url=http%3A//www.augsburger-allgemeine.de/abo_content/control_delivery.php&slang=de


__________ Información de NOD32, revisión 3142 (20080528) __________

Este mensaje ha sido analizado con NOD32 antivirus system
http://www.nod32.com


#75 Von: "Ursula Kuehl de Mones" <ukmones@...>
Datum: Mo 2. Juni 2008 7:29
Betreff: Wortschatz
ursulakm
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Hallo aus Augsburg,

hier wieder einmal ein kleiner Beitrag, der euch interessieren dürfte...

Gruß

Ursula Kühl de Mones

 

Artikel - Medienarchiv Augsburger Allgemeine - 
Datum: 30.05.2008

Gutmensch

Haben Sie sich nicht auch schon - in zweierlei Hinsicht - über das Wort Gutmensch gewundert, gar geärgert? Also erstens über diese Radebrech-Koppelung eines Adjektivs mit einem Nomen und zweitens über den despektierlichen Gebrauch dieses Ausdrucks - obwohl gut und Mensch ja eigentlich noch keine negativ besetzten Begriffe sind. Man stammelt doch auch nicht Fleißigbeamter, und man weiß doch, wie vorteilhaft die Vorbilder guter Menschen wirken.

Was eigentlich mit dem Wort Gutmensch gemeint wird, das ist der Moralist, der Weltverbesserer, der Blauäugige, der hinter einer an sich guten Sache steht, aber diese naiv oder mit untauglichen bzw. zweifelhaften Mitteln verfolgt. Da es aber so steht, schlagen wir für die Zukunft konsequenterweise vor, den Gutmenschen durch den Weltverbesserer oder den Blauäugigen zu ersetzen. Das klingt und trifft besser.

Und bei ein wenig Nachdenken dürfte man im Übrigen - situationsbezogen - auch auf andere Umschreibungen oder Synonyme kommen. Die Sprache macht (fast) alles möglich.

http://augsallg.ivwbox.de/cgi-bin/ivw/CP/ma_ar_detail?r=http%3A//www.augsburger-allgemeine.de/abo_content/control_delivery.php http://www.etracker.de/cnt.php?v=2.4&java=y&tc=1212391139484&et=oVbuKg&et_ilevel=0&ref=http%3A//www.augsburger-allgemeine.de/abo_content/control_delivery.php&swidth=1280&sheight=1024&siwidth=489&siheight=600&scookie=1&scolor=32&p=Shockwave%20Flash%209%3BAdobe%20Acrobat%206%3BAdobe%20SVG%20Viewer%3BJava%20Plug-in%201.4%3BRealPlayer%28tm%29%20G2%3BRealJukebox%20IE%20Plugin%3BVRML%20Viewer%202.0%3BWindows%20Media%20Video%2011.0.5721.5145%3BQuickTime%20Plug-in%3BJavascript%201.3&et_areas=Medienarchiv&et_target=,,0,0,0&et_lpage=0&et_se=0&et_trig=0&et_pagename=%255BMA%255D%2520Artikeldetail&et_basket=&et_url=http%3A//www.augsburger-allgemeine.de/abo_content/control_delivery.php&slang=de

#74 Von: Ursula Kühl de Mones <ukmones@...>
Datum: Die 15. Apr 2008 9:00
Betreff: Re: Zum Lachen, Trapattonis (Trainer Bayern-München) legendäre Pressekonferenz: ,,Ich habe fertig', ' Youtube-Video, 3'36''
ursulakm
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Danke, Hans....
 
Gruß
Ursula
 
 
----- Original Message -----
Sent: Tuesday, April 08, 2008 8:12 PM
Subject: [udv] Zum Lachen, Trapattonis (Trainer Bayern-München) legendäre Pressekonferenz: ,,Ich habe fertig', ' Youtube-Video, 3'36''

Lohnt sich, auch für Ihre Deutschlerner ab ca. A2 - B1.
 
Ganz einfach, klicken Sie (besser ohne Ton) auf::
 
 
Das Video lädt sich von selbst herunter, 6'
 
Dann auf REPLAY klicken, jetzt mit Ton, Sie sehen das Video, Dauer 3' 36''.
 
Ganzer Bildschirm: auf Rechteck rechts (untere rechte Ecke vom Videobild) klicken.
 
Viel Spass! 
 
P.S. In D. laufen so manche mit einer Mütze herum mit dem Aufdruck ,,Ich habe fertig''.
 


            


#73 Von: "Juan Kupfer" <jkupfer@...>
Datum: Die 8. Apr 2008 18:12
Betreff: Zum Lachen, Trapattonis (Trainer Bayern-München) legendäre Pressekonferenz: ,,Ich habe fertig', ' Youtube-Video, 3'36''
hans.kupfer
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Lohnt sich, auch für Ihre Deutschlerner ab ca. A2 - B1.
 
Ganz einfach, klicken Sie (besser ohne Ton) auf::
 
 
Das Video lädt sich von selbst herunter, 6'
 
Dann auf REPLAY klicken, jetzt mit Ton, Sie sehen das Video, Dauer 3' 36''.
 
Ganzer Bildschirm: auf Rechteck rechts (untere rechte Ecke vom Videobild) klicken.
 
Viel Spass! 
 
P.S. In D. laufen so manche mit einer Mütze herum mit dem Aufdruck ,,Ich habe fertig''.
 
 


            

#72 Von: "Juan Kupfer" <jkupfer@...>
Datum: Do 3. Apr 2008 13:43
Betreff: Re: Wechsel ? Veränderung?
hans.kupfer
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Liebe Ursula,
tausend Dank für den Artikel ans UDV-Netz, ohne dich wären wir ganz im Tal de Ahnungslosen... Wenn ich Neuigkeiten aus dem GI habe, schreibe ich dir.
 
Liebe Grüsse
Hans

#71 Von: "Ursula Kuehl de Mones" <ukmones@...>
Datum: Die 1. Apr 2008 13:11
Betreff: Wechsel ? Veränderung?
ursulakm
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Artikel - Medienarchiv Augsburger Allgemeine - 1.4.2008, S. 10

Mit Goethe und neuem Schwung Wechsel an der Spitze Präsident Lehmann
blickt vor allem nach Afrika, Indien und China


Die Stimme der deutschen Kultur hat eine neue Führung: Klaus-Dieter
Lehmann hat am Montag in München die Präsidentschaft des Goethe-
Instituts von Jutta Limbach übernommen. Der bisherige Goethe-
Vizepräsident (seit 2002) stellte bei der Amtsübergabe im Beisein von
Außenminister Frank-Walter Steinmeier die politische Bedeutung der
geistigen Werte heraus: Mehr denn je werden Kultur und Bildung in der
internationalen Zusammenarbeit entscheidend sein.

Lehmann war im September einstimmig zum Nachfolger Limbachs, der
früheren Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts, ernannt worden.
Das Goethe-Institut hat vor allem drei Aufgaben: kulturelle
Programme, Spracharbeit, Information.

Lesesaal in Pjöngjang, Wiedereröffnung in Kabul

In Limbachs Amtszeit fielen wichtige Neugründungen, darunter ein
deutscher Lesesaal im nordkoreanischen Pjöngjang und die
Wiedereröffnung des Goethe-Instituts im afghanischen Kabul. Lehmann
äußert sich nachfolgend über das künftige Engagement des Goethe-
Instituts.

Ist die deutsche Kulturszene im Ausland ausreichend vertreten oder
sehen Sie noch Verbesserungsbedarf?

Lehmann: Es gibt eine hohe Erwartung an die Kultur aus Deutschland.
Der Sparkurs hat jedoch behindert. Wir haben jetzt durch eine
Restrukturierung des Goethe-Instituts und eine deutliche
Budgeterhöhung wieder eine neue Beweglichkeit gewonnen. Es wird ein
Schwerpunktprogramm für den vergessenen Kontinent Afrika geben, das
auch drei Neugründungen einschließt, es wird ein stärkeres Engagement
in Indien und China geben, und auch Russland sollte in seinem
sibirischen Teil mehr Unterstützung erhalten.

