FYI. grüße, ulf
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Subject: Radioballett in Frankfurt
Date: Wed, 9 Feb 2005 22:46:16 +0100 (MET)
From: Torsten Michaelsen <
radioballett@...>
To:
radioballett2%radioballett@...
Auf zur zerstreuten Barrikade!
Ein Radioballett in der Frankfurter Innenstadt.
Am Samstag, dem 12. Februar 2005, 17 Uhr, auf Radio X 101,4 und in der
Großen Bockenheimer Landstraße ("Fressgass"). Treffpunkt und Ausgabe der
Radiogeraete und einiger unerlaesslicher Utensilien am Schauspiel Frankfurt
ab 16.30 Uhr.
Den ausfuehrlichen Ankuendigungstext findet Ihr anbei.
Mit der Bitte um Kommen und Bekanntmachung.
Vielen Dank und viele Gruesse,
Ligna
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Am Samstag, dem 12. 02. 2005, 17 Uhr, auf Radio X 101,4 und in der
"Fressgass":
LIGNA
Auf zur zerstreuten Barrikade!
Ein Radioballett in der Frankfurter Innenstadt
"Selbst in der klassischen Zeit der Straßenkämpfe wirkte also die
Barrikade mehr moralisch als materiell. Sie war ein Mittel, die
Festigkeit des Militärs zu erschüttern. Hielt sie vor, bis dies gelang,
so war der Sieg erreicht; wo nicht, war man geschlagen." Friedrich Engels
Mit dem Radioballett Auf zur zerstreuten Barrikade! soll der Alltag in
der Frankfurter Innenstadt erschüttert werden. Die Normalität dieses
Alltags entsteht in der Wiederholung der immer gleichen Gesten des
Konsumierens: Schaufensterbummeln, ein Geschäft betreten, mit einer
Plastiktüte wieder herauskommen. Kollektives Radiohören erlaubt, diese
Wiederholung massenhaft auszusetzen. Der immer gleiche Alltag wird wie
von einer Barrikade unterbrochen. Immer gehen alle vorwärts. Was
passiert, wenn mit einem Mal alle rückwärts gehen?
Beim Radioballett Auf zur zerstreuten Barrikade! hören viele HörerInnen
das Programm am gleichen Ort. Das Programm schlägt Gesten vor und die
HörerInnen verändern den öffentlichen Raum. Das Radioballett etabliert
so ungewohnte materielle Praktiken: Mit der Zerstreuung der
RadiohörerInnen unterläuft es die große Barrikade, die von der
bürgerlichen Gesellschaft zwischen öffentlichen und privaten Räumen
errichtet wurde. Diese Barrikade des Eigentums wird nahezu täglich
erweitert. Bisher waren nur die Bereiche der Produktion und der
Reproduktion - Fabriken, Büros und Häuser - dem gesellschaftlichen
Konflikt entzogen. Zukünftig soll dies auch für bisher öffentliche Räume
wie Einkaufs- und Wohnstraßen gelten. Im öffentlichen Interesse
wachsenden Konsums werden diese zunehmend privatisiert. Gleichzeitig
werden diese Räume mittels privater Kontrolle transparenter und die
Persönlichkeitsrechte der an diesen Orten unerwünschten Personen
eingeschränkt.
Die stetig wachsende Barrikade des Eigentums bedeutet, dass alle und
alles unter die Herrschaft des Warenfetischs gestellt wird. Eine Kritik
an dieser Entwicklung kann sich nicht damit begnügen, temporäre
Freiräume zu erhalten. Die Barrikade des Eigentums selbst muss zerstreut
werden! Eine zerstreute Barrikade muss gegen die Normalität des Konsums
errichtet werden!
Deshalb auf zur zerstreuten Barrikade!!
Erschüttert die Festigkeit des Alltags!
Verschwendung statt Warentausch!!
Zerstreuung statt Konsum!
Am Samstag, dem 12. Februar 2005, 17 Uhr, auf Radio X 101,4 und in der
Großen Bockenheimer Landstraße ("Fressgass"). Treffpunkt und Ausgabe der
Radiogeräte am Schauspiel Frankfurt ab 16.30 Uhr.
Auf zur zerstreuten Barrikade! findet im Rahmen von Schöner wär´s,
wenn´s schöner wär am Schauspiel Frankfurt statt.