Anmelden
Neuer Nutzer? Registrieren
city-club · mailingliste von city.crime.control mit infos, ankündigungen und diskussionen.
? Bereits Mitglied? Anmelden bei Yahoo!

Tipps für Yahoo! Groups

Gut zu wissen...
Sie können die Anordnung Ihrer Beiträge einstellen. Klicken Sie einfach auf Datum über der Spalte. Die Einstellungen werden gespeichert, sodass Sie nicht immer dasselbe anklicken müssen.

Beiträge

  Beiträge Hilfe
Erweitert
Langstrassenquartier im Umbruch   Beitragsliste  
Antworten | Weiterleiten Beitrag #250 von 291 |

ES LANGT!

Stadt und Kanton forcieren mit der Bebauung beim HB (Neurogate) und der
Kasernenplanung zwei Mega-Projekte im Langstrassenquartier. Damit der
vordere Kreis 4 nicht total überrannt wird, braucht es den Widerstand
einer kritischen Öffentlichkeit. Ein erstes Mal bietet sich dazu die
Möglichkeit am 17. Januar, wenn SBB und Stadt über Neurogate informieren
(Volkshaus, 19.30).

«Aller guten Dinge sind drei», haben sich SBB und Stadt Zürich wohl
gedacht, als sie nach HB Südwest und Eurogate wiederholt eine
Neubebauung beim HB Zürich planten und die Vorgängerprojekte von der
Grösse gleich noch überflügelten. 6000 bis 8000 Arbeitsplätze und
Wohnraum für 800 bis 1200 Menschen sollen nach den neusten Plänen
entstehen. Damit wird sich die Bevölkerung im Langstrassenquartier - das
Gebiet zwischen Sihl, Bahnschneise, Seebahn-, und Badenerstrasse -
beinahe verdoppeln, zumindest während den Bürozeiten (heute wohnen im
Langstrassenquartier gut 10'000 Personen). Und mit der Neuplanung der
Kaserne steht gleich noch ein zweites Giganto-Projekt an, das nach dem
Willen von Baudirektorin Dorothée Fierz ein Prestige-Kulturzentrum à la
Centre Pompidou werden soll.
Seit jeher ist das Langstrassenquartier Projektionsfläche für
Grossstadtvisionen und zugleich «heruntergekommenes» Cityrand-Gebiet.
Seit den Negativschlagzeilen der offenen Drogenszene betreibt der
rot-grüne Stadtrat eine offensive Aufwertungsstrategie. Mit Erfolg:
abgesehen von Zürich West erhöhte sich der Status und Lebensstil der
Bevölkerung nirgends so stark wie im Langstrassenquartier. Und die
Situation auf der Gasse hat sich entschärft, wie kürzlich auch die SIP
in der Antwort einer Interpellation zur Durchmischung im
Langstrassenquartier festhielt. Trotz dieser Beruhigung wollen Stadt und
Kanton Zürich mit Neurogate und der Neugestaltung des Kasernenareals
zusätzliche «Impulse» setzen.
Der Kreis 4 aber braucht weder ein neues Nachbars-Quartier noch ein
international renommiertes Kulturzentrum. Was im Langstrassenquartier
heute mehr denn je fehlt sind erschwingliche Wohnungen, öffentliche
Räume für die Bevölkerung und quartierbezogene Geschäfte. Die
städtische Aufwertungspolitik hat dagegen zur Folge, dass das Sex-Milieu
von der Langstrasse immer mehr in die Wohnstrassen gedrängt wird.
Gleichzeitig wandeln einige wenige Trendlokal-Besitzer einen
Quartierladen nach dem anderen zu schicken Bars um.
Werden Neurogate und Kasernenüberbauung wie geplant verwirklicht - d.h.
möglichst profitorientiert und zum Standortmarketing von Global Zurich
-, dann wird das Wohnquartier förmlich überrollt und wohl vollständig
gentrifziert. Die vielen Arbeitsplätze von Neurogate werden zu einer
weiteren Zunahme von Gastronomiebetrieben führen und den Druck auf den
Wohnungsmarkt stark erhöhen. Das ehemalige Wohnquartier verkäme
endgültig zum Freizeit- und Ausgangsquartier mit einigen teuren
Wohnungen für trendige Gutverdienende.


