moving proj.action.
freitag 04.juli 03 // bremen
start: 21.00 am rembertiring
mobile projektionen in der innenstadt zum thema stadt und öffentlicher raum.
filme, dias, hörclips, vokü und musik.
moving
mov.ing (,muu:vin) adj 1. beweglich 2. fig rührend; bewegend
movie (,mu:vi) Am fam Film; the -s pl der film, go to the -s ins kino gehen
die Füße vor die Tür setzen ...
vom Privaten ins Öffentliche gehen
sich in der Öffentlichkeit bewegen
"buten un binnen"
Der "öffentliche Raum" war noch nie frei verfügbar. Egal ob Stadt- oder
Staatseigentum - reglementiert ist er seit eh und je.
Unter dem Dogma der neoliberalen Neuorganisierung der Gesellschaft werden
"öffentliche Räume" zunehmend privatisiert und kontrolliert: sicher und
sauber müssen sie sein. Es gilt "ZUTRITT NICHT FÜR ALLE", ausgegrenzt wird,
wer nicht ins Bild paßt.
"... nicht alle gewinnen"
Die Privatisierung und Überwachung städtischer Räume wird legitimiert durch
einen umfassenden Sicherheitsdiskurs. Der Zunahme gesellschaftlicher
Verunsicherungen wird Sicherheit als ein Versprechen entgegengestellt (das
nicht eingelöst werden kann).
Sicherheit bedeutet dabei im wesentlichen die Sicherheit ungestört
konsumieren zu können. Wer sich nicht an die Regeln halten kann, darf oder
will, macht sich verdächtig.
Die Ursachen für gesellschaftlichen Ausschluß werden nicht mehr als
strukturelles und soziales Problem betrachtet. Schuld ist jetzt jedeR
selber: Wer keine verantwortungsvolle Lebensführung vorweisen kann, dem wird
mit staatlichem Zwang nachgeholfen.
projektionen
pro.jec.tion (...) 1. Vorsprung 2. Entwurf; Plan 3. opt. film Projektion:
Vorführung
"Bremen neu erleben"
verspricht die Imagekampagne der Stadt.
Durch die mediale Projektion kommender Events und Großereignisse sollen das
Image aufgewertet und Investoren angezogen werden. Die Imageproduktion folgt
dabei der Logik der "touristischen und unternehmerischen Stadt".
Großprojekte werden in public-private partnerships bis zu ihrem kläglichem
Scheitern aus städtischen Mitteln finanziert: berüchtigte Beispiele sind die
Musical-Pleite und der Space Park. Gleichzeitig werden soziale und
kulturelle Projekte ersatzlos gestrichen - der AIDS-Hilfe und dem
Frauen-Gesundheitszentrum wurde mit der Streichung der Mittel gerade das Aus
erklärt - oder für den Wirtschaftsstandort fitgemacht: Jugend- und
Kulturzentren sollen unternehmerisch tätig werden und ihre Gelder selber
erwirtschaften.
Aktuelles Großprojekt: Bremen buhlt im Wettbewerb der Städte um den Titel
der Kulturhauptstadt. Konsequenterweise wurde Kultur im neuen Senat dem
Wirtschafts-Ressort zugeschlagen und somit endgültig zur "Standortfrage"
erklärt.
"... an jeder Ecke eine Kamera"
Kameras sind fester Bestandteil des öffentlichen Raumes geworden, ihre
kontrollierende Funktion wird mehr hin- als wahrgenommen.
Wir wollen uns nicht "öffentlich" aufzeichnen lassen, setzen dem eine
wiedergebende "kamera" entgegen. Drücken wir die >>play-Taste, werfen wir
ihre Projektionen zurück und andere Bilder an die Wand.
Laßt euch auf das Glotzen ein ...
ac.tion ( ) 1. Tätigkeit; Handeln; Tat 2. Wirkung; 3. jur Prozeß
"Orte und Nicht-Orte. viele Wände machen (k)eine Architektur"
moving proj.action sucht bestimmte Orte auf, die symbolisch besetzt sind und
bespielt sie mit Dias und Kurzfilmen, welche die Fassade aufdecken oder
ankratzen sollen. Ausschlaggebend für die Auswahl der Orte sind
unterschiedliche Kriterien:
Die Architektur, die vergangene, momentane oder zukünftige Nutzung oder auch
Ereignisse, die mit diesem Ort verbunden sind.
Im Idealfall ergibt sich aus der "Zusammen-bespielung" von kurzfristigen
sich bewegenden Projektionen und statischen Baukörpern eine eigene Dynamik;
ein
"Störsignal" im Stadtbild
Wir wollen den öffentlichen Raum nicht denen überlassen, die ihn lediglich
als Standortkapital beanspruchen, sondern dem eigene Ideen entgegensetzen.
Es geht nicht darum, den "öffentlichen Raum" zurückzuerobern, sondern neu zu
definieren und die ihm eingeschriebenen Herrschaftsverhältnisse -zumindest
temporär - zu verschieben