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Beiträge 1 - 31 von 66   Aktuellstes  |  < Aktuellere  |  Älter >  |  Ältestes
Beiträge: Auszug der Beiträge anzeigen   (Nach Thema sortieren) Nach Datum sortieren v  
#31 Von: nexus_community@...
Datum: Do 28. Sep 2006 9:31
Betreff: Neue Umfrage für nexus_community
nexus_community@...
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Geben Sie noch heute Ihre Stimme ab! Sehen Sie sich die neue
Umfrage für die Gruppe nexus_community an:


Kommunikationsstil

Wie wollen wir in der Nexus Community kommunizieren?



   o Du
   o Sie
   o Du/Sie also beides


Sie können Ihre Stimme auf folgender Website abgeben:

http://de.groups.yahoo.com/group/nexus_community/polls

Anmerkung: Antworten Sie bitte nicht auf diese Nachricht. Die Abstimmung
für die Umfrage erfolgt nicht über E-Mail. Wenn Sie wählen
möchten, müssen Sie die oben angeführte Yahoo! Groups-Website
besuchen.

Vielen Dank!

#30 Von: "Dr. Andreas Gutjahr" <kontakt@...>
Datum: Do 28. Sep 2006 9:28
Betreff: Identität und offene Kommunikation
a.gutjahr
Offline Offline
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Liebe Nexus Community-Mitglieder,

viele von Euch haben eine Mailadresse, die Euren Namen enthält, da
weiss man, mit wem man kommuniziert. Die anderen Mitglieder bitte ich,
entweder eine Mailadresse zu verwenden, die den Namen erkennen lässt
oder die entsprechenden Angaben im Yahoo-Profil zu hinterlegen.

Herzlichen Dank für Dein/Ihr Verständnis!

Ich wünsche Dir und uns einen fruchtbaren Gedankenaustausch!


Andreas Gutjahr
(Moderator)

#29 Von: nexus_community@...
Datum: Fr 15. Sep 2006 13:22
Betreff: Laden einer neuen Datei in Y! Group nexus_community
nexus_community@...
Mail senden Mail senden
 
Guten Tag!

Mit dieser E-Mail möchten wir Ihnen mitteilen, daß eine neue Datei in
das Datei-Verzeichnis von Y! Group nexus_community geladen
wurde.

   Datei:             /Principles and Practices of Presencing for Leading.pdf
   Datei geladen von: wkuepers <WendelinMerlin@...>
   Beschreibung:      Principles and Practices of Presencing for Leading 
Profound Change

Sie können mit folgender URL auf diese Datei zugreifen:

http://de.groups.yahoo.com/group/nexus_community/files/Principles%20and%20Practi\
ces%20of%20Presencing%20for%20Leading.pdf

Mehr Infos zur gemeinsamen Nutzung von Dateien innerhalb Ihrer Y!
Group finden Sie unter:

http://help.yahoo.com/help/de/groups/files

Mit freundlichen Grüßen

wkuepers <WendelinMerlin@...>
Die Nutzung von Yahoo! Groups ist Gegenstand der
http://de.docs.yahoo.com/info/utos.html

#28 Von: Wendelin Küpers <WendelinMerlin@...>
Datum: Fr 15. Sep 2006 13:06
Betreff: Nichts ist praktischer als einge gute Theorie
wkuepers
Offline Offline
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"Nichts ist praktischer als einge gute Theorie" (Lewin)


Liebe Nexus-Community-Leser!

Im Folgenden möchte ich hier einige Anmerkungen zum Theorie
Praxis-Verhältnis des integralen Modells einbringen.

Neben wissenschaftstheoretischen Wert (i. S. meta- und multi-
paradigmatischer Bedeutung) bietet die integrale Theorie als Methode
(i.S. meta ton hodon = "einen Weg folgen") einen Beitrag zur Trans-
Formation von Praxis.

Integrale Theorie ist daher eine Art "Praxis-Theorie". Einerseits ist
sie eine Theorie der Praxis (darin selbst eine Form von schauender
"Praxis").
Als theoretische Orientierungspraxis ist sie eine generierende
Tätigkeit i. S. einer wissenschaftlichen Theorie. Dazu muss sie
idealen Regulativen der formalen Logik (Evidenz, Folgerichtigkeit,
Widerspruchsfreiheit etc.) folgen.

In diesem Sinn ist es wissenschaftliches Modell, d. h. auf eine
anschauliche, selektive Repräsentation bzw. fokussierte Verdeutlichung
zentraler Zusammenhänge von Referenzobjekten bezogen. Als Theorien
systematisierte es die modellierten Erkenntnisgegenstände um,
Annäherungen an die Sachverhalte zu erreichen. Dabei ist es sowohl
Beschreibungs- und Erklärungs- wie auch Gestaltungsmodell bzw. -
theorie. Denn das integrale Denken strebt auf eine "Anwendung", auf
konkrete lebensweltliche Bereiche (z. B. Organisation mit ihren
Mitgliedern, als intentionale und handelnde
Einzelne, als lebensweltliche sozio-kulturelle Gemeinschaft sowie als
funktionaler Systemzusammenhang).

Aus der theoretisch-konzeptionellen und kritischen Rekonstruktion von
Bestimmungsgründen vermag sie in der "Praxis" enthaltenen
Voraussetzungen, Sinngebungen, Handlungsmöglichkeiten und Konflikte
hinzuweisen. Sei dies um sie aufklärerisch aufzuzeigen, sie zu
problematisieren oder sei es um andere (alter-native) Möglichkeiten
ins Bewusstsein zu heben und die gegebenen Zustände zu verändern.

Eine solche Orientierung richtet sich über die feststellende
Beschreibung dessen, wie etwas ist, darauf aus, wohin das in der
Praxis intentional, kollektiv und strukturell konkret gerichtet ist
oder sich auszurichten sucht (aber ohne einer metaphysischen
Teleologie zu folgen).

Damit geht es auch um eine ko-evolutive, kon-kreative und responsive
Beziehung zu den Realphänomenen selbst bzw. dessen Entfaltungs- und
Transformationspotenziale. Damit kann es zur Entwicklung und Korrektur
von Begriffen aus der Erfahrung und entsprechenden
(transformationalen)Wirklichkeits-, Möglichkeits- und
Gestaltungsweisen kommen.
Eine solche "Praxis" selber bringt sich hervor und ist nicht bloße
Umsetzung theoretischer Entwürfe, sondern Wegbahnung für alles, was
dann noch darauf getan, entworfen, gedacht, usw. werden kann.

Praktisch bzw. praxisbezogen ist ein solcher Ansatz gerade dadurch,
dass er sich auf dem nach-denkenden und -schauenden Weg begibt, für
den alles Faktische schon "Theorie" ist (und für den mit Goethe die
Phänomene selbst die Lehre sind) und Anwendungen und
Interpretationsangeboten i. S. von praxisrelevanten
Orientierungswissen anzubieten versucht.

Eine so verstandene Phänopraxis gewinnt einen konkreten
Anwendungsbezug in der aktualisierenden Erschliessung eines
innovativen Potenzials durch die Entwicklung eines kritischen
Wirklichkeitssinns, utopischen Möglichkeitssinn und praktischen
Gestaltungssinn für die Lebenswelten und Alltagspraxis z. B.
von Organisationen.
("Praxis" meint hier ein Zustands- und Tätigkeitsprozess, in dem sich
intentionale Dispositionen und Handlungen bzw. Verhaltensweisen von
Einzelnen und Gemeinschaften in einem strukturellen Systemzusammenhang
holonistisch verorten bzw. verwirklichen.)

Das komplexe Verhältnis einer Integration von Theorie und Praxis aus
integraler Sicht wäre ausführlich zu diskutieren.....

Im Weiteren nur noch einige Punkte, die den Wert einer integralen
Orientierung für mich zeigen.
Ein integrales Modell ist hilfreich, weil damit:

die relativen Bedeutungen des Subjektiven, Intersubjektiven und
Objektiven

die bisher in disparaten 'Sprachspielen' und reduktionistischen
Orientierungen verkürzt gesehen wurden, in einen zusammenhängenden
Deutungszusammenhang systematisch berücksichtigt werden;

die begrenzte Auffassung herkömmlicher Ansätze und deren Mangel an
integralem Entwicklungs- und Transformationsverständnis überwunden und
ein erweitertes und zugleich vertieftes Verständnis von
lebensweltlichen Prozessen z. B. von Organisationen gewonnen werden
kann;

ebenenspezifische Pathologien erkannt und eine integrale "Gesundheit"
des Einzelnen, der Gemeinschaft wie des Organisationssystem auf
horizontaler und vertikaler sowie inter-relationaler Weise als
notwendig erkannt und lebensweltlich konkret entwickelt bzw. eine
(spirituelle) Transformationspraxis zu dessen Verwirklichung
aufgezeigt werden kann

Perspektiven einer nachhaltige Integration von spezifischen
Ansatzpunkten für innovative Gestaltungsprozesse z. b. in
Organisationen und ihren Mitgliedern gewonnen und damit konkrete
Möglichkeiten neuer Beziehungs- und Organisationsformen einer
integralen Praxis aufgezeigt werden können; und

gegenwarts- und zukunftsrelevantes Orientierungswissen und
konstruktive Kritik- bzw. Urteilskompetenzen für Forscher und
Praktiker entwickelt werden.

Der besondere praktische Wert eines integralen Zugangs liegt m. E.
gerade darin. Das damit ein größeres Verständnis der komplexen
Wirklichkeit auch von Organisations- und Führungszusammenhängen
gewonnen werden.

Wie mit einem "Forschungsscheinwerfer" werden Linsen mehrfach aus
unterschiedlichen Blickrichtungen auf das Organisations- und
Führungsgeschehen ausgerichtet und deren Objekte und Phänomen
ganzheitlich, flächig und räumlich und damit mehrdimensional
ausgeleuchtet. Dabei sollten bzw. können "Schattenflächen" i. S. von
Leerstellen tendenziell minimiert werden. Neben einer fundierten und
systematischen Kritik werden ebenenspezifische Probleme und
Pathologien sowie die Bedeutung einer integrale "Gesundheit" des
Einzelnen, der Gemeinschaft wie des Organisationssystems erkennbar.

Pragmatisch unterstützt ein solches Vorgehen die Erforschung
pluralistischer und auch paradoxer Zusammenhänge und Spannungen der
untersuchen Phänomene. Damit wird ein solcher Zugang der Vielfalt,
Komplexitäten und Paradoxien sowie Mehrdeutigkeiten gerade auch von
Organisationen und deren Führungspraxis eher gerecht.

Praxeologisch stellt die integrale Methodik auch eine praktische
Heuristik dar. Mit Heuristiken (heurísko = ich finde") sind ja
Strategien (Faustregeln) gemeint, die das Finden von Lösungen zu
Problemen ermöglichen.

Die mit dem Modell und anderen Modellen, Konzepte und Ansätzen
gewonnenen Erkenntnisse "der Wirklichkeit" und auch die
Gestaltungsbezüge bleiben dabei ein aspekthafter und unabschließbarer
Prozeß. Als ein kategoriales Schema, versteht sich das integrale
Modell als vorläufiges, kritisierbares Konstrukt und
arbeitshypothetischer Ordnungszusammenhang. Als solchermaßen
prozesshaft veränderbar verfasst und ohne den Anspruch einer
metaphysischen Letztbegründung, ist es offen für Korrekturen und
Ergänzungen, Kombinationsmöglichkeiten sowie andere
einzelwissenschaftliche oder integrale Ansätze oder Modelle. Als
Strukturierungshilfe beschreibt es einen Strukturzusammenhang, welcher
selbst als Prozess durch eine fortschreitende Komplexität und
Differenzierung verstanden wird.

Es stellt daher kein geschlossenes System dar, das Inhalte oder
Aussagen mit zeitlosen Prinzipien oder Ideen begründet, sondern es
nimmt die Gestalt eines offenen Struktur- und Ordnungszusammenhangs
an, welcher durch Erfahrungen und Erkenntnisse modifiziert und durch
die Integration neuer Aspekte weiterführend differenzierter und
umfassender entwickelt werden kann. Mit seiner inklusiven Ausrichtung
und Offenheit kann es so auch Neues erkennen, für das es noch keine
Methode oder Begriffe gibt. Dennoch sind mögliche Modifikationen und
Integrationen kein unverbindlicher Wechsel von Deutungsmustern, die in
einen Relativismus führen würden. Das Modell versucht vielmehr
verbindliche und zugleich praktische Interpretations- und
Orientierungsangebote insbesondere für die Gestaltung von Lebenswelten
in Organisationen zu bieten.

Was für die Weiterentwicklung des integralen Rahmen dringend ansteht
ist neben einer theoretischen Weiterentwicklung v.a. auch eine
Operationalisierung, Instrumentalisierung und Evaluierung sowie
empirische Überprüfung um den konkreten Umgang mit dem Modell zu
erproben. (Ein entsprechendes Vorgehen ist im Rahmen der "European
Integral Academy" geplant und Beteiligungen  daran sehr willkommen!)

mit besten Grüssen

Wendelin

#26 Von: "Dr. Andreas Gutjahr" <kontakt@...>
Datum: Do 14. Sep 2006 19:06
Betreff: RE: Diskurs Scharmer, Wilber Integrale Unternehmensentwicklung
a.gutjahr
Offline Offline
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Lieber Andreas,
liebe Freunde,

Du sprichst mir aus dem Herzen!

Ich befürworte ebenfalls den Diskurs mit der Erweiterung um das "was -
wofür?".

Für mich kann der intellektuelle Diskurs bei einem Glas Rotwein am Kamin
o.ä. ein wunderbares Erlebnis sein und mich in meinem Bemühen um das
Verstehen des großen Ganzen beflügeln, ja sogar "euphorisieren". Doch dann
am nächsten Tag, wenn die Lösungen akuter Probleme anstehen und ich mit
konkreten Fragen von Managern konfrontiert bin, die klar nach konkreten
Wegen, nach "Operationalisierbarkeit" und ganz "orange" nach Aufwand und
Nutzen bewerten, dann merke ich, dass ich selbst nur mit eigenen Erfahrungen
aus der Anwendung vor dieser "Praxisprüfung" bestehen kann. Daher
interessiert mich aktuell die Prüfung der Anwendbarkeit von Theorie "X" für
einen Kontext "Y" am stärksten. Beides ist mir wichtig. Um dazu einen
Beitrag zu leisten, werde ich mir zukünftig mehr Zeit für die Beschreibung
von Erfahrungen mit den hier diskutierten Modellen nehmen und sie hier im
Forum und bei zukünftigen Treffen gerne teilen. Ich würde mich freuen, dann
auch von Euren Erfahrungen zu hören.

mit herzlichen Grüßen

Andreas (Gutjahr)



   _____

From: nexus_community@... [mailto:nexus_community@...]
On Behalf Of Andreas Schröder
Sent: Tuesday, September 12, 2006 9:21 AM
To: nexus_community@...
Subject: [nexus_community] Diskurs Scharmer, Wilber Integrale
Unternehmensentwicklung


Liebe Freunde,



die Diskussion ist echt spannend und hat mir viele interessante neue
Anregungen gegeben und Perspektiven eröffnet. Aber die
Grundsatzfrage: Was ist integral, eine integrale Methode etc. ist
für mich irgendwie noch offen. Und daher bin ich mal einen Schritt
zurückgetreten und habe gefragt: Warum will ich das eigentlich
wissen? Vielleicht ist das für Einige ja völlig klar, hat aber für
den einen oder anderen von Euch auch interessante Aspekte. Wie auch
immer, ich beziehe das jetzt einfach nur auf mich, da muss ich im
Bezug auf jeden Einzelnen von Euch keine Unterstellungen machen.



1.      Ich will häufig etwas wissen, um mich dann nicht weiter
damit zu beschäftigen, Kategorienschublade auf, File auf meinem
Rechner im richtigen Ordner gespeichert, Schublade zu, nächstes
Thema.

2.      Ich will oft etwas wissen, um mich sicher zu fühlen. Aha, es
passt in eine meiner Kategorien, ich kann es zumindest grundsätzlich
intellektuell erfassen, die Welt ist weiterhin beherrschbar und
nicht bedrohlich. Meine Identität als rationaler,
vernunftorientierter, intellektueller Mensch ist nicht gefährdet.

3.      Ich bin einfach neugierig (stimmt meist so gar nicht, red
ich mir aber gerne selber ein), wissbegierig, eine Forschernatur,
ich will Wissen um des Wissens willen, ich liebe Wissen aus
Besitzerstolz wie ein Briefmarkensammler seine Marken. (Die Coaches
und Psychologen unter Euch könnten diese Liste sicher ergänzen)



4.      Ich will das Wissen zu etwas nutzen, anwenden, etwas damit
bewegen, erreichen, …



Ja, oft steckt bei mir 1.-3. hinter dem Wissensdurst, aber für
unsere Frage nach einer integralen Methode möchte ich mich jetzt
ganz auf 4. konzentrieren. Und da steckt meine Frage an alle:



Wie wäre es, wenn wir im Diskurs etwas stärker das Wozu, die
Anwendung von integralen und anderen Modellen betonen?



Wir könnten fragen: Ist Presencing ein gutes Modell für …? Wäre es
als wirklich integrales Modell noch besser für …? Oder ganz
provokativ: Ist das Integrale Modell gut oder ist es gut für dieses
und jenes?