Was haben Sie sich für Ihr neues Amt konkret vorgenommen?

Lehmann: Sprach- und Programmarbeit sollten nicht getrennt als
Pflicht und Kür gesehen werden. Die deutsche Sprache ist nicht nur
Werkzeug, sondern Kulturträger. Deshalb sollte die Vermittlung auch
Kulturaspekte und Landeskunde vermitteln.

Ist der Sparkurs des Goethe-Instituts jetzt beendet?

Lehmann: Bereits 2007 genehmigte der Bundestag zusätzlich 13,5
Millionen Euro. 2008 beträgt die Budgeterhöhung rund 30 Millionen
Euro, davon 20 Millionen Euro für das Sonderprogramm
Partnerschulinitiative und 6 Millionen Euro für Afrika. Der
Gesamtetat des Goethe-Instituts beträgt 285 Millionen Euro. An
eigenen Einnahmen steuert das Institut 85 Millionen Euro bei. Das
Goethe-Institut wird aber auch 2009 noch eine strukturelle Erhöhung
benötigen. (dpa, ddp)

#70 Von: "Juan Kupfer" <jkupfer@...>
Datum: Fr 18. Jan 2008 11:03
Betreff: Fw: [forum-auf-deutsch] PräsidentIN - MitgliedIN ?
hans.kupfer
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----- Original Message -----
Sent: Thursday, January 17, 2008 2:36 PM
Subject: [forum-auf-deutsch] PräsidentIN - MitgliedIN ?

Kontrovers: Feministische Linguistik

Von der PräsidentIn zur Mitgliederin: Die künstliche Verweiblichung der
Sprache bringt die Gleichberechtigung nicht voran, kritisieren
Sprachforscher

Sprachregeln wie das Binnen-I, die aus dem Professor eine ProfessorIn machen
oder Doppelnennungen wie Präsident/Präsidentin sollen die Gleichberechtigung
der Frau in der Gesellschaft vorantreiben. Doch viele Sprachforscher halten
das nicht nur für sinnlos, sondern sogar für kontraproduktiv. Die
Gesellschaft könne die Sprache verändern und nicht umgekehrt, argumentieren
sie.

"Die Universitätspräsidentin/Der Universitätspräsident ist oberste
Dienstbehörde und Dienstvorgesetzte/Dienstvorgesetzter für die Beamtinnen
und Beamten der Universität". Solche Satz-Ungetüme tummeln sich spätestens
seit 2001 in den deutschen Gesetzen und Regelwerken. Damals trat das
Bundesgleichstellungsgesetz in Kraft, das die Gleichberechtigung von Mann
und Frau auch in der Sprache gewährleisten soll. Was Feministinnen als
Fortschritt und Erfolg werteten, wird von anderen Sprachforschern hingegen
als kontraproduktiv kritisiert: Solche Doppelnennungen schärften erst die
Gegensätze, die sie eigentlich beseitigen wollen, erklärt etwa Wolfgang
Klein, Leiter des Max-Planck-Instituts für Psycholinguistik in Nijmegen in
der Februarausgabe der Zeitschrift "bild der wissenschaft". Der Sexismus,
der eigentlich bekämpft werden soll, werde mit diesen Schreibweisen erst in
die Sprache eingeführt.

Das sehen die Vertreterinnen feministischer Sprachreformen freilich anders.
Die deutsche Sprache sei männerzentriert und damit frauenfeindlich,
argumentieren sie. Wenn von Studenten, Professoren, Politikern oder
Demonstranten die Rede sei, so reiche es eben nicht, einfach anzunehmen, die
Frauen seien eben mitgemeint. "Die deutsche Sprache ist, wie die meisten
Sprachen, ein patriachalisch organisiertes System", erklärt etwa Luise Pusch
in "bild der wissenschaft". Die Sprachforscherin leitet den Verein für
Frauenbiografie-Forschung in Hannover und gilt als eine der engagiertesten
Verfechterinnen weiblicher Formen in der Sprache.

Knackpunkt der Diskussion um die männliche und weibliche Bedeutung von
Begriffen ist das sogenannte generische Maskulinum, wie
Sprachwissenschaftler sagen. Dieses bezeichnet den Fall, bei dem die
maskuline Form auch dann verwendet wird, wenn das tatsächliche Geschlecht
unwichtig ist oder wenn Frauen und Männer gleichermaßen gemeint sind. Das
Maskulinum wird hier als neutralisierend und verallgemeinernd empfunden - so
zumindest definiert es der Duden.

Wer also von einem Protestmarsch von zweitausend Demonstranten erzählt,
meint damit nicht nur die männlichen Demonstranten, sondern auch die
mitmarschierenden Frauen. Wer von den Rechten der Indianer in Nordamerika
berichtet, geht nicht davon aus, dass damit nur die Rechte von Männern
gemeint sind, sondern schließt die weiblichen Angehörigen dieser Kulturen
mit ein. Bei Worten wie Gast oder Mitglied, die keine explizite weibliche
Form kennen, tritt das Wesen dieses generischen Maskulinums am deutlichsten
zutage. Dennoch tauchen immer wieder Worterfindungen auf wie Mitgliederinnen
oder gar Gästinnen - manchmal provozierend gebraucht, manchmal schlichtweg
aus sprachlicher Unkenntnis.

Dieses generische Maskulinum durch alternative Rede- und Schreibweisen zu
ersetzen, dafür kämpfen feministische Linguistinnen schon seit mehr als zwei
Jahrzehnten. Teilerfolge haben sie längst errungen: "Den Professor", wie
vorgeschlagen durch "das Professor" zu ersetzen, ist zwar nicht geglückt,
doch Doppelschreibweisen wie Professor/Professorin oder das bei
Stellenanzeigen mehr oder minder beliebte große Binnen-I mit Formulierungen
wie "ProfessorIn" sind ein Folge dieser Bemühungen.

Doch eben diese Fixierung auf die männliche und weibliche Bezeichnung hat
erst die Trennung geschaffen, die sie eigentlich beseitigen wollte,
kritisieren Psycholinguisten wie Wolfgang Klein. "Früher wäre es mir nicht
im Traum eingefallen, Frauen nicht einzubeziehen", beklagt der
Sprachwissenschaftler den daraus resultierenden Niedergang des generischen
Maskulinums. Doch die Doppelnennungen unterstreichen jetzt erst, dass ein
weiblicher Professor nur eine Professorin sein kann und möglicherweise doch
keine Frauen gemeint sein könnten, wenn von Politikern die Rede ist. Die
gesellschaftlichen Bedingungen, die dazu führen, werde man durch die
Umbenennungen jedoch nicht ändern, merkt Klein in "bild der wissenschaft"
an.

In die gleiche Kerbe schlägt auch Gisela Klann-Delius, Linguistikprofessorin
am Institut für Deutsche und Niederländische Philologie der Freien
Universität Berlin: Die Sprache sei für gesellschaftliche Probleme weder
verantwortlich, noch könne sie diese beheben, erklärt die Forscherin. Jedes
Wort besitzt die Bedeutung, die sich geschichtlich herausgebildet hat, und
lässt im Kopf das zugehörige Stereotyp entstehen. So ist der Begriff
"Koryphäe" beispielsweise weiblich, und dennoch denken die meisten dabei
eher an einen kahlhäuptigen männlichen Gelehrten im Studierzimmer als an
eine hochkompetente Wissenschaftlerin.

"Der Gebrauch der Sprache ist ein Spiegel der Gesellschaft - und in dieser
Gesellschaft ist der Mann die Norm", bilanziert Klann-Delius. Von
Zwangsmaßnahmen zur Reform der Sprache hält sie dennoch nichts, denn an den
wahren gesellschaftlichen Gegebenheiten ändern diese nichts: "Das sind die
üblichen Beruhigungsmittel, mit denen Frauenrechtler besänftigt werden."

