Hallo aus Mainz
als Feldmühleninteressierter und Polarlichtsucher habe ich soeben folgenden Beitragsreihe aus dem Polarlichtforum http://www.meteoros.de/forum.htm gelesen.
Als Startseite benutze ich http://www.andreas-wehrle.de/ um nix zu verpassen.
Wo hört eigentlich die Meteorologie auf und fängt die Astronomie an
- in der Ionosphäre oder hinter der Sonne?
Gruß Michael
heute hatten wir in Mainz sicherlich 100-300 V/m - schönwetterfeld, aber etwas kühl für die Jahreszeit.
Braunschweig Magnetometer
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Verfasst am: Fr, 26.03.2004 00:02
als Feldmühleninteressierter und Polarlichtsucher habe ich soeben folgenden Beitragsreihe aus dem Polarlichtforum http://www.meteoros.de/forum.htm gelesen.
Als Startseite benutze ich http://www.andreas-wehrle.de/ um nix zu verpassen.
Wo hört eigentlich die Meteorologie auf und fängt die Astronomie an
- in der Ionosphäre oder hinter der Sonne?
Gruß Michael
heute hatten wir in Mainz sicherlich 100-300 V/m - schönwetterfeld, aber etwas kühl für die Jahreszeit.
Braunschweig Magnetometer
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Verfasst am: Fr, 26.03.2004 00:02
Guten Abend in die Runde,
in einigen Beiträgen die ich gerade gelesen habe, wird auf die Kurven des Magnetometers in Braunschweig verwiesen. Leider habe ich mich bislang nicht sehr detailliert damit beschäftigt.
Daher meine (entschuldigt) "laienhafte" Frage, was die vier Kurven aussagen. Wofür stehen die jeweiligen Indizes hinter dem B?
Vielen Dank schon für die kleine Lehrstunde.
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Verfasst am: Fr, 26.03.2004 12:27
das Gesamtmagnetfeld (B) setzt sich aus 3 Komponenten, den sog. Vektoren, zusammen:
Bx: Nord-Süd Ausrichtung
By: Ost-West Ausrichtung
Bz: Vertikale Ausrichtung (senkrecht zur Erdoberfläche)
Polarlicht ist allgemein umso wahrscheinlicher (grober Anhaltspunkt):
- Bx: je kleiner der Wert,
- By: je grösser der Wert abends und je kleiner der Wert morgens,
- Bz: je grösser der Wert
- allgemein: je steiler die Kurven verlaufen; fast senkrechte Linien sind optimal.
Hoffe, ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen.
Gruß
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Verfasst am: Fr, 26.03.2004 14:34
Bx: Nord-Süd Ausrichtung
By: Ost-West Ausrichtung
Bz: Vertikale Ausrichtung (senkrecht zur Erdoberfläche)
Polarlicht ist allgemein umso wahrscheinlicher (grober Anhaltspunkt):
- Bx: je kleiner der Wert,
- By: je grösser der Wert abends und je kleiner der Wert morgens,
- Bz: je grösser der Wert
- allgemein: je steiler die Kurven verlaufen; fast senkrechte Linien sind optimal.
Hoffe, ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen.
Gruß
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Verfasst am: Fr, 26.03.2004 14:34
Besonders bei der Z-Komponente stimmt das, glaube ich, nicht.
Z zeigt uns ja an, ob das Oval näher zu uns kommt oder ob es noch weit weg ist.
Kommt es aber näher, dann fällt der Wert von Z und somit ist ein kleiner Wert hier besser als ein großer.
Ich glaube, erst wenn das Oval über uns angekommen ist, dreht sich die Richtung von Z erst um und ab jetzt ist ein großer Wert besser als ein kleiner. Aber das kommt wohl eher selten vor.
Vielleicht kann mal jemand ein SAM-o-gramm von 20.11.2003 posten mit allen 3 Komponenten. Da sollte man die Dinge ganz gut sehen können.
Bzgl. der Komponenten X und Y habe ich noch keine allgemeine Regel gefunden. Bei Y ist es wohl so, dass an ruhigen Tagen mit plötzlichem, schwachem Polarlicht, hohe Werte gut sind. An stark gestörten Tagen ist es aber wohl egal ob der Wert hoch oder niedrig ist.
