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#12481 Von: Stefan Beck <stefan@...>
Datum: Die 3. Mai 2011 13:05
Betreff: Re: SCHRANKSTIPENDIUM 2011
thing_frankfurt
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Das ist ja kolossal! Ein zweiseitiger PDF-Katalog wirft selbst das HMWK
aus der Bahn (hallo Bomber -:)).

Aber jetzt mal ernsthaft. Der kritische Unterton ist ja unüberhörbar.
Doch worin besteht er genau?

Worin besteht Deine Unzufriedenheit mit dem Stipendienwesen?

Wärst Du zufrieden, wenn sich die Bedingungen verbesserten? Also,
meinetwegen, ein 100 seitiger Vierfarbenkatalog bei einem namhaften
Verlag anstatt 2 Seiten PDF zum Selbstkostenpreis?

Oder ist Deine Kritik grundsätzlicher?

Wie wärs denn schön? (Wie Kurd Alsleben gerne fragt.)

Grüsse
Stefan



> Liebe Kulturschaffende und -interessenten,
>
> bitte beachten Sie folgende Ankündigung zum
>
> SCHRANKSTIPENDIUM 2011
> (internationale ausschreibung)
>
> Die Jury freut sich über zahlreiche Bewerbungen, und ebenso über die
Weitergabe dieser Information an weitere Interessenten.
>
> Bewerbung vom 1. Mai bis 31. August
>
> Antrag: Download unter: http://www.kunst-raum-mato.de/projekte.html
>
> ---------------
>
> Information:
>
> Im Mai 2011 ist es wieder soweit: bis zum 31. August des Jahres können sich
Künstlerinnen und Künstler aller Sparten für das sogenannte "Schrank-Stipendium"
bewerben.
>
> Der Kunstpreis umfasst einen 2-wöchigen mietfreien
Artist-in-Residence-Aufenthalt in einem Schrank im Atelierhaus Kunst Raum Mato
in Offenbach am Main. Im Anschluss ist eine Einzelausstellung
> geplant. Sogar einen 2-seitigen PDF-Katalog wird es geben, den der Stipendiat
dann zum Selbstkostenpreis drucken lassen darf.
>
> Das renommierte internationale "Schrankstipendium" wurde erstmals 2009 von
Verena Lettmayer, Ruth Luxenhofer, Charlotte Malcolm-Smith und Eva Moll
ausgeschrieben, die auch die Jury stellen.
> Die vier Künstlerinnen haben es sich zur Aufgabe gemacht, künstlerische
Projekte in allen künstlerischen Bereichen zu fördern: „Das Schrank-Stipendium
ist ideal für Künstlerinnen und Künstler, die in einem ganz neuen Kontext
Projekte realisieren wollen."
>
> Die Jury vergibt das Stipendium für außergewöhnliche künstlerische und
interdisziplinäre Leistungen. Interessenten können sich ab dem 1. Mai bewerben.
Das Bewerbungsformular gibt es unter folgender Adresse zum Download:
http://www.kunst-raum-mato.de/projekte.html
>
>
> [ Falls Sie diese oder eine ähnliche Benachrichtigung bereits erhalten haben,
bitten wirum Verständnis. ]
>
> i.A.
> Verena Lettmayer
> [ Jurymitglied ]
>




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#12482 Von: konbaum@...
Datum: Die 3. Mai 2011 14:25
Betreff: Blogthema Genie und Kommerz
konbaum@...
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Hey, hallo. Tut mir leid, dass ich noch nicht eher Bescheid gesagt hab, komm
grad wieder hier nach Frankfurt zurück, nach zwei Jahren Berlin. Da ist man ein
ganz anderes Tempo gewöhnt.
Habe heute im Internet ein Blog gefunden, das für manche vielleicht interessant
ist. Hat sehr viel mit Soziolgie zu tun und Analyse des Internets. Hier ist ein
frischer Artikel, der ganz gut hierher gehört.
Alles Gute
Konrad
 
http://differentia.wordpress.com/2011/05/02/die-kommerzialisierung-des-genies-1-\
urheberrecht/
Die Ungeniertheit, mit der Blogger ein Flattr-Button auf ihrem Blog  anbieten
steht nicht zufällig neben dem, seit einigen Jahren auch in  Europa
beobachtbaren Engagement von zahlreichen jungen Erwachsenen, sich  in
TV-Casting-Shows als Super-Talent anzubieten, sei es als Sänger oder  Model.
Seit drei Jahrzehnten schon jammern Lektoren und  Literatur-Agenten über
waschkörbeweise anfallende Manuskriptzusendungen.  Kein Professor hat bis heute
ein brauchbares Konzept zur Bewältigung  der Probleme, die durch die
Massenuniversität entstehen. Der einzige  Ausweg scheint schon wohl immer nur
die Forderung nach mehr Geld zu  sein, eine Forderung, die zwar ganz leicht
erhoben, aber nicht genauso  leicht erfüllt werden kann. Konzertveranstalter
aller Größenordnungen  werden mit Demo-CD zugeschmissen, Kunstgalerien finden
immer weniger  Ausreden, um den nicht endenwollenden Strom von Künstlern
abzuwimmeln.  Aber nicht nur auf dem künstlerisch-musischen Gebiet, auch auf
dem  Gebiet der Technik macht sich die Beobachtung von genialem Engagement 
bemerkbar. Patentamtsbeamte bemerken die ständig ansteigenen 
Patentanmeldungen, wohl wissend, dass nur weniges von dem, was da in 
Bastlerstuben entwickelt wurde, bei Konzernen auf Interesse stößt. Ich  selbst
erinnere mich daran, dass es bereits ab Mitte der 90er Jahre  unter
Magister-Absolventen üblich wurde, die eigene Magisterarbeit für  viel Geld
drucken zu lassen, um in einer Bewerbung mit einer Publikation  zu glänzen;
dies in der bescheidenen Annahme, man könne damit gegen  seine Konkurrenten,
die ja die eigenen Kommilitonen waren, einen Stich  machen; bescheiden deshalb,
da ja auch die Konkurrenten des Konkurrenten  den gleichen fragwürdigen
Optimismus zeigten.
Der Erfindungsreichtum  der Masse ist schier unbegrenzt; und seitdem es Internet
gibt, will  sich dieses Massenphänomen des Genies überfall durchsetzen;
freilich,  und ganz skrupellos: für Geld; und übrigens spielt der Einwand der 
Unwahrscheinlichkeit eines gelingenden Geschäfts kaum eine Rolle; so  wenig wie
der Einwand gegen das Lottospielen bei Lottospielern verfängt:  es gibt immer
genügend Einzelfälle, die zeigen, dass es dennoch klappen  könnte. Der
Massenoutput von genialen Leistungen geht unverdrossen  weiter.


---
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[Die Teile dieser Nachricht, die nicht aus Text bestanden, wurden entfernt]

#12483 Von: "brentis one" <brentis@...>
Datum: Die 3. Mai 2011 15:52
Betreff: Re: Blogthema Genie und Kommerz
brentis@...
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Ja hallo zurück,

Zum interessante Text:

Was soll das eigentlich bedeuten und belegen?

Das immer mehr Menschen ihre produktive Kreativität entdecken und auch meinen,
da sie genauso, wie die sonst einseitig über Menschen verfügende und jene
beherrschende Medien- und andere Industrien, selber tätig werden könnten,
anstatt als ewig abgefertigter/ abgefüllte und bediente Konsumenten, immer nur
Produkte von aussen aufzunehmen und zu beachten/betrachten?

Was ist daran so eigenartig?

Könnte es sein, das Menschen sich auszudrücken gelernt haben und sich als
mündige Individuuen sehen, die nicht nur ihren kommerzuellen "Schnitt" darin
machen wollen, sondern gehört, gelesen, beachtet und WAHR-genommen werden
möchten?

Und den gesuchten, persönlichen, individuellen, kreativen, künstlerischen
Ausdruck mit einem Lotteriespiel zu vergleichen zeigt nur welcher Zynismus
aufgeboten werden muss, um eigene "Geschäftsinteressen", Territorien und
Marktsegmente zu verteidigen und wie nah "Wir" in dieser Gesellschaft
daran/darin und weit, an Verblendung und Nicht-Zuhören wollen der Bedürfnisse
der Menschen wirklich sind, die nun nicht immer nur apathisch und unter Hypnose
konsumieren, sondern gezielt, bewusst und spontan agieren wollen,...

ja schön.



   ----- Original Message -----
   From: konbaum@...
   To: thing-frankfurt@...
   Sent: Tuesday, May 03, 2011 4:25 PM
   Subject: [thing-frankfurt] Blogthema Genie und Kommerz



   Hey, hallo. Tut mir leid, dass ich noch nicht eher Bescheid gesagt hab, komm
grad wieder hier nach Frankfurt zurück, nach zwei Jahren Berlin. Da ist man ein
ganz anderes Tempo gewöhnt.
   Habe heute im Internet ein Blog gefunden, das für manche vielleicht
interessant ist. Hat sehr viel mit Soziolgie zu tun und Analyse des Internets.
Hier ist ein frischer Artikel, der ganz gut hierher gehört.
   Alles Gute
   Konrad

  
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urheberrecht/
   Die Ungeniertheit, mit der Blogger ein Flattr-Button auf ihrem Blog anbieten
steht nicht zufällig neben dem, seit einigen Jahren auch in Europa
beobachtbaren Engagement von zahlreichen jungen Erwachsenen, sich in
TV-Casting-Shows als Super-Talent anzubieten, sei es als Sänger oder Model.
Seit drei Jahrzehnten schon jammern Lektoren und Literatur-Agenten über
waschkörbeweise anfallende Manuskriptzusendungen. Kein Professor hat bis heute
ein brauchbares Konzept zur Bewältigung der Probleme, die durch die
Massenuniversität entstehen. Der einzige Ausweg scheint schon wohl immer nur
die Forderung nach mehr Geld zu sein, eine Forderung, die zwar ganz leicht
erhoben, aber nicht genauso leicht erfüllt werden kann. Konzertveranstalter
aller Größenordnungen werden mit Demo-CD zugeschmissen, Kunstgalerien finden
immer weniger Ausreden, um den nicht endenwollenden Strom von Künstlern
abzuwimmeln. Aber nicht nur auf dem künstlerisch-musischen Gebiet, auch auf dem
Gebiet der Technik macht sich die Beobachtung von genialem Engagement bemerkbar.
Patentamtsbeamte bemerken die ständig ansteigenen Patentanmeldungen, wohl
wissend, dass nur weniges von dem, was da in Bastlerstuben entwickelt wurde, bei
Konzernen auf Interesse stößt. Ich selbst erinnere mich daran, dass es bereits
ab Mitte der 90er Jahre unter Magister-Absolventen üblich wurde, die eigene
Magisterarbeit für viel Geld drucken zu lassen, um in einer Bewerbung mit einer
Publikation zu glänzen; dies in der bescheidenen Annahme, man könne damit
gegen seine Konkurrenten, die ja die eigenen Kommilitonen waren, einen Stich
machen; bescheiden deshalb, da ja auch die Konkurrenten des Konkurrenten den
gleichen fragwürdigen Optimismus zeigten.
   Der Erfindungsreichtum der Masse ist schier unbegrenzt; und seitdem es
Internet gibt, will sich dieses Massenphänomen des Genies überfall
durchsetzen; freilich, und ganz skrupellos: für Geld; und übrigens spielt der
Einwand der Unwahrscheinlichkeit eines gelingenden Geschäfts kaum eine Rolle;
so wenig wie der Einwand gegen das Lottospielen bei Lottospielern verfängt: es
gibt immer genügend Einzelfälle, die zeigen, dass es dennoch klappen könnte.
Der Massenoutput von genialen Leistungen geht unverdrossen weiter.

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#12484 Von: Stefan Beck <stefan@...>
Datum: Die 3. Mai 2011 16:38
Betreff: Re: Blogthema Genie und Kommerz
thing_frankfurt
Mail senden Mail senden
 
Also, ich versteh auch nicht worauf der Herr Kusanowsky hinauswill.

Die Gleichsetzung von Produzenten im Netz mit Genies halte ich für
übertrieben. Ich würde doch erstmal von Mitteilungswillen sprechen, von
Sendern, Autoren.

Manche davon wollen Geld verdienen, manche nicht. Da sollte man erstmal
sehen, wie genau die Monetarisierungsversuche aussehen.

Den Flattr Button finde ich OK. Es wird einem im Gegensatz zu einer
Google-Anzeige noch nicht einmal etwas aufgenötigt. Dabei gleich von
"Ungeniertheit" zu sprechen, geht zu weit.

Ich würde es als einen dezenten Hinweis verstehen, den Leser darauf
aufmerksam zu machen, daß der Inhalt einen Aufwand bedeutete. Und manche
Menschen haben ja auch tatsächlich Geld zu verteilen. Wer nicht flattern
will lässts einfach.

Grüsse
Stefan

P.S.

Was ist das eigentlich für ein Tempo in Berlin? Schneller oder langsamer
als in Frankfurt?

> Ja hallo zurück,
>
> Zum interessante Text:
>
> Was soll das eigentlich bedeuten und belegen?
>
> Das immer mehr Menschen ihre produktive Kreativität entdecken und auch meinen,
da sie genauso, wie die sonst einseitig über Menschen verfügende und jene
beherrschende Medien- und andere Industrien, selber tätig werden könnten,
anstatt als ewig abgefertigter/ abgefüllte und bediente Konsumenten, immer nur
Produkte von aussen aufzunehmen und zu beachten/betrachten?
>
> Was ist daran so eigenartig?
>
> Könnte es sein, das Menschen sich auszudrücken gelernt haben und sich als
mündige Individuuen sehen, die nicht nur ihren kommerzuellen "Schnitt" darin
machen wollen, sondern gehört, gelesen, beachtet und WAHR-genommen werden
möchten?
>
> Und den gesuchten, persönlichen, individuellen, kreativen, künstlerischen
Ausdruck mit einem Lotteriespiel zu vergleichen zeigt nur welcher Zynismus
aufgeboten werden muss, um eigene "Geschäftsinteressen", Territorien und
Marktsegmente zu verteidigen und wie nah "Wir" in dieser Gesellschaft
daran/darin und weit, an Verblendung und Nicht-Zuhören wollen der Bedürfnisse
der Menschen wirklich sind, die nun nicht immer nur apathisch und unter Hypnose
konsumieren, sondern gezielt, bewusst und spontan agieren wollen,...
>
> ja schön.
>
>
>
>   ----- Original Message -----
>   From: konbaum@...
>   To: thing-frankfurt@...
>   Sent: Tuesday, May 03, 2011 4:25 PM
>   Subject: [thing-frankfurt] Blogthema Genie und Kommerz
>
>
>
>   Hey, hallo. Tut mir leid, dass ich noch nicht eher Bescheid gesagt hab, komm
grad wieder hier nach Frankfurt zurück, nach zwei Jahren Berlin. Da ist man ein
ganz anderes Tempo gewöhnt.
>   Habe heute im Internet ein Blog gefunden, das für manche vielleicht
interessant ist. Hat sehr viel mit Soziolgie zu tun und Analyse des Internets.
Hier ist ein frischer Artikel, der ganz gut hierher gehört.
>   Alles Gute
>   Konrad
>
>  
http://differentia.wordpress.com/2011/05/02/die-kommerzialisierung-des-genies-1-\
urheberrecht/
>   Die Ungeniertheit, mit der Blogger ein Flattr-Button auf ihrem Blog anbieten
steht nicht zufällig neben dem, seit einigen Jahren auch in Europa beobachtbaren
Engagement von zahlreichen jungen Erwachsenen, sich in TV-Casting-Shows als
Super-Talent anzubieten, sei es als Sänger oder Model. Seit drei Jahrzehnten
schon jammern Lektoren und Literatur-Agenten über waschkörbeweise anfallende
Manuskriptzusendungen. Kein Professor hat bis heute ein brauchbares Konzept zur
Bewältigung der Probleme, die durch die Massenuniversität entstehen. Der einzige
Ausweg scheint schon wohl immer nur die Forderung nach mehr Geld zu sein, eine
Forderung, die zwar ganz leicht erhoben, aber nicht genauso leicht erfüllt
werden kann. Konzertveranstalter aller Größenordnungen werden mit Demo-CD
zugeschmissen, Kunstgalerien finden immer weniger Ausreden, um den nicht
endenwollenden Strom von Künstlern abzuwimmeln. Aber nicht nur auf dem
künstlerisch-musischen Gebiet, auch auf dem Gebiet der Technik m
acht sich die Beobachtung von genialem Engagement bemerkbar. Patentamtsbeamte
bemerken die ständig ansteigenen Patentanmeldungen, wohl wissend, dass nur
weniges von dem, was da in Bastlerstuben entwickelt wurde, bei Konzernen auf
Interesse stößt. Ich selbst erinnere mich daran, dass es bereits ab Mitte der
90er Jahre unter Magister-Absolventen üblich wurde, die eigene Magisterarbeit
für viel Geld drucken zu lassen, um in einer Bewerbung mit einer Publikation zu
glänzen; dies in der bescheidenen Annahme, man könne damit gegen seine
Konkurrenten, die ja die eigenen Kommilitonen waren, einen Stich machen;
bescheiden deshalb, da ja auch die Konkurrenten des Konkurrenten den gleichen
fragwürdigen Optimismus zeigten.
>   Der Erfindungsreichtum der Masse ist schier unbegrenzt; und seitdem es
Internet gibt, will sich dieses Massenphänomen des Genies überfall durchsetzen;
freilich, und ganz skrupellos: für Geld; und übrigens spielt der Einwand der
Unwahrscheinlichkeit eines gelingenden Geschäfts kaum eine Rolle; so wenig wie
der Einwand gegen das Lottospielen bei Lottospielern verfängt: es gibt immer
genügend Einzelfälle, die zeigen, dass es dennoch klappen könnte. Der
Massenoutput von genialen Leistungen geht unverdrossen weiter.
>



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#12485 Von: konbaum@...
Datum: Die 3. Mai 2011 17:07
Betreff: RE: Re: Blogthema Genie und Kommerz
konbaum@...
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So wie ich das verstehe könnte gemeint sein, dass das Internet die soziale
Plastik ist, von der Beuys gesprochen hat. Kann mich auch irren.
http://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Plastik
 
Dazu passt die Nachricht, dass jetzt auch der Duden online kostenlos zu haben
ist ganz gut rein.
http://www.duden.de/
 
Das Tempo in Berlin? Oh Gottchen, jetzt aber mal langsam :-)
 
 
 
-----Ursprüngliche Nachricht-----
  Von: "Stefan Beck" [stefan@...]
  Gesendet: Di. 03.05.11 (18:38)
  An: thing-frankfurt@...
  Betreff: Re: [thing-frankfurt] Blogthema Genie und Kommerz

  Also, ich versteh auch nicht worauf der Herr Kusanowsky hinauswill.

  Die Gleichsetzung von Produzenten im Netz mit Genies halte ich für
  übertrieben. Ich würde doch erstmal von Mitteilungswillen sprechen, von
  Sendern, Autoren.

  Manche davon wollen Geld verdienen, manche nicht. Da sollte man erstmal
  sehen, wie genau die Monetarisierungsversuche aussehen.

  Den Flattr Button finde ich OK. Es wird einem im Gegensatz zu einer
  Google-Anzeige noch nicht einmal etwas aufgenötigt. Dabei gleich von
  "Ungeniertheit" zu sprechen, geht zu weit.

  Ich würde es als einen dezenten Hinweis verstehen, den Leser darauf
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  Menschen haben ja auch tatsächlich Geld zu verteilen. Wer nicht flattern
  will lässts einfach.

  Grüsse
  Stefan

  P.S.

  Was ist das eigentlich für ein Tempo in Berlin? Schneller oder langsamer
  als in Frankfurt?

