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nordkoreainfo · Nordkorea: Menschenrechte + Arbeitslager
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#9 Von: "jiri1915m" <jiri1915@...>
Datum: Mit 9. Mrz 2005 16:58
Betreff: Sklavin in einem nordkoreanischen KZ (Der Tagesspiegel, 06.03.2005)
jiri1915m
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Die Sklavin

Sie sagten ihr, sie sei ein Tier, und folterten sie. Die
Nordkoreanerin Sun-Ok Li war sechs Jahre im KZ

Quelle: Der Tagesspiegel, 06. 03. 2005
(http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/06.03.2005/1654913.asp)

Von Rico Czerwinski

Nachts lagen 80 Frauen in einer Zelle, und jede von ihnen glaubte
daran, dass ihr Aufenthalt im Lager ein Irrtum war. Sie lagen da,
dachten an die Schande, die über sie gefallen war, und zupften an dem
Flaum auf ihren Köpfen herum und an den Männerunterhemden, die sie
bei ihrer Ankunft vor Jahren erhalten hatten. Einmal hörte Frau Li
die Nachbarin flüstern, dass sie in Wirklichkeit unschuldig war und
alles nur der Rachsucht eines kleinen Beamten aus Pjòktong zu
verdanken habe. Die Frau erzählte später sogar den Aufsehern davon,
dass die Regierung in ihrem Fall einen Fehler gemacht habe, und die
Aufseher traten und schlugen sie dafür, und als sie nach ein paar
Wochen wie durch ein Wunder nicht gestorben war, glaubte sie wie alle
anderen einfach weiter daran, dass die Partei ihr Verfahren neu
eröffnen würde. Denn das hatten sie ihr ja versprochen, das hatten
sie allen versprochen, nachdem sie ihnen einen Trichter in die
Speiseröhre gesteckt und Wasser hineingepumpt hatten. Sie hatten
gepumpt, es versprochen und den Stift hingehalten, und irgendwann
hatte man dann unterschrieben, dass man schuldig war, dass man den
Führer und seinen Sohn und das Volk betrogen hatte. So wie alle
anderen in diesem Lager auch.

Frau Li war im Oktober 1987 nach Nummer 14 gekommen, das im Gebirge
über der Stadt Kaechon im Süden von Nordkorea liegt. Nummer 14 gehört
zu einem System von Konzentrationslagern, von deren Innenleben man
seit einigen Jahren durch die Erzählungen von sechs Männern und einer
Frau weiß und für die die Sicherheitsbehörden des Landes den Namen
Kjohwa-soh benutzten, als sie Frau Li am Bahnhof von Kaechon in einen
Militärtransporter luden: Erziehungslager für die
Gedankenveränderung. Frau Li erschrak über dieses Wort, denn nach dem
wenigen, was man in Nordkorea darüber flüsterte, wusste sie, dass
Kjohwa-soh kein Ort für eine Frau wie sie war. Eine vorbildliche
Funktionärin und Kriegsheldentochter, die nun einem von
wahrscheinlich zehn Komplexen entgegenfuhr, in denen sich heute jeden
Tag Dinge ereignen, die man sich lieber in einer anderen Zeit
vorstellen möchte.

Da war zunächst ein Geruch. Das letzte Dorf lag 50 Kilometer zurück,
es hatte angefangen zu schneien, und ein Talkessel öffnete sich. Der
Geruch wurde stärker, man sah Fabrikanlagen und niedrige Baracken bis
zum Horizont, auch Lastwagen, die auf einer zehn Meter hohen
Betonmauer den Komplex umfuhren. Der Transporter hielt, der Geruch
wurde penetrant, und Frau Li dachte, dass sie diesen Geruch kannte.
Sie dachte, dass es so manchmal in ihrer Küche gerochen hatte, und
als sich das Tor öffnete und sie die Hundertschaften, die das Gelände
dahinter bevölkerten, sah und roch mit ihren Wunden und
Verwachsungen, da fielen ihr wieder die Fischabfälle ein, die zu
Hause manchmal noch einige Zeit im Mülleimer gelegen hatten.

Die Gefangenen von Nummer 14 wurden nach ihrer Ankunft über ihren
Status aufgeklärt. Die meisten hatten, als sie noch in der Außenwelt
lebten, die man das „Paradies des Volkes" nannte, gedacht, dass ein
Krimineller „menschlicher Unrat" war. Das steht in einem Werk, das
1000 Bände umfasst und das Kim Il Sung erdachte. Kim Il Sung, vor dem
sich die Vögel verneigen. Der den Regenbogen ergriff. Der Genosse
Großer Führer, Generalissimus. Der Allvater, der elf Jahre nach
seinem Tod noch immer Staatsoberhaupt des Landes ist und der Korea
einst aus der Klammer der Weltmächte befreite, der Korea vom
unterdrückten Objekt zum Subjekt der Geschichte machte: indem er
Juche-sasang schuf, den Kimilsungismus, die Lehre von der
Eigenständigkeit des Neuen Koreanischen Menschen.

Eine Lehre, auf die sich auch die Offiziere beriefen, die in Nummer
14 die Einweisung abwickelten. Sie erklärten, dass man als
Krimineller in einem Kjohwa-soh noch weniger als menschlicher Unrat
war. Das habe mit der Evolution zu tun. Das begriffen die meisten
nicht. Es gibt, sagte einer der Leutnants am Empfang, wo man die
Kleider auszog, von nun an nur noch einen Unterschied zwischen euch
und Ratten und Hunden. Er deutete auf das Gesäß einer Frau. Es habe
bei diesen Gefangenen eine Rückverwandlung stattgefunden, die nicht
ganz vollständig verlaufen war. An ihren Gesäßen fehlte das vielen
Tieren typische Schwanzende der Wirbelsäule. Gefangene in Nummer 14
gehörten daher zum Stamm der Kkori-Eopneun-Jimseung, dem Stamm
der „schwanzlosen Tiere".

In Nummer 14 kamen viele an, die Mitglied der Partei waren. Wie gut
ein Mensch ist, bemisst sich in Nordkorea daran, wie sehr sein Leben
der Partei gewidmet ist. Mit der Einweisung in Nummer 14 hatte man
seine Mitgliedschaft in dieser Partei verloren. Man hatte auch sein
Wahlrecht und alle anderen Bürgerrechte verloren. Die Lagerordnung
von Nummer 14 sah unter anderem folgende Regeln vor: Gefangene
durften nicht sprechen. Anliegen hatten sie mit Handzeichen zu
kommunizieren, so etwa das Bedürfnis, mit ihrer Gruppe auf die
Toilette zu gehen. Wenn ein Wärter einen Gefangenen rief, musste
dieser zu ihm rennen und sich mit gesenktem Kopf vor seine Füße
knien. Für langsames Antworten wurde man mit Schlägen bestraft. Für
das Heben des Kopfes mit schweren Misshandlungen. Es war den
Häftlingen verboten, zu weinen oder ihr Spiegelbild in einem
Fensterglas oder einer Pfütze anzusehen. Wem es unterlief, den
Kreidekreis zu übertreten, den die Aufseher um jeden Arbeitsplatz
gezogen hatten, der wurde ohne Warnung erschossen. Wem wiederholt
Fehler bei der Arbeit unterliefen, der wurde öffentlich exekutiert.
Frau Li nahm sich vor, diese Regeln aufs Genaueste zu befolgen. Sie
hatte in der Volksrepublik einen Sohn. Sie wollte, sagt sie heute,
nicht „seinen Namen beschädigen", mit einer Mutter, die in einem
Kjohwa-soh gestorben war.

Frau Li war 23 gewesen, als sie in die Partei eintrat. Frau Li war
erfolgreich. Und sie war dankbar dafür.

„Ich bedankte mich so viel aus meinem Herzen. Ich war loyal, weil die
Partei zu mir wie eine Mutter war. Ich war auch fanatisch."

Sie sitzt auf einem Stuhl im Büro des Gemeindezentrums einer
christlichen Kirche in Rochester Hills, einem Vorort von Detroit,
Michigan, USA.

„Fanatisch. Was bedeutete das?"

„Ich habe alles hingegeben, meine Familie, meine Liebe, alle meine
persönlichen Sachen. Ich konnte nicht zu den Elternabenden in der
Schule meines Sohnes gehen. Mein Mann wollte mit mir in den Urlaub
fahren, ich konnte nicht. Ich wollte meiner Partei und Führer Kim Il
Sung dienen. Sogar im Lager, als ich schon gefoltert worden war. Doch
menschliches Leben war nicht möglich ohne Führer Kim Il Sungs Wesen.
Die Welt und die Menschheit konnten nicht existieren ohne ihn."

Dabei hatte man sie in seinem Namen unschuldig inhaftiert. Im
Frühling 1985 hatte der Sohn des Großen Führers, den Frau Li nur
den „Geliebten Führer Genosse Kim Jong Il" nannte, begonnen, bei
seinen Auftritten mit einer seltsamen Jacke mit Stehkragen
herumzulaufen. Im Land entwickelte sich eine Art Mode. Zu Frau Lis
Unglück, die Leiterin des Versorgungsamtes der Provinz Onsung war,
denn diese Jacke bestand aus einem Tuch, das in China gekauft werden
musste. Frau Li war nicht wohl dabei, als sie dem Sicherheitschef
ihrer Provinz immer wieder sagte, dass sie ihm aus den Beständen, die
für die Schneidereien bestimmt waren, Stoff für eine, aber nicht für
zwei Jacken geben könne. Vielleicht brachte sie ihm damals nicht
genügend Respekt entgegen? Zehn Monate später wurde Sun-Ok Li an
einem Sonntag verhaftet. Wegen Veruntreuung von Volkseigentum und der
Annahme von Bestechungsgeld. Sie hatte damit, wie der Richter
sagte, „Kim Il Sungs Vertrauen enttäuscht". Er verurteilte sie in 15
Minuten zu 13 Jahren Haft in einer „Besserungseinrichtung".

