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alt: grüsse zum ersten intern-Consulta-Treffen -Bericht   Beitragsliste  
Antworten | Weiterleiten Beitrag #43 von 66 |
Liebe berliner Freunde der Consulta
es ist erfreulich dass frau/man trotz des erdrückend plötzlich
schönen Wetters Lust gefunden hat diesen aktuellen Bericht zum
Berlin-
Consulta-Beginn zu schreiben
ich versuche gerade eine abgespekte Cersion zum consulta-Prozess
für
das griechische Indy aus den Consulta –Texten zusammenzufassen
und
die Ordnung die ihr schon reingebracht habt ist sehr hilfreich, -
also an dieser Stelle schon mal ein grosses Danke an alle für die
ganze kreative arbeit in den letzten Monaten, ich denke das wird auch
die Mindest-Aussage der meisten sein die diese Entwicklung verfolgen

erörternd/ ergänzend /weiterführend zum Bericht folgendes
(und bitte
schon mal um Kritik und anderen Perspektivansichten eurerseits):
1) unter Punkt 2. - Prozessidee - steht:
"Es soll keine neue Politgruppe entstehen, stattdessen soll die
Consulta (=Prozeß) an sich im Vordergrund stehen." und ein paar
Zeilen weiter:
"...einen Rahmen (Ausrichtung der Consulta......) für das Projekt
hier in Berlin finden - das Projekt hier eine klare politische
Ausrichtung haben."
Ich würde hier zusammeninterpretierend formulieren, dass es hier
um
eine politische initiative handelt (und dadurch doch auch um
eine/vielen politschen gruppen!), die den an sich gemeinten consulta

prozeß im Vordergrund stellt, eben als genau denjenigen Gedanken
der
sich selbst im Sinne einer politischen Position als Herangehensweise
an das Leben innerhalb der Gemeinschaft darstellt.
- : Eine unten, am Einzelnen und den einzelnen Gruppen beginnende
Befragung, "Beratung", also kommunikative Auseinandersetzung über
Inhalte, über Hintergründe von Problemen und den verschiedenen
Positionen /Sichtweisen dazu, um Erkenntnisse und Konzepte daraus als
Alternativlösungen gegenüber den von der konventionellen
Politik
angebotenen zu entwickeln.
Zwei Aspekte sehe ich hier als Fokuspunkte worauf die Besonderheit
der Idee gründet:

Der eine ist der Aspekt des "Fragens" und der dadurch
konstituierenden Ansicht als politische Gemeinschafts-
Lebenseinstellung (mit langer philosophischen Tradition!) im
Unterschied zu einer konventionellen Politik der Dominant-Ideologie-
Rezepten u. Befehlsentscheidungen via machtstrebenden, -geleiteten
und herrschaftsprofitunterstützenden "Experten"meinungen ...

Zweitens der basisorientierte und dezentrale, den einzelnen und seine
Selbstbestimmung innerhalb der Gemeinschaft im Mittelpunkt stellende
Ansatz (mit langer politischen Randgruppen-Tradition!) statt den
Entscheidungstechniken der minderheiten- und
pluralismusunterdrückenden Massenmehrheiten innerhalb von
Megastaaten...

In diesem Zusammenhang wäre anzumerken, dass der Titel "Soziale
Consulta" dem damit gemeinten Inhalt nicht voll /klar genug
vielleicht ausdrückt, was ich jedoch, in gerade eben dieser evtl.
Weitererklärungsbedürftigkeit, als Vorteil sehe - da es sich
sicher
als kommunikationsfördernd erweisen wird.
Die fünf Eckpunkte die in Barcelona vorgeschlagen wurden (und die
ich
erst mal als grundlegend und gut formuliert finde) können auch in
diesem Sinne mit der Zeit ausgeweitet und verfeinert werden um als
Grundsätze den Titel erklärend zu begleiten.
An diesem Punkt möchte ich doch noch behaupten dass eine
Grundsatzdiskussion von großer Wichtigkeit ist, und ich glaube
nicht
das wir uns verlieren werden in einer solchen, oder zwangsläufig
aktionsmäßig stagnieren würden, wenn wir ihr ausgiebig
nachgehen
würden. Das hängt auch mit folgendem zusammen:
2) ebenfalls unter Punkt 2. –Prozessidee- steht:
"...Wo sollen die Grenzen für das offene Konzept gezogen werden?
... Welche Gruppen sollen angesprochen werden. Bisher nur klar
Basisgruppen. Wir wollen uns das nächste mal ... klären: Was
sind/
gibt es Ausschlußkriterien für Einzelne, Gruppen?"
und ganz am Ende
"Wollen wir einzelne Leute bewusst nicht ansprechen, ggf.
Ausschliessen?"
Nun, es gibt bereits eine Prozessaufteilung zwischen dem internen
Consulta-Prozess und den ...öffentlichen (nenne ich mal hier so)

Und, es gibt einen dritten Bereich, wo die Consulta auf welche Art
und Weise auch immer mit anderen Gruppen zusammenarbeiten will oder
muß? aufgrund der Nähe? der Inhalte und Positionen oder Ziele