Bücher:

"Die Amtsmännin als Reisegästin", Artikel in "bild der wissenschaft",
Ausgabe 2/2008, S. 86

Gisela Klann-Delius: "Sprache und Geschlecht - eine Einführung", Metzler
Verlag Stuttgart/Weimar 2005, ISBN 3476103498, 14,95 Euro.

Luise Pusch: "Die Frau ist nicht der Rede wert - Aufsätze, Reden und
Glossen", Suhrkamp Taschenbücher 1999, ISBN 3-518-39421-5, 7,50 Euro.

© www.wissenschaft.de - Ulrich Dewald



__________ NOD32 2759 (20080101) Information __________

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#69 Von: "Juan Kupfer" <jkupfer@...>
Datum: Fr 18. Jan 2008 10:59
Betreff: Fw: [forum-auf-deutsch] PräsidentIN - MitgliedIN ?
hans.kupfer
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----- Original Message -----
Sent: Thursday, January 17, 2008 2:36 PM
Subject: [forum-auf-deutsch] PräsidentIN - MitgliedIN ?

Kontrovers: Feministische Linguistik

Von der PräsidentIn zur Mitgliederin: Die künstliche Verweiblichung der
Sprache bringt die Gleichberechtigung nicht voran, kritisieren
Sprachforscher

Sprachregeln wie das Binnen-I, die aus dem Professor eine ProfessorIn machen
oder Doppelnennungen wie Präsident/Präsidentin sollen die Gleichberechtigung
der Frau in der Gesellschaft vorantreiben. Doch viele Sprachforscher halten
das nicht nur für sinnlos, sondern sogar für kontraproduktiv. Die
Gesellschaft könne die Sprache verändern und nicht umgekehrt, argumentieren
sie.

"Die Universitätspräsidentin/Der Universitätspräsident ist oberste
Dienstbehörde und Dienstvorgesetzte/Dienstvorgesetzter für die Beamtinnen
und Beamten der Universität". Solche Satz-Ungetüme tummeln sich spätestens
seit 2001 in den deutschen Gesetzen und Regelwerken. Damals trat das
Bundesgleichstellungsgesetz in Kraft, das die Gleichberechtigung von Mann
und Frau auch in der Sprache gewährleisten soll. Was Feministinnen als
Fortschritt und Erfolg werteten, wird von anderen Sprachforschern hingegen
als kontraproduktiv kritisiert: Solche Doppelnennungen schärften erst die
Gegensätze, die sie eigentlich beseitigen wollen, erklärt etwa Wolfgang
Klein, Leiter des Max-Planck-Instituts für Psycholinguistik in Nijmegen in
der Februarausgabe der Zeitschrift "bild der wissenschaft". Der Sexismus,
der eigentlich bekämpft werden soll, werde mit diesen Schreibweisen erst in
die Sprache eingeführt.

Das sehen die Vertreterinnen feministischer Sprachreformen freilich anders.
Die deutsche Sprache sei männerzentriert und damit frauenfeindlich,
argumentieren sie. Wenn von Studenten, Professoren, Politikern oder
Demonstranten die Rede sei, so reiche es eben nicht, einfach anzunehmen, die
Frauen seien eben mitgemeint. "Die deutsche Sprache ist, wie die meisten
Sprachen, ein patriachalisch organisiertes System", erklärt etwa Luise Pusch
in "bild der wissenschaft". Die Sprachforscherin leitet den Verein für
Frauenbiografie-Forschung in Hannover und gilt als eine der engagiertesten
Verfechterinnen weiblicher Formen in der Sprache.

Knackpunkt der Diskussion um die männliche und weibliche Bedeutung von
Begriffen ist das sogenannte generische Maskulinum, wie
Sprachwissenschaftler sagen. Dieses bezeichnet den Fall, bei dem die
maskuline Form auch dann verwendet wird, wenn das tatsächliche Geschlecht
unwichtig ist oder wenn Frauen und Männer gleichermaßen gemeint sind. Das
Maskulinum wird hier als neutralisierend und verallgemeinernd empfunden - so
zumindest definiert es der Duden.

Wer also von einem Protestmarsch von zweitausend Demonstranten erzählt,
meint damit nicht nur die männlichen Demonstranten, sondern auch die
mitmarschierenden Frauen. Wer von den Rechten der Indianer in Nordamerika
berichtet, geht nicht davon aus, dass damit nur die Rechte von Männern
gemeint sind, sondern schließt die weiblichen Angehörigen dieser Kulturen
mit ein. Bei Worten wie Gast oder Mitglied, die keine explizite weibliche
Form kennen, tritt das Wesen dieses generischen Maskulinums am deutlichsten
zutage. Dennoch tauchen immer wieder Worterfindungen auf wie Mitgliederinnen
oder gar Gästinnen - manchmal provozierend gebraucht, manchmal schlichtweg
aus sprachlicher Unkenntnis.

Dieses generische Maskulinum durch alternative Rede- und Schreibweisen zu
ersetzen, dafür kämpfen feministische Linguistinnen schon seit mehr als zwei
Jahrzehnten. Teilerfolge haben sie längst errungen: "Den Professor", wie
vorgeschlagen durch "das Professor" zu ersetzen, ist zwar nicht geglückt,
doch Doppelschreibweisen wie Professor/Professorin oder das bei
Stellenanzeigen mehr oder minder beliebte große Binnen-I mit Formulierungen
wie "ProfessorIn" sind ein Folge dieser Bemühungen.

Doch eben diese Fixierung auf die männliche und weibliche Bezeichnung hat
erst die Trennung geschaffen, die sie eigentlich beseitigen wollte,
kritisieren Psycholinguisten wie Wolfgang Klein. "Früher wäre es mir nicht
im Traum eingefallen, Frauen nicht einzubeziehen", beklagt der
Sprachwissenschaftler den daraus resultierenden Niedergang des generischen
Maskulinums. Doch die Doppelnennungen unterstreichen jetzt erst, dass ein
weiblicher Professor nur eine Professorin sein kann und möglicherweise doch
keine Frauen gemeint sein könnten, wenn von Politikern die Rede ist. Die
gesellschaftlichen Bedingungen, die dazu führen, werde man durch die
Umbenennungen jedoch nicht ändern, merkt Klein in "bild der wissenschaft"
an.

In die gleiche Kerbe schlägt auch Gisela Klann-Delius, Linguistikprofessorin
am Institut für Deutsche und Niederländische Philologie der Freien
Universität Berlin: Die Sprache sei für gesellschaftliche Probleme weder
verantwortlich, noch könne sie diese beheben, erklärt die Forscherin. Jedes
Wort besitzt die Bedeutung, die sich geschichtlich herausgebildet hat, und
lässt im Kopf das zugehörige Stereotyp entstehen. So ist der Begriff
"Koryphäe" beispielsweise weiblich, und dennoch denken die meisten dabei
eher an einen kahlhäuptigen männlichen Gelehrten im Studierzimmer als an
eine hochkompetente Wissenschaftlerin.

"Der Gebrauch der Sprache ist ein Spiegel der Gesellschaft - und in dieser
Gesellschaft ist der Mann die Norm", bilanziert Klann-Delius. Von
Zwangsmaßnahmen zur Reform der Sprache hält sie dennoch nichts, denn an den
wahren gesellschaftlichen Gegebenheiten ändern diese nichts: "Das sind die
üblichen Beruhigungsmittel, mit denen Frauenrechtler besänftigt werden."

Bücher:

"Die Amtsmännin als Reisegästin", Artikel in "bild der wissenschaft",
Ausgabe 2/2008, S. 86

Gisela Klann-Delius: "Sprache und Geschlecht - eine Einführung", Metzler
Verlag Stuttgart/Weimar 2005, ISBN 3476103498, 14,95 Euro.