In Wilber`s Integral Spirituality habe ich dazu folgende Hinweise
gefunden (Zitate kursiv):



A simple familiarity with the 5 elements in the Integral Model will
help you orient

yourself more easily and fully in this exciting journey of discovery
and awakening.



Oder etwas grundsätzlicher: Ja, ich habe Wilber`s Suche nach dem
kompletten, wirklich umfassenden, guten Modell immer sehr stark vor
dem Hintergrund persönlicher Entwicklungen gesehen. Schon seit
seinem ersten Buch betont Ken, dass die menschliche Entwicklung eine
Richtung hat. Und diese Entwicklung als Ganzes und für jeden von uns
unterstützt das integrale Modell. Für diesen Zweck ist es ein gutes
Modell.



Und jetzt kommt eine beliebte menschliche Schwäche: Ich habe etwas,
das ist gut für etwas und ich mag es deswegen sehr, bin stolz darauf
und denke sofort, es muss gut für alles sein. Das ist mir persönlich
mit vielem passiert, mit rationalem, logischem Denken, mit Methoden
der Konzeptentwicklung, mit Computern, mit Kommunikation, mit
Aufstellung, mit dem integralen Modell, … Wie hat mal jemand so nett
formuliert: „Für einen kleinen Jungen mit seinem neuen
Spielzeughammer ist die ganze Wohnung voller Nägel zum hämmern."



Nowhere is the Integral Model more immediately applicable than in
medicine, and it is

being increasingly adopted by health care practitioners around the
world.



Applications of the Integral Model have recently exploded in
business, because the

applications are so immediate and obvious.



AQAL is a theoretical approach to reality, which we might symbolize
as AQAL-IT, for

"AQAL Integral Theoria." But what about the practical approach, the
actual practice of an

integral approach? What about an AQAL-IP, for "AQAL Integral
Praxis"? Or, we might say,

what about an Integral Life Practice (ILP), where I could actually
exercise, in my life, all the

aspects of the Integral model, since those are, in fact, aspects or
dimensions of my own being-inthe-

world? How could I practice a full me?



Bis jetzt kann man aufgrund dieser Zitate Wilber aber nicht
vorwerfen, das integrale Modell grundsätzlich als das beste Modell,
oder als das Modell für alles zu verkaufen. Er sagt eigentlich
nur: „Leute ich habe hier was Tolles. Es hat sich schon für dies und
das bewährt. Schaut, wenn ihr mögt, ob es sich auch für was anderes
bewähren kann." Und in Richtung Don Beck kritisiert er die
Fragwürdigkeit davon, dass ein Modell das einzig korrekte Modell
sein muss.



At the same time, and from the start, SD has not incorporated a
single criticism, from me or anybody else that I can tell,

largely, in my opinion, because it is not possible to have an
academic discussion with individuals whose

economic livelihood depends upon one model being the only correct
model.



Ich kommentiere hier keine Wilber´schen Beiträge in Blogs etc. da
stecke ich zu wenig drin. Aber in Integral Spirituality und nach
meinem Verständnis auch in seinen anderen Büchern positioniert er
das integrale Modell als gut für etwas aber nicht als gut für alles.
Damit ist eine integrale Methode vielleicht gut für dies und weniger
gut für etwas anderes. Ja, AQAL und IOS ist eine tolle Landkarte zur
Orientierung bei meiner persönlichen Entwicklungsreise, aber wenn
ich mit dem Wagen von Düsseldorf nach Berlin fahre, benutze ich
besser eine andere Landkarte.



Zurück zu Scharmer: „Ist Presencing ein integrales Modell?" reicht
mir als Frage nicht mehr. Presencing soll laut Scharmer in der
Einführung zum Buch Theorie U eine Technologie oder Methode
bereitstellen, tiefere Schichten des Lernens und der Veränderung zu
ergreifen.



Weil uns ein entscheidender Teil fehlt, eine soziale Technologie:
eine kollektive

Führungstechnologie, die es uns ermöglicht, die tieferen Schichten
des Lernens

und der Veränderung wirklich zu ergreifen.



Und es ist, was ich beurteilen kann, ein gutes Modell für diesen
Zweck. Wäre es als explizit integrales Modell, also unter
systematischer Einbeziehung aller Quadranten, Ebenen, Linien, States
und Stages ein noch besseres Modell für diesen Zweck? Das könnte gut
sein und ist für mich die eigentlich spannende Frage.



Aber Scharmer geht weiter, er will mit der Theorie U auch eine
soziale Grammatik der Emergenz entwerfen, die den blinden Fleck
ausleuchtet.



Mit diesem Buch möchte ich zwei Ziele erreichen: Erstens, eine
soziale Grammatik

der Emergenz zu entwerfen, die den blinden Fleck ausleuchtet
(Theorie U) und

zweitens, eine soziale Technologie der Freiheit zu skizzieren, die
diesen Ansatz

praktisch macht (durch die Prinzipien und Praktiken des Presencing).



Und da bekomme ich dann langsam Probleme. Eine Grammatik sollte
nicht nur eine praktikable Methode aufzeigen, die für einen
bestimmten Zweck in bestimmten Situationen funktioniert und gut ist.
Eine Grammatik der Emergenz stellt an sich selbst den Anspruch der
Vollständigkeit, sollte alle Formen, Arten und Wege abdecken, in der
Neues entsteht (wenn ich Emergenz mal so vereinfachen darf). Und da
setzt die Kritik aus meiner Sicht zu Recht an. Welcher blinde Fleck,
ein blinder Fleck, mehrere? Wenn Theorie U jetzt die neue Grammatik
ist, warum wurde nicht entweder das integrale Modell integriert und
um die ggf. fehlenden Komponenten ergänzt. Oder warum wurde nicht
gesagt, was am integralen Modell ungeeignet ist für das Thema
Emergenz.



Aber am meisten frage ich mich: Wozu brauche ich denn eine Grammatik
der Emergenz, die dann durch eine soziale Technologie der Freiheit
praktisch gemacht wird? Ich habe die Befürchtung, dass hier ohne
Bedarf eine absolute Anwendbarkeit des Modells Theorie U geschaffen
wird, die vielleicht niemand braucht. Mir hätte es völlig gereicht,
wenn Presencing eine gute, praktikable Methode ist, die beim Lernen,
Verändern und Kreieren von Neuem die Einbeziehung tieferer Schichten
ermöglicht. Irgendwann gibt es immer etwas Besseres aber bis dahin
wäre es ein gutes Modell für diese Zwecke, in manchen Fällen auch
problemlos um AQAL Elemente explizit erweiterbar.



Und vielleicht können wir auch in unseren Diskussionen häufiger
formulieren: „Dieses und jenes ist ein gutes Modell für …" „Und wenn
es noch diesen und jenen Aspekt des integralen Modells
berücksichtigen, einbeziehen oder ergänzen würde, wäre es ein noch
besseres Modell für …" „Das integrale Modell ist ein gutes oder gar
das momentan beste Modell für …"



Um den Kreis zu schließen: Formulieren wir nicht zumindest hin und
wieder Aussagen wie: „Das ist nicht integral!" aus Gründen, die eher
zu meinen Motiven 1. – 3. von oben passen. Wissen wir immer, warum
wir Methoden und Landkarten überhaupt als integral oder nicht
integral zu kategorisieren versuchen? Würde das
Problem „Modellabsolutismus" vielleicht in sich zusammenbrechen,
wenn wir es immer mit „für" formulieren würden? „Das integrale
Modell ist ein Modell für alles!" klingt komisch, oder? Ken`s Buch
heißt auch nicht: „A Theory for Everything" und AQAL ist nicht gut
für Alles, Alle und jede Situation. Für die Autofahrt nach Berlin
nehme ich immer noch …Ihr wisst schon.



Habe ich hier einen blinden Fleck oder was meint Ihr?



Liebe Grüße an Euch alle



Andreas



Andreas Schröder

Lichtstrasse 15

40235 Düsseldorf

andreas.schroeder@...








[Die Teile dieser Nachricht, die nicht aus Text bestanden, wurden entfernt]

#25 Von: Andreas Schröder <andreas.schroeder@...>
Datum: Die 12. Sep 2006 7:21
Betreff: Diskurs Scharmer, Wilber Integrale Unternehmensentwicklung
andreas_joha...
Offline Offline
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Liebe Freunde,



die Diskussion ist echt spannend und hat mir viele interessante neue
Anregungen gegeben und Perspektiven eröffnet. Aber die
Grundsatzfrage: Was ist integral, eine integrale Methode etc. ist
für mich irgendwie noch offen. Und daher bin ich mal einen Schritt
zurückgetreten und habe gefragt: Warum will ich das eigentlich
wissen? Vielleicht ist das für Einige ja völlig klar, hat aber für
den einen oder anderen von Euch auch interessante Aspekte. Wie auch
immer, ich beziehe das jetzt einfach nur auf mich, da muss ich im
Bezug auf jeden Einzelnen von Euch keine Unterstellungen machen.



1.      Ich will häufig etwas wissen, um mich dann nicht weiter
damit zu beschäftigen, Kategorienschublade auf, File auf meinem
Rechner im richtigen Ordner gespeichert, Schublade zu, nächstes
Thema.

2.      Ich will oft etwas wissen, um mich sicher zu fühlen. Aha, es
passt in eine meiner Kategorien, ich kann es zumindest grundsätzlich
intellektuell erfassen, die Welt ist weiterhin beherrschbar und
nicht bedrohlich. Meine Identität als rationaler,
vernunftorientierter, intellektueller Mensch ist nicht gefährdet.

3.      Ich bin einfach neugierig (stimmt meist so gar nicht, red
ich mir aber gerne selber ein), wissbegierig, eine Forschernatur,
ich will Wissen um des Wissens willen, ich liebe Wissen aus
Besitzerstolz wie ein Briefmarkensammler seine Marken. (Die Coaches
und Psychologen unter Euch könnten diese Liste sicher ergänzen)



4.      Ich will das Wissen zu etwas nutzen, anwenden, etwas damit
bewegen, erreichen, …



Ja, oft steckt bei mir 1.-3. hinter dem Wissensdurst, aber für
unsere Frage nach einer integralen Methode möchte ich mich jetzt
ganz auf 4. konzentrieren. Und da steckt meine Frage an alle:



Wie wäre es, wenn wir im Diskurs etwas stärker das Wozu, die
Anwendung von integralen und anderen Modellen betonen?



Wir könnten fragen: Ist Presencing ein gutes Modell für …? Wäre es
als wirklich integrales Modell noch besser für …? Oder ganz
provokativ: Ist das Integrale Modell gut oder ist es gut für dieses
und jenes?

In Wilber`s Integral Spirituality habe ich dazu folgende Hinweise
gefunden (Zitate kursiv):



A simple familiarity with the 5 elements in the Integral Model will
help you orient

yourself more easily and fully in this exciting journey of discovery
and awakening.



Oder etwas grundsätzlicher: Ja, ich habe Wilber`s Suche nach dem
kompletten, wirklich umfassenden, guten Modell immer sehr stark vor
dem Hintergrund persönlicher Entwicklungen gesehen. Schon seit
seinem ersten Buch betont Ken, dass die menschliche Entwicklung eine
Richtung hat. Und diese Entwicklung als Ganzes und für jeden von uns
unterstützt das integrale Modell. Für diesen Zweck ist es ein gutes
Modell.



Und jetzt kommt eine beliebte menschliche Schwäche: Ich habe etwas,
das ist gut für etwas und ich mag es deswegen sehr, bin stolz darauf
und denke sofort, es muss gut für alles sein. Das ist mir persönlich
mit vielem passiert, mit rationalem, logischem Denken, mit Methoden
der Konzeptentwicklung, mit Computern, mit Kommunikation, mit
Aufstellung, mit dem integralen Modell, … Wie hat mal jemand so nett
formuliert: „Für einen kleinen Jungen mit seinem neuen
Spielzeughammer ist die ganze Wohnung voller Nägel zum hämmern."



Nowhere is the Integral Model more immediately applicable than in
medicine, and it is

being increasingly adopted by health care practitioners around the
world.



Applications of the Integral Model have recently exploded in
business, because the

applications are so immediate and obvious.



AQAL is a theoretical approach to reality, which we might symbolize
as AQAL-IT, for

"AQAL Integral Theoria." But what about the practical approach, the
actual practice of an

integral approach? What about an AQAL-IP, for "AQAL Integral
Praxis"? Or, we might say,

what about an Integral Life Practice (ILP), where I could actually
exercise, in my life, all the

aspects of the Integral model, since those are, in fact, aspects or
dimensions of my own being-inthe-

world? How could I practice a full me?



Bis jetzt kann man aufgrund dieser Zitate Wilber aber nicht
vorwerfen, das integrale Modell grundsätzlich als das beste Modell,
oder als das Modell für alles zu verkaufen. Er sagt eigentlich
nur: „Leute ich habe hier was Tolles. Es hat sich schon für dies und
das bewährt. Schaut, wenn ihr mögt, ob es sich auch für was anderes
bewähren kann." Und in Richtung Don Beck kritisiert er die
Fragwürdigkeit davon, dass ein Modell das einzig korrekte Modell
sein muss.



At the same time, and from the start, SD has not incorporated a
single criticism, from me or anybody else that I can tell,

largely, in my opinion, because it is not possible to have an
academic discussion with individuals whose

economic livelihood depends upon one model being the only correct
model.



Ich kommentiere hier keine Wilber´schen Beiträge in Blogs etc. da
stecke ich zu wenig drin. Aber in Integral Spirituality und nach
meinem Verständnis auch in seinen anderen Büchern positioniert er
das integrale Modell als gut für etwas aber nicht als gut für alles.
Damit ist eine integrale Methode vielleicht gut für dies und weniger
gut für etwas anderes. Ja, AQAL und IOS ist eine tolle Landkarte zur
Orientierung bei meiner persönlichen Entwicklungsreise, aber wenn
ich mit dem Wagen von Düsseldorf nach Berlin fahre, benutze ich
besser eine andere Landkarte.



Zurück zu Scharmer: „Ist Presencing ein integrales Modell?" reicht
mir als Frage nicht mehr. Presencing soll laut Scharmer in der
Einführung zum Buch Theorie U eine Technologie oder Methode
bereitstellen, tiefere Schichten des Lernens und der Veränderung zu
ergreifen.



Weil uns ein entscheidender Teil fehlt, eine soziale Technologie:
eine kollektive

Führungstechnologie, die es uns ermöglicht, die tieferen Schichten
des Lernens

und der Veränderung wirklich zu ergreifen.



Und es ist, was ich beurteilen kann, ein gutes Modell für diesen
Zweck. Wäre es als explizit integrales Modell, also unter
systematischer Einbeziehung aller Quadranten, Ebenen, Linien, States
und Stages ein noch besseres Modell für diesen Zweck? Das könnte gut
sein und ist für mich die eigentlich spannende Frage.



Aber Scharmer geht weiter, er will mit der Theorie U auch eine
soziale Grammatik der Emergenz entwerfen, die den blinden Fleck
ausleuchtet.



Mit diesem Buch möchte ich zwei Ziele erreichen: Erstens, eine
soziale Grammatik

der Emergenz zu entwerfen, die den blinden Fleck ausleuchtet
(Theorie U) und

zweitens, eine soziale Technologie der Freiheit zu skizzieren, die
diesen Ansatz

praktisch macht (durch die Prinzipien und Praktiken des Presencing).



Und da bekomme ich dann langsam Probleme. Eine Grammatik sollte
nicht nur eine praktikable Methode aufzeigen, die für einen
bestimmten Zweck in bestimmten Situationen funktioniert und gut ist.
Eine Grammatik der Emergenz stellt an sich selbst den Anspruch der
Vollständigkeit, sollte alle Formen, Arten und Wege abdecken, in der
Neues entsteht (wenn ich Emergenz mal so vereinfachen darf). Und da
setzt die Kritik aus meiner Sicht zu Recht an. Welcher blinde Fleck,
ein blinder Fleck, mehrere? Wenn Theorie U jetzt die neue Grammatik
ist, warum wurde nicht entweder das integrale Modell integriert und
um die ggf. fehlenden Komponenten ergänzt. Oder warum wurde nicht
gesagt, was am integralen Modell ungeeignet ist für das Thema
Emergenz.



Aber am meisten frage ich mich: Wozu brauche ich denn eine Grammatik
der Emergenz, die dann durch eine soziale Technologie der Freiheit
praktisch gemacht wird? Ich habe die Befürchtung, dass hier ohne
Bedarf eine absolute Anwendbarkeit des Modells Theorie U geschaffen
wird, die vielleicht niemand braucht. Mir hätte es völlig gereicht,
wenn Presencing eine gute, praktikable Methode ist, die beim Lernen,
Verändern und Kreieren von Neuem die Einbeziehung tieferer Schichten
ermöglicht. Irgendwann gibt es immer etwas Besseres aber bis dahin
wäre es ein gutes Modell für diese Zwecke, in manchen Fällen auch
problemlos um AQAL Elemente explizit erweiterbar.



