Mitten in ihrer Vorbereitung für die Olympiade in Athen nimmt sich Astrid Kumbernuss Zeit für die Bewerbung um die Spiele 2012. Die deutsche Spitzen-athletin wird gemeinsam mit ihrem langjährigen Sponsor-Partner Güstrower Schloss-quell am Freitag dem Olymp-Club beitreten. Damit stärken ein weiteres Wirtschafts-unternehmen aus der Region und eine starke Olympionikin den Rostockern den Rücken. Morgen findet um 18 Uhr im Ratskeller die erste Olympia-After-Work-Party statt. Es werden zwei Karten für das Konzert der Prinzen am 18. Mai verlost.
Quelle: Ostsee-Zeitung
11.05.2004
Meeting abgesagt - Kein Heimspiel für Ingo Schultz
Das traditionelle Internationale Leichtathletik-Meeting der LG Hammer Park Hamburg fällt in diesem Jahr aus. Die Organisatoren sagten die für den 8. August geplante 23. Auflage des Sportfestes auf der Anlage im Hammer Park wegen fehlender finanzieller Mittel und aus Termingründen ab.
Wie Meeting-Direktor Rainer Blankenfeld in einer Pressemitteilung verlauten ließ, habe die Stadt Hamburg trotz der Zielsetzung des Senats, Hamburg zur Metropole des Europäischen Spitzensports zu machen, nicht genügend finanzielle Mittel zur Durchführung dieses Meetings bereitstellen können. Zudem sei es trotz eines neuen Konzeptes nicht gelungen, genügend Sponsorengelder zu akquirieren.
Als problematisch bezeichnete Rainer Blankenfeld auch den Termin, nachdem der Deutsche Leichtathletik-Verband für den 8. August in München einen Länderkampf gegen die USA und Frankreich beschlossen hat.
"Für unser Meeting hätten an diesem Tag praktisch keine deutschen Spitzen-Athleten mehr zur Verfügung gestanden. Die Suche nach einem Alternativ-Termin verlief auf Grund des engen Terminkalenders in der olympischen Leichtathletik-Saison sowie Überschneidungen mit anderen Großereignissen wie Fußball-EM, Deutsches Galopp-Derby, Special Olympics und den HEW Cyclassics erfolglos", erklärte Rainer Blankenfeld.
Man sei aber optimistisch, dass es im Jahr 2005 wieder ein Internationales Leichtathletik Meeting der LG Hammer Park geben werde. Das neue Konzept sieht eine Konzentration auf insgesamt neun Lauf- und Sprung-Wettbewerbe mit internationalen Spitzenathleten vor.
15. German Meeting der Leichathleten am 9. Juni in Cottbus
Ein kleines Jubiläum steht ins Haus. Bereits zum 15. Mal findet am 9. Juni im Cottbuser Sportzentrum das Internationale Lausitzer Leichtathletik-Meeting im Rahmen der German Meeting-Reihe statt. Dabei steht die Cottbuser Veranstaltung diesmal unter besonderen Vorzeichen statt. Denn zwei Monate später beginnen in Athen die Olympischen Sommerspiele. Deshalb wird Cottbus von vielen Athleten, die die Olympianorm ihres Landes bereits in der Tasche haben, gegen internationale Konkurrenz noch einmal zum Formaufbau oder Formüberprüfung genutzt. Für andere wiederum ist es eine willkommene Gelegenheit, vielleicht doch noch die Norm zu schaffen und sich so einen Olympia-Startplatz zu sichern. „Genau um diese Aspekte wird es wohl vorrangig in Cottbus gehen. Deshalb erklärt sich auch, dass sich die Nationalmannschaften von Hongkong, Singapur und Saudi Arabien bei uns angesagt habe, um ihren Athleten eine zusätzliche Möglichkeit zu geben, sich für Olympia zu qualifizieren“, erzählt Meeting-Direktor Ulrich Hobeck. Außerdem ist Cottbus für die besten deutschen Hammerwerferinnen auch die offizielle Ausscheidung für den eine Woche später stattfindenden Europacup. Die Siegerin des Meetings erkämpft sich die Startberechtigung. Hinzu kommt noch, dass in Cottbus erzielte Leistungen von deutschen Athleten auch Anerkennung durch das NOK finden. „Deswegen rechne ich damit, dass wir eine ganze Reihe deutscher Spitzenathleten erneut bei uns begrüßen können“, hofft Hobeck. Einige Zusagen liegen bereits vor. 400-m-Ass Ingo Schulz ist dabei, ebenso Kugelstoßerin Astrid Kumbernuss sowie Diskuswerferin Franka Dietzsch oder Sprinterin Sina Schielke. Nicht bestätigen konnte Hobeck, dass auch Grit Breuer nach Cottbuser kommt. „Das habe ich auch auf irgendeiner Internetseite gelesen, dass Grit kommt. Doch ihr Trainer Thomas Springstein sagte mir, dass sie nach ihrer Achilles-Sehnen-Operation erst langsam wieder an das Wettkampfgeschehen herangeführt wird.“ Kernstück des 15. Meetings wird zweifelsohne wieder der Stabhochsprung der Männer sein. „Da tummeln sich eine ganze Reihe Athleten aus der Weltspitze“, weiß Hobeck. Von den deutschen Assen gehen auf jeden Fall Björn Otto, Michael Stolle und Vorjahressieger Lars Börgeling an den Start. „Vize-Weltmeister Okert Britts aus Südafrika hat auch schon zugesagt. Gegenwärtig verhandeln wir noch mit 6-m-Springer Jeff Hartwig aus den USA“, nennt Hobeck schon einmal zwei weitere Hochkaräter für den Stabhochsprung. Insgesamt werden in der Lausitz Athleten aus 40 Nationen erwartet, die in 15 Diszi-plinen (8 Männer/ 7 Frauen) an den Start gehen. „Dass Cottbus eine gute Adresse ist beweist auch die Tatsache, dass unsere Veranstaltung bei einer weltweiten Be-wertung von etwa 500 Meetings immerhin auf Platz 53 einkommt“, bemerkt Ulrich Hobeck nicht ohne Stolz. Der Knackpunkt in der Vorbereitung ist auch in diesem Jahr wieder das Aufbringen des Etats. „Das wird, wie jedes Jahr, wieder ein Kraftakt. Doch dank vieler treuer Sponsoren werden wir das Geld zusammenbekommen, wenn auch im Augenblick noch nicht alles gedeckt ist“, berichtet der Meeting-Direktor, der aber auch Wert auf die Feststellung legt, dass beispielsweise die Nationalmannschaften von Hongkong, Singapur und Saudi Arabien zum Nulltarif kommen. Die Kosten für diese Athleten übernehmen die jeweiligen NOK's der Länder. Gelungen ist es auch wieder, mit ZDF-Sportchef Wolf-Dieter Poschmann, Leichtath-letik-Experte Bert Hörholdt und Reporter-Legende Heinz Florian Oertel das promi-nente Moderatoren-Trio der vergangenen Jahre zu gewinnen. „Ich bin fest überzeugt, dass unser Meeting am 9. Juni im Cottbuser Sportzentrum seine Anziehungskraft für die vielen Leichathletik-Freunde der Region nicht verfehlen wird“, sagt Hobeck abschließend.
Leichtathleten vor Olympia, WM oder EC Von Peter Langenhagen Zeulenroda. Die meisten Mails, Faxe oder Anrufe bei Hans-Peter Bischoff drehen sich dieser Tage um das 6. Zeulenroda Meeting der Leichtathleten.
Die vierstündige Veranstaltung am 29. Mai, dem Sonnabend vor Pfingsten, ist in den Rang einer begehrten Qualifikation für Olympische Spiele, Europacup oder Junioren-Weltmeisterschaften gerückt. Der in Bad Köstritz ansässige Gesamtleiter des Zeulenroda Meetings muss derzeit zusagen, verhandeln, pokern und zuweilen auch Kontakte suchen; manchmal erfolglos.
Dabei haben nicht nur Manager das Sagen, sondern häufig die Bundestrainer. Wie Ulrich Knapp, der für den Frauen-Weitsprung zuständig ist und in Abstimmung mit dem Jenaer Stefan Poser Grünes Licht geben kann, sollte TuS-Ass Sophie Krauel im Zeulenrodaer Waldstadion antreten. Zweigleisig - zu den Olympischen Spielen oder den U 20-Weltmeisterschaften - geht die 19-jährige Doppel-Europameisterin diese Saison an.
Für Sophie Krauel ist Zeulenroda bei aller regionalen Wertschätzung nur eine Nebenstraße auf ihrem Weg nach Athen oder Grosetto. Das macht die Arbeit des Hans-Peter Bischoff gewiss nicht einfacher.
"Kugelstoßen, hundert Meter Hürden oder zweihundert und sechshundert Meter" erwartet Bischoff als sportliche Höhepunkte des Meetings. Asse wie Astrid Kumbernuss und Nadine Kleinert beziehungsweise Detlef Bock und Andy Dittmar; Mike Fenner und Thomas Blaschek sowie Ivonne Teichmann und Doreen Klose, aber auch die Thüringer 600 m-Männer stehen für die genannten Disziplinen.
Ivonne Teichmann wird nach Lage der Dinge im Gegensatz zum Vorjahr in ihrer Heimatstadt laufen. Die Zeulenrodaerin in Diensten der LG Olympia Dortmund will sich wie die Geraerin Doreen Klose (ThüringenGas Erfurt) mit den 600 Metern für die Saisonhöhepunkte aufbauen.
Eine Ansammlung Thüringer Läufer ist über diese Distanz zu erwarten. Coach Dieter Hermann schickt unter anderen Andreas Freimann (Zeulenroda), Christoph Moormann (Greiz) und Stefan Eberhardt (Schleiz) auf die Bahn im Waldstadion, um seine miteinander rivalisierenden Talente für später fit zu machen.