Luise Pusch: "Die Frau ist nicht der Rede wert - Aufsätze, Reden und
Glossen", Suhrkamp Taschenbücher 1999, ISBN 3-518-39421-5, 7,50 Euro.

© www.wissenschaft.de - Ulrich Dewald



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#68 Von: "Ursula Kuehl de Mones" <ukmones@...>
Datum: Mit 16. Jan 2008 15:49
Betreff: Zum Wortschatz - vielleicht hilft es ja weiter......
ursulakm
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Artikel - Medienarchiv Augsburger Allgemeine

Datum: 09.01.2008
Seite: 5

Kofferkuli


Wer heute in einem Flughafen oder einer Bahnhofshalle sieht, wie
elegant und leichtgängig die Reisenden mit ihrem Gepäck hantieren,
der fragt sich unwillkürlich: Wie lange wird es Kofferkulis
eigentlich noch geben? Wer braucht denn noch Kofferkulis?

Jene Transportkarren, die aussehen wie ein Zwitter aus den
Einkaufswagen von Supermarkt und Baumarkt, könnten ihre große Zeit
hinter sich haben. Es war die Zeit, als die Menschen noch mit
klobigen Reisetaschen und mächtigen Koffern gereist sind, die keine
Räder hatten. Es waren Koffer, die man lebenslang nutzte und die man
in der Hand neben sich trug. Koffer, von deren Geschleppe man schief
wurde, weil sie nicht rollten. Koffer, die man mit einem Ächzen der
Erleichterung auf den Kofferkuli hievte.

Heute reisen die Leute mit Trolleys. Das sind Koffer, die Koffer+
Kuli in einem sind. Sie haben leise singende Räder, man zieht sie wie
ein Hündchen an der Leine hinter sich her. Das sieht leicht aus. Man
schwitzt nicht und geht kerzengerade, solange keine Treppe kommt. Der
Siegeszug der Rollenkoffer kam binnen eines Jahrzehnts. Auf der
Zuggabel von modernen größeren Rollenkoffern stehen jetzt oft noch
kleinere Rollenkoffer - eine Art Kofferkuli-in-Kofferkuli-System.

Kofferkuli ist ein schönes Wort. So wie Wildwechsel oder
Stiefelspitze. Wenn die Karren verschwunden sind, werden wir das Wort
einfach trennen und beide Teile behalten. Den Koffer (mit Rollen) und
den Kuli (mit Mine).

#67 Von: "Ursula Kuehl de Mones" <ukmones@...>
Datum: Mit 16. Jan 2008 15:36
Betreff: Vokabular: Wörter aus dem Jahre 2007 - Viel Spaß beim Lesen
ursulakm
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Artikel - Medienarchiv Augsburger Allgemeine
Datum: 16.01.2008
Seite: 13

Die Herdprämie schlägt sie alle
Sprache
Das Unwort des Jahres erhitzte vor allem die Gemüter der CSU


Von Josef Karg

Frankfurt a. M./Augsburg Das nennt man eine echte Raketenkarriere im
Vokabular der Deutschen. Die Herdprämie wurde gestern zum schlimmsten
sprachlichen Missgriff 2007, also zum Unwort des Jahres, gekürt.
Miteinbezogen sind auch so gemeine Varianten wie Aufzuchtprämie,
Gluckengehalt oder Schnapsgeld.

Interessant: Erst im Dezember erreichte die von Unions-Kritikern in
Umlauf gebrachte Wortschöpfung des Betreuungsgeldes für daheim
erziehende Eltern bei der Suche nach dem Wort des Jahres hinter der
Klimakatastrophe den zweiten Platz.

Die von der CSU geforderte Zahlung sollen Eltern Ein- bis
Dreijähriger erhalten, die ihre Kinder zu Hause betreuen. Kein
Wunder, dass die Christsozialen vor der Wahl der Herdprämie schon
regelrecht kochten: Deren Kür sei eine traurige Bestätigung des
Diffamierungsziels dieses Begriffes gegenüber Eltern und vor allem
Frauen, die sich für eine Kindererziehung zu Hause aussprechen. So
grummelte der familienpolitische Sprecher der Unions-
Bundestagsfraktion, Johannes Singhammer, und forderte
unmissverständlich: Der Begriff Herdprämie muss ab sofort in den
Sprachmülleimer wandern und auch dort für immer bleiben.

Das Thema Klima mischte beim Unwort des Jahres ebenfalls wieder groß
mit. Klimaneutral landete auf Rang zwei. Damit kritisierte die
sechsköpfige Jury um den Frankfurter Sprachwissenschaftler Horst
Dieter Schlosser den Versuch, für eine Ausweitung des Flugverkehrs
oder eine Steigerung anderer kohlendioxidhaltiger Techniken zu
werben, ohne dass dabei deutlich wird, wie diese
Klimabelastungen ,neutralisiert` werden sollen.

Auf den dritten Platz wählten die Sprachwissenschaftler übrigens das
Wort entartet. Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hatte es über 60
Jahre nach dem Ende Nazi-Deutschlands wieder in die Welt gesetzt,
indem er sagte: Kunst und Kultur entartet, wenn sie ihre religiöse
Bindung verliert. Der von seinem Augsburger Kollegen Walter Mixa
verwendete umstrittene Begriff Frauen zu Gebärmaschinen degradieren
taucht nicht auf den vorderen Plätzen auf.

Die Sprachexperten hatten die Begriffe aus knapp 1800 Einsendungen
ausgewählt. Viele Vorschläge bezogen sich auf die Diskussion über
Sicherheitspolitik, wie Präventionsstaat, Vorratsdatenspeicherung
oder die Aussage von Justizministerin Zypries, die das neue Gesetz
zur Überwachung der Telekommunikation als so grundrechtschonend wie
möglich bezeichnet hatte.

#66 Von: "Juan Kupfer" <jkupfer@...>
Datum: Sam 29. Dez 2007 14:57
Betreff: Bitte um Entschuldigung, den Brief an Frau Mones wollte ich nicht ans Netz, sondern nur ihr schicken, viele Grüsse, Hans Kupfer
hans.kupfer
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#65 Von: "Juan Kupfer" <jkupfer@...>
Datum: Sam 29. Dez 2007 14:49
Betreff: Vielen Dank und einen...
hans.kupfer
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Liebe Ursula,
vielen Dank für die ,Kuscheligkeit' (die beiden Anhänge konnte ich nicht öffnen).
 
Mir geht's gut, bin aber sehr schwach, habe nur ca. 1/8 meiner Leistungsfähigkeit wegen des grossen Blutverlusts, erst in ca. einem Monat werde ich wieder auf der Höhe sein.
 
Ich wünsche euch beiden einen guten Rutsch und ein glückliches Jahr 2008,
 
liebe Grüsse
Hans
 

#64 Von: Ursula Kühl de Mones <ukmones@...>
Datum: Do 27. Dez 2007 13:33
Betreff: Aktuelles zum Wortschatz
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Kuschelig

Vermutlich liegt es ja an der Jahreszeit: Wer in der Internet-Suchmaschine Google das Wort kuschelig eingibt, bekommt in 0,03 Sekunden eine Dreiviertelmillion Einträge. Da werden Wohnungen als kuschelig angepriesen, Stofftiere, Socken, ganze Städte werden so empfunden und in einem Zeitungsartikel wird behauptet, bei einer Gemeinderatssitzung sei es irgendwann richtig kuschelig geworden. Man wird das Gefühl nicht los, als habe sich hier ein Ersatz für das alte gemütlich in Position gebracht, denn selbst in Fußballreportagen hat sich die Vokabel schon eingeschlichen (Im Strafraum wird es gerade etwas kuschelig, Angesichts der miserablen Leistung in der ersten Halbzeit war es in der Kabine vermutlich nicht gerade kuschelig).