  > Ja hallo zurück,
  >
  > Zum interessante Text:
  >
  > Was soll das eigentlich bedeuten und belegen?
  >
  > Das immer mehr Menschen ihre produktive Kreativität entdecken und auch
meinen, da sie genauso, wie die sonst einseitig über Menschen verfügende und
jene beherrschende Medien- und andere Industrien, selber tätig werden könnten,
anstatt als ewig abgefertigter/ abgefüllte und bediente Konsumenten, immer nur
Produkte von aussen aufzunehmen und zu beachten/betrachten?
  >
  > Was ist daran so eigenartig?
  >
  > Könnte es sein, das Menschen sich auszudrücken gelernt haben und sich als
mündige Individuuen sehen, die nicht nur ihren kommerzuellen "Schnitt" darin
machen wollen, sondern gehört, gelesen, beachtet und WAHR-genommen werden
möchten?
  >
  > Und den gesuchten, persönlichen, individuellen, kreativen, künstlerischen
Ausdruck mit einem Lotteriespiel zu vergleichen zeigt nur welcher Zynismus
aufgeboten werden muss, um eigene "Geschäftsinteressen", Territorien und
Marktsegmente zu verteidigen und wie nah "Wir" in dieser Gesellschaft
daran/darin und weit, an Verblendung und Nicht-Zuhören wollen der Bedürfnisse
der Menschen wirklich sind, die nun nicht immer nur apathisch und unter Hypnose
konsumieren, sondern gezielt, bewusst und spontan agieren wollen,...
  >
  > ja schön.
  >
  >
  >
  >   ----- Original Message -----
  >   From: konbaum@...
  >   To: thing-frankfurt@...
  >   Sent: Tuesday, May 03, 2011 4:25 PM
  >   Subject: [thing-frankfurt] Blogthema Genie und Kommerz
  >
  >
  >
  >   Hey, hallo. Tut mir leid, dass ich noch nicht eher Bescheid gesagt hab,
komm grad wieder hier nach Frankfurt zurück, nach zwei Jahren Berlin. Da ist
man ein ganz anderes Tempo gewöhnt.
  >   Habe heute im Internet ein Blog gefunden, das für manche vielleicht
interessant ist. Hat sehr viel mit Soziolgie zu tun und Analyse des Internets.
Hier ist ein frischer Artikel, der ganz gut hierher gehört.
  >   Alles Gute
  >   Konrad
  >
  >  
http://differentia.wordpress.com/2011/05/02/die-kommerzialisierung-des-genies-1-\
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Seit drei Jahrzehnten schon jammern Lektoren und Literatur-Agenten über
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Gebiet der Technik m
  acht sich die Beobachtung von genialem Engagement bemerkbar. Patentamtsbeamte
bemerken die ständig ansteigenen Patentanmeldungen, wohl wissend, dass nur
weniges von dem, was da in Bastlerstuben entwickelt wurde, bei Konzernen auf
Interesse stößt. Ich selbst erinnere mich daran, dass es bereits ab Mitte der
90er Jahre unter Magister-Absolventen üblich wurde, die eigene Magisterarbeit
für viel Geld drucken zu lassen, um in einer Bewerbung mit einer Publikation zu
glänzen; dies in der bescheidenen Annahme, man könne damit gegen seine
Konkurrenten, die ja die eigenen Kommilitonen waren, einen Stich machen;
bescheiden deshalb, da ja auch die Konkurrenten des Konkurrenten den gleichen
fragwürdigen Optimismus zeigten.
  >   Der Erfindungsreichtum der Masse ist schier unbegrenzt; und seitdem es
Internet gibt, will sich dieses Massenphänomen des Genies überfall
durchsetzen; freilich, und ganz skrupellos: für Geld; und übrigens spielt der
Einwand der Unwahrscheinlichkeit eines gelingenden Geschäfts kaum eine Rolle;
so wenig wie der Einwand gegen das Lottospielen bei Lottospielern verfängt: es
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[Die Teile dieser Nachricht, die nicht aus Text bestanden, wurden entfernt]

#12486 Von: Stefan Beck <stefan@...>
Datum: Fr 20. Mai 2011 19:08
Betreff: Objektkunst
thing_frankfurt
Mail senden Mail senden
 
Gelegentlich taucht hier (und auf Facebook) in Diskussionen der Begriff
"Objektkunst" auf. Ihm möchte ich eine vorläufige Präzisierung geben:

Objektkunst heisse ich exakt begrenzte und abgeschlossene Gegenstände,
die als Kunst gemeint sind.

Sie sind für sich fertig und nicht erweiterbar, was ihre Struktur und
physische Beschaffenheit angeht. Weder vom Betrachter noch vom Künstler.
Von ihrer Poetik her ist eine Expansion auch nicht intendiert.

Objektkunst muß nicht materiell sein. Auch eine Sonate von Beethoven,
ein Theaterstück von Beckett sind objekthaft, insofern sie von ihrer
Anlage nicht gedacht sind erweitert zu werden.

Abgeleitet von der primären Eigenschaft der Abgeschlossenheit bestehen
sekundäre Eigenschaften der Beweglichkeit, Handelbarkeit und
Inventarisierbarkeit. Autonomie wird durch Abgeschlossenheit erst möglich.

Das Gegenteil des Objekts ist der Prozess, der offen, unabgeschlossen
und in seiner Entwicklung unvorhersehbar zu denken ist.

Die Vergegenständlichung eines Prozesses ist als (OpenSource) Software
zu denken. Software ist quelloffen, anpassbar, veränderbar,
austauschbar, erweiterbar und korrigierbar.

Kunst, die nicht objekthaft ist, nähert sich dem Paradigma der Software,
sie wird Programm.


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#12487 Von: "brentis one" <brentis@...>
Datum: Fr 20. Mai 2011 19:33
Betreff: Re: Objektkunst
brentis@...
Mail senden Mail senden
 
Ja das knüpft gut daran an, was hier letztens mal jemand in einem recht
unglücklich gewählten Zusammenhang gschrieben hat und dabei an den Kunstbegriff
von Beuys erinnerte, werde mich noch exzessiver dazu äussern.




   ----- Original Message -----
   From: Stefan Beck
   To: thing-frankfurt@...
   Sent: Friday, May 20, 2011 9:08 PM
   Subject: [thing-frankfurt] Objektkunst



   Gelegentlich taucht hier (und auf Facebook) in Diskussionen der Begriff
   "Objektkunst" auf. Ihm möchte ich eine vorläufige Präzisierung geben:

   Objektkunst heisse ich exakt begrenzte und abgeschlossene Gegenstände,
   die als Kunst gemeint sind.

   Sie sind für sich fertig und nicht erweiterbar, was ihre Struktur und
   physische Beschaffenheit angeht. Weder vom Betrachter noch vom Künstler.
   Von ihrer Poetik her ist eine Expansion auch nicht intendiert.

   Objektkunst muß nicht materiell sein. Auch eine Sonate von Beethoven,
   ein Theaterstück von Beckett sind objekthaft, insofern sie von ihrer
   Anlage nicht gedacht sind erweitert zu werden.

   Abgeleitet von der primären Eigenschaft der Abgeschlossenheit bestehen
   sekundäre Eigenschaften der Beweglichkeit, Handelbarkeit und
   Inventarisierbarkeit. Autonomie wird durch Abgeschlossenheit erst möglich.

   Das Gegenteil des Objekts ist der Prozess, der offen, unabgeschlossen
   und in seiner Entwicklung unvorhersehbar zu denken ist.

   Die Vergegenständlichung eines Prozesses ist als (OpenSource) Software
   zu denken. Software ist quelloffen, anpassbar, veränderbar,
   austauschbar, erweiterbar und korrigierbar.

   Kunst, die nicht objekthaft ist, nähert sich dem Paradigma der Software,
   sie wird Programm.

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#12488 Von: "annabergmayer" <annabergmayer@...>
Datum: Mit 25. Mai 2011 9:11
Betreff: Suche nach Liebe
annabergmayer
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Hallo an alle Singles,

ich bin Webmasterin einer neulich erstellter Website_millionaertreff.de_.

Zuerst darf ich diese Seite vorstellen. Es geht um Singles, die festes und
relativ höhes Einkommen haben, aber keine Chance eine(n) Freundin/Freund zu
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Beste Grüße,
Anna Bergmayer

#12489 Von: Jörg Spamer <joergspamer@...>
Datum: Mit 25. Mai 2011 9:37
Betreff: Holger, der Kampf geht weiter Galerie 511, 31.5 - 19.6.2011
joergspamer@...
Mail senden Mail senden
 
*Holger, der Kampf geht weiter!, Galerie 511, 31.5. -- 19.6.2011*

Mit seiner Hütte geht Holger Nickisch oft auf Wanderschaft. Man darf
sich vom etwas sperrigen Titel ME folly nicht beirren lassen. Es ist im
Grunde eine Ruine, ähnlich künstlich wie die Ruinen im Schlosspark
Sanssouci, oder in den Bildern von Caspar David Friedrich, wobei die
gleiche Idee der Romantik aufgegriffen bzw. auf aktuelle Art
konkretisiert wird.

Sie ist ein Ort, an dem Kunst passiert. Mal steht sie auf einer
Verkehrsinsel inmitten einer viel befahrenen Straße, mal vor den
Wohnblocks in einem Brennpunktviertel einer Großstadt. Diesmal auf dem
Gelände eines Gymnasiums in Butzbach.

Und immer wieder passiert die Auseinandersetzung mit Kunst und allem
anderen und gerade deswegen wieder mit Kunst.

Dabei ist die Hütte nicht immer anwesend, sondern wird variiert. So
waren im letzten Winter etwa bei einem Open-Air Kinoabend in
einemAmsterdamer Problemviertel die Tonnen mit dem
Lagerfeuerfunktionaler als es die Hütte hätte sein können. Um sie
scharten sich die Leute und hielten gemeinsam die Hände über die
wärmenden Flammen. Klar, dass man da ins Gespräch kommt.

Holger Nickisch treibt eine Idee in einer ganz anderen Richtung weiter,
als sein Freund Stephen Craig mit seinen Pavillons, die sich z.B. auf
der Documenta und den Skulpturenprojekten Münster als architektonisch
filigrane Kunstcontainer darstellten.

Holger Nickisch, der schon seit langem auch viele andere Künstler in
Stadtteile hereinbringt, um diese zum Ausstellungsort zu machen, um die
Kommunikation anzuregen, ist dabei selbst ein glänzender Kommunikator,
der mit dem Bankmanager ebenso schnell Themen findet wie mit dem
Nachbarn aus Surinam.

Man darf gespannt sein, was sich da in dieser schuleigenen Galerie 511
tut, die nicht in Frankfurt ist, sondern ein umfunktionierter
Klassenraum eine halbe Autostunde entfernt, nun erweitert auf das
Außengelände .

Die Zusammenarbeit kam vor allem durch das Engagement der Lehrer in
Butzbach zustande, die diese Galerie betreiben. Vielleicht kann das
Butzbacher Modell und das von Holger Nickisch auch etwas für Frankfurt
und weitere Städte werden.

Jörg Spamer, Frankfurt

Als jemand Beuys bei einer Diskussion...vorhielt, er rede über Gott und
die Welt, aber nicht über die Kunst, antwortete dieser: "Aber Gott und
die Welt sind die Kunst!" aus: Susanne Kippenberger, Kippenberger,
Berlin 2007

Mehr Info unter folgenden Links:

http://www.me-folly.blogspot.com/

http://www.weidigschule.de/galerie/galerie.htm



[Die Teile dieser Nachricht, die nicht aus Text bestanden, wurden entfernt]

#12490 Von: "brentis one" <brentis@...>
Datum: Mit 25. Mai 2011 11:07
Betreff: Re: Suche nach Liebe
brentis@...
Mail senden Mail senden
 
Bin kein "Singel", und verwehre mich gegen diese kolonialisierende,
einschränkende Marktgängig machenden Verwertungsmasstäbe und Praktiken!

So würde mich ebenso nicht bei "Millionärstreff" anmelden, da ich es vorziehe,
mit Menschen zusammen zu sein und zu "leben" und mich mit ihnen in tätiger,
produktiver Diskussion und kreativer Aktion zu üben, die an einer radikalen und
tief greifenden positiven Wandlung und Veränderung der ausbeutenden, auf Profit
und Gewinn ausgerichteten Verwertungsgesellschaft, arbeitet.
Diese ausbeutende Gesellschaft und deren Ziele, die nur wenige darin erreichen
können, wird gut mit dem vermeintlich angenehmen und trügerischen, elitären
Millionärsdasein beschrieben.
Dies ist tatsächlich nur für ein kleine Elite erreichbar und lässt sich
ausschließlich zu Lasten der überwiegenden Allgemeinheit und des Gemeinwohls
umsetzen. Zu Lasten derer, die in dieser Verwertungsgesellschaft als
untergeordnete, disziplinierte, klein gehaltene, unselbstständige, ohne
essentielle Mitsprache, als untergeordnete Arbeitskräfte im "Menschenpark"
geduldet und benützt werden.

Aufstände in Spanien, Nordafrika, Asien und anderswo sind dagegen gerichtet,
gegen diese ausbeutende, einseitige und verwertende, wie global schädigende,
Kapital-akkumulativ- orientiere Systemstruktur, Widerspruch dagegen ist sichtbar
und im Wachsen begriffen. Konkreter Widerstand der darin wiederholt aufflackert
zeigt, das diese globalisierte und systematisierte Ausbeutung aus diversen
Gründen keinen Bestand haben kann und wird.

Wir können und wollen uns nicht mehr mit deren Leitbildern identifizieren, den
in Medien und Werbung uns permanent aufgezwungenen und aufoktroyierten (sic)
KonsumENTENhaltungen und allein materialistischen Idealen, uns nicht mehr von
den hohlen Zielen einer Verwertungs- und elitären "Millionärsgesellschaft"
überwältigen lassen, die ihren einseitigen Gewinn und Profit (Chomsky: "Profit
over people" ) nur in fortgesetzter Ausbeutung, Kolonialisierung,
imperialistischer und mit Waffengewalt erzwungener Unterdrückung erzielt und
strategisch permanent ausweitet!
Unterdrückung in extremer Art und Weise, die aktuell auch von Weltbank, EU und
WTO, etc. forciert und oberflächlich unblutig, aber ebenso Gewalt bereit, brutal
und aktiv, auf der gesamten Welt betrieben und vollzogen wird.

Dies ist eine begrenzte und liebenswerte Welt mit relativ einheitlichen
Interessen der Lebewesen darin, die weder dominiert, ausgebeutet, diszipliniert
noch benützt, wie verwertet werden wollen. Und dies zudem nicht von einer
raffgierigen schmallippigen, keifenden Elite, die sich über sämtliche humane
Bedürfnisse und weit über jede akzeptable Schmerzgrenze hinaus, zynisch und in
Menschen-verachtender Umkehrung jeglicher humanitärer Grund-Begriffe, über
jedwede ethisch moralischen Maßstäbe hinweggesetzt hat und die sich einem
wütende Raubzug gleich, zu einer permanenten und lebensbedrohenden Katastrophe
und Gefahr für unser gemeinsames Biotop und unsere Lebensräume entwickelt hat.




Diese Welt gehört allen Lebewesen gemeinsam und zu gleichen Teilen.
Und Menschen wie Tiere und Pflanzen und sämtliche Rohstoffe darin, sind kein
auszubeutende Ressource für eine rabiate, Verwertungs-besessene, kleine Schicht
von gierigen Raub-Menschen, die alles in ihrem Interesse und zu ihrem alleinigen
toten Profit vereinnahmen und aufzusaugen trachten. Jene die ebenso darin von
ihren natürlichen Lebensinteressen entfernt, in der überzogenen auch sie unfreie
haltenden, verwertenden, destruktiven Anspruchshaltung die sie vertreten, alles
Lebens- und Liebenswerte in dieser einen WELT nur ausbeuten und deren vitale,
erheblichen Werte nicht mehr erkennen, und daher auf dem Weg sind, diese völlig
naiv, verwöhnten Kleinkindern gleich, zu vergeuden, zu verschwenden und dadurch
zu zerstören!




  Dies ist eine Welt und die gehört allen Lebewesen und es ist höchste Zeit, mit
der brutalen, eindimensionalen Verwertung im kolonialisierten Weltmaßstab zu
brechen und die Zwangsherrschaft darin, einer überbordenden, einseitigen,
elitären, angeblichen Ökonomie zu beenden. Deren Raubbau und die wilde brutale
Zerstörung zu stoppen, die konträr zu sämtlichen natürlichen, nachhaltigen, zu
bewahrenden Entwicklungen und Entwicklungsmöglichkeit steht, auf dem Weg und
bereit dazu ist, diesen Planeten und unsere gemeinsamen Lebensräume, deren
Rechte wir ab sofort massiv verteidigen werden, in Schutt und Asche zu
verwandeln.




Wie sagten die Jugendlichen und anderen Aufständischen in Spanien letzte WOCHE
(150511).


No quiero ser ESCLAVA de este sistema!

Wir sind keine Sklaven diese Systems, das nur den Profit der Wenigen bedient,
auf Kosten und zu Lasten der sonstigen, in Unterwerfung darin unterdrückten
Mehrheit!





Vencermos!












   ----- Original Message -----
   From: annabergmayer
   To: thing-frankfurt@...
   Sent: Wednesday, May 25, 2011 11:11 AM
   Subject: [thing-frankfurt] Suche nach Liebe



   Hallo an alle Singles,

   ich bin Webmasterin einer neulich erstellter Website_millionaertreff.de_.

   Zuerst darf ich diese Seite vorstellen. Es geht um Singles, die festes und
relativ höhes Einkommen haben, aber keine Chance eine(n) Freundin/Freund zu
finden haben. Diese Seite bittet so eine Plattform an, auf der die Singles
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   Beste Grüße,
   Anna Bergmayer





[Die Teile dieser Nachricht, die nicht aus Text bestanden, wurden entfernt]

#12491 Von: "Wolf D. Schreiber" <wolf@...>
Datum: Mit 25. Mai 2011 14:21
Betreff: Salon noir des artistes -:- Stummfilmvertonung
wolf@...
Mail senden Mail senden
 
Freitag, 27. Mai · 20:00 - 23:00
Salon noir des artistes
Atelierfrankfurt - Hohenstaufenstr. 13- 25

Wolf D. Schreiber (Klavier) und Bertram B. Ohne (Gitarre) vertonen live
den Stummfilm "Die Einladung zur Reise – L'invitation au voyage" der
französischen Regisseurin Germaine Dulac aus dem Jahre 1927.
Beginn: 20.30 Uhr

Kulinarisch kitzeln Anny und Sibel Euren Gaumen. Es gibt kleine
Leckereien, Seemannsgarn und süffige Getränke.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Die Einladung zur Reise:
Originaltitel: L'invitation au voyage
Frankreich 1927
Regie/Drehbuch: Germaine Dulac (frei nach Charles Baudelaire)
Kamera: Paul Guichard, Lucien Bellavoine
Darsteller: Emma Gynt, Raymond Dubreul, Robert Mirfeuil, Paul Lorbert u.a.
Schwarzweiß
39 min

„Großstadt. Nacht. Eine Frau und die Sehnsucht, aus ihrem Ehealltag
auszubrechen. In einer Bar lockt das Abenteuer in Gestalt eines
Marineoffiziers...
Die Initialzündung zu der sehr reduzierten Filmerzählung, zu der Dulac
das Drehbuch selbst geschrieben hat, liefern ein paar Verszeilen des
gleichnamigen Gedichts aus Charles Baudelaires stilbildendem Gedichtband
Les fleurs du mal (Die Blumen des Bösen). Der Film ist keine
Illustration des Gedichts, er sucht nach einem filmischen Äquivalent zu
Baudelaires symbolischer Lyrik und entfaltet dabei seine ganz eigene
Poesie in ruhigen Einstellungen, Überblendungen und
Assoziationsmontagen. Dulac sucht auch hier nach Möglichkeiten, die
subjektive Welt ihrer Protagonistin ins Bild zu setzen, geht mit diesem
Film aber einen Schritt weiter in der Abkehr vom narrativen Kino hin zu
der abstrakteren, rhythmisierten Filmsprache ihrer späteren
Experimentalfilme.“
Quelle: www.stummfilmfestival.de <http://www.stummfilmfestival.de>

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Germaine Dulac
(* 17. November 1882 in Amiens; † 20. Juli 1942 in Paris) war eine
französische Filmregisseurin und Filmtheoretikerin.
Dulac debütierte als Regisseurin mit dem Film Les Soeurs ennemies aus
dem Jahr 1915. Sie wandte sich neuartigen künstlerischen
Ausdrucksmitteln zu; mit ihren Filmen La fête espagnole (1920) und La
souriante Madame Beudet (1922) war sie neben Louis Delluc der wichtigste
Vertreter des französischen Filmimpressionismus Anfang der 20er Jahre.
Beim Film L'invitation au voyage (1927) wirkte sie nicht nur als
Regisseurin, sondern auch als Drehbuchautorin und Filmproduzentin. Ihr
Film La coquille et le clergyman (1928) nach einem Drehbuch von Antonin
Artaud gilt als der erste surrealistische Film, der noch vor dem Film
Ein andalusischer Hund (1928) gedreht wurde.
Quelle: Wikipedia

#12492 Von: Stefan Beck <stefan@...>
Datum: Mit 1. Juni 2011 12:47
Betreff: Veranstaltungen mit zeitgenössischer Musik in Frankfurt
thing_frankfurt
Mail senden Mail senden
 
An zeitgenössischer (ernster) Musik passiert einiges in Frankfurt. Leite
hier mal den Newsletter der FGNM weiter:


FGNM - Frankfurter Gesellschaft für Neue Musik

Sehr geehrte Damen und Herren,
auf folgende Veranstaltungen mit zeitgenössischer Musik in Frankfurt und
Rhein/ Main im Junii wollen wir Sie aufmerksam machen.
Mit freundlichen Grüßen im Namen der Frankfurter Gesellschaft für Neue
Musik,
Robin Hoffmann

------------------------------------------------------------------------



*01.06., 18.00 Uhr
*

*shortcuts*

/Programm/

John Cage: The wonderful widow of eighteen springs

George Crumb: Three early songs

George Crumb: Apparition, Elegiac Songs and Vocalises for Soprano and
Amplified Piano



Annika Gerhards, Sopran; Paul Schäffer, Klavier



/Eintritt frei/

/Veranstaltung des Instituts für zeitgenössische Musik I z M/



Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, kleiner Saal

Eschersheimer Landstraße 29-39

60322 Frankfurt

julia.cloot@...

------------------------------------------------------------------------



*1. Juni 2011, 20:00 Uhr*

*ZWEI. eine Konzertreihe der Frankfurter Gesellschaft für Neue Musik*

ZWEI. ENVIROMENTS - KONZERT / INSTALLATION

mit
Paul Hübner: Trompete
Bernd Thewes: Hawaii-Gitarre/Technik/Installation



/Programm:/

Bernd Thewes:
- Koko für Trompete und 3-kanalige Zuspielmusik mit einem Text von Hugo Ball
- Tromtata ein transphonetisches Solo für Trompete und Orpheus-Dämpfer
nach Hugo Balls Lautgedichten in 8 Teilen
- Wunschmaschine, Version für transgene Hawaii-Gitarre und
Klangprojektion (UA)



/Im Portraitkonzert Bernd Thewes werden zwei Solo-Trompeten-Stücke des
Mainzer Komponisten vorgestellt, die sich beide auf Hugo Ball beziehen
und beide das solistische Spiel mit Zuspielmusik kombinieren. Als
weiterer Programmpunkt wird die Komposition/Installation Wunschmaschine
in der Version für transgene Hawaii-Gitarre und Klangprojektionzu hören
und zu sehen sein./



/Der Eintritt ist frei./



Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt Main
www.fgnm.de

------------------------------------------------------------------------



*04.06.2011 ab 23:05 Uhr, hr2-kultur
The Artist's Corner*
Christina Kubisch: "das nicht vergaß, wer es je vernahm"

------------------------------------------------------------------------



*7. Juni 2011, 19.30
KONTRASTE*
mit

ensemble phorminx:

Carola Schlüter, Sopran ; Angelika Bender, Flöten; Thomas Löffler,
Klarinetten; Markus Stange, Klavier; Helmut Oesterreich, Gitarre und
Bernd Mallasch, Schlagzeug



/Programm:/

Chaya Czernowin: Sahaf (2008) /für Klarinette, E-Gitarre, Schlagzeug und
Klavier/
Arne Gieshoff: Neues Werk UA (2011) /für Sopran, Flöte, Klarinette und
Schlagzeug/
Ivan Fedele: Imaginary Islands (1992) /für Flöte Bassklarinette und Klavier/
Sidney Corbett: Ibn Ezra Gates (Drei sephardische Lieder) (2005)?

