|
******************************************************
I. Gründung des Verein Kalkbreite
II. Referendum Stadtraum HB eingereicht
******************************************************
I. GRÜNDUNG DES VEREIN KALKBREITE
Do, 9. März 2006,18.00 Uhr
Kantine Dreieck, Gartenhofstrasse 27 im Hof
Eine detaillierte Einladung folgt.
anschliessend an die Vereinsgrünung (20.30) gibt es eine kleine Überraschung
auf dem Kalkbreite-Areal
**************************************************
II. REFERENDUM STADTRAUM HB EINGEREICHT
Medienmitteilung vom 24. Februar 2006
5976 UNTERSCHRIFTEN FÜR REFERENDUM STADTRAUM HB
Heute Freitag hat die spontane Bewegung “Gestaltungsplan Stadtraum HB
vors Volk” 5976 Referendums-Unterschriften im Stadthaus eingereicht. Hinter
dem parteipolitisch ungebundenen Referendumskomitee stehen vier engagierte
Innenstadt-Bewohner: Quartiervereinspräsident Max Künzig, AL-Gemeinderat
Niklaus Scherr, Thomas Stahel von der Veranstaltungsplattform stadt.labor
und Bahnhof-Architekt Ralph Baenziger. Sie eint die Überzeugung, dass ein
Milliardenprojekt dieser Grössenordnung, zumal es das Zentrum der Stadt gravierend
verändern wird, nicht ohne ideelle und materielle Mitsprache der Stadtzürcher
Stimmberechtigten konzipiert und realisiert werden darf.
Dass trotz Durchwinken des Gestaltungsplans im Gemeinderat und verspätetem
Start in der Wahlzeit, trotz Kälte und Sportferien nun doch gegen 6000 Unterschriften
zusammengekommen sind, wertet das Komitee als grossen Erfolg. Eigentlich
wären seit der Abstimmung vom 27. November 2005 für ein städtisches Referendum
nur noch 2000 statt 4000 Unterschriften erforderlich, doch der Stadtrat hat
die Revision der Gemeindeordnung noch nicht in Kraft setzen lassen. Das Volksreferendum
war spontan von einer Gruppe kritischer Innenstadt- Bewohner ergriffen worden,
nachdem ein Antrag von Gemeinderat Niklaus Scherr, die Vorlage freiwillig
dem Referendum zu unterstellen, mit nur 13 Stimmen von AL und Grünen klar
gescheitert war.
Das Referendumskomitee ist nicht gegen eine Überbauung der SBB-Areale am
Rand des Gleisfeldes. Es kritisiert aber namentlich folgende Punkte:
- die extrem hohe Bebauungsdichte (557%) – mehr als doppelt soviel wie die
geltende 5- bis 7-geschossige Zentrumszone gemäss Zürcher Bau- und Zonenordnung
bisher erlaubt;
- das absolut ungenügende Freiflächenangebot und der Mangel an städtischen
Infrastrukturen;
- fehlende Gegenleistungen der SBB für den Aufzonungs-Mehrwert;
- das unbefriedigende Wohnungsangebot (8000 Büroplätze bei nur 400 Wohnungen);
- die monotone Bebauungsart, welche eine bedrohliche Büro-Einöde wie in Zürich
Nord erwarten lässt.
Das Komitee ist entschieden der Überzeugung, dass die Areale, welche der
SBB vor Jahrzehnten ausschliesslich für den Bahnbetrieb überlassen worden
sind, keine gewöhnlichen Privatareale sind. Es kritisiert die immer einseitigere
kommerzielle Verwertungslogik der SBB Immobilien AG. Es verlangt von der
SBB insbesondere
- mehr weitsichtige städtebauliche Verantwortung anstatt kurzsichtiger Rendite-Maximierung;
- einen deutlich höheren Wohnanteil in allen Bereichen entlang der Lagerstrasse
mit höherer Wohnqualität auch für Familien;
- Chancen für ein lebendiges Stadtquartier dank Zugeständnissen beim Ertrag
zugunsten renditeschwächerer Nutzungen in den Erdgeschossen;
- Mitfinanzierung öffentlicher Infrastrukturen wie der Umsteige-Ebene und
der Gleis-Passerelle;
- ökologische Pionierziele statt Umweltschutz-Minimalismus.
Darüber wünscht das Referendumskomitee eine offene Information und Diskussion
mit dem Ziel einer breiten öffentlichen Mitsprache. Stadtentwicklung darf
nicht mehr – wie in den letzten Jahren der Ära Ledergerber/Martelli nur allzu
oft – ein Insider-Geschäft von Grundeigentümern, Investoren, Planungsexperten
der Verwaltung und Fachkommissionen des Gemeinderates sein, sondern soll
wieder Gegenstand demokratischer Willensbildung und bürgernaher Akzeptanz
werden.
|