Warum hat das Wort solch eine Karriere gemacht? Warum sind die Deutschen zu Kuschlern geworden? Warum ist die Bundesrepublik ein Land mit hohem Kuschelfaktor? Ist doch egal, solange es gemütlich ist - vor allem zu dieser Jahreszeit. Andererseits: Auf die Gemütlichkeit kann man gut trinken, aber Ein Prosit der Kuscheligkeit?

(Augsburgr Allgemeine, 27.12.2007) 


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#63 Von: "Ursula Kuehl de Mones" <ukmones@...>
Datum: Mit 14. Nov 2007 9:15
Betreff: Ansprechformen im Restaurant
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Artikel - Medienarchiv Augsburger Allgemeine

Ausgabe: B-HAUPT
Datum: 03.11.2007
Seite: 44


Etikette aktuell Tabu: Herr Ober, bitte... Wie spricht man Service-
Personal an?


Etikette-Expertin Donata Gräfin Fugger erklärt jede Woche AZ-Lesern
die neuesten Benimm-Regeln und beantwortet Stil-Fragen. Gleich zwei
AZ-Leserinnen fragten unabhängig voneinander an, wie man die
Bedienung im Restaurant korrekt anspricht.

Diese Situation kennen Sie sicherlich auch: Sie sitzen im Restaurant
und möchten noch einen Kaffee oder ein Dessert bestellen, doch die
Bedienung schaut immer gerade in dem Augenblick in die andere
Richtung, in der Sie intensiv Blickkontakt aufbauen und Ihre Hand als
Zeichen heben. Wie machen Sie den Kellner oder die Kellnerin nun auf
sich aufmerksam?

Früher verwendete man bedenkenlos Fräulein für die weibliche und Herr
Ober für die männliche Service-Kraft.

Ober ist zwar als Berufsbezeichnung nicht korrekt, klingt jedoch noch
irgendwie höflich und respektvoll, ist aber trotzdem bereits tabu.

Fräulein ist absolut nicht mehr zeitgemäß. Der Begriff ist infolge
der Frauenbewegung der 1970er Jahre ersatzlos entfallen. Mit den
gesellschaftlichen Werten und Vorstellungen, die damit verbunden
waren, empfinden ihn mittlerweile fast alle Frauen als herabwürdigend.

Oftmals tragen Restaurantfachkräfte Namensschilder. Sprechen Sie in
diesen Fällen Ihre Bedienung mit ihrem Namen an. Andernfalls sollten
Blickkontakt oder ein diskretes Handzeichen zur Verständigung
ausreichen. Ist dies nicht der Fall, machen Sie die Bedienung mit
einem dezenten Hallo oder Ich möchte gerne zahlen auf Ihren Wunsch
aufmerksam.

Im Übrigen: Eine gute Bedienung muss nicht gerufen werden, sondern
bemerkt von sich aus, wenn der Gast noch einen Wunsch hat.

Mit besten Service-Grüßen

Donata Gräfin Fugger

Mehr Etikette-Regeln und Infos

Donata Gräfin Fugger beantwortet in der AZ auch Leser-Fragen zum
Thema Benimm: Schreiben Sie ihr einfach an etikette@augsburger-
allgemeine.de oder an Augsburger Allgemeine, Lokalredaktion,
Stichwort; Etikette, Maximilianstraße 3, 86150 Augsburg.

Mehr Informationen online unter

www.sales-motion.de/etikette oder augsburger-allgemeine.de/etikette

#62 Von: "Kristin Willner" <kristin.willner@...>
Datum: Die 23. Okt 2007 21:20
Betreff: RV: Docentes de alemán - Deutsche Schule Montevideo
kristin.willner
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Me llegó este aviso.

Saludos a todos

Kristin


#61 Von: "Ursula Kuehl de Mones" <ukmones@...>
Datum: Fr 28. Sep 2007 14:47
Betreff: Zum Oktoberfest- Bilder und Video über angefügten Link. Gruß, Ursula
ursulakm
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Artikel - Medienarchiv Augsburger Allgemeine

Ausgabe: B-NORD
Datum: 28.09.2007
Seite: 5

Bier - das versteht doch jeder
Oktoberfest Mit welchen Wörtern Ausländer über die Wiesn kommen


Von Sonja Krell

München David und Leanne zwängen sich wie all die anderen Menschen
die Rolltreppe hoch zur Theresienwiese. Es ist ihr erster Tag in
Deutschland und zugleich der einzige. Only for the Oktoberfest sind
sie da, erklärt das australische Ehepaar. Bevor die Reise nach
Österreich geht, sollen es heute noch ein paar Maß sein. Dafür hat
David extra geübt. Ein Bier bitte, erklärt er und sagt gleich seinen
zweiten einstudierten Satz auf: Wie komme ich am besten zum Bahnhof?

Rund sechs Millionen Besucher strömen jedes Jahr über die Wiesn. Etwa
15 Prozent davon kommen aus dem Ausland. Die meisten sprechen kaum
mehr als ein paar Brocken Deutsch. Theo, Grant, Tom und Jamie geht es
da nicht anders. Die vier Neuseeländer, die gerade vor einem
Souvenirstand Halt machen, tragen lustige Hüte und essen kandierte
Äpfel. Entschuldigung, meint Jamie, Dankeschön, erklärt Tom.

Mit ihrem bisschen Deutsch sind sie gestern Abend im Bierzelt locker
über die Runden gekommen. Anyone can order beer, erklärt Theo nur.
Ein Bier kann jeder bestellen, dafür brauche man doch kein Deutsch.
Auch wenn es darum geht, sich dem anderen Geschlecht zu nähern,
reiche Englisch vollkommen aus, erklärt Tom. Beim Flirten komme es
ohnehin viel mehr auf die Körpersprache als auf Worte an.

Ein Bier zu bestellen - das schaffen Christie und ihre Freunde noch
auf Deutsch. Eine Maß bitte, sagt die Australierin, die auf dem Weg
zum Löwenbräu-Zelt ist. Beim Essen gestaltet sich das Gespräch aber
schon schwieriger. One time, lacht Christie und zeigt mit dem Finger
eine Eins, this one. Dann tut sie so, als würde sie mit dem Finger
auf etwas zu essen zeigen.

Eigentlich ist sie geschäftlich hier, erzählt Pia auf Englisch. Das
Team Meeting zwischen dem deutschen Konzern und den Finnen wurde aber
kurzerhand in die Bräurosl verlegt. Ich spreche Deutsch ein bisschen,
sagt Pia leise und plappert dann stolz die Worte hervor, die ihr auf
Deutsch einfallen. Bier, Wiener Schnitzel und Hallo. Von den drei
Jahren Deutschunterricht in der Schule ist nicht mehr
hängengeblieben, räumt sie ein.

Vergangene Woche beherrschten Ethan, Trevor und Kevin noch kein Wort
Deutsch. In drei Tagen Oktoberfest haben die Jungs aus Los Angeles
einige Brocken aufgeschnappt. Prost, sagt Ethan. Schnitzel, meint
Trevor. Tschuldigung, sagt Kevin, bevor er ein stolzes Ich liebe dich
haucht. Morgen setzen die drei US-Amerikaner ihre Tour durch Europa
fort. Das Oktoberfest war das Einzige, was sie von Deutschland
gesehen haben. Amazing, wie Ethan sagt. Toll.

Bilder vom Oktoberfest und ein Video online unter

www.augsburger-allgemeine.de/wiesn

#60 Von: Elsa Hein Heberling <hein_elsa@...>
Datum: Mit 19. Sep 2007 23:12
Betreff: RE: Betrifft: Partizip II Modalverben
hein_elsa
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Besten Dank, alles klar.