Das gleichen gilt evtl. auch für X, aber hier fehlt mir im Moment noch der Überblick.
Evtl. kann Dirk sich dazu mal kurz äußern. Ich hatte vor einiger Zeit mal bei Cary Oler nachgefragt, aber er hat die Frage wohl irgendwo in seinem Mail Ordner verloren. Wenn ich Zeit habe, frage ich einfach nochmal nach.
Gruß
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Verfasst am: Fr, 26.03.2004 22:34
das hilft mir schon mal weiter, diese Kurven zu interpretieren. Ich schaue später noch mal rein, ob jemand das SAM-o-gramm vom 20. November 2003 postet.
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Verfasst am: Sa, 27.03.2004 01:22
Also, das ist nicht so einfach ohne Tafel und ohne mit den Haenden herumzufuchteln.... Wichtigste Hilfe ist die "rechte Hand Regel". Wenn ein Strom fliesst, dann ensteht darum herum ein Magnetfeld. Die Richtung des Magnetfeldes kann mit der rechten Hand herausfinden. Faust, mit ausgestecketem Daumen: der Daumen zeigt in Richtung des Stromes, die Finger geben an wie das Feld sich um den Strom herumwindet.
Gucken wir mal was ein Strom im Magnetometer zeigen wuerde. Wir nehmen an, dass das Magnetometer nur langsame Aenderungen hat, d.h. die Spur geht langsam rauf (oder runter) und wieder zurueck in die Ruhelage. Langsam heisst im Laufe 1/2 oder 1 Stunde.
Nehmen wir mal ideale Schulbuchbegingungen: in der Ionosphaere fliesst ein gerader Ost-West Strom (Elektrojet). Wenn wir genau drunter stehen, gibt es kein Magnetfled in vertikaler Richtung, und keins in Ost-West (E-W) Richtung, aber ein gutes Feld in N-S, und zwar nach N wenn der Strom nach E (rechts) fliesst, und nach S wenn der Strom nach W fliesst.
Wenn wir suedlich unter dem Strom stehen, dann gibt es zusaetlich eine vertikale Komponente. Die rechte Hand Regel zeigt, fuer einen Strom nach E, und Standpunkt suedlich unter dem Strom, dass da ein Magnetfeld mit einer Komponente nach unter sein sollte. Wenn wir noerdlich vom Strom stehen, gaebe es eine nach oben gerichtete Komponente.
Wenn so ein Strom nicht genau ist E-W Richtung fliesst, gibts auch noch Magnetfeldkomponenten in E-W Richtung.
Von eine N-S Kette von Magnetometern kann man nun also re-konstruieren, wo ein Strom in der Ionosphaere fliesst, solange der keine zu komplizierte Geometrie hat, und als einfacher Linienstrom approximiert werden kann. Je groesser der Strom, desto groesser die Magnetometer Ausschlaege. Und der Strom fliesst meist in oder in der Naehe von der Aurora. Hier im Norden haben grosse Substuerme Stroeme die 2-4000 nT Stoerung machen.
Wenn nun ein Magnetometer Oszillationen zeigt, sagen wir mit Perioden von 1-5 Minuten, dann heissen die Pulsationen, und sind schwerer zu verstehen. Das sind normalerweise keine Linienstroeme. Pulsationen sind Plasmawellen, die aus der Magnetosphaere kommen. Die induzieren Stromsysteme in der Ionosphaere, und daher Magnetfeldschwankungen am Boden Pulsationen sind auch in der Regel mit Aurora verbunden, aber nicht mit "pulsierender Aurora" zu verwechseln. Pulsationen koennen ebenso mit ruhigen oder aktiven Boegen auftreten. Es gibt Theorien, dass insbesondere mehrere parallele Boegen von Pulsationen verursacht werden.
Uebrigens, wenn ich Magnetometer angucke, dann nenne ich die drei Komponenten normalerweise H, D, und Z fuer N-S, E-W, und vertikal. H steht fuer Horizontal (weil der groesste Anteil des horizontalen Feldes in N-S Richtung ist), und D fuer Deklination (wegen der E-W Abweichung von "normal null").