Melanie Schulz betrachtet Zeulenroda als Sprungbrett. Die Geraerin, die wie Doreen Klose bei Dieter Hermann in Erfurt trainiert, nimmt Kurs auf den Europacup. Ihre 3000 Meter Hindernis sind noch nicht olympisch.
Wie dem auch sei, Zeulenroda hat seinen Platz unter den Thüringer Sportmeetings gefunden - neben dem TEAG Indoor in Erfurt, dem Köstritzer Werfertag, Hochsprung mit Musik in Arnstadt, den Sportfesten in Sondershausen und Gotha sowie dem Jenaer Jugendmeeting. Acht Mal Leichtathletik in Thüringen.
Die ins antike Olympia ausgelagerten Entscheidungen im Kugelstoßen bei den Olympischen Spielen am 18. August werden nach dem Einspruch führender Archäologen drastischen Einschränkungen unterworfen.
Um den von den Experten befürchteten schweren Schäden auf dem Gelände ent-gegenzuwirken, werden wie bei der Entzündung des Olympischen Feuers keine Tribünen errichtet. Die maximal 15 000 Zuschauer müssen sich auf die Erdwälle des antiken Stadions setzen.
Die Einrichtungen für das Fernsehen werden auf das Nötigste limitiert, auf eine elektronische Anzeigetafel wird verzichtet. Somit müssen sich die Zuschauer wie in der Antike auf ihre eigenen Wahrnehmungen des Ablaufes verlassen. Die Sieger-ehrung findet zwei Tage nach dem Wettkampf in Athen statt.
Gegen die Verlagerung des Kugelstoßens, das es in der Antike überhaupt nicht gab, hatten Denkmalpfleger und Archäologen wegen der Auswirkungen auf das antike olympische Gelände, das vor der Aufnahme in die Liste des Weltkulturerbes steht, Protest eingelegt. Die von den Olympia-Organisatoren übergangene Präsidentin der griechischen Archäologischen Gesellschaft, Aglaia Archontidou, bezeichnete die Wettbewerbe in Olympia als bloßen PR-Gag. Der Würzburger Archäologe und Ausgräber in Olympia, Prof. Dr. Ulrich Sinn, hatte sich aus Umweltschutzgründen gegen die Wettkämpfe im antiken Gelände ausgesprochen und die nun eingeführten strengen Beschränkungen zur Schadensbegrenzung verlangt.
Die Routiniers Tim Lobinger, Lars Riedel, Heike Drechsler, Astrid Kumbernuss und Grit Breuer wollen beim Meeting des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV) am 13. Juni in Erfurt möglichst schon im ersten Anlauf die Olympia-Tickets buchen. Meeting-Manager Siegfried Schonert bestätigte die Teilnahme der Asse. 'Erfurt ist neben den deutschen Meisterschaften im Juli in Braunschweig der Meilenstein auf dem Weg nach Olympia', sagte Schonert im Hinblick auf die Wettkämpfe, bei denen die deutschen Kandidaten die Normen für Athen erfüllen wollen.
Mit dem Etat von 500 000 Euro will Schonert hochklassige internationale Konkurrenz für die deutschen Stars nach Thüringen locken. Bisher wurden unter anderen der Hallen-Weltmeister im Sprint, Jason Gardener (Großbritannien), 800-m-Mann Juri Borsakowski (Russland) und 1500-m-Europameister Mehdi Baala (Frankreich) verpflichtet. Ungewiss ist dagegen der Start des Ex-Erfurters Nils Schumann (Magdeburg), der unter Achillessehnen-Problemen leidet. Das DLV-Meeting fand im vergangenen Jahr noch in Dortmund statt.
Ein Prost - auch dank des neuen Sponsors Wernesgrüner - haben die 30. Halle-schen Werfertage am 22. und 23. Mai schon jetzt verdient. Obwohl noch ein Monat Zeit ist, sind die hochkarätigen Wettkämpfe sowohl finanziell und organisatorisch unter Dach und Fach. "Das war selten so", erinnert Meetingchef Rainer Ritschel an manche Klimmzüge in der Vergangenheit. Zur Jubiläums-Veranstaltung werden sich nicht nur zahlreiche Werferstars von einst auf der Anlage in den Brandbergen ver-sammeln, auch das Starterfeld ist vom Feinsten. Fast alle deutschen Spitzenathleten kommen, wie die Olympiasieger und Welt-meister Lars Riedel, Franka Dietzsch (Diskuswerfen) und Astrid Kumbernuss (Kugelstoßen) oder die WM-Medaillengewinner Nadine Kleinert (Kugel) und Steffi Nerius (Speer). Eine Reihe ausländischer Athleten, die bei WM auf dem Sieger-treppchen standen, werden die Wettkämpfe als Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Athen nutzen. Sorgen macht derzeit Halles einziger Olympiakandidat, die Speerwerferin Jana Woitkowska. Sie hat Probleme mit der Schulter. Ein bevorste-hendes zweiwöchiges Trainingslager in der Nähe von Venedig soll Aufschluss über ihre Belastbarkeit erbringen.
Fehlen wird Boris Henry, der Weltmeisterschafts-Dritte im Speerwerfen, dessen überhöhten Startgeld-Forderungen eine Absage erteilt wurde. Speerwurf-Weltmeister Sergej Makarow fehlt aus anderem Grund. Der russische Leichtathletik-Verband hat für seine Athleten bis zum 10. Juni ein Startverbot im Ausland verhängt.
Das Meeting in Zeulenroda erwartet am 29. Mai wieder klangvolle Namen. Astrid Kumbernuss (Kugel), Lars Riedel und Michael Möllenbeck (beide Diskus) haben sich als DLV-Asse angesagt. Außerdem will Ivonne Teichmann nach ihrer Verletzungs-pause einen Test über 600 Meter bestreiten.
30. Auflage der «Halleschen Werfertage» möchte zweifachen Grund zum Feiern
Die 30. Auflage der «Halleschen Werfertage» am 22./23. Mai stehen ganz im Zei-chen Olympias. «Wir hoffen, dass wir gleich zwei Mal Grund zum Feiern haben. Denn neben unserem Jubiläum glauben wir auch fest daran, dass Leipzig am 18. Mai vom IOC in den Kreis der Kandidatenstädte für die Olympischen Spiele 2012 aufgenommen wird. Unser Meeting ist außerdem für die deutschen und internatio-nalen Spitzenathleten eine erste Standortbestimmung für Athen. Die DLV-Asse haben in Halle zudem die Chance, die Olympia-Norm zu erreichen», erklärte Meeting-Direktor Rainer Ritschel am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Halle. Den Organisatoren der Werfertage liegen schon eine Reihe von Anfragen von inter-nationalen Topwerfern vor. «Wir haben bereits Kontakt zum Speerwurf-Weltmeister Sergej Makarow aus Russland aufgenommen. Auch die russische Diskus-Olympia-siegerin Natalja Sadowa, die Diskus-Weltmeisterin von 1997, Beatrice Faumina aus Neuseeland, und die Olympia-Zweite Anastasia Kelesidou aus Griechenland wollen in Halle starten. «Zudem erwarten wir das Gros der deutschen Spitze. Astrid Kumbernuss und Franka Dietzsch haben bereits ihre Teilnahme zugesagt», erwartet Ritschel eine hochkarätige Besetzung zum Jubiläum. Insgesamt sollen Sportler aus über 20 Nationen bei den Werfertagen starten.
Der Etat für dieses Meeting beläuft sich laut Ritschel auf 100 000 Euro: «Davon sind bis zum jetzigen Zeitpunkt etwa 60 Prozent gedeckt.» 30 000 Euro kommen von der Stadt Halle.
SCN-Diskuswerferin Franka Dietzsch beginnt beim Winterwurf-Challenge Olympia-jahr
Ex-Diskusweltmeisterin Franka Dietzsch bekennt feimütig: "Es kribbelt richtig vor dem ersten Wettkampf im Olympiajahr. Es wird Zeit, dass es losgeht." Heute Mor-gen gegen 7 Uhr startet die Neubrandenburger Leichtathletin per Flugzeug auf die Mittelmeerinsel Malta. Dort gehört sie zum deutschen Team, welches beim 4. Winterwurf-Challenge des Europäischen Leichtathletikverbandes antritt. Für Dietzsch ist es gleichzeitig der Wettkampfstart in "eine hoffentlich erfolgreichere Saison als letztes Jahr", so die SCN-Werferin. Gesundheitlich fühlt sich Dietzsch den Herausforderungen des Olympiajahres gewachsen. "Toi, toi, toi - manchmal zwickt das Knie, aber es hält." Für den Wurf-Cup hat sich Dietzsch während eines Lehrgangs in der Sportschule Kienbaum quali-fizieren müssen. "Die Weite dort war sehr gut", erzählt die Sparkassenangestellte, die im Olympiajahr durch ihren Arbeitgeber wieder großzügig unterstützt wird. Für den Wettkampf unter südlicher Sonne auf Malta ("Temperaturen sind egal, Hauptsache kein Regen" - so Dietzsch) setzt sich die Weltmeisterin von 1999 nicht groß unter Druck: "Ich möchte über 60 Meter werfen. Dann sehen wir weiter. Im Moment bringt es nichts, groß Bestenlisten zu wälzen. Sportler in Australien und Neuseeland haben jetzt schon Sommersaison, wir stehen ganz am Anfang. Wichtig ist, Ende August in Athen in Top-Form zu sein", zeigt die routinierte Athletin keine Hektik. Die Vorbereitungen laufen ohnehin auf den Höhepunkt Olympia. Für Franka Dietzsch würde Athen die vierte Olympiateilahmebedeuten. Nächste Station auf dem Weg dorthin ist für Franka Dietzsch und die Neubranden-burger Stoßer - Astrid Kumbernuss und Ralf Bartels - ein zehntägiges Trainingslager bei Albufera an der portugiesischen Algarve. An die Wurf-Challenge hat Franka Dietzsch nicht besonders gute Erinnerungen. Vor zwei Jahren war sie bei der zweiten Auflage dieser Veranstaltung in Pula (Kroatien) dabei. "Das lief ganz schlecht, kann eigentlich nur besser werden", so Dietzsch gestern. Der Deutsche Leichtathletikverband nimmt den Wettbewerb (alle Wurfdis-ziplinen werden ausgetragen) durchaus ernst. Im vergangenen Jahr belegten die Männer Platz eins. Die Frauen kamen hinter Russland auf dem zweiten Rang ein.