Ursula Kuehl de Mones <ukmones@...> schrieb:
Wörterbücher sind keine Grammatiken. Im Normalfall findet man keine
Partizipien im Wörterbuch. Die befinden sich im grammatikalischen
Anhang. Einsprachige Nachschlagwerke sind da ergiebiger:
LANGENSCHEIDTS GROßWÖRTERBUCH DEUTSCH ALS FREMDSPRACHE, z.B.,
schreibt:

"MÜSSEN1: musste, hat müssen, Modalverb......" (Beispiel: Ich muss
gehen, Ich habe gehen MÜSSEN)

"MÜSSEN2: musste, hat gemusst. Vt-i" (also Vollverb,Beispiel: Der
Brief muss zur Post, der Brief hat zur Post GEMUSST).

Und hier liegt der Unterschied: Als Modalverb (also mit einem
Infinitiv: Ich muss GEHEN)nimmt man MÜSSEN im Perfekt. Als Vollverb
(also allein, ohne anderen Infinitiv: Der Brief MUSS zur Post) hat es
ein Partizip wie alle anderen Verben auch: GEMUSST.

Nur: das Perfekt entspricht hier einem fortgeschritteneren
Sprachniveau. Es gehört ins Mittelstufenprogramm (M II-III)und wird
auch in allen mir bekannten Mittelstufenwerken unterrichtet. Dazu
macht man dann gewöhnlich Umformungsübungen, die kompliziert werden,
z.B.
Er musste die Vorlesung absagen - Er hat die Vorlesung absagen
müssen. Wir haben erfahren, dass er die Vorlesung hat absagen müssen.

Also, nicht einfach. I.A. gehobener Sprachstil. Fortgeschrittene
Mittelstufe.
Die Regel gilt für alle Modalverben, die als Vollverben benutzt
werden.

Habe ich mich klar genug ausgedrückt? Sonst darf ruhig nachgefragt
werden.
Liebe Grüße
Ursula

--- In udv@yahoogroups.de hat "Elsa Hein Heberling" <hein_elsa@...>
geschrieben:
>
> warum haben müssen? (auch alle anderen Modalverben) nur in sehr
> wenigen Wörterbüchern und im Lehrwerk Berlinerplatz kann man es
finden.
> Lieben Gruß
> Elsa
>



Jetzt Mails schnell in einem Vorschaufenster überfliegen. Dies und viel mehr bietet das neue Yahoo! Mail.

#59 Von: "Ursula Kuehl de Mones" <ukmones@...>
Datum: Mit 19. Sep 2007 13:33
Betreff: Betrifft: Partizip II Modalverben
ursulakm
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Wörterbücher sind keine Grammatiken. Im Normalfall findet man keine
Partizipien im Wörterbuch. Die befinden sich im grammatikalischen
Anhang. Einsprachige Nachschlagwerke sind da ergiebiger:
LANGENSCHEIDTS GROßWÖRTERBUCH DEUTSCH ALS FREMDSPRACHE, z.B.,
schreibt:

"MÜSSEN1: musste, hat müssen, Modalverb......" (Beispiel: Ich muss
gehen, Ich habe gehen MÜSSEN)

"MÜSSEN2: musste, hat gemusst. Vt-i"  (also Vollverb,Beispiel: Der
Brief muss zur Post, der Brief hat zur Post GEMUSST).

Und hier liegt der Unterschied: Als Modalverb (also mit einem
Infinitiv: Ich muss GEHEN)nimmt man MÜSSEN im Perfekt. Als Vollverb
(also allein, ohne anderen Infinitiv: Der Brief MUSS zur Post) hat es
ein Partizip wie alle anderen Verben auch: GEMUSST.

Nur: das Perfekt entspricht hier einem fortgeschritteneren
Sprachniveau. Es gehört ins Mittelstufenprogramm (M II-III)und wird
auch in allen mir bekannten Mittelstufenwerken unterrichtet. Dazu
macht man dann gewöhnlich Umformungsübungen, die kompliziert werden,
z.B.
Er musste die Vorlesung absagen - Er hat die Vorlesung absagen
müssen. Wir haben erfahren, dass er die Vorlesung hat absagen müssen.

Also, nicht einfach. I.A. gehobener Sprachstil. Fortgeschrittene
Mittelstufe.
Die Regel gilt für alle Modalverben, die als Vollverben benutzt
werden.

Habe ich mich klar genug ausgedrückt? Sonst darf ruhig nachgefragt
werden.
Liebe Grüße
Ursula

--- In udv@... hat "Elsa Hein Heberling" <hein_elsa@...>
geschrieben:
>
> warum haben müssen? (auch alle anderen Modalverben) nur in sehr
> wenigen Wörterbüchern und im Lehrwerk Berlinerplatz kann man es
finden.
> Lieben Gruß
> Elsa
>

#58 Von: "Elsa Hein Heberling" <hein_elsa@...>
Datum: Mit 19. Sep 2007 9:14
Betreff: Partizip II Modalverben
hein_elsa
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warum haben müssen? (auch alle anderen Modalverben) nur in sehr
wenigen Wörterbüchern und im Lehrwerk Berlinerplatz kann man es finden.
Lieben Gruß
Elsa

#57 Von: "Kristin Willner" <kristin.willner@...>
Datum: Mo 3. Sep 2007 21:29
Betreff: (kein Betreff)
kristin.willner
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Hallo,

wollte nur mal nachfragen, ob und wie viele Anmeldungen denn eingetroffen sind. Findet das Seminar statt? Und wie viele Teilnehmer wird es etwa geben?

Bitte schreibt mir, damit ich genauer weiß, was ich noch vorbereiten muss.

Vielen Dank

Kristin


#56 Von: "rainbow8445d" <rainbow8445d@...>
Datum: Mo 27. Aug 2007 5:40
Betreff: Wanna chat with me?
rainbow8445d
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I just joined this group and saw your profile, can i chat to you
directly? I am waiting online now...

http://beam.to/muslimfriend22

#55 Von: "Juan Kupfer" <jkupfer@...>
Datum: Mo 30. Jul 2007 21:19
Betreff: Re: Beispiele zu Sprachpannen
hans.kupfer
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Liebe Ursula,
der Artikel von letzter Woche war wunderbar, einer fortgeschrittener Lernerin hat er sehr gefallen (mir auch, man kann ihn auf mindestens zwei Ebenen verstehen), wir konnten uns sehr gut darüber unterhalten. Ich werde es auch mit diesem versuchen. Also tausend Dank, liebe Grüsse Hans
----- Original Message -----
To: udv@...
Sent: Tuesday, July 31, 2007 1:50 PM
Subject: [udv] Beispiele zu Sprachpannen

Augsburger Allgemeine
Datum: 31.07.2007
Seite: 3

Sprachpannen
Von Tapferen Kartoffeln, Hühner-Hügeln und geschüttelten Meeren. Ein
höchst amüsantes Büchlein zur Urlaubszeit

von Doris Maier

Kommen wir direkt zur Sache: Wir möchten eindringlich warnen vor dem
Restaurant Los Cabales in Madrid. Denn hier lässt der Koch allen
Ernstes Lende von Spazierstock, Würste der Hölle oder Rasierapparat-
Rohbauten auf die Karte setzen. Da ist man noch am besten bedient mit
den Tapferen Kartoffeln, bevor Geheilter Manchego oder
Sattelschlepper drohen. Ihnen ist der Appetit vergangen? Das kann man
angesichts dieser ausgefallenen Spezialitäten durchaus verstehen.
Aber vielleicht ist auch dem Koch nicht ganz klar, warum denn niemand
die frische Spazierstocklende bestellt.

Speisekarten als weites Feld für Sprachunfälle

Nein, die Rechtschreibreform ist ausnahmsweise mal nicht schuld, aber
wohl das eine oder andere Übersetzungsprogramm oder der gute Bekannte
eines guten Bekannten in Seoul, Madrid oder Rimini, der gar nicht so
fließend deutsch spricht, wie er vielleicht zunächst vorgab. Auch das
ist eine Folge von Globalisierung und Massentourismus: Wer etwas auf
sich hält, informiert seine Gäste mehrsprachig - nicht immer korrekt,
nicht immer sinnvoll.

