Anmelden
Neuer Nutzer? Registrieren
thing-frankfurt · The mailinglist of art project The Thing

Group-Information

? Bereits Mitglied? Anmelden bei Yahoo!

Tipps für Yahoo! Groups

Gut zu wissen...
Sie können In der Group nach älteren Beiträgen suchen.

Beiträge

  Beiträge Hilfe
Erweitert
Vorträge: Proletariat und Revolutionstheorie   Beitragsliste  
Antworten Beitrag #12567 von 12606 |
Freitag, 20.o1.2012, 18.oo im Ivi:

Proletariat und Revolutionstheorie
Am Freitag, 20.1. ab 18:00 Uhr findet im IVI,
Kettenhofweg 130 Frankfurt/Main eine Veranstaltung statt, die keine
Person verpassen wird, die sich nicht vor der Geschichte blamieren
will. Es werden 2 bahnbrechende Präsentationen gezeigt, die euch aus
unerträglicher Lethargie erretten. Wir arbeiten seit einiger Zeit mit
großem Ernst an der Kritik der gegenwärtigen und der historischen
communistischen Bewegung und präsentieren einige Resultate unserer
bisherigen Forschung.
18:00 Uhr – Proletarität und Revolutionstheorie – Zu den
Konstitutionsbedingungen und der Beschaffenheit revolutionärer
Subjektivität
Das »Proletariat« hat als Chiffre eine lange, unrühmliche Karriere hinter
sich. Im »traditionellen Arbeiterbewegungsmarxismus«
mit dem historischen Phänotypen des Proleten identifiziert, welcher
qua seiner Stellung im Produktionsprozess und seiner moralisch
verstandenen Knechtung revolutionäres Bewusstseins spontaneistisch im
Klassenkampf entwickeln müsse, oder per se rebellisch jenseits der
Fetischisierungen, Mystifizierungen und Naturalisierungen der
kapitalistischen Verkehrsformen stünde, hat sich spiegelverkehrt dazu
das Gros der Marxisten und Linken enttäuscht vom Proletariat
verabschiedet, nachdem dieses nicht seinem »geschichtlichen Beruf«
(Marx) nachgekommen ist, sondern sich stattdessen ganz im Gegenteil
als das erwiesen hat, als was es im kapitalistischen Produktions und –
Verwertungsprozess gesetzt ist: variabler Teil des Kapitals. Seit dem
Untergang des sogenannten »Realsozialismus«, sowie der
»prolet-arischen« (Franz Neumann) Konterrevolution des
Nationalsozialismus und der Shoa schwankt die westliche Linke
allgemein und die deutsche insbesondere zwischen einer abgeschmackten
Neuauflage der positiven Revolutionstheorie des Traditionsmarxismus,
der (wertkritischen) Soziologisierung des Proletariats, einer
Ausweitung des »utopische Bilderverbot(s) auch auf die Frage nach dem
revolutionären Subjekt« (Ingo Elbe) und dem postmodernistischen
»Abschied vom (revolutionären) Subjekt«. Während sich die
fortschreitende Akkumulation des Kapitals weiterhin über die extensiv
wie intensiv akkumulierende Proletarisierung eines Großteils der
Menschheit vollzieht, ist der Begriff von der »Daseinsform,
Existenzbestimmung« (Marx) der Proletarität und den Möglichkeiten ihrer
Aufhebung in der Dimension revolutionärer Theorie und Praxis
verschüttet. Gegen die Arbeitertümelei des Proletkults einerseits und
die ihr aufsitzende Abkehr vom Proletariat andererseits wäre
Proletarität nicht als Antwort auf die Scheinfrage zu begreifen, ob das
Proletariat bereits das revolutionäre Subjekt sei, sondern als eine
Voraussetzung des dynamischen Prozesses seiner Subjekt- und
Bewusstwerdung zu rekonstruieren, die eine kommunistische Revolution