Und vielleicht können wir auch in unseren Diskussionen häufiger
formulieren: „Dieses und jenes ist ein gutes Modell für …" „Und wenn
es noch diesen und jenen Aspekt des integralen Modells
berücksichtigen, einbeziehen oder ergänzen würde, wäre es ein noch
besseres Modell für …" „Das integrale Modell ist ein gutes oder gar
das momentan beste Modell für …"



Um den Kreis zu schließen: Formulieren wir nicht zumindest hin und
wieder Aussagen wie: „Das ist nicht integral!" aus Gründen, die eher
zu meinen Motiven 1. – 3. von oben passen. Wissen wir immer, warum
wir Methoden und Landkarten überhaupt als integral oder nicht
integral zu kategorisieren versuchen? Würde das
Problem „Modellabsolutismus" vielleicht in sich zusammenbrechen,
wenn wir es immer mit „für" formulieren würden? „Das integrale
Modell ist ein Modell für alles!" klingt komisch, oder? Ken`s Buch
heißt auch nicht: „A Theory for Everything" und AQAL ist nicht gut
für Alles, Alle und jede Situation. Für die Autofahrt nach Berlin
nehme ich immer noch …Ihr wisst schon.



Habe ich hier einen blinden Fleck oder was meint Ihr?



Liebe Grüße an Euch alle



Andreas



Andreas Schröder

Lichtstrasse 15

40235 Düsseldorf

andreas.schroeder@...

#24 Von: Dirk Pueschel <dirk@...>
Datum: Son 10. Sep 2006 23:24
Betreff: Michael Habecker 9.9.06 zu Scharmer et.al.:
dirkpue
Offline Offline
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Lieber Dirk und alle,

vielen Dank für deine Erläuterungen.

herzliche Grüsse

Michael



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#23 Von: Dirk Pueschel <dirk@...>
Datum: Son 10. Sep 2006 23:21
Betreff: Michael Habecker 8.9.06 zu Scharmer et.al.:
dirkpue
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Lieber Dirk und alle,

du schreibst,

> Ich betrachte die Tendenz zum Modellabsolutismus ebenfalls mit grosser
Skepsis. Wenn jedwede von Wilbers Darlegungen als "die" Wahrheit gelten
soll, an die sich alle anderen Autoren mindestens halten muessen, um
überhaupt akzeptabel zu sein, dann haben wir ein grosses,
selbstgemachtes Problem.

Interessant wäre es (zumindest für mich), wenn du konkrete Text- bzw.
Zitatbeispiele hättest (vielleicht sogar aus dieser Diskussion), wo
Leute das tun ("Modellabsolutismus"). (Wilber selbst sagt dazu, dass
sein integraler Ansatz nur einer von vielen möglichen ist).  Ich könnte
mir dann deine Skepsis besser vorstellen, und es gäbe etwas worüber man
konkret sprechen kann.

> Das Wilber sein Modell propagiert ist seine Sache. Er ist der
Überzeugung, dass es schon sehr viel integriert. Das ist soweit auch
OK, heisst aber nicht, dass es damit als alleiniger Masstab der
Dinge werden kann. Hier gilt es sehr genau zu verstehen, welche
Aspekte seines Modells sehr fundiert sind und welche im Fluss sind
oder es sein sollten oder werden. Das ist ein bekanntes Phaenomen jeder
Theoriebildung.

Ja. Man folgt der Evidenz.

...

> Für eine alternative Interpretation habe ich eine persönliche
Erfahrungsgrundlage. Ich habe ich selbst erlebt, wie innerhalb eines
spirituellen Trainings sich die Wahrnehmung der Welt über viele Jahre
kontinuierlich und dauerhaft verändert und sich dabei grade
die gewohnte Interpretation der Dinge wandelt. Diese Entwicklung
sehe ich bei verschiedenen Leuten durchaus deutlich über die Ebene des
Kentaur hinaus gehen.

"Kontinuierliche Zustandsänderungen können die Strukturentwicklung
beschleunigen" wäre das Erklärungsangebot der integralen Theorie dafür.

> Nun was sagt das? Das Erleben dabei ist so, dass die von Wilber
so genannten Zustandsstufen nicht einfach nur eine *andere* Dimension
quer zu den Strukturstufen sind. Die kombinieren sich nicht einfach
beliebig, wie es die Wilber-Combs Matrix suggeriert (die im
übrigen ja gar nicht neu ist).

So ganz beliebig ist diese Kombination m. E. nicht.
Wenn es 1. eine Zeit gab, wo die magischen Bewusstseinsstruktur die am
weitesten entwickelte war, und wenn 2. die Menschen die damals gelebt
haben Zugang zu den Hauptzustandsbereichen hatten (Wachen, Träumen und
Tiefschlaf), und wenn 3. einige dieser Menschen sich mehr und mehr
dieser Hauptzustandsbereiche bewusst geworden sind (Erweiterung des
Wachzustandes, Ausdehnung dieser Wachheit auf den Traumzustand und den
traumlosen Tiefschlaf  usw. - z. B. der historische Schamanismus), dann
hätten wir die untere Reihe des W-C Rasters.

Ersetzen wir nun in dem oberen Anschnitt das Wort "magisch" durch das
Wort "mythisch", dann erhalten wir die nächsthöhere Reihe dieses
Rasters, usw.

> Auch die Entwicklungslinien von Wilber kombinieren sich nicht
beliebig.

Wer sagt, dass sie sich beliebig kombinieren? Was ich von Wilber dazu
kenne ist, dass dies (der Zusammenhang der Linien) ein noch ziemlich
unerforschtes Gebiet ist., gerade was die wechselseitige
(un)abhängigkeit voneinnader betrifft.

> Wilber selbst weist darauf hin, dass diese Linien die kognitive
Linie voraus setzen. Das aber heisst, dass die kognitive Kapazität
grundlegend fuer die anderen Linien sind und diese mithin nicht
daneben stehen, sondern darin eingebettet sind.

Ja. Wobei ich sagen würde, dass manche Linien, um sich selbst entfalten
zu können, bestimmte Entwicklungen anderer Linien brauchen bzw.
voraussetzen.  Das erlebe ich als Gitarrenpädagoge jeden Tag. Um z. B.
etwas künstlerisch ausdrücken zu können, muss man sich intrapsychisch
entsprechend spüren, d. h. entsprechend entwickelt sein. Oder um Noten
lesen zu können, braucht es ein gewisses Mass an Abstraktionsvermögen.
Oder um einen Griff greifen zu können, muss die rechte Hand entsprechend
willentlich ansteuerbar sein.

> In ähnlicher Art und Weise koennten auch die Dinge die Wilber als
"Zustände" bezeichnet eine Kapazität des Geistes darstellen, die
Vorraussetzung fuer die kognitive Kapazität ist. Evtl. sind diese
verschiedenen
"Zustände", die ja eine unterschiedliche Tiefe haben, jeweils
entsprechend
erweiterte Einbettungen der Kognition.

Ich verstehe es so, dass die Zustandbereiche einfach vorhanden sind.
Durch die Entwicklung der Kognition werden in diesen Bereichen mehr und
mehr "Dinge" erkannt. Der Unterschied besteht darin, dass kognitive
Strukturen, wenn sie einmal erlangt wurden, auch bestehen bleiben (von
schweren Schädigungen einmal abgesehen), die Hauptzustände kommen und
gehen jedoch nach wie vor.

> Dies würde dann immer noch bedeuten, dass die konkrete Umsetzung in
Handlungen nur im Rahmen der Entwicklung der Kognition und der
anderen wilberschen Linien geschehen kann. Aber das wäre trotzdem etwas
ganz anderes ein Zustands-Add-On zu den Strukturstufen.

Inwieweit wäre das etwas anderes? Die kognitive Entwicklung hat einen
grossen Einfluss auf unser Handeln, denke ich. Aber "handeln" tun auch
Tiere und Kleinkinder, die weniger weit kognitiv entwickelt sind wie
Erwachsene.

> Was Wilber als Zustände deklariert könnten sehr wohl weiterhin
Entwicklungen sein, die aber eine *weichere* Qualität haben, als die
der Linien, die seine Strukturstufen bilden.

Genau das sagt Wilber: er spricht von Zustandsstufen, die - im
Gegensatz zu Strukturstufen - weicher und fliessender sind, und sich -
tendenziell - auch entwickeln.

> D.h. die gleichen Fakten, die Wilber in der einfachen Matrix
unterbringt könnten auch auf ganz anderen Zusammenhängen beruhen. Dies
ist etwas, was ich zu bedenken geben möchte.
Es ist mir dabei ganz unwichtig, ob und inwieweit meine
Alternativformulierung wahr ist oder nicht. Entscheidend finde ich, dass
es alternativ denkbare Modellierungen fuer die gleichen Fakten gibt, die
dann andere Interpretationen nahe legen.

Ja. Deshalb gibt es ja auch (und muss es auch geben) jede Menge
Diskussionen und Alternativen zu Wilbers Integralem Ansatz.
Und es gibt den integralen Ansatz als ein Erklärungsmodell. Und man kann
- wenn man das möchte - diesen Ansatz "ausprobieren", in dem man ihn
anwendet. Meine Frage ist: wo siehst du (oder jemand anderes, wenn
möglich anhand konkreter Beispiele), (modell)absolutistische Aussagen,
d.h. Aussagen die über das, was sie aussagen können, hinausgehen?

herzliche Grüsse

Michael


[Die Teile dieser Nachricht, die nicht aus Text bestanden, wurden entfernt]

#22 Von: Dirk Pueschel <dirk@...>
Datum: Son 10. Sep 2006 23:23
Betreff: Dirk Pueschel 8.9.06 zu Scharmer et.al.:
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Lieber Michael, @all

ich sehe inhaltlich keine wesentlichen offenen Fragen zwischen uns,
möchte aber kurz auf Deine Frage eingehen:

Michael.Habecker@... wrote:
> > Interessant wäre es (zumindest für mich), wenn du konkrete Text- bzw.
> > Zitatbeispiele hättest (vielleicht sogar aus dieser Diskussion), wo
> > Leute das tun ("Modellabsolutismus"). (Wilber selbst sagt dazu, dass
> > sein integraler Ansatz nur einer von vielen möglichen ist).  Ich könnte
> > mir dann deine Skepsis besser vorstellen, und es gäbe etwas worüber man
> > konkret sprechen kann.


Es ging doch konkret darum, ob wir uns auf einem Treffen mit
dem U-Prozess beschäftigen oder nicht.
Die wesenliche Begründung dagegen lautete:   Weil er nicht integral ist.
(wörtlich: "... machen einen Prozess wie gesagt noch nicht integral, ...)

Das Modell bestimmt plötzlich, welche Prozesse es sich lohnt zu
betrachten.
Die Selektion erfolgt aufgrund der nicht zum Modell kompatiblen
Formulierung (Die Aspekte XYZ sind nicht berücksichtigt),
und/oder der einseitigen Interpretation innerhalb des Modelles.


DAS ist Modellabsolutismus und darum ging es doch die ganze Zeit..?


Einem Modell "an sich" lässt sich nie irgend etwas vorwerfen,
denn jedes Modell ist nur eine mehr oder weniger gute
Beschreibung des erfahrbaren, wahrnehmbaren. Eine perfekte
und immer zutreffende Beschreibung kann es nicht geben und
eine gar nicht zutreffende gibt es auch sehr selten.

Es geht immer um den konkreten UMGANG mit solchen Modellen.



Das führt dann zu Aussagen wie:   X ist nicht integral.
(es wurde konkret zwischen nicht integralen und
ziemlich integralen Methoden unterschieden)

Eine solche Aussage erscheint mir per se unsinnig.

Ich möchte das an einem analogen Beispiel zur Theorie
der Quantenmechanik in der Physik illustrieren:



Vorab: Die Quantenmechanik ist derzeit DIE grundlegende Theorie der Physik
        und ALLE physikalischen Vorgänge können damit so detaillliert
        beschreiben werden wie nie zuvor.

Wenn ich nun z.B. irgend eine Methode X habe um in irgend ein Material zu
bohren,
macht es dann Sinn zu sagen:
Diese Methode sei quantenmechanisch oder sie sei nicht quantenmechanisch??


Das macht natürlich absolut keinen Sinn, denn wenn die Quantenmechanik
eine gute Theorie ist, dann kann ich das Bohren auch immer in dieser
Theorie beschreiben oder eben nicht.
Das Bohren selbst ist aber .. WAS?
Nichts von alledem.
Das Bohren ist weder quantenmechanisch noch nicht quantenmechanisch.

Und weiter:
Es kommt sehr darauf an, ob es überhaupt sinnvoll ist, die
Quantenmechanik zur Beschreibung des Bohrvorgangs einzusetzen.
In den meisten Faellen ist es das NICHT!!

In den Faellen wo aus der Quantenmechanik etwas zum
Bohrvorgang gelernt werden kann, wird man versuchen die Theorie dazu
zu nutzen und wenn gar aus der Theorie eine Methode
des Bohrens (z.B. im mikroskopischen Bereich) entwickelt wird,
die vorwiegend auf Effekten beruht, die nur durch die
Quantenmechanik beschrieben werden, dann spricht man gern
von "quanten-bohren" oder ähnlichen Wortschöpfungen.

Wenn man aber eine schon bestehende Methodik nur besser versteht,
dann bekommt sie i.A. nicht den Namen der Theorie angehängt.



Entsprechend kann eine Methodik zur Arbeit in Unternehmen
zurecht als "integrale Methode" bezeichnet werden, wenn die
Entwicklung dieser Methodik erst durch diese Theorie möglich war.
So stellt Rolf seine Form der Unternehmensaufstellung vor, was
in diesem Sinne völlig OK ist.


Dagegen aber zu sagen eine andere Methode sei "nicht integral"
ist sinnlos, weil sie --- wenn das integrale Modell wirklich gut
sein sollte --- auch mit dem integralen Modell sinnvoll betrachtbar
sein muss.

Und insbesondere als Werturteil über Methoden macht eine solche
Einschätzung überhaupt keinen Sinn. Denn welche Methode des
Bohrens (in unserem Beispiel aus der Physik) angewendet wird,
hängt nicht davon ab, ob sie erst aus der Quantenmechanik entwickelt
wurde oder nicht, sondern wird vor allem durch das erwünschte
Arbeitsergebnis beim Bohren bestimmt!



Und das ist der springende Punkt:

Wenn das zugrunde Modell und nicht das Ergebnis bestimmt was sinnvoll ist,
dann ist etwas schiefgelaufen.
Das Modell bekam in solch einem Fall einen Stellenwert über den
Gültigkeitsrahmen des
Modells hinaus und genau das ist nichts anderes als eine Überdehnung der
Bedeutung.


Dies ist in den sogenannten integralen Kreisen immer wieder zu beobachten
und auch Wilber selbst macht das ständig.
Bei Wilber *ist* plötzlich alles integral (integral-Dies und integral-Das).
Er experimentiert am I-I grade mit Formen der Unternehmenstruktur die nun
als Holocracy bezeichnet werden und als "integral" gelten.

Hier wird suggeriert, dass diese Formen aus dem integralen Modell entwickelt
wurden. So ist es aber nicht.

1.: Wird diese Methode am I-I erst seit wenigen Wochen praktiziert und wir
wissen
     noch gar nicht, ob sie sich auf Dauer bewähren wird.

2.: Wurde sie einfach umbenannt und es handelt sich um eine in Europa
entwickelte
     Methode die Sociocracy hiess und lange vor dem integralen Modell entstand.


Wie kann es sein, dass eine Methode integral ist, die es schon lange vorher gab?
Nach Rolfs Argumentation z.B. haetten wir diese Methode ohne weiteres
als "nicht integral" bezeichnen
können, weil sie gar nicht alle Aspekte aus Wilbers Modell explizit anspricht.

Aber jetzt wo sie als am I-I angewendet wird...


Ich hoffe, so wird klar, inwieweit dauernd Beurteilung erfolgen, die
auf eine unzulaessige Ausdehnung der Bedeutung des integralen Modells beruhen.
Das kann ärgerlich sein, zu Fehleinschätzungen führen und uns in
manchen Fällen völlig in die Irre führen.
Daher bin ich damit nicht zufrieden, sondern wünsche mir ausdrücklich
einen sorgfältigen Umgang mit solchen Einschätzungen.
Und wenn es darum geht, was in der Anwendung SINN macht, dann hilft die
Etikettierung integral oder nicht-integral überhaupt nichts!



Noch ein letztes Beispiel aus dem I-I falls es das braucht:

Am I-I gab es in den letzten Jahren, bevor sie nun auf die Sociocracy
verfallen sind GAR KEINE Formen der Struktur. Das Vorgehen war also
in keiner Weise von der integralen Theorie bestimmt (was nicht zwangslaeufig
gut oder schlecht ist).
Wie ich aus persönlichen Gesprächen mit den Mitarbeitern bei unserem Besuch
letztens weiss, war dies fuer die dort engagiert arbeitenden kein
schöner Zustand, einfach weil es unbefriedigend lief (egal ob
integral oder nicht).

Jetzt wird das neue Vorgehen gleich als integral VORBILDLICH angesehen, obwohl
es ein
grade mal eben am I-I begonnenes Experiment ist, was auf einer viel
älteren Methode beruht (Brian hat das in seiner Software-Firma angewendet,
bevor er es Wilber vorstellte).

Soweit zur Überziehung oder Verabsolutierung der Bedeutung "Integraler" Theorie.
Wir müssen einfach sehr deutlich unterscheiden, ob wir grade über die Theorie,
Wilbers Vermarktungsstrategien fuer "Das Integrale" oder die
tatsächliche Sinnigkeit und Wirksamkeit irgend einer Methode sprechen.

