Hallo,
es tut mir leid in meiner Mail oberlehrerhaft geklungen zu haben. Aber
wenn man auf dem Mauna Kea in über 11-jährigen Messzyklen niemals einen
Himmelshelligkeitswert besser als 21,9m gefunden hat (wohlgemerkt mit
ausgewählten Kleinfeldmessungen, ohne Störsterne usw.) und man kommt mit
dem SQM an ausgewählten Plätzen "locker" auf 22m (ohne oder mit
Milchstrassenkorrektur), dann muss da etwas faul sein!
Zumal ich glaube, die theoretische Lösung für die etwa 0,25m zu
Dunkel-Anzeige anbieten zu können: Unihedron verwendet die
allgemeinübliche Gleichung zwischen Sternmagnitude und
Beleuchtungsstärke OHNE Extinktion der Erdatmosphäre! (das wird heute so
gemacht, um die Sterne "ehrlicher", d.h. unabhängig von der Extinktion,
in ihrer scheinbaren Helligkeit anzugeben). Das SQM wird aber
typischerweise von der Erde aus MIT Extinktion von Sternen,
Milchstrasse, usw. benutzt. Wenn man die Extinktion in der Gleichung
zwischen Sternmagnitude und Beleuchtungsstärke berücksichtigt - wie das
vor 1960 auch in den Standardwerken der Astronomie noch erwähnt wurde -
so kommt genau eine um 0,25m zu dunkle Anzeige heraus. Der Optikexperte
Doug Welch von Unihedron "windet" sich derzeit noch, diese Argumentation
anzuerkennen, aber ich werde mit ihm weiter diskutieren, man muss sich
in das Problem nur richtig hineindenken.
So viel zur scheinbaren Genauigkeit des Gerätes. Die angezeigten Werte
(in Hundertstel Magnituden?) können natürlich für Mittelungen
herangezogen werden, aber systematische Abweichungen wird man so nicht
los - wem sage ich das.
Letztendlich ist Airglow doch so etwas wie Polarlicht, nur
erdumspannend. Wie letzteres flackert haben aufmerkasme Beobachter
sicher schon gesehen.
(Vielleicht finde ich bald etwas Zeit, die Milchstrasse mit ihren
Isophoten in eine stereographische Südhimmelprojektion einzuzeichnen,
dann können nach einer entsprechenden Lichtwert-S-10-Auszählung
Namibia-Fahrer auch die Milchstrasse mit einer neuen Süd-Version von
Achims Excel-Tabelle berücksichtigen)
Herzlichen Gruß
Klaus
Uwe Glahn schrieb:
> Hallo,
>
> > Wer garantiert denn, dass über eine Nacht
> > das Erdlicht (Airglow) konstant bleibt.
>
> Niemand...hab ich soweit ich mich erinnern kann auch nicht behauptet.
> Deswegen hatte ich die Tabelle auch aus mehreren Beobachtungsnächten
> "gefüttert" um ein Störfaktor wie Änderung des Airglows oder einfach nur
> Abschalten der Straßenbeleuchtung zu umgehen
>
> > Es gibt zig Berichte, dass das
> > um einige Zehntel innerhalb einer Nacht schwankt (siehe auch die Mail
> > von Andreas Haenel vom 27.11. Ziffer 3.).
>
> Das wäre natürlich eine Erklärung. Letztendlich wohl erst durch eine
> Kurve
> über gemessene Werte verteilt über das Jahr/Sternzeit zu betimmen.
> Gerade in
> Bezug auf die Sreuung aussagekräftig.
>
> > Eine etwas ketzerischere Anmerkung: Wozu überhaupt dieser große
> > Genauigkeitswunsch?
>
> Weil ich nach ersten Erfahrungen mit dem Gerät das Gefühl habe besser als
> einige Zehntel messen zu können. Relative Genauigkeit dürfte wohl auf das
> Einzelgerät +/- 0,03 betragen, mit Serienstreuung der Geräte
> vielleicht um
> die +/- 0,05. Relative Genauigkeit düfte wohl dann auch in dem Bereich
> liegen.