Politische Bildung war das offizielle Ziel der Haft in Nummer 14. In
Wirklichkeit bestand sie aus Sklavenarbeit. Die Häftlinge standen um
fünf Uhr auf und gingen um null Uhr dreißig schlafen. Sie
produzierten Schuhe, Hemden, Bürsten. Papierrosen waren für den
Export nach Frankreich, Tischdecken für Polen und Pullover für Japan
bestimmt. Wer seine Quoten nicht erfüllte, wurde mit Schlägen
bestraft und mit einer Herabsetzung der täglichen Getreideration von
100 auf 80 Gramm. Es gab Gefangene, die Lehm aßen und daran starben,
und es gab welche, die Ratten und Mäuse aßen, die die einzige
Proteinquelle im Lager waren. Frau Li war auf Grund ihrer Erfahrung
irgendwann mit Arbeiten in der Lagerbuchhaltung betraut worden: Jedes
Jahr starben zwischen zehn und 20 Prozent der Insassen, die meisten
an Entkräftung und Krankheit. Andere, nachdem sie gefoltert worden
waren.

Vor einer Methode, die man die „Kammer des Todes" nannte, hatten alle
am meisten Angst. Als Frau Li das erste Mal eine dieser Kammern sah,
dachte sie an einen Käfig, in dem Hühner gehalten wurden. Es war ein
mit einer Stahltür versperrtes, unfassbar schmutziges und 60
Zentimeter breites Loch in einer Betonwand. Man musste in die Wand
hineinkriechen, nachdem man die Kleidung ausgezogen hatte. Das Loch
war einen Meter zehn hoch. Man hatte also keinen Platz, um
aufzustehen, die Beine auszustrecken oder sich hinzulegen. Man
hockte. Unter einem der Abfluss, in den man seine Notdurft geben
konnte. Sonst geschah nichts. Im Sommer sah man die Maden, die aus
dem Abfluss krochen, und in der Nacht den Schein des Ganglichts. Die
meisten hielten so sechs bis acht Tage durch. Wenn sie aus der Kammer
entlassen wurden, fielen sie um.

Dann waren ihre Gesäße entzündet, ihre Beine und Schultern krumm. Die
meisten blieben auf Dauer verkrüppelt. Auch Frau Li hatte eines Tages
in diese Zelle gemusst, weil sie versucht hatte, eine Arbeiterin zu
schützen, die ein fehlerhaftes Hemdteil genäht hatte. Sie erholte
sich nach ihrer Entlassung wieder, weil sie sich als Buchhalterin
täglich waschen durfte und weil ihre Arbeit leicht war. Das Mädchen,
das sie geschützt hatte, wurde im Vorhof der Stahlfabrik
hingerichtet.

Wie immer traten dazu die 6000 Häftlinge an. Die Gefangene wurde vor
ihnen mit verbundenen Augen an einen Pfosten gefesselt. Der
Vizedirektor hielt eine Rede, in der er erklärte, warum der Tod der
Gefangenen unvermeidlich war. Er zitierte die Lehren Kim Il Sungs,
nach denen dieser „das fehlerlose Gehirn" war, das erst „den Körper",
also die Massen, „mit Leben ausstatten" würde – im Austausch für ihre
Loyalität zu ihm. Kim Il Sung hatte diese Anschauung im Laufe der
80er Jahre in Korea entwickelt. Nach dieser Führerdoktrin,
der „Theorie des Unsterblichen Soziopolitischen Körpers", war ein
Mensch ohne Loyalität zur Führung totes Fleisch. Die Hinrichtung von
Young Sun Suh wurde von sechs Soldaten mit Schnellfeuergewehren
ausgeführt, die Mitglieder ihrer früheren Arbeitsgruppe mussten ihren
Tod aus der ersten Reihe mit ansehen.

Frau Li hatte es inzwischen verstanden, wertvolle Arbeit im
Offiziersbüro zu leisten. Sie konnte sich im Lager relativ frei
bewegen. Eines Tages stand sie in einem Raum der „Nervenanstalt", den
die Wärter als „Erholungsraum" bezeichneten. Auf dem Boden lagen
sechs schwangere Frauen, bei denen Ärzte mit einer Injektion die
Geburt eingeleitet hatten. Sie trugen die Nachkommen von
Klassenfeinden in sich. Klassenfeinde sind bis in die dritte
Generation verdorben, hatte Kim Il Sung geschrieben. Kinder der
Frauen, die schwanger ins Lager gekommen oder nach einer
Vergewaltigung durch einen Wärter schwanger geworden waren, wurden
nach der Geburt erwürgt. Bestattet wurden die Leichen der Gefangenen,
indem die Wärter sie in Schluchten des Gebirges warfen. „Sie waren
Teufel", sagt Frau Li, „diese Wärter hatten keine menschlichen
Gedanken und Gefühle mehr."

„Dachte niemand an einen Aufstand? Oder an Flucht?"

„Wir hatten gelernt, dass menschliches Leben und Schicksal nicht ohne
Führer Kim Il Sung existieren. Mein Leben und Schicksal konnten nicht
entwickelt sein ohne ihn."

„Sie hatten keinen Mut ohne seinen Segen?"

„Die Welt und die Menschheit konnten nicht existieren ohne ihn."

„Denken Sie, dass Nordkorea ein kommunistisches Land ist?"

„Das ist lächerlich. Nordkorea ist eine Sekte, eine Pseudoreligion."

Frau Li ist 1992 nach sechs Jahren Haft aus Nummer 14 entlassen
worden. „Sun-Ok Li hat gewissenhaft für Kim Il Sung gearbeitet,
deshalb haben wir beschlossen, ihre Leistung zu belohnen", verkündete
ein Offizier. Zum ersten Mal seit Errichtung des Lagers habe man eine
Gefangene wegen vorbildlicher Führung entlassen. Im Winter 1994 ist
Sun-Ok Li mit ihrem Sohn über den Fluss Tjumen nach Nordostchina
geflohen.

Seitdem sie aus ihrem Land entkommen ist, hat Frau Li Leuten auf der
ganzen Welt von Nummer 14 erzählt. Menschenrechtsorganisationen wie
Amnesty International und Human Rights Watch bestätigen, dass ihre
Aussagen in vielen Details mit denen der früheren Häftlinge Chul-Hwan
Kang, Hyuk Ahn, Young-Kuk Li, Choon-Hwa Jung, Tae-Jin Kim und mit der
des ehemaligen Wärters Myung Chul-Ahn übereinstimmen, die aus
ähnlichen Lagern nach Südkorea entkommen sind. Frau Li hat vor dem
Senat und dem Repräsentantenhaus der USA ausgesagt. Sie redet in
Kirchen und wurde vom englischen Parlament vernommen. Sie glaubt,
dass der Westen auf ihrer Seite ist.

Die UN-Menschenrechtskommission hat der nordkoreanischen Regierung im
April 2003 zum ersten Mal scharfe Vorwürfe wegen systematischer
Verletzung von Menschenrechten gemacht. Kim Jong Il wurde offen für
die große Zahl von Gefangenenlagern, für weit verbreitete
Zwangsarbeit, Folter und öffentliche Hinrichtungen kritisiert.
Seitdem wird diese Kritik regelmäßig wiederholt, zuletzt in einem
Report vom 10. Januar 2005.

In den Lagern des Landes sind Hilfsorganisationen zufolge heute
200000 Menschen inhaftiert. Doch westliche Diplomaten und Regierungen
meiden das Thema. Im Vergleich zum Atomprogramm Nordkoreas scheinen
die Lager bedeutungslos zu sein. Gerade hat Frau Li ein paar jungen
Leuten in Los Angeles ihre Erlebnisse geschildert. Sie haben ihr
aufmerksam zugehört und sie beim Abschied, nach zwei Stunden,
gefragt, wann sie wieder nach Hause fährt. „Sie meinten Nordkorea",
sagt Frau Li. „Sie haben mir einen guten Flug gewünscht."

#8 Von: "jiri1915m" <jiri1915@...>
Datum: Fr 14. Jan 2005 17:06
Betreff: Amnesty International: Urgent Action: Drohende Folter Park Yong-Chol
jiri1915m
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Dem Nordkoreaner Park Yong-Chol droht Folter. AI bittet um
Appellbriefe.

*******************************************************

Amnesty International Deutschland: Urgent Action

UA-Nr: UA-343/2004
AI-Index: ASA 24/007/2004
Datum: 23.12.2004

DROHENDE FOLTER
Nordkorea: Park Yong-chol

Wie amnesty international erfahren hat, ist der nordkoreanische
Staatsbürger Park Yong-chol im Oktober dieses Jahres gegen seinen
Willen in die Demokratische Volksrepublik Korea (Nordkorea)
zurückgebracht worden. Seitdem fehlt von ihm jede Nachricht, und
er
ist möglicherweise in Gefahr, gefoltert oder hingerichtet zu
werden.

Park Yong-chol verbüßte im Gefängnis von Weifang in der
chinesischen
Provinz Shandong eine zweijährige Haftstrafe, weil er einer der
Organisatoren des „Bootszwischenfalls von Yantai" im Januar
2003
gewesen sein soll. Damals hatte eine Gruppe von 30 Nordkoreanern
versucht, Südkorea von der chinesischen Hafenstadt Yantai in
Shandong
aus auf dem Seeweg zu erreichen. Er sollte im Januar 2005
freigelassen werden. Zusammen mit ihm waren vier weitere Personen
wegen Fluchthilfe zu Gefängnisstrafen verurteilt worden, von denen
drei inzwischen aus der Haft entlassen worden sind, während der
vierte, ein Südkoreaner weiter in Haft ist.