Das wird i.A. alles weitgehend unabhängig voneinander sein und daher
funktionieren Begründungen mit kurzem Verweis auf die integrale Theorie
nur in den seltensten Fällen inhaltlich, entfalten aber leider
Wirkung auf die Zuhörer, die ich persönlich oft eher für irreführend halte.


Lieben Gruss
Dirk

















[Die Teile dieser Nachricht, die nicht aus Text bestanden, wurden entfernt]

#21 Von: Dirk Pueschel <dirk@...>
Datum: Son 10. Sep 2006 23:15
Betreff: Andreas Schroeder 6.9.06 zu Scharmer et.al.:
dirkpue
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Hallo Rolf,



Du hattest angeregt, vielleicht einmal eine Telefonkonferenz zu dem Thema zu
veranstalten. Wenn da
Interesse besteht, will ich das gerne arrangieren, wäre sehr spannend. Wählen
wir den Anbieter
„Voicemeeting“, ergeben sich folgende Kosten für jeden:



Die Nutzung von VOICEMEETING kostet pro Teilnehmer 9 cent pro

Minute (Festnetz). Für Teilnehmer, die vom Handy aus anrufen,

können entsprechende Aufschläge des Netzbetreibers hinzukommen.

Bitte informieren Sie sich dazu bei Ihrem Netzbetreiber.

Teilnehmer aus dem Ausland zahlen den Tarif Ihres Telefonanbieters.

Die Abrechnung erfolgt über Ihre Telefon-/Handyrechnung. Sofern

Sie einen Einzelverbindungsnachweis beantragt haben, wird das

Gespräch entsprechend einzeln aufgeführt. Sie erhalten keine

gesonderte Rechnung.



Wenn einer noch was Günstigeres kennt, immer her damit. Damit die Kosten im
Rahmen bleiben (z.B. 2
Stunden, 120 * 9 cent = 10,80 €) sollte man unbedingt vom Festnetz aus anrufen.
Auch mit den
Störgeräuschen eines Handies auf der Autobahn oder im Zug wird es ganz schnell
völlig uninteressant
für alle anderen. Aber mit etwas Disziplin und einer Moderation beispielsweise
durch Dich geht das
ganz prima und für 10 Euro kann man kein persönliches Meeting machen. Wer es
schnell uninteressant
findet, kann ja jederzeit entscheiden, früher und damit billiger rauszugehen.



Ich habe schon zig Telefonkonferenzen mitgemacht, es ist ein praktisches und
effektives Werkzeug,
hat aber auch seine Grenzen. Wenn zu viele Leute unstrukturiert durcheinander
..., ist es wie im
richtigen Leben. Ich kann gerne die Aufsetzung, Einladung und technische Leitung
übernehmen.
Idealerweise wählen wir eine Zeit am Abend, da können die meisten eher,
beispielsweise Donnerstag
14.9. 20 – 22:00 Uhr.



Was denkst Du?



Gruß



Andreas



Andreas Schröder

Lichtstrasse 15

40235 Düsseldorf

andreas.schroeder@...

  0211  663644

01637 664644


[Die Teile dieser Nachricht, die nicht aus Text bestanden, wurden entfernt]

#20 Von: Dirk Pueschel <dirk@...>
Datum: Son 10. Sep 2006 23:20
Betreff: Dirk Pueschel zu Scharmer et.al.:
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Lieber Guido,

vielen Dank fuer Deine Stellungnahme und Einschätzung, die auf
Deiner eigenen Erfahrung und Arbeit beruht.

Ich betrachte die Tendenz zum Modellabsolutismus ebenfalls mit grosser Skepsis.
Wenn jedwede von Wilbers Darlegungen als "die" Wahrheit gelten soll,
an die sich alle anderen Autoren mindestens halten muessen, um
überhaupt akzeptabel zu sein, dann haben wir ein grosses,
selbstgemachtes Problem.

Ein Modell zu haben, dass versucht alle Aspekte der Welt einzubeziehen
ist eine wunderbare Sache. Aber davon ist noch lange nicht klar, dass

1.: dieses Modell wahr ist in dem Sinne, dass sich das nicht in 6 Monaten alles
     etwas anders darstellen kann.

2.: jeder andere Beitrag alle Aspekte berücksichtigen muss. Im Gegenteil:
     Es ist ja grad der Zusatznutzen eines solchen Modelles, dass sich
     Erkenntnisse aus den verschiedensten Bereichen damit integrieren lassen,
     die ansonsten fragmentarisch und unverbunden nebeneinander stehen würden.

Das heisst eben auch, dass Arbeiten wie die von Scharmer sehr genau angeschaut
werden sollten, um zu schauen, was wir davon lernen koennen und
was sie uns auch ueber die Vorstellungen des integralen Modells sagen.

Eine Arbeit, die auf umfangreichen Befragungen und viel Erfahrung beruht gilt
es erstmal sinnvoll zu integrieren. Hier ist ggf. das Modell in Frage zu
stellen,
nicht umgekehrt, denn ein Modell hat nunmal die Aufgabe alle in der Praxis
beobachteten Aspekte korrekt darzustellen und nicht umgekehrt
der Realitaet vorzuschreiben, wie sie zu sein hat.

Das Wilber sein Modell propagiert ist seine Sache. Er ist der
Überzeugung, dass es schon sehr viel integriert. Das ist soweit auch
OK, heisst aber nicht, dass es damit als alleiniger Masstab der
Dinge werden kann. Hier gilt es sehr genau zu verstehen, welche
Aspekte seines Modells sehr fundiert sind und welche im Fluss sind
oder es sein sollten oder werden. Das ist ein bekanntes Phaenomen jeder
Theoriebildung.


Ich bin im übrigen auch mit Wilbers Darlegungen zu Zustandsstufen und
Strukturstufen noch nicht glücklich, was ich auch kurz erläutern will:

Ich finde es sehr gut, dass er den Versuch unternimmt zu differenzieren.
Er beschreibt ja auch genau, warum er dies tut. Darin sehe ich auch
wichtige Einsichten (wie den Effekt der Verabsolutierung einer
Strukturstufe, worauf Hilde zurecht hinweist).
Soweit der erfreuliche Teil.

Dabei finde ich aber bedenklich, wie schematisch die Interpretation
abläuft und zu welchen Effekten sie in der Anwendung des Modelles
in der integralen Community führt.
Meine Absicht im Folgenden ist nun nicht Wilbers Modell als
*falsch* darzustellen und etwas *anderes* oder *besseres* stattdessen
zu propagieren, sondern ich möchte aufzeigen, inwieweit die gleichen
Fakten auch zu einer anderen Interpretation führen können,
die dann andere Folgen in der Anwendung hat.

Für eine alternative Interpretation habe ich eine persönliche
Erfahrungsgrundlage. Ich habe ich selbst erlebt, wie innerhalb eines
spirituellen Trainings sich die Wahrnehmung der Welt über viele Jahre
kontinuierlich und dauerhaft verändert und sich dabei grade
die gewohnte Interpretation der Dinge wandelt. Diese Entwicklung
sehe ich bei verschiedenen Leuten durchaus deutlich über die Ebene des
Kentaur hinaus gehen.

Nun was sagt das? Das Erleben dabei ist so, dass die von Wilber
so genannten Zustandsstufen nicht einfach nur eine *andere* Dimension
quer zu den Strukturstufen sind. Die kombinieren sich nicht einfach
beliebig, wie es die Wilber-Combs Matrix suggeriert (die im
übrigen ja gar nicht neu ist).
Auch die Entwicklungslinien von Wilber kombinieren sich nicht beliebig.
Wilber selbst weist darauf hin, dass diese Linien die kognitive
Linie vorraus setzen. Das aber heisst, dass die kognitive Kapazität
grundlegend fuer die anderen Linien sind und diese mithin nicht
daneben stehen, sondern darin eingebettet sind.

In ähnlicher Art und Weise koennten auch die Dinge die Wilber als "Zustände"
bezeichnet eine Kapazität des Geistes darstellen, die Vorraussetzung
fuer die kognitive Kapazität ist. Evtl. sind diese verschiedenen "Zustände",
die ja eine unterschiedliche Tiefe haben, jeweils entsprechend erweiterte
Einbettungen der Kognition.

Dies würde dann immer noch bedeuten, dass die konkrete Umsetzung in
Handlungen nur im Rahmen der Entwicklung der Kognition und der
anderen wilberschen Linien geschehen kann. Aber das wäre trotzdem etwas
ganz anderes ein Zustands-Add-On zu den Strukturstufen.

Was Wilber als Zustände deklariert könnten sehr wohl weiterhin
Entwicklungen sein, die aber eine *weichere* Qualität haben, als die
der Linien, die seine Strukturstufen bilden.

D.h. die gleichen Fakten, die Wilber in der einfachen Matrix unterbringt
könnten auch auf ganz anderen Zusammenhängen beruhen. Dies ist etwas,
was ich zu bedenken geben möchte.
Es ist mir dabei ganz unwichtig, ob und inwieweit meine Alternativformulierung
wahr ist oder nicht. Entscheidend finde ich, dass es alternativ denkbare
Modellierungen fuer die gleichen Fakten gibt, die dann andere
Interpretationen nahe legen.

Konkret bezweifele ich einfach, dass Wilbers Darlegungen uns immer sagen
*können* "wie es ist".

Ich möchte daran erinnern, dass dem jungen Herrn Wilber bei seiner
Arbeit in der Biochemie aufgefallen ist, wie willkürlich Theoriebildung
dort oftmals ist. DAS gilt allerdings fuer den Bereich der Psychologie und
darüber hinaus eher mehr als weniger!


Etwas mehr Gelassenheit und Offenheit,
sollte eigentlich dazu führen,
dass Beurteilungen, die allzu genau wissen was mit dem integralen
Modell vereinbar ist und was nicht,
auf entsprechend grosse Skepsis stossen.

In diesem Sinne

herzlichen Gruss

Dirk


[Die Teile dieser Nachricht, die nicht aus Text bestanden, wurden entfernt]

#19 Von: Dirk Pueschel <dirk@...>
Datum: Son 10. Sep 2006 23:19
Betreff: Michael Habecker 7.9.06 zu Scharmer et.al.:
dirkpue
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> Liebe Hilde und alle,
>
> nachfolgend eine Teilübersetzung des IN Gespräches, die ich seinerseits
> gemacht habe.
>
> herzliche Grüsse
>
> Michael
>
> Presencing, Zustände und Stufen des Bewusstseins
>
> aus: Integral Naked, Peter Senge und Ken Wilber
>
> [Im folgenden Dialog unterhalten sich Peter Senge (PS) und Ken Wilber
> (KW) am Beispiel der Methodik des "Presencing", die im Buch Presence von
> den Autoren Peter Senge, C. Otto Scharmer, Joseph Jaworski, and Betty
> Sue Flowers beschrieben wird, über die Möglichkeit der
> Bewusstseinsveränderung und Bewusstseinsentwicklung, jeweils bezogen auf
> Zustände und Stufen des Bewusstseins - und deren Wechselwirkung.]
>
> KW: Ich denke worauf wir hier stoßen sind sowohl die Zustände als auch
> die Ebenen oder  Stufen des Bewusstseins, und wir können Robert Kegans 5
> Bewusstseinsstufen verwenden, als ein Beispiel für ein
> Entwicklungsmodell. Die Traditionen sprechen zum Beispiel über Zustände
> des Wachens, Träumens und des traumlosen Tiefschlafes, weil wir alle
> wach sind, träumen und uns auch im Tiefschlaf befinden. Der Wachzustand
> orientiert sich an den Gegebenheiten der grobstofflichen Welt, das
> Träumen beinhaltet im Wesentlichen Möglichkeiten, Kreativität,
> Vorstellungskraft und tiefe Gefühle usw. - und der Zustand des formlosen
> Tiefschlafes ist der Grund aller Möglichkeiten, diese gewaltige Leere,
> aus der heraus alle Möglichkeiten erscheinen. Wenn man dort wieder
> heraustritt, dann beinhaltet das auch die Fähigkeit, Intentionalität in
> die Manifestation zu bringen, es ist auch  die Quelle tiefer
> Gegenwärtigkeit, eines tiefen Willens, tiefer Intentionalität usw...
> Schaut man sich den U-Verlauf an über den du gesprochen hast, dann
> beginnt das in gewisser Weise mit einer Orientierung im Wachzustand,
> bewegt sich dann hin zu einem Fühlen, Träumen und zu imaginativen
> Möglichkeiten, und geht dann weiter zur reinen Gegenwärtigkeit, der
> Quelle aller Manifestationen, tritt dann dort wieder heraus, kommt
> zurück und erkennt konkrete Möglichkeiten, und verkörpert und
> konkretisiert diese dann in einem letzten Schritt in der realen,
> institutionalen Welt. Dieser Lernprozess - und das ist das schöne daran
> - kann auf jeder Ebene oder Stufe der Entwicklung angewendet werden. Das
> macht das ganze so wertvoll - selbst ein Säugling wacht, träumt und
> befindet sich im Tiefschlaf. Auf jeder Bewusstseinsstufe hat man diese
> Möglichkeit, ob man sich nun - in Robert Kegans Modell - auf der 2ten,
> 3ten, 4ten oder 5ten Stufe befindet - das Presencing kann auf jeder
> Stufe ein nützlicher Lernprozess sein, Menschen können das in ihr Leben
> einbringen, unabhängig davon auf welcher Stufe des Bewusstseins sie sich
> befinden...
> Wenn man die Ebene des Bewusstseins in Robert Kegans Modell mit
> traditionell, modern, postmodern und integral bezeichnet, dann können
> alle Menschen von diesem Buch [Presence] profitieren, ob sie nun
> traditionelle, moderne, postmoderne oder integrale Werte vertreten...
> sie alle können ihr Potential erweitern, egal wo sie sich befinden.
>
> PS: Wenn man sich vorstellt, dass Menschen auf allen Ebenen einen Zugang
> dazu haben, glaubst du, dass - vor dem Hintergrund dieser
> Entwicklungsdynamik - eine bewusste Teilnahme an diesem Prozess Menschen
> auch zu höheren Ebenen des Bewusstseins führen kann?
>
> KW: Ja, und es gibt eine Menge Forschungen darüber... was geschieht,
> wenn Menschen - auf welcher Entwicklungsebene auch immer - veränderte
> oder meditative oder tiefere Bewusstseinszustände erfahren: Es
> beschleunigt ihr Wachstum durch die Ebenen. Die Stufen werden dabei
> nicht übersprungen, aber man bewegt sich schneller durch sie hindurch.
> Weil dieses Presencing - als Technologie - einen in tiefere und
> gegenwärtigere Zustände des Seins oder Bewusstseins hineinführt, lockert
> es die Identifikation mit der eigenen  Bewusstseinsstufe - und das führt
> zu einer beschleunigten Bewusstseinstransformation... Es beschleunigt
> die Entwicklung, zusätzlich zu dem was es sowieso schon tut, als ein
> außerordentliches Werkzeug um zur Gegenwärtigkeit zu gelangen, und als
> eine Hilfe zur Verkörperung und Umsetzung von Potentialen für die
> Zukunft.
>
> PS: Das ist interessant - zum einen können wir das als einen Lernprozess
> betrachten, der sich über Wochen und Monate oder auch im Augenblick
> entfaltet, wo etwas Neues in die Wirklichkeit eintreten kann, und man
> selbst mit diesem Schöpfungsprozess auf eine bewusstere Weise in
> Verbindung tritt. Aber man kann es auch als einen langfristigen
> Entwicklungsprozess sehen... wie kann sich z.B. ein Mensch zu einer
> Führungspersönlichkeit entwickeln?
>
> KW: Das ist der Grund warum ich sagte, dass die Zustandsänderungen nur
> ein Aspekt sind von dem was hier geschieht, und das schließt anderes wie
> z.B. eine langfristige Entwicklung nicht aus... Mein Eindruck von der
> Lektüre des Buches und Gesprächen mit Otto [Scharmer] und dir ist, dass
> dieser U-Verlauf auch etwas ist in das man hineintauchen kann, z.B.
> immer dann wenn man ein Problem behandeln will, und es kann einem
> innerhalb kurzer Zeit helfen, in 5, 10, oder 30 Minuten.
>
> PS: Das ist sehr interessant [lacht], wir brauchen Leser wie dich um uns
> darauf hinzuweisen...
>
> KW: Ja, wir kommen hier in Kontakt mit diesen immer gegenwärtigen
> Zuständen, und man kann Zugang zu seiner eigenen Gegenwärtigkeit finden,
> man kann Problemlösungen in einer sehr kurzen Zeit angehen, in 5 oder 10
> Minuten oder in einer Stunde, wie viel Zeit einem auch immer zur
> Verfügung steht - und langfristig können sich dadurch höhere Stufen
> entfalten. Man kann natürlich nicht an einem Nachmittag von - sagen wir
> - der 2ten Ebene des Bewusstseins zur 5ten Ebene gelangen, es braucht im
> Schnitt 5 Jahre, um sich durch eine Stufe hindurch zu entwickeln. Es
> wäre so wie wenn man sagt: "jetzt setze ich mich hin und lerne heute
> Nachmittag französisch, oder ich lerne heute Nachmittag Klavier spielen
> - so ähnlich verhält es sich mit Entwicklungsstufen - Zustände jedoch
> sind diese immer gegenwärtigen, wundervollen Ressourcen, und man kann in
> sie eintreten - Wachen, Träumen, traumloser Tiefschlaf...
>
> PS: All diese in uns angelegten Lernprozesse, zu denen wir Zugang haben,
> benötigen oft einen Katalysator, und ein Katalysator ist so etwas wie
> eine unmittelbare Erfahrung, auch wenn wir noch nicht die Fähigkeit
> haben diese Erfahrungen zu stabilisieren oder bewusst herbei zu führen,
> das ist dann mehr ein Entwicklungsprozess - aber man kann dennoch Zugang
> dazu haben... Diese tieferen Zustände sind kleine Fenster und Öffnungen,
> und wann immer wir in unserem Leben daran teilnehmen, das
> hervorzubringen was in diesem Augenblick hervortreten möchte, dann sind
> das Zugänge und Impulse, welche unsere langfristige Entwicklungsarbeit
> in die richtige Richtung lenken.
>
> KW: Das sehe ich genau so. Alan Combs hat dafür einen wundervollen Satz:
> Zustände gibt es umsonst, Stufen muss man sich verdienen... und was du
> [in dem Buch] getan hast ist: du hast Zustände der Kreativität und
> Gegenwärtigkeit beschrieben, und wenn man das praktiziert, dann werden
> daraus bleibende Bewusstseinsstufen. Was ich daran so ermutigend finde -
> und betrachten wir dabei das human potential movement mit seinem größten
> Möglichkeiten -, wir beginnen damit, dieses menschliche Potential bei
> ganz alltäglichen Gegebenheiten zu untersuchen - am Arbeitsplatz, in
> unseren Familien und Beziehungen, und nicht nur in den Klöstern...