         /für Sopran und Gitarre? nach einem Text von Moses Ibn Ezra? für
Flöte Bassklarinette und Klavier/
Juliane Klein: Fünf Lieder nach Gedichten von Gottfried Benn (2006) /für
Sopran, Flöte und Gitarre/
Samir Odeh-Tamimi: Li-Umm-Kámel (2004)? /für Flöte, Klavier und Schlagzeug/



Darmstadt - Akademie für Tonkunst
neue musik im alten theater e.V.
www.ensemble-phorminx.de

------------------------------------------------------------------------



*07.06.2011 ab 22:00 Uhr, hr2-kultur
Cluster - Mein Lehrer: Hans Zender*
Eine Sendung von Frank Gerhardt

------------------------------------------------------------------------



*08.06., 18.00 Uhr, HfMDK, Großer Saal*

*shortcuts*



/Programm:/

Morton Feldman: Only

Chris Herzog: ???????

Mathias Monrad Møller: Holzfällerlied



Mathias Monrad Møller, Tenor



/Eintritt frei/

/Veranstaltung des Instituts für zeitgenössische Musik I z M/



Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, großer Saal

Eschersheimer Landstraße 29-39

60322 Frankfurt

julia.cloot@...

------------------------------------------------------------------------



*8. Juni 2011, 20:00 Uhr
„What Is Music?“*
Theo Bleckmann (NY) vocal solo
“I dwell in possibility”



/Der in New York lebende Sänger aus Dortmund collagiert und
aquarelliert, destruiert und rekonstruiert Klänge, bis von der gängigen
Ausdrucksweise der Jazz-Sprache kaum noch etwas übrigbleibt. Bleckmann
arbeitet mit Schichtungen und Irritationen, mit Harmonie und Kontrast.
Mühelos und berauschend wechselt er die Register, entfernt sich von der
semantischen Bindung der Worte, um in der Neukombination von Silben und
Lauten Assoziationen, Klangräume zu erstellen. Mit dodekaphonischer Lust
stürzt er sich auf Variationen von Melodien und nötigt den
ursprünglichen Klangzusammenhängen mal unmittelbar, mal im Dialog mit
Musik-Spielzeugen frische, faszinierende, provokative Färbungen ab. Jazz
für Fortgeschrittene./



   >>raum für kultur<<
Gallileo-Art-Tower der Commerzbank Gallusanlage 7, Frankfurt
Eintritt frei!

------------------------------------------------------------------------



*9. 6 2011, 19 Uhr
écoute mon coeur*
trio esprit rude:

Sonja Ebel-Eisa: Sopran; Polina Blüthgen: Flöte(n;) Markus Hoßner:
Klarinette(n, Klavier


Vom Impressionismus bis zur Gegenwart mit Werken von Debussy, Koechlin,
Scelsi, Locatelli, Blank, Blumenthaler, Veit Erdmann-Abele



/Das trio esprit rude, dessen Musiker sich während ihres Studiums im Dr.
Hoch`s Konservatorium kennen lernten, spielt Musik des 20. und 21.
Jahrhunderts für Sopran (Sonja Ebel-Eisa), Querflöte (Polina Blüthgen),
Klarinette und Klavier (Markus Hoßner) in unterschiedlichen Trio und
Duokombinationen, sowie auch Solostücke.
Werke aus dieser Zeit mit z. T. sehr unterschiedlicher Stilistik sollen
in ein spannungsvolles Verhältnis treten (Kontrast, Ergänzung,
Weiterführung).
Die Bandbreite reicht von Stücken, die relativ nahe an der Tradition der
klassisch-romantischen Musik bleiben, bis zu solchen, die in stärkerem
Maße an die Veränderungen der musikalischen Sprache in der Moderne
anschließen.
Dies gilt auch für das gegenwärtige Programm, in dem zeitgenössische
Kompositionen und ältere Werke aus dem Kontext der Neuen Musik neben
Stücken zu hören sind, die sich dem sog. Impressionismus zuordnen lassen./



Dr. Hoch´s Konservatorium
Dr. Hoch´s / trio esprit rude
s.eisa@... <http://fgnm.de/email.php4?to=s.eisa@gmx.de>

------------------------------------------------------------------------



*9. und 10. Juni, jeweils 19:30 Uhr*
*Internationale Ensemble Modern Akademie*

Abschlussveranstaltung des einjährigen Educationprojekts mit Schülern
der Bettinaschule



Ausführende: Musiker des Ensemble Modern



/Ein Projekt der ALTANA Kulturstiftung in Zusammenarbeit mit der
Stiftung Polytechnische Gesellschaft, der Bettinaschule Frankfurt, der
Forsythe Company und der Internationalen Ensemble Modern Akademie/



Frankfurt LAB, Schmidtstraße 12, Frankfurt am Main (Deutschland)

------------------------------------------------------------------------



*14.06.2011 ab 22:00 Uhr, hr2-kultur
Cluster - Energischer Stillelauscher -*
der Komponist Franck Bedrossian
Eine Sendung von Susanne Laurentius

------------------------------------------------------------------------



*15.06., 18.00 Uhr
*

*shortcuts*

/Programm:/

James Tenney: Critical Band

         Studierende der Oboenklasse Prof. Fabian Menzel, Leitung: Peter
Veale

Saed Haddad: Les deux visages de l’orient

         Puschan Mousavi, Violine

/Eintritt frei/

/Veranstaltung des Instituts für zeitgenössische Musik I z M/



Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, großer Saal

Eschersheimer Landstraße 29-39

60322 Frankfurt

julia.cloot@...
<http://fgnm.de/email.php4?to=julia.cloot@hfmdk-frankfurt.de>

------------------------------------------------------------------------



*16.Juni 2011, 20.30*

*Gerhard Müller-Hornbach - "Tangos und mehr..."*
mit

Johanna Greulich - Gesang Jutta Fischer - Klarinette/Saxophon Susanne
Müller-Hornbach - Violoncello Klaus Dreier - Klavier


Tnagos, Lieder u.a. von Gerhard Müller-Hornbach



/Entstanden sind diese Gelegenheitskompositionen, wie sie
Müller-Hornbach nennt, in den letzten 15 Jahren für unterschiedliche,
zumeist private Anlässe, wie beispielsweise Geburtstage oder Hochzeiten.
Das Komponieren war immer verbunden mit Gedanken an bestimmte Personen
und geprägt von einer spielerischen Freude. Im Freundeskreis begannen
sich die Stücke zunehmender Beliebtheit zu erfreuen, und so wurde der
Komponist gebeten, sie für immer neue Besetzungen zu arrangieren. Als
anläßlich eines Konzertes des Bärmann-Trios zwei seiner Tangos in der
Romanfabrik aufgeführt wurden, begeisterte ihn der Hausherr Michael
Hohmann für die Idee, ein Programm aus diesen Kompositionen
zusammenzustellen und in der Romanfabrik aufzuführen. So werden neben
Müller-Hornbach-Tangos auch einige Lieder und die 11 musikalischen
Comics „D.D.“ erklingen./



Romanfabrik Hanauer Landstraße 186, 60314 Frankfurt
Romanfabrik e.V.
http://romanfabrik.de/va-160611.htm

------------------------------------------------------------------------



*21.06.2011 ab 22:00 Uhr, hr2-kultur
Cluster - Neue Musik und zeitgenössische Literatur*
Thomas Pynchon und die Neue Musik
von Achim Huber
Thomas Bernhard und die Neue Musik
von Jürgen Otten

------------------------------------------------------------------------


*25.06.2011 ab 23:05 Uhr, hr2-kultur
The Artist's Corner*
SoundCard Palermo
Realisation: David Thiele

------------------------------------------------------------------------



*26.06., 11.30 Uhr
*

*Konzertmatinée*

Werke von Robert Schumann, Iannis Xenakis, Claude Debussy und Alexander
Skrjabin
Axel Gremmelspacher, Klavier



/Das Konzert findet statt im Rahmen der Ausstellung »Landschaft als
Weltsicht« und in Kooperation mit den Freunden der Kunst im Museum
Wiesbaden./

/Veranstaltung des Instituts für zeitgenössische Musik I z M in
Kooperation mit dem Museum Wiesbaden
/



Museum Wiesbaden, Vortragssaal
Friedrich-Ebert-Allee 2
65185 Wiesbaden

------------------------------------------------------------------------



*23.06.2011, 21h
Acousmain #18 - stock11 spielt mit dem Strom*
Hannes Seidl - Klangregie



/Programm:/
Christoph Ogiermann - "Lebenddurchführung" Mark Lorenz Kysela -
"höfntempelloopstrom" Jennifer Walshe - "The softest music in the world"
Martin Schüttler - "Marion" Uwe Rasch - "Mit meinem Patent bin ich in
der Lage, einen Lichtstrahl so zu strecken, daß er zum Geräusch wird"
Hannes Seidl - "Zimmerrauschen" u.a.



/Hannes Seidl wird an diesem Abend die elektronische Seite des
Zusammenschlusses stock11 vorstellen - in Kompositionen, Field
Recordings und Videos.
Wolfgang Schreiber beschrieb in der SZ stock11 als das derzeit
"spannenste, intellektuell exzentrische Muster" für das Existenzgefühl
der derzeitigen Komponistengeneration. /

/Informationen über die Gruppe unter www.stock11.de <http://www.stock11.de>
Teaser unter: www.acousmain.de <http://www.acousmain.de>/



Atelierfrankfurt, Hohenstaufenstr. 13 - 25
www.acousmain.de

------------------------------------------------------------------------


*28.06.2011 ab 22:00 Uhr, hr2-kultur
Cluster - selbstLAUT: Bernd Leukert*
Acousmainiker





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#12493 Von: n0name@...
Datum: Son 12. Juni 2011 11:42
Betreff: Schwerhoeren
n0name@...
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Schwerhoeren

So wie Herbie Flowers Basslauf Lou Reed gehoert

[Vorabversion, Richtigversion im n0name newsletter #152 (glaube ich)]

"Das Problem, das ich" mit Heavy Listening und Drone "habe ist",
dass es so Mark Rothko ist. Bist Du Tuerkei oder wenigstens schwul?,
kann man hier oder anderswo lesen. Aber Gendertheorien und
Migrationsdiskurse (mit Betonung auf Kurse) greifen da nicht. Der
globale Sound einer Global City, die eine neu(kultur)reiche, das
bedeutet neuglobale City ist, weht her von der neu aufgemachten,
nach der Eroeffnung sofort brummenden Kneipe mit DJ, direkt an
Deiner Strassenecke, wo sich die Natives aus den Billigfliegern
treffen, oder vom Flohmarkt mit integriertem Livemusikprogramm.
Gemasht selbstverstaendlich mit dem Droenen dieser zahlenden
Gaeste, die auf gebrochenen perfektem English ein Bier nach
dem anderen bestellen muessen, vor der Kulisse des hippen
Viertels. O, Amsterdam, o, Prag.

Dann sitzen, im Auto voller Subwoofer, den tiefen tiefen Klang der
Motoren usw. hoeren, nein spueren. Und man sitzt wie vor Farbfeldern
waehrend die tiefe Egopositionierung geschieht, wie auf dem kommoden
Sofa in der Tate Modern. Oder der Schlagzeuger sitzt, schon wieder,
aber naeher an die Produktion gerueckt, im Proberaum und hoert den
anderen an ihren Tretmienen zu, macht sich zu, international, kann
aber nichts mehr spielen, weil die Automaten uebernommen haben
sollen. Nichts tun, spielen lassen. Keine Jukebox der Interaktion.
Man darf den Klangraum auch verlassen, wenn es zu laut ist, was aber
uncool waere. Der jetzt oder auch ohnehin arbeitslose Schlagzeuger,
frueher fuer jeden Krach zu haben, ja dafuer sogar zustaendig,
schaut betreten zu.

Organisation von Stille-sein. Der Krach und Laerm -- es gibt einen
Unterschied -- meint so apolitisch soziale Resonanz statt Verhalten,
wie schwer es doch ist, es zu hoeren, wie die Boersendaten auch
ohne Data Visualization rattern. Sicher, es wird eine
"DIY-Philosphie" heruntergebetet -- siehe den Film _Noise and
Resistance_ von u.a. Julia Ostertag & Francesca Araiza Andrade -- im
engeren Sinn eine Weltanschauung, innerhalb derer Noise politisch in
Stellung gebracht und zum Motor der revolutionaeren "Osmose" fuer
eine Alternative gemacht wird, oder aber auch, Kropotkin gelesen
habend, fuer die anarchische Veraenderung der Welt ohne
Machtuebernahme. Nur argumentieren die Filmemacherinnen auf
Bildebene mit den gleichen oeden, das Medium nicht reflektierenden
Dokumitteln.

Damit setzen sie nur die fuer sie richtigen Inhalte und Botschaften,
ganz wie in der von ihren Protagonisten geschaetzten Musik,
Hardcore, in die uebliche Inszenierung ein: In den Interviews sind
die Interviewten brave Antworterinnen oder Predigende, obwohl
Prediger ja rot/schwarz-geflaggt abgelehnt werden, die Gaertnerin
und ehemalige Crass-Illustratorin Gee Vaucher kommt um die Ecke, wo
die Kamera wartet, und sprengt Gewaechshauspflanzen mit Wasser, die
Fotografie ist klar und deutlich und scharf gestellt draufhaltend,
garnicht so Punk, d.h. die buergerlichen optischen Werte
unterlaufend. Krach mit Attituede muss noch pogobar sein,
Gitarrengriffe sind noch Gitarrengriffe, sogar von Maedchen
erlernbar. Alle so unbestimmt freiheitlichen Vorstellungen eines
gerechteren Systems werden dabei, rituell tradiert, der Abweisung
des Kuenstlichen und Unnaturellen unterstellt, dort wo die
selbermachende, machende, machende Transition-Kultur auf
sich selbstverteidigende Hausbesetzer trifft. Immerhin, einer von der
Band Seein Red spricht davon, dass Anarchowiderstand in die
Institutionen des Sozialen (Arbeitsstelle, Familie usw.) getragen
werden muesse, soll er nicht im Schweiss der Party verpuffen. Bei den
aktuellen Debatten um die Bildung einer bewussten Arbeiterpartei
eventuell eine Schnittmenge.

Der Vorwurf, dass im und beim reinen Droenen Bedeutungsebenen
nun nicht mehr zaehlen und wir ein Displayproblem haben (kannn nicht
sehen wie ers macht), markiert jedoch vielleicht nur die relationale
Unsicherheit von epistemischen sowie Trend-Anspruechen,
um/ueberspielt mit der wohligen Noise-Sicherheit, gegessen schon
vor 50 Jahren mit Fluxus und Stockhausen, der La Monte Young
minimalistisch dazu bewegt, der Pate fuer Lou Reed ("We who have so
much to you who have so little") zu werden, 'dessen' wilder
a-symetrischer Doppel-E- und Double Basslauf, bekannterweise vom
Stueckgutstudiobassisten Herbie Flowers geliefert, Tantiemen bis
heute liefert. Das treibt nun Ulrich Krieger und uns in die Krise der
Neuen Musik und das Displayproblem (also: wie Neue Musik
vermittelbar und verstehbar machen) -- Laptop auf, Laptop zu --
bleibt. Diese Verweigerung jeglicher referentieller Mission im
unpolitischen Krach, nichts direkt anschliessen zu lassen ans
Gesellschafts_politische_, ist das Politikum, da es die Praktiken
wieder in die Subjektivitaet der intersubjektiven Erfahrung
einschliesst. Droenen wie Ritzen. Angst vorm sozialen Realistischen?
Wenn, dann auf beiden Seiten. Der Kunst-Industrial kommt gerade in
den subventionierten Konzerthaeusern an. Der Ritual-Hardcore
langweilt das Wochenendpublikum.

Darum nun Schwerhoeren als marktbalancierender Gegenentwurf bis zur
Hoerigkeit. WAS? Das Ganze transkribieren (Score) und HD-verfilmen
aber aussehen lassen wie 35-mm. Das Diktum Satres (?), dass die
Melodien den Massen vorbehalten bleiben, waehrend die Elite mit
Kunstmusik vorlieb nehmen muss, ist gedreht. Edgar Reitz liess bereits
seinen musikstudentischen Laiendarsteller in Koeln sagen, wie die
konzeptionellen Sgt. Peppers-Beatles so viel naeher ("live nicht
reproduzierbar") an allen sind als alles Konzept.
Aber warum sollte man Partitur bauen aus Tonbandmaterial? Ginge es
darum etwas historisch aufzuschliessen oder den unnachspielbaren
Speicher auf Traegermedium (nochmal Reed: "It can't be done")
doch noch spielbar zu machen, zur Errettung der lebendigen
Spielbarkeit? Als ludditische Aktion, jedoch in Absprache mit dem
Autor einer artistischen Klang-Industrialisierung? So als wuerde der
Patron am Tisch gemeinsam mit seinen Halbleibeigenen speisen?

Die Antwort, es sei die Rache der haendisch aufschreibbaren Musik an
den Dilettanten, klingt plausibler. Noch plausibler aber klingelt die
Erklaerung, Dilettanten koennten nun vom Blatt spielen. Hier liegt
ein Schichtenspezifikum. Studierte, Menschen mit Bildungszugang,
oder wie, haben die laengste Zeit die Moden der Unterklassen
erfolgreicher als diese selbst nachgebaut. Jetzt kommen sie wieder
oben bei sich an. Dorthin kann es jeder schaffen und sich jeden
Scheiss aneignen. Da verlaeuft auch die letzte Verteidigungslinie
der authentischen Authentizisten des Hardcore. Aber, wer ausser
Studenten und Joblosen, hat schon Zeit Mittwoch nachts ins Haus zu
gehen, zu saufen, sich Toxoscheiss anzuhoeren, durchzutanzen,
auszuschlafen?

Touristen, der Feind. Denn noch naeher aber als die Beatles und die
weltweite BBC im Satelliten-gestuetzten Summer of 1967 sind die in
Deine Stadt, Deine Strasse eindringen, die Dir und nur Dir gehoeren
sollte, aber nicht gehoert. Sie gehoert den Eindringligen ebenso
nicht, hoerst Du das denn nicht? Der Transfair etwa des Chaos
Computer Club waere nun der, den Arbeiter und echten Autor Herbie
Flowers nach all den Jahren endlich auszuzahlen, und zugleich den
Patron Reed an den Tisch zu bitten. Aber, man weiss es laengst,
Flowers wurde ja bereits entlohnt. Jede Nachzahlung, bei allem
Ruhm, fuer die wirkliche kreative Leistung, bestaetigt nur den
Preis als Prinzip und die regulatorischen Fantasien fuer gerechten
Lohn, welcher nie existierte und nie existieren kann, sonst waere er
kein Lohn. Denn Lohn muss immer Unterbezahlung sein. Die
Bereicherung, zumindest auf Geldebene gedacht, faende sonst nicht
statt.

Mikro-a-tonale Grenzen sollen das nun ja vermeiden helfen. So als
Dienstleistung bei Indienstnahme der Ohren. Hoer, dies ist nur noch
Schall und keine Interpretierbarkeit mehr -- Rezipient. Ulbrichts
"Yeah Yeah Yeah" und die Dekandenz, der kopierte Dreck aus dem fernen
Osten und Schluss machen in Monotonie. Reset, Anfang fuer weitere
Verhandlungen. Haette ich mich zu entscheiden zwischen Schwerhoeren,
schwerhoerend und schwerhoerig, demnach zwischen Tun, passivem
Aktivsein und Zustand, fiele meine Wahl aufs erstere. Weil, das
geht vorbei. Wenn die Vaeter verlernt haben, sprichwoertlich ihr
Gehirn um- oder abgebaut haben beim jahrelangen Nicht-Zuhoeren und
Monologisieren, erscheint das wie das Analogon fuer den Drone,
dessen Vielwegekommunikation immer erst nach dem Geraeusch
zustandekommen kann, dann wenn das Schwerhoeren vorbei ist.

Ist das Heavy Listening zur Anti-Ware gegen das Einfache
konzipiert, zerfaellt diese Nicht-Kommunikation in ein
Gelingen ausserhalb der Setzung und Haltung ("Kein Ton mehr!", wie
oft hat man das als Schueler schon gejodelt, gekreischt, gekotzt,
gefluestert von Lehrern gehoert?). Drone-Diktatur oder
freizeitparkiges Brummen. Die Freizeit der einen im Park ist
zuforderst mal die Arbeitszeit der anderen, die gerne im Park
liegen wuerden, der ihnen gnaedigst von der herrschenden,
nichtarbeitenden Klasse geoeffnet wurde. Was genau wollen die
zahlenden Gaeste aber sehen und hoeren, erfahren? Die schier
unbeschreibbaren Sensationen wie Schwaene auf dem Wasser, wild
geklebte Plakate, andere zahlende Gaeste, nicht-zahlenden Gaeste,
eine wildplakatierte Jugendkultur mit wiederum zahlenden Gaesten,
doch, ja, auch die Denkmaeler und dann die Absetzung davon ins
nur Anti-Pittoreske, ein wenig roter, oder neuer, post-femischer
pinker (!) Stern. Diese, in allen Kleinsteilen und Dimensionen
unbeschreibbaren Empfindungen, die Wahrnehmungen und ihre
Herstellung bleiben nun uebrig, ohne einen Begriff davon zu haben.
Solche Begriffslosigkeit ist nicht so leicht und die Sensitivitaet
abzueglich des Gross(deutschland)veranstaltungs-Bummsfallera kommt
in karnevalesker Wochenend-Trans-Verkleidung, die nun auch
tagsueber getragen werden darf.

