Reeperbahn TV - Videologie in der ängstlichen Stadt
Veranstalter: Bündnis für tote Winkel
Donnerstag, den 02.03.06, Beginn 19:30
im Kölibri, Hein-Köllisch-Platz 12 (Kölibri), 20359 Hamburg
ReferentInnen aus: Leipzig, Bremen und Hamburg
Die Veranstaltung soll einerseits in einem Erfahrungsaustausch zwischen
den VertreterInnen der verschiedenen Städten bezüglich der
Kameraüberwachung und zweitens aus einer Publikumsdiskussion bestehen.
Im Einleitungsreferat soll der aktuelle Stand in Hamburg geschildert
werden; es wird also einerseits die politische Argumentation seitens des
Senats zur Notwendigkeit der Kameraüberwachung nachgezeichnet und
andererseits Einzelheiten (soweit bekannt) zur (technischen) Umsetzung
der Überwachung referiert. Auch über die öffentlichen Reaktionen und
Debatten sowie über Gegenaktivitäten wird berichtet werden.
Dann werden die VertreterInnen aus den jeweiligen Städten Gelegenheit
haben, die dortige Situation zu schildern. Da dort die Kameraüberwachung
durch staatliche Stellen schon seit längerer Zeit zum Alltag gehört,
interessieren uns v besonders folgende Fragenkomplexe:
1) Wo und in welchem Ausmaß stehen in den anderen Städten Kameras? Wie
ist die politische Durchsetzung der Kameraüberwachung gelaufen? Wurden
sukzessive immer mehr Kameras aufgestellt bzw. der überwachte Raum
ausgeweitet? Welche Menschen waren dadurch besonders betroffen bzw.
verstärkter Repression ausgesetzt?
2) Inwiefern gibt es in der jeweiligen Stadt ein öffentliches Bedürfnis
nach Kameras und �Sicherheit�? Gibt es lokale (mediale) Debatten
bezüglich der Überwachung und wie sehen diese aus? Haben sich seit der
Einführung die öffentlichen Diskussionen verschoben?
3) Welche Interventionen und Aktionen gab es in den verschiedenen
Städten gegen Kameraüberwachung? Wie wurden sie von der Öffentlichkeit
und staatlicherseits aufgenommen? Gab es strategische Bündnisse mit
anderen Initiativen? Wurden widerständige Diskussionen und Praktiken
auch längerfristig verankert, fortgeführt, aufgegriffen? Hat sich die
Praxis der AktivistInnen mit zunehmendem Erfolg, Frust, Erfahrung
verändert?
Anschließend würden wir gern dem Publikum Gelegenheit geben, Fragen zu
stellen und mit uns zu diskutieren.