[Die Teile dieser Nachricht, die nicht aus Text bestanden, wurden entfernt]

#18 Von: Dirk Pueschel <dirk@...>
Datum: Son 10. Sep 2006 23:19
Betreff: Guido Fiolka zu Scharmer et.al.:
dirkpue
Offline Offline
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Guido Fiolka wrote:
Liebe Diskurs Teilnehmer,

ich verfolge die Diskussion seit einer Weile und möchte hier kurz ein paar
Aspekte einbringen. Ich
selbst habe das Buch von Senge-Scharmer-Flowers-Jaworski studiert, weiteres
Material  von Scharmer/
Jaworski dazu studiert und angewendet, die IN Sachen gelesen, arbeite mit Senges
Methodik in
Teamcoachings und verwende die Inhalte von Wilber V seit über 2 Jahren in
unseren Ausbildungen. Vor
diesem Hintegrund hier meine Aussagen:

1. Keiner der genannten Autoren negiert das Vorhandensein von Entwicklungsstufen
und alle sind mit
entsprechenden Modellen - auch denen Ken Wilbers vertraut.
2. Das Buch Presencing beschreibt einen Prozess, der nicht den Anspruch erhebt
das Phänomen von
Entwicklungsstufen zu erklären und stellt deren
     Vorhandensein  aber auch nicht in Abrede.
3. Wenn jemand den Begriff Stufen/Stages/Ebenen verwendet, dann ist wichtig was
damit beschrieben
werden soll. Dies geschieht auch ausserhalb des integralen
     Modells. Man sollte also über die Bedeutung sprechen, nicht nur über die
Begriffe.
4. Die einzelnen Phasen im Presencing Prozess, welches weder Stufen  noch
Zustände sind, sondern
dort als "Capacities" bezeichnet werden, sind weit mehr  als
    Zustandsänderungen im Wilberschen Sinne. Suspending- Redirecting- Letting Go
- Letting Come -
Crystallizing - Prototyping - Institutionalizing beschreiben
     vielmehr  einzelne, in sich komplexe Phasen  von Veränderungsprozessen.
Diese sind
natürlicherweise von Zustandserfahrungen begleitet und können zu
     vertikalen , stufentranszendenten   Strukturentwicklungen führen.
     Ich stimme hier mit Wilbers Versuch der Reduktion dieser Prozesse auf reine
Zustandsveränderungen ausdrücklich nicht überein. Im übrigen lohnt es, die
     gesamten Darstellungen der Wilber Dialoge mit Scharmer und Senge zu lesen
und nicht nur einzelne
Sachverhalte selektiv darzustellen.


Generell mache ich mir derzeit Gedanken über eine von mir  in unserer
"Integralen Szene" beobachtete
Tendenz zu einem gewissen Modellabsolutismus und einem ausgrenzenden, wenig
einschließenden Dialog
mit anderen Forschern, Autoren und Systemen. Teilweise werden dadurch
Wahrheiten, die in deren
Aussagen  enthalten sind nicht mehr verstanden und bleiben unberücksichtigt.
Ich möchte diese, meine Gedanken gern mit in den Diskurs hineingeben und bedanke
mich für Eure
Aufmerksamkeit.


Herzlichen Gruß an den Nexus

Guido Fiolka




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#17 Von: Dirk Pueschel <dirk@...>
Datum: Son 10. Sep 2006 23:18
Betreff: Hilde Weckmann zu Scharmer et.al.:
dirkpue
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liebe stefan,
wunder bar, vielen dank.

liebe @lle,
wer mag den scharmer-wilber text übersetzen?
ich warte schon lang auf eine übersetzung, weil ken darin schön die problematik
des
nichtverstehens/weglassens von structurestages aufzeigt, die michael in seinem
kommentar und die ich
in meiner mail gestern angesprochen habe.

die begeisterung für states ist gut, doch sie allein bringt all die verwirrungen
seit ewigen zeiten,
erst die postmoderne und ein verständnis des myth of given und die
ausdifferenzierung zustände und
strukturen löst all diese dilemmata, im neuen wilber-WIE ist dies kurz
zusammengefaßt
lg
hilde


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#16 Von: Dirk Pueschel <dirk@...>
Datum: Son 10. Sep 2006 23:17
Betreff: Stefan Sedlacek zu Scharmer et.al.:
dirkpue
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Hallo an alle Mithörer,

ich finde die Diskussion ebenfalls sehr spannend und möchte weiter mithören.
Otto Scharmer hat sein
Modell ja aus mehr als 100 Interviews entwickelt, die er mit
Führungspersönlichkeiten aus
Wissenschaft, Wirtschaft und "Mystik" geführt hat, um den "blind spot of
leadership" zu finden - was
sehen wir eigentlich nicht im Führungsalltag. Eines der Interviews hat er mit
Ken Wilber geführt,
der den U-Prozess durch den Blick des Intergralen Modells kommentiert. 
Vielleicht kennen es nicht
alle, deshalb der Anhang.

Viele Grüße
Stefan Sedlacek
Stefan.sedlacek@sts@...


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#15 Von: Dirk Pueschel <dirk@...>
Datum: Son 10. Sep 2006 23:13
Betreff: Andreas Schroeder zu Scharmer et.al.:
dirkpue
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Hallo Rolf,



ich habe erst jetzt die Zeit, ausführlich zu antworten, aber ich finde die
Diskussion toll und sehr
interessant. Bitte behaltet mich unbedingt im Verteiler. Deine Anregungen werfen
genau eine der
Kernfragen auf: "Gibt es ein integrales Unternehmen oder "nur" integrale
Menschen (stage) oder nur
manchmal integrale Bewusstheit bei einem Menschen (state)?"



Beim Letzteren beginnend, ja es gibt integrale Bewusstheit! Ich habe Menschen
erlebt, die sich
sicht-und spürbar unterschiedlicher Ebenen (z.B. nach SD Blau, Grün, ...),
Quadranten und auch
Linien bewusst waren. Immer? Nein, vielleicht nicht immer aber in bestimmten
Situationen und
Prozessen konnten sie aus dieser Bewusstheit agieren.



Beispiele: Ich stimme Hilde zu, auf dem Kofman Seminar habe ich ihn auch so
empfunden, dass er sich
der Ebenen, Linien und Quadranten der Fragenden bei der Frage bewusst war und
angemessen also
quadranten- ebenen- und liniengerecht geantwortet hat. Ich habe viele Stunden
Big Mind Prozess mit
Genpo Roshi erlebt, auch er war sich in dieser Situation vieler dieser
Dimensionen bewußt und hat
die Fragenden oder Sprechenden angemessen abgeholt. Ja, Rolf´s Prüfkriterium:
"Haben Grüne
aufgeheult?" wurde mehrmals positiv erfüllt, sie haben bei Blau und Orange
aufgeheult, genau wie
Orange und Blaue Teilnehmer, wenn es Grün wurde.



Aber, aus meinem nicht ganz so fundierten Wilber und Psychologiewissen leite ich
trotzdem ab: Das
waren "nur" integrale States, Zustände, Momente integraler Bewusstheit. Mit Big
Mind/Voice Dialog
oder auch hypnotischen Sprachmustern nach Milton oder Aufstellungen kann man
Menschen in solche
States führen. Genpo beschreibt selbst, dass er sich bei der Big Mind Arbeit in
einen bestimmten
Zustand, die Voice des Facilitators begibt und dass das auch nötig ist. Kommt er
abends immer noch
als "Facilitator" nach Hause, gibt es Stress mit seiner Frau (die erkennt das
wohl mittlerweile ganz
gut).

Konsequenz für das integrale Unternehmen (und auch für meine Arbeit als
integraler Wasauchimmer):
Wenn ich Menschen in die integrale Bewusstheit führen kann (als State), können
sie in dieser Zeit
integrale handeln, integrale Entscheidungen fällen etc. Und wenn auch Scharmer
mit seinem U-Prozess
hier einen Beitrag leistet, klasse. Aber ich sehe in den gelesenen Unterlagen
dazu auch nicht, wie
dort systematisch sichergestellt wird, dass beispielsweise im Presencing Ebenen,
Quadranten und
Linien wirklich unterschieden und adäquat adressiert werden. Das ist im Big Mind
Prozess aber
systematisch auch nicht enthalten, nicht in Miltons hypnotischen Sprachmustern
und nicht in der
Organisationsaufstellung.

Daher muss bei allen Methoden, die Menschen in States führen können zusätzlich
eine integrale
Komponente her, die die Multiperspektive sicherstellt. Reicht dazu eine
integrale Bewusstheit des
Methodenleiters (Coach, Trainer, Moderator, Aufsteller, ...)? Ich denke eher
nein, es muss in die
Methode systematisch eingebaut werden. So verstehe ich Rolf´s Ansatz der
integralen Systemaufstellung.

Fazit 1: Ein Unternehmen kann integral handeln und entscheiden, während
entsprechende Leiter und
Mitarbeiter in einem integralen State sind. Methoden, die sie in States führen
können, müssen um
eine integrale Komponente ergänzt werden.

Menschen, die den integralen Level (Gelb oder Türkis) völlig erreicht haben,
d.h. immer und
jederzeit integral bewußt sind, kenne ich nicht (Sorry, ich will Euch nichts
Böses und ich schließe
in diese Aussage explizit auch Genpo Roshi, Diane Hamilton und Fred Kofman mit
ein, und ganz
vorsichtig ;-)sogar Ken selbst). Das beweist aber nur, wie auch schon Hilde
anmerkt, dass ich von
meinem orangen Level mit ein paar grünen Flecken grundsätzlich einen integralen
Menschen nicht
sauber identifizieren kann.

Aber für Unternehmen heißt das, wenn viele Leiter und Mitarbeiter echt integral
sein müssen, um ein
integrales Unternehmen zu bilden, dann gibt es davon nicht sehr viele und ich
kann als integraler
Berater in der ganzen Sache nicht weiterhelfen. Auch wenn zumindest der Chef,
Vorstand,
Geschäftsführer wirklich integral sein muss, dann sollten wir diese schnell
identifizieren und zu
Chefs machen. Ich persönlich muss dann auch statt Berater Coach, Roshi, Guru
oder Therapeut werden,
um zumindest ein paar Menschen etwas weiter Richtung Gelb zu bringen, vielleicht
nur auf dieser oder
jener Linie und in diesem oder jenem Quadranten.

Problem: Die Menschen, die vielleicht wirklich relativ integral sind (bleiben
wir gerne mal bei Ken,
Genpo oder Diane) haben bisher nicht deutlich gemacht, dass sie Unternehmer
werden wollen und
operativ eine Firma leiten möchten, eher im Gegenteil - Mist, wieder nix mit
integralem Unternehmen.

Fazit 2: Wenn nur echt integrale Menschen (immer integral, all Lines, Quadrants
etc.) ein
Unternehmen integral führen können, diese aber, sobald sie integral sind, ganz
andere Dinge tun
wollen als Unternehmen zu führen, wird es nichts mit integralen Unternehmen.

Zum dritten Ansatz, Unternehmen selbst können integral sein. Nein, ich glaube
auch nicht, dass
Unternehmen als soziale Holons ganz eigenständig völlig unabhängig von den
Menschen integral sein
können, sie haben ohne Menschen kein eigenständiges Oben-Links und eigentlich
auch kein
eigenständiges Oben-Rechts auch wenn juristische Personen (AG, GMBH etc.)
theoretisch ein
eigenständiges Oben-Rechts besitzen. Aber das ist jetzt hierfür irrelevant.
Relevant ist, dass
Menschen allein aber auch kein Unten-Links und Unten-Rechts haben, darum halten
wir Isolierfolter in
Einzelhaft so schlecht aus und Babies, die von Robotern großgezogen werden,
werden keine echten
Menschen.

Aber, und da sehe ich wieder Licht am Horizont, Unternehmen können möglichst
viel und häufig
integral agieren und entscheiden, und dass auch mit blauen, grünen und orangenen
Mitarbeitern, wenn
diese und vielleicht ein paar Berater, Trainer und Coaches integral informiert
sind und hin und
wieder integrale States erreichen. Meine Definition wäre dann:

Integrale Unternehmen agieren bei einem großen Teil ihrer Aktionen und
Entscheidungen integral. Und
wie machen sie das mit all den grünen, blauen, orangenen und roten Mitarbeitern?
Sie haben bei
kritischen Aufgaben integral Informierte am Werk, insbesondere bei der
Gestaltung von Organisation,
Prozessen, Unternehmenskultur, -vision und -werten. Und all die Grünen, Blauen
etc. sind zumindest
vom Wert eines integralen Unternehmens so überzeugt, dass sie eine Organisation,
Prozesse, Kultur,
Werte und Vision unterstützen, die zu überwiegend oder häufigeren integralen
Aktionen und
Entscheidungen führt.

Instrument dazu sind die Prozesse, die Organisation, die integralen Methoden für
Workshops und
Meetings zu innovativen Aufgabenstellungen, Gestaltung aller möglichen
Dimensionen des Unternehmens,
visionäre, strategische und operative Entscheidungsfindung etc. Mit Geschick
schafft es der
Moderator, alle möglichst etwas länger in einen integralen State zu führen
(U-Prozeß, Stellen, Voice
Dialog, hypnotische Sprachmuster, ...), um mit integraler Bewusstheit an der
Aufgabe zu arbeiten,
die eben nicht blau, grün oder orange sondern wirklich gelbe Bewusstheit
erfordert.

Fazit 3: Integrale Unternehmen sind vom Wert integralen Agierens und
Entscheidens überzeugt und
schaffen durch Prozesse, Organisation, Kultur, Vision und Werten und natürlich
durch den gezielten
Einsatz integraler Methoden und Moderatoren (Coaches, Berater, ...) eine
Unternehmensrealität, in
der grüne, blau, Orange und die überwiegend bunt gesprenkelten Leiter und
Mitarbeiter integral
informiert sind und immer häufiger integrale Aktionen und Entscheidungen
schaffen.

Abfallprodukt: Die Menschen in diesen Unternehmen entwickeln sich in diesem
Umfeld schneller weiter.
Zusätzlich erhöht sich auch der individuelle Entwicklungslevel aller Menschen in
diesem Unternehmen
sowie etwas weniger auch bei Lieferanten, Partnern und Kunden schneller als bei
anderen Unternehmen.
Ein Engelskreis (Gegenstück zu Teufelskreis) in dem sich positive Entwicklungen
gegenseitig
aufschaukeln.

Gegen Ende wurde aus rationaler Analyse immer mehr Vision, aber dazu stehe ich
persönlich, das
treibt mich an. Aber ich will lernen, es immer besser im Licht Wilber´scher
Denke verstehen und wenn
am Schluss ganz was anderes stimmt und funktioniert, dann will ich gerne in
allen Punkten Unrecht
gehabt haben. Wichtig ist, dass wir es rausbekommen, also immer her mit Euren
Gedanken dazu.

Schöne Grüße

Andreas

Andreas Schröder
Lichtstrasse 15
40235 Düsseldorf

andreas.schroeder@...