Mit der Hallen-WM am Wochenende in Budapest beginnt für den Deutschen Leicht-athletik-Verband (DLV) die Diskussion um die Zukunft. Nach der WM-Pleite 2003 in Paris mit nur vier Medaillen geht die Furcht vor dem Niedergang der deutschen Leichtathletik um.
Zumal nach den Olympischen Spielen in Athen Erfolgsgaranten wie Heike Drechsler, Astrid Kumbernuss, Franka Dietzsch oder Lars Riedel Adieu sagen werden. «Ich bin überzeugt, dass wir kreative Ideen haben werden und den Leistungsstand halten», prognostiziert DLV-Präsident Clemens Prokop. Im Mai sollen dafür auf einer Spitzen-sport-Tagung die Weichen gestellt werden.
Revolutionäre Reformen sind dabei nicht zu erwarten, wohl aber Kurskorrekturen. Im personellen Bereich wird es allerdings größere Veränderungen geben, da Cheftrainer Bernd Schubert nach Athen seine Aufgabe abgibt und eine Reihe von Bundestrainern in den Ruhestand geht. «Es zeichnet sich ein deutlicher Personalwechsel ab», sagt Prokop. Einen neuen Cheftrainer soll es nach seinen Vorstellungen nicht geben: «Ich tendiere dazu, einen Leistungssportdirektor zu installieren.» Eine Option wäre, Generalsekretär Frank Hensel wieder in diese Funktion zu hieven, die er bis 1999 innehatte.
Die seit langem im DLV diskutierte Kardinalfrage, ob der Spitzensport zentralisiert oder wie bisher in regionalen «Nestern» betrieben werden soll, dürfte entschieden sein. «Einen Zentralismus wie im Wintersport kann es in der Leichtathletik mit sei-nen 7000 Vereinen und zahlreichen Disziplinen nicht geben», erklärt Prokop. Ähnlich sieht es Leistungssportwart Rüdiger Nickel: «Schwarz oder weiß, ja oder nein - dies bringt uns nicht weiter.» Die große Herausforderung sei, bessere Verknüpfungen zwischen Athleten, Trainern, Medizinern, Psychologen, Managern und Sponsoren herzustellen.
Auf jeden Fall will der DLV künftig seine Athleten stärker in die Pflicht nehmen. «Es ist ein Unding, dass wir zigtausende Euro in das Training der Sportler stecken, sie aber ihre eigenen Ziele verfolgen. Für uns sind die internationalen Titelkämpfe die Höhepunkte, nicht die Meetings», betont Prokop. Einen großen Schub erhofft er sich zudem von einem möglichen Zuschlag für die WM 2009: «Damit hätten wir auf dem Weg in die Zukunft eine Vision.»
Obwohl seit 1984 ein Einbruch bei der Mitgliederzahl der 16- bis 19-Jährigen zu ver-zeichnen ist, hofft der DLV den nach Athen fälligen Generationswechsel zu meistern. «Im Jugendbereich gibt es seit Jahren gute Ergebnisse bei internationalen Meister-schaften. Das Potenzial ist da und wir haben finanziell die Möglichkeit, mit Ausdauer zu planen», unterstreicht Prokop. Für Nickel gehört jedoch nicht nur ein langer Atem, sondern auch Glück dazu, aus Talenten Stars zu machen: «Es hängt viel vom Zufall ab. Nicht jeder jugendliche Medaillengewinner wird auch ein Spitzenathlet.»
Um die WM-Blamage wieder wett und in Athen Boden gut zu machen, hat der DLV einige Sofortmaßnahmen eingeleitet. So wurden 40 000 Euro zusätzlich für die medizinische Betreuung der Olympia-Kandidaten zur Verfügung gestellt. «Damit hoffen wir, nicht wieder so eine hohe Ausfallquote wie bei der letzten WM zu haben und vor allem noch einmal die Ressourcen der Altgedienten nutzen zu können», erläutert Prokop. Die Hallen-WM in Budapest werde in Hinblick auf Olympia aber noch keine Fingerzeige bieten: «Dies ist nur ein Zwischenstopp.»
Kugelstoß: 18,70 m reichten der Magdeburgerin zwar zum Titel, aber nicht zur Wunsch-Erfüllung
Der Titel im Kugelstoß war eigentlich schon vor dem ersten Versuch vergeben. Zu eindeutig war die Überlegenheit von Nadine Kleinert. Und die Prognose bewahrhei-tete sich auch im Wettbewerb. Mit 18,70 m schockte die Magdeburgerin bereits im ersten Stoß die Konkurrentinnen. Danach ließ die 28-jährige noch vier weitere 18-Meter-Versuche folgen. Doch ihr persönliches Ziel verfehlte Kleinert trotzdem. „Ich hatte mir die 19 Meter vorgenommen. Darum bin ich nicht zufrieden. Es war ein besseres Training“, erklärte die Vize-Weltmeisterin von 2001. Für die anstehende Hallen WM hat sich die 1,90 m große Sportlerin trotz des unerfüllten 19-Meter-Wun-sches noch mehr vorgenommen. „Wenn ich dort unter die besten Sechs kommen will, muss ich in die Bereiche meiner Hallenbestleistung von 19,35 m kommen“, so Kleinert. Als größte Konkurrentinnen schätz die Magdeburgerin die Ost-Europäerinnen ein. „Wenn es um ein gutes Preisgeld geht, sind die immer mit dabei.“
Durch Astrid Kumbernuss‘ Verzicht auf die Hallensaison gewann die Schwerinerin Nadine Beckel Silber. Doch mit 17,38 m konnte sie das WM-Ticket nicht auch beim finalen Wettkampf nicht lösen. Genauso erginge es der Drittplatzierten Kristin Marten mit 17,01 m. Die Stoßerin aus Thum hat sich in dieser Hallensaison jenseits der 17-Meter-Marke eingependelt und konnte in diesem Winter den größten Leis-tungssprung aufweisen. Trotzdem hält Karl-Heinz Leverköhne Martens Leistungen für ausbaufähig. „Ihre Zubringerleistungen sind besser als ihre Resultate. Ein Leistungs-sprung von 50 Zentimetern wäre deshalb kaum verwunderlich.“, glaubt Leverköhne.
Verlassen gefühlt
Doch nicht nur weil neben Kumbernuss auch Kathleen Kluge auf die Halle verzichtet, da sie momentan an der Drehstoßtechnik feilt, fühlte sich die neue deutsche Meis-terin ein wenig verlassen in der Helmut-Körnig-Halle. „Wenn ich beim Training das Radio aufdrehe, habe ich mehr Stimmung als hier“, kritisierte Nadine Kleinert die Hallensprecher sowie das Publikum. Beide Parteien schenkten den Athletinnen kaum Beachtung. „So macht das Kugelstoßen einfach keinen Spaß.“ Stattdessen freut sich Kleinert bereits auf die Olympischen Spiele in Athen. „Dort stoßen wir separat. Das kann eine gute Werbung für unsere Disziplin werden.“
Es bleibt zu hoffen, dass in Athen weitere Starterinnen als nur Nadine Kleinert den DLV vertreten werden. Eine gesunde Astrid Kumbernuss hätte dem kleinen Geld von nur sieben Athletinnen auch in Dortmund gut getan. Und selbst Kleinert vermisste die Olympiasiegerin von 1996. „Wenn sie mitstößt, ist es gleich etwas ganz anderes.“
Quelle: Leichtathletik News
25.02.2004
Bloß kein Risiko Deutsche Leichtathleten schonen sich für Athen 2004 - oder sie sind einfach schlecht
Durch die deutsche Leichtathletik sollte bei den nationalen Hallen-Meisterschaften am Wochenende in Dortmund ein Ruck gehen. Doch nicht nur in der Politik bleibt der immer wieder erhoffte Schub aus. Zwar wurden die Titelkämpfe überstrahlt von der Weltjahrsbestzeit über 200 m durch Tobias Unger (Kornwestheim), der in 20,59 Sekunden triumphierte, doch insgesamt dominierte - im internationalen Vergleich - zumeist Mittelmaß.
Zu den 16 Sportlern, die die Qualifikationsnorm für die Hallen-WM in Budapest (5. bis 7. März) bereits vorher geschafft hatten, kamen noch vier weitere hinzu. Doch Medaillenchancen haben wohl nur Zwei-Meter-Springerin Daniela Rath (gewann gestern mit 1,95 m) und die Stabhochspringer Tim Lobinger (Erster mit 5,75 m) und Björn Otto (Zweiter mit 5,70 m). Und Doppelmeister Unger, der auch über 60 m gewann? "Da werden schon noch einige auftauchen und schneller sein", meinte der 24-jährige Schwabe. "Mein Ziel ist der 200-m-Endlauf."
Von den wenigen Highlights abgesehen, stellt sich die deutsche Leichtathletik im Februar 2004 vor allem als eine Ansammlung von Spitzen-Athleten dar, die momen-tan wegen noch nicht überwundenen Verletzungen oder Krankheiten nicht starten können oder die die Halle aussparen, weil ihr Fokus total auf die Olympischen Spiele in Athen (13. bis 29. August) gerichtet ist. So die Olympiasieger Nils Schumann (800 m) und Heike Drechsler (Weitsprung), Spitzenkräfte wie Astrid Kumbernuss (Kugel) und Ingo Schultz, Grit Breuer (beide 400 m) sowie Yvonne Buschbaum und Annika Becker (beide Stabhochsprung).