>
> > Unsere Sensoren, die Augen tanzen noch mehr in ihrer
> > Empfindlichkeit, je nach Jahreszeit, Tageszeit, Sauerstoffversorgung,
> > Ermüdung, derzeitige Himmelshelligkeit
>
> Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen.
>
> Viele Grüße, uwe
>
> -----Ursprüngliche Nachricht-----
> Von: "Klaus-J. Stepputat" <klaus-j@...
> <mailto:klaus-j%40stepputat.com>>
> An: <sky_quality_meter@...
> <mailto:sky_quality_meter%40yahoogroups.de>>
> Gesendet: Freitag, 2. November 2007 20:03
> Betreff: Re: [sky_quality_meter] Neuer Tabellenentwurf - Ungenauigkeiten
>
> > Hallo,
> > nur eine kurze Antwort dazu: Wer garantiert denn, dass über eine Nacht
> > das Erdlicht (Airglow) konstant bleibt. Es gibt zig Berichte, dass das
> > um einige Zehntel innerhalb einer Nacht schwankt (siehe auch die Mail
> > von Andreas Haenel vom 27.11. Ziffer 3.). Durch die Anzeige des SQM
> > werden die Amateure jetzt mit Ablesegenauigkeiten konfrontiert, die
> > bisher als konstant angesehene Werte als variabel erscheinen läßt.
> > Eine etwas ketzerischere Anmerkung: Wozu überhaupt dieser große
> > Genauigkeitswunsch? Unsere Sensoren, die Augen tanzen noch mehr in ihrer
> > Empfindlichkeit, je nach Jahreszeit, Tageszeit, Sauerstoffversorgung,
> > Ermüdung, derzeitige Himmelshelligkeit (richtig dunkeladaptiert sind sie
> > auch unter realem Alpen-Himmel nie, erreichen dort nur rund ein Zehntel
> > ihrer maximal möglichen Empfindlichkeit).
> > Herzlichen Gruß, Klaus
> >
> > Uwe Glahn schrieb:
> >
> >> Hallo Liste,
> >>
> >> zunächst einmal eine im Anhang befindliche umgebaute Liste von Achims
> >> "V3"
> >> Liste. Hab jetzt noch nicht alles durchgetestet, bringt mir aber
> auf den
> >> ersten Blick die gleichen Ergebnisse wie die V3. Mit der jetzigen
> >> Liste ist
> >> man nicht mehr an feste SQM Ablesungen gebunden. Des Weiteren hab
> ich die
> >> Sternzeitumrechnung in die Tabelle integriert, sodass sofort Ortszeit
> >> zu SQM
> >> Wert zugeordnet werden kann.
> >>
> >> Folgendes ist mir aber aufgefallen. Die verbesserten Werte sollten
> in der
> >> Theorie ja über die Nacht annähernd gleich bleiben, da sie die
> >> unverbesserten Werte durch den Milchstraßenabzug ergänzen. Leider
> tun sie
> >> das bei mehreren Reihen die ich versucht habe nicht! Am Glockner
> >> weichen die
> >> verbesserten Werte um fast 2/10 ab, also genau wie die unverbesserten.
> >> Auch die puren Verbesserungswerte bei angenommenen festen 21,50
> >> unverbessert
> >> betragen bei 20 Uhr Sternzeit (Milchstraße mit größtem Abzug) 0,39 und
> >> bei 0
> >> Uhr Sternzeit (Milchstraße zwischen Winter und Sommer minimal im
> >> Messkegel)
> >> 0,28. Ein Unterschied von nur etwa 1/10. Das kommt mir deutlich zu
> wenig
> >> vor. Bei wiederholten Messungen in den Voralpen und am Glockner hatten
> >> wir
> >> mit mehreren SQM in der Regel Unterschiede von bis zu 3/10! Ich schätze
> >> daraus resultiert auch der Fehler, dass ich am Glockner (Beispielwerte
> >> 12.09.2007, Länge 12,83°, 2.00 MESZ, 21,69 unverbesserter SQM Wert) auf
> >> knapp 22,1 verbessert?? Wohl doch zu hoch.
> >> Vielleicht begehe ich ein Denkfehler?? Was sagt die Tabelle bei euren
> >> Messreihen???
> >>
> >> Viele Grüße, uwe
> >>
> >>
> >
> >
>
>