EATA Baden-Württemberg e.V.
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Presseerklärung
Stuttgart, 01.11.2006
Nach Morddrohungen gegen Ekin Deligöz:
EATA unterstützt türkischstämmige Politikerinnen und fordert entschiedeneres
Vorgehen gegen fundamentalistische Organisationen und ihre Medien
Die türkische Akademiker- und Studierendenorganisation EATA (European
Assembly of Turkish Academics) Baden-Württemberg unterstützt die
Politikerinnen Ekin Deligöz (Bündnis 90/Die Grünen) und Lale Akgün (SPD) in
ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung. Wir verurteilen entschieden, dass
einige islamistische Medien zu Morddrohungen gegen Ekin Deligöz aufgerufen
haben.
Das Tragen des Kopftuches gegen den eigenen und freien Willen der Frauen
lehnt EATA genauso entschieden ab, wie den Missbrauch des Kopftuches als
politisches Symbol. Insofern unterstützt EATA den Appell der
türkischstämmigen Politikerinnen gegen religiös und vor allem politisch
begründete Zwänge auf Frauen. Für Männer und Frauen gelten die gleichen
Grundrechte und Freiheiten.
"Leider müssen wir beobachten, dass konservativ ausgerichtete türkische
Gruppierungen auf kommunaler Ebene immer stärkeren Einfluss gewinnen", sagt
Kerim Arpad, Vorsitzender von EATA Baden-Württemberg. "In Deutschland
entstehen immer mehr Schülerwohnheime, Hausaufgabenhilfen und Privatschulen,
die in der Hand von konservativ-islamischen Bruderschaften liegen. Sie
verfügen ähnlich wie Sekten über ein verworrenes Netz von Firmen und anderen
Vereinen, die sie unterstützen. Oftmals finden solche Gruppierungen auch die
Unterstützung der Kommunen, da ihnen auf den ersten Blick kein aggressives
oder gefährdendes Verhalten nachzuweisen ist", so Arpad weiter.
Ein Ergebnis dieser fundamentalistischen Bestrebungen ist die zunehmende
Isolation der türkischstämmigen Gesellschaft in Deutschland sowie die
Entfremdung der Einheimischen und der zugewanderten Bevölkerung. "Dies ist
kontraproduktiv zu den Bemühungen unserer Vereinigung und zahlreicher
anderer Organisationen für Völkerverständigung, Integration und Toleranz",
so Arpad.
EATA fordert die politisch Verantwortlichen in der Bundesrepublik
Deutschland auf, stärker gegen fundamental-islamistische Organisationen und
ihre Medienorgane vorzugehen, die direkt oder indirekt gegen die
Grundrechte, wie sie im Grundgesetz festgelegt sind, agieren. Die
Aktivitäten dieser Organisationen müssen weiterhin intensiv von den Behörden
beobachtet werden. Eine Duldung rechtsfreier Räume, die Beschneidung von
Grundrechten durch Ausübung von Gewalt darf es nicht geben! Das Grundrecht
zur freien Religionsausübung oder die Pressefreiheit darf nicht durch
fundamentalistische Kräfte gegen andere Grundrechte wie die Meinungsfreiheit
ausgespielt werden!
European Assembly of Turkish Academics (EATA) Baden-Württemberg e.V.
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