"Für Olympia geht doch niemand ein Risiko ein", sagte Rüdiger Nickel, der Vizeprä-sident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), ehrlich, "da wäre er ja be-scheuert." Doch wer wird rechtzeitig fit? Auf keinen Star kann verzichtet werden. So nannte Nickel bereits jetzt die Namen Breuer und Schumann (beide an der Achilles-sehne operiert) und sogar den dauerverletzten Martin Buß, Hochsprung-Weltmeister von 2001 (Knie-Operationen), als Kandidaten, denen man wohl einen "Sonderweg gestatten sollte". Sie müssen Qualifikationsnormen im Zweifelsfall erst später er-bringen als die anderen.
Aber dass insgesamt wenig Hoffnung auf Besserung und eine Steigerung des Ni-veaus in der deutschen Leichtathletik besteht, zeigte sich einmal mehr in Dortmund. Lediglich die erst 18-jährige, erfrischend auftretende Weitspringerin Sophie Krauel gibt beim Nachwuchs (zu dem Unger nicht mehr zählt) wirklich Anlass zur Hoffnung.
Am Rande der Meisterschaften hat Verbandspräsident Clemens Prokop Initiativen des DLV beim Europäischen (EAA) und dem Welt-Leichtathletikverband (IAAF) angekündigt, international größere Chancengleichheit durch eine konsequentere Doping-Bekämpfung zu erreichen. Nur Spötter dürfen behaupten, dass der DLV nun über diese Schiene versucht, wieder näher an die Weltspitze heranzukommen.
Zufrieden war man zumindest bei der LG Nike Berlin, die durch Claudia Marx (200 m) und überraschend auch durch die 4 x 200-m-Staffel (Nadine Balkow, Marx, Anja Neupert, Katharina Gröb) zu zwei Titeln kam. Weitere Berliner Medaillen: Bronze für André Höhne (5000 m Gehen/SCC) und Hochspringer Marius Hanniske (LG Nord). Bei der WM in Budapest wird Marx allerdings trotz geschaffter Norm nicht starten. Mit dem Meeting in Chemnitz am Freitag endet für sie die Hallensaison. Olympia geht auch für Claudia Marx vor.
Quelle: Berliner Morgenpost
23.02.2004
Auch im Olympiajahr geht der Patient am Stock
Bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Dortmund gab es nur wenige Topleistungen zu bejubeln. Es überwog internationales Mittelmaß.
Dortmund - Durch die schwächelnde deutsche Leichtathletik sollte bei den nationa-len Hallen-Meisterschaften am Wochenende in Dortmund ein Ruck gehen, doch der erhoffte Schub blieb aus. Zwar wurden die Titelkämpfe überstrahlt von der Welt-jahresbestzeit über 200 Meter durch Tobias Unger (Kornwestheim), der in 20,59 Sekunden triumphierte, doch insgesamt dominierte - im internationalen Vergleich - zumeist Mittelmaß.
Zu den bisher schon feststehenden 16 Sportlern, die die Qualifikationsnorm für die Hallen-Weltmeisterschaften vom 5. bis 7. März in Budapest bereits vorher geschafft hatten, kamen noch vier weitere hinzu. Mehr Masse als Klasse also, denn Medai-llenchancen haben selbst bei dieser international eher unbedeutenden Veranstaltung nicht einmal eine Handvoll Deutsche. Lediglich Zwei-Meter-Springerin Daniela Rath (gewann den Hochsprung in Dortmund mit 1,95 m) sowie die Stabhochspringer Tim Lobinger (Erster mit 5,75 m) und Björn Otto (Zweiter mit 5,70 m) zählen in Ungarn zu den nationalen Hoffnungsträgern. Sprint-Ass Unger, der auch die 60 Meter gewann, glaubt dagegen nicht an einen Podestplatz in Budapest: "Da werden schon noch einige auftauchen und schneller sein", schwante dem 24-jährige Schwaben, "mein Ziel ist der 200-m-Endlauf."
Generell stellte sich die deutsche Leichtathletik im Februar 2004 vor allem als eine Ansammlung von Athleten dar, die momentan wegen noch nicht überwundenen Ver-letzungen oder Krankheiten nicht starten können, oder aber die Halle aussparen, weil ihr Fokus auf die Olympischen Spiele in Athen (13. bis 29. August) gerichtet ist. So die Olympiasieger Nils Schumann (800 m) oder Heike Drechsler (Weitsprung), Spitzenkräfte wie Astrid Kumbernuss (Kugelstoßen) oder Ingo Schultz, Grit Breuer (beide 400 m), Yvonne Buschbaum, Annika Becker (beide Stabhochsprung) und Claudia Gesell (800 m).
"Für Olympia geht doch niemand ein Risiko ein", sagte Rüdiger Nickel, Vizepräsi-dent des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), "da wäre er ja bescheuert." Doch wer wird rechtzeitig fit? So nannte Nickel bereits jetzt Schumann und Breuer (beide an der Achillessehne operiert) sowie den dauerverletzten Martin Buß, Hoch-sprung-Weltmeister von 2001 (Knie-Operationen), als Kandidaten, denen man wohl einen "Sonderweg gestatten sollte". Sprich: Sie müssen Qualifikationsnormen im Zweifelsfall erst später erbringen als die anderen.
Schließlich braucht der DLV in Athen jeden Mann, um nach der Pleite bei der WM 2003 in Paris (einmal Silber, dreimal Bronze) die hohen Olympia-Ziele - sechs Me-daillen, Platz drei in der Länderwertung - zu erreichen. Selbst Manfred von Richt-hofen, Präsident des deutschen Sportbundes, hat der deutschen Leichtathletik "akute Krankheitserscheinungen" attestiert, die sich nicht so schnell beheben ließen.
Dass tatsächlich wenig Hoffnung auf Besserung besteht, zeigte sich einmal mehr in Dortmund. So sprach es Bände, dass das Comeback der 35-jährigen Weitspringerin Susen Tiedtke mit peinlichen 6,19 Meter (Platz drei) nach 18 Monaten Wettkampf-pause noch zu den wenigen Aufsehen erregenden Momenten der Titelkämpfe gehör-te. Die Berlinerin will später vor allem im Dreisprung angreifen, weil da das Niveau beim DLV so gering ist, dass sie sich bessere Chancen auf eine Olympia-Teilnahme ausrechnet als im Weitsprung.
Am Rande der Meisterschaften hat Verbands-Präsident Clemens Prokop Initiativen des DLV beim europäischen (EAA) und dem Weltleichtathletik-Verband (IAAF) angekündigt, international größere Chancengleichheit durch eine konsequentere Doping-Bekämpfung zu erreichen. Nur Spötter dürfen behaupten, dass der DLV nun über diese Schiene versucht, wieder näher an die Weltspitze heranzukommen.
Quelle: Die Welt
21.02.2004
Hoffen auf den letzten Schub
Die WM-Pleite hat in der deutschen Leichtathletik wenig bewirkt
Bei rechtem Licht besehen ist der 70. Geburtstag, den der Sportbund-Präsident und ehemalige Hockeyspieler Manfred von Richthofen am 9. Februar beging, kein An-lass, ein paar Gedanken an die deutsche Leichtathletik zu verschwenden. Ein Schuh wird erst draus, wenn man ein Interview aufruft, das der Freiherr zum runden Wiegen-fest der Tageszeitung Die Welt gewährte. Sinngemäß stellte das Blatt fest, mit Blick auf die Athener Spiele liefe es für den deutschen Sport nicht schlecht, nur die olym-pische Kernsportart hinke hinterher. „Keine Frage, die Leichtathleten werden es schwer haben“, antwortete Richthofen, die hätten Probleme des Übergangs des Nachwuchses ins Erwachsenenalter: „Da gibt es echte akute Krankheitserschei-nungen.“ Sie bis Athen zu beheben werde „mit Sicherheit“ nicht geschehen. Sieht man davon ab, dass die Geschichte mit dem Übergang nur ein Symptom der Ma-laise ist, zeigt die Richthofensche Einlassung, wie sehr die Pleite des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV) bei der WM 2003 in Paris höchste Stellen selbst ein halbes Jahr später noch bekümmert.
Und die Aussicht auf künftig freundlichere Kommentare ist, vorsichtig formuliert, eher durchwachsen. Gleichwohl verordnete sich der DLV bei einer dreitägigen Aufarbei-tung der trüben WM- Tage in Kienbaum/Brandenburg vorsichtigen Optimismus und begründete ihn mit dem umwerfenden Argument: weil in Paris so viel schief ging und es schlimmer kaum kommen kann. Zudem wollte DLV-Sportchef Rüdiger Nickel ei-nen „Ruck durchs Trainerteam“ gespürt haben und auch, dass „alle mit Engagement die Scharte von Paris ausmerzen“ wollen. Die Sache mit dem Engagement, musste Nickel erkennen, hielt sich jedoch in Grenzen. Offenbar gefrustet ob des Erreichten, kündigte Chefcoach Bernd Schubert noch vor dem Jahreswechsel an, sein Amt zum 1. Oktober 2004 zur Verfügung zu stellen. Auch wenn, klar doch, das Gegenteil be-hauptet wird: Der Verband geht nach Athen mit einem angeschlagenen Cheftrainer. Optimal ist anders.
Zerschlagen hat sich auch die Hoffnung, winters mit ein paar herausragenden Hallen-ergebnissen endlich wieder Pluspunkte beim Sportkonsumenten zu sammeln. Doch im Trommelfeuer der überragenden deutschen Wintersportler und der international erfolgreichen Handballer und Volleyballerinnen blieb den Leichtathleten nichts anders übrig, als erneut die Köpfe einzuziehen.
Veritables Weltformat präsentierten nur zwei: Hochspringerin Daniela Rath mit zwei 2-m-Sprüngen und Stabhochspringerin Annika Becker mit dem Rekordsatz über 4,68 m. Nur: Becker hat sich verletzt verabschiedet und die wieder üppige Liste prominen-ter Hallenverweigerer (u.a. Breuer, Drechsler, Buschbaum, Gesell, Kumbernuss, Schulz und Schumann) verlängert.