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Verfasst am: Sa, 27.03.2004 10:18
Gucken wir mal was ein Strom im Magnetometer zeigen wuerde. Wir nehmen an, dass das Magnetometer nur langsame Aenderungen hat, d.h. die Spur geht langsam rauf (oder runter) und wieder zurueck in die Ruhelage. Langsam heisst im Laufe 1/2 oder 1 Stunde.
Nehmen wir mal ideale Schulbuchbegingungen: in der Ionosphaere fliesst ein gerader Ost-West Strom (Elektrojet). Wenn wir genau drunter stehen, gibt es kein Magnetfled in vertikaler Richtung, und keins in Ost-West (E-W) Richtung, aber ein gutes Feld in N-S, und zwar nach N wenn der Strom nach E (rechts) fliesst, und nach S wenn der Strom nach W fliesst.
Wenn wir suedlich unter dem Strom stehen, dann gibt es zusaetlich eine vertikale Komponente. Die rechte Hand Regel zeigt, fuer einen Strom nach E, und Standpunkt suedlich unter dem Strom, dass da ein Magnetfeld mit einer Komponente nach unter sein sollte. Wenn wir noerdlich vom Strom stehen, gaebe es eine nach oben gerichtete Komponente.
Wenn so ein Strom nicht genau ist E-W Richtung fliesst, gibts auch noch Magnetfeldkomponenten in E-W Richtung.
Von eine N-S Kette von Magnetometern kann man nun also re-konstruieren, wo ein Strom in der Ionosphaere fliesst, solange der keine zu komplizierte Geometrie hat, und als einfacher Linienstrom approximiert werden kann. Je groesser der Strom, desto groesser die Magnetometer Ausschlaege. Und der Strom fliesst meist in oder in der Naehe von der Aurora. Hier im Norden haben grosse Substuerme Stroeme die 2-4000 nT Stoerung machen.
Wenn nun ein Magnetometer Oszillationen zeigt, sagen wir mit Perioden von 1-5 Minuten, dann heissen die Pulsationen, und sind schwerer zu verstehen. Das sind normalerweise keine Linienstroeme. Pulsationen sind Plasmawellen, die aus der Magnetosphaere kommen. Die induzieren Stromsysteme in der Ionosphaere, und daher Magnetfeldschwankungen am Boden Pulsationen sind auch in der Regel mit Aurora verbunden, aber nicht mit "pulsierender Aurora" zu verwechseln. Pulsationen koennen ebenso mit ruhigen oder aktiven Boegen auftreten. Es gibt Theorien, dass insbesondere mehrere parallele Boegen von Pulsationen verursacht werden.
Uebrigens, wenn ich Magnetometer angucke, dann nenne ich die drei Komponenten normalerweise H, D, und Z fuer N-S, E-W, und vertikal. H steht fuer Horizontal (weil der groesste Anteil des horizontalen Feldes in N-S Richtung ist), und D fuer Deklination (wegen der E-W Abweichung von "normal null").
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Verfasst am: Sa, 27.03.2004 10:18
vielen Dank für Eure sehr informativen Beiträge. Langsam wird der komplexe Zusammenhang klarer !
Gruß
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Verfasst am: Sa, 27.03.2004 14:06
auch von mir ein 'Dankeschön' für die Erläuterungen. Deine Postings sind immer wieder eine Bereicherung.
Ich hab da noch eine Frage. Mir ist aufgefallen (und vielen anderen sicherlich auch), dass sich zumindest bei großen Polarlicht Ereignissen, also solchen, die man auch von Mitteleuropa aus beobachten kann, die Hauptaktivität fast immer in den Stunden vor bzw. nach Mitternacht (Ortszeit) abspielt. So wie es scheint sind starke PL-Ausbruche um Mitternacht +/- 30-60Min. eher eine Ausnahme. Ist das Zufall oder gibt es dafür eine Erklärung? Hängt es vielleicht damit zusammen, dass man in der Zeit um Mitternacht vom ostwärts gerichteten 'auroral electrojet' in den westwärts gerichteten wechselt ...oderwiewowas?