Die 30 in Yantai inhaftierten Nordkoreaner sind zum größten Teil
zwangsweise nach Nordkorea zurückgeschickt worden. Es ist davon
auszugehen, dass sie in ihrem Heimatland unter miserablen
Haftbedingungen festgehalten werden. Unbestätigten Berichten
zufolge
verbüßen sie in Straflagern für politische Gefangene (kwalliso)
lange
Haftstrafen. amnesty international bemüht sich um nähere
Informationen bezüglich ihres Schicksals. Park Yong-chol drohen
außerdem lange Verhöre und Folter oder gar die Todesstrafe.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Nach nordkoreanischem Recht wird der „illegale
Grenzübertritt" gemäß
§ 117 des Strafgesetzbuches mit bis zu drei Jahren Haft in einem
Straflager für politische Häftlinge (kwalliso) bestraft. Dies
ist ein
klarer Verstoß gegen das Grundrecht auf Bewegungsfreiheit, wie es
in
Artikel 12 (2) des Internationalen Paktes über bürgerliche und
politische Rechte festgeschrieben ist („Jedermann steht es frei,
jedes Land einschließlich seines eigenen zu verlassen"), der
von
Nordkorea unterzeichnet worden ist.

Unbestätigten Berichten zufolge ist mindestens ein von den
chinesischen Behörden zurückgeschobener Nordkoreaner exekutiert
worden. Zwei Brüder und ihre Cousine aus Nordkorea sind im August
2003 aus der VR China in ihre Heimat abgeschoben worden. Sie wurden
dort gefoltert und zu fünf bis zehn Jahren Haft im Straflager
verurteilt. Seit Oktober 2004 hat man nichts mehr von ihnen gehört
(siehe auch UA 311/04 vom 19. November 2004).

Eine akute Nahrungsmittelknappheit zwingt Zehntausende von
Nordkoreanern, ohne behördliche Genehmigung die Grenze in Richtung
der nordöstlichen chinesischen Provinzen zu überqueren. Viele
halten
sich danach unter erbärmlichen Bedingungen in der Grenzregion auf.
Nordkoreaner, die sich illegal in China aufhalten, erhalten keine
Unterstützung von den chinesischen Behörden und sind einem
hohen
Risiko ausgesetzt, körperlich oder sexuell ausgebeutet zu werden.
Tausende von ihnen sind von den chinesischen Behörden zwangsweise
wieder in ihr Heimatland zurückgebracht worden.

Im Oktober dieses Jahres haben die chinesischen Behörden
angekündigt, „ohne Toleranz" gegen illegale Immigranten
aus Nordkorea
vorzugehen. Gleichzeitig sind mindestens 62 Nordkoreaner in der
chinesischen Hauptstadt Peking festgenommen worden. Zur Situation in
Nordkorea siehe auch den ai-Bericht „Starved of Rights: Human
Rights
and the Food Crisis in the Democratic People's Republic of Korea
(North Korea)" (ai-Index: ASA 24/003/2004, 17. Januar 2004).

EMPFOHLENE AKTIONEN: Schreiben Sie bitte Telefaxe oder
Luftpostbriefe, in denen Sie

- die Behörden auffordern, umgehend den Aufenthaltsort von Park
Yong-
chol bekanntzugeben;

- darauf dringen, dass er wegen seiner Flucht aus Nordkorea weder
inhaftiert noch misshandelt, gefoltert oder hingerichtet wird;

- seine sofortige und bedingungslose Freilassung fordern, sofern sie
nicht einer erkennbar strafbaren Handlung gemäß internationalen
Rechtsstandards angeklagt wird;

- die nordkoreanischen Behörden auffordern, dafür Sorge zu
tragen,
dass niemand allein aufgrund des Verlassens seines Heimatlandes
inhaftiert und misshandelt wird und dass alle wegen der friedlichen
Wahrnehmung ihrer grundlegenden Menschenrechte inhaftierten Personen
freigelassen werden;

- verlangen, dass alle Inhaftierten menschenwürdig behandelt
werden
und man alle Vorwürfe der Folter oder anderer
Menschenrechtsverletzungen ohne Verzug zum Gegenstand einer
unabhängigen und unparteiischen Untersuchung macht, die
Verantwortlichen ermittelt und vor Gericht stellt.

APPELLE AN:

Chairman Kim Jong-il, National Defence Commission
Pyongyang, DEMOKRATISCHE VOLKSREPUBLIK KOREA (NORDKOREA)
(Staatsoberhaupt – korrekte englische Anrede: Dear Chairman)

Ambassador Ri Tcheul, Permanent Representative of North Korea (DPRK)
Mission in Geneva, Permanent Mission of the DPRK to UN, Chemin de
Plonjon 1, 1207 Genf, SCHWEIZ (UN-Botschafter Nordkoreas in Genf -
korrekte englische Anrede: Dear Ambassador)
Telefax: (00 41) 22 786 0662

Ambassador Park Gil-yeon, Office of the Permanent Mission of North
Korea (DPRK) to UN
820 Second Avenue, 13th Floor, New York, N.Y. 10017, USA
(UN-Botschafter Nordkoreas in New York - korrekte englische Anrede:
Dear Ambassador)
Telefax: (001) 212 972 3154

KOPIEN AN:

Minister Paek Nam-sun, Ministry of Foreign Affairs, Pyongyang,
DEMOKRATISCHE VOLKSREPUBLIK KOREA (NORDKOREA) - (Außenminister)
Botschaft der Demokratischen Volksrepublik Korea, Glinkastraße
5-7,
10117 Berlin
(S.E. Herrn Hyon Bo Pak)
Telefax: 030-229 3191

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie
in
gutem Koreanisch, Russsich, Englisch oder auf Deutsch. Da
Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren
können, bitten wir Sie, nach dem 4. Februar 2005 keine Appelle
mehr
zu verschicken.

RECOMMENDED ACTION: Please send appeals to arrive as quickly as
possible, in English or your own language:

- urging the North Korean authorities to make public information
concerning the whereabouts of Park Yong-chol;

- urging them to ensure that Park Yong-chol is not imprisoned or ill-
treated solely for attempting to leave North Korea;

- if he is detained, calling for him to be released immediately and
unconditionally, unless he is to be charged with a recognizably
criminal offence;

- calling on the authorities to guarantee that he will not be
tortured or ill-treated;

- urging them to ensure that all detainees are humanely treated, and
to investigate all allegations of torture and other human rights
abuses promptly and impartially, and bring those responsible to
justice.

Link:
http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/51a43250d61caccfc1256aa1003d
7d38/d773fa8a538ca78ac1256f7700547f01?OpenDocument

*******************************************************

Bitte schreiben Sie einen persönlichen Brief wie von Amnesty
International empfohlen. Alternativ können Sie folgenden
Beispielbrief als Vorlage nehmen bzw. abändern.

Beispielbrief:

Dear Chairman,


Please allow me to draw your attention to the pitiful case of

       Mr. PARK Yong-chol

He is a North Korean national and was arrested by Chinese Security
Police in Yantai, China, in January 2003, then imprisoned in Weifang
prison for almost two years. In October 2004 he was transferred to
the Democratic People's Republic of Korea.

I am deeply concerned for the safety and health of Park Yong-chul and
I call for his immediate and unconditional release, unless he is
charged with a recognized crime. Information on his whereabouts
should be made public and it should be guaranteed that he will not be
tortured or ill-treated.

It ought to go without saying, that no-one is imprisoned or ill-
treated solely for attempting to leave the Democratic People's
Republic of Korea, and that all those detained or imprisoned for the
peaceful exercise of their fundamental human rights be released.

Dear Chairman, please bring your influence to bear in order to
guarantee the fundamental and self-evident human rights to all your
citizens, even to detainees, and to investigate all allegations of
torture and other human rights abuses promptly and impartially. I am
confident of your good will and sense of justice and humanity.


Respectfully,

#7 Von: "jiri1915m" <jiri1915@...>
Datum: Die 9. Nov 2004 16:25
Betreff: Nordkorea: Widerstand gegen den Diktator? (Der Spiegel, 30.10.2004)
jiri1915m
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Fröhliche Tänze

Die Bevölkerung ist nicht so willfährig, wie es scheint. Von
der Außenwelt unbemerkt, flammt heftiger Widerstand gegen das
Regime von Diktator Kim Jong Il auf.

Am 22. April explodierten in der Stadt Ryongchon zwei mit Chemikalien
beladene Eisenbahnzüge. Obwohl 169 Menschen, darunter viele Kinder
aus einer nahen Schule, sterben oder grausam entstellt werden, taucht
kein Funktionär auf, um Verletzte und Hinterbliebene zu
trösten.
Staatschef Kim Jong Il lässt sich nicht einmal zu einem
Beileidstelegramm herab.

Die amtliche Nachrichtenagentur quält sich gerade mal ein paar
Zeilen über die Katastrophe ab. Stattdessen feiert das Militär
in der Hauptstadt mit \\\"fröhlichen Tänzen\\\" (so die Propaganda)
den 72. Gründungstag der Armee und den \\\"Lieben Führer\\\" Kim.

Kein Mitleid, kein Erbarmen für das leidende Volk. Das Regime
zeigt sein wahres Gesicht - wieder einmal. Wenige Stunden vor der
Tragödie ist Kim von einem China-Besuch mit seinem Sonderzug durch
den Bahnhof von Ryongchon gerollt. Handelte es sich womöglich gar
nicht um ein Unglück, sondern haben Regimegegner versucht, den
Diktator samt Begleitung in die Luft zu sprengen?

Die Welt hatte bislang den Eindruck, die Nordkoreaner seien - von
Informationen abgeschottet, durch Hunger geschwächt und durch ein
perfektes Überwachungssystem tyrannisiert - nicht in der Lage,
sich aufzulehnen. Waren sie nach Jahrzehnten des Personenkults 1994
nicht in eine kollektive Hysterie verfallen, als der Vater Kims, der
Staatsgründer und \\\"Große Führer\\\" Kim Il Sung, starb?

