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german_ccs · Deutsche Captain Cook Society
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Cook im TV   Beitragsliste  
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Betrifft: Cook im TV

Guten Abend!

Handelt es sich eventuell um dieses Filmchen?

http://www.youtube.com/watch?v=ZJGi2IQKtXI&feature=related (1)
http://www.youtube.com/watch?v=vo7UKjFwEmg&feature=related (2)
http://www.youtube.com/watch?v=cj1RgbBWt-c&feature=related (3)
http://www.youtube.com/watch?v=8rp6y7kBx4I&feature=related (4)
http://www.youtube.com/watch?v=gneu5kV9SqI&feature=related (5)

Zugegeben, ich habe nur kurz reingecookt (ich um bitte um eine der CCS
angemessenen Orthographie...), dennoch scheint mir, dass sich die
Heldenverehrung in Grenzen hält. Die These, dass sich Cook auch
heutzutage einer gewissen Bekanntheit (wenn auch nicht immmer
Beliebtheit) erfreut ist nicht ganz von der Hand zu weisen.
Das Thema Skorbut fand ich im Rahmen des Films adäquat behandelt.
Was die Recherche angeht, konnte ich keine gröberen Schnitzer
entdecken. Vor allem, weil ja auch keine wirklich sensationellen neuen
Details enthüllt wurden.
Dass Cook's 1. Reise im Mittelpunkt stand, liegt vermutlich daran,
dass der Film velleicht auf ein Publikum in Australien abzielt, und
dieses naturgemäss ein verstärktes Interesse an dieser Reise hat. Für
Hawaiianer wäre natürlich die letzte Reise spannender.... Das liesse
sich sicherlich nachholen. Arbeitstitel: How to cook Cook oder We
cooked Cook.....
Auch muss man bei Banks nicht unbedingt eine komplette Biographie
mitliefern, da er in Australien relativ bekannt ist.
Hm, warum nun gerade verschwiegen wurde, dass unser Held auf Hawaii
seinen Tod fand, gibt natürlich Anlass zu Spekulationen: vielleicht
geschah dies auf Wunsch der Hawaiianer, die evtl. Repressalien von
seiten der CCS fürchteten, oder sich einfach dachten, dass so ein
Todesfall nicht gut für das Image einer Ferieninsel ist.....
Der Batavia-Vorfall ist sicherlich tragisch und durchaus relevant,
aber wie schon erwähnt, kann man in einen etwas kurzen Film nicht
alles reinpacken. Hier hätten natürlich die Holländer ein Interesse an
Vertuschung. Ob nun gerade Batavia unseren Held vom Sockel stürzen
würde, weiss ich nicht. Immerhin war es einfach Pech. Ich sehe nicht,
was Cook dort hätte anderes machen können oder sollen (hin und wieder
muss man ihn ja auch mal in Schutz nehmen...).
Da schätze ich die Ohren-Ab-Geschichte (wurde im Film nicht erwähnt)
schon etwas kritischer ein... Aber so hat halt jeder seine Vorlieben.
Insgesamt finde ich das Resümee, dass Cook es für seine Herkunft doch
erstaunlich weit gebracht hat, nicht unbedingt falsch. Er hatte nicht
uneingeschränkt optimale Startbedingungen. Und er war erfolgreich, wo
andere, weniger qualifizierte Seefahrer gescheitert sind (man denke
nur an Lapérouse).
Dass Banks' Hunde von Promenadenmischungen und nicht von echten
Windhunden gespielt wurden, finde ich verschmerzbar, obwohl es
natürlich die historischen Tatsachen verzerrt.
Natürlich kann man an den Spielszenen herummäkeln. Wobei die Frage
ist, ob diese historisch korrekt sein sollen oder einfach das ganze
etwas auflockern. Ist doch schon flott, wie der Captain seine Perücke
abstreift......
Die Frage, ob Cook ünberhaupt irgendwelchen Ideen zugeneigt war, ist
sicherlich berechtigt und schreit geradezu nach eingehender Forschung.
Mr. Fleck ist mir entgangen. Aber mit meinen begrenzten Möglichkeiten
konnte ich mir nur die geschnippelte Youtube-Version erlauben.

Grundsätzlich eine spannende Diskussion, wenn sich auch die Frage
stellt, ob wir überhaupt über denselben Film sprechen.