Nichts deutet im Moment auf die Umsetzung der großen Pläne hin, die für Athen geschmiedet wurden: Bis zu sechs Medaillen und Platz drei in der Länderwertung. So muss der DLV in Dortmund, wo am Wochenende bei der Hallenmeisterschaft der erste Knotenpunkt im Olympiajahr erreicht wird, mal wieder auf das setzen, worauf er bei seinen Titelkämpfen immer setzt, zuletzt aber meist vergeblich: „auf den letzten Schub“ (Sportchef Nickel).
Der EM-Dritte im Kugelstoßen, Ralf Bartels (Neubrandenburg), führt ein 15-köpfiges Aufgebot aus Mecklenburg-Vorpommern bei der deutschen Leichtathletik-Hallen-meisterschaft in Dortmund am Wochenende an. Neben dem deutschen Freiluft-meister aus dem Vorjahr haben dessen Vereinskolleginnen und Olympia-Kandi-datinnen Sonja Kesselschläger und Kathleen Gutjahr (60 m Hürden) gute Medaillenchancen.
Marathonläuferin Ulrike Maisch vom 1. LAV Rostock strebt über 3000 m und 1500 m ebenso einen Podiumsplatz an wie Kugelstoßerin Nadine Beckel (Schwerin). „Das Ziel ist es, drei bis vier Medaillen zu gewinnen“, sagte Landestrainer Ralf Skopnik.
Verletzungsbedingt sagten Kugelstoßerin Astrid Kumbernuss (SCN) und 800-m-Läufer Christian Köhler (1. LAV Rostock) ihren Start ab.
Unterdessen rechnet 400-m-Läuferin Grit Breuer aus Magdeburg nach ihrer Achillessehnenoperation fest mit einer Olympia-Teilnahme in Athen. „Zu 99,9 Prozent bin ich dabei“, ist die Ex-Neubrandenburgerin überzeugt. Breuer, die am Montag ihren 32. Geburtstag feierte, war am 28. Januar in Basel am linken Fuß operiert worden. Inzwischen sind die Fäden gezogen, und ein Wassertraining ist möglich. „Das lässt uns viele Optionen für das Training“, sagte ihr Trainer und Lebensgefährte Thomas Springstein.
800-m-Olympiasieger Nils Schumann, ebenfalls ein Schützling von Springstein, ist nach seiner Achillessehnen-OP in der Olympia-Vorbereitung noch weiter: Er hat bereits mit dem Lauftraining begonnen.
Quelle: Ostsee-Zeitung
20.02.2004
Hatz um Titel und WM-Tickets
Am Wochenende in Dortmund deutsche Hallen-Meisterschaften
In der Leichtathletik konzentriert sich das Saison-Geschehen logischerweise auf die Olympischen Spiele im Sommer in Athen. Und so gibt es im Olympia-Jahr auch »nur« eine Weltmeisterschaft für die Leichtathleten – nämlich die in der Halle vom 5. bis 7. März in Budapest. Auf dem Weg zu diesen 10. Hallen-WM – gepflastert mit anspruchsvollen WM-Normen des Weltverbandes IAAF – geht es für die deutschen Leichtathleten an diesem Wochenende in Dortmund bei den Hallen-Meisterschaften um Meistertitel und WM-Tickets. »Es ist davon auszugehen«, so Rüdiger Nickel, DLV-Vizepräsident Leistungssport, »dass etwa 14 bis 18, maximal 20 deutsche WM-Starter in Budapest dabei sein werden.« Vor einem Jahr bei den Hallen-WM in Birmingham war der DLV mit zehn Aktiven vertreten und zu vier Medaillengewinnen gekommen. Für die hatten die Stabhochspringer Tim Lobinger (Köln/1.) und Michael Stolle (Leverkusen/2.) sowie als Dritte Grit Breuer (Magdeburg) über 400 m und Kugelstoßerin Astrid Kumbernuss (Neubrandenburg) gesorgt. »Wir wollen in Budapest viel Klasse sehen und machen unser Team nicht absicht-lich klein«, ergänzt Rüdiger Nickel. Allerdings ist Budapest keineswegs so etwas wie eine Wiedergutmachung für das deutsche WM-Desaster im Sommer des letzten Jahres in Paris. Schließlich sind die Hallenwettbewerbe nicht jedermanns Sache. Nicht alle Stars der deutschen und internationalen Leichtathletik-Szene lassen sich in Budapest blicken, verzichten im Olympia-Jahr bewusst auf die Hallensaison oder müssen auf Grund von Verletzung oder Krankheit passen. So werden von den deutschen Athleten Ingo Schultz, Grit Breuer, Heike Drechsler, Nils Schumann oder Annika Becker erst bei Freiluft-Wettkämpfen wieder auftauchen. Dieses »Defizit« kennzeichnet auch die 51. deutschen Meisterschaften unterm Dach der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle, wo 29 Titel vergeben werden. Vor diesen nationalen Titelkämpfen haben 17 DLV-Athleten die Normen für Budapest erfüllt, was Nickel als ein »hoffnungsvolles Zeichen« wertet. Er charakterisiert den bisherigen Saisonverlauf »gemischt mit leicht positiven Tendenzen«. Ob es in Dortmund gewissermaßen zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch viel zu feiern geben wird, bleibt abzuwarten. Allgemein wird damit gerechnet, dass der Stabhochsprung der Männer und Frauen zu den Höhepunkten zählen werden. Der Freiluft-WM-Fünfte Tim Lobinger erfüllte letzten Sonntag in Karlsruhe mit 5,72 m die WM-Norm, hat aber seinen Platz im WM-Team noch nicht sicher. Dem 31-Jährigen fehlen nach seiner Blinddarmoperation im November rund 300 Trainings-sprünge. »Ich hoffe, dass ich mich in Dortmund endgültig für die WM qualifizieren und meinen Hallen-Titel in Budapest verteidigen kann.« Sicher hat das WM-Ticket bisher nur Björn Otto (Uerdingen/Dormagen), der die WM-Norm (5,70 m) als Sieger beim Hallen-Europacup in Leipzig erneut bestätigte. Bei den Frauen katapultierte sich Nastja Ryshich (Ludwigshafen) mit ihrem 4,50-m-Sprung vor zwei Wochen in Dortmund in die Favoritenrolle. »Es war schon ein ko-misches Gefühl, nach fünf Jahren wieder diese Höhe gesprungen zu sein«, meinte die 26-jährige Hallen-Weltmeisterin von 1999, die in Budapest die verletzte Freiluft-Vizeweltmeisterin Annika Becker (Erfurt) vertreten will. Der internationale Vergleich im Frauen-Stabhochsprung offenbart aber eine Kluft: Die 21-jährige Russin Jelena Isinbajewa, WM-Dritte von Paris, überquerte am Sonntag in Donezk 4,83 m – neuer Hallen-Weltrekord. Vor ihrem zweiten Comeback-Versuch steht in der Dortmunder Halle Weitspringerin Susen Tiedtke. Die Olympia-Sechste, die nun für die LG Frankfurt/Main startet, will es mit 35 Jahren noch mal wissen und peilt auch Olympia 2004 in Athen an.
Quelle: Neues Deutschland
19.02.2004
Die große Dortmund-Vorschau (2) - Frauen
Wer wird am Wochenende die Nase vorn haben und sich in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle die deutschen Hallenmeistertitel sichern? leichtathletik.de hat die ein-zelnen Disziplinen unter die Lupe genommen und für Sie einen Blick auf die Favo-riten geworfen. Der zweite Teil unserer großen Dortmund-Vorschau beschäftigt sich mit den Frauen.
Kugelstoßen Nadine Kleinert, bereits für die Hallen-WM in Budapest qualifiziert, geht als Favoritin in den Wettkampf. Sie führt die Jahresbestenliste mit 18,62 über einen Meter vor Nadine Beckel an. Titelverteidigerin Astrid Kumbernuss ist in dieser Hallensaison nicht angetreten und fehlt auch in Dortmund.