Doch die Bevölkerung des 22,4-Millionen-Einwohner-Staats ist nicht
so willfährig, wie es nach außen hin den Anschein hat. Vor allem
in den bitteren Zeiten Mitte der neunziger Jahre, als das Regime bis
zu drei Millionen Menschen an Mangelernährung und Schwäche sterben
ließ, loderten immer wieder Proteste gegen den bizarren Herrscher
auf, der gern mit aufgeföhntem Haar und phantasievoller Uniformkluft
seine ausgelaugten Bürger in so genannten Spontanlektionen belehrt.

Slogans gegen den Diktator (\\\"Nieder mit Kim Jong Il\\\")
erschienen auf Eisenbahnwaggons, Brückenpfeilern und Fabrikwänden.
Sogar außerhalb des Kumsusan-Mausoleums in Pjöngjang, in dem Kim der
Ältere einbalsamiert ist, flatterten Flugblätter, die den
unglaublichen Pomp der Dynastie geißelten.

Fabriken und Militäreinheiten, ja ganze Ortschaften revoltierten
gegen die Führung in Pjöngjang. Dies enthüllt der in Peking lebende
britische Autor und Journalist Jasper Becker, 48, in einem bald
erscheinenden Buch über Nordkorea*. In Gesprächen mit
nordkoreanischen Flüchtlingen, südkoreanischen Geheimdienstlern
und Wissenschaftlern bietet er wie kaum ein Autor zuvor einen tiefen
Einblick in das geheimnisvolle Reich.

Becker erfuhr zum Beispiel Einzelheiten über den größten
Arbeiterprotest in der Geschichte Nordkoreas 1998 in der
Industriestadt Songrim. Der Aufruhr begann an einem kalten
Februarmorgen nach der öffentlichen Exekution von acht Männern
- alle Manager des Hwanghae-Eisen-und Stahlwerks. Ihr Verbrechen: Um
den Arbeitern und ihren Familien Nahrungsmittel zu verschaffen,
hatten sie Teile des Werks an chinesische Händler verscherbelt.

Obwohl zahlreiche Bewohner Songrims damals verhungerten, galt der
Versuch, außerhalb des - längst zusammengebrochenen - öffentlichen
Versorgungssystems Nahrung heranzuschaffen, als Sabotage und
Landesverrat. Der Handel mit den reichen Genossen jenseits der Grenze
flog schnell auf, zumal chinesische Getreidefrachter im Hafen Nampo
die für Songrim bestimmte Ladung offen löschten.

Nachdem die acht Funktionäre, darunter zwei ZK-Mitglieder, tot in
den Staub gesunken waren, schrie eine Frau in der Menge: \\\"Sie
haben nicht versucht, sich zu bereichern, sondern den Arbeitern zu
helfen. Es ist brutal, sie zu erschießen.\\\"

Die mutige Frau gehörte zu den angesehensten Bürgern des Ortes
und hatte als Krankenschwester in einem Nomenklatura-Hospital in
Pjöngjang sogar die Führung gepflegt. Das schützte sie allerdings
nicht: Drei Soldaten ergriffen sie und erschossen sie auf der Stelle.
Die Menge löste sich schweigend vor Angst und Schreck auf. Doch
wenige Stunden später legte die Belegschaft des Werks die Arbeit
nieder.

Der friedliche Aufstand währte nur kurz. Am nächsten Morgen
brachen Panzer durch die Fabriktore und walzten die Demonstranten
nieder, Hunderte kamen nach Augenzeugenberichten ums Leben. Noch Tage
später wurden Dutzende vermeintlicher Aufrührer erschossen, zahllose
so genannte Konterrevolutionäre und ihre Familien in Arbeitslager
abtransportiert.

Kein Einzelfall offenbar: Der Groll gegen Kim sitzt tief in der
Bevölkerung. Sogar einige der handverlesenen Leibwächter aus der 450
Mann starken Garde, die nach seinem Geburtstag am 16. Februar \\\"2-
16-Einheit\\\" heißt, sollen Mitte der neunziger Jahre versucht
haben, ihren Chef zu erschießen. Generäle, die für wirtschaftliche
Reformen plädierten, planten 1992 einen Staatsstreich.

Unter den Anführern waren der Vizekommandeur eines Armeekorps in
Hamhung und Vize-Generalstabschef An Jong Ho. Die beiden wurden
enttarnt und exekutiert, ihren Kameraden gelang es, nach Russland zu
fliehen.

In der düsteren Industriestadt Chongjin im Norden des Landes wollten
1995 mehrere Offiziere den Hafen und Raketenbasen besetzen und
weitere Einheiten auf ihre Seite ziehen, um dann auf Pjöngjang zu
marschieren. Andere Militärs verabredeten, während einer Armeeparade
in der Hauptstadt eine Panzergranate auf die Tribüne Kims abzufeuern.
Die militärische Widerstandsgruppe \\\"Der Oberste Rat der Nationalen
Rettung\\\" warf Flugblätter aus Zügen und Lastwagen: \\\"Wir
appellieren an die Soldaten der Volksarmee und an das Volk, sich an
unserem Kampf zu beteiligen.\\\"

Der allgegenwärtige Staatssicherheitsdienst deckte die Verschwörungen
auf. Kim selbst hat mittlerweile einen Schutzwall um sich errichtet:
Er wechselt ständig den Wohnsitz, seine Domizile in Pjöngjang sind
durch ein Tunnelsystem verbunden. 100 000 Soldaten einer ihm
besonders verschworenen Eliteeinheit sind nur dazu da, ihn vor einem
Komplott zu schützen.

Die Meutereien fanden in einer Zeit statt, als sogar die
privilegierte Armee litt und Soldaten in ihren Kasernen verhungerten.
Uniformierte zogen in den neunziger Jahren marodierend durch das
Land, um sich etwas zu essen zu besorgen. Damals standen die meisten
Fabriken still, Strom gab es, wenn überhaupt, nur ein paar Stunden
am Tag, aus den Hähnen floss kein Wasser mehr.

Schuld an der Lage waren nicht nur Dürren, wie die Regierung ihren
Untertanen weiszumachen versuchte. Die Kim-Dynastie hatte das Land
heruntergewirtschaftet, weil sie sich weigerte, ihre verknöcherte
Planwirtschaft zu lockern und der Bevölkerung kleine Privatschollen
zuzubilligen. Erst als die Elite den Mangel zu spüren bekam, bat Kim
1994 um Hilfe im Ausland.

Die Hungersnot begann nicht, wie allgemein angenommen, Anfang der
neunziger Jahre, sondern früher: Ein geflüchteter Agrarexperte
entdeckte schon 1987 die ersten Hungertoten. Doch im Nordkorea des
Personenkults wagte es niemand, den alten Kim Il Sung über die Lage
aufzuklären.

Als der \\\"Große Führer\\\" schließlich aufmerksam wurde, war es zu
spät. In dieser Phase muss es wohl, wie Becker herausfand, zu einem
schweren Zerwürfnis zwischen Vater und Sohn gekommen sein. Der
Patriarch zürnte, weil ihm sein Sohn die wirtschaftliche Notlage
lange verheimlicht hatte. Kim junior, so heißt es, wehrte sich
wiederum gegen die Pläne des Vaters, die Wirtschaft nach chinesischem
Modell zu reformieren und den Ausgleich mit den südkoreanischen
Landsleuten zu suchen.

Als Kim Il Sung am 8. Juli 1994 an Herzversagen in seiner Villa
starb, ist es möglicherweise nicht mit rechten Dingen zugegangen.
Sein Sohn soll lange Zeit keine Ärzte ins Zimmer seines Vaters
gelassen haben. Von fünf Hubschraubern, die den Leichnam und die
Entourage des Toten nach Pjöngjang zurückschaffen sollten, stürzten
zwei mit Medizinern und Leibwachen an Bord ab. Andere Funktionäre
verschwanden später spurlos.

Während die Nordkoreaner darbten und das Land immer tiefer in Armut
versank, baute sich der jüngere Kim wenigstens zehn Paläste mit
Golfplätzen, Pferdeställen und Kinos. Die Garagen sind voller
Edelkarossen. Die CIA schätzt das Vermögen der Familie auf vier
Milliarden Dollar, die unter anderem auf Schweizer Konten deponiert
sind.

Über den Lebensstil des heutigen Staatschefs wurden mittlerweile
erstaunliche Dinge bekannt: Schon in den achtziger Jahren hatte er
das \\\"Projekt zur Garantie der Langlebigkeit des Großen und des
Lieben Führers\\\" gestartet. Konkret bedeutet dies: Rund 2000 junge
Frauen sind der Führung unter anderem in \\\"Befriedigungsteams\\\"
(sexueller Service) und \\\"Glücksteams\\\" (Massage) zu Diensten.

Kim selbst wählte sich Ko Jong Hi, eine Tänzerin, zur
Lebenspartnerin, obwohl er zu dieser Zeit bereits verheiratet war und
eine Geliebte hatte. Ko gebar ihm zwei Söhne und erhielt die
Ehrentitel \\\"Große Frau\\\" und \\\"Geliebte Mutter\\\". Sie ist
jüngst gestorben - an Krebs, wie es heißt. Einer ihrer Söhne wird
womöglich die Dynastie fortführen.