Beim internen Consulta-Prozeß können und werden praktisch nur
Leute
mitmachen die ein genuines Interesse an die Consulta-Grundsätze
haben
(sich also erst mal mit den Eckpunkten der Consulta - mindestens
theoretisch - einverstanden sehen). Diese Grundsätze bieten allein
schon genug an "positivem" Ausschließungspotential und wenn es
nicht
so wäre, wird im Laufe der Zeit klar was zu diesen Grundsätzen
noch
gehört um das Profil unmissverständlicher zu gestalten. Aus
diesen
Grundsätzen resultiert auch dass jeder erst mal als Einzelner und
nicht als Gruppenvertreter mitmacht. Eine Gefahr schließlich der
Übernahme von Consulta-Positionen von Anderen und Streite um die
Herkunft der "Weisheiten" etc. sind meiner Meinung nach eher
philologischer Bedeutung und will sie hier jetzt nicht weiter
thematisieren. Und dementsprechend finde ich den Aufbau irgendeiner
Abwehrmethodik seitens der Consulta in dieser Fragestellung als
Energieverlust. Es ist übrigens ein Diskussionsthema das die Linke
über lange Perioden hinweg erschöpft hat...
Die Frage der Abgrenzung stellt sich eher auf der Kooperationsebene
mit anderen Gruppen und im Endeffekt als die Frage einer Gefahr,
daß
Politgruppenideologie durch oder im Consulta-Prozess transferiert
wird von einzelnen Personen und Gruppen die "extern" mitmachen und
die evtl. (inwiefern?) nicht Consulta-Verträglich wäre (aber
hier
sind auch wir eigentlich alle gemeint, auch wenn wir meinen, wir
hätten "keine" Ideologie oder eine "Anti-Ideologie"-Einstellung
oder
eben die Ur-Consulta-Ideologie. Sind wir, welche Position wir auch
immer vertreten in allen Fragen unfehlbar? oder irgendwie
neutraler?). Die hierzu schon zur Sprache gebrachte
Vereinnahmungsgefahr (z.B. durch Attac bei Demos o.a.), vergessen wir
es nicht, ist ein permanentes und überall auftretendes Problem in
der
Politik. Und das Mittel dagegen aus der Sicht einer sozialen
freiheitsliebenden Bewegung ist sicher nicht der Kommunikations-
Ausschluß sondern die inhaltliche Auseinandersetzung. Wenn unsere
Argumente einleuchtend sind werden wir die Menschen ansprechen, nicht
nur diejenigen die apolitisch sind, sondern auch die mit einer
geformten politischen Position und sie zu neuen Sichtweisen
bewegen... Sicher sind die Consulta-Grundsätze immer wieder bei
Bedarf im Vordergrund zu stellen, besonders wenn wir eben gerade als
Consulta nach aussen auftreten, aber das Leben ist etwas
zusammenhängendes und auch die politische Thesen kann man oft
gedanklich nicht so genau ausdifferenzieren dass man sie als einzelne
Ideen darstellt... Ich würde eher vorschlagen, versuchen wir zu
lernen mit mehr als eine Position nebeneinander zu leben und auch
politisch tolerant gegenüber und neben nahegesinnten zu agieren...
solange sie selbst auch tolerant bleiben
Was die öffentliche Consulta angeht sieht es anders aus. Welches
ist
das Ziel? Ein Instrument, einen Weg, eine Vision von Herangehensweise
an das politische und soziale Leben anzubieten, die allen oder
möglichst vielen im Endeffekt etwas sagt, oder nur einer
begrenzten
Kaste von circa Gleichgesinnten? Gehört zu einer sozialen
Einstellung
und zur Consulta also, nicht auch der Versuch durch Verstehen und
Diskussion gerade jene Positionen die intolerant, autoritär,
rassistisch etc. sind, zu einer inneren Infragestellung und
Entwicklung zu etwas anderem hin zu treiben? Sicher denke ich.
Dementsprechend soll die Offenheit bezüglich der Herkunft der zu
berücksichtigenden Gruppen die in dem Bericht schon erwähnt
wurde
auch ein Grundsatzpunkt sein, was den öffentlichen
Diskussionsprozeß
angeht.
ok, das ganze wurde jetzt ein bisschen lang, ein letzter punkt noch
kurz, den ich als besonders wichtig betrachte:
Wie nahe steht die politische Aktivität dem Leben eigentlich? Ist
ein
grundlegender Aspekt des Politischen, besonders jenen Politischen
Denkens das durch Grundsätze wie der Sozialen Consulta versucht
den
Mensch essentieller zu denken, ihm näher zu kommen, seine Probleme
zu
beschreiben und zur Lösung zu verhelfen, nicht auch eine
Angelegenheit vom Feiern des kulturell Lebendigen? Vom Feiern
gemeinsamer Gefühle, von Empathie und von Erlebnisräumen? Ich
will
behaupten Ähnliches gehört zum Selbstverständnis der
Sozialen
Consulta genauso wie Basisorientierung, Dezentralität und
Sebstbestimmung...
aber darüber später mal... grüsse - aik

--
GMX - Die Kommunikationsplattform im Internet.
http://www.gmx.net




Sam 25. Mai 2002 15:29

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25. Mai 2002
15:29
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