Zahlreiche schöne Beispiele hat der Langenscheidt-Verlag gesammelt
und als kleines, amüsantes Büchlein zur Urlaubszeit herausgebracht.
Sprachpannen aus aller Welt findet man darin und bezeichnenderweise
heißt es Übelsetzungen. Es zeigt: Gerade der gewissenhafte Versuch,
Wort für Wort oder gar Silbe für Silbe zu übersetzen, ist keine
Garantie dafür, dass es mit der Völkerverständigung klappt.

Und etwas höchst Tröstliches stellt man beim Blättern schnell fest:
Das Urlaubsziel ist ebenso gut beschildert wie der deutsche
Verkehrsraum - nur etwas unterhaltsamer. Etwa wenn der Strandbesitzer
fordert: Bitte lassen Sie den Liegestuhl unangetastet!

Die Commune Calcatoggio warnt: Durch geschütteltes Meer nicht
überwachtes gefährliches Baden. Der italienische Badeort Caorle will
Urlauber vor Autodieben schützen: Lassen Sie keine Wertsachen im
Auto! Schieben Sie Ihr Fahrzeug ab! Aber wohin denn nur? Nach Polen
vielleicht?

Da fühlt man sich doch in der Gardasee-Gegend sicherer, wo sich
Urlauber nicht vor herabstürzendem Geröll fürchten müssen. Die
Behörde von Campo hat vorgesorgt - mit einem Schild natürlich:
Achtung! Durchgang verboten für Steinschlag. Na also, geht doch,
Bürokratie kann auch sinnvoll sein.

Hier Schilda, da die Speisekarten, die selbstredend ein weites Feld
für Sprachunfälle sind. Irgendwie tragisch ist, dass Kartoffelknochen
Tomaten ...Oder... das durchaus feine Gericht Gnocchi di Patate al
Pomodoro sein sollen. Auch nicht appetitanregender: der Hühner-Hügel,
der in Nerja in Spanien feilgeboten wird.

Gar nicht ausmalen möchten wir uns die Folgen von Morgenlatte zum
kleinen Preis ab 7.30, die der Rosengrill (gepflegt speisen) in
Emmerich anbietet. Oder steht Ihnen der Sinn doch mehr nach
KunstiErwürgt Salat? Hierbei handelt es sich übrigens um die
bewundernswert mühevolle Übersetzung von Artischockensalat. Art-i-
Schocken-Salat! Ach, dann doch lieber Tordelli hansgemacht. Hans? Wer
ist Hans?

Fußball-Ventilatoren der Welt sind in Liverpool willkommen

Vielleicht ist Hans ein Freund des Ballsports. Dann ist er im Pub The
Albert in Liverpool ein gern gesehener Gast. Denn dort sind Fußball-
Ventilatoren der Welt willkommen. Das hat nichts damit zu tun, dass
in den meisten englischen Pubs, auch nach dem Rauchverbot, die Luft
zum Schneiden ist. Es liegt vielmehr daran, dass im Englischen das
Wort Fan direkt übersetzt nicht nur Anhänger, sondern auch Windmacher
heißt.

Rezension von:
Übelsetzungen, Sprachpannen aus aller Welt, Langenscheidt, 127 S.,
9,95 ¤




__________ Información de NOD32, revisión 2345 (20070622) __________

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#54 Von: "Ursula Kuehl de Mones" <ukmones@...>
Datum: Die 31. Jul 2007 16:50
Betreff: Beispiele zu Sprachpannen
ursulakm
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Augsburger Allgemeine
Datum: 31.07.2007
Seite: 3

Sprachpannen
Von Tapferen Kartoffeln, Hühner-Hügeln und geschüttelten Meeren. Ein
höchst amüsantes Büchlein zur Urlaubszeit

von Doris Maier

Kommen wir direkt zur Sache: Wir möchten eindringlich warnen vor dem
Restaurant Los Cabales in Madrid. Denn hier lässt der Koch allen
Ernstes Lende von Spazierstock, Würste der Hölle oder Rasierapparat-
Rohbauten auf die Karte setzen. Da ist man noch am besten bedient mit
den Tapferen Kartoffeln, bevor Geheilter Manchego oder
Sattelschlepper drohen. Ihnen ist der Appetit vergangen? Das kann man
angesichts dieser ausgefallenen Spezialitäten durchaus verstehen.
Aber vielleicht ist auch dem Koch nicht ganz klar, warum denn niemand
die frische Spazierstocklende bestellt.

Speisekarten als weites Feld für Sprachunfälle

Nein, die Rechtschreibreform ist ausnahmsweise mal nicht schuld, aber
wohl das eine oder andere Übersetzungsprogramm oder der gute Bekannte
eines guten Bekannten in Seoul, Madrid oder Rimini, der gar nicht so
fließend deutsch spricht, wie er vielleicht zunächst vorgab. Auch das
ist eine Folge von Globalisierung und Massentourismus: Wer etwas auf
sich hält, informiert seine Gäste mehrsprachig - nicht immer korrekt,
nicht immer sinnvoll.

Zahlreiche schöne Beispiele hat der Langenscheidt-Verlag gesammelt
und als kleines, amüsantes Büchlein zur Urlaubszeit herausgebracht.
Sprachpannen aus aller Welt findet man darin und bezeichnenderweise
heißt es Übelsetzungen. Es zeigt: Gerade der gewissenhafte Versuch,
Wort für Wort oder gar Silbe für Silbe zu übersetzen, ist keine
Garantie dafür, dass es mit der Völkerverständigung klappt.

Und etwas höchst Tröstliches stellt man beim Blättern schnell fest:
Das Urlaubsziel ist ebenso gut beschildert wie der deutsche
Verkehrsraum - nur etwas unterhaltsamer. Etwa wenn der Strandbesitzer
fordert: Bitte lassen Sie den Liegestuhl unangetastet!

Die Commune Calcatoggio warnt: Durch geschütteltes Meer nicht
überwachtes gefährliches Baden. Der italienische Badeort Caorle will
Urlauber vor Autodieben schützen: Lassen Sie keine Wertsachen im
Auto! Schieben Sie Ihr Fahrzeug ab! Aber wohin denn nur? Nach Polen
vielleicht?

Da fühlt man sich doch in der Gardasee-Gegend sicherer, wo sich
Urlauber nicht vor herabstürzendem Geröll fürchten müssen. Die
Behörde von Campo hat vorgesorgt - mit einem Schild natürlich:
Achtung! Durchgang verboten für Steinschlag. Na also, geht doch,
Bürokratie kann auch sinnvoll sein.

Hier Schilda, da die Speisekarten, die selbstredend ein weites Feld
für Sprachunfälle sind. Irgendwie tragisch ist, dass Kartoffelknochen
Tomaten ...Oder... das durchaus feine Gericht Gnocchi di Patate al
Pomodoro sein sollen. Auch nicht appetitanregender: der Hühner-Hügel,
der in Nerja in Spanien feilgeboten wird.

Gar nicht ausmalen möchten wir uns die Folgen von Morgenlatte zum
kleinen Preis ab 7.30, die der Rosengrill (gepflegt speisen) in
Emmerich anbietet. Oder steht Ihnen der Sinn doch mehr nach
KunstiErwürgt Salat? Hierbei handelt es sich übrigens um die
bewundernswert mühevolle Übersetzung von Artischockensalat. Art-i-
Schocken-Salat! Ach, dann doch lieber Tordelli hansgemacht. Hans? Wer
ist Hans?

Fußball-Ventilatoren der Welt sind in Liverpool willkommen

Vielleicht ist Hans ein Freund des Ballsports. Dann ist er im Pub The
Albert in Liverpool ein gern gesehener Gast. Denn dort sind Fußball-
Ventilatoren der Welt willkommen. Das hat nichts damit zu tun, dass
in den meisten englischen Pubs, auch nach dem Rauchverbot, die Luft
zum Schneiden ist. Es liegt vielmehr daran, dass im Englischen das
Wort Fan direkt übersetzt nicht nur Anhänger, sondern auch Windmacher
heißt.

