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Fallbeispiel: Idee für mehr Sicherheit in den Zügen   Beitragsliste  
Antworten | Weiterleiten Beitrag #61 von 66 |
Die kreativen Tipps von Yves Oesch für mehr Innovation
in Ihrem Unternehmen.

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*.*.*.*.*.*.*.*.*.*.*.*.*.*.*.*.*.*.*.*.*.*.*.*.*.*.*.*.*


Liebe Leserin, lieber Leser

In dieser Ausgabe finden Sie ein Fallbeispiel zum Thema
Sicherheit in den Zügen mit den Kommentaren des betroffenen
Unternehmens (die Schweizer Bundesbahnen: SBB).


Im Juli 2003 habe ich die spannende ASIT-Methode
(siehe unter http://www.start2think.com) im Selbststudium
gelernt und sie dann konkret mit dem Thema << Sicherheit in
den SBB-Zügen >> getestet.
ASIT steht für Advanced Systematic Inventive Thinking.

Im Vergleich zu der TRIZ-Methode, die vor allem bei Ingenieuren
beliebt ist, ist ASIT viel einfacher (eine Software ist nicht
nötig) und kann auch im Dienstleistungsbereich und/oder im
Zusammenhang mit << menschlichen Problemen >> angewandt werden.



::: Das Fallbeispiel: Sicherheit in den SBB-Zügen

Gemäss Presseberichten vom Juni 2003 planen die SBB, bis 2005,
Überwachungskameras in allen Zügen einzurichten. Damit wollen
sie Vandalismus und Gewalt bekämpfen. Kostenpunkt: ca. 50 Mio. CHF.
Neue Züge werden mit Videokameras gebaut und ältere Züge müssen
umgerüstet werden.

Ich denke, dass die Überwachungskameras viele Nachteile
haben und weil eine gesetzliche Grundlage noch fehlt (Datenschutz)
habe ich nach einer eleganten Alternative gesucht, die günstiger
als die geplanten Kameras ist. Diese Alternative habe ich nach
ein paar Fehlversuchen auch gefunden.

Ich schätze, dass die SBB damit über 30 Mio. CHF sparen könnten.


::: Die Idee

Ich habe angenommen, dass bei vollbesetzten Zügen (z.B. Olten -
Zürich um 7.15), Sicherheitsprobleme und Vandalismus kaum vorhanden
sind. Ich assoziiere nun, wie die SBB diese << ideale Situation >>
reproduzieren könnten.

Wenn die Züge nicht voll sind, sollten die SBB den gleichen Zustand
<< künstlich >> erzwingen, indem sie ein paar Wagen schliessen,
während der Zeit, wo die Züge halb leer sind (Statistiken über die
Auslastung sind vorhanden). Sie würden also erreichen, dass
niemand mehr allein in einem Wagen sitzt und sie würden die
Videokameras nicht mehr brauchen!

Die Passagiere, die im gleichen Wagen sitzen, würden die Rolle der
Videokameras übernehmen und sogar dafür zahlen (SBB-Ticket).

Einem Gewaltopfer nütze es wenig, wenn eine Kamera das Beweismaterial
liefern könnte. Es wäre ihm sicher lieber, wenn jemand da gewesen wäre,
der den Gewaltakt verhindert hätte!
Und genau das erreichen die SBB, wenn immer mehrere Leute in einem Wagen
sitzen.


Um diese Idee umsetzen zu können, müssten gewohnte Abläufe bei
der SBB neu geprüft werden. Im Gegenzug könnten die SBB damit eine
Menge Geld und auch viel Zeit sparen, weil keine neue gesetzliche
Grundlage nötig wäre und weil alte Züge nicht umgebaut werden müssten.
(Einsparung pro << alter Zug >>: CHF 30'000.- bis 40'000.-).


::: Bemerkungen

Die (Roh)Idee sieht hier einfach aus. Solche Ideen sind aber ohne
Denkwerkzeuge sehr schwer zu finden, weil wir oft viel zu weit suchen!

Ich behaupte jetzt nicht, dass nur noch ASIT angewandt werden sollte.
Ich bin jedoch der Meinung, dass diese Methode zur neuzeitlichen
Werkzeugskiste eines effizienten und kreativen Problemlösers gehört.


Es geht hier nicht darum, die SBB zu kritisieren sondern zu zeigen,
dass ein Perspektivenwechsel und einfache Denkwerkzeuge oft
interessante Alternativen zu Best-Practice Erfahrungen (Anpassung
von Ideen aus anderen Unternehmen bzw. aus anderen Branchen)
generieren können.

Und: mehr Alternativen bedeuten oft bessere Entscheidungen,
weil alle Vorteile/Nachteile gegenübergestellt werden können.