  0211  663644
01637 664644



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#14 Von: Dirk Pueschel <dirk@...>
Datum: Son 10. Sep 2006 23:16
Betreff: Hilde Weckmann 6.9.06 zu Scharmer et.al.
dirkpue
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lieber markus,
  Die Frage die offen bleibt: Welches Bewusstsein entscheidet sich für
> welche BEWUSSTHEIT? Das steuern wir mit unserem Fokus, unabhängig vom
> Kollektiv wohlgemerkt.
die bewußtheit wird leider meist nicht vom fokus des ego gesteuert, so gern
dieses omnipotent sein
möchte, sondern ist weitgehend von der strukturstufe bestimmt.
..wie andrew u.a. im WIE-dialog sagt: viele stehen in und nach einer erfahrung
des subtilen,
kausalen oder gar nondualen erstmal eher noch bestärkter in ihrer jeweiligen
strukturebene, halten
alles was sie durch die brille dieser struktur erfahren für absolut wahr und
verkünden dann zb
fundamentalistische, ethnozentrische mythische glaubenssätze als ewige
wahrheiten (kennen wir aus
allen traditionen oder aktuell bis hin zu bush) oder aus der pluralistischen
strukturwelle werden
gerne nonduale einsichten im relativen verabsolutiert wie zb 'es gibt keine
bewertung'oder 'Leben an
sich ist leer und bedeutungslos'... (naja, ähnliches hab ich ja auch gemacht,
damit und andern
postmodernen absolutismen konnte ich lange so schön jede diskussion sprengen ;-)

auch wenn ein stock jemand zum erwachen bringt bleibt er dennoch auf der selben
strukturstufe, ein
roter, blauer, oranger... usw erwachter. ganz unabhängig davon, wo der schläger
steht. diese
differenzierung ist in michaels beitrag beschrieben und andreas geht ansatzweise
darauf ein - da
entlang haben wir noch viel zu tun. diese unterscheidung ist nur einem
postmodernen denken (sic!)
möglich, das erst seit etwa 100 jahren emergiert. seit einem jahr haben wir erst
das
wilber-combs-raster über die extrem wichtige unterscheidung von
zustandserfahrungen und
strukturstufen,  das stellt alle spirituelle erfahrung und tradition ganz neu
auf die füße und da
ist noch viel mehr drin. ich dachte nach boomeritis sidebar A zu cäptn cook (in
www.integrale-bibliothek.info und lesebuch vollständig in deutsch) ich hätte die
großen beiträge der
postmoderne so halbwegs verstanden, doch in dem neuen buch integral spirituality
kommt da noch viel
mehr dazu: den mythos des gegebenen (der deinen beitrag massiv durchzieht oder
steuert ;-) hab ich
lange zeit falsch interpretiert (das war einer meiner given myths ;-) und genau
der wirft viele
puzzlesteine an neuen orten ins gesamtbild.  die postmetaphysische spiritualität
und der integral
methodologische pluralismus wird für mich verständlicher. die bedeutsamkeit von
schattenarbeit und
der drei gesichter gottes wird mir deutlicher und die extrem wichtige
förderbandfunktion aller
traditionellen religionen wird, so hoffe ich, unserer welt an vielen punkten
weiterhelfen...
lg
hilde



lieber andreas,
dein beitrag begeistert mich (wie meistens ;-)
ich mach eine menge konferenzen mit skype, das würd ich euch empfehlen (ich hab
sogar kamera, leider
gehts noch nur bei zweien, wir wollen da gemeinsam meditieren und genpo roshi
aufn bildschirm
bringen, arbeiten noch einige dran). derzeit ruft einer, der ein konto hat, die
im festnetz an, die
kein skype haben, das klappt bei nicht zu vielen, ist fast kostenlos.

gerne aber deine variante, die ist von der hörqualität deutlich besser, nur am
14. 9. sind viele von
uns in heiligenfeld auf dem egremiumstreffen und transpers. psychokongreß und
versuchen da
integrales reinzubringen.
sehr herzlich
hilde


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#13 Von: Dirk Pueschel <dirk@...>
Datum: Son 10. Sep 2006 23:12
Betreff: Wer explizit Mithören wollte zu Scharmer et.al.:
dirkpue
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From: "Rolf Lutterbeck" <info@...>

Cc: "'Ricarda Wildförster'" <info@...>; "'Hilde Weckmann'"
<hweckmann@...>; "Dirk Püschel" <dirk.pueschel@...>; "Markus
Schneider"
<schneider@...>; "Rolf Lutterbeck" <info@...>

Sent: Monday, September 04, 2006 2:26 PM

Subject: Re: Nexus - Diskurs



> Hallo,
>
> vielen Dank an alle, die bisher mitdiskuitiert haben.
>
> Da ich diese Diskussion "losgetreten habe", fühle ich mich verantwortlich,
> dafür zu sorgen, dass die E-Mailflut für die Nicht-Interessierten auch
> wieder aufhört. Daher bitte in Zukunft nur noch an die unter CC aufgeführten
> 5 Adressen Antworten schicken. Wer sonst noch "mithören" will, bitte melden.
>
> Liebe Grüße
> Rolf
Hallo,



hier die aktualisierte "Zuhörer"-Liste für alle zukünftigen Beiträge.



lg Rolf

Hallo Rolf,
ich finde den Diskurs sehr spannend und würde gerne weiter mitlesen.
Lieben Gruß
Annette

Hallo Rolf,

ich hoere gerne mit. Vielleicht habe ich ja auch mal was zu sagen,

;-)



Gerd

Lieber Rolf,

Ich möchte unbedingt weiter mithören und melde mich ausführlicher dazu, sobald
ich ein bisschen Zeit
habe!

Liebe Grüße
Susanne

Hallo Rolf und alle anderen,

Bitte nehmt mich in den Verteiler.

Andreas

Lieber Rolf,

Auch wenn ich mich bisher nicht persönlich zu Wort gemeldet habe, möchte ich
weiter "mithören". Es wäre es sehr schade, wenn diese spannende Diskussion
nun ins Privatissimum geführt werden soll.

Alternativ möchte ich Dir vorschlagen sie entweder über Ricarda in die
Yahoo-Group Nexus-Circle zu verlagern oder aber den umgekehrten Weg zu
gehen: wer nicht mehr im Verteiler sein mag, möge sich kurz melden.

Liebe Grüße

Petra Regina

Hallo Rolf,
auch hier streckt sich ein Finger: "Mithören!"

Viele Grüße
Markolf




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#12 Von: Dirk Pueschel <dirk@...>
Datum: Son 10. Sep 2006 23:15
Betreff: Rolf Lutterbeck 6.9.06 zu Scharmer et.al.:Nexus - Diskurs
dirkpue
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Hallo Hilde,



die Verlagerung ins Forum Nexus wäre eigentlich richtig, würde aber für den
einzelnen Leser mehr
Aufwand bedeuten. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ich - auch wenn es nur
wenige Klicks sind -
dies vermutlich irgendwann nicht mehr tue. Alternative: Zur Erhaltung habe ich
diese E-Mail unter
www.rolfl.de/wilber/nexus.htm abgespeichert, auf die jeder sofort zugreifen
kann. In gewissen
Abständen (notfalls daran erinnern) werde ich den Eintrag aktualisieren.



Hier ein paar kurze Bemerkungen zu den einzelnen Beiträgen:

     * Dirk: Deine Frage, worüber ich eigentlich diskuitieren möchte (Scharmer,
Kofman, Integrale
Aufstellungen), wird für mich durch die vielen spannenden Beiträge, die meine
E-Mail ausgelöst hat,
beantwortet. Das entspricht genau meiner Absicht. Aber Du hast völlig recht,
mein Beitrag war da
nicht ganz klar.
     * Ricarda: die Untersuchung von Kommunikations-Stages und States finde ich
klasse. Ich
persönlich (sorry) finde dazu in anderen Ansätzen aus meiner Sicht spannendere
Ideen (Beispiele:
NLP: Pacing, Leading, Rapport, Physiologie-Wahrnehmung, Verhandlungsmodell,
1./2./3.
Warnehmunsposition, Metamirror, Als-Ob-Haltung, Reframing, ....|  Varga von
Kibéds Untersuchungen
über die transverbale Sprache Strukturaufstellungen, die jeder [ab welcher
Stufe, wäre hier
interessant] "sprechen" kann und seine neuen Erkenntnisse über sprachliche
Differnzierungsübungen
mit dem Körper [Beispiel: Was fühlt sich besser an bei einer
A-B-Entscheidungssituation: a oder b,
A! oder B!, a ODER b,..], usw.).

       Zu Scharmer: Die beiden ersten Gesprächsmodi (download, unterscheidendes
Zuhören) wird im NLP
unter Metaprogramm Matcher/Mismatcher geführt. Aber zu prüfen, ab wann welche
Kommunikationsform
möglich ist, finde ich interessant und wertvoll: Entstehen Mismatcher erst nach
Matchern? Ich
vermute: Ja. Empathisches Zuhören (die Welt aus den Augen des anderen sehen)
lernt ein Kind (nach
Piaget) mit ca. 7 Jahren, d.h. konkret-operationales Denken ist hierfür
erforderlich. Für
Als-Ob-Haltungen brauche ich formal-operationales Denken, usw. Wann ist der 4.
Modus möglich? Welche
Linien (kognitiv, emotional) müssen hierfür wie weit entwickelt sein? Und
welcher Einfluss hat das
systemische Umfeld (RU), das kulturelle Umfeld (LU)? Was ist der Unterschied
hierbei bei Männern und
Frauen? Usw.
     * Hilde: ganz lieben Dank für Deine Ausführungen und die Weitersendung von
Michaels kritischem
Scharmer-Beitrag.
     * Andreas S.: Spannende Thesen, ins besonder Dein "Fazit 3: Integrale
Unternehmen sind vom Wert
integralen Agierens und Entscheidens überzeugt und schaffen durch Prozesse,
Organisation, Kultur,
Vision und Werten und natürlich durch den gezielten Einsatz integraler Methoden
und Moderatoren
(Coaches, Berater, ...) eine Unternehmensrealität, in der grüne, blau, Orange
und die überwiegend
bunt gesprenkelten Leiter und Mitarbeiter integral informiert sind und immer
häufiger integrale
Aktionen und Entscheidungen schaffen."

       In punkto Kritik der "Gelben" gehst Du mir aber doch etwas zuweit :-)).
Ich bin der Meinung,
dass es nur sehr wenige gibt, die auf der 7. Stufe (Spiral Dynamics gelb) sind.
Aber es gibt welche.
Und Ken ist eher darüber hinaus. Zur Feststellung einer STUFE geht es ja um die
Feststellung, was
der Schwerpunkt des Denkens ist, und nicht, dass sich eine Person dauernd so
verhält. Wie Wilber so
schön sagt: Auch ein Erleuchteter hat Hunger, muss zur Toilette und hat Sex.
Wenn ich mein früheres
Selbst als Objekt betrachten kann, hat sich mein subjektiver Standpunkt
verschoben (den ich noch
nicht betrachten kann). Wenn ich also immer mehr mein eigenes Orange sehe, habe
ich mich in Richtung
grün entwickelt. Je mehr ich mich in meinen "grünen Fettnäpfchen" erwischen
kann, desto mehr
verschiebt sich die Farbe in einen Gelbton.



lg Rolf


[Die Teile dieser Nachricht, die nicht aus Text bestanden, wurden entfernt]

#11 Von: Dirk Pueschel <dirk@...>
Datum: Son 10. Sep 2006 23:08
Betreff: Ricarda 1.9.06 zu Scharmer et.al.:
dirkpue
Offline Offline
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> Lieber Rolf, liebe Hilde, lieber Dirk und alle die mitlesen,
>
> ich kann im Prinzip allen Euren Pros und Cons zu Scharmer etwas abgewinnen,
> habe aber wenig Interesse, Scharmer bloss theoretisch darauf hin
> abzuklopfen, welche Kriterien von "integral" nach Wilber er NICHT erfüllt.
>
> Ich möchte auch erst mal einen U-Prozess mit Scharmer erleben, um auch eine
> pragmatische Prüfung aus eigener Erfahrung machen zu können. Ich habe so
> meine Erfahrungen zu seinen Stufen, will aber eigentlich prüfen, ob er
> tatsächlich dahin führen will, was ich mir dazu vorstelle. Und ich bin sehr
> gespannt, WIE er zu tieferen Stufen führt.
>
> Mich freut an Scharmer, dass er einer der ersten ist, die mir über den Weg
> laufen, die unterschiedliche Entwicklungsebenen so beschreiben, dass ich sie
> in sozialen, also kommunikativen Prozessen konkret wiederfinde.
> Ich meine seine 4 Aufmerksamkeitsstrukturen und Gesprächsmodi:
> Downloaden, Debatte, Dialog und kreativer Austausch. Er ist damit etwas sehr
> Grundlegendem darüber auf der Spur, wie wir abhängig von Bewußtsein
> kommunizieren.
>
> Wir können jetzt darüber debattieren, ob er nur Zustände beschreibt, ob er
> Systemisches vernachlässigt, die nötigen individuellen Kompetenzen nicht
> benennen kann, welche Methodologien er auslässt usw.. Das kommt mir wenig
> konstruktiv vor. Mich interessiert, welche weissen Flecken in meiner
> integralen Landkarte Scharmers Konzepte füllen oder anregen.
> Ich nannte es schon: Wie kommuniziert welches Bewußtsein? Die Art, wie
> kommuniziert wird, begrenzt das, was als Ergebnis dabei heraus kommen kann.
> (Als Ergebnis meine ich z.B., wenn für ein Problem eine gemeinsamne Lösung
> gefunden werden soll, wenn etwas gemeinsam gestaltet wird usw.) Ich bin
> dabei, Scharmers Aufmerksamkeitsstrukturen mit Wilbers Entwicklungsebenen
> übereinander zu legen und in einem integralen Modell der Kommunikation zu
> beschreiben. (Nur nebenbei: Auch Scharmer ist nicht der erste, der
> unterschiedliche Ebenen von Kommunikation erkennt, aber er spannt schon mal
> einen ganz schönen Bogen!) Zu den 4 Stufen von Scharmer arbeite ich auch an
> der Übergängen, die mir manchmal wie eigene Stufen erscheinen und an den
> individuellen Kompetenzen, die nötig sind, um solche Kommunikation zu
> führen.
>
> Ich liebe auch diese theoretische Arbeit sehr. Aber warum mache ich sie?
> Weil ich finde, dass wir unsere Kommunikation noch sehr verbessern
> können: ich, wir im Nexus, die ganze Welt. Das was ich mit wenigen weit
> entwickelten Menschen dabei erlebe, ist mir dabei mein Wegweiser, zusammen
> mit vorhandenen theoretischen Rahmen von Wilber, im Speziellen was
> Kommunikation angeht auch anderen, eben auch Scharmer.
>
> Was ich beobachte ist, dass wir uns individuell betrachtet in einer gewisse
> Spanne an Kommunikationsstufen bewegen. Beispiel: Jemand, der die meiste
> Zeit debattiert, kann in Sternstunden auch mal in einen Dialog treten. Was
> macht diese Sternstunden aus? Sein Potenzial reicht ein bisschen weiter und
> die soziale Situation kann begünstigen und erleichtern, dass er dann relativ
> leicht dialogisieren kann. Bei den ersten Malen ist dies nur ein
> vorübergehender Zustand. Doch genau so lernt er: Immer wieder diesen Zustand
> üben, bis er darin unabhängiger wird und der Dialog zu seinem festen
> Repertoire zählt.
>
> Dieser Moment, zunächst nur vorübergehend an einer höheren Form der
> Kommunikation teilnehmen zu können, taucht oft schon in workshops auf.
> Jetzt hat man dagegen in Unternehmen die Chance, solche Prozesse immer
> wieder zu wiederholen, zu etablieren. Hier sehe ich eine Chance in
> Unternehmen, Entwicklung individuell und sozial zu fördern.
>
> In der Art verstehe ich Scharmers Anliegen.
>
> Lieber Rolf, bin gespannt auf Deinen Text, gebe dazu gern extra Rückmeldung.
>
> Alles Liebe
> Ricarda


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#10 Von: Dirk Pueschel <dirk@...>
Datum: Son 10. Sep 2006 23:10
Betreff: Tanja Gipp zu Scharmer et.al.:
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Hallo und vielen Dank für das Angebot, ich will weiter "mithören".
Auch wenn ich denke, dass schon fast zu viel "geredet" wird über das, was
einfach nur "gelebt" werden sollte, Worte wirken da schon oft so
"verzerrend".
Grüße aus Bonn, Tanja

Sich öffnen heißt
In Felder zu treten
Und Teil dieser Felder zu sein
Felder mitgestalten
Und mitgestaltet werden

Sich öffnen heißt
Für die Felder
Verantwortung zu übernehmen
Im Dienst stehen
Als Medium der Ermöglichung

Sich öffnen heißt
Schmerz
Der Tod eines eingegrenzten Ichs
Sterben einer Idee
Die mal funktioniert hat
Und nicht mehr funktioniert.

Sich öffnen heißt
Vertrauen haben
In das
Was kommt.
Hingabe an die Felder.
Als Teil von etwas
Großem.
Sich jedem Moment
Ent-wickelndem.