Quelle: Leichtathletik.de
17.02.2004
Alte und junge Stars zum Kränzchen
36. Jugend-Hallenmeisterschaften der Leichtathleten auch Treff der Asse von einst und heute
Treff der Außenseiter, Sammelpunkt von Weltklassesportlern vergangener Tage, Nachmittags-Kränzchen für aktuelle SCN-Stars - auch das waren die 36. Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften der Leichtathleten im Viertorestädter Jahnsportforum. Sigrun Grau, 800-Meter-Olympiasiegerin von 1988, kam mit ihren Zwillingen zu-gucken, Gerd Wessig - Hochsprung-Gold 1980 in Moskau - kreierte im Fitnessstudio am Felsen als gelernter Koch die Wessig-Schnitte, Atlanta-Olympiasiegerin Astrid Kumbernuss beobachtete gemeinsam mit dem WM-Sechsten von 2003, Ralf Bartels, die jüngeren, kugelstoßenden Teamkollegen. Namen machten die Runde, die nicht über die Videowand an der Decke flimmerten. Dort oben "tanzten" zwei Tage lang die Resultate von knapp 1000 Teilnehmern aus 206 Vereinen. Für einen der ersten Höhepunkte hatte Marius Hanniske von der LG Nord Berlin gesorgt - 2,19 Meter und Gold für den "Überflieger". Gute Schule. Und der Blick hinter die Kulissen verrät: wirklich gute Schule. Denn der Coach des 18-Jährigen ist kein Geringerer als Rainer Pottel. In der Trainingsgruppe des Mehrkampf-Europapokalsiegers von 1981 mischen außerdem der Hochsprung-Weltmeister von 2001, Martin Buß, und André Niklaus mit, WM-Achter im Mehrkampf 2003 in Paris. "Das spornt zusätzlich an, wenn man diese Vorbilder an seiner Seite hat", bekräftigte Hanniske. Aufblicken konnten auch die Eleven im Wurf-Stoß-Bereich, die bei den 11. Winterwurfmeister-schaften in Neubrandenburg den kältesten Startplatz hatten: Eingemummt in viele Pullover beobachtete Jürgen Schult im Jahnstadion die Szenerie beim Diskus-, Hammer- und Speerwerfen. Der amtierende Weltrekordler (Diskus) freute sich vor allem über die Resultate der beiden Hallenser Nadine Müller und Thomas Lange. Beide gewannen; sie mit der "Scheibe" und 54,92 Metern, er mit Speerweite 70,19. Auch ein Landsmann aus Schwerin erregte "Schulles" Aufmerksamkeit. "Die 49,08 von Sven Schumacher sind für einen B-Jugendlichen recht ordentlich", so der 43-jährige Bundestrainer. "Wir hatten hier ziemlich große Starterfelder. Deshalb muss mir in diesem Bereich nicht Bange sein. Die Probleme beginnen, wie überall, nach der Schule. Durch Lehre und Studium steigen zu viele Athleten aus. Sie finden im Heimatort nicht die Bedingungen oder sehen im Hochleistungssport keine Zukunft, ein zu großes Risiko. Das ist ein Problem." Zahlreiche kleinere Vereine schickten Einzelkämpfer ins Rennen, die zum Teil Beachtliches boten. Dazu zählte auch ein Vorpommern-Duo. Dreispringer Jan Theuer (13,82) und Hammerwerfer Frank Bauer (49,29) vom 1. LAV Torgelow belegten jeweils Rang zehn. Theuer übertraf dabei seine persönliche Bestleistung um zehn Zentimeter. 20 Fans hatten die beiden begleitet und konnten das beste Ergebnis seit 13 Jahren bilanzieren. Theuer und Bauer, zwei Namen, die nur kurz auf der Videowand aufleuchteten, aber ihren Platz in den Leichtathletik-Annalen längst sicher haben.
Die fliegenden "Eisenmurmeln" und "Untertassen" der SCN-Athleten erregen weltweit immer wieder große Aufmerksamkeit. Landen sie doch oft genug in rekord- und medaillenträchtigen Zonen. Das hat die Schule für Kugelstoßer und Diskuswerfer am Tollensesee berühmt gemacht. 1999 der i-Punkt, das Glanzjahr schlechthin: Astrid Kumbernuss (Kugel) und Franka Dietzsch (Diskus) kehrten als Champions von der Leichtathletik-WM in Sevilla zurück, Coach Dieter Kollark wurde zum zweifach vergoldeten Star unter den Trainern. Ein Kollark-Schüler war auch Gerald Bergmann. Der frühere DDR-Vizemeister - Bestmarke 20,52 Meter - steht inzwischen vor der Klasse und versucht, Mädchen und Jungen den Umgang mit dem "Eisen" zu verklickern. Mit Erfolg. Nadine Banse und der WM-Sechste von 2003, Ralf Bartels, kommen zum Beispiel von der "Berg-mann-Uni". Beide wurden 1997 deutsche Jugend-Hallenmeister. Zur Freude der Fans, die im Viertorestädter Jahnsportforum die Eigengewächse begeistert feierten. Heute und morgen, sieben Jahre danach, richtet der Club bereits zum dritten Mal die Winter-Titelkämpfe für den Nachwuchs aus. Und es könnte durchaus passieren, dass die Wurf/Stoß-Riege für den Verein die Kastanien aus dem Feuer holt. Denn dort lauern mit Denise Hinrichs und Marko Hübenbecker zwei Medaillenkandidaten. Die eine Zweite in der aktuellen Jugend-Bestenliste (Kugel), der andere zweimal Dritter (Kugel und Diskus) - hoffnungsvoll. Das Trio komplettiert Marvin Schwirk-schlies, für den der Kugelstoß-Endkampf schon ein großer Erfolg wäre. Trainer Bergmann weist auf die Tücken hin: "Beide Jungs sind Drehstoßtechniker; da kann immer mal ’was in die Hose gehen, kommt die Sicherheit erst nach Jahren. Außerdem starten Denise und Marvin als B-Jugendliche im Feld der Älteren. Und auch ,Hübi‘ gehört in seinem ersten A-Jahr zu den Jüngeren. Ein Jahr oder mehr Vorsprung, das macht kräftemäßig einiges aus. Trotzdem glaube ich, dass Denise im Kugelstoßen um den Sieg mitkämpfen wird. Marko hat gute Medaillenchancen." Ein wenig auf die Zähne beißen wird Denise Hinrichs allerdings. Denn ein Finger und ein Knie machen Sorgen. "Hilft nix, da muss ich durch", so die 16-jährige gebürtige Rostockerin, die 2003 als WM-Vierte brillierte. Ähnlich geht es Marvin Schwirk-schlies. Der Anklamer hat sich den Zeigefinger der rechten Hand überdehnt. "Trotzdem stecke ich nicht zurück, will bei der Entscheidung dabei sein", zeigte sich der 16-Jährige entschlossen. "Zwei Medaillen, das wäre schön", blickte Marko Hübenbecker voraus. "Immerhin bin ich ja zweimal auf Rang drei der Bestenliste notiert. Aber es wird sehr schwer." Er sei jedoch gut drauf, kam’s vom 17 Jahre alten Vorpommern aus Ducherow. Eine merkwürdige Ruhe konstatierte Leichtathletik-Lehrer Gerald Bergmann in den letzten Tagen vor den Titelkämpfen. Kein Gezwitscher mehr im Kraftraum, sonst doch ständige "Begleitmusik" im Training. "Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Alle sind schweigsam, aufgeregt, wollen vor ihren Fans und Eltern nicht patzen. Das ist gut für den Adrenalinspiegel."
Mit großen Hoffnungen starten neun Top- Athleten aus der Vier- Tore-Stadt ins Olympia-Jahr. Auf dem Weg nach Athen werden sie vom SCN gezielt gefördert.
185 Tage vor Entzündung des olympischen Feuers in Athen hat der SC Neubranden-burg für seine Olympia-Kandidaten die heiße Phase der Vorbereitung eingeläutet. „Auf Olympia ist meine ganze Aufmerksamkeit gerichtet. Natürlich würde ich gerne den Erfolg von Sydney wiederholen, aber das wird ganz schwer“, sagt Rennkanute Andreas Dittmer, der als einer von neun SCN-Athleten in das Olympia-Team des Klubs berufen wurde.
Neben dem Doppel-Olympiasieger im Canadier gehören Astrid Kumbernuss, Ralf Bartels (beide Kugelstoßen), Franka Dietzsch (Diskus), Sonja Kesselschläger, Kathleen Gutjahr (beide Siebenkampf), Stefan Uteß , Thomas Lück (beide Kanu) und Triathletin Anja Dittmer dem Team an, das vom SC Neubrandenburg finanziell gefördert wird.
Das Traumziel heißt Athen. Auch für Astrid Kumbernuss, die 1996 in Atlanta schon einmal ganz oben auf dem Treppchen stand. „Das sind Erfahrungen, die mir niemand mehr nehmen kann“, betont die 34-Jährige. „Aber es ist natürlich unendlich schwer, diesen Erfolg zu wiederholen.“ Nach einer Knie-Operation im Spätsommer arbeitet die Kugelstoßerin mit Coach Dieter Kollark hart für ihren dritten Olympiastart. Genau wie Franka Dietzsch. Für die Diskus-Weltmeisterin von 1999 ist es das Wichtigste, gesund durch die Vorbereitung zu kommen. „Dann könnte eine Medaille durchaus drin sein“, hofft die 36-jährige gebürtige Wolgasterin: „Im Moment bin ich in einer sehr guten Verfassung.“
Das gilt auch für Sonja Kesselschläger. Nach dem Karriereende der Leverkusenerin Sabine Braun ruhen auf der 26-jährigen Sportsoldatin die deutschen Hoffnungen im Siebenkampf. „Dabei sein ist alles. Aber noch schöner ist es natürlich, wenn man zeigen kann, was man drauf hat“, sagt Sonja Kesselschläger. Nach ihrem Sieg bei den deutschen Hallenmeisterschaften hofft sie auf eine Einladung zur Hallen-Welt-meisterschaft Anfang März in Budapest als eine der sechs punktbesten Athletinnen.
Abschalten vom Olympia-Stress ist für die neun Athleten aus der Vier-Tore-Stadt in den kommenden Monaten kaum noch drin. Andreas Dittmer, der sich in diesen Tagen auch durch eisige Temperaturen und Schneesturm nicht vom Wassertraining abhalten lässt, gönnt sich gerade einen zweitägigen Tapetenwechsel. Noch bis heute Abend weilt der mit 27 internationalen Medaillen erfolgreichste Canadier-Fahrer der Welt als Zaungast bei der Biathlon-WM in Oberhof. „Ich kenne die Biathleten alle ziemlich gut und will ein bisschen moralische Unterstützung leisten“, erklärt der 31-Jährige seinen kurzen Abstecher zum Wintersport. Ab morgen gilt Dittmers ganze Aufmerksamkeit dann aber wieder seinem Traumziel: Olympia in Athen.
Quelle: Ostsee-Zeitung
12.02.2004
SCN schiebt einen "Neuner" an
Viertorestädter Traditionsclub beruft Olympia-Team - Gestandene Kader dabei
Altentreptow. Kaum ein anderer Verein in Deutschland kann diese "Armada" im Hochleistungsbereich aufbieten: Neun Spitzenathleten will der SC Neubrandenburg im Sommer dieses Jahres zu den Olympischen Spielen schicken. Aus diesem Grund trommelte der Traditionsclub seine Asse ein erstes Mal zusammen, um "Die Glorreichen Neun" offiziell zu berufen. Unter dem Dach von E.DIS, einem der Hauptsponsoren des SCN, wurde das Power-Team in Altentreptow (Landkreis Demmin) weiteren Mäzenen, Funk und Presse präsentiert. Bis auf Triathletin Anja Dittmer, die zurzeit im südafrikanischen Trainingslager Muskel und Sehnen mit Energie "auflädt", kamen alle. Ein Treff mit Seltenheitswert.
