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Subject: LEIPZIGER KAMERA - Newsletter II/2006
Date: Fri, 24 Mar 2006 13:24:06 +0100 (MET)
From: leipziger.kamera@...
To: leipziger.kamera@...
LEIPZIGER KAMERA - Newsletter II/2006
Inhalt:
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1. [DEL]+[CTRL] - Filme und Vorträge zum Thema Videoüberwachung, Stadtraum
und Protest, 29.-31. März
2. Aufruf: "10 Jahre sind genug! Schluss mit polizeilicher Videoüberwachung
öffentlicher Plätze"
3. Kongressaufruf BUKO 29: "re: control - respond : reject : regain",
25.-28. Mai, Berlin
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1. [DEL]+[CTRL] - Filme und Vorträge zum Thema Videoüberwachung,
Stadtraum und Protest, 29.-31. März
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Im Rahmen der Kampagne "10 Jahre sind genug! Schluss mit der polizeilichen
Videoüberwachung öffentlicher Plätze" präsentieren wir vom 29. bis zum 31.
März in der Cinématèque in der naTo (Karl-Liebknecht-Straße 48) Filme und
Vorträge zum Thema Videoüberwachung, Stadtraum und Protest.
Mittwoch, 29. März >> Maximum Surveillance Society - Videoüberwachung
19 Uhr >> Vortrag: "Die 1.000 Augen des Dr. Mabuse. Panoptismus, soziale
Ordnung und Selbstregierung", Referent: Aldo Legnaro (Köln/Hamburg).
21 Uhr >> Film: "Der Riese" (D 1982/83, 82 min). Ein Essayvideo von Michael
Klier über Videoüberwachung im öffentlichen Raum.
Donnerstag, 30. März >> Reclaim The City - Stadtraum und Macht
19 Uhr >> Vortrag: "Politik der privilegierten Orte. Überwachen und
Verdrängen in der unternehmerischen Stadt", Referent: Klaus Ronneberger
(Frankfurt/M.).
21 Uhr >> Film "La mort en direct - Der gekaufte Tod" (D/F 1979/80, 115
min). Spielfilm mit Romy Schneider und Harvey Keitel von Bertrand Tavernier.
Freitag, 31. März >> Actions Speak Louder Than Words - Protest und
Widerstand im städtischen Raum
19 Uhr >> Podiumsgespräch mit Joachim Häfele (urbane panik, Hamburg), Jochen
Becker (Innen!Stadt!Aktion!, Berlin), Nicole Grothe (Autorin von
"Innenstadtaktion. Kunst oder Politik?", Dormund) und einem Vertreter der
ehemaligen AG Öffentliche beim BgR, Leipzig.
Kurzfilme "Nichts ist mehr sicher!" (Irene Bude, Olaf Sobczak), "Georg
Orwell's 1984" (Surveillance Camera Players), "Übung im
nichtbestimmungsgemäßen Verweilen" (LIGNA), "Attention! Tous vos faits et
gestes sont surveillanés" (François Morel), "In The Event of Amnesia the
City will Recall" (Denis Beaubois), "A-Clip" (A-Clip).
Ausführliche Information zu den Vorträgen und Filmen:
http://leipzigerkamera.twoday.net/stories/1563288/
In Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk Weiterdenken e.V. in der
Heinrich-Böll-Stiftung.
Wir danken der "AG Kommunales Kino - Cinémathèque Leipzig
e.V." für die freundliche Unterstützung.
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2. Aufruf: "10 Jahre sind genug! Schluss mit der polizeilichen
Videoüberwachung öffentlicher Plätze"
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Wir bitten Euch, diesen Aufruf zu unterstützen! Eine E-mail an
<leipziger.kamera@...> genügt und wir setzen Euch oder die
Initiative/Organisation, in der Ihr aktiv seid, auf die Liste der
UntersützerInnen.
10 Jahre sind genug! Schluss mit der polizeilichen Videoüberwachung
öffentlicher Plätze
Am 10. April 2006 jährt sich zum zehnten Mal der Start des Pilotprojekts
zur polizeilichen Videoüberwachung öffentlicher Straßen und Plätze.