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#9 Von: Dirk Pueschel <dirk@...>
Datum: Son 10. Sep 2006 23:09
Betreff: Markus Schneider 4.9.06 zu Scharmer et.al.: AW: Nexus - Diskurs
dirkpue
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Ich grüße Euch Alle,
>
> Eine wirklich inspirierende Diskussion. Hier sehe ich die Gelegenheit ein
> Anliegen zu formulieren, welches mich schon seit einiger Zeit in der
> integralen Szene bewegt.
>
> Ich sehe eine Verwechslung zwischen "Nicht Bewerten" welches aus dem Grünem
> Bewusstsein hervor geht und der Aussage "Solange du denkst, wirst du
> bewerten, beurteilen und verurteilen, (Türkis). Die Grüne Haltung, werde ich
> nicht weiter erläutern, ich setzte sie uns allen als bekannt voraus. Mein
> Anliegen ist es die 2. Haltung zu erläutern und versuchen zu erklären.
>
> Die Überschrift für mich heißt Bedeutung loslassen.
> Die einzige Bedeutung die ein Gedanke hat, ist das er ein Gedanke ist. Das
> Leben an sich ist leer und bedeutungslos. Jede Situation, jede Erfahrung,
> jedes Gefühl, jede Handlung, jedes Wort ist neutral, ganz und vollkommen. Es
> gibt kein Gut und Schlecht, kein Richtig und Falsch. Das Leben ist
> bedeutungslos. Die Dinge haben nur eine Bedeutung, weil wir ihnen eine
> geben. Und wenn wir das tun ist es immer das Denken, der Gedanke der mehr
> draus macht. Das Denken bewertet, beurteilt und bewegt sich in den
> Kategorien von Richtig und Falsch. Es gibt keine treffenden und richtigen
> Interpretationen, weil alles neutral ist. Das Leben braucht keine
> Interpretation. Es IST.
>
> Aus der Sicht der Erfahrung hat das Denken eine ganz nützliche Eigenschaft.
> Wir können gedanklich in die Vergangenheit gehen und Dinge in die Zukunft
> projizieren. Damit müssen wir unser ganzes Handeln nicht unseren Gefühlen
> überlassen. Nun hat Denken noch einen anderen weniger erfreulichen Aspekt:
>
> Denken produziert Angst vor der Angst.
> Es produziert eine mentale Angst, indem es das einst in der Vergangenheit
> erfahren Gefühl der Angst auf die "ungewisse" Zukunft projiziert. Und damit
> ist der ganze Vorteil des Denkens wieder dahin. Jetzt passiert genau das
> Gegenteil. Jetzt werden uns die Gefühle noch mehr dominieren, als sie es
> ohnehin schon machen. Mit dieser mentalen Angst vor dem Angstgefühl wird die
> Wirkung der Gefühle noch weiter verstärkt.
>
> Jetzt wird's langsam spannend :-)
> Solange wir uns erfahren wollen, geben uns Gefühle und Gedanken eine
> Information. Sie teilen uns mit, welche Illusionen uns besonders behagen und
> welche weniger. Gefühle und Gedanken sprechen die Sprache der Erfahrung. Sie
> geben uns eine Information aus der Illusion über die Illusion. Das ist
> alles. Damit haben Sie absolut keine Bedeutung, weder in der Erfahrung, noch
> im Sein. Das einzige was wirklich von Bedeutung ist, ist unser Fokus. Dort
> wo unser Fokus ist, ist Bewusststein, ist Energie. Unser Fokus ist
> Bedeutung! Alles was unsere Energie bekommt, bekommt BEDEUTUNG, weil wir es
> damit in Existenz bringen und zur Realität werden lassen.
>
> Wenn wir Erfahrung transzendieren möchten, sind wir gefordert, unseren
> Gefühlen und Gedanken keine Bedeutung (Bewusstheit) und keine BEDEUTUNG
> (Bewusstsein) mehr zu geben. Das zweite wird uns nur gelingen, wenn wir uns
> des Ersteren bewusst geworden sind, bzw. uns es in jedem Moment bewusst
> bleibt.
>
> Gefühle und Gedanken können uns rein gar nichts über uns selbst sagen. Sie
> sagen uns nur etwas über unsere Programme und unsere ausgewählten
> Erfahrungen, und sie zeigen uns, wo unser Fokus liegt. Sie sagen aber nichts
> über uns aus. Deshalb gibt es auch nichts aus ihnen zu lernen, noch etwas
> mit ihrer Hilfe  über uns selbst herauszufinden. Damit landen wir in der
> Illusion. Wir sind HINTER unseren Gefühlen und Gedanken. Wir sind nicht das
> Produkt.!!!
>
> Diese schlauen Zeilen stammen aus "Alles eine Frage von Bewusstsein!! ISBN
> 3905334135
>
> So weit so gut. Was hat das mit der Frage zu tun welche Modelle, Menschen
> sind nun integral und welche nicht?
> Noch etwas mehr dazu aus dem zitiertem Buch.
>
> Denken ist bewertend, beurteilend und allem Bedeutung gebend. Das ist sein
> Design. Und in einer Welt, die sich noch in tiefster Trennung befindet, ist
> das Gedankenfeld (kollektiv) voll von beurteilenden und verurteilenden
> Gedanken. Wir können deshalb nicht nicht bewerten. Das einzige, was wir tun
> können, ist unseren Fokus in der Mitte zu halten und nicht ins Gedankefeld
> ablenken zu lassen.
>
> Denken ist nicht das Problem, denn es ist nicht von Bedeutung. Die Frage ist
> nicht was unser Denken macht, sonder unser Bewusstsein. Die Frage ist, was
> unser Fokus macht. Unser Fokus ist BEDEUTUNG. Wenn wir unseren Gedanken und
> Gefühlen keine Bedeutung geben, dann sind wir auch fähig, ihnen keine
> BEDEUTUNG, sprich unserem Fokus nicht (!) zu geben. Wenn wir denken und
> fühlen ist unser Fokus natürlich bereits abgelenkt und von unseren Gefühlen
> und Gedanken angezogen worden. Wir sind also gefordert, ihn wieder von ihnen
> abzuziehen.
>
> Wenn unser Fokus also abgelenkt worden ist, dann richten wir ihn mit Absicht
> wieder in unsere Mitte. Unseren Fokus können wir jedoch nur abziehen, wenn
> wir nicht an diesen Gefühlen und Gedanken haften bleiben. Wir müssen Sie
> deshalb loslassen, indem wir sie in Liebe annehmen und verantwortlich für
> Sie sind.
>
> Nun meine Thesen zur Diskussion:
>
> 1. Ist eine Methode integraler als eine andere erübrigt sich damit. Die
> Frage ist aus welcher Bewusstheit (türkis?) heraus wird eine Methode
> verwendet ist für mich die Entscheidende. Ein türkises Bewusstsein kann an
> Hand eines Stockes einen Menschen zum erwachen bringen.
>
> 2. Es gibt keine Bewertung! Das was nach gelb kommt verstehen heute zu
> wenige und wird zu häufig mit grünem nicht bewerten verwechselt.
>
> 3. Das Gegenteil von Liebe ist Angst. Bewertungen werden von Angst genährt.
>
> 4. Sei IMMER absolut ehrlich zu Dir selbst. Mach Dich unabhängig vom
> Kollektiv. Gehe dahin wo Deine Angst ist, sofort! und dein Leben beginnt
> sich zu transformieren.
>
> 5. Und jetzt noch ein Vorschlag zur Diskussion wer ist integral und wer
> nicht?
> Lasst uns einfach die ganz simple Frage stellen: Kennst Du Deine Berufung?
> und diese in ganz wenigen Worten erklären lassen. Meine Erfahrung dabei ist,
> wir können augenblicklich hören, welche Bewusstheit zu uns spricht.
>
> 6. Die Frage die offen bleibt: Welches Bewusstsein entscheidet sich für
> welche BEWUSSTHEIT? Das steuern wir mit unserem Fokus, unabhängig vom
> Kollektiv wohlgemerkt.
>
> 7. Die integrale Bewegung denkt mir zu viel ;-)
>
> In Liebe und so oft es geht ohne Angst
> Markus
>
>
> Markus Schneider
> Systemischer Berater
> Evolution Management GmbH
>
> Kurhessenstr. 29
> 60431   Frankfurt am Main
> tel     069 / 53 09 67 73
> fax     0721 / 15 13 90 275
> look at: www.evolution-management.net
>
> ++++
> "Respektlos gegenüber der Sache,
> respektvoll gegenüber dem Menschen"
> ++++
>


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#8 Von: Dirk Pueschel <dirk@...>
Datum: Son 10. Sep 2006 23:05
Betreff: Dirk Pueschel:
dirkpue
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Hallo Rolf,
mir wird aus Deinen Zeilen nicht klar, *was* Du eigentlich alsDiskussion anregen
willst:

1.: Inwieweit der U-Prozess integral ist oder nicht.

2.: Inwieweit das Buch von Fred Kofman *gruen* ist oder nicht.

3.: Inwieweit die von Dir vorgestellte Methode die beste
Perspektivenvielfalt,
     Anwendbarkeit und Nützlichkeit hat (wie Du in Deinem Artikel
behauptest)?

  Alles drei sind Fragen, die ich interessant finde, aber die
  Verquickung finde ich nicht produktiv.

  Lieben Gruss
  Dirk


[Die Teile dieser Nachricht, die nicht aus Text bestanden, wurden entfernt]

#7 Von: Dirk Pueschel <dirk@...>
Datum: Son 10. Sep 2006 23:07
Betreff: Hilde Weckmann zu Scharmer et.al.:
dirkpue
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> Hilde Weckmann schrieb:
>>
>> Hallo Rolf,
>> vielen dank für deinen ausführlichen beitrag und deine reflektionen.
>> ja, diese art von auseinandersetzung hoffe ich im nexus zu führen. ich
>> ringe in ähnlichen zusammenhängen darum was eine integrale
>> organisation oder unternehmensführung sein könnte und sehe noch nicht
>> so recht die ansätze, die wirklich greifen (auch nicht im II), das ist
> wohl die arbeit die (u.a.
>> von uns) zu leisten ist.. dennoch halte ich es für zielführend, gute
>> grüne ansätze in 'integralen' expertenrunden zu erproben und
> weiterzuentwickeln.
>> und unsere erkenntnisse dann mit scharmer und anderen zu diskutieren
>> und dadurch ansätze, die überwiegend systemisch,kulturell,
>> verhaltensbezogen oder spirituell sind, zu integralisieren. unter
>> diesem aspekt würde ich sehr gern mit euch zusammen mal einen u-process
> machen.
>>
>> und dabei kommen wir sicher an persönliche grenzen. ich sehe bei uns
>> kaum wirklich türkis handelnde, höchstens einige die es kognitiv
>> erfassen. die meisten von uns sehe ich als gut rational und einige als
>> gesund grün in den besten phasen - wenn alles gut geht (im handeln
>> wohlgemerkt). vielleicht liegt es an meiner persönlichen fehlenden
>> entwicklung, es wäre ja wunderbar wenn ich mich da total irre, aber
>> sorry, ich seh wenig türkis und auch nicht so recht bei den jungen
>> leuten im II.. bisher dachte ich, integral handeln können genpo roshi,
> diane hamilton, fred kofman usw...
>>
>> im kofman seminar haben zwei frauen beständig alles als grün
>> qualifiziert und ich hab mich sehr dagegen verwehrt, weil ich
>> persönlich kofman als einen der ersten menschen erlebt habe, der in
>> der lage ist, aus einer integralen 2nd tier sicht jedem gegenüber auf
>> dessen ebene zu antworten, manchmal einfühlsam, wenn nötig aber auch
>> sehr deutlich leute zu stoppen und in ihre grenzen zu verweisen. das
>> sind für mich türkise qualitäten im agieren. und die sehen auf weite
>> strecken im one to one kontakt eben konservativ oder rational oder
>> pluralistisch aus, sind es aber nicht wenn jemand über die weite der
>> perspektiven verfügt. das ist vermutlich kens und auch unser dilemma..
>>
>> du meinst, scharmer führt nur durch stages, michael habecker schrieb
>> mir vor einem halben jahr dazu, daß scharmer im flachland wäre und
>> auch daß er stufen und zustände nicht auseinanderhält. vor einem jahr
>> habe ich kofman darauf angesprochen, weil meiner ansicht nach williges
>> jäger strukturstufen und zustände mehrmals vermischte und kofman sagte
>> mir, daß er da nicht überall mit ken übereinstimmt, mir schien daß er
>> sich zu diesem frühen zeitpunkt vielleicht auch noch nicht so genau
>> mit integral spirituality beschäftigt hatte. die IS ist für mich die
>> jahrhunderterkenntnis, sie taucht ja alles nochmal in ein neues licht.
>> mir und den leuten mit denen ich drüber rede, wird erst schritt für
>> schritt klar, was gesunde postmoderne strukturstufen sind, was gute
>> genealogie leistet und wie wir das vielleicht auch mal konkret
>> umsetzbar machen können. dieses wissen ist leider noch nicht in der
>> welt und einige ansätze wähnen sich heute weit vorne, wenn sie einer
> tradition anhängen und zustände selber kennen und mit einbeziehen..
>> aus begeisterung über die eigenen zustandserfahrungen entstehen dann
>> bücher und tagungen über spiritualität im management, in der
> psychotherapie usw.
>> einem integralen anspruch kann das bei weitem nicht genügen, das hat
>> wilber schon vor 20, 30 jahren zu formulieren begonnen, doch wir
>> selber und unsere teilnehmer, mitarbeiter, klienten.. sind da meist (noch
> lange) nicht..
>>
>> hier folgt michaels einschätzung zum u-process, (ich hoffe er ist
>> einverstanden, einigen von euch hatte er sie ja schon
>> gesandt):
>> Den Scharmer-Text habe  ich durchgelesen...
>> Ich finde das Bemühen wunderbar, durch presencing mehr Bewusstheit in
>> die Welt zu bringen, bin jedoch  vom Text selbst ernüchtert.
>>
>> Eine "soziale Technik der Freiheit" ist etwas wunderbares, doch die
>> "Technik der Freiheit" der Zunkunft wird und muss m.E. integral sein,
>> und nicht nur sozial.
>>
>> Das "massive institutionelle Versagen" hat uns immerhin an den Punkt
>> gebracht wo wir heute stehen, und ich sehe  nicht nur eine Katastrophe
>> darin, sondern auch sehr viel Würde.
>>
>> Es braucht in der tat eine "Erneuerung von innen", aber das ist nicht
>> neu, sondern das wird uns von den spirituellen Menschen aller Zeiten
>> immer wieder gesagt und auch vor-praktiziert. Sie sagen uns, dass wir
>> uns vor allem mit den "Quellen unseres Tuns" befassem sollen, unserer
>> Intention und ihren Ursprüngen.
>>
>> Das "kollektive Sehen der Tiefenstruktur" eines Feldes (ihrer
>> nexus-agenz) ist  sehr wichtig, und das grosse Ergebnis der
>> Perspektive der Zone 2, vorangebracht durch die Strukturalisten.
>>
>> Die 4 Grundtypen des Zuhörens sind sinnvolle Typologien, die Scharmer
>> allerdings auch als Ebenen bezeichnet. Interessant wäre eine
>> Kombination dieser Typologien mit den Ebene der
> Entwicklungsstrukturalisten.
>> Wirkliche Entwicklungsebenen und die wichtige Frage, wie ich von einer
>> zur nächsthöheren gelange, kommen jedoch in diesem Papier nicht vor.
>>
>> "Öffne und verbinde dich mit dem was aussen und innen geschieht" - das
>> ist das was die spirituellen Traditionen schon lange sagen, und sie
>> liefern gleich die geeigneten Methodiken mit.  Aber auch das ist nur
>> der erste Schritt. Wenn sich ein Egozentriker nach innen und aussen
>> öffnet, dann ist das Ergebnis ein nach innen und aussen offener
> Egozentriker.
>> Das hilft noch nicht sehr viel. Die Frage ist: wie wird aus einem
>> Egozentriker ein sozionzentrischer und dann ein weltzentrischer Mensch?
>> (Und dieser wird dann auch von sich aus "neue soziale Technologien"
>> entwickeln).
>>
>> Die "Überwindung 3er Feinde" (Urteile, Zynismus, Angst) ist dasjenige,
>> was Genpo Roshi im Big Mind Prozess anbietet. Allerdings geht es dabei
>> nicht um die Überwindung von Feinden, sondern um die Würdigung
>> relativer Persönlichkeitsanteile (und deren Stimmen).
>>
>> Bei der "Verschiebung der Struktur kollektiver Aufmerksamkeit von der
>> individuellen zur Gruppenebene zur institutionellen zur globalen
>> System Ebene" sehe ich zwei Methodische Probleme.
>> a)  Zum einen die klare Unterscheidung individueller und sozialer
>> Holons (haben soziele Holons "Aufmerksamkeit"? - jedenfalls haben sie
>> kein Ich-Bewusstsein).
>> b) das Auseinanderhalten von individueller und sozialer Enticklung.
>> Die
>> "Entwicklungsreihe": individuell-Gruppe-institutionell-global
>> vermischt beides. Laut Wilber ist das ein gravierender Fehler.
>>
>> "höre auf das, was dein Leben, Stimmen deines Umfeldes, und Stimmen
>> deines inneren Feldes dir vorschlagen, jetzt zu tun".
>> Ja - aber von welcher Ebene aus geschieht das? Genau das macht z.B.
>> George Bush, er beruft sich bei seiner Politik auf einen "call from
> beyond".
>> Menschen machen oft schreckliche Dinge "von innen heraus".
>> Dass etwas von innen heraus kommt, sagt noch nichts über die Qualität
>> dessen was da kommt.
>>
>> Ganz am Schluss werden drei Methoden (Perspektiven) angedeuet, wie
>> etwas vorangebracht weden kann
>> - Phänomenologie
>> - Dialog
>> - kollaborative Aktionsforschung,
>>
>> aber das ist nicht annähernd so überzeugend wie das, was Wilber mit
>> dem IMP bereits vorgestellt hat. Mit der Phänomenologie möchte
>> Scharmer den "blinden Fleck" erfassen, aber Phänomenologie hat
>> natürlich - wie jede andere Methode auch - ihren eigenen blinden
>> Fleck, der sich durch sie selbst nicht erfassen lässt (technisch:
>> Phänomenologie "sieht" die Zone 1, aber nicht die andereen Zonen).
>> Und genau an diesem Punkt setzt ein IMP an.  Alle Methodiken der
>> Erkenntnisgewinnung in ihrer Grösse wie auch in ihren Grenzen kennen,
> schätzen und anwenden - und Absolutismen vermeiden.
>>
>> Puh - wieder einmal ist eine eher kritische Abhandlung daraus
>> geworden, etwas was mir weder Freude macht (noch Freunde bringt), aber
>> ich weiss nicht wie ich das anders beginnen soll.
>>
>> Ich würde mich freuen, wenn mit presencing so etwas wie eine integrale
>> Praxis der Aufmerksamkeit in die Welt käme, mit den 5 AQAL Anteilen,
>> denn das ist das was wirklich gebraucht wird (eine Art Achtsamkeit in
>> allen Perspektiven, allen Ebenen, Zuständen, Linien und Typen)...
>>
>> herzliche Grüsse
>>
>> Michael


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#6 Von: Dirk Pueschel <dirk@...>
Datum: Son 10. Sep 2006 22:59
Betreff: Ricarda Wildförster 30.8.06:
dirkpue
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Lieber Rolf,
>>>>
>>>> ja, wer weiss, was Du über den U-Prozess gelesen und verstanden
>>>> hast; mir scheints, wir haben da sehr verschiedene Dinge vor Augen
>>>> und ich seh bei Dir kein weiteres Interesse daran....
>>>>
>>>> Liebe Grüße
>>>> Ricarda


[Die Teile dieser Nachricht, die nicht aus Text bestanden, wurden entfernt]

#5 Von: Dirk Pueschel <dirk@...>
Datum: Son 10. Sep 2006 23:02
Betreff: Rolf Lutterbeck 31.8.06:
dirkpue
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Hallo Ricarda,

sorry, wenn meine E-Mail (evtl. auch durch die Kürze) zu abwertend angekommen
ist und Dich
vielleicht verärgert hat! Das würde ich sehr bedauern.