Aber nochmal zurueck zu allem. Der ehemalige Crass-Schlagzeuger
Penny Rimbaud zieht in_Noise and Resistance_ die Nachkriegszeit, in
der er geboren wurde, heran, um auf die Notwendigkeit des
Selbermachens fuers Proletariat in Krisenzeiten hinzuweisen. Das
macht er genauso schulmeistlerich wies hier steht. Wenn nichts da
ist, mach es selbst! zeigt aber an, wie es mit der organischen
Zusammensetzung der Gesellschaft aussieht. Seine Kenntnisse was das
Selber bei Problemen mit dem Computer angeht sind, wie er offen
zugibt, dann beendet. Dass blasierte deutsche Bands wie Tocotronic
an dieser Stelle nur Wohlstandshobby kritisieren koennen ("Macht es
nicht selbst") und die DIYler ueberall Ungleichverteilung sehen und
sich vom Kleinstbuergerlichen Leben zu verabschieden suchen, findet
Entsprechung im standorttragenden Drone der Heavy Listening
Sounddesignergruppe mit einem org hintendran: "Coming to Berlin
Neukoelln". Doch, aber, nein, nicht der Bass macht mehr den Beat,
der Herzschlag des Wettbewerbs macht den Bass. Kommunismus
oder Communismus, Kommunisten oder Anarchisten, diese
Oeffentlichkeitsmache gehoert jetzt schon VW. So wie Herbie Flowers
Basslauf Lou Reed gehoert und das Stadion des Stadionrock nicht
der  M a s s e n k l a s s e  -- ein anderes Thema. Ach ja, wie
uebersetzt man doch gleich das in Hochschulkreisen momentan
angesagte "empowerment", mit "Mitwirkungsmoeglichkeit" = Gewerkschaft,
mit Aktivierung = DIY, oder mit Bemaechtigung = KP? Letzteres meint
der FAZische-Marxist Dietmar Dath, wenn er "DJ" schreibt.

Matze Schmidt

--
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#12494 Von: "mousonturm_frankfurt" <mousonturm_frankfurt@...>
Datum: Die 14. Juni 2011 18:50
Betreff: Mousonturm: 15.6. Vernissage Galerie station 93.01 Mariola Brillowska
mousonturm_f...
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Die Hamburger Performancekünstlerin, international anerkannte
Zeichentrickfilmerin und Kunstprofessorin an der HfG Offenbach zeigt ein Resümee
ihrer künstlerischen Arbeit der vergangenen zehn Jahre. Ihre Schwerpunkte
verlagerte sie von Zeichnung, Malerei, Trickfilm und Objekt auf Installation und
Performance. Den Trickfilm erweitert sie nun durch verspielte Comicszenarios,
die in der Realität aufgenommen werden. Mariola Brillowska wird ihre Performance
„KIM HÄSSLICHE FRAU, KIM SCHÖNER MANN" in Form einer Installation ausstellen.
Diese Performance wurde auf Kampnagel Hamburg produziert und mit zehn
Darstellern aufgeführt. Zur Ausstellungseröffnung präsentiert Brillowska live
die Performance „MEIN VEREINIGTES UNIVERSUM", die erstmals im April 2010 in der
Volksbühne Berlin aufgeführt wurde.

Vernissage Mi 15.6.
Ausstellung Do 16.6. - So 3.7. Eintritt frei

Performance zur Vernissage am 15.6. um 22.00:
„MEIN VEREINIGTES UNIVERSUM"
Eintritt € 5,-

#12495 Von: Stefan Beck <stefan@...>
Datum: Fr 17. Juni 2011 14:11
Betreff: Kunst des Verkaufens
thing_frankfurt
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Der folgende Artikel in der Süddeutschen ist sehr lesenswert und passt
prima zu unseren zurückliegenden Diskussionen Kunst und Geld. (
http://www.thing-frankfurt.de/content/2011/wie-verdienst-du-dein-geld )

So sagt der Autor Christoph Backes:

> Nehmen wir bildende Künstler: Eines ihrer Grundprobleme ist oft, dass sie auf
der Leinwand sehr kreativ sind, aber nur genau zwei Vermarktungswege kennen: Sie
suchen sich einen Galeristen oder einen Mäzen, der ihnen ihre Kunst abnimmt. Das
ist nicht sehr kreativ, wenn man bedenkt, dass es in der Wirtschaft ungefähr
zwei Millionen Vermarktungsmöglichkeiten gibt. Künstler, die eine Aversion gegen
das Wirtschaftliche haben, sollten das einfach auch als Teil der Kunst sehen und
kreativ werden.

Nun, das ist ja durchaus richtig. Wenn ich mir allerdings anschaue,
worauf insgesamt das Vermarkten in der Wirtschaft (nicht bloß der Kunst)
hinausläuft, dann habe ich oft den Eindruck, weniger Zeit und Aufwand
ins Produkt stecken und mehr ins Marketing.

Demnach müßte ich eigentlich die Arbeit an Thing Frankfurt einstellen
und den ganzen Tag damit zubringen Menschen mit der Vermarktung von
Thing Frankfurt auf den Wecker zu gehen. Dann wäre ich tatsächlich
Vermarktungs-Künstler und nicht mehr Internet-Künstler. Dazu habe ich
keine Lust.

Die Alternative wäre, eine Organisation zu gründen, in der sich jemand
nur ums Marketing kümmert. So, wie in anderen Firmen auch.

Wenn ich etwas aus dem Zeitungsbeitrag rauslese, - dann, daß der
Einzelkünstler keinen Sinn mehr macht.

Was meint Ihr?

http://www.sueddeutsche.de/karriere/selbstaendig-in-kreativen-berufen-wie-man-mi\
t-guten-ideen-geld-verdient-1.1108709

(Kurzlink: http://bit.ly/lAB6fe )


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#12496 Von: "brentis one" <brentis@...>
Datum: Fr 17. Juni 2011 16:34
Betreff: Re: Kunst des Verkaufens
brentis@...
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Hallo Hr. Beck,

gute Idee, das auch hier einzustellen. eine der besten Antworten auf diesen
Artikel fand ich in einem Kommentar dazu auf den Seiten der SZ selber:


Zitat: (v. 170611 15.00h vom user/Leser  Brooklynn)

"Der Berater gefällt sich leider überwiegend in Allgemeinplätzen. Das einzige
konkrete Beispiel, die Graffitikünstler, die Urnen verzieren dürfen, ist kein
Beispiel, weil diese Leute ihren künstlerischen Anspruch aufgeben und
Kunsthandwerker werden müssen."

"Interessant wäre es gewesen, wenn er herausgearbeitet hätte, wie ein Student
auf einer Kunsthochschule den Weg zum Spitzenverdiener im internationalen
Kunstbusiness managen kann. Das wollen nämlich alle wissen, und das geht gar
nicht ohne Galeristen und vermutlich auch nicht ohne Mäzene.
Richtig ist allerdings, dass jeder Künstler sich die Frage stellen muss, wo die
Kohle für die Brötchen herkommen sollen - aber das ist so banal, dafür braucht
man keinen Berater. Und alle anderen Dinge lernt man sogar aus Büchern oder im
Internet - und so gut wie nie bringen sie etwas.
Genauso gut könnte man sagen: Jeder Arbeitslose sollte sich coachen erlassen,
denn es gibt Millionen Möglichkeiten für jeden, sich zu verkaufen. Wer soll das
glauben? Das Problem der Existenzsicherung haben ja nicht nur die Künstler.
Insofern ist dieser Beitrag genauso gut wie jeder andere über Karriereberater,
die meinen, mit guten Ratschlägen ihren Klienten zu einem Job verhelfen zu
können. Können sie nicht. Die Jobs gibt es nämlich einfach gar nicht."

"Und noch ein Denkfehler: Nach 100 Jahren neuer Musik und entsprechend vielen
Vermarktungsbemühungen hat sich wohl inzwischen zweifelsfrei herausgestellt,
dass das Publikum durch keinen Trick dazu bewegt werden kann, die neue Musik zu
mögen. Welche neuen Trick soll man sich denn jetzt noch einfallen lassen? "

"Nein nein, das ist ein Interview, das allenfalls neue Kunden bringt, unbedarfte
Künstler, die aus irgendwelchen Quellen noch ein bisschen Kapital auftreiben und
in eine Karriereberatung investieren können. Schließlich braucht der Herr Coach
ja auch Kunden, er muss sich selbst verkaufen, und genau das hat er mit diesem
Artikel gemacht, aber leider nicht wirklich gut. Vielleicht sollte er sich mal
an einen Karriereberater wenden. "

Mein Meinung deckt sich mit der dieses Kommentators weitgehend, zusätzlich
uterstreicht es die rein formal, inhumane, nur auf betriebswirtschaftliche
Erfordernisse ausgeegltes Profitdenken:

Mein Kommentar in seiner quintessez von FB kopiert:

"Die große Kunst ist, eine einzige Idee ganz oft zu verkaufen."

Es geht "DENEN" (den Vermarktern) gar nicht um Erkenntnis, Sinnsuche,
Veränderung, Erneuerung, soziale und gesellschaftlich-kulturelle Ansätze,
Motive, etc.
Es geht nur um Profit und diesen so dauerhaft und so lange wie möglich
auszuweiten, auszubreiten, auszurollen. Kultur ist nur ein ebensolche Ressource,
ein Vorwand, ein Vehikel um Geld zu drucken, wie aus anderen, auszubeutende
Regionen und Landschaften, Erdöl, Getreide, Textilindustrien, Automobilen, etc,
ebenso nur monetärer gewinn gezogen werden soll:

Dafür:

"Make profits now and forget about the future!"

Und an der Bar abends lachen wir darüber, was wir heute wieder für tolle
Geschäfte gemacht haben, ..!





   ----- Original Message -----
   From: Stefan Beck
   To: thing-frankfurt@...
   Sent: Friday, June 17, 2011 4:11 PM
   Subject: [thing-frankfurt] Kunst des Verkaufens



   Der folgende Artikel in der Süddeutschen ist sehr lesenswert und passt
   prima zu unseren zurückliegenden Diskussionen Kunst und Geld. (
   http://www.thing-frankfurt.de/content/2011/wie-verdienst-du-dein-geld )

   So sagt der Autor Christoph Backes:

   > Nehmen wir bildende Künstler: Eines ihrer Grundprobleme ist oft, dass sie
auf der Leinwand sehr kreativ sind, aber nur genau zwei Vermarktungswege kennen:
Sie suchen sich einen Galeristen oder einen Mäzen, der ihnen ihre Kunst abnimmt.
Das ist nicht sehr kreativ, wenn man bedenkt, dass es in der Wirtschaft ungefähr
zwei Millionen Vermarktungsmöglichkeiten gibt. Künstler, die eine Aversion gegen
das Wirtschaftliche haben, sollten das einfach auch als Teil der Kunst sehen und
kreativ werden.

   Nun, das ist ja durchaus richtig. Wenn ich mir allerdings anschaue,
   worauf insgesamt das Vermarkten in der Wirtschaft (nicht bloß der Kunst)
   hinausläuft, dann habe ich oft den Eindruck, weniger Zeit und Aufwand
   ins Produkt stecken und mehr ins Marketing.

   Demnach müßte ich eigentlich die Arbeit an Thing Frankfurt einstellen
   und den ganzen Tag damit zubringen Menschen mit der Vermarktung von
   Thing Frankfurt auf den Wecker zu gehen. Dann wäre ich tatsächlich
   Vermarktungs-Künstler und nicht mehr Internet-Künstler. Dazu habe ich
   keine Lust.

   Die Alternative wäre, eine Organisation zu gründen, in der sich jemand
   nur ums Marketing kümmert. So, wie in anderen Firmen auch.

   Wenn ich etwas aus dem Zeitungsbeitrag rauslese, - dann, daß der
   Einzelkünstler keinen Sinn mehr macht.

   Was meint Ihr?

  
http://www.sueddeutsche.de/karriere/selbstaendig-in-kreativen-berufen-wie-man-mi\
t-guten-ideen-geld-verdient-1.1108709

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[Die Teile dieser Nachricht, die nicht aus Text bestanden, wurden entfernt]

#12497 Von: Helge Steinmann <bomber@...>
Datum: Mo 20. Juni 2011 6:49
Betreff: Re: Kunst des Verkaufens
bomber@...
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Offen gesprochen gibt es kein außerhalb des Systems. Auch Kunst will und muß
sich innerhalb dieses Systems verkaufen. Deshalb Galerien (die vermeintlich
erfolgreichen sind samtsonders Banken bzw. Kapitalgesteuert, zumindest dem
Umfeld der geldverwaltenden Unternehmen zuzurechnen).

Kunst hätte die Power, das System zu ändern da es tatsächlich die einzig
revolutionäre Kraft ist die mit humanen Mitteln über einen längeren Zeitraum
Veränderungen vornehmen kann ohne daß sich Leute gleich den Schädel einschlagen
müssen. Sie darf es aber nicht, da ihr zu viele systemimanente (?) und
systemaufrechterhaltende Lobbies entgegenstehen.

Urnenbemalenende Graffitikünstler sind genau dieses Ergebnis:
Wenn Du verdienen willst, bleibe in der Reihe und erstelle nutzbares. Marx hatte
es dabei auf den Punkt gebracht.

Wir alle selbst sind zu Marken verkommen die sich selbst und ihr vermeintliches
Produkt pushen sollen, da es angeblich keinerlei Ausweg gibt (The only way is
up-ein schöner song aus den gloreichen Zeiten von Yazz). Das einzige was uns
bleibt ist die Karikatur einer Marke zu werden. Das hat Graffitiwriting schon
früh begriffen und die gleichen Mechanismen entwickelt. Mark yourself on the
society.

Tja, nun viel Spaß.




Am 17.06.2011 um 18:34 schrieb brentis one:

> Hallo Hr. Beck,
>
> gute Idee, das auch hier einzustellen. eine der besten Antworten auf diesen
Artikel fand ich in einem Kommentar dazu auf den Seiten der SZ selber:
>
> Zitat: (v. 170611 15.00h vom user/Leser Brooklynn)
>
> "Der Berater gefällt sich leider überwiegend in Allgemeinplätzen. Das einzige
konkrete Beispiel, die Graffitikünstler, die Urnen verzieren dürfen, ist kein
Beispiel, weil diese Leute ihren künstlerischen Anspruch aufgeben und
Kunsthandwerker werden müssen."
>
> "Interessant wäre es gewesen, wenn er herausgearbeitet hätte, wie ein Student
auf einer Kunsthochschule den Weg zum Spitzenverdiener im internationalen
Kunstbusiness managen kann. Das wollen nämlich alle wissen, und das geht gar
nicht ohne Galeristen und vermutlich auch nicht ohne Mäzene.
> Richtig ist allerdings, dass jeder Künstler sich die Frage stellen muss, wo
die Kohle für die Brötchen herkommen sollen - aber das ist so banal, dafür
braucht man keinen Berater. Und alle anderen Dinge lernt man sogar aus Büchern
oder im Internet - und so gut wie nie bringen sie etwas.
> Genauso gut könnte man sagen: Jeder Arbeitslose sollte sich coachen erlassen,
denn es gibt Millionen Möglichkeiten für jeden, sich zu verkaufen. Wer soll das
glauben? Das Problem der Existenzsicherung haben ja nicht nur die Künstler.
Insofern ist dieser Beitrag genauso gut wie jeder andere über Karriereberater,
die meinen, mit guten Ratschlägen ihren Klienten zu einem Job verhelfen zu
können. Können sie nicht. Die Jobs gibt es nämlich einfach gar nicht."
>
> "Und noch ein Denkfehler: Nach 100 Jahren neuer Musik und entsprechend vielen
Vermarktungsbemühungen hat sich wohl inzwischen zweifelsfrei herausgestellt,
dass das Publikum durch keinen Trick dazu bewegt werden kann, die neue Musik zu
mögen. Welche neuen Trick soll man sich denn jetzt noch einfallen lassen? "
>
> "Nein nein, das ist ein Interview, das allenfalls neue Kunden bringt,
unbedarfte Künstler, die aus irgendwelchen Quellen noch ein bisschen Kapital
auftreiben und in eine Karriereberatung investieren können. Schließlich braucht
der Herr Coach ja auch Kunden, er muss sich selbst verkaufen, und genau das hat
er mit diesem Artikel gemacht, aber leider nicht wirklich gut. Vielleicht sollte
er sich mal an einen Karriereberater wenden. "
>
> Mein Meinung deckt sich mit der dieses Kommentators weitgehend, zusätzlich
uterstreicht es die rein formal, inhumane, nur auf betriebswirtschaftliche
Erfordernisse ausgeegltes Profitdenken:
>
> Mein Kommentar in seiner quintessez von FB kopiert:
>
> "Die große Kunst ist, eine einzige Idee ganz oft zu verkaufen."
>
> Es geht "DENEN" (den Vermarktern) gar nicht um Erkenntnis, Sinnsuche,
Veränderung, Erneuerung, soziale und gesellschaftlich-kulturelle Ansätze,
Motive, etc.
> Es geht nur um Profit und diesen so dauerhaft und so lange wie möglich
auszuweiten, auszubreiten, auszurollen. Kultur ist nur ein ebensolche Ressource,
ein Vorwand, ein Vehikel um Geld zu drucken, wie aus anderen, auszubeutende
Regionen und Landschaften, Erdöl, Getreide, Textilindustrien, Automobilen, etc,
ebenso nur monetärer gewinn gezogen werden soll:
>
> Dafür:
>
> "Make profits now and forget about the future!"
>
> Und an der Bar abends lachen wir darüber, was wir heute wieder für tolle
Geschäfte gemacht haben, ..!
>
> ----- Original Message -----
> From: Stefan Beck
> To: thing-frankfurt@...
> Sent: Friday, June 17, 2011 4:11 PM
> Subject: [thing-frankfurt] Kunst des Verkaufens
>
> Der folgende Artikel in der Süddeutschen ist sehr lesenswert und passt
> prima zu unseren zurückliegenden Diskussionen Kunst und Geld. (
> http://www.thing-frankfurt.de/content/2011/wie-verdienst-du-dein-geld )
>
> So sagt der Autor Christoph Backes:
>
> > Nehmen wir bildende Künstler: Eines ihrer Grundprobleme ist oft, dass sie
auf der Leinwand sehr kreativ sind, aber nur genau zwei Vermarktungswege kennen:
Sie suchen sich einen Galeristen oder einen Mäzen, der ihnen ihre Kunst abnimmt.
Das ist nicht sehr kreativ, wenn man bedenkt, dass es in der Wirtschaft ungefähr
zwei Millionen Vermarktungsmöglichkeiten gibt. Künstler, die eine Aversion gegen
das Wirtschaftliche haben, sollten das einfach auch als Teil der Kunst sehen und
kreativ werden.
>
> Nun, das ist ja durchaus richtig. Wenn ich mir allerdings anschaue,
> worauf insgesamt das Vermarkten in der Wirtschaft (nicht bloß der Kunst)
> hinausläuft, dann habe ich oft den Eindruck, weniger Zeit und Aufwand
> ins Produkt stecken und mehr ins Marketing.
>
> Demnach müßte ich eigentlich die Arbeit an Thing Frankfurt einstellen
> und den ganzen Tag damit zubringen Menschen mit der Vermarktung von
> Thing Frankfurt auf den Wecker zu gehen. Dann wäre ich tatsächlich
> Vermarktungs-Künstler und nicht mehr Internet-Künstler. Dazu habe ich
> keine Lust.
>
> Die Alternative wäre, eine Organisation zu gründen, in der sich jemand
> nur ums Marketing kümmert. So, wie in anderen Firmen auch.
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[Die Teile dieser Nachricht, die nicht aus Text bestanden, wurden entfernt]

#12498 Von: Stefan Beck <stefan@...>
Datum: Mo 20. Juni 2011 13:12
Betreff: Re: Kunst des Verkaufens
thing_frankfurt
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Lieber Helge,

es gibt kein außerhalb Systems? Könnten wir nicht wenigstens
Alternativen formulieren?

Neulich auf der Diskussion zu Kunst und Geld erklärte der Florian
Heinke, es käme nur darauf an, den richtigen Kurator und den richtigen
Galeristen zu finden.

Niemand hat dagegen protestiert. Vielleicht, weil alle dachten, wie
wahr, und warum gelingt mir das nicht???

> Das einzige was uns bleibt ist die Karikatur einer Marke zu werden.

Ja, so komm ich mir auch manchmal vor, wenn ich über Thing Frankfurt bei
diversen Internet-Stammtischen spreche. Bemitleidenswerte Blicke und
Kommentare ernte.

Der "Depp", macht das schon 15 Jahre, verdient kein Geld und hat 3 User,
die mit ihm diskutieren.

