»Man liest viel zu viel geringe Sachen,« sagte
er, »womit man die Zeit verdirbt und wovon man weiter
nichts hat. Man sollte eigentlich immer nur das lesen,
was man bewundert, wie ich in meiner Jugend tat und
wie ich es nun an Walter Scott erfahre. Ich habe
jetzt den ›Rob Roy‹ angefangen und will so seine besten
Romane hintereinander durchlesen. Da ist freilich alles
groß, Stoff, Gehalt, Charaktere, Behandlung, und dann
der unendliche Fleiß in den Vorstudien, so wie in der
Ausführung die große Wahrheit des Details! Man sieht aber,
was die englische Geschichte ist, und was es sagen
will, wenn einem tüchtigen Poeten eine solche Erbschaft
zuteil wird. Unsere deutsche Geschichte in fünf Bänden
ist dagegen eine wahre Armut, so daß man auch nach
dem ›Götz von Berlichingen‹ sogleich ins Privatleben
ging und eine ›Agnes Bernauerin‹ und einen ›Otto von
Wittelsbach‹ schrieb, womit freilich nicht viel getan war.«