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,325656,00.html

#6 Von: "jiri1915m" <jiri1915@...>
Datum: Fr 18. Juni 2004 9:48
Betreff: Keine Konzessionen an den nordkoreanischen Diktator Kim Jong Il
jiri1915m
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Der frühere tschechische Präsident Vaclav Havel über
Nordkorea, Arbeitslager und Menschenrechtsverletzungen

Keine Konzessionen an den nordkoreanischen Diktator Kim Jong Il

Die Presse (Wien), 18.06.2004

http://www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=m&ressort=q&id=427471

Es ist genau 60 Jahre her, seit die Welt erstmals von der
erfolgreichen Flucht Rudolf Vrbas und Alfred Wetzlers aus Auschwitz
gehört hat, einer Flucht, die Berichte über Hitlers Vernichtungslager
ans Tageslicht brachte. Vrbas und Wetzlers Aussagen zwangen Vertreter
der demokratischen Welt, Tatsachen ins Auge zu sehen, die viele
selbst nach Kriegsende nicht glauben wollten.
Ähnlich wie der Nazi-Holocaust (durch Schilderungen von Augenzeugen,
Anm. d. Red.), wurden die Verbrechen und die brutale Realität des
sowjetischen Kommunismus dank der schriftstellerischen Arbeit von
Arthur Köstler, Jiri Weil und Alexander Solschenitsyn bekannt.
Rithy Panh beschrieb den Terror der Khmer Rouge, Kanan Makiya
schilderte Saddam Husseins brutale Gefängnisse, und Harry Wu hat
versucht, die Perversion des Laogai-Systems in den chinesischen
Zwangsarbeitslagern zu zeigen.
Heute belegen Aussagen tausender nordkoreanischer Flüchtlinge, die
die beschwerliche Reise durch das kommunistische China ins freie
Südkorea überlebt haben, die kriminelle Natur der nordkoreanischen
Diktatur. Moderne Satellitenbilder zeigen eindeutig, dass Nordkorea
über ein funktionierendes System von Konzentrationslagern verfügt.
Bis zu 200.000 Gefangene vegetieren in den Kwan-li-so
oder "politischen Strafarbeiterkolonien" oder sterben unter denselben
Bedingungen, denen Millionen Gefangene in der Vergangenheit im
sowjetischen Gulag-System ausgesetzt waren.
Der nördliche Teil der koreanischen Halbinsel wird vom totalitärsten
Diktator der Welt beherrscht. Kim Jong Il erbte das kommunistische
Regime nach dem Tod seines Vaters Kim Il Sung und hat den
Persönlichkeitskult schamlos weiter gestärkt. Er unterhält eine der
größten Armeen der Welt und stellt Massenvernichtungswaffen her.
Trotz Omnipräsenz von Armee und Polizei konnten zehntausende
verzweifelte Nordkoreaner nach China flüchten. Internationalen
Verträgen zum Trotz weigert sich die chinesische Regierung, den
Flüchtlingsstatus dieser Menschen anzuerkennen. Chinesische Beamte
haben es verhindert, dass das Büro des UN-Flüchtlingshochkommissars
mit auch nur einem Nordkoreaner in China Kontakt aufnehmen konnte.
Die chinesische Regierung jagt Flüchtlinge in den Wäldern entlang der
Grenze und deportiert sie nach Nordkorea, wo die Reise im Kwan-li-so
endet. All dies geschieht jetzt, und die Welt schaut untätig zu.
Einige Flüchtlinge haben Glück und schaffen es, nach Südkorea zu
gelangen. Aber dort läuft ihre Existenz der von dem Land
praktizierten offiziellen "Sonnenschein-Politik" total entgegen, die,
obwohl gut gemeint, auf andauernden Konzessionen und Beschwichtigung
basiert. Die Politik kostet Südkorea hunderte Millionen Dollar,
aber sie ist nicht hilfreich beim Finden einer Lösung für das
Gesamtproblem oder bei der Rettung unschuldiger Menschenleben.
Letztendlich hält die Politik nur den Führer in Pjöngjang an der
Macht.
Mit Hilfe seiner Millionen-Mann-Armee, Atomwaffen, Raketen sowie des
Exports von Waffen und Militärtechnologie an gleich gesinnte
Diktatoren auf der ganzen Welt kann Kim Jong Il die ganze Welt
erpressen. Er ist bereit, sein eigenes Volk an Hunger sterben zu
lassen und verwendet Hungersnöte, um jegliches Zeichen schwankender
Loyalität zu seiner Herrschaft auszulöschen. Durch Erpressung erhält
Kim Jong Il Nahrungsmittel und Öl, das er unter seinen Getreuen
verteilt (vorrangiger Empfänger ist die Armee), während die
internationale Gemeinschaft keine Möglichkeit hat festzustellen, wer
innerhalb von Nordkorea Hilfe erhält.
Während Kim Jong Il fortfährt, die Welt zu erpressen, sterben
unschuldige Nordkoreaner an Hunger oder sind in Konzentrationslagern
eingesperrt. Jetzt ist es für die demokratischen Länder der Welt -
die Europäische Union, die USA, Japan und nicht zuletzt Südkorea - an
der Zeit, zu einer gemeinsamen Position zu finden. Diese Länder
müssen unmissverständlich klarstellen, dass sie keine Konzessionen an
einen totalitären Diktator machen werden. Sie müssen festhalten, dass
Respekt vor grundlegenden Menschenrechten ein wesentlicher
Bestandteil aller künftigen Diskussionen mit Pjöngjang ist.
Entschlusskraft, Beharrlichkeit und Verhandlungen von einer Position
der Stärke aus: Diese Dinge sind das Einzige, das Kim Jong Il und
Gleichgesinnte verstehen. Hoffentlich ist das etwas, das zu erkennen
die Welt keiner weiteren entsetzlichen Beweise bedarf.

Václav Havel

Der Autor war Präsident der
Tschechischen Republik.

#5 Von: "jiri1915m" <jiri1915@...>
Datum: Do 18. Mrz 2004 12:47
Betreff: Bitte informieren Sie sich über Nordkorea:
jiri1915m
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Hier ist alles Wissenswerte (Dateien und Fotos auch für
Nichtmitglieder)

Berichte von renommierten Zeitungen und Organisationen


DATEIEN

01. Der verschleierte Gulag.doc
Der verschleierte Gulag (Süddeutsche Zeitung 31.01.2003) - Bericht
in
deutscher Sprache über Arbeitslager in Nordkorea und
nordkoreanische
Flüchtlinge
http://www.koreaheute.de/spiegel/Spg1184.htm

02. Nordkorea - Neue Befürchtungen.doc
Nordkorea: Neue Befürchtungen (AI, 11.04.2003) - Amnesty
International gibt einen Überblick über die
Menschenrechtssituation
in Nordkorea mit Empfehlungen
http://www.amnesty-
muenchen.de/korea/nkorea_files/Neue_Befuerchtungen.pdf

03. The Problems of Human Rights in North Korea.doc
Menschenrechte in Nordkorea (Hwang Jang-Yop) - Der frühere
Parteisekretär Hwang Jang-Yop erläutert detailliert die
Ideologie und
Methodik der Regierung in Pjöngyang
www.nknet.org/en/keys/lastkeys/2002/7/03.php
www.nknet.org/en/keys/lastkeys/2002/8/04.php
www.nknet.org/en/keys/lastkeys/2002/9/04.php
www.nknet.org/en/keys/lastkeys/2002/10/06.php

04. Eyes of the tailless Animals.doc
Die tiefen Augen der aufrecht kriechenden Tiere (Lee Soon-Ok) -
Augenzeugen-Bericht einer Überlebenden des Konzentrationslagers
Kaechon
http://www.ncafe.com/northkorea/SunOkLeeTestimony_w_llus.pdf

05. UNCHR North Korea Resolution.doc
Resolution der Vereinten Nationen (UNCHR, 11.04.2003) - Die
Menschenrechts-Kommission der Vereinten Nationen fordert
Verbesserungen der Menschenrechte in Nordkorea
http://www.unhchr.ch/Huridocda/Huridoca.nsf/TestFrame/b6eb84af93f527ec
c1256d0b003b4c2d?Opendocument

06. The official Propaganda in the DPRK.doc
Informationsblockade: Die offizielle Propaganda (Dr. Andrei Lankov) -
Ein russischer Wissenschaftler erläutert die Propaganda und die
Blockade aller unzensierten Informationen in Nordkorea
www.fortunecity.com/meltingpot/champion/65/propaganda_lankov.htm

07. KCNA urges U.S. to stop talking human rights issues.doc
KCNA fordert USA auf nicht mehr über Menschenrechtsprobleme zu
sprechen (KCNA, 02.07.2003) - Das Thema Menschenrechte aus Sicht der
nordkoreanischen Nachrichtenagentur
http://www.kcna.co.jp/item/2003/200307/20030703.htm

08. 10 Jahre in der Hölle.doc
10 Jahre in der Hölle (Frankfurter Allgemeine Zeitung 24.06.2003)
-
Lebensgeschichte eines ehemaligen Gefangenen des Lagers Yodok
http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~E3B196557
22854B94AD60D01E50D227A7~ATpl~Ecommon~Scontent.html

09. Die tägliche Ration Gehirnwäsche.doc
Die tägliche Ration Gehirnwäsche (Süddeutsche Zeitung
30.04.2003) -
Dreiteiliger Reisebericht eines deutschen Zeitungsreporters über
Nordkorea
http://www.koreaheute.de/spiegel/Spg1282.htm
http://www.koreaheute.de/spiegel/Spg1297.htm
http://www.koreaheute.de/spiegel/Spg1326.htm

10. The Breakdown of Public Order.doc
Der Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung (RENK) - Das Leben in
Pjöngyang aus der Sicht einer geflohenen ehemaligen Bewohnerin
http://www.bekkoame.ne.jp/ro/renk/repo2002/renk_article_part_one.htm
http://www.bekkoame.ne.jp/ro/renk/repo2002/renk_article_part_two.htm

[Weitere Dateien]
Dateien 11 - 20

11. Human Rights and the Refugee Crisis.doc
Menschenrechte und das Flüchtlingsproblem (Konferenz Tokio
27.11.2002) - Bericht des deutschen Arztes Dr. Vollertsen, der 18
Monate in Nordkorea gearbeitet hat
http://www.northkoreanrefugees.com/backgrounder.pdf

12. Baumrinde als Mittagessen.doc
Baumrinde als Mittagessen (Die Zeit 30.04.2003) - Flüchtlinge
berichten wie sie den Hunger in Nordkorea überlebt haben
http://www.zeit.de/2003/19/Fl_9fchtlinge_neu