Grüße
Stefan

> Offen gesprochen gibt es kein außerhalb des Systems. Auch Kunst will und muß
sich innerhalb dieses Systems verkaufen. Deshalb Galerien (die vermeintlich
erfolgreichen sind samtsonders Banken bzw. Kapitalgesteuert, zumindest dem
Umfeld der geldverwaltenden Unternehmen zuzurechnen).
>
> Kunst hätte die Power, das System zu ändern da es tatsächlich die einzig
revolutionäre Kraft ist die mit humanen Mitteln über einen längeren Zeitraum
Veränderungen vornehmen kann ohne daß sich Leute gleich den Schädel einschlagen
müssen. Sie darf es aber nicht, da ihr zu viele systemimanente (?) und
systemaufrechterhaltende Lobbies entgegenstehen.
>
> Urnenbemalenende Graffitikünstler sind genau dieses Ergebnis:
> Wenn Du verdienen willst, bleibe in der Reihe und erstelle nutzbares. Marx
hatte es dabei auf den Punkt gebracht.
>
> Wir alle selbst sind zu Marken verkommen die sich selbst und ihr
vermeintliches Produkt pushen sollen, da es angeblich keinerlei Ausweg gibt (The
only way is up-ein schöner song aus den gloreichen Zeiten von Yazz). Das einzige
was uns bleibt ist die Karikatur einer Marke zu werden. Das hat Graffitiwriting
schon früh begriffen und die gleichen Mechanismen entwickelt. Mark yourself on
the society.
>
> Tja, nun viel Spaß.
>


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#12499 Von: "brentis one" <brentis@...>
Datum: Mo 20. Juni 2011 14:04
Betreff: Re: Kunst des Verkaufens
brentis@...
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Hallo Hr.Beck,

ich bitte Sie,

etwas wie "Thing" bleibt doch beständiger, konkreter Vorreiter dieser nur
vermeintlich multi-funktionalen, groß aufgebauschten Netzwerke. Aber weiter
praktisch, konkreter in der Umsetzung, da grundsätzlich auf allgemeinem und
speziellem, direkten Gedanken - und Meinungsaustausch seiner freien Teilnehmer
reduziert .
Wenn sie sich allzeit nur wieder messen lassen wollen, an Verwertungs- und
PopStar Kriterien der allgemeinen "Kunstmasse" und darin ebenso vorzufindender
Vewertungsopportunität, die wiederum vom allgemeinen Verwertungsstreben und
-absicht einer Wirtschaftsgesellschaft massiv dominiert wird,..?

Es ist traurig zu betrachten, wie einige, großen Kindern gleich, erst und nur
dann "erfüllt" von ihrer Kunst wie ihren Ideen und Ansätzen zu sein scheinen,
(jene die Galerien und Kuratoren huldigen), wenn jene Wirtschaftsobermütter
ihnen ihre Waren schlüssig abgekauft und weiter-verwertet haben, ist das
original, originell und authentisch?

Diese einseitigen Verwertungsmodelle benötigen doch den künstlerisch kreativen,
wie sonstigen, verwertbaren Input nur, um darauf ein Eigenes, gesondertes und
davon abgehobenes "Geschäftsmodell" aufzubauen, dessen Gewinn zumeist weit weg
von jenen ursprünglichen Produzenten erzielt wird, auf internationalen Messen
und im Austausch mit den "einflussreichen Leuten", denen man klein gehaltenen,
kreative Kunst-rand-existenzen nicht vorzuführen wagt?

Und es bestimmt auch seltener die reale Substanz das Kunst-Geschehen, als eine
machtvoll ausgespielte Dominanz der über sie bestimmenden Kräfte, die via
Marketing und PR Regie, Tendenzen, Strömungen und Richtungen mittlerweile
vehement fremdgestalten und von außen bestimmen.

So lange jedwede "Kunst" ein Vermarktungs- und Verwertungsvehikel allgemein
fremd angeleiteter, ökonomischer Profit-Interessen bleibt, und die kUNST in
ihrer autonomen Kraft nur als Deko rezipiert und akzeptiert, hierarchisch
eingeebnet und verwertet wird, ist ebenso nur ein schmaler Klein-Markt
vorhanden, der kreativ künstlerischer Leistung überhaupt in jeder Form, jenen
Rahmen, Respekt und diese Überlebensmöglichkeiten bereitet, die diesem Ausdruck
zutiefst kreativer, humaner Schöpferkraft etwa, angemessen sei und ist


bgh


   ----- Original Message -----
   From: Stefan Beck
   To: thing-frankfurt@...
   Sent: Monday, June 20, 2011 3:12 PM
   Subject: Re: [thing-frankfurt] Kunst des Verkaufens



   Lieber Helge,

   es gibt kein außerhalb Systems? Könnten wir nicht wenigstens
   Alternativen formulieren?

   Neulich auf der Diskussion zu Kunst und Geld erklärte der Florian
   Heinke, es käme nur darauf an, den richtigen Kurator und den richtigen
   Galeristen zu finden.

   Niemand hat dagegen protestiert. Vielleicht, weil alle dachten, wie
   wahr, und warum gelingt mir das nicht???

   > Das einzige was uns bleibt ist die Karikatur einer Marke zu werden.

   Ja, so komm ich mir auch manchmal vor, wenn ich über Thing Frankfurt bei
   diversen Internet-Stammtischen spreche. Bemitleidenswerte Blicke und
   Kommentare ernte.

   Der "Depp", macht das schon 15 Jahre, verdient kein Geld und hat 3 User,
   die mit ihm diskutieren.

   Grüße
   Stefan

   > Offen gesprochen gibt es kein außerhalb des Systems. Auch Kunst will und muß
sich innerhalb dieses Systems verkaufen. Deshalb Galerien (die vermeintlich
erfolgreichen sind samtsonders Banken bzw. Kapitalgesteuert, zumindest dem
Umfeld der geldverwaltenden Unternehmen zuzurechnen).
   >
   > Kunst hätte die Power, das System zu ändern da es tatsächlich die einzig
revolutionäre Kraft ist die mit humanen Mitteln über einen längeren Zeitraum
Veränderungen vornehmen kann ohne daß sich Leute gleich den Schädel einschlagen
müssen. Sie darf es aber nicht, da ihr zu viele systemimanente (?) und
systemaufrechterhaltende Lobbies entgegenstehen.
   >
   > Urnenbemalenende Graffitikünstler sind genau dieses Ergebnis:
   > Wenn Du verdienen willst, bleibe in der Reihe und erstelle nutzbares. Marx
hatte es dabei auf den Punkt gebracht.
   >
   > Wir alle selbst sind zu Marken verkommen die sich selbst und ihr
vermeintliches Produkt pushen sollen, da es angeblich keinerlei Ausweg gibt (The
only way is up-ein schöner song aus den gloreichen Zeiten von Yazz). Das einzige
was uns bleibt ist die Karikatur einer Marke zu werden. Das hat Graffitiwriting
schon früh begriffen und die gleichen Mechanismen entwickelt. Mark yourself on
the society.
   >
   > Tja, nun viel Spaß.
   >

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[Die Teile dieser Nachricht, die nicht aus Text bestanden, wurden entfernt]

#12500 Von: Stefan Beck <stefan@...>
Datum: Mo 20. Juni 2011 14:23
Betreff: Re: Kunst des Verkaufens
thing_frankfurt
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Ja, vielleicht noch das hier. Schon länger archiviert, aber dennoch
lesenswert:

> Kunst ist keine Lohnarbeit[2]. Künstlerische Freiheit verspricht ihren
Produzent_innen selbst über Produktionsmittel, Produktionsweisen und –inhalte
entscheiden zu dürfen. Diese formale Unabhängigkeit von den Standards der
Mehrwertproduktion nährt nach wie vor das widersprüchliche Glücksversprechen der
Kunst selbstbestimmte Produktion trotz Kapitalismus zu ermöglichen.

http://awcffm.blogspot.com/2010/04/aufruf-der-free-class-ffm1-zur.html

> Es ist traurig zu betrachten, wie einige, großen Kindern gleich, erst und nur
dann "erfüllt" von ihrer Kunst wie ihren Ideen und Ansätzen zu sein scheinen,
(jene die Galerien und Kuratoren huldigen), wenn jene Wirtschaftsobermütter
ihnen ihre Waren schlüssig abgekauft und weiter-verwertet haben, ist das
original, originell und authentisch?
>

P.S.
Das ist gar nicht originell. Das ist wie, als würdest Du jemandem
ernsthaft erklären, er sollte seine Leinwand ordentlich grundieren.


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#12501 Von: Helge Steinmann <bomber@...>
Datum: Die 21. Juni 2011 5:09
Betreff: Re: Kunst des Verkaufens
bomber@...
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Lieber Stefan,

auf jeden Fall sollte man die formulieren. Ich glaube nur, daß viele einfach
null Interesse daran haben und letztendlich dann doch lieber Porsche fahren
wollen. Ähnlich verhielt es sich ja mit der Altlinken aus FFM. Jede Veränderung,
jeder Protest reibt sich zuerst an dem Bestehenden um dann darin aufzugehen und
trotz allem eine kleine Veränderung zu bewirken.
So sehe ich das mitlerweile.

Echte Kunst scheint also nicht unbedingt etwas mit Geldwerter Leistung zu tun.
Was Du machst, ist Tausch und Austausch von Informationen. Und was ist Geld?
Auch nur ein mutiertes Tauschmittel. Mehr nicht. Ein Versprechen, ein Bon, der
vermeintliche Gegenwert zu einer Leistung, der aber mehr als Grenzmittel (für
gesellschaftliche Schichten) genutzt wird als alles andere.

Ich bin froh, einer der drei User zu sein :-).


Beste Grüße

Helge

Am 20.06.2011 um 15:12 schrieb Stefan Beck:

> Lieber Helge,
>
> es gibt kein außerhalb Systems? Könnten wir nicht wenigstens
> Alternativen formulieren?
>
> Neulich auf der Diskussion zu Kunst und Geld erklärte der Florian
> Heinke, es käme nur darauf an, den richtigen Kurator und den richtigen
> Galeristen zu finden.
>
> Niemand hat dagegen protestiert. Vielleicht, weil alle dachten, wie
> wahr, und warum gelingt mir das nicht???
>
> > Das einzige was uns bleibt ist die Karikatur einer Marke zu werden.
>
> Ja, so komm ich mir auch manchmal vor, wenn ich über Thing Frankfurt bei
> diversen Internet-Stammtischen spreche. Bemitleidenswerte Blicke und
> Kommentare ernte.
>
> Der "Depp", macht das schon 15 Jahre, verdient kein Geld und hat 3 User,
> die mit ihm diskutieren.
>
> Grüße
> Stefan
>
> > Offen gesprochen gibt es kein außerhalb des Systems. Auch Kunst will und muß
sich innerhalb dieses Systems verkaufen. Deshalb Galerien (die vermeintlich
erfolgreichen sind samtsonders Banken bzw. Kapitalgesteuert, zumindest dem
Umfeld der geldverwaltenden Unternehmen zuzurechnen).
> >
> > Kunst hätte die Power, das System zu ändern da es tatsächlich die einzig
revolutionäre Kraft ist die mit humanen Mitteln über einen längeren Zeitraum
Veränderungen vornehmen kann ohne daß sich Leute gleich den Schädel einschlagen
müssen. Sie darf es aber nicht, da ihr zu viele systemimanente (?) und
systemaufrechterhaltende Lobbies entgegenstehen.
> >
> > Urnenbemalenende Graffitikünstler sind genau dieses Ergebnis:
> > Wenn Du verdienen willst, bleibe in der Reihe und erstelle nutzbares. Marx
hatte es dabei auf den Punkt gebracht.
> >
> > Wir alle selbst sind zu Marken verkommen die sich selbst und ihr
vermeintliches Produkt pushen sollen, da es angeblich keinerlei Ausweg gibt (The
only way is up-ein schöner song aus den gloreichen Zeiten von Yazz). Das einzige
was uns bleibt ist die Karikatur einer Marke zu werden. Das hat Graffitiwriting
schon früh begriffen und die gleichen Mechanismen entwickelt. Mark yourself on
the society.
> >
> > Tja, nun viel Spaß.
> >
>
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[Die Teile dieser Nachricht, die nicht aus Text bestanden, wurden entfernt]

#12502 Von: Jörg Spamer <joergspamer@...>
Datum: Die 21. Juni 2011 8:27
Betreff: Re: Kunst des Verkaufens
joergspamer@...
Mail senden Mail senden
 
Hallo Helge und Stefan,



denke, es bringt uns nicht weiter jetzt auf alle zu schimpfen, die mal eine
Arbeit, z.B. ein Bild verkauft haben --egal ob gepinselt, geprinted oder auf
eine Wand gesprüht- und dafür   Geld bekommen haben.

Wir leben vornehmlich in einer Marktwirtschaft, die noch leicht demokratische
Züge trägt.   Auch Merkel muss bei allem vorher die Konzerne fragen. Alle
Versuche aus dem ,Geldsystem' auszubrechen sind bisher gescheitert. Helge hat
recht: Protest geht in dem Bestehenden auf. Aber es geht noch weiter: jede
Irritation, jede Kritik erhält das System nicht nur, sondern stabilisiert es.
Hierzu kann sich jeder die Frage stellen: muss das so sein? Mache ich da mit
oder steige ich aus? Und das ohne destruktiv zu werden.



Das, was Stefan macht mit all seinen Ausformungen wie thing, multitrudi usw.
verdient höchste Anerkennung.



Mich interessiert, wie diese Anerkennung anders aussehen kann als in Form einer
Museumsausstellung oder eines kleinen Katalogs? Wie sieht das interessant im
Netz z.B. aus? Willst Du mehr als 3 User, Stefan? Ok. Gebongt! Ich bin hiermit
Joerg, der Vierte   und danke sher herzlich für Deine Arbeit.



Aber: Wie geht es weiter? Worum geht es? Was kann interessant sein? An eine
Jackass Aktion, um damit auf Utube zu punkten hast Du bestimmt schon gedacht und
verständlicherweise verworfen.



Aber weiter: worum geht es? Florian hat auf die gezielte Frage wie man mit Kunst
Geld verdienen ebenso gezielt geantwortet: Kuratoren kennenlernen usw...



Wie geht es anders? Wie sieht ein neu zu etablierendes System aus, das
vielleicht nicht gleich vom etablierten System geschluckt wird?



Wer braucht das? Was ist schlecht am bestehenden System? Wogegen solle man sein
und wie soll der kreativer Protest und damit die schöpferische Leistung
aussehen? Wie kann man verhindern, dass diese Leistung nicht gleich kommerziell
abgeschöpft wird? Und trotzdem überleben.









Übrigens noch zum Porsche: Helge, du hast recht, dass die Jungs bei Erfolg meist
immer noch fette Autos fahren. Ist aber ein Auslaufmodell. Auch Beuys fand es
schick im Rolls Royce herum zu fahren. Ist ein uraltes Verhalten. Jeder
Erfolgreiche will die Insignien seines Triumpfs, seiner Macht zur Schau stellen.
Das schaffen nur wenige ganz sein zu lassen oder zumindest auf clevere Weise zu
tun. Z.B. indem sie das gemachte Geld woanders reinstecken. Da gibt es die
Modelle das Geld in eine Gemeinschaft zu investieren usw. Hat dann oft eher dem
Einen gedient (z.B. factory). Das Geld, das dann als Form von Energie betrachtet
wird, wird in den seltensten Fällen weggeworfen. Eher noch verschenkt. Aber auch
von einem Geschenk erhofft man sich etwas, ist also wieder eine Investition.
Aber da finde ich: keine zu schlechte.



Aber: gut beobachtet. Nur: wie geht's weiter?



Grüße von

Joerg, dem ViertenAm 21.06.2011 07:09, schrieb Helge Steinmann:
> Lieber Stefan,
>
> auf jeden Fall sollte man die formulieren. Ich glaube nur, daß viele einfach
null Interesse daran haben und letztendlich dann doch lieber Porsche fahren
wollen. Ähnlich verhielt es sich ja mit der Altlinken aus FFM. Jede Veränderung,
jeder Protest reibt sich zuerst an dem Bestehenden um dann darin aufzugehen und
trotz allem eine kleine Veränderung zu bewirken.
> So sehe ich das mitlerweile.
>
> Echte Kunst scheint also nicht unbedingt etwas mit Geldwerter Leistung zu tun.
> Was Du machst, ist Tausch und Austausch von Informationen. Und was ist Geld?
Auch nur ein mutiertes Tauschmittel. Mehr nicht. Ein Versprechen, ein Bon, der
vermeintliche Gegenwert zu einer Leistung, der aber mehr als Grenzmittel (für
gesellschaftliche Schichten) genutzt wird als alles andere.
>
> Ich bin froh, einer der drei User zu sein:-).
>
>
> Beste Grüße
>
> Helge
>
> Am 20.06.2011 um 15:12 schrieb Stefan Beck:
>
>> >  Lieber Helge,
>> >
>> >  es gibt kein außerhalb Systems? Könnten wir nicht wenigstens
>> >  Alternativen formulieren?
>> >
>> >  Neulich auf der Diskussion zu Kunst und Geld erklärte der Florian
>> >  Heinke, es käme nur darauf an, den richtigen Kurator und den richtigen
>> >  Galeristen zu finden.
>> >
>> >  Niemand hat dagegen protestiert. Vielleicht, weil alle dachten, wie
>> >  wahr, und warum gelingt mir das nicht???
>> >
>>> >  >  Das einzige was uns bleibt ist die Karikatur einer Marke zu werden.
>> >
>> >  Ja, so komm ich mir auch manchmal vor, wenn ich über Thing Frankfurt bei
>> >  diversen Internet-Stammtischen spreche. Bemitleidenswerte Blicke und
>> >  Kommentare ernte.
>> >
>> >  Der "Depp", macht das schon 15 Jahre, verdient kein Geld und hat 3 User,
>> >  die mit ihm diskutieren.
>> >
>> >  Grüße
>> >  Stefan
>> >
>>> >  >  Offen gesprochen gibt es kein außerhalb des Systems. Auch Kunst will
und muß sich innerhalb dieses Systems verkaufen. Deshalb Galerien (die
vermeintlich erfolgreichen sind samtsonders Banken bzw. Kapitalgesteuert,
zumindest dem Umfeld der geldverwaltenden Unternehmen zuzurechnen).
>>> >  >
>>> >  >  Kunst hätte die Power, das System zu ändern da es tatsächlich die
einzig revolutionäre Kraft ist die mit humanen Mitteln über einen längeren
Zeitraum Veränderungen vornehmen kann ohne daß sich Leute gleich den Schädel
einschlagen müssen. Sie darf es aber nicht, da ihr zu viele systemimanente (?)
und systemaufrechterhaltende Lobbies entgegenstehen.
>>> >  >
>>> >  >  Urnenbemalenende Graffitikünstler sind genau dieses Ergebnis:
>>> >  >  Wenn Du verdienen willst, bleibe in der Reihe und erstelle nutzbares.
Marx hatte es dabei auf den Punkt gebracht.
>>> >  >
>>> >  >  Wir alle selbst sind zu Marken verkommen die sich selbst und ihr
vermeintliches Produkt pushen sollen, da es angeblich keinerlei Ausweg gibt (The
only way is up-ein schöner song aus den gloreichen Zeiten von Yazz). Das einzige
was uns bleibt ist die Karikatur einer Marke zu werden. Das hat Graffitiwriting
schon früh begriffen und die gleichen Mechanismen entwickelt. Mark yourself on
the society.
>>> >  >
>>> >  >  Tja, nun viel Spaß.
>>> >  >
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[Die Teile dieser Nachricht, die nicht aus Text bestanden, wurden entfernt]

#12503 Von: Stefan Beck <stefan@...>
Datum: Die 21. Juni 2011 12:47
Betreff: Re: Kunst des Verkaufens
thing_frankfurt
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Hallo Jörg,

willkommen in unserer kleinen Runde. Jede/r mehr zählt.

Also, ich hab nichts dagegen, wenn jemand seine Kunst verkaufen will. Im
Falle von physischen Objekten find ichs nur persönlich uninteressant.

Ich glaube, der Punkt in unserer zurückliegenden Diskussion war der, daß
wir unter den Bedingungen einer überformten Ökonomie leben, die alles
einem direkten Verwertungszwang unterwirft, bei gleichzeitig
verminderter Chancen- und Verteilungsgerechtigkeit. (Der Brentis kann
das noch besser erklären als ich).

Nun versteh ich auch Thing Frankfurt als ein alternatives Kunstmodell,
so wie auch die Galerie Fruchtig eins war. Ökonomisch sind (und waren)
beide Flops.

Im übrigen würde ich, wenn ich schon nicht mehr Geld bekomme, von den
Damen und Herren Politikern mal ein ausdrückliches Dankeschön für die
geleistete Arbeit erhalten.

Aber wie Du ja während der Diskussion bei Atelierfrankfurt schön
dargelegt hast, geht die allgemeine Sichtbarkeit im Kunstbetrieb mit dem
ökonomischen Erfolg Hand in Hand.

Auch wenn ich es persönlich nicht schätze, letztlich zählt auch die
Masse. Bei Facebook haben wir derzeit 1.300 Fans, nicht schlecht, aber
wieviel Fans braucht es, um in der allgemeinen Öffentlichkeit beachtet
zu werden? 13.000 oder 130.000?

Übrigens, morgen treffe ich Artur Zmijewski, Kurator der nächsten Berlin
Biennale, die sich mit "politischen und gesamtgesellschaftlichen Themen"
beschäftigen soll.

Was soll ich ihm aus unserer Runde heraus sagen?