realistisch möglich und denkbar macht. Nur in einer nüchternen
Bestimmung der Bedingungen, objektiven Möglichkeiten und Tendenzen einer
kommunistischer Vergesellschaftung lassen sich die Formen und der
Inhalt revolutionärer Subjektivität als der »Klasse des Bewusstseins«
(Lukács) konkretisieren, die sich auf der Höhe der modernen
Vergesellschaftung wissenschaftlich über ihre Lebensverhältnisse klar
wird und sie praktisch umwälzt. Der Zusammenhang des Proletariats mit
einer kommunistischen Revolutionstheorie wäre also in dem konkreten
Beantwortungsprozess der Frage zu erschließen, wie diese Revolution
beschaffen, was ihre Voraussetzungen, Mittel und Ziele sein könnten.
19:30 Uhr – Der öffentliche Raum in der spektakulären Zeit
Die moderne Kunst hatte zum kapitalistischen Alltagsleben bereits in den 20er
Jahren alles gesagt: Dass es zu überwinden sei.
Die damaligen Avantgarden sahen sich Vorreiter einer umfassenden
Revolution, in deren Dienst die Poesie zu stellen sei. Sie griffen die Kunst
selbst an, deren „bürgerliche“ Schönheit und Erbaulichkeit sie
nur zur Rechtfertigung des Bestehenden für tauglich hielten. Aber die
erhoffte Revolution blieb aus und die avantgardistische Kunstkritik
verlor ihre destruktive Bedeutung. Die dadaistischen und
surrealistischen Werke wurden genießbar und selbst zu hoch gehandelten
Kunstwaren.
In den 50er Jahren traten in Paris die Lettristen auf
den Plan, von denen einige später die Situationistische Internationale
gründeten. Sie erklärten die Versuche der alten Avantgarden für
gescheitert und schrieben sich konsequent das Projekt der Aufhebung
der Kunst und Verwirklichung der Poesie auf die Fahnen, d.h. die
Freisprengung der ästhetischen Vermögen aus der Kunstsphäre als
Voraussetzung einer neuen revolutionären Praxis im alltäglichen Leben.
Zu diesem Zweck entwickelten sie Methoden wie la Dérive (das
Umherschweifen in Städten als Forschungsmethode), die Psychogeographie
(Wissenschaft von den Wirkungen des geographischen Millieus auf das
emotionale Verhalten der Individuen) und das Détournement (bewusste
Entwendung vorgefundener kultureller Gegenstände), deren Bedeutung für
eine revolutionäre Theorie und Praxis der Vortrag zu diskutieren
unternimmt.
Freitag, 20.1. ab 18:00 Uhr im IVI, Kettenhof 130, Frankfurt / Main (U-Bahn
Station „Bockenheimer Warte“)



--
institut f. vergleichende irrelevanz (ivi),
uni campus bockenheim, kettenhofweg 130, 60325 frankfurt a/main.

home: http://ivi.copyriot.com
myspace: http://www.myspace.com/irrelevanz
facebook: http://de-de.facebook.com/pages/Institut-f%C3%BCr-vergleichende-Irrel\
evanz-IvI-Frankfurt-am-Main/139486692753241


[Die Teile dieser Nachricht, die nicht aus Text bestanden, wurden entfernt]




Die 17. Jan 2012 22:07

miss_trust99
Offline Offline
Mail senden Mail senden

Beitrag #12567 von 12606 |
Beiträge erweitern Verfasser Nach Datum sortieren

Freitag, 20.o1.2012, 18.oo im Ivi: Proletariat und Revolutionstheorie Am Freitag, 20.1. ab 18:00 Uhr findet im IVI, Kettenhofweg 130 Frankfurt/Main eine...
zora krasnova
miss_trust99 Offline Mail senden
17. Jan 2012
22:07
Erweitert

Copyright © 2010 Yahoo! Deutschland GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Datenschutz NEU - Allgemeine Geschäftsbedingungen - Richtlinien - Hilfe