DIE NEUE STADT: SCHÖN, SAUBER, SICHER
LESUNG VON ELISABETH BLUM
Elisabeth Blums neues Buch folgt dem Siegeszug des Kultbegriffs
Sicherheit von der Stadt bis in die geheimsten Winkel menschlichen
Fühlens. Die gezielte Herstellung von Unsicherheitsszenarien – überall
Überwachungskameras und Sicherheitspersonal – soll den Beweis für die
angeblich zunehmende Gefährlichkeit der Stadt liefern. Sauber ist die
Stadt erst, wo Territorien privatisiert und Zugänge reguliert werden.
Elisabeth Blum thematisiert nicht nur jene rhetorischen Verdrehungen,
die unentwegt zur Verschiebung der Bedeutung von Begriffen führen. Sie
beobachtet auch, dass totalitäre Praktiken sich wie selbstverständlich
in Gesellschaften einzunisten beginnen, die sich dennoch als
demokratisch verstehen.
stadt.labor - Plattform und Werkstatt
Bogen 13, Viaduktstr. 13, 8005 ZH
6. April 2004, 20.15
# # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # #
NICHT VERGESSEN:
MACHT MIT BEI DER SPRENG-UMFRAGE!!!
SENDET UNS EURE VORSCHLÄGE
# # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # #
FRÜHLINGSÜBERWACHEN
6. bis 28. APRIL 2004
Die Reihe «frühlingsüberwachen» befasst sich mit dem Thema der
zunehmenden Überwachung und Kontrolle. Zum einen wird anhand konkreter
Beispiele über verschiedene Methoden der Überwachung informiert. Zum
anderen diskutieren und debattieren wir über die gesellschaftliche
Bedeutung und über mögliche Auswirkungen der Überwachung.
«frühlingsüberwachen» steht in einem engen Zusammenhang mit der
Preisverleihung der Schweizer «Big Brother Awards»
http://www.bigbrotherawards.ch
SA, 10. APRIL 2003/ 14.00H
TREFFPUNKT BEIM HELVETIAPLATZ
2. AUSSERSIHLER OSTERKAMERASUCHEN
Digitale Videokameras und Aufzeichnungsgeräte werden immer günstiger und
finden zunehmende Verbreitung. Nachdem wir in früheren Jahren bereits
die Kameras im Zürcher Hauptbahnhof inspizierten, besuchen wir nun das
Gebiet um die Zürcher Langstrasse. Anhand konkreter Beispiele stellen
wir verschiedene Typen von Kameras vor und fragen nach deren Zweck und
Funktion: Wozu werden Kameras eingesetzt? Welche Hoffnungen und Ängste
stehen als Motive dahinter? Können die Kameras den beabsichtigten Zweck
überhaupt erfüllen? Wie ist der Erfolg der Kameraüberwachung in anderen
Städten? Nach dem knapp zweistündigen Rundgang findet von 16.00-18.00h
eine öffentliche Diskussion statt, und als besondere Attraktion wird die
neue BBA-Stadtkamerakarte «ZH-04» vorgestellt.
MI, 14. APRIL 2004/ 19.30H
// CLUBRAUM, ROTE FABRIK
RFID -- EIN CHIP FÜR JEDEN JOGHURTBECHER
VORTRAG VON RENA TANGENS (BIELEFELD)
RFIDs (Radio Frequency Identity-Tags) sind kleine Chips, die Daten
speichern, welche sich auf eine Distanz von bis zu mehreren Metern
unbemerkt per Funk auslesen lassen: Eine Antenne sendet einen Impuls und
die Chips senden eine eindeutige Nummer zurück. RFIDs lassen sich in
Kleider verstecken oder als berührungslose Zugtickets verwenden und
sollen dereinst den herkömmlichen Strichcode auf Produkten ersetzen. In
Deutschland führt die Kaufhausgruppe Metro in ihrem «Future Store» in
Rheinberg den weltweit ersten grossen Feldversuch mit RFIDs durch. Dafür
erhielt der Supermarkt im letzten Herbst einen deutschen «Big Brother
Award». Rena Tangens erzählt in einem Vortrag wie sie mit
KonsumentenschützerInnen den «Future Store» besuchte und was für
Erkenntnisse sie aus dem Besuch ziehen konnte.
MI, 21. APRIL 2004/ 19.30H
// CLUBRAUM, ROTE FABRIK
TCPA - WEM GEHÖRT DEIN COMPUTER?
VORTRAG VON ANDREAS BOGK (CCC BERLIN)
Die «Trusted Computing Platform Alliance» (TCPA, neu: TCG) ist ein
Zusammenschluss von 200 grossen Computerherstellern. Ihr deklariertes
Ziel besteht darin, PCs und andere elektronische Geräte mit einem
zusätzlichen Sicherheitschip namens «Trusted Computer Module» (TPM)
auszurüsten. KritikerInnen befürchten, dass NutzerInnen dereinst anhand
einer einmaligen Seriennummer identifiziert werden können. Die
Bemühungen der TCPA stehen in einem engen Zusammenhang mit dem «Digital
Rights Management» (DRM): Grosse Firmen möchten, dass bestimmte
Programme oder Daten nur auf bestimmten Computern oder nur während einer
befristeten Nutzungsphase funktionieren.
Zusätzlich ist für den Donnerstag, 22. April abends ein Workshop mit
Andreas Bogk geplant (Anmeldung: info@...).
SO, 25. APRIL 2004/ 14.00-18.00H
// CLUBRAUM, ROTE FABRIK
VOM AKTIONSGENERATOR ZUR IDEENSCHLEUDER
Verwirren, verfremden, verstören: Es gibt unzählige Möglichkeiten, die
Methoden der Überwachung in ironischer Weise in Frage zu stellen. An
diesem Nachmittag werden zunächst einige bereits erprobte Aktionsformen
vorgestellt. Im Zentrum stehen Vorgehen, die parallel zu den gängigen
Mustern der politischen Aufklärung neue Ausdrucksformen suchen:
Performances, Parodien und Prozessoren aller Art.
In einem zweiten Teil bieten verschiedene Workshops Gelegenheit, eigene
überwachungskritische Ideen und Strategien der Subversion vorzustellen,
zu entwickeln und zu diskutieren. (Bitte kurze Beschreibung an:
aktionsgenerator@...)
MI, 28. APRIL 2004/ 19.30H
// CLUBRAUM, ROTE FABRIK
REGELN DER POLIZEILICHEN ÜBERWACHUNGSKUNST
VORTRAG VON DETLEF NOGALA
Die Polizei rüstet auf: DNA-Analysen, biometrische Gesichtserkennung,
die Überwachung der Telekommunikation und das versteckte Abhören von
Privaträumen gehören vielerorts zur Alltagspraxis von Fahndung und
Überführung. Aus solchem Material liesse sich ohne weiteres ein
Schreckensszenario ausbreiten. Doch der Kriminologe Detlef Nogala setzt
bei grundsätzlichen Fragen zu den Veränderungen sozialer
Kontrolltechnologien an: Technik ist ein Machtverstärker, sie erweitert
Informations- und Handlungsmacht, sie verstärkt soziale Kontrolle - und
verändert sie dabei auch: Wenn Techniken in bestehende Routinen
eingebunden werden, so geschieht dies meist nicht ohne Reibungsverluste.
Technik schafft nicht nur neue strategische und taktische Optionen,
sondern auch neue Anforderungen und neue Zwänge.