Grüße,
Sabine



--- In german_ccs@... hat "Heiko Schnickmann"
<heiko.schnickmann@...> geschrieben:
>
> Grüß Gott miteinander,
> da gibt man sich so eine Mühe und tippt eine ellenlangen Text, dann
> verklickt man sich und nichts ist mehr da. Nun gut, auf ein Neues.
> Zunächst einmal eine Entschuldigung. Vergangene Woche hatte irgendein
> Spammailer meine Adresse missbraucht um seine äußerst wichtige
> Werbung an meine gesamte Mailliste zu verteilen. Viele Mails kamen
> gar nicht an, hier leider schon.
> Dann hatte ich am vergangen Wochenende keine Zeit, mir die
> Dokumentation anzusehen, zeichnete sie aber auf und guckte sie heute.
> Leider ist eine Digitalisierung auf Grund von
> Formatisierungsproblemen nur möglich, wenn ich viel Zeit und Aufwand
> betreibe, und dann ist das Ergebnis auch nicht wirklich gut und nett
> anzusehen, wie ich aus Erfahrung weiß.
> Hinzu kommt, dass die Dokumentation eher schlecht war. Da sie nur
> eine Stunde dauerte, konnte man natürlich nicht erwarten, dass alle
> Details darin vorkommen konnten und daher schien der Ansatz sich nur
> auf die erste Reise zu beschränken doch ganz nett, so dass man
> wenigstens an dieser Reise viele Einzelheiten hätte zeigen können.
> Doch bereits in der erste Minute wurden meine Hoffnungen bereits
> getrübt. Der Film begann mit dem Schiffbruch am Great Barriere Rief
> und berichtete dann, dass Cook vor dieser Reise unbekannt und danach
> ein Nationalheld sein würde. Das ist nun in keinster weise richtig.
> Immerhin war Cook der Admiralität ja durch seine Leistungen im French-
> and-Indian-War, der mit keiner Silbe erwähnt wird, bekannt und der
> große Held nach der 1. Reise war letztlich Banks nicht Cook. Nun
> sollte aber dieser Spruch wohl dafür sorgen, dass der Zuschauer weiß,
> warum grade über diesen Mann einen Film gedreht werden muss.
> Unter dieser Prämisse steht dann auch der ganze Film. Cook wird
> dargestellt als armer Junge ohne Abstammung, der es durch diese Reise
> geschafft hat. Dummerweise muss der Film hierfür einige Tatsachen
> außer Acht lassen, damit an dem Bild des Helden nicht gerüttelt
> werden kann. So etwa wird der Aufenthalt in Batavia, der Cook dann
> doch die ganze Mannschaft kostete, nicht erwähnt.
> Der Film ist ein Semispielfilm, soll heißen, neben dem Moderator, der
> sich selbst Entdecker nennt, und über Cook etwas herausfinden möchte,
> werden Spielszenen gezeigt, die Cook und Banks sowie den Rest der
> Mannschaft zeigen, wie sie ihrem täglichen Geschäft auf der Endeavour
> nachgehen. Ich muss gestehen, dass mir nicht bewusst war, wie weit
> und offen Räume und Fenster auf so einem umgebauten Kohlefrachter
> waren. Das Studierzimmer Joseph Banks war einem Adeligen angemessen
> und die Kapitänskajüte hätte den Kommandanten der Yacht von Königin
> Elisabeth II. neidisch gemacht. Überhaupt wurde Banks als reich,
> kaufte er sich doch für 10.000 Pfund auf die Reise ein, und gebildet
> dargestellt. Seine adelige Herkunft oder seine spätere Karriere als
> Chef der Royal Society fand keinerlei Erwähnung. Im Gegensatz zu
> seinen beiden Windhunde, im Film dargestellt durch zwei struppige
> Promenadenmischungen, die sicherlich süß, aber keine Windhunde waren,
> musste erwähnt werden.
> Der Film war eingeteilt in drei Erzählstränge. Er ging zunächst auf
> das Skorbutproblem ein, wobei er lediglich auf das Zahnfleisch
> einging, nicht auf andere Wunden, die durch den Vitamin-C-Mangel
> entstehen konnten, und auf die Lösung des Problems. Die Spielszenen
> dazu zeigten die Mannschaft übrigens an langen Tischen sitzen und
> sich das Essen gegenseitig reichen, wobei ich mich fragte, wer grade
> das Schiff auf Kurs hielt. Zweitens wurde der Venustransit erwähnt
> und schließlich wurde die geheime Mission zur Entdeckung der terra
> australis incognita enthüllt, die die Off-Stimme zu der tollkühnen
> These hinreißen ließ, dass England durch die Entdeckung dieses Landes
> das reichste und mächtigste Land der Erde werden sollte, was es ja
> vor Cook nicht war.
> Der netteste Fehler des Films passiert übrigens als von der
> Entdeckung Australiens erzählt wird. In diesem Zusammenhang wird
> nämlich auch von der späteren Besiedlung Australiens durch Gefangene
> gesprochen, die der liberale Cook sicher nicht gut geheißen hätte.
> Das lässt mich natürlich mal fragen, welchem politischen Ideen Cook
> zugeneigt war, wenn er einer zugeneigt war. War er überhaupt ein
> liberaler?
> Der Film endet mit dem Great Barriere Rief, dass Cook dann siegreich
> durchquerte. Die beiden anderen Reisen Cooks finden kaum Erwähnung,
> nur um klar zu machen, dass eben die erste Reise die allerwichtigste
> war, was dort genau passierte wird nicht einmal kurz erwähnt. So wird
> auf verschwiegen, dass sein Tod auf der letzten Reise auf Hawaii
> stattfand.
> Der Film schien entweder schlecht recherchiert oder so seiner
> Intention, Cook als Helden zu zeigen, so verfallen, dass er vieles
> absichtlich wegließ, da half auch der Dank an die Captain Cook
> Society im Abspann nicht fiel. Eine Sache aber muss doch noch positiv
> genannt werden. Im Film gab es ein Gespräch mit dem letzten
> Nachfahren von James Cook einem Ur&#8230;urgroßneffen mit Namen Robert
> Fleck. Kennt den jemand. Ich habe von ihm noch nie gehört. Horowitz
> geht zwar auf ein James Fleck ein, der Cooks Schwester heiratete,
> aber von Nachkommen erzählt er nicht.
> So das war es von mir.
> Grüße
> Heiko
>





Mo 18. Aug 2008 22:26

morskasvinka
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Grüß Gott miteinander, da gibt man sich so eine Mühe und tippt eine ellenlangen Text, dann verklickt man sich und nichts ist mehr da. Nun gut, auf ein...
Heiko Schnickmann
heikoschnick...
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16. Aug 2008
15:26

Servus, nur kurz vom Rande des Nervenzusammenbruchs am Ende des Umzugs (inkl. von fast 2 Wochen ohne Telefon und Internet - man sagt der Telefongesellschaft ja...
Anke
ankeccs
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18. Aug 2008
19:34

Guten Abend! Handelt es sich eventuell um dieses Filmchen? http://www.youtube.com/watch?v=ZJGi2IQKtXI&feature=related (1) ...
morskasvinka
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18. Aug 2008
22:26
Erweitert

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