Ich finde das ganze 'etwas' verwirrend, denn auf praktisch allen schematischen Zeichnungen eines 'idealen' Polarlicht-Ovals hat dieses um Mitternacht (Ortzeit) seine größte Breite und damit auch südliche Ausdehnung. Irgendwie widerspricht sich das aber mit meinen Beobachtungen ...
Grüße
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Verfasst am: Sa, 27.03.2004 20:23
Das ist mir auch schon aufgefallen. Und heftiges CH-Polarlicht (Typ "rasend schnelle Bewegung, ausgepraegte rosa Unterkante und schnell wieder vorbei") habe ich hauptsaechlich am fruehen Abend (so zwischen 18-20 Uhr Ortszeit) beobachtet. Generell ist mein Eindruck, dass vor Mitternacht durchschnittlich mehr los ist als um Mitternacht herum und nach Mitternacht, was aber auch teilweise daran liegen kann, dass ich ja irgendwann auch schlafen muss und deshalb Polarlicht weit nach Mitternacht normalerweise nicht mitkriege. Aber ich schaue meistens am naechsten Tag, was an der SGO-Cam und am MM Tromsø los war, und meistens war dann da auch nicht mehr viel.
Gruss,
Ich hab da noch eine Frage. Mir ist aufgefallen (und vielen anderen sicherlich auch), dass sich zumindest bei großen Polarlicht Ereignissen, also solchen, die man auch von Mitteleuropa aus beobachten kann, die Hauptaktivität fast immer in den Stunden vor bzw. nach Mitternacht (Ortszeit) abspielt. So wie es scheint sind starke PL-Ausbruche um Mitternacht +/- 30-60Min. eher eine Ausnahme. Ist das Zufall oder gibt es dafür eine Erklärung? Hängt es vielleicht damit zusammen, dass man in der Zeit um Mitternacht vom ostwärts gerichteten 'auroral electrojet' in den westwärts gerichteten wechselt ...oderwiewowas?
Ich finde das ganze 'etwas' verwirrend, denn auf praktisch allen schematischen Zeichnungen eines 'idealen' Polarlicht-Ovals hat dieses um Mitternacht (Ortzeit) seine größte Breite und damit auch südliche Ausdehnung. Irgendwie widerspricht sich das aber mit meinen Beobachtungen ...
Grüße
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Verfasst am: Sa, 27.03.2004 20:23
Das ist mir auch schon aufgefallen. Und heftiges CH-Polarlicht (Typ "rasend schnelle Bewegung, ausgepraegte rosa Unterkante und schnell wieder vorbei") habe ich hauptsaechlich am fruehen Abend (so zwischen 18-20 Uhr Ortszeit) beobachtet. Generell ist mein Eindruck, dass vor Mitternacht durchschnittlich mehr los ist als um Mitternacht herum und nach Mitternacht, was aber auch teilweise daran liegen kann, dass ich ja irgendwann auch schlafen muss und deshalb Polarlicht weit nach Mitternacht normalerweise nicht mitkriege. Aber ich schaue meistens am naechsten Tag, was an der SGO-Cam und am MM Tromsø los war, und meistens war dann da auch nicht mehr viel.
Gruss,
----- Original Message -----From: stormstefan81To: feldmuehle@...Sent: Sunday, March 21, 2004 1:57 PMSubject: [feldmuehle] Gewitterempfänger vom AATiSHallo Gewitterfreunde,
ich hab jetzt mal ein altes Projekt fertig gebastelt, nämlich den
Gewitterempfänger vom AATiS. Die ersten Tests sehen echt gut aus. Hat
von euch einer schon Erfahrungen mit dem Teil im echten Gewitter
gemacht?
Ich denke schon lange drüber nach die FM und die Blitztätigkeit
parallel aufzuzeichnen.
Es hatten ja schon einige Leute mal die Idee, für das E-Feld ähnlich
wie für das Magnetfeld einen K-Wert einzuführen, da könnte meines
Erachtens die Blitztätigkeit miteinfließen.
Vielleicht ergibt sich ja eine Diskussion darüber, wie man sowas
definieren könnte... Meine bisherigen Messungen stelle ich gerne zur
Verfügung...
Schönes Wochenende noch!
Stefan