Wenn mehr Zeit in die Phasen Problemanalyse und Alternativensuche
investiert würde, könnten Firmen oft eine grosse Kompensation
bei der Umsetzungsphase erreichen.

Die Kombination Betriebswirtschaft verbunden mit Kreativitäts- und
Problemlösungstechniken finde ich hier absolut spannend.



::: Antwort der SBB und Kommentare

SBB: << Die SBB schliessen in begleiteten Zügen seit Jahren die
Türen von nicht ausgelasteten Wagen. Trotz dieser Massnahme stellen
wir fest, dass Personen Sachbeschädigungen und Belästigungen
in den besetzten Wagen durchführen. Die Präsenz anderer
Fahrgäste ist für die Täter meist kein Hinderungsgrund >>.


Meine Idee geht viel weiter: die Anzahl der Wagen im voraus zu
reduzieren und nicht nur aktiv werden, wenn Wagen leer sind.
Bahnhöfe und Zeitpunkte müssten definiert werden, um Wagen
zu schliessen und wieder zu öffnen (vielleicht würden
die SBB mit der Idee sogar Wartungskosten pro Wagen einsparen)
Die Anzahl Passagiere pro Wagen muss einfach gross genug sein,
um die Hemmschwelle der Täter zu erhöhen.



SBB: << Die Erfahrung zeigt ausserdem, dass in unbegleiteten,
so genannten Treffpunktwagen, besonders häufig randständige
Personen anzutreffen sind - mit der Absicht, Aufsehen zu
erregen >>.


Die mit einer Markierung erkennbaren << Treffpunktwagen >>
können meiner Meinung nach nicht mit einer Reduktion der offenen
Wagen verglichen werden. Täter gehen möglicherweise davon aus,
dass diejenigen Leute die genannten Treffpunktwagen belegen,
Angst haben, in einem << normalen >> Wagen zu sitzen. Diese Leute
werden bei Aggressionen oder Vandalismus eher passiv bleiben.


Ich frage mich:

Wann ist die Hemmschwelle grösser: mit integrierten Überwachungskameras
oder mit mindestens 10 Menschen als Beobachter im gleichen Wagen?

Ist dieser Hemmschwellenunterschied mehrere hunderttausend Franken wert?



Interessanterweise war am 31.8.03 in der Schweizer SonntagsZeitung zu
lesen, dass der Bund den Unternehmen erlauben will, eine Transportpolizei
auf die Beine zu stellen, die deutlich mehr Kompetenzen erhalten wird als
die bisherige Bahnpolizei. Ein neues Bundesgesetz liegt bereits im Entwurf
vor.



::: Schlussfolgerungen

In Zukunft habe ich im Sinn, meine Unterstützung auch bei der Analyse
und der Entwicklung von Problemlösungen im Zusammenhang mit komplexen
und teuren Projekten anzubieten.
Lösungen sind oft bereits in der Problemstellung enthalten und ich
merke immer mehr, dass ich als externer Ideenkatalysator mit den
diversen Tools (nicht nur ASIT) Firmen helfen kann, Problemsituationen
genauer zu analysieren und auch eleganter (Effizienz + Kosten) zu lösen.


Ich hoffe dass Sie von diesem Fallbeispiel profitieren können und
bin gerne bereit, Sie und/oder ein firmeninternes Team bei der Suche
nach idealen Problemlösungen für sich selbst wie auch für Ihre Kunden
zu unterstützen.


Ich wünsche Ihnen eine ideenreiche Zeit!

Herzliche Grüsse aus Olten

Ihr Yves Oesch


PS: Die ASIT CD-ROM und das 100-seitige englische pdf-Buch kosten
nur 29 USD und ich bin am Umsatz nicht beteiligt ;-)



::: Im offenen Business-Creativity Seminar vom 5.11.03 in
Olten lernen Sie, Ideen Schritt für Schritt zu entwickeln.
http://www.seminare.ch/search_details.asp?seminar_id=75934


::: Unter http://www.mylinea.com/creawork finden Sie
über 270 kommentierte Links rund um die Themen Kreativität,
Innovation, Forschung und Ideenmanagement.

Die beliebte Datenbank wird bereits über 4000-mal pro Monat
abgefragt.

Der Informationsdienst der europäischen Gemeinschaft für Forschung
und Entwicklung (CORDIS) hat über das CreaWork-Portal seinen
Online News und auch im Cordis Focus vom 11.8.03 (die Zeitschrift
erscheint 2x pro Monat) berichtet (http://www.cordis.lu).

Am 26.8.03 wurde das CreaWork-Portal auch im Unternehmerbrief von
Impulse.de vorgestellt. Ca. 15'000 Geschäftsleute erhalten diesen
Brief per E-Mail.



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E-Mail: mailto:yves.oesch@... .. Telefon: +41 (0)62 296 8696
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Die 2. Sep 2003 13:28

yvesoesch
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