Leipzig gilt als Modell und Wegbereiter der dauerhaften Videoüberwachung
öffentlicher Plätze in der BRD. Heute stehen der Polizei vier
Kamerastandorte zur Verfügung, an denen sie seit Neuestem nicht nur
beobachtet, sondern auch aufzeichnet. Das Leipziger Modell wurde bis
heute von mindestens 26 deutschen Städten mit insgesamt 94 Kameras
übernommen. Während der diesjährigen Fußballweltmeisterschaft ist mit
noch mehr Videoüberwachung zu rechnen. Sicherheitshysterie,
Imagepolitik, Populismus, die Sehnsucht nach sozialer Ordnung und
staatliche Allmachtsphantasien treiben die Ausweitung polizeilicher
Vollmachten stetig voran. Der Kameraeinsatz ist gepaart mit einem
Einsatzkonzept der Polizei, des Ordnungsamtes und der Bundespolizei, das
die Verdrängung missliebiger sozialer Gruppen aus der Innenstadt zum
Ziel hat. Seine Entsprechung findet dies in einem allgemeinen
Sicherheitsdiskurs, der zunehmend auf Repression und Verdrängung setzt.
Dieser Diskurs betrachtet Sicherheit als Standortfaktor. Im Interesse
der Kommunalpolitiker, der Einzelhändler und Sicherheitsbehörden soll
alles unsichtbar gemacht werden, was potentielle Investoren abschreckt
und den touristischen Blick stört. Nicht nur hier in Leipzig bildet sich
eine neue soziale Apartheid heraus, von der vor allem Obdachlose,
DrogennutzerInnen, Jugendliche und MigrantInnen betroffen sind. Armut
soll unsichtbar gemacht werden.
Letztendlich stehen aber alle unter ständigem Verdacht. Für jene, die
sich anpassen, bedeutet das "nur" Überwachung. Für jene, die - ob mit
oder ohne eigene Absicht - dem Muster weißer MittelstandskonsumentInnen
nicht entsprechen, bedeutet es auch Vertreibung und Strafe.
Wir fordern ein Recht auf den Gebrauch von Stadt für alle!
Wir fordern soziale Lösungen statt den Ausbau der Überwachung!
Wir fordern ein Recht auf abweichende Lebensentwürfe!
Wir fordern: Schluss mit der polizeilichen Videoüberwachung öffentlicher
Plätze!
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3. Kongressaufruf BUKO 29: "re: control - respond : reject : regain",
25.-28. Mai, Berlin
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Mit großer Freude weisen wir Euch auf den 29. Bundeskongress
Internationalismus hin und rufen Euch auf, zahlreich daran teilzunehmen. Der
Kongress findet vom 25. bis zum 28. Mai in Berlin statt und hat den Titel
"re: control - respond : reject : regain".
Wer kontrolliert hier eigentlich wen?
Während im neoliberalen Kapitalismus noch die letzten Winkel des Planeten
der Verwertungslogik des Kapitals unterworfen werden sollen, entwickeln
Menschen auf der ganzen Welt Antworten und Gegenstrategien.
Auf dem 29. Bundeskongress Internationalismus wollen wir uns mit
unterschiedlichen Akteuren von Kontrolle und ihren Beziehungen auseinander
setzen und die unterschiedlichen Strukturen und Strategien von Kontrolle
aufdecken. Wem dient Kontrolle zu welchem Zweck? Wie und von wem wird
Kontrolle ausgeübt und wie wird Kontrolle legitimiert? Wer verlangt nach
Kontrolle und wer bekämpft sie? Um diese Fragen kreist unser Kongress, der
mit seiner internationalistischen Ausrichtung der Vielfalt der globalen,
regionalen und lokalen Widerstandsbewegungen gerecht werden will.
Mehr Information und Anmeldung:
http://www.buko.info/kongress/buko29/buko29.html/
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Viele Grüße aus Leipzig
Leipziger Kamera. Initiative gegen Überwachung
Wer den Newsletter nicht weiter beziehen will oder den Newsletter mehrmals
bekommen hat, schreibt bitte eine E-mail an <leipziger.kamera@...>.
--
Leipziger Kamera. Initiative gegen Überwachung
c/o linXXnet, Bornaische Straße 3d, 04277 Leipzig
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