Verträge verlängert
E.DIS-Vorstand Bernd Dubberstein nutzte die besondere Gelegenheit und verlän-gerte den Sponsorenvertrag - Geld fürs Olympia-Team und den Club. "Das, was beim SCN über Jahrzehnte aufgebaut wurde, bis heute entwickelt und geleistet wird, wollen wir sehr gern unterstützen", begründete Dubberstein das Engagement des Unternehmens, das als größter regionaler Stromversorger in Mecklenburg-Vorpom-mern und Brandenburg agiert. Nur ein kleiner Blick in die Chronik genügt, um zu erkennen, dass es lohnt, am Tollensesee mal ein paar Märker zu investieren: Elf Gold-, drei Silber- und 11 Bronzemedaillen brachten die Leichtathleten und Kanuten bisher von olympischen Wettbewerben in aller Welt mit. Mit Anja Dittmer trug sich 2000 in Sydney die erste Triathletin aus Neubrandenburg in die Annalen Olympias ein. Die Garde bedankte sich aus gegebenem Anlass auf ihre Weise: Die komplette erste Reihe verlängerte ihren Vertrag um ein Jahr. Dem Verein die Treue halten - auch das gehört zur guten Tradition in der Viertorestadt. Bundestrainer Klaus Baarck freute sich mit: "Ohne die Unterstützung aus der Wirtschaft funktioniert es nicht. Nur mit solcher Hilfe halten wir die Top-Athleten. Betont werden muss ebenso, dass viele der SCN-Hochleistungskader anderswo mehr Geld bekämen. Es sind Weltstars, die nicht nur bodenständig, sondern auch bescheiden geblieben sind."
Diskuswerferin Franka Dietzsch könnte in Athen als "Dienstälteste" ihre vierten Spiele erleben. "Wenn ich gesund bleibe und die Qualifikation schaffe, dann habe ich einen Riesenwunsch. Nämlich so gut drauf sein, dass vielleicht mein bisher bestes Olympia-Resultat herausspringt ." Die Weltmeisterin von 1999 war vor acht Jahren in Atlanta Vierte! Dort in Atlanta feierte Kugelstoßerin Astrid Kumbernuss, genau wie Dietzsch von Dieter Kollark trainiert, ihren großartigen Triumph. "Gesund bleiben, dabei sein - und dann schauen wir mal", blieb die dreifache Weltmeisterin bei ihrer Prognose wie gewohnt vorsichtig.
Athen das große Ziel
Sonja Kesselschläger, WM-Achte 2003 in Paris, und Kathleen Gutjahr, EM-Sechste 2002, beide unter den Fittichen von Klaus Baarck, nehmen zum ersten Mal Sommerspiele ins Visier. "Wenn ich das Ziel Athen erreicht habe, spreche ich über meine Ziele in Athen", kam’s kurz und bündig von der gebürtigen Finsterwalderin. Nach einem Jahr Ver-letzungspause bereitet Gutjahr nun ihren großen Angriff vor. "Hinkommen und dann Platz sechs bis acht - das wäre phantastisch", so die 28-Jährige. Für Kugelstoßer Ralf Bartels wäre es "ein absoluter Hit, könnte ich das Resultat der Paris-WM wiederholen". Das werde allerdings sehr, sehr schwer, bekräftigte der 25-Jährige, der 2003 in Frankreich mit Rang sechs für Aufsehen sorgte und von Gerald Bergmann trainiert wird.
Quelle: Nordkurier
10.02.2004
Olympia-Team heute berufen - Sportasse in Altentreptow
Eine Veranstaltung ganz besonderer Art findet heute Abend im Edis-Regionalzen-trum in Altentreptow im Holländer Gang statt: Der Vorstand des Sportclubs Neu-brandenburg wird das aktuelle Olympia-Team des SCN für die Sommerspiele in Athen berufen. Dazu werden unter anderem Andreas Dittmer und Astrid Kumbernuss gehören, die bei Olympia und Weltmeisterschaften vorderste Plätze belegten.
Durch den Stadtsportbund Neubrandenburg wurden für ihre Leistungen Sportler anlässlich der jährlich stattfindenden Auszeichnungsveranstaltung in der Löwenvilla mit Urkunden und Gutschein geehrt. Es sind dies: Kanurennsport: Andreas Dittmer, Weltmeister über 500 und 1000 m sowie 5 Deutsche Meistertitel; Stefan Uteß/ Thomas Lück, 4 Deutsche Meistertitel im C II und C IV; Maria Schuster/Juliane Lembcke, Jugendmeister im K II; Axel Schulz, 2 DM-Titel im C IV; Peter Waitschies, 2 Vizemeistertitel im Kanu Marathon; Leichtathletik Frauen: Astrid Kumbernuss (Kugel), 3. Platz bei der Hallen-WM, DM-Titel in der Halle und im Freien; Sonja Kesselschläger ( Siebenkampf), 4. Platz in der Halle und einen 8. im Freien bei den WM, Deutsche Hallenmeisterin; Franka Dietzsch (Diskus), etablierte sich mit 66 m erneut in der Weltspitze; Denise Hinrichs (Kugel), Vize-Jugend-meisterin und 4. der U 18-WM in Kanada; Julia Mächtig (Siebenkampf), Jugemd-meistertitel und 8. bei der WM U 18; Johanna Kokot (60-m-Lauf), Vize-Jugend-meisterin bei den DJM. Leichtathletik Männer: Ralf Bartels (Kugel), Deutscher Meister in der Halle und im Freien ...
Das siebte Schlossmeeting ist sicher: Nach Gesprächen zwischen dem LV Gothaer Land und der Stiftung Schlösser und Gärten steht fest: Aline Schäffel, Andy Dittmar und Co. kämpfen auf dem Parkplatz südlich des Schlosses um Olympia-Tickets.
Das siebte Gothaer Schlossmeeting im Kugelstoßen am 11. Juni ist gesichert. Der Vorsitzende des LV Gothaer Land, Dieter Reinholz, und die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten einigten sich darauf, dass aufgrund von geplanten Baumaß-nahmen im Schlosshof der diesjährige Qualifikationswettbewerb für die Olympischen Spiele in Athen ausnahmsweise auf den Parkplatz südlich von Friedenstein verlegt wird. Mit Zustimmung der Stadt Gotha bleibt das Meeting kostenfrei, dem LV Gothaer Land entstehen keine Kosten für die Nutzung der Flächen.
Ideen-Geber Andy Dittmar begrüßte die am Dienstag schriftlich fixierte Lösung, wenn auch mit Verwunderung, da dem Athleten kein entsprechendes Schreiben zuge-gangen war. "Wir hatten den Parkplatz bereits in Erwägung gezogen und freuen uns, dass diese Möglichkeit eingeräumt wurde", so Dittmar im Namen der Kugelstoßer. Von Seiten der Stadt Gotha wurden zunächst Bedenken gegenüber der Parkplatz-Nutzung geäußert, da laut Bauakten eine Absenkung der Gewölbe unterhalb des Terrains befürchtet werden müsse. Außerdem würde durch das Meeting die Feuer-wehrzufahrt blockiert. "Unser primäres Ziel ist es, das Meeting auch in diesem Jahr im Schlosshof durchzuführen", fasste denn Pressesprecher Mario Greiner am Vor-mittag zusammen. Ansonsten könnten noch Ost- oder Westgarten oder der Platz vor dem Herzog-Ernst-Denkmal in Erwägung gezogen werden. Dieter Reinholz hin-gegen sicherte zu, dass Prüfungen vorlägen, denen zufolge es keine Bedenken für die Parkplatz-Nutzung geben muss. "Dann freuen wir uns auf das Meeting", so die Antwort daraufhin von der Stadt.
Bereits am Montagabend kursierte eine Pressemitteilung mit der jetzt feststehenden Variante. Die sorgte allerdings für Verwirrung, vor allem auf Seiten der Stadt, die für den gestrigen Nachmittag ein Gespräch mit einem Stiftungsmitglied anberaumt hatte und nichts von der bestehenden Einigung wusste.
Kugelstoßer wie geplant in Gotha
Die Olympia-Qualifikation der besten deutschen Kugelstoßer kann wie geplant am 11. Juni auf dem Gelände des Gothaer Schlosses Friedenstein statt finden. Das teilte der Gothaer Oberbürgermeister Volker Doenitz nach einem Gespräch mit der Thüringer Stiftung Schlösser und Gärten mit. In der vergangenen Woche hatte die Stiftung, der auch das Gothaer Schloss untersteht, wegen Sanierungsarbeiten Cheforganisator Michael Dittmar eine Absage erteilt. Nach Auskunft von Doenitz wird die fünfte Auflage der Veranstaltung aber nicht wie bisher im Hof, sondern wahr-scheinlich auf dem Parkplatz an der Südseite des Schlosses durchgeführt. Das Treffen der besten deutschen Kugelstoßerinnen und Kugelstoßer ist wegen der DLV-Gala an dem Wochenende erstmals für einen Freitag (Beginn 18.00 Uhr) terminiert.