13. In der Nähe von Lager Nr 22.doc
In der Nähe von Lager Nr 22 (die tageszeitung, 21.08.2003) - Ein
Reporter sucht im chinesischen Grenzgebiet nach Hinweisen auf das
größte Straflager Nordkoreas
http://www.taz.de/pt/2003/08/21/a0096.nf/text

14. Escapees from Hell.doc
Der Hölle entkommen (LFNKR) - Ein jugendlicher Flüchtling
beschreibt
Folterungen nach seiner Deportation von Russland über China nach
Nordkorea
http://www.northkoreanrefugees.com/park-nov25-01.html

15. Punishment and Labor Camps in North Korea.doc
Bestrafung und Arbeitslager in Nordkorea (HRW, 2002) - Human Rights
Watch gibt einen Überblick über die Arten von Bestrafungen und
Arbeitslagern
http://www.hrw.org/reports/2002/northkorea/norkor1102-
02.htm#P339_76115

16. Crossing the River of Death.doc
Den Fluss des Todes überqueren (Kang Hyeok, pnan) - Ein
Flüchtling
beschreibt Folter und Tod von Flüchtlingen, die von China nach
Nordkorea abgeschoben wurden
http://pnan.org/nk/kanghyeok.doc

17. Nordkorea – ein Vorhof zur Hölle
Nordkorea - ein Vorhof zur Hölle (Die Welt, 29.10.2003) -
Zusammenfassung einer Studie über die Leiden der Menschen in
Nordkoreas Straflagern
http://www.welt.de/data/2003/10/29/189146.html


FOTOS

Lageplan Konzentrationslager
01. Lage der Konzentrationslager in Nordkorea -
http://www.hrwf.net/html/north_korea___maps_of_concentr.html

Luftbild des Lagers Nr. 22
02. Satellitenaufnahme des Lagers Nr. 22 in Haengyong (Bezirk
Hoeryong) –
http://www.hrwf.net/html/north_korea_pictures_of_concentration_camps.h
tml

Exekution von Gefangenen
03. Öffentliche Hinrichtung eines Gefangenen im
Konzentrationslager -
http://nkhumanrights.or.kr/NKHR_new/index_eng_new.htm
  (in photo collection No. 49)

Propagandaposter aus Nordkorea
04. Beschwörung des Feindbildes USA. Textübersetzung:
„Gnadenlose
Bestrafung der amerikanischen Imperialisten" -
http://international.ucla.edu/asia/nk/nkpindex.asp

Sperrzaun Konzentrationslager
05. Absperranlagen umgeben die Konzentrationslager und verhindern die
Flucht -
http://nkhumanrights.or.kr/NKHR_new/index_eng_new.htm
  (in photo collection No. 39)

Postkarte Paekdusan
06. Foto des Berges Paekdusan mit Zitat von Kim Jong Il -
http://www.koryogroup.com/galleries

Personenkult um Kim Il Sung
07. Kim Jong Il lässt sich und seinen Vater wie Heilige verehren -
http://www.chosunjournal.com/bigbrother.html

Hungerndes Kind in Nordkorea
08. Rund 42 % aller Kinder (unter 7) sind nach UNICEF-Angaben
unterernährt -
http://www.amnesty-
muenchen.de/korea/nkorea_files/NK_Food_ASA240032004_dt.pdf


LINKS

Alle Links sind auch für Nichtmitglieder offen (im Kasten links)
http://de.groups.yahoo.com/group/nordkoreainfo/links

#4 Von: "jiri1915m" <jiri1915@...>
Datum: Die 9. Dez 2003 19:36
Betreff: Der verschleierte Gulag (Sueddeutsche Zeitung 31.01.2003)
jiri1915m
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Schwere Vorwürfe gegen das Regime in Pjöngjang

Der verschleierte Gulag

Flüchtlinge aus Nordkorea erzählen von Zwangsarbeit und Gräueltaten
in riesigen Lagern – der Diktator bestreitet deren Existenz