Grüße
Stefan

> Hallo Helge und Stefan,
>
>
>
> denke, es bringt uns nicht weiter jetzt auf alle zu schimpfen, die mal eine
Arbeit, z.B. ein Bild verkauft haben --egal ob gepinselt, geprinted oder auf
eine Wand gesprüht- und dafür   Geld bekommen haben.
>
> Wir leben vornehmlich in einer Marktwirtschaft, die noch leicht demokratische
Züge trägt.   Auch Merkel muss bei allem vorher die Konzerne fragen. Alle
Versuche aus dem ,Geldsystem' auszubrechen sind bisher gescheitert. Helge hat
recht: Protest geht in dem Bestehenden auf. Aber es geht noch weiter: jede
Irritation, jede Kritik erhält das System nicht nur, sondern stabilisiert es.
Hierzu kann sich jeder die Frage stellen: muss das so sein? Mache ich da mit
oder steige ich aus? Und das ohne destruktiv zu werden.
>
>
>
> Das, was Stefan macht mit all seinen Ausformungen wie thing, multitrudi usw.
verdient höchste Anerkennung.
>
>
>
> Mich interessiert, wie diese Anerkennung anders aussehen kann als in Form
einer Museumsausstellung oder eines kleinen Katalogs? Wie sieht das interessant
im Netz z.B. aus? Willst Du mehr als 3 User, Stefan? Ok. Gebongt! Ich bin
hiermit Joerg, der Vierte   und danke sher herzlich für Deine Arbeit.
>
>
>
> Aber: Wie geht es weiter? Worum geht es? Was kann interessant sein? An eine
Jackass Aktion, um damit auf Utube zu punkten hast Du bestimmt schon gedacht und
verständlicherweise verworfen.
>
>
>
> Aber weiter: worum geht es? Florian hat auf die gezielte Frage wie man mit
Kunst Geld verdienen ebenso gezielt geantwortet: Kuratoren kennenlernen usw...
>
>
>
> Wie geht es anders? Wie sieht ein neu zu etablierendes System aus, das
vielleicht nicht gleich vom etablierten System geschluckt wird?
>
>
>
> Wer braucht das? Was ist schlecht am bestehenden System? Wogegen solle man
sein und wie soll der kreativer Protest und damit die schöpferische Leistung
aussehen? Wie kann man verhindern, dass diese Leistung nicht gleich kommerziell
abgeschöpft wird? Und trotzdem überleben.
>
>
>
>
>
>
>
>
>
> Übrigens noch zum Porsche: Helge, du hast recht, dass die Jungs bei Erfolg
meist immer noch fette Autos fahren. Ist aber ein Auslaufmodell. Auch Beuys fand
es schick im Rolls Royce herum zu fahren. Ist ein uraltes Verhalten. Jeder
Erfolgreiche will die Insignien seines Triumpfs, seiner Macht zur Schau stellen.
Das schaffen nur wenige ganz sein zu lassen oder zumindest auf clevere Weise zu
tun. Z.B. indem sie das gemachte Geld woanders reinstecken. Da gibt es die
Modelle das Geld in eine Gemeinschaft zu investieren usw. Hat dann oft eher dem
Einen gedient (z.B. factory). Das Geld, das dann als Form von Energie betrachtet
wird, wird in den seltensten Fällen weggeworfen. Eher noch verschenkt. Aber auch
von einem Geschenk erhofft man sich etwas, ist also wieder eine Investition.
Aber da finde ich: keine zu schlechte.
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>
> Aber: gut beobachtet. Nur: wie geht's weiter?
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>>>>  Alternativen formulieren?



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#12504 Von: "brentis one" <brentis@...>
Datum: Die 21. Juni 2011 13:34
Betreff: Re: Kunst des Verkaufens
brentis@...
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Hallo an Helge, Jörg, Stefan und die drei Anderen.


Als Antwort auf den Beitrag von Jörg S.

Zuallererst von hinten aufgerollt:

Beuys ist nicht "Rolls Royce" gefahren, wie "andere" Künstler, die das
"schick" finden, sondern: "Bentley" und überhaupt ein schon damals älteres
und klassisches Modell. Und welche Künstler finden es aktuell überhaupt
passend,  mit einem Rolls zu fahren und darin ihren Status "anzugeben" und
zu bezeugen. Jeff Koons, Carl Lagerfeld, Gerhard Richter?

Und wo steht geschrieben, das "Erfolgreiche" die Insignien ihres "Triumphs"
immer zwanghaft zur Schau stellen müssen, das ist doch biederste, kulturelle
Steinzeit und affirmative Rolex-, Wirtschafts- und Konsumverherrlichung!
Manchmal könnte man meinen, das 1968 niemals stattgefunden habe und ein
statisches Denken sich stattdessen bewahrt hat, verstärkt und fortgesetzt
wird, das weiterhin rein kapitalistische, feudale und schierem Profit
zugeordnete Strukturen und Verhaltensweisen, als "allein möglich" und
vorstellbar, wie überhaupt akzeptabel-lebbar, stumpf immer und immer wieder
proklamiert?

"Geld ist unser Gott" und was wir sonst nicht erreicht haben,  werden wir
uns dann von unseren  Einkünften "kaufen"!?


1. Dieses Denken ist sicher ebenso ein Zeichen dafür, das anders als es auch
Ausnahme-Gestalten wie Beuys, Stüttgen,  Staeck, etc., leben und gelebt
haben, die ebenso gesellschaftliche, widerständige Ansätze in ihren Arbeiten
mitbedachten, viele konventionelle "Künstler" weiter massiv dem einseitigen
Verwertungsprinzip dieser kapitalistischen Herrschaftsstruktur nicht nur
zutiefst affirmativ-unkritisch verbunden sind, sondern diese ebenso wie
viele sonstige Menschen, als surreal unfrei gehaltene Konsumbürger, in
vielerlei Hinsicht massiv mitbefördern. Und darin einen human-destruktiven
Verwertungsdruck mit-erzeugen, aufrecht erhalten und smart weiter ausbauen.
Einen so überwältigenden Druck wie jener, der sonst nur in einer von Medien
imprägnierten, konditionierten, statisch apathischen Bevölkerungs-Masse
anzutreffen ist.

Kunst als Akt der Freiheit und Befreiung ist jenen Verwertungs-affirmativen
Schein Künstlern (wieder) zutiefst fremd und unattraktiv geworden, denn sie
wollen mit ihrer Arbeit doch nur Renommé erzeugen, Status tanken und sich
profilieren, wie andere dumme Verwerter und schlichte Profiteure es ihnen in
Banken und Business vorgeben und vorleben?

Und in ähnlichem Zusammenhang eine Fr. Merkel zu zitieren, setzt diesen
beschönigenden Argumenten  noch die Krone auf: "Protest geht im Bestehenden
auf", und ja nicht "destruktiv" an diesem System sägen, denn das ist ja in
Deutschland massiv "verboten" und nur den herrschenden "Eliten" vorbehalten,
um dadurch, wenn es mal brennt, in legitimer Selbstverteidigung mit Einsatz
der Bundeswehr zu agieren, denn dafür haben wir diese ja auch "frei
gewählt", Oh weh!


2. Kuratoren kennen lernen?
Ja schön und wunderbar, denn das sind die wichtigsten Manager und Checker,
denen sich alle Kunst als Betrieb zu fügen hat, ein äußerst wertvoller
Tipp!?
Jene willfährigen, gedungenen Wegbereiter anderer Vermarkter und
"ehrenwerter" Kaufleute bevorzugen und zu Rate ziehen zu wollen? Jene
Vollstrecker, die  immer einen maximal Profit in jeglicher Transaktion nur
für sich beanspruchen und ein zu streichen wissen?
Ist etwas anderes überhaupt noch denkbar?


3. Nur wie geht es "Anders" weiter? Ewig ähnliche Fragen, als wenn nicht
bereits mögliche Antworten auch "hier" schon angesprochen worden sind,..?

Dabei ist hier bereits im "THING" vielfältig, über alternative Formen von
Zusammenleben, Kultur und allen/vielen dabei zugänglicher, allgemeiner
freier Verwertung, an der sich alle befähigten Teilnehmer beteiligen
könnten, vielschichtig diskutiert worden:

Dazu muss man jedoch zuallererst für sich persönlich "Abschied" nehmen
lernen, von allmächtigen, verwertenden Strukturen, in die man ungefragt
hineingeboren wurde und diese erst allmählich kritisch und täglich
hinterfragen und dies überhaupt grundsätzlich anstreben.

Weniger Erwerbsarbeit etwa für äußerliche Fremd-Interessen aufwenden, in
Teilzeit arbeiten, in Erwerbs-Formen, die es erst ermöglichen, sinnvoll und
kreativ mit eigenen, darin geschaffenen Freiräumen umzugehen! Darin
künstlerisch kreativ und produktiv, Anspruchsvolles schaffen und dies im
Kreis Gleichgesinnter, ohne unnötigen Verwertungsdruck publik machen und
zirkulieren lassen. Eine ganz andere Lebensform muss erst wieder belebt und
teilweise neu erfunden werden, die an Autonomie und regionaler
Selbstverwaltung interessiert ist und dafür dieses gemachte Statusdenken und
Ausgeliefertsein an Fetische verwirft und allmählich aufzugeben lernt und
lebendigere Alternativen praktiziert.

Es gilt Freiräume zu entdecken und sich darin dem unmöglich gesteigerten und
zwingende Druck zu verweigern, den statisch etablierte, machtvolle Verwerter
aufgebaut haben, nur um darin ihren Einfluss und ihre Macht in völlig
ent-demokratisierter Form, immer weiter auszudehnen.
Auch dafür ist ein Plattform wie Thing zu gebrauchen und nützlich, zur
Vernetzung, aber diese dürfte nicht unterschwellig nur dem oberflächlich
akzeptierten Konsum und verwertenden "Status Quo" zugeordnet werden, sondern
müsste ebenfalls Befreiung und kreatives Selbstbewusstsein ohne Anbiederung
an außen geleitete Märkte weiter mit be-fördern.


4. Was sind denn die Künstler heute, sind sie ebensolche angepassten,
zotteligen Schafe, die den Eliten in Verwertung und Wirtschaft
hinterhertrotteln, sich periodisch scheren lassen und den darin wie in
sonstiger Arbeit von ihnen aufgebauten, realen gesellschaftlichen Reichtum
ihren Verwertern glückselig mehrfach abkaufen?

So lange auch "Künstler" nicht die tatsächliche Macht ihres produktiven und
schöpferischen Potentials erkennen und darauf eine starke Position
begründen, die ihnen genügend Mittel zu einem befreiteren Leben bieten
würde, bleiben diese ebenso jenen unterworfen, die sie geschickt gefangen
halten, austricksen und wie sonstigen Rasen lächelnd periodisch abmähen und
noch behaupten, jenen damit ein angemehmeres und gelungenes Leben zu
ermöglichen.

Es ist bitter zu sehen, das diese erhebliche Produktivkraft, die von
produktiv-kreativ Tätigen (Künstlern und anderen Arbeitenden) geleistet
wird, weiterhin kaum erkannt, bekannt und zur Emanzipation in
selbst-bestimmter Veränderung der über sie massiv bestimmenden, wie ebenso
fragilen Strukturen eingesetzt wird.



xyz - via B-Ebene



----- Original Message -----
From: "Jörg Spamer" <joergspamer@...>
To: <thing-frankfurt@...>
Cc: "Helge Steinmann" <bomber@...>
Sent: Tuesday, June 21, 2011 10:27 AM
Subject: Re: [thing-frankfurt] Kunst des Verkaufens


Hallo Helge und Stefan,



denke, es bringt uns nicht weiter jetzt auf alle zu schimpfen, die mal eine
Arbeit, z.B. ein Bild verkauft haben --egal ob gepinselt, geprinted oder auf
eine Wand gesprüht- und dafür   Geld bekommen haben.

Wir leben vornehmlich in einer Marktwirtschaft, die noch leicht
demokratische Züge trägt.   Auch Merkel muss bei allem vorher die Konzerne
fragen. Alle Versuche aus dem ,Geldsystem' auszubrechen sind bisher
gescheitert. Helge hat recht: Protest geht in dem Bestehenden auf. Aber es
geht noch weiter: jede Irritation, jede Kritik erhält das System nicht nur,
sondern stabilisiert es. Hierzu kann sich jeder die Frage stellen: muss das
so sein? Mache ich da mit oder steige ich aus? Und das ohne destruktiv zu
werden.



Das, was Stefan macht mit all seinen Ausformungen wie thing, multitrudi usw.
verdient höchste Anerkennung.



Mich interessiert, wie diese Anerkennung anders aussehen kann als in Form
einer Museumsausstellung oder eines kleinen Katalogs? Wie sieht das
interessant im Netz z.B. aus? Willst Du mehr als 3 User, Stefan? Ok.
Gebongt! Ich bin hiermit Joerg, der Vierte   und danke sher herzlich für
Deine Arbeit.



Aber: Wie geht es weiter? Worum geht es? Was kann interessant sein? An eine
Jackass Aktion, um damit auf Utube zu punkten hast Du bestimmt schon gedacht
und verständlicherweise verworfen.



Aber weiter: worum geht es? Florian hat auf die gezielte Frage wie man mit
Kunst Geld verdienen ebenso gezielt geantwortet: Kuratoren kennenlernen
usw...



Wie geht es anders? Wie sieht ein neu zu etablierendes System aus, das
vielleicht nicht gleich vom etablierten System geschluckt wird?



Wer braucht das? Was ist schlecht am bestehenden System? Wogegen solle man
sein und wie soll der kreativer Protest und damit die schöpferische Leistung
aussehen? Wie kann man verhindern, dass diese Leistung nicht gleich
kommerziell abgeschöpft wird? Und trotzdem überleben.









Übrigens noch zum Porsche: Helge, du hast recht, dass die Jungs bei Erfolg
meist immer noch fette Autos fahren. Ist aber ein Auslaufmodell. Auch Beuys
fand es schick im Rolls Royce herum zu fahren. Ist ein uraltes Verhalten.
Jeder Erfolgreiche will die Insignien seines Triumpfs, seiner Macht zur
Schau stellen. Das schaffen nur wenige ganz sein zu lassen oder zumindest
auf clevere Weise zu tun. Z.B. indem sie das gemachte Geld woanders
reinstecken. Da gibt es die Modelle das Geld in eine Gemeinschaft zu
investieren usw. Hat dann oft eher dem Einen gedient (z.B. factory). Das
Geld, das dann als Form von Energie betrachtet wird, wird in den seltensten
Fällen weggeworfen. Eher noch verschenkt. Aber auch von einem Geschenk
erhofft man sich etwas, ist also wieder eine Investition. Aber da finde ich:
keine zu schlechte.



Aber: gut beobachtet. Nur: wie geht's weiter?



Grüße von

Joerg, dem ViertenAm 21.06.2011 07:09, schrieb Helge Steinmann:
> Lieber Stefan,
>
> auf jeden Fall sollte man die formulieren. Ich glaube nur, daß viele
> einfach null Interesse daran haben und letztendlich dann doch lieber
> Porsche fahren wollen. Ähnlich verhielt es sich ja mit der Altlinken aus
> FFM. Jede Veränderung, jeder Protest reibt sich zuerst an dem Bestehenden
> um dann darin aufzugehen und trotz allem eine kleine Veränderung zu
> bewirken.
> So sehe ich das mitlerweile.
>
> Echte Kunst scheint also nicht unbedingt etwas mit Geldwerter Leistung zu
> tun.
> Was Du machst, ist Tausch und Austausch von Informationen. Und was ist
> Geld? Auch nur ein mutiertes Tauschmittel. Mehr nicht. Ein Versprechen,
> ein Bon, der vermeintliche Gegenwert zu einer Leistung, der aber mehr als
> Grenzmittel (für gesellschaftliche Schichten) genutzt wird als alles
> andere.
>
> Ich bin froh, einer der drei User zu sein:-).
>
>
> Beste Grüße
>
> Helge
>
> Am 20.06.2011 um 15:12 schrieb Stefan Beck:
>
>> >  Lieber Helge,
>> >
>> >  es gibt kein außerhalb Systems? Könnten wir nicht wenigstens
>> >  Alternativen formulieren?
>> >
>> >  Neulich auf der Diskussion zu Kunst und Geld erklärte der Florian
>> >  Heinke, es käme nur darauf an, den richtigen Kurator und den richtigen
>> >  Galeristen zu finden.
>> >
>> >  Niemand hat dagegen protestiert. Vielleicht, weil alle dachten, wie
>> >  wahr, und warum gelingt mir das nicht???
>> >
>>> >  >  Das einzige was uns bleibt ist die Karikatur einer Marke zu
>>> > werden.
>> >
>> >  Ja, so komm ich mir auch manchmal vor, wenn ich über Thing Frankfurt
>> > bei
>> >  diversen Internet-Stammtischen spreche. Bemitleidenswerte Blicke und
>> >  Kommentare ernte.
>> >
>> >  Der "Depp", macht das schon 15 Jahre, verdient kein Geld und hat 3
>> > User,
>> >  die mit ihm diskutieren.
>> >
>> >  Grüße
>> >  Stefan
>> >
>>> >  >  Offen gesprochen gibt es kein außerhalb des Systems. Auch Kunst
>>> > will und muß sich innerhalb dieses Systems verkaufen. Deshalb Galerien
>>> > (die vermeintlich erfolgreichen sind samtsonders Banken bzw.
>>> > Kapitalgesteuert, zumindest dem Umfeld der geldverwaltenden
>>> > Unternehmen zuzurechnen).
>>> >  >
>>> >  >  Kunst hätte die Power, das System zu ändern da es tatsächlich die
>>> > einzig revolutionäre Kraft ist die mit humanen Mitteln über einen
>>> > längeren Zeitraum Veränderungen vornehmen kann ohne daß sich Leute
>>> > gleich den Schädel einschlagen müssen. Sie darf es aber nicht, da ihr
>>> > zu viele systemimanente (?) und systemaufrechterhaltende Lobbies
>>> > entgegenstehen.
>>> >  >
>>> >  >  Urnenbemalenende Graffitikünstler sind genau dieses Ergebnis:
>>> >  >  Wenn Du verdienen willst, bleibe in der Reihe und erstelle
>>> > nutzbares. Marx hatte es dabei auf den Punkt gebracht.
>>> >  >
>>> >  >  Wir alle selbst sind zu Marken verkommen die sich selbst und ihr
>>> > vermeintliches Produkt pushen sollen, da es angeblich keinerlei Ausweg
>>> > gibt (The only way is up-ein schöner song aus den gloreichen Zeiten
>>> > von Yazz). Das einzige was uns bleibt ist die Karikatur einer Marke zu
>>> > werden. Das hat Graffitiwriting schon früh begriffen und die gleichen
>>> > Mechanismen entwickelt. Mark yourself on the society.
>>> >  >
>>> >  >  Tja, nun viel Spaß.
>>> >  >
>> >
>> >  * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *
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>> >  Hohenstaufenstr. 8
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#12505 Von: n0name@...
Datum: Mit 22. Juni 2011 15:31
Betreff: =) n0name nachrichten #152
n0name@...
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As the Tsunami and the lies
                 of profit end people's lifes this
                  earthquake may be the killer for
                     Japan's and others economy.
                       Therefor Fukushima is
                   GERMANY'S CAPITAL LAST CHANCE

             http://www.n0name.de/38317/germanyschance


|<----- Breite: 72 Zeichen - Fixer Zeichensatz: Courier New, 10 ------>|

=) n0name nachrichten #152 Mi., 22.06.2011 11:24 CET

In German/In English

*Inhalt/Contents*

1. Lexik0n - Dies ist kein Pediawiki
    Bad in der Menge
2. Schwerhoeren
    So wie Herbie Flowers Basslauf Lou Reed gehoert
3. Rezension von Sabine Nuss. _Copyright & Copyriot_ 48
4. Interview with Tommaso Debenedetti and Matze Schmidt about
    WikiLeaks
    1st Part
5. Another didactic poem by 38317
    Pinkster in Haarlem (This is not grease)

36 KB, ca. 12 DIN A4-Seiten

------------------------------------------------------------------------

1.

Lexik0n

Bad in der Menge; das, muss eigentlich lauten Bad in der Masse. Die
Sozialpsychologie unterscheidet Menge und Masse und Gruppe, wobei die
Menge das Viele ist, das sich willentlich oder gesteuert oder geregelt
(kybernetisch?) bewegt, waehrend die Masse nur zum Ornament oder zur
Flucht aus der Loveparade zu taugen scheint. Der Bassist oder der
Keyboarder der Gruppe (!) Rammstein nimmt ein Bad in der Menge
mittels eines militaerisch aussehenden Schlauchboots. Die Besucher des
Konzerts strecken ihre Arme nach oben aus und halten und bewegen das
Boot, insofern ist es eine Fahrt ueber der Menge.            Zela Hais

------------------------------------------------------------------------

2.

Schwerhoeren

So wie Herbie Flowers Basslauf Lou Reed gehoert

"Das Problem, das ich" mit Heavy Listening und Drone "habe ist",
dass es so Mark Rothko ist. Bist Du Tuerkei oder wenigstens schwul?,
kann man hier oder anderswo lesen. Aber Gendertheorien und
Migrationsdiskurse (mit Betonung auf Kurse) greifen da nicht. Der
globale Sound einer Global City, die eine neu(kultur)reiche, das
bedeutet neuglobale City ist, weht her von der neu aufgemachten,
nach der Eroeffnung sofort brummenden Kneipe mit DJ, direkt an
Deiner Strassenecke, wo sich die Natives aus den Billigfliegern
treffen, oder vom Flohmarkt mit integriertem Livemusikprogramm.
Gemasht selbstverstaendlich mit dem Droenen dieser zahlenden
Gaeste, die auf gebrochenen perfektem English ein Bier nach
dem anderen bestellen muessen, vor der Kulisse des hippen
Viertels. O, Amsterdam, o, Prag.

Dann sitzen, im Auto voller Subwoofer, den tiefen tiefen Klang der
Motoren usw. hoeren, nein spueren. Und man sitzt wie vor Farbfeldern
waehrend die tiefe Egopositionierung geschieht, wie auf dem kommoden
Sofa in der Tate Modern. Oder der Schlagzeuger sitzt, schon wieder,
aber naeher an die Produktion gerueckt, im Proberaum und hoert den
anderen an ihren Tretmienen zu, macht sich zu, international, kann
aber nichts mehr spielen, weil die Automaten uebernommen haben
sollen. Nichts tun, spielen lassen. Keine Jukebox der Interaktion.
Man darf den Klangraum auch verlassen, wenn es zu laut ist, was aber
uncool waere. Der jetzt oder auch ohnehin arbeitslose Schlagzeuger,
frueher fuer jeden Krach zu haben, ja dafuer sogar zustaendig,
schaut betreten zu.