Daher hier ein etwas ausführlicherer, bewusst provokativer Beitrag an eine etwas
breitere
Leserschaft. Sollte daraus eine Diskussion entstehen, wäre doch vielleicht auch
eine
Telefonkonferenz mal spannend. Wer kennt sich denn damit aus?

Also:
Ich wollte "nur" ein (anscheinend etwas missglücktes) Feedback geben auf Deine
Aufforderung ...

     >>> Aus den bisher eher zurückhaltenden Anmeldungen und der Reflexion
unserer
     >>> bisherigen Art, die ersten Fachgruppentreffen zu planen, werden wir
     >>> zukünftig mehr Aufmerksamkeit darauf verwenden, aus dem Kontakt mit
     >>> Euch die brennenden Themen für Fachgruppentreffen zu finden, Euch also
in der
     >>> Entstehung einzubeziehen.

...Und damit zu einer Diskussion beitragen, Methoden, Konzepte und
Vorgehensweisen aus integraler
Sicht kritischer zu beleuchten und sich immer bewusst zu sein, dass in der
heutigen Zeit "grün" (im
Sinne von Spiral Dynamics) sehr verbreitet ist und es ein zäher Prozess ist (wie
ich selber
erfahre), von grün nach gelb zu kommen. Was ja Wilber veranlasst hat, mit dem
Buch Boomeritis "die
Grünen" etwas wachzurütteln ("rattle the cage").

Zu einem integralen (Nexus-)Prozess gehört ja, verschiedene Meinungen
zuzulassen, sie zu
transzendieren und einzuschließen. Wie heißt es so schön: Keiner kann 100%
irren.

Noch einmal zum U-Prozess (eine Quelle, auf die ich mich beziehe siehe am Ende):
Eine Einbeziehung
von Fühlen und meditativen (Zen?-)Elementen macht eine Methode noch nicht
integral (siehe z.B.
Wilbers Ausführungen zu Boomeritis-Buddhismus), sondern höchstens integraler.
D.h. folgender Satz
ist im Sinne Ken Wilbers einfach nicht ganz richtig:

     >>> Integral ist daran der Gang durch die Ebenen: Vom rationalen (egoischen)
     >>> Bewußtsein ins postsrationale, integrale, sogar  in die spirituelle
     >>> Offenheit hinein.

Der U-Prozess ist ein Gang durch Zustände (states), nicht durch Ebenen (stages)!
Aber
Zustandswechsel (die auf jeder Bewusstseinstufe möglich sind, siehe
WC-Matrix/Wilber V) machen einen
Prozess wie gesagt noch nicht integral, sondern sind EIN Teil (Perspektive)
eines integralen
Vorgehens. Als Beispiel für eine "ziemlich integrale" Methode (sofern man eine
Methode überhaupt so
nennen kann/darf) anbei ein (leider verlegerbedingt sehr gekürzter) Artikel, der
bald in "Raus aus
der Führungskrise", Kamphausen, erscheint. Hier habe ich einmal darüber
nachgedacht, was in
Strukturaufstellungen (in der Form, wie ich sie durchführe) für Perspektiven
eingenommen werden und
(und das ist für mich der Unterschied zwischen integral-aperspektivischer und
multiperspektivischer
Haltung) daraus oft eine Lösung entsteht, in der alles in EINEM BILD integriert
wird, wo alles
seinen Platz hat, z.B. Ahnengeister, Power/MAcht/Impulse, gute Ordnung,
Ratio/Verständnis und viel
Wertschätzung/Liebe.

Welche AQAL-Perspektiven nimmt der U-Prozess ein und wie entsteht hier
Aperspektivität? Vielleicht
ist ja doch mehr dran an der Theory U? Ich habe nur in den letzten Jahren immer
wieder erlebt, dass
vieles als integral bezeichnet wird, was weit davon entfernt ist. By the way,
hier noch eine
gotteslästerliche (:-)) Bemerkung zu Fred Kofmans Buch "Meta-Management":
Spannend, aber
hauptsächlich grün und nicht gelb. Wenn es gelb wäre, sähe Grün rot!! :-)) (um
noch einmal Wilber zu
zitieren).

Da sind die Erkenntnisse und Ideen von Brian Robertson mit seinem
Holocracy-Ansatz
(www.holocracy.org) doch deutlich weiter: Hier wird darauf hingewiesen "that
managers are rquisitely
one developmental level above those they lead..." und "..each rung up the
corporate ladder will
contain people at higher levels of development in a few key areas than those
below, and not just
incrementally higher, but a good full rung higher.." Da bekommt doch "Grün"
sofort Bauchschmerzen,
wenn es sowas liest/hört. Aber diese "bewertende" Differenzierung ist das, was
sich im "Business"
bewährt: mit Blau muss ich ("unvernünftig") blau reden (Management by directive
and control), mit
Orange orange (Ziele, Effizienz, Best Practice, Management by objectives) und
mit Grün grün
(Wertschätzung, Gleichberechtigung, Coaching, kooperativer F-Stil,..). Wenn eine
Führungskraft
bewusstseinsmäßig (in key areas) "weiter" ist, dann kann sie Mitarbeiter
führen/entwickeln. Wer
schon einmal erlebt hat, wie sehr z.B. "orange Mitarbeiter" unter einer "blauen
Führungskraft"
leiden, weiß, wie wichtig integralere Vorgehensweisen in Unternehmen sind - ein
Coaching dieser
Führungskraft wäre systemisch (unternehmensweit) gesehen ein schlechter Job
(aber ein umfangreicher
Auftrag ;-))).

Und was würde Holokratie für den Nexus-Core bedeuten?

Soweit MEIN Beitrag zu einem integral(er)en Nexus. Feedback erwünscht.

Liebe Grüße aus Bad Homburg
Rolf

P.S.: Gelesen habe ich u.a.

Exzerpt aus:

Theorie U: Von der Zukunft her führen

Presencing als soziale Technik der Freiheit1

Einführung

C. Otto Scharmer

Massachusetts Institute of Technology

August 2005

2. Entwurf


[Die Teile dieser Nachricht, die nicht aus Text bestanden, wurden entfernt]

#4 Von: Dirk Pueschel <dirk@...>
Datum: Son 10. Sep 2006 22:58
Betreff: Rolf Lutterbeck August: Re: Treffen Nexus - Integrale Unternehmensentwicklung EXTRA!!
dirkpue
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Hallo Ricarda,
>>>>>
>>>>> der U-Prozess wird meiner Meinung nach viel zu hoch gelobt. Jedes
>>>>> gut gemachte Brainstorming, jedes Disneymodell und weiter Methoden
>>>>> sind so angelegt, dass Menschen mit ihrer Intuition und
>>>>> (spirituellen) Kreativität in Verbindung kommt. Aus der Zukunft
>>>>> denken mache ich auch in der Timeline-Arbeit. Noch wirkungsvoller
>>>>> sind Pseudoprojektionen in der Zeit a la Milton Erickson oder die
>>>>> geniale Wunderfrage von Steve de Shazer.
>>>>>
>>>>> Der U-Prozess ist ein weiteres grünes Modell in neuer Verpackung.
>>>>> Es fehlen systemische Elemente; auch wird nicht beschrieben (in den
>>>>> Artikeln, die ich bisher gelesen habe), welche Voraussetzungen an
>>>>> das Bewusstsein von Menschen gestellt wird, damit das überhaupt
>>>>> möglich ist und gute Ergebnisse liefert. Ich kann mit Menschen in
>>>>> einer blauen Welt ja auch kein klassisches Open Space veranstalten.
>>>>>
>>>>> Daher sind solche Methoden-Vorhaben für Nexustreffen eher
>>>>> abschreckend als motivierend (für mich).
>>>>>
>>>>> Liebe Grüße
>>>>> Rolf


[Die Teile dieser Nachricht, die nicht aus Text bestanden, wurden entfernt]

#3 Von: Dirk Pueschel <dirk@...>
Datum: Son 10. Sep 2006 22:54
Betreff: Diskussion zu U-Prozess nach Otto Scharmer , Modellabsolutismus u.a.
dirkpue
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Liebe Nexus Community,

im folgenden stelle ich mehrere Mails mit Beiträgen einer
Diskussion zum U-Prozess von Otto Scharmer und dem grundsätzlichen
Bezug verschieder Ansätze zum Integralen Modell nach Ken Wilber
hier in diese Liste ein.

Die Diskussion ging auf eine
Fachgruppeneinladung des Nexus Integral zurueck, aufgrund
der Rolf Lutterbeck eine Diskussion zu Otto Scharmer und anderen
Ansätzen angestossen hatte. Rolf hat diese Diskussion bis zum
jetzigen Zeitopunkt auf seiner Webseite archiviert und sie
ist nun auch hier nachzulesen, kann hier bequem weiter geführt
werden und ist dabei automatisch arhiviert.

Wünsche uns fruchtbare Auseinandersetzungen

Dirk






[Die Teile dieser Nachricht, die nicht aus Text bestanden, wurden entfernt]

#2 Von: Dirk Pueschel <dirk@...>
Datum: Son 10. Sep 2006 22:56
Betreff: Ricarda Wildförster 23.8.06: Treffen Nexus - Integrale Unternehmensentwicklung EXTRA!!
dirkpue
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Liebe Freundinnen und Freunde des Nexus - Netzwerk Integrale
>>>>>> Unternehmensentwicklung, hier kommt noch eine Info zum Treffen in
>>>>>> Recklinghausen, die die eine oder den anderen Unentschiedenen noch
>>>>>> interessieren könnte.
>>>>>>
>>>>>> Vor Kurzem haben wir, das Core-Team uns getroffen und die
>>>>>> Feinplanung für das Treffen abgestimmt. Dabei haben wir einen
>>>>>> roten Faden gefunden, eine integrale thematische Spur, die sich
>>>>>> durch das Treffen ziehen soll, die uns im Core interessiert und
> begeistert:
>>>>>> "Presencing" von Otto Scharmer (www.ottoscharmer.com
>>>>>> <http://www.ottoscharmer.com>).
>>>>>>
>>>>>> Der "U-Prozess" ist das Kernelement des "Presencing", er ist eine
>>>>>> Meta-Methode für Gruppen in Unternehmen, wie "das Neue" in die
>>>>>> Welt kommt. Gruppen, die eine gemeinsame Aufgabe zu bewältigen
>>>>>> haben, gehen gemeinsam durch einen Prozess, in dem sie sich von
>>>>>> den bekannten Lösungen und engen Ego-Strukturen lösen, sich
>>>>>> einander öffnen, die Aufgabe neu anschauen und aus dem
>>>>>> Nicht-Wissen neue Ideen entwickeln und sie kristallisieren in eine
>>>>>> konkrete neue Lösung.
>>>>>>
>>>>>> Integral ist daran der Gang durch die Ebenen: Vom rationalen
>>>>>> (egoischen) Bewußtsein ins postsrationale, integrale, sogar  in
>>>>>> die spirituelle Offenheit hinein. Und das als von Scharmer
>>>>>> erfolgreich in Unternehmen angewandte Methode - wir sind
>>>>>> fasziniert! Sein Buch dazu wird im nächsten Jahr erscheinen, wir
>>>>>> haben persönlichen Kontakt zu Otto und würden gern einen größeren
>>>>>> Event mit ihm zusammen machen.
>>>>>>
>>>>>> Den "U-Prozess" wollen wir mit Euch zusammen in Recklinghausen
>>>>>> erkunden, wir laden Euch herzlich zu diesem Experiment ein und
>>>>>> freuen uns darauf, den Prozess mit Eurer aktiven Mitgestaltung zu
>>>>>> formen.
>>>>>>
>>>>>> Aus den bisher eher zurückhaltenden Anmeldungen und der Reflexion
>>>>>> unserer bisherigen Art, die ersten Fachgruppentreffen zu planen,
>>>>>> werden wir zukünftig mehr Aufmerksamkeit darauf verwenden, aus dem
>>>>>> Kontakt mit Euch die brennenden Themen für Fachgruppentreffen zu
>>>>>> finden, Euch also in der Entstehung einzubeziehen. Daher werden
>>>>>> wir Euch auf dem Treffen nach Euren Wünschen und Vorschlägen für
>>>>>> das nächste Treffen fragen (auch terminlich).
>>>>>>
>>>>>> Auch, wenn Ihr  für diese Treffen absagt, sind wir daran
>>>>>> interessiert zu erfahren, wann ihr Zeit für ein Treffen hättet
>>>>>> (grob im späten Winter und Frühjahr 2007) und welche spezifischen
>>>>>> Themen im Bereich der integralen Unternehmensentwicklung Euch
>>>>>> interessieren. Und: Wie soll ein Treffen sein, zu dem Ihr gerne
>>>>>> kommt?
>>>>>>
>>>>>> In diesem Sinne freuen wir uns auf Eure mails und besonders Euer
>>>>>> Kommen am 9. und 10. September in Recklinghausen.
>>>>>>
>>>>>> Herzliche Grüße
>>>>>> Ricarda Wildförster
>>>>>>
>>>>>> --
>>>>>> Wildförster Organisationsberatung
>>>>>> Theaterstr. 10
>>>>>> 37073 Göttingen
>>>>>> 0551 / 5 48 58 89
>>>>>> info@...
>>>>>> <mailto:info@...>
>>>>>> www.wildfoerster-beratung.de <http://www.wildfoerster-beratung.de>


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#1 Von: Dirk Pueschel <dirk@...>
Datum: Son 10. Sep 2006 22:19
Betreff: Die -- Nexus Community -- ist hiermit als Diskussionsforum gegründet
dirkpue
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Liebe integral interessierte Manager, Berater und Trainer,

Nexus Integral   ist ein Netzwerk fuer die eben genannte
Zielgruppe, welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, die
Kommunikation im Bereich integraler Unternehmensentwicklung zu
fördern und die Vernetzung aller intergal Interessierter in
diesem Bereich zu verstärken.

Die Nexus Community ist dabei eine offene Diskussionsgruppe,
an der sich jede/r Interessierte unverbindlich und kostenlos
beteiligen kann.

Darüber hinaus bietet Nexus Integral Treffen zu spezifischen
Themen und eine Zusammenarbeit zu bestimmten Schwerpunkten an.
Aktive Teilnehmer, die sich zu den Guidelines von Nexus Integral
verpflichten nehmen am sogenannten Nexus Circle teil, der die
Themen und Schwerpunkte bestimmt.

Der Nexus Core schliesslich ist die Organisationsgruppe des Nexus,
die einerseits die Initiativen der Teilnehmer fokussiert und fördert
und andererseits auf eine adäquate Ergebnissicherung achtet.


Nexus Integral ist formal gesehen eine Fachgruppe im Integralen Forum,
welches wiederum rechtlich gesehen eine Untergruppe im Verein
DTG e.V. ist. Das Integrale Forum ist derzeit dabei einen eigenen
Verein zu Gründen, der dann auch als formale Basis für
Nexus Integral dient. Die aktive Arbeit im Nexus Integral
und die inhaltlichen Treffen bleiben dabei von Vereinsstrukturen
weitestgehend unbelastet um sich dem inhaltlichen Austausch widmen
zu können.


Wir wünschen allen Interessenten und aktiven Mitarbeiterinnen viel
Freude am und Erfolg im Austausch hier!

Herzlichen Gruss

Dirk Püschel    --- Nexus Integral und GF Integrales Forum


[Die Teile dieser Nachricht, die nicht aus Text bestanden, wurden entfernt]

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