Der Stadtsportbund hat das Ehrenamt und sportliche Leistungen gewürdigt. Gastgeber für die alljährliche Veranstaltung war zum dritten Mal die Sparkasse. Vorstand Peter Siebken und sein Team konnten 100 Teilnehmer begrüßen, darunter die Spitzen im Leistungssport, Astrid Kumbernuss, Franka Dietsch und Ralf Bartels. Meister und Platzierte aus dem Nachwuchsleistungs- und Breitensport, Persönlich-keiten des öffentlichen Lebens sowie Vereinsvorsitzende nahmen ebenfalls an dieser traditionellen Feier teil. Oberbürgermeister Paul Krüger (CDU) versicherte in seiner Ansprache den 10 000 Mitgliedern - davon sind die Hälfte Kinder und Jugendliche - in Zeiten finanzieller Turbulenzen den Sport weitgehend von Kürzungen zu verschonen. Den Athleten, die sich für Olympia qualifiziert haben, wünschte er für Athen viel Glück und Erfolg und allen Aktiven in diesem Jahr gute Wettkampfergebnisse. Für ihr ehrenamtliches Wirken wurden in diesem Jahr Siegfried Iselt, langjähriger Sportjournalist des Nordkurier, Friedrich Roloff vom Weitiner FV, Norbert Töpfer von Turbine sowie Fred Rieger, Silke Ebert und Werner Wendt (alle PSV) mit der höchsten Auszeichnung des Neubrandenburger Sportbundes, der Ehrennadel Stufe III, geehrt.
Der Pokal der Sparkasse für die Ehrenmedaille ging an die Gymnastinnen des Polizeisportvereins für gute Arbeit über Jahre hinweg und hervorragende Meisters-chaftsergebnisse in den letzten Jahren. Der Nordkurier wurde für die fast 40-jährige Durchführung des Knabenturniers und als verlässlicher Partner des Sportes mit der Medaille geehrt. Sechs Mal wurde die Ehrennadel Stufe I und elf Mal Stufe II verliehen. Es gab viel Beifall für die Ausgezeichneten. Insbesondere auch in den Mannschaftssportarten Drachenboot und Gymnastik/Tanz. Ein Dankeschön sprach nach der Veranstaltung der Stadtsportbund allen aus, die an der soliden Organisation beteiligt waren. Vor allem dachte er dabei an die Sponsoren, die schon seit sieben Jahren diesen Höhepunkt ermöglichen. Das Hotel am Ring sorgte wie schon in der Vergangenheit für ein festliches Büffett. An dem Abend gab es eine Premiere der besondern Art: Eine Fotoschau berichtete über das vergangene Sportjahr in Neubrandenburg. Ehrung wurde auch dem Gestalter der Ehrennadel, Hans Jürgen Pape, zuteil.
Quelle: Nordkurier
02.02.2004
Alte Mehrkampf-Meister auch die neuen
... Nicht um Meistertitel, aber immerhin um die Qualifikation für den Start beim Hallen-Europacup am 14. Februar in Leipzig ging es bei einem Einladungswettkampf für die deutschen Kugelstoßerinnen. Dass die Magdeburgerin Nadine Kleinert diesen Platz ergatterte, war bei Abwesenheit der sich von einer Knieoperation erholenden Astrid Kumbernuss keine Überraschung. Ihr Siegesresultat von 18,58 Metern riss die Athletin aber nicht zum Jubeln hin - "ich wollte ein Ergebnis über 19 Meter".
Große Sorge ums Gothaer Schlossmeeting macht sich Kugelstoßer Andy Dittmar. Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, seit Januar Eigentümerin von Schloss Friedenstein, hat dem Leichtathletikverein Gothaer Land keine Zusage für den Termin am 11. Juni gegeben.
Damit steht nicht nur das als Olympia-Qualifikation geplante diesjährige Meeting auf dem Spiel, sondern die Zukunft einer der hochkarätigsten Leichtathletikveranstaltun-gen in Thüringen überhaupt. "Darüber möchte ich noch gar nicht nachdenken", sagte Andy Dittmar gestern. Seinen Vater Michael - den Hauptorganisator - traf die Nach-richt der Stiftung wie eine Keule. "Wir machen das alles ehrenamtlich", empfindet er das Schreiben der Stiftung, die anregt sich nach "einem anderen geeigneten Stand-ort" umzusehen als absolute Hiobsbotschaft.
"Glauben sie mir, die Stiftung hätte auch lieber ein intaktes Dach", entgegnet Dr. Susanne Rott, Sprecherin von Schlösser und Gärten. Die Stiftung steht ihren Anga-ben zufolge dem Kugelstoßmeeting nicht ablehnend gegenüber. Aber: Schwamm-schäden müssten am Nordflügel beseitigt und die Entwässerungsproblematik gelöst werden. Und zwar "sobald als möglich", sagt sie angesichts "großer Schäden."
All das sei in einem Abwägungsprozess erörtert worden. Der Direktor, Dr. Eberhard Paulus, habe auch die Möglichkeiten mit Blick auf den sportlichen Höhepunkt prüfen lassen. Das Ergebnis: Am Nordflügel sei kein Abwarten zuzulassen. Ausschreibungen sind Rotts Wissen zufolge in Vorbereitung. "Auf Grund der in diesem Zusammenhang erforderlichen Baustelleneinrichtungen wird die Nutzung von bestimmten Bereichen des Schlosshofes wesentlich beeinträchtigt", heißt es im Brief an den LV Gothaer Land.
"Das würde uns nicht stören", signalisiert Kugelstoßer Dittmar. Das Meeting ist vergangenes Jahr auf den Hofteil am Eingang zum Regionalmuseum "umgezogen". Hier ist der Untergrund laut bergmännischen Gutachten in Ordnung. "Das wäre ein herber Verlust für Gotha", sagt Stadtpressesprecher Mario Greiner über das mögliche Meeting-Aus. Seitens der Stiftung sei gegenüber der Stadt bislang weder die Absage des Termins noch Bautätigkeit angekündigt. Und: Die Stadt hat den 11. Juni bereits vor einiger Zeit bei der Stiftung gebucht - als eine von acht zugesicherten kostenfreien Nutzungen im Jahr. Greiner: "Wir hatten bislang keine Info, dass es nicht geht."
Insofern erwartet er, dass sich wegen des Schlossmeetings Einvernehmen findet und Informationsdefizite ausgeräumt werden. Am heutigen Mittwoch hat Dezernentin Bärbel Schreyer das Thema auf dem Tisch, die gestern an einer Tagung in Berlin teilnahm.
Quelle: Thüringer Landeszeitung
29.01.2004
Ausweichtermin völlig unakzeptabel
Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten schlug gestern dem Veranstalter des Kugelstoß-Meetings auf Schloss Friedenstein einen Ausweichtermin für das große Sportereignis vor: den 15. April.
Im März werden im Tiefbereich des Schlosshofes Sondierungen durchgeführt, am 15. April möchte man dann das Gerüst für die Dachsanierung am Nordflügel aufstellen. Die Stiftung bedauere, dass die baulichen Maßnahmen auf Schloss Friedenstein auf Grund des akuten Handlungsbedarfes nicht verschoben werden können. Im Dach des Nordflügels grassiere der Schwamm, im Schlosshof seien die Entwässerungs-leitungen marode.
Als völlig unakzeptabel bezeichnet Organisationschef Michael Dittmar den Vor-schlag. Es gebe keinen Ausweichtermin. Der Deutsche Leichtathletikverband habe den Termin 11. Juni bestimmt, der lasse sich nicht verschieben. Das Schlosshof-Meeting ist eine Gelegenheit für die Kugelstoßer, sich für die Olympiade in Athen zu qualifizieren.
Dittmar habe inzwischen den Präsidenten des Deutschen Leichtathletikverbandes über das Dilemma in Gotha informiert und gebeten, zu helfen und auch bei Thüringens Wissenschafts- und Kulturministerin, Dagmar Schipanski (CDU), um Verständnis zu ringen.
"Für uns ist es überhaupt keine Hürde, ein paar Meter vom Gerüst wegzurücken. Ein Gerüst stört uns nicht", so Dittmar. Nach einem Gutachten der Stadt, was den Untergrund unterm Schlosshof betraf, sei man schon einmal ein paar Meter auf die andere Seite gerückt.
Das Schloss-Meeting Gotha der Kugelstoßer soll in diesem Jahr zum siebten Mal stattfinden. "Wir müssen alle Hebel in Bewegung setzen, dass das klappt", engagiert sich Dittmar nun noch mehr als die Jahre zuvor.
Quelle: Thüringer Allgemeine Zeitung
29.01.2004
Gothaer Kugelstoßmeeting wackelt
Die diesjährige Austragung des Kugelstoßmeetings in Gotha wackelt. Die Stiftung, die das Schloss Friedenstein, das als attraktiver Austragungsort dient, verwaltet, sagte – wie jetzt bekannt wurde - den Termin (11. Juni) wegen nötiger Reparatur-arbeiten ab. Der örtliche Veranstalter und die Stadt Gotha wollen dies nicht hinnehmen.
Am 10. Februar 2004 erfolgt bei einem Sponsor, der e.dis AG im Regionalzentrum Altentreptow, die offizielle Berufung des SCN-Olympiateams. Bis auf Triathletin Anja Dittmer werden alle Kader anwesend sein. Aus der Abteilung Kanu sind das Andreas Dittmer, Stefan Uteß und Thomas Lück. Die Abteilung Leichtathletik wird mit Ralf Bartels, Sonja Kesselschläger, Astrid Kumbernuss, Franka Dietzsch und Katleen Guthjahr vertreten sein. Begleitet werden die Aktiven von ihren Trainern Jürgen Lickfett, Gerald Bergmann, Dieter Kollark und Klaus Bbarck. Nebend den Mitgliedern des Präsidiums erwarten die Gastgeber auch Vertreter der Sponsoren des Olympiateams. Beginn ist um 19:00 Uhr. Nach der Unterzeichnung der Vereinbarungen zwischen den Aktiven, dem SCN und Sport Direkt sind zwangslose Gespräche und ein Abend-essen geplant.
Der EM-Dritte im Kugelstoßen, Ralf Bartels, musste sich zum Saisoneinstieg beim Kugelstoß-Meeting in Nordhausen nur knapp geschlagen geben. Der Neubrandenburger zeigte sich mit 20,43 Metern in guter Form und bot damit nur vier Zentimeter weniger an als der Europameister Yuri Belonog, der sich die Prämie für den neuen Meetingrekord sicherte.
Ralf Bartels bot Yuri Belonog die Stirn (Foto: Krebs)
Diese beiden Athleten