Organisation von Stille-sein. Der Krach und Laerm -- es gibt einen
Unterschied -- meint so apolitisch soziale Resonanz statt Verhalten,
wie schwer es doch ist, es zu hoeren, wie die Boersendaten auch
ohne Data Visualization rattern. Sicher, es wird eine
"DIY-Philosphie" heruntergebetet -- siehe den Film _Noise and
Resistance_ von u.a. Julia Ostertag & Francesca Araiza Andrade -- im
engeren Sinn eine Weltanschauung, innerhalb derer Noise politisch in
Stellung gebracht und zum Motor der revolutionaeren "Osmose" fuer
eine Alternative gemacht wird, oder aber auch, Kropotkin gelesen
habend, fuer die anarchische Veraenderung der Welt ohne
Machtuebernahme. Nur argumentieren die Filmemacherinnen auf
Bildebene mit den gleichen oeden, das Medium nicht reflektierenden
Dokumitteln.

Damit setzen sie nur die fuer sie richtigen Inhalte und Botschaften,
ganz wie in der von ihren Protagonisten geschaetzten Musik,
Hardcore, in die uebliche Inszenierung ein: In den Interviews sind
die Interviewten brave Antworterinnen oder Predigende, obwohl
Prediger ja rot/schwarz-geflaggt abgelehnt werden, die Gaertnerin
und ehemalige Crass-Illustratorin Gee Vaucher kommt um die Ecke, wo
die Kamera wartet, und sprengt Gewaechshauspflanzen mit Wasser, die
Fotografie ist klar und deutlich und scharf gestellt draufhaltend,
garnicht so Punk, d.h. die buergerlichen optischen Werte
unterlaufend. Krach mit Attituede muss noch pogobar sein,
Gitarrengriffe sind noch Gitarrengriffe, sogar von Maedchen
erlernbar. Alle so unbestimmt freiheitlichen Vorstellungen eines
gerechteren Systems werden dabei, rituell tradiert, der Abweisung
des Kuenstlichen und Unnaturellen unterstellt, dort wo die
selbermachende, machende, machende Transition-Kultur auf
sich selbstverteidigende Hausbesetzer trifft. Immerhin, einer von der
Band Seein Red spricht davon, dass Anarchowiderstand in die
Institutionen des Sozialen (Arbeitsstelle, Familie usw.) getragen
werden muesse, soll er nicht im Schweiss der Party verpuffen. Bei den
aktuellen Debatten um die Bildung einer bewussten Arbeiterpartei
eventuell eine Schnittmenge.

Der Vorwurf, dass im und beim reinen Droenen Bedeutungsebenen
nun nicht mehr zaehlen und wir ein Displayproblem haben (kannn nicht
sehen wie ers macht), markiert jedoch vielleicht nur die relationale
Unsicherheit von epistemischen sowie Trend-Anspruechen,
um/ueberspielt mit der wohligen Noise-Sicherheit, gegessen schon
vor 50 Jahren mit Fluxus und Stockhausen, der La Monte Young
minimalistisch dazu bewegt, der Pate fuer Lou Reed ("We who have so
much to you who have so little") zu werden, 'dessen' wilder
a-symetrischer Doppel-E- und Double Basslauf, bekannterweise vom
Stueckgutstudiobassisten Herbie Flowers geliefert, Tantiemen bis
heute liefert. Das treibt nun Ulrich Krieger und uns in die Krise der
Neuen Musik und das Displayproblem (also: wie Neue Musik
vermittelbar und verstehbar machen) -- Laptop auf, Laptop zu --
bleibt. Diese Verweigerung jeglicher referentieller Mission im
unpolitischen Krach, nichts direkt anschliessen zu lassen ans
Gesellschafts_politische_, ist das Politikum, da es die Praktiken
wieder in die Subjektivitaet der intersubjektiven Erfahrung
einschliesst. Droenen wie Ritzen. Angst vorm sozialen Realistischen?
Wenn, dann auf beiden Seiten. Der Kunst-Industrial kommt gerade in
den subventionierten Konzerthaeusern an. Der Ritual-Hardcore
langweilt das Wochenendpublikum.

Darum nun Schwerhoeren als marktbalancierender Gegenentwurf bis zur
Hoerigkeit. WAS? Das Ganze transkribieren (Score) und HD-verfilmen
aber aussehen lassen wie 35-mm. Das Diktum Satres (?), dass die
Melodien den Massen vorbehalten bleiben, waehrend die Elite mit
Kunstmusik vorlieb nehmen muss, ist gedreht. Edgar Reitz liess bereits
seinen musikstudentischen Laiendarsteller in Koeln sagen, wie die
konzeptionellen Sgt. Peppers-Beatles so viel naeher ("live nicht
reproduzierbar") an allen sind als alles Konzept.
Aber warum sollte man Partitur bauen aus Tonbandmaterial? Ginge es
darum etwas historisch aufzuschliessen oder den unnachspielbaren
Speicher auf Traegermedium (nochmal Reed: "It can't be done")
doch noch spielbar zu machen, zur Errettung der lebendigen
Spielbarkeit? Als ludditische Aktion, jedoch in Absprache mit dem
Autor einer artistischen Klang-Industrialisierung? So als wuerde der
Patron am Tisch gemeinsam mit seinen Halbleibeigenen speisen?

Die Antwort, es sei die Rache der haendisch aufschreibbaren Musik an
den Dilettanten, klingt plausibler. Noch plausibler aber klingelt die
Erklaerung, Dilettanten koennten nun vom Blatt spielen. Hier liegt
ein Schichtenspezifikum. Studierte, Menschen mit Bildungszugang,
oder wie, haben die laengste Zeit die Moden der Unterklassen
erfolgreicher als diese selbst nachgebaut. Jetzt kommen sie wieder
oben bei sich an. Dorthin kann es jeder schaffen und sich jeden
Scheiss aneignen. Da verlaeuft auch die letzte Verteidigungslinie
der authentischen Authentizisten des Hardcore. Aber, wer ausser
Studenten und Joblosen, hat schon Zeit Mittwoch nachts ins Haus zu
gehen, zu saufen, sich Toxoscheiss anzuhoeren, durchzutanzen,
auszuschlafen?

Touristen, der Feind. Denn noch naeher aber als die Beatles und die
weltweite BBC im Satelliten-gestuetzten Summer of 1967 sind die in
Deine Stadt, Deine Strasse eindringen, die Dir und nur Dir gehoeren
sollte, aber nicht gehoert. Sie gehoert den Eindringligen ebenso
nicht, hoerst Du das denn nicht? Der Transfair etwa des Chaos
Computer Club waere nun der, den Arbeiter und echten Autor Herbie
Flowers nach all den Jahren endlich auszuzahlen, und zugleich den
Patron Reed an den Tisch zu bitten. Aber, man weiss es laengst,
Flowers wurde ja bereits entlohnt. Jede Nachzahlung, bei allem
Ruhm, fuer die wirkliche kreative Leistung, bestaetigt nur den
Preis als Prinzip und die regulatorischen Fantasien fuer gerechten
Lohn, welcher nie existierte und nie existieren kann, sonst waere er
kein Lohn. Denn Lohn muss immer Unterbezahlung sein. Die
Bereicherung, zumindest auf Geldebene gedacht, faende sonst nicht
statt.

Mikro-a-tonale Grenzen sollen das nun ja vermeiden helfen. So als
Dienstleistung bei Indienstnahme der Ohren. Hoer, dies ist nur noch
Schall und keine Interpretierbarkeit mehr -- Rezipient. Ulbrichts
"Yeah Yeah Yeah" und die Dekandenz, der kopierte Dreck aus dem fernen
Osten und Schluss machen in Monotonie. Reset, Anfang fuer weitere
Verhandlungen. Haette ich mich zu entscheiden zwischen Schwerhoeren,
schwerhoerend und schwerhoerig, demnach zwischen Tun, passivem
Aktivsein und Zustand, fiele meine Wahl aufs erstere. Weil, das
geht vorbei. Wenn die Vaeter verlernt haben, sprichwoertlich ihr
Gehirn um- oder abgebaut haben beim jahrelangen Nicht-Zuhoeren und
Monologisieren, erscheint das wie das Analogon fuer den Drone,
dessen Vielwegekommunikation immer erst nach dem Geraeusch
zustandekommen kann, dann wenn das Schwerhoeren vorbei ist.

Ist das Heavy Listening zur Anti-Ware gegen das Einfache
konzipiert, zerfaellt diese Nicht-Kommunikation in ein
Gelingen ausserhalb der Setzung und Haltung ("Kein Ton mehr!", wie
oft hat man das als Schueler schon gejodelt, gekreischt, gekotzt,
gefluestert von Lehrern gehoert?). Drone-Diktatur oder
freizeitparkiges Brummen. Die Freizeit der einen im Park ist
zuforderst mal die Arbeitszeit der anderen, die gerne im Park
liegen wuerden, der ihnen gnaedigst von der herrschenden,
nichtarbeitenden Klasse geoeffnet wurde. Was genau wollen die
zahlenden Gaeste aber sehen und hoeren, erfahren? Die schier
unbeschreibbaren Sensationen wie Schwaene auf dem Wasser, wild
geklebte Plakate, andere zahlende Gaeste, nicht-zahlenden Gaeste,
eine wildplakatierte Jugendkultur mit wiederum zahlenden Gaesten,
doch, ja, auch die Denkmaeler und dann die Absetzung davon ins
nur Anti-Pittoreske, ein wenig roter, oder neuer, post-femischer
pinker (!) Stern. Diese, in allen Kleinsteilen und Dimensionen
unbeschreibbaren Empfindungen, die Wahrnehmungen und ihre
Herstellung bleiben nun uebrig, ohne einen Begriff davon zu haben.
Solche Begriffslosigkeit ist nicht so leicht und die Sensitivitaet
abzueglich des Gross(deutschland)veranstaltungs-Bummsfallera kommt
in karnevalesker Wochenend-Trans-Verkleidung, die nun auch
tagsueber getragen werden darf.

Aber nochmal zurueck zu allem. Der ehemalige Crass-Schlagzeuger
Penny Rimbaud zieht in_Noise and Resistance_ die Nachkriegszeit, in
der er geboren wurde, heran, um auf die Notwendigkeit des
Selbermachens fuers Proletariat in Krisenzeiten hinzuweisen. Das
macht er genauso schulmeistlerich wies hier steht. Wenn nichts da
ist, mach es selbst! zeigt aber an, wie es mit der organischen
Zusammensetzung der Gesellschaft aussieht. Seine Kenntnisse was das
Selber bei Problemen mit dem Computer angeht sind, wie er offen
zugibt, dann beendet. Dass blasierte deutsche Bands wie Tocotronic
an dieser Stelle nur Wohlstandshobby kritisieren koennen ("Macht es
nicht selbst") und die DIYler ueberall Ungleichverteilung sehen und
sich vom Kleinstbuergerlichen Leben zu verabschieden suchen, findet
Entsprechung im standorttragenden Drone der Heavy Listening
Sounddesignergruppe mit einem org hintendran: "Coming to Berlin
Neukoelln". Doch, aber, nein, nicht der Bass macht mehr den Beat,
der Herzschlag des Wettbewerbs macht den Bass. Kommunismus
oder Communismus, Kommunisten oder Anarchisten, diese
Oeffentlichkeitsmache gehoert jetzt schon VW. So wie Herbie Flowers
Basslauf Lou Reed gehoert und das Stadion des Stadionrock nicht
der  M a s s e n k l a s s e  -- ein anderes Thema. Ach ja, wie
uebersetzt man doch gleich das in Hochschulkreisen momentan
angesagte "empowerment", mit "Mitwirkungsmoeglichkeit" = Gewerkschaft,
mit Aktivierung = DIY, oder mit Bemaechtigung = KP? Letzteres meint
der FAZische-Marxist Dietmar Dath, wenn er "DJ" schreibt.

Matze Schmidt

------------------------------------------------------------------------

3.

Rezension von Sabine Nuss. _Copyright & Copyriot_ 48


Arbeit und Eigentum fallen auseinander. Das Eigentum eignet sich
fremde Arbeit gegen Minder-Bezahlung oder genauer Nicht-Bezahlung an.
Hier auch wieder doppelte Anfuehrungszeichen in Ermangelung eines
echten Lektorats und zur Markierung der "Aneignung".

"„Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die
einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter
Arbeit in stets wachsendem Umfang†(Marx 1893, 1984: 609).

Das scheinbar ganz natürlich auf Warenproduktion und Warenzirkulation
beru-hende Gesetz der Aneignung oder das Gesetz des Privateigentums
schlägt offen-bar „durch seine eigne, innere, unvermeidliche Dialektik
in sein direktes Gegen-teil um" (Marx 1893, 1984: 610). Insofern
spricht Marx von einem „Umschlag der Aneignungsgesetze". Er meint
damit nicht einen historischen Umschlag, son-dern einen Umschlag, der
sich aus dem Gang seiner Darstellung ergibt. Während nun die
Apologeten der bürgerlichen Gesellschaft den „Umschlag", die
Eigen-tumslosigkeit der Produzenten, leugnen und durch die
Konstruktion spezifischer Leistungen des „Faktors Kapital" bzw. des
Kapitalisten in der Aneignung des Mehrwerts ebenfalls eine auf
eigener Arbeit beruhende Aneignung sehen, kriti-sierten Sozialisten
in der Tradition von Proudhon diesen „Umschlag" als Verlet-
zung des ursprünglichen Eigentumsgesetzes.5 Beiden Seiten gegenüber
will Marx deutlich machen, dass das vermeintlich ursprüngliche
Aneignungsgesetz bloßer Schein ist: die Identität von Arbeit und
Eigentum hat niemals existiert. Die ein-fache Zirkulation, die dieser
scheinbaren Identität ihre Plausibilität verleiht, hat es unabhängig
vom Kapitalismus niemals gegeben.
    Dem Schein, dass Arbeit und Eigentum in eins fallen, stehen nun die
tatsäch-lichen Eigentumsverhältnisse - als Resultate des „Umschlags"
- diametral entgegen. Die Eigentumsbeziehungen, wie sie in der
Zirkulationssphäre erscheinen, sind (in Anlehnung an Foucault, s.o.)"

Warum an Foucault angelehnt? Marx spricht doch schon rund 70 Jahre
vorher  davon, dass die Produktion als zwingende Basis „hinter dem
Rücken der Zirkulation" ablaeuft, wie Sabine Nuss selbst zitiert
(s.o., im n0name #151: "Rezension von Sabine Nuss. _Copyright &
Copyriot_ 47" zweiter Absatz).

"nur Oberflächenerscheinungen eines umfassende-ren
Eigentumsverhältnisses und dieses besteht in der Gesamtheit der
bürgerlichen Produktionsverhältnisse (Marx 1847, 1972: 356).
Eigentumsverhältnisse bestim-men nicht nur, wie in einer Gesellschaft
Produkte zirkulieren, sondern auch, wie sie produziert werden (vgl.
auch Wesel 1997a: 80), denn ehe die hergestellten Produkte „verteilt"
werden können, müssen schließlich vorher die Produktions-mittel
„verteilt" sein (Römer 1978: 24).6 Voraussetzung der bürgerlichen
bzw.
________________________
5 Die Sozialisten forderten vor diesem Hintergrund den „gerechten
   Lohn". Der „gerech-te Lohn" aber ist gerade gleich dem Wert der
   verkauften Ware, in diesem Fall also dem Wert der Arbeitskraft.
6 „Die Vorstellung von Eigentum als einer Beziehung des Menschen zu
   einer Sache erfaßt das Wesen des Eigentums deshalb aus zwei Gründen
   nicht richtig: einmal, weil der prozeßhafte Charakter des Eigentums
   in eine statische Subjekt-Objekt-Beziehung auf-gelöst wird, zum
   anderen, weil das Eigentum seinem Wesen nach ein gesellschaftliches
   Verhältnis ist, das über die Innehabung von Sachen nur vermittelt
   wird. Es wäre auch unrichtig, dieses gesellschaftliche Verhältnis,
   wie es gelegentlich bei der juristischen begrifflichen Erfassung
   des Eigentums geschieht, negativ als Ausschließungsverhältnis

159

kapitalistischen Produktionsweise ist nach Marx nun, dass die Masse
der arbei-tenden Menschen kein Eigentum an Produktionsmitteln hat, so
dass sie gezwun-gen sind, ihre Arbeitskraft zu verkaufen. Da der
Kapitalist sowohl Arbeitskraft als auch Produktionsmittel kauft,
gehören ihm automatisch auch die von den Arbei-tern hergestellten
Produkte und Mehrprodukte."

(Mal schreiend) HIER! steht der wichtigste Kern/Analysepunkt/Knoten
der Aufdeckung kapitalistischer Produktionsweise.

"Die Arbeit der unmittelbaren Produzenten begründet in der
bürgerlichen Gesellschaft demnach gerade kein Eigentum an den
Früchten der Arbeit. Mit der Lohnform scheint es zwar so, als
käme der Arbeiter über diesem Wege zu den Ergebnissen seiner Arbeit,
allerdings ist der Lohn nur das in Geld ausgedrückte Äquivalent für
jene Lebensmittel, die die Arbeitskraft des Arbeiters auf dem je
benötigten und gesellschaftlich erkämpf-ten Niveau reproduzieren. Die
Ergebnisse der Arbeit selbst aber gehören in vol-lem Umfang mitsamt
dem Mehrprodukt dem Kapital.
    Voraussetzung für die kapitalistische Produktion ist daher nicht
nur, dass Pri-vateigentum an Produktionsmitteln ausschließend ist
(vgl. Brie 1990: 30 ff.), son-dern auch die Eigentumslosigkeit der
Mehrheit der Menschen an Produktions-mitteln."

Der Quark der allmaelich wachsenden digitalen Allmende geht also nie
auf, weil jedes noch so kleine oder grosse Zubrot oder jeder Kruemel
vom _eigentlichen Eigentuemer der Produktionsmittel_, der den
Scheinselbststaendigen erreicht, der glaubt, er besaesze mit seinem
Computer ein Produktionsmittel, nur zu klar macht, dass der Kreative
am Monitor lediglich Stueckgutarbeiter oder auch mal derselbe im
Uebergang zum Grossisten und ggf. Manager ist.

Zitat: "Heinrich Bleicher-Nagelsmann, Leiter des Bereichs Kunst und
Kultur in der Gewerkschaft Verdi, klagte Anfang Mai [2011] auf einer
Pressekonferenz über den »Niedergang von Musikschulen, Theatern,
freien Kultureinrichtungen und Bibliotheken« und über die prekären
Arbeitsverhältnisse der Menschen, die dort beschäftigt sind. Er
forderte »eine Gemeindefinanzreform, die die Kommunen in die Lage
versetzt, einer gesetzlich verankerten Kultur- und Bildungspflicht
nachzukommen«. Die Verdi-Fachgruppe Bildende Kunst erstellte für den
Aktionstag sogar Geldscheine einer imaginären »Bank für Kultur« und
nannte die Währung »Kulturnotgeld Deutschland«."
(Ralf Hutter: "Die 'Kulturwertmark' als Vergütungsmodell für
kreative Inhalte im Netz" in: Jungle World, 1. Juni 2011.)

Dieses Notgeld kam zum Teil in den Umlauf echter staatlicher
Geldscheine und es kam zu Anzeigen mit dem Vorwurf der Verbreitung
von Falschgeld. Man sieht, dass die Gewerkschaften, in ihrer Funktion
das kapitalistische Verhaeltnis fuer ihre Klientel -- also ihren
Ausschnitt vom Proletariat -- auszunutzen, nicht anders koennen, als
ein Stueck vom Kuchen zu fordern, den ihre Klientel ja erbringt. Die
aktivistische Form, die gewaehlt wird, ist mitunter die Kopie der
staatlichen Anteile am Lauf der Dinge, hier die Kopie der
Sicherstellung der Zirkulation seitens des Staates. Jedes Betteln ist
legitim und muss vieleicht sein. Dieses Betteln ist aber ein
heuchlerisches, da die Gewerkschaften in der BRD (der DGB) die
Stuetzung des Gelkapitals
und damit des produzierenden Kapitals mit Geldmitteln aus dem Topf
der Steuern und Staatsanleihen 2008 mittrug und somit Co-Manager
der sogenannten Armut ist.

"Damit Arbeitskraft als Ware gekauft werden kann, muss der Arbeiter
doppelt frei sein: Frei von Produktionsmitteln, die ihm seine
Subsistenz erlauben würden, und außerdem formal frei, seine
Arbeitskraft zu verkaufen. Daraus ergibt sich schließlich die
Notwendigkeit, dass auch die zirkulierenden Arbeitsprodukte
selbst ausschließend sein müssen: Damit der Mehrwert überhaupt
realisiert wer-den kann, müssen die Menschen vom unmittelbaren,
tauschlosen Zugang auch zu den produzierten Gütern selbst
ausgeschlossen werden, mit anderen Worten: Die Güter müssen knapp
gehalten werden, unabhängig davon, ob sie dies tat-sächlich sind
(gemessen an den vorhandenen Bedürfnissen). Privateigentum be-
________________________________________________________________________
    anzusehen; als eine Beziehung zu einer Sache also, die ein
    ausschließliches Recht auf Innehabung der Sache darstellt und die
    Macht gewährt, alle anderen Menschen von dem Zugriff auf die Sache
    und deren Gebrauch auszuschließen. Dabei wird wiederum das Wesen
    des Eigentums als Aneignungsprozeß verkannt" (Römer 1978: 23)."