NEUROGATE
Nachdem die SBB im Mai 2001 das baubewilligte Projekt Eurogate über und
neben dem Hauptbahnhof platzen liess, initiieren sie zu Beginn des
letzten Jahres einem neuen Anlauf. Der Grund liegt auf der Hand: Das
SBB-Management ist spitz auf die rund 150 Millionen Franken
Baurechtszins und trauert den gut 100 Millionen Franken nach, die sie
bei Eurogate verloren haben. Im Februar 2004 wurde ein erstes Projekt
mit rund 6000 Arbeitsplätzen und 1500 bis 3000 EinwohnerInnen
vorgestellt, der Wohnanteil betrug damals noch maximal 30 Prozent. Die
Reaktionen waren verhalten. SP-Präsident Koni Loepfe etwa äusserte im PS
vom 19.2.2004 seine Skepsis: «Eurogate ist gestorben und damit für eine
Generation die Neugestaltung des Bahnhofraums.» VertreterInnen aus dem
Quartier kritisierten vor allem die einseitige Ausrichtung auf Büros.
Das schien die PlanerInnen wenig zu beeindrucken. Gegenüber dem ersten
Projekt wurden die Zahl der Wohnungen noch einmal verringert, die
Arbeitsplätze dagegen erhöht. Laut dem im Dezember 2004 vorgestellten
Gestaltungsplan beträgt der Wohnanteil noch rund 15 Prozent.
Dass der zentrale Raum um den HB sinnvoll gestaltet werden soll, ist
unbestritten. Es ist jedoch fahrlässig ein so grosses Projekt zu planen
ohne sich die Folgen für die angrenzenden Quartiere genau zu
vergegenwärtigen. Die Planung muss zusammen mit der betroffenen
Bevölkerung vorgenommen werden, um eine sinnvolle Umsetzung zu
erreichen. Stattdessen wurden die Bedürfnisse nach mehr günstigem
Wohnraum und mehr Freiräumen bisher unter den Tisch gewischt.
Wehren wir uns gegen solch unkontrollierbare Planspiele.
Kommt alle an die Informationsveranstaltung der SBB und Stadt.
Mo, 17. Januar 2005, 19.30, Volkshaus.


KASERNE
Die Nutzung des Kasernen-Areals ist seit Jahrzehnten ein Politikum. Mit
der Annahme des Polizei- und Justizzentrums (PJZ) beim Güterbahnhof wird
die Kaserne frühestens im Jahr 2011 frei. Bereits vor der Abstimmung
präsentierte die kantonale Baudirektorin Dorothée Fierz drei Szenarien
für die Zukunft der Kaserne, wobei sie nie einen Hehl aus ihren
Präferenzen für das Modell «Impuls», den «grossen Wurf» machte: Fierz
stellt sich ein Projekt von nationaler oder gar internationaler
Ausstrahlung vor. Der Denkmalschutz müsste «wesentlich gelockert
werden», sprich: Die Kaserne wird abgebrochen. Der Kanton würde sich als
Initiator beteiligen, Private müssten als Investoren und Bauträger
auftreten. Ziel wäre dabei die Förderung marktwirtschaftlicher Impulse
für Zürich und Promotion im internationalen Städtewettbewerb. Mit der
Einstellung des ehemaligen Expo-Direktors und Kulturunternehmers Martin
Heller zur Ausarbeitung möglicher Szenarien hat sich die Situation nur
oberflächlich verändert. Anlässlich der Einstellung von Heller sprach
die Pressesprecherin von Fierz von einem Centre Pompidou für Zürich. Ob
Heller die Wünsche der Wohnbevölkerung berücksichtigt und
quartierverträgliche Lösungen anstrebt, bleibt fraglich. Für ihn steht
auf jeden Fall fest, «dass die Kaserne irgendwann nicht einfach mehr zu
einem Quartier gehört, sondern eben ein ganz wesentlicher Hot Spot in
der City der Schweizer Metropole ist» (Fabrik Zeitung).


VERANSTALTUNGS-REIHE ZUR ZUKUNFT DES LANGSTRASSENQUARTIERS
Das stadt.labor verfolgt die Entwicklung im Langstrassenquartier seit
längerem und plant im April und Mai drei Veranstaltungen zur Zukunft des
Kasernenareals und über die Entwicklung im Langstrassenquartier. Ziel
ist es die fehlende Debatte neu zu lancieren. Der Schwerpunkt der
Veranstaltungen liegt zum einen auf der Planung des Kasernenareals, zum
anderen bei der Erarbeitung nachhaltiger und sozialer Visionen für das
Langstrassenquartier.









Son 9. Jan 2005 23:25

stadtlabor@...
Mail senden Mail senden

Weiterleiten Beitrag #250 von 291 |
Beiträge erweitern Verfasser Nach Datum sortieren

ES LANGT! Stadt und Kanton forcieren mit der Bebauung beim HB (Neurogate) und der Kasernenplanung zwei Mega-Projekte im Langstrassenquartier. Damit der vordere...
stadtlabor/igrf
stadtlabor@...
Mail senden
10. Jan 2005
17:01
Erweitert

Copyright © 2009 Yahoo! Deutschland GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Datenschutz - Allgemeine Geschäftsbedingungen - Richtlinien - Hilfe