Quelle: Süddeutsche Zeitung 31.01.2003

Von Henrik Bork
Seoul , im Januar – Es gibt Geschichten, von denen man hofft, dass
sie nicht wahr sind. Die so grausam sind, dass man lieber den
Zweiflern glauben möchte. Die Erzählungen von Ahn Myung Chul gehören
in diese Kategorie. Ganz ruhig sitzt uns der 33-jährige Koreaner in
einem Café in Seoul gegenüber. Mit seinem sportlichen Haarschnitt,
der rechteckigen, randlosen Designerbrille und seinem modernen,
hellgrauen Anzug sieht er aus wie ein junger Bankangestellter.
Tatsächlich arbeitet er in der landwirtschaftlichen Genossenschaft in
Seouls Stadtteil Guri. Er redet, ohne jemals die Stimme zu erheben.
Doch was er erzählt, lässt einem den Atem stocken.
„Ich habe acht Jahre lang als Wärter in nordkoreanischen
Arbeitslagern gearbeitet", sagt Ahn. Ein begehrter Job für
die „Elite" sei das in seiner kommunistischen Heimat gewesen. Mit 200
Won Grundgehalt und vielen Extras war Ahn gut bezahlt, so viel
erhalten auch die Kampfpiloten der Demokratischen Volksrepublik
Korea. „Mit dieser Arbeit glaubte ich, eine gesicherte Zukunft zu
haben", sagt Ahn, ein Sohn aus einer kommunistischen Kaderfamilie.
Doch eines Tages, sein Vater hatte ein paar Gläser zu viel getrunken
und irgendetwas Kritisches über das Regime fallen gelassen, wurde aus
dem Wärter Ahn der potenzielle Häftling Ahn. Sein Vater starb kurz
darauf, doch seine Mutter wurde wegen der „konterrevolutionären"
Bemerkungen ihres Mannes von der Staatssicherheit verhört und
interniert. 1994 war das, und da entschloss sich Ahn Myung Chul zur
Flucht über die Grenze nach China. Schließlich gelangte er
wohlbehalten in Südkorea an, in der Freiheit.
„Dies hier sind die Baracken der Häftlinge und dies hier ist die
Folterkammer", sagt Ahn. Er fährt mit dem Zeigefinger über ein
Satellitenfoto des Arbeitslagers Nummer 22. Das Hongkonger Magazin
Far Eastern Economic Review hatte den ehemaligen Wärter nach der
genauen Lage gefragt und die Fotos bei einer amerikanischen
Spezialfirma bestellt. Für das ungeübte Auge sind darauf nur Gebäude,
Felder und schwarze Flecken zu sehen. Doch Ahns Aussagen weisen
darauf hin, dass es sich bei dem veröffentlichten Foto um ein
nordkoreanisches Arbeitslager handelt. „Nummer 22" ist eines der
größten. Auf einer Fläche von etwa 50 Quadratkilometern rund um den
Ort Haengyong im unwirtlichen Norden des Landes, nahe der Grenze zu
China, sind dort mehr als 50000 politische Häftlinge eingesperrt, wie
sich aus Aussagen von Überläufern ergibt. Ein drei Meter hoher Zaun
mit Stacheldrahtverhau umringt nach Ahns Angaben das riesige Areal.
Mit Eisenspeeren gespickte Fallgruben und sieben Meter hohe Wachtürme
machten jeden Ausbruchsversuch zu einem Selbstmordmanöver, sagt der
junge Mann.
Schürfen in den Stollen
Mühelos identifiziert er auf den Fotos die Schlafbaracken der
Häftlinge und die Wohnhäuser der Wärter. Feldwege führen zu den
Maisfeldern und Schweineställen. Der schwarze Fleck auf einem der
Bilder sei das einige Kilometer entfernte Kohlebergwerk Chungbong, in
dessen unterirdischen Stollen die unterernährten Häftlinge ihre
täglichen Quoten zusammenschürfen.
Vieles, was Ahn erzählt, deckt sich mit den Berichten anderer
Flüchtlinge aus Nordkorea. Die politischen Häftlinge werden
demzufolge von den Wärtern in deren Beisein
euphemistisch „Übersiedler" genannt. Ihre mageren Rationen aus
Pellkartoffeln und gekochten Maiskörnern sind zum Leben zu wenig, zum
Sterben zu viel. Die Gefangenen müssen ihre Nahrungsmittel selbst
anbauen. Täglich 15 Stunden arbeiten sie auf den Mais- oder
Kartoffeläckern, im Kohlebergwerk rund um die Uhr in drei Schichten
von jeweils acht Stunden. „Wer seine Quote nicht erfüllt hat, bekommt
nichts zu essen", sagt Ahn. Zum Schlafen drängen sich die in Lumpen
gewickelten und im Winter vor Kälte schlotternden Verdammten jeweils
zu fünft auf dem Boden eines Zimmers, auf Matratzen voller Flöhe und
Läuse.
Die Bewacher sind in diesem gottverlassen Winkel des Landes genauso
von der Umwelt isoliert wie ihre Arbeitssklaven. „Der einzige
Zeitvertreib für die Wärter ist die Jagd in den Bergen und das
Schlagen der Häftlinge", sagt Ahn. Wenn einen der Oberwärter die
Langeweile überfällt, kommt es vor, dass er ein paar Gefangene
antreten lässt. „Dann werden sie getreten und mit Fäusten und
Gewehrkolben geschlagen. Ich habe viele Häftlinge gesehen, die daran
gestorben sind", sagt der Ex-Wärter.
Ahns Erzählungen sind ein seltener Einblick in eine Welt, die es
offiziell gar nicht gibt. Nordkorea, trotz jüngster Reform- und
Öffnungsbemühungen noch immer eines der isoliertesten Länder der
Erde, hat die Existenz seiner Arbeitslager niemals zugegeben.
Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International dürfen ihre
Vertreter nicht einreisen lassen und haben kaum Informationen
anzubieten. „Alles, was wir wissen, stammt aus den Berichten nach
Südkorea geflüchteter Überläufer", sagt Suh Jae Jean vom Zentrum für
Menschenrechtsstudien des angesehenen Korea Institute for National
Unification (KINU) in Seoul. Unabhängig überprüfbar sind die Berichte
also nicht. Selbst die Satellitenfotos sehen ohne die Erläuterungen
Ahns wie Luftaufnahmen eines harmlosen Dorfes aus.
Doch der Soziologe Suh hat in den vergangenen Jahren Hunderte von
Flüchtlingen aus Nordkorea interviewt. Selbst wenn einzelne
Schilderungen unwahr oder übertrieben sein sollten, glaubt Suh, so
formt sich doch allmählich immer deutlicher das Bild eines gewaltigen
Gulags. „Es gibt zehn Lager mit rund 200000 politischen Häftlingen",
sagt Suh. Da Nordkorea nur 22 Millionen Einwohner hat, sind das fast
ein Prozent der Gesamtbevölkerung. Die Lager, unter der Aufsicht des
berüchtigten „Büros Nummer 7" der Staatssicherheit, liegen in
abgelegenen Provinzen wie Hamkyung- Nord oder Pyongan-Süd. Mit seinen
Kohlestollen, Steinbrüchen, Goldminen, Wäldern und Fabriken aller Art
erwirtschaftet der Gulag einen nicht geringen Anteil des
nordkoreanischen Bruttoinlandsproduktes.
Das erste Lager für „Politische" wurde nach einem Bericht des KINU-
Instituts 1956 nach einem fehlgeschlagenen Staatsstreich gegen den
langjährigen Diktator Kim Il Sung eingerichtet. Doch nachfolgende
Politkampagnen und die Paranoia des Regimes haben die Zahl der
eingesperrten Regimegegner rasch anschwellen lassen. Um zum „nicht
mehr reformierbaren" Klassenfeind abgestempelt zu werden, genügen oft
absurd winzige Verfehlungen. Es kann genügen, den Namen des
verstorbenen Kim Il Sung ohne den Zusatz „Wuidaehan" (Großer Führer)
auszusprechen. „Ein alter Mann ist eingeliefert worden, weil er auf
seine Zigarettenschachtel den Namen Kims und das Wort Idiot
gekritzelt hatte", sagt Ahn. Es reicht die geringste Kritik an der
Politik seines Sohnes Kim Jong Il, der nun in der ersten dynastischen
Erbfolge des Kommunismus die absolute Macht übernommen hat.
Wer einmal hinter den Zäunen und Wachtürmen verschwunden ist, kommt
nur in seltenen Fällen lebend wieder heraus. Die Einzelheiten sind
schwer verdaulich. „Ich erzähle diese Details immer seltener, weil
mir die Journalisten dann immer nicht mehr glauben wollen", sagt Ahn
Myung Chul. Etwa die Geschichte der jungen, hübschen Nordkoreanerin
Han Jin Deok. Der Ex- Wärter wirft erst einen langen Blick an die
Decke des Caféhauses, bevor er zu sprechen beginnt. Wegen eines
Vergehens ihres Vaters sei Han gemeinsam mit ihrer ganzen Familie
interniert worden, sagt Ahn. Damals sei sie erst fünf oder sechs
Jahre alt gewesen. Im Lager „Nummer 12" verhungerten ihre Mutter und
ihr jüngerer Bruder. Später, nach einer Verlegung ins Lager „Nummer
22" starb auch ihr zweiter Bruder bei einem Arbeitsunfall.
„Ich mochte sie", sagt ihr ehemaliger Wärter. Er zeigt wieder auf das
Satelliten-Foto, diesmal auf ein kleines Rechteck. „Hier neben dem
Schweinestall des Lagers habe ich ihr einen südkoreanischen Popsong
beigebracht", sagt Ahn. Das Lied mit dem Titel „Baram, baram, baram"
(Wind, Wind, Wind) wurde damals auf Kassetten aus China
eingeschmuggelt und war in ganz Nordkorea populär." Han, die trotz
der Haftbedingungen zu einer begehrenswerten 23-Jährigen
herangewachsen war, wurde eines Tages von einem Kader der
Lagerführung vergewaltigt. „Statt des Kaders wurde die Frau für den
Vorfall bestraft", sagt Ahn. „In der Folterkammer versengte man ihr
mit glühenden Eisen die Haut. Sie überlebte und wurde zur
Zwangsarbeit in den Kohlestollen geschickt. Dort verlor sie später
bei einem Unfall beide Beine. Sie überlebte auch das. Zuletzt sah ich
sie kurz vor meiner Flucht im Jahr 1994. Sie schleppte sich auf ihren
Beinstümpfen durchs Lager", sagt Ahn.
Erzählungen wie diese lassen manche Journalisten vermuten, sie
könnten von den Gegnern des nordkoreanischen Regimes erfunden sein.
In der Tat wird jeder Ankömmling aus Nordkorea – und Ahn war keine
Ausnahme – zunächst monatelang vom südkoreanischen Geheimdienst
verhört und „beraten". Für Journalisten ist es unmöglich, in
Nordkorea zu recherchieren. Sie stehen vor einem Dilemma. Verbreitet
man diese Augenzeugenberichte, so läuft man Gefahr, einzelne
Übertreibungen oder Lügen zu kolportieren. Schreibt man darüber
nichts, verschweigt man möglicherweise eines der schlimmsten
Verbrechen gegen die Menschlichkeit, das gegenwärtig auf diesem
Planeten verübt wird.
Mit unterdrückter Wut
Ein südkoreanischer Journalist, der 35-jährige Kang Chul Hwan von der
Zeitung Chosun Ilbo, wird bei solchen Überlegungen ganz unruhig. Im
Café des Koreana-Hotels in Seoul beginnt seine Stimme vor
unterdrückter Wut leicht zu zittern. Kang hat selbst eine dieser
Geschichten zu erzählen, von denen man wünschte, sie seien erfunden.
Er hat selbst zehn Jahre als politischer Häftling in einem
nordkoreanischen Arbeitslager überlebt. „Die Vernichtungslager
Stalins und die Konzentrationslager der Nazis sind erst nach dem
Zusammenbruch der Regime weithin bekannt geworden", sagt Kang. Das
dürfe im Falle Nordkoreas nicht zugelassen werden.
Kang ist in Pjöngjang geboren. Seine Großeltern väterlicherseits
waren Angehörige der koreanischen Minderheit in Japan, die in den
sechziger Jahren wie viele linke Intellektuelle freiwillig in das
neue „Arbeiter- und Bauernparadies" Nordkorea emigriert waren.
Zunächst wegen ihres Reichtums willkommen, kamen viele dieser
Einwanderer bald mit dem System in Konflikt. Kangs Großvater
verschwand 1977 spurlos, der Enkel war damals erst neun Jahre alt.
Dennoch wurde auch er von der Staatssicherheit verhaftet, gemeinsam
mit der Großmutter, den Eltern und einer jüngeren Schwester.
Es hat kein sozialistisches Land gegeben, das seine Bürger ohne den
Schrecken und die permanente Drohung der Arbeitslager in Schach
halten konnte. Das war in der ehemaligen Sowjetunion so, und es gilt
noch heute für China. Doch Nordkorea hat als eigenen Beitrag zur
Topologie des Schreckens die Sippenhaft für politische Gefangene
perfektioniert. Auch die Kinder und Enkel eines „Politischen" werden
bis heute mitverfolgt. „Die Setzlinge der Konterrevolution
austrocknen, mitsamt ihren Wurzeln ausjäten und jeden Einzelnen von
ihnen auslöschen", heißt das in der Propaganda des Regimes.
Um das „Auslöschen" geht es in den Lagern tatsächlich, glaubt man den
Berichten der wenigen Überlebenden. Die politischen „Verbrecher"
selbst, wie Kangs Großvater, werden mit so harter Zwangsarbeit
zermürbt, dass sie selten mehr als drei Jahre Haft überleben. Die
Familienangehörigen erfahren eine gewisse „Milde". Dennoch fallen
viele von ihnen schnell dem Hunger, der Kälte und wegen der völligen
Demütigung oft auch dem Wahnsinn zum Opfer. „Die neu eingelieferten
Häftlinge sind immer am schnellsten gestorben", erinnert sich
Kang. „Wenn man aber die Eingewöhnungszeit überstanden hatte, konnte
man weitere zehn Jahre oder mehr überleben."
Genau das hat Kang Chul Hwan geschafft. Er kam durch, weil er sich
angesichts der systematischen Aushungerung im Lager jeglichen Ekel
versagte. Während der Feldarbeit fing er Frösche, Schlangen und
Ratten und röstete sie auf offenem Feuer. Er verschluckte, wenn seine
Wärter wegschauten, blitzschnell lebende Salamander. Unter
Lebensgefahr stahl er Maiskolben. Beim Bäumefällen an den Berghängen
des Lagers konnte er hier und da ein paar wilde Beeren pflücken.
Hunger und völlige Erschöpfung
1987, nach zehn Jahren Haft, wurde er bei einer der seltenen
Amnestien entlassen, 1992 konnte er nach Südkorea fliehen. All die
Häftlinge in Nordkoreas Gulag, die weniger Glück haben, sterben an
Hunger oder völliger Erschöpfung, an unbehandelten Infektionen aller
Art, bei Grubenunglücken, sie werden von Bäumen erschlagen oder nach
einem der rund 15 Fluchtversuche im Jahr vor allen Insassen
öffentlich exekutiert.
Bei seiner Ankunft in Südkorea glaubte Kang Chul Hwan endlich der
ganzen Welt vom Horror der Lager erzählen zu können. „Ich bin maßlos
enttäuscht", sagt er heute. Nicht nur, weil ihm viele Menschen nicht
glauben oder Desinteresse bekunden. Sondern auch, weil der bisherige
südkoreanische Präsident Kim Dae Jung, selbst ein ehemaliger
Dissident und inzwischen Friedensnobelpreisträger, das Thema aus
Staatsräson totschweigt. „Kim hat während seiner ganzen Amtszeit von
fünf Jahren kein einziges Wort über die Arbeitslager und die
Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea gesagt", klagt Kang. Die neue
Regierung fürchte, das könnte ihre Sonnenscheinpolitik der Aussöhnung
mit Nordkorea gefährden.
„Seoul hat vor allem Angst, die US-Medien könnten das Thema
Menschenrechte ausnutzen, um gegen Hilfslieferungen für die hungernde
Bevölkerung Nordkoreas zu argumentieren", sagt der Soziologe Suh Jae
Jean. „Aber wir halten es für eine humanitäre Verpflichtung, den
Hungernden zu helfen." Nur wenn das System durch ständige Gaben
aufgeweicht werde, könnten eines Tages auch die Arbeitslager
verschwinden, argumentiert Suh.
Ehemalige Häftlinge und Wärter wie Kang und Ahn sind anderer Meinung
und werden deshalb im Südkorea Kim Dae Jungs nicht mehr zu
Fernsehdebatten geladen. Niemand wolle mehr ihre Berichte hören,
klagen sie. „Die Wahrheit über die nordkoreanischen Arbeitslager wird
erst in der Zukunft, nach einer Wiedervereinigung Süd- und Nordkoreas
bekannt werden", sagt Kang Chul Hwan. „Aber wer wird dann die
Verantwortung übernehmen? Bis dahin sind doch alle Häftlinge längst
tot."