Und als gigantischer Enteignungsprozess.
Nuss hat hier Roemers Kritik (siehe oben Fussnote 6) am "
Ausschließungsverhältnis" nicht uebernommen und sieht fuer die
Enteignung des Produzenten von seinem Produkt, welches dieser dann
von seinem Ueberlebenslohn zu erstehen hat, eine rein automatische
Ausschlieszung vom Konsum, wie sie am Konsumtions-Markt geschehen
muesse. Der Zugang zum Produkt oder zur Dienstleistung ist in der
Tat nur ueber das Geld moeglich. Kaufkraft waere demnach also der
Schluessel zum Verschlossenen, das hinter Schaufensterscheiben und
in den Listen der Onlineshops zu sehen ist, oder das in den Vitrinen
und, wenn echte Massenware, in den Regalen 'unmittelbar' vor uns
steht. Die "zirkulierenden Arbeitsprodukte" sind aber nicht "selbst
ausschließend", eine Verfuegungsgewalt und ein verinnerlichtes
Moraltun schliesst aus. Die Gueter werden auch nicht knapp gehalten,
obwohl sie reichlich waeren, nur der Zugang wird gewaltmaeszig
verweigert solange kein sich vollziehender Kauf ansteht. Sie werden
gesamtgesellschaftlich im Uebermasz produziert und sie werden
verschlossen und angeboten zugleich. So wie das das Gemaelde "Der
Ursprung der Welt (L'Origine du monde)" das von Lacan mit einer
zweiten Bildschicht verschleiert wurde.[1] So wie, um beim
Analogismus zu bleiben, die Ware auch gebrochen in sich
ueberproduziert, also verkitscht werden kann, um sie in ihrem
Effekt des falschen Gebrauchswerts oder in ihrer tatsaechlichen
Funktion zu steigern, abzuaendern, oder um sie als reinen Fetisch
zu manifestieren.[2]

"7 In dem Bühnenstück „Die heilige Johanna der Schlachthöfe" von
    Bertolt Brecht bringt der Fleischfabrikant Mauler dies plastisch
    auf den Punkt (Brecht 1932, 1997: 435): Um den stark gesunkenen
    Viehpreis zu halten schlägt er vor, ein Drittel des Viehs zu ver-
    brennen. Es entspannt sich folgender Dialog:
    Paulus Snyder, Major der der Heilsarmee ähnlichen Schwarzen
    Strohhüte:
    Wär es nicht möglich, dieses viele Vieh
    Wenn es so wertlos ist, daß man's verbrennen kann
    den vielen, die da draußen stehn und die's
    So gut gebrauchen könnten, einfach zu schenken?
    MAULER lächelt:
    Lieber Herr Snyder, Sie haben den Kern der Lage nicht erfaßt. Die
    vielen, die Da draußen stehn: D a s s i n d d i e K ä u f e r!"

Etwas verschoben verhaelt 'es sich' so auch beim "Bundestafeltreffen"
am 25.6.11 in Kassel, der Armenspeisung-Performance fuer den guten
Zweck. Dort treffen sich Kaeufer von Lebensmitteln, um in einer Wette
mit dem Oberbuergermeister 11 Tonnen Lebensmittel fuer die Tafeln, von
wo sich Beduerftige die Mittel zum Leben abholen duerfen, zu sammeln.
Denn hier geht es um Resteverwertung. Statt das Vieh zu verbrennen,
um den Preis zu halten, kann man es jetzt an Arbeitslose vergeben.

"160"
________________________________________________
[1] http://ecx.images-amazon.com/images/I/51T70EYAWHL._SS500_.jpg

[2] Antonio Ortega. "Der aufgeblasene Ursprung der Welt"
     http://www.artfacts.net/artworkpics/13844b.jpg

Matze Schmidt/Susi Meyer/Ali Emas

Sabine Nuss. _Copyright & Copyriot: Aneignungskonflikte um geistiges
Eigentum im informationellen Kapitalismus_. Muenster: Westfaelisches
Dampfboot, 2006. 269 S. - EURO 19,90. Erschienen: Oktober 2006

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4.

Interview with Tommaso Debenedetti and Matze Schmidt about WikiLeaks

1st Part


Matze Schmidt: Mr. Debenedetti, you've been talking to Julian Assange
several times the last years and quoted him in connection with the
discovery of this new intellectual computer specialist avant-garde.
To ask straight forward: Do you think he is fake?

Tommaso Debenedetti: Well, I don't believe he is fake. The WikiLeaks
project has had so much success the last years, no distinction, fake
or original, can change this. It is evidence that so called free
information breaks through now. Only this Foucaultian power does
not want to see it, wants to prohibit. But who prohibits the truth
of alcohol?

Matze Schmidt: I am a little bit puzzled. Do you deem a mass drug
can be compared to a media system like WikiLeaks which brings up
secret, and classified information? Or is your conception of this
undertaking a more psychological one?

Tommaso Debenedetti: You are right. I am kidding, but it is serious
kidding. The common idea, the general idea of mass media is to help
us navigating in a sea or galaxy of information. This was changed
by the outdated but not outmoded very literary philosophy named
postmodernism which acclaimed or, ... oh no, it did not acclaim,
it just offered very aggressively something like: Okay, all we have
is the text and icons and it's machines, this world is a second
nature so let's use it to ..., yah, well, to what? The real fake is
not a false truth but the visible, recognizable fake. The twisty
wrongly thing which can be discussed. Everything else, every clarity
is just conspiracy and theory of conspiracy. The logos of something
like this "All Cretans lie, and since I am a Cretan I am lying" is
an obscure one, it satisfies the requirements of the written form,
but practise is more chaotic, more non-rational. We need more complex
theories on that fundamental mechanisms of action in relation to a
text or texts.

Matze Schmidt: But don't we have for instance Julia Kristeva and
intertextuality?

Tommaso Debenedetti: Yes but she is just another figure within a
system, e.g. Wikipedia. And there one can find Kristeva as the
Wikipedia-Kristeva-Version. Remember, fakes are knowable fakes because
they're open. Assange seems to be not an open person but an open fake,
a figure within an iconic game. We can discuss him as the symbol in a
fight. The relation to text ends where the linguistic analysis ends or
-- to pun -- the linguistic turn turns away. This happens when the
real world, when the real happens without the principles of textual
structures or anti-structures. Jimmy Wales of Wikipedia talks about
Wikipedia as a public park, or was it a temple for the brains? They
want to fraternize the old Greek culture of literacy with the
mass-individual-fast-food-media in the framework of a so called
digital public space, the old agora. It is the model of the
encyclopedia, the expert knowledge now combined with the everyday
knowledge. There is no third for them.

Matze Schmidt: What could be the third?

Tommaso Debenedetti: A real restructured and restructuring knowledge.
You know I wrote this interview with Philip Roth I never made. There
is this photo of Roth in his studio shot by the famous James Nachtwey.
Roth is standing there right in front of the window in a manufactory
with an old typewriter here, a computer there, a stand there. He is
not in a factory, he blocking the windows, his posture is that of a
Goethe, of a writer writing. This must end and then we can find the
third or fourth.

Matze Schmidt: A very normative score. Julian Assange is a figure
expressly designated as a rebel, but did you really met him as you
are known for hoaxes and fake interviews? Do you have any proof of
the existence of the interview you made?

Tommaso Debenedetti: Got to laugh -- no, I guess I lost the tapes.
Um, to meet a rebel is a cliché since meeting Che in combat, or since
showing myself as a reporter in the vietnam war or since the
Zapatistas, who designed themselves as a comic strip to-be and a
force to be seen but certainly within a gravity.

Matze Schmidt: What did he tell you?

Tommaso Debenedetti: You should rather ask me what I asked him.

Matze Schmidt: Are his answers less important?

Tommaso Debenedetti: No, but they are material, they are mass. The
interview as a form of dialogue only generates this fidelity. It is
a discipline, your reading is the event.

Matze Schmidt: Wouldn't you be interested in the statements of a
person our focus is on?

Tommaso Debenedetti: Who is the 'our' here, and what is the focus?
Andy Warhols decadent interviews where question-answer-games with
this mirror in between mirroring the question as a questionable and
affirming it at the same moment.

Matze Schmidt: Okay, but Julian Assange was not dumb like Blixa
Bargeld who once said really nothing verbally in a German Talk Show.

Tommaso Debenedetti: All these names -- Assange was telling what
everyone seems to know about WikiLeaks and so on. It was less
valuable what he said or what his persona looked like than what this
interview made with him and the surroundings. The situation
fabricated a kind of un-kowledge, so to say. But this is of course
just a speculation. A gossip, a mystic outcome followed, as a matter
of fact an insecurity. In fact you as an interviewer are helping at
this point. He knew I was making interviews with persons I never met.
So all we have is like a photo showing the place after the show, like
the rests of an echo of a tune.

Matze Schmidt: But the big deals are made with artificial sceneries
and not with undisguised photos. Commodity is what we have all the
time, don't we need more practical valuable stuff?

Tommaso Debenedetti: I agree, but criticizing the staging is not
qualified anymore alone. We know all these tricks of Verfremdung,
alienation, disassociation, bending. This all turned into a style one
can sample and reincorporate and recapture. WikiLeaks is mainly about
gossip. Isn't it unsurprisingly when you see soldiers killing
civilians or when you see the looting of Kenya? The first is war, the
second is long-known. Gossip is telling things in the shape of secrets
very close to the conspiracy, a plot that explains the world, that
simplifies matters. And gossip theory tells that the true or untrue
statement has no true or untrue kernel but points out what might come
and what was, in the relationships of the producers of the message or
the sound. Because truth lies within what can bee foreseen and where
does it come from, it is a social procedure.

Matze Schmidt: This is nothing new.

Tommaso Debenedetti: No, but the chatty Web holds a lot of subjects
for the swarm scientists, the biological-sociological complex. This
crew is talking about old western values that erode and that we as
citizens have to define our self and ego. The theory sets the
individual and the group anew. They define self-organisation in a
non-political way as the organisation of the single self. The
organisation of the group is only approved for solving problems. In
the end this swarm theory is a utilitarian biologistic one.
Does Whistleblower networks give us guidance here?

Matze Schmidt: All these people behind Xerox-Guy-Fawkes-masks seem to
support exactly this manipulation mechanism when they protest against
Assanges arrest.

Tommaso Debenedetti: Yes, and at the same time they display the need
for representatives that stand for simple methods.

Matze Schmidt: This signals crisis.

2nd Part in the n0name newsletter #153

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5.

         Another didactic poem by 38317

               With 16 footnotes!


Pinkster in Haarlem (This is not grease)

When the norman financial shark conquers the land[1]
And the jewish moneybags rape our infants
The wisdom of god is brought by the holy ghost[2]
Fifty days after the Lord visited our pub[3]
Listen this broken rap under the table
Cuts can not cut us, fancy a flutter?[4]
My MP will crave to help me
Don't refuse to rise from your Couch of Surfing[5]
You lazy bones come on, come one it's Astroturfing[6]
A rated peak withstand currency[7]
It was a growing flowerish industry
We have had so much succcess for generations
Now it is only a poor man's mustard[8], you bastard
Oh, media - the tulip, the computers, the flop-flip
Grant-aided, huh, great market
Let's paint shop windows with butter[9]
And build a new church in utter chaos
The jury[10], the court of citizens will not waste
Baptised, realised, demoralised, antichrist
On the hill with video[11] we will arise
Auto-monitoring and tracing donating[12]
Some Spiritus Rector[13] for our sector
We want the percents back or we hector
'Cause this is not grease, these are no greasers[14]
Work-shy suckers ... hard luck
I am not interested in your lies[15]
For I don't care when your homey ground dies[16]

____________________
[1] "Whitsun" is a mix of "white" (the colour) and
     "wisdom" from above (the holy spirit) plus the
     date the normans (vikings, barbarians) entered
     england, since after this invasion the words
     white and wisdom began to mash in the english
     word for pentecost.

[2] The believe of christians.

[3] Pentecost (Whitsun) means fifty days after
     the appearance of Jesus = God after his death
     as human being.

[4] Fancy a flutter means to ask for a bet.

[5] Couch Surfing is considered to be the cheap
     and cheaper way of the 2nd important part of
     traveling (the 1st is touring): having a place
     to sleep.

[6] What marketing and social web is really good
     in is the simulation of grassroots movements.

[7] The rated peak withstand current is about a
     limit value for a digital safety system in
     power grids.

[8] The garlic root.

[9] I can not remember exactly if it was butter
     on the windows that I saw in Haarlem. But
     who can do graffiti with butter must be
     definitely rich.

[10] De Balie in Amsterdam is one of those now
      newly suffering media institutions due to
      cuts in the culture sector announced in
      mid 2011.

[11] Once again the a little bit slickly
      Montevideo, Amsterdam.

[12] Yes, how about an automatic donating
      system for the culture? While you phone
      the state police keeps track of your
      calls and every minute one cent goes to
      artists (whoever this may be).

[13] Leading Spirit.

[14] Okay, this is a bad joke and comparison:
      The poor bailed out Greece and the
      mexican hool. But wait, isn't it Greece
      which turns now into the new European
      low wages zone for green industries?

[15] One can not know this if you are not
      dutch, as "lui" in Netherlandish means
      lazy but sounds like "lie".

[16] The play ground is the home ground for
      the homeboy, the very masculine mate of
      a closed off peer.

(c) n0name 2011

========================================================================

Archiv/e: http://www.n0name.de/newsletr.html

(c) 1999-2011 n0name, die Autorinnen & Autoren und die Maschinen

Unterstuetzt von XPECT MEDIA www.xpect-media.de

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------------------- Ende des n0name newsletter #152 --------------------

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#12506 Von: "emilieliebe1" <emilieliebe1@...>
Datum: Do 23. Juni 2011 7:40
Betreff: Suche einen Mann für das leben!
emilieliebe1
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Ärztin, 43 Jahre alte, 176cm, schöne Aussehen. Sucht Mann, zugänglich,
humorvoll, on 45 bis zu 65 Jahre alt. Jede Entfernung. Chaten, flirten und
zusammen reisen. Natürlich hoffe ich Sie die andere Hälfte von mir. Wenn Sie
Lust haben. Besuchen Sie meine Page: www.plus-50.de/i/Emilie. Hinterlassen Sie
Ihre Nachricht besser mit Foto.

#12507 Von: Stefan Beck <stefan@...>
Datum: Mo 27. Juni 2011 13:21
Betreff: Re: Kunst des Verkaufens
thing_frankfurt
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In der zurückliegenden Diskussion tauchte ja unweigerlich die Frage auf:
Was tun?

Meine Idee dazu ist immer noch:

1) Anliegen formulieren.

2) Anliegen in der Öffentlichkeit kommunizieren. Gegenüber insbesondere
Journalisten, Kuratoren, Kulturpolitikern.

(1) scheint mir ja noch möglich, aber bei (2) kommen mir Zweifel.

Wenn ich an unsere Aktion zur Kommunalwahl 2011 denke, so wars schon
außerordentlich schwierig, ein Treffen zu organisieren. Wir sassen
damals als bunt zusammengewürfelter Haufen zusammen und konnten uns
immerhin noch am gegenseitigen Kennenlernen erfreuen.

Ich darf vielleicht auch noch daran erinnern, daß es nicht gelungen ist
eine Person zu finden, die mal bei Hessischen Kulturstiftung anruft und
nach den Auswahlkriterien fragt.

Woran liegt das? Sind (1) und (2) zu schwierig? Oder sinnlos, so daß
andere Wege gefunden werden sollten?

Was denkt ihr?



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#12508 Von: Helge Steinmann <bomber@...>
Datum: Mo 27. Juni 2011 15:20
Betreff: Re: Kunst des Verkaufens
bomber@...
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Hey, gute Idee mit den Anruf. Werde ich morgen früh mal in Angriff nehmen.

Desweiteren habe ich den Eindruck, daß Kunst und Kulturförderung auch hier schon
ein fest abgesteckter Claim der vermeintlichen Instituten und Institutionen (und
deren Abgänger), ist die sich das Obige als Vertreter auf immer und ewig auf die
Fahne geschrieben haben, aber letztendlich freien Kulturschaffenden (die diese
Förderung ja ohne Zweifel erreichen soll) damit aus dem Wettbewerb verdrängen.


Greets Helge/Bomber




Am 27.06.2011 um 15:21 schrieb Stefan Beck:

> In der zurückliegenden Diskussion tauchte ja unweigerlich die Frage auf:
> Was tun?
>
> Meine Idee dazu ist immer noch:
>
> 1) Anliegen formulieren.
>
> 2) Anliegen in der Öffentlichkeit kommunizieren. Gegenüber insbesondere
> Journalisten, Kuratoren, Kulturpolitikern.
>
> (1) scheint mir ja noch möglich, aber bei (2) kommen mir Zweifel.
>
> Wenn ich an unsere Aktion zur Kommunalwahl 2011 denke, so wars schon
> außerordentlich schwierig, ein Treffen zu organisieren. Wir sassen
> damals als bunt zusammengewürfelter Haufen zusammen und konnten uns
> immerhin noch am gegenseitigen Kennenlernen erfreuen.
>
> Ich darf vielleicht auch noch daran erinnern, daß es nicht gelungen ist
> eine Person zu finden, die mal bei Hessischen Kulturstiftung anruft und
> nach den Auswahlkriterien fragt.
>
> Woran liegt das? Sind (1) und (2) zu schwierig? Oder sinnlos, so daß
> andere Wege gefunden werden sollten?
>
> Was denkt ihr?
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[Die Teile dieser Nachricht, die nicht aus Text bestanden, wurden entfernt]

#12509 Von: Stefan Beck <stefan@...>
Datum: Die 28. Juni 2011 12:10
Betreff: Re: Kunst des Verkaufens
thing_frankfurt
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Super, Helge,
viel Erfolg.

Was Du da weiter unten schreibst, stimmt fast wörtlich mit Thesen aus
einem Essay von Andrea Fraser überein.

Ich hoffe ihn alsbald transcribieren zu können.

Stefan

> Hey, gute Idee mit den Anruf. Werde ich morgen früh mal in Angriff nehmen.
>
> Desweiteren habe ich den Eindruck, daß Kunst und Kulturförderung auch hier
schon ein fest abgesteckter Claim der vermeintlichen Instituten und
Institutionen (und deren Abgänger), ist die sich das Obige als Vertreter auf
immer und ewig auf die Fahne geschrieben haben, aber letztendlich freien
Kulturschaffenden (die diese Förderung ja ohne Zweifel erreichen soll) damit aus
dem Wettbewerb verdrängen.
>
>
> Greets Helge/Bomber
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>> Ich darf vielleicht auch noch daran erinnern, daß es nicht gelungen ist
>> eine Person zu finden, die mal bei Hessischen Kulturstiftung anruft und
>> nach den Auswahlkriterien fragt.



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#12510 Von: "B. Hölscher" <bahoelscher@...>
Datum: Die 28. Juni 2011 20:02
Betreff: Studentisches Projekt Auktionshaus Mainart: Fiktive Kunstauktion am Mittwoch, den 29.06.
bahoelscher@...
Mail senden Mail senden
 
Ich bin mir nicht sicher, ob diese Veranstaltung für Thing Abbonementen
interessant ist, aber in Anbetracht der Tatsache, dass es sich um eine
fiktive Kunstauktion von Kunststudenten und somit um ein nicht
profitorientiertes Projekt handelt, glaube ich, dass es den einen oder
anderen ansprechen wird.

Datum: Tue, 28 Jun 2011 10:34:46 +0200
Von: "Denise S." <euphoria@...>
An: bahoelscher@...

Einladung zur fiktiven Auktion auf dem Uni Campus Bockenheim!!!

Sie wollten schon immer mal an einer Auktion teilnehmen, haben sich aber
vielleicht nicht getraut, weil dort mit so hohen Geldbeträgen jongliert
wird? Dann sind Sie herzlich dazu eingeladen, an unserer fiktiven
Auktion teilzunehmen, denn hier können Sie nach Herzenslust bieten, ohne
danach in die Tasche greifen zu müssen.

Im Rahmen eines Seminars haben Kunstgeschichtsstudenten der Goethe-Uni
ein fiktives Auktionshaus gegründet und lassen das Ganze nun in einer
Auktion gipfeln. Am *Mittwoch, den 29.06.* um 13 Uhr beginnt die
Veranstaltung auf dem Campus Bockenheim im *Jügelhaus im Hörsaal H14*
(4.Stock) mit einer Vorbesichtigung der Werke, um *14 Uhr* beginnt die
eigentliche Versteigerung. Die Kunstwerke werden mittels Beamer an die
Wand projiziert und von den Auktionatoren zur Versteigerung freigegeben
- alles wie bei einer richtigen Kunstauktion in realen Auktionshäusern.
Nur dass Sie bei unserer Auktion nach dem Bieten das Kunstwerk nur in
Gedanken Ihr Eigen nennen können, dafür aber auch nicht ihr Konto
plündern müssen. Unter den Hammer kommen u.a. Gemälde des 16. und 17.
Jahrhunderts, zeitgenössische Kunst, Photographien, aber auch Möbel und
Schmuck.

Wenn Sie Lust bekommen haben, den Flair einer Auktion zu genießen, einen
Picasso zu "ersteigern", einen Nachmittag mit Kunst zu verbringen und
vielleicht im besten Falle auch noch was neues erfahren, was Ihren
Horizont erweitert, dann würden wir, das Auktionshaus Mainart, uns sehr
freuen, Sie bei unserem Event begrüßen zu können. Der Eintritt ist
natürlich frei!

Falls noch Unklarheiten bestehen, besuchen Sie doch unsere Web-Präsenz,
dort können Sie auch schonmal einen Blick in den Auktionskatalog werfen.
http://twelveone.net/mainart/final.html

Facebook <http://www.facebook.com/event.php?eid=226787154006547>




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