Rezension von:
Übelsetzungen, Sprachpannen aus aller Welt, Langenscheidt, 127 S.,
9,95 ¤

#53 Von: "Ursula Kuehl de Mones" <ukmones@...>
Datum: Son 22. Jul 2007 14:46
Betreff: Konsumverhalten der Deutschen
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Hallo,
heute schicke ich euch einen Artikel aus der hiesigen Zeitung, der
etwas aus dem augenblicklichen Verhalten der Deutschen berichtet.
Vielleicht ist er nicht allen ganz verständlich, aber es lohnt sich,
sich durchzuboxen, weil auch viel aktuelles Vokabular drinsteckt. Ihr
dürft mich ruhig fragen........
Also viel Spaß
Ursula

Artikel - Medienarchiv Augsburger Allgemeine
Datum: 21.07.2007
Seite: 1

Geiz ist blöd
Konsum. Früher gab's den SSV, dann war auf einmal immer
Schlussverkauf. Doch die Billigmeierei ist aus der Mode gekommen.
Zumindest bei denen, die es sich leisten können / Von Christian
Imminger

Das waren Bilder damals in der Tagesschau: Zweimal im Jahr gab s
einen Pulk schiebender, sich gegenseitig auf die Füße steigender
Menschen zu sehen, die sich im Morgengrauen an irgendwelche Glastüren
irgendwelcher Einkaufszentren vorzugsweise im Ruhrpott drängten, um
schließlich bei Öffnung des Ladens selbigen zu stürmen, Wühltische
durchzupflügen und Kassierer zu bedrohen, derweil die Familie zuhause
vor dem Fernseher sich die Salzstängel in die ohnehin fassungslos
geöffneten Münder schob (am nächsten Tag kaufte man dem Bub dann
selbst die lang ersehnte Jeans). Vorbei.

Spätestens seit 2004 ist nämlich immer irgendwo Schnäppchenjagd, denn
da wurde das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb novelliert,
welche die Rabattschlachten bis dato strikt reglementierte: Lediglich
an je zwölf Werktagen Anfang und Mitte des Jahres durften auslaufende
Saisonartikel verbilligt verhökert werden, an den restlichen Tagen
galten gewissermaßen die Gesetzmäßigkeiten einer Apotheke: Der Preis
auf dem bisweilen gilben Etikett war wie in Stein gemeißelt, und dass
die Einzelhändler irgendwann ihre tatsächlich vorhandenen, teilweise
auf dem Land noch bis in die 80er verbreiteten weißen Kittel
ablegten, war schon das Höchste. Alles vorbei.

Dass man derzeit dennoch in den Innenstädten von Sale-, Reduziert-
und Alles muss raus!-Schildchen fast schon erschlagen wird, liegt an
der Erfahrung des Handels, dass der Konsument eben ein
Gewohnheitstier ist: Ende Juli war halt immer billig.

Doch billig darf es jetzt auch das ganze Jahr über sein, und das
nicht nur von Gesetzes wegen, sondern auch aus Sicht der Verbraucher.
Das mittlerweile schon sprichwörtliche Motto zu dieser Haltung
lieferte der wie Media-Markt zur Metro-Gruppe gehörende Elektroriese
Saturn: Geiz ist geil! heißt es da seit mittlerweile bald einem
halben Jahrzehnt, und dass die Einführung des Slogans in denselben
Zeitraum wie die Gesetzesänderung fiel, mag vielleicht kein Zufall
gewesen sein. Er fiel auf jeden Fall - zumal in Zeiten der Rezession -
  auch auf fruchtbaren Boden.

Man kann es aber auch anders sagen: Avaritia - was daherkommt wie
einer der heutzutage schwer angesagten Kunstnamen eines
internationalen Konzerns nach der grob ge-schätzt zehnten Fusion, ist
die lateinische Bezeichnung einer der sieben Todsünden: Habgier und
Geiz. Dass das nun plötzlich geil sein sollte, ja: geil war und auch
der hilflose Konter der Kirche (Geiz ist gottlos) größtenteils, falls
überhaupt noch wahrgenommen, als eher folkloristischer Einsatz
abgetan wurde, zeigte zumindest zweierlei: dass nämlich ein Teil der
Gesellschaft schlicht nicht in der Lage, ein anderer aber plötzlich
nicht mehr willens war, mehr zu zahlen als irgend nötig - ich bin
doch nicht blöd!. Und dass in good old Germany, das doch so stolz war
auf eine gewisse Solidität, sich etwas änderte im Verhältnis zu den
Dingen. Vielleicht ja auch zu den Menschen.

Die geschickte (und gegen den kleinen Fachhändler gerichtete)
Verkaufsstrategie einer Großhandelskette mutierte jedenfalls rasch zu
einer Art Lebensgefühl - und kontaminierte als Wettstreit etwa um den
dicksten und zugleich am günstigsten erstandenen XXXL-Pentium-Rechner
mit 500-Mio.-GB-Festplatte auch noch den abseitigsten Party-Small-
Talk. Als Mittel zur Distinktion taugte plötzlich auch das
Schnäppchen, denn wer nicht clever war, war out.

Doch glaubt man Marktbeobachtern, scheint sich jüngst die Stimmung
wieder zu drehen. Augenscheinlichstes Indiz dafür ist vielleicht die
Tatsache, dass Saturn selbst bis Ende des Jahres von seinem Slogan
abrücken will. So dämmert den Unternehmen wohl allmählich, dass mit
einer Strategie des immer billiger auf Dauer nicht erfolgreich
wirtschaften ist, zumal in Stichproben nachgewiesen wurde, dass manch
vermeintliches Schnäppchen so günstig gar nicht war. Folge:
verärgerte Verbraucher, die bald sämtlichen Sonderangeboten
misstrauten und überdies bisweilen regelrecht frustriert wurden
angesichts der Unübersichtlichkeit im Unterholz so manchen
Preisgefüges. Prominentes Beispiel: der Telekommunikationsmarkt, bei
dem man in der Regel gar nicht die Zeit hat, sich durch den Wust an
Kleingedrucktem zu kämpfen, um tatsächlich das günstigste Angebot
herauszufischen.

Mögen die Preise teilweise auch noch so günstig sein, die
zusätzlichen Transaktionskosten - etwa die Zeit, die man in
Warteschleifen irgendwelcher Hotlines, mit dem Umtausch von Ware oder
in der Schlange vor Serviceschaltern zubringt - machten oft das
Kostenargument wieder wett. Die reine Orientierung am Preis ist
überholt, ist denn auch Trendforscher Peter Wippermann überzeugt. Und
neben Service und Beratung würden an die Unternehmen auch zunehmend
Anforderungen in puncto Nach- und Ganzheitlichkeit gestellt - Konsum
in Zeiten des Klimawandels eben.

Im Lebensmittelhandel ist das schon seit längerem zu beobachten: Dort
tummeln sich in den Bioläden längst nicht mehr nur die vormals
bespöttelten, einschlägig Verdächtigen aus dem alternativen Milieu,
und jeder Discounter, der auf sich hält, führt eine eigene Biolinie
im Sortiment. Letzteres Beispiel zeigt aber auch, dass der Preis
nicht gänzlich in den Hintergrund rückt: Mag sich im Zuge des
konjunkturellen Aufschwungs die Stimmung der Verbraucher laut GfK
(Gesellschaft für Konsumforschung) auch seit Monaten aufhellen, die
Einkommensschere geht in Deutschland dessen ungeachtet weiter
auseinander. Und so legten jüngst auch vor allem Aldi & Co. gehörig
zu.

So ist Qualität also wohl vor allem wieder geil für die, die es sich
leisten können, Geiz hingegen lediglich aus der Mode gekommen wie
Hosen mit Schlag. Sparen aus der Not aber ist weder Geiz noch geil,
ja: war es noch nie.

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