#3 Von: "jiri1915m" <jiri1915@...>
Datum: Die 9. Dez 2003 19:27
Betreff: Inhaltsverzeichnis der Dateien, Links und Fotos
jiri1915m
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Berichte von renommierten Zeitungen und Organisationen

01. Der verschleierte Gulag.doc
Der verschleierte Gulag (Süddeutsche Zeitung 31.01.2003) - Bericht in
deutscher Sprache über Arbeitslager in Nordkorea und nordkoreanische
Flüchtlinge

02. Nordkorea - Neue Befürchtungen.doc
Nordkorea: Neue Befürchtungen (AI, 11.04.2003) - Amnesty
International gibt einen Überblick über die Menschenrechtssituation
in Nordkorea mit Empfehlungen

03. The Problems of Human Rights in North Korea.doc
Menschenrechte in Nordkorea (Hwang Jang-Yop) - Der frühere
Parteisekretär Hwang Jang-Yop erläutert detailliert die Ideologie und
Methodik der Regierung in Pjöngyang

04. Eyes of the tailless Animals.doc
Die tiefen Augen der aufrecht kriechenden Tiere (Lee Soon-Ok) -
Augenzeugen-Bericht einer Überlebenden des Konzentrationslagers
Kaechon

05. UNCHR North Korea Resolution.doc
Resolution der Vereinten Nationen (UNCHR, 11.04.2003) - Die
Menschenrechts-Kommission der Vereinten Nationen fordert
Verbesserungen der Menschenrechte in Nordkorea

06. The official Propaganda in the DPRK.doc
Informationsblockade: Die offizielle Propaganda (Dr. Andrei Lankov) -
Ein russischer Wissenschaftler erläutert die Propaganda und die
Blockade aller unzensierten Informationen in Nordkorea

07. KCNA urges U.S. to stop talking human rights issues.doc
KCNA fordert USA auf nicht mehr über Menschenrechtsprobleme zu
sprechen (KCNA, 02.07.2003) - Das Thema Menschenrechte aus Sicht der
nordkoreanischen Nachrichtenagentur

08. 10 Jahre in der Hölle.doc
10 Jahre in der Hölle (Frankfurter Allgemeine Zeitung 24.06.2003) -
Lebensgeschichte eines ehemaligen Gefangenen des Lagers Yodok

09. Die tägliche Ration Gehirnwäsche.doc
Die tägliche Ration Gehirnwäsche (Süddeutsche Zeitung 30.04.2003) -
Dreiteiliger Reisebericht eines deutschen Zeitungsreporters über
Nordkorea

10. The Breakdown of Public Order.doc
Der Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung (RENK) - Das Leben in
Pjöngyang aus der Sicht einer geflohenen ehemaligen Bewohnerin

[Weitere Dateien]
Dateien 11 - 20

11. Human Rights and the Refugee Crisis.doc
Menschenrechte und das Flüchtlingsproblem (Konferenz Tokio
27.11.2002) - Bericht des deutschen Arztes Dr. Vollertsen, der 18
Monate in Nordkorea gearbeitet hat

12. Baumrinde als Mittagessen.doc
Baumrinde als Mittagessen (Die Zeit 30.04.2003) - Flüchtlinge
berichten wie sie den Hunger in Nordkorea überlebt haben

13. In der Nähe von Lager Nr 22.doc
In der Nähe von Lager Nr 22 (die tageszeitung, 21.08.2003) - Ein
Reporter sucht im chinesischen Grenzgebiet nach Hinweisen auf das
größte Straflager Nordkoreas

14. Escapees from Hell.doc
Der Hölle entkommen (LFNKR) - Ein jugendlicher Flüchtling beschreibt
Folterungen nach seiner Deportation von Russland über China nach
Nordkorea


15. Punishment and Labor Camps in North Korea.doc
Bestrafung und Arbeitslager in Nordkorea (HRW, 2002) - Human Rights
Watch gibt einen Überblick über die Arten von Bestrafungen und
Arbeitslagern

16. Crossing the River of Death.doc
Den Fluss des Todes überqueren (Kang Hyeok, pnan) - Ein Flüchtling
beschreibt Folter und Tod von Flüchtlingen, die von China nach
Nordkorea angeschoben wurden

17. Nordkorea – ein Vorhof zur Hölle
Nordkorea - ein Vorhof zur Hölle (Die Welt, 29.10.2003) -
Zusammenfassung einer Studie über die Leiden der Menschen in
Nordkoreas Straflagern


Verzeichnis der Links

01. The Chosun Journal
Alle wichtigen Informationen über Nordkorea in strukturierter Form
http://www.chosunjournal.com/

02. North Korea's Tangled Web
Sammlung hunderter von Links über Menschenrechte in Nordkorea
http://ncafe.com/northkorea/

03. Network for North Korean Democracy and Human Rights
Detaillierte Berichte über das Leben in Nordkorea aus erster Hand
http://www.nknet.org/en/index.php

04. Korean Central News Agency (KCNA) of DPRK
Selbstdarstellung der Regierung durch die nordkoreanische
Nachrichtenagentur
http://www.kcna.co.jp/index-e.htm

05. Citizens' Alliance for North Korean Human Rights
Illustrierte Berichte über das Leben in nordkoreanischen Lagern
http://nkhumanrights.or.kr/NKHR_new/index_eng_new.htm

06. Google News für "Nordkorea"
Suche nach aktuellen Nachrichten über Nordkorea in Deutsch
http://news.google.de/news?hl=de&edition=de&q=Nordkorea&btnG=News-
Suche

07. Amnesty International Deutschland
Berichte nach Land: Nordkorea
http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/WNachLand?
OpenView&Start=1&Count=200&Expand=115#115

08. Internationale Gesellschaft für Menschenrechte
Infothek zu Nordkorea: Beiträge von 1998/2000 unverändert aktuell
http://www.igfm.de/korea/korea.htm

09. Life Funds for North Korean Refugees
Informationen über nordkoreanische Flüchtlinge in China und
Hilfsappelle
http://www.northkoreanrefugees.com

10. Free North Korea
Aktuelle Nachrichten über Nordkorea, Menschenrechte und Hilfsaktionen
http://www.freenorthkorea.com

11. Committee for Human Rights in North Korea
Detailliertester Bericht über nordkoreanische Gefangenenlager
www.hrnk.org/TheHiddenGulag-press.pdf


12. Human Rights Watch: Menschenrechte weltweit verteidigen
China: Rechte nordkoreanischer Asylsuchender müssen geschützt werden
http://www.hrw.org/german/press/2002/china111902de.htm

13. Letters on behalf of North Korean refugees
Wie man mit Unterstützer-Briefen nordkoreanischen Flüchtlingen helfen
kann
http://nkletters.blogspot.com/

14. Die Welt: Nordkorea - Bericht (Registrierung erforderlich)
Leiden der Menschen in Nordkoreas Straflagern
http://www.welt.de/data/2003/10/29/189146.html

15. Evangelische Allianz Deutschland
Religiöse Verfolgung in Nordkorea und Gebet für die verfolgten
Christen
http://www.ead.de/gebet/weitere/verfolgung/archiv/2003/infos.htm


Verzeichnis der Fotos

Lageplan Konzentrationslager
01. Lage der Konzentrationslager in Nordkorea -
www.hrwf.net/newhrwf/html/north_korea___maps_of_concentr.html
Erstellt am: 13.Jun.2003  - Auflösung: 245 x 400

Luftbild des Lagers Nr. 22
02. Satellitenaufnahme des Lagers Nr. 22 in Haengyong (Bezirk
Hoeryong) -
www.hrwf.net/newhrwf/html/north_korea_pictures_of_concentration_camps.
html
Erstellt am: 13.Jun.2003  - Auflösung: 400 x 256

Exekution von Gefangenen
03. Öffentliche Hinrichtung eines Gefangenen im Konzentrationslager -
http://nkhumanrights.or.kr/NKHR_new/index_eng_new.htm (in photo
library)

Propagandaposter aus Nordkorea
04. Beschwörung des Feindbildes USA. Textübersetzung: „Gnadenlose
Bestrafung der amerikanischen Imperialisten" -
http://international.ucla.edu/asia/nk/nkpindex.asp

Sperrzaun Konzentrationslager
05. Absperranlagen umgeben die Konzentrationslager und verhindern die
Flucht -
http://nkhumanrights.or.kr/NKHR_new/index_eng_new.htm (in photo
library)

Postkarte Paekdusan
06. Foto des Berges Paekdusan mit Zitat von Kim Jong Il -
http://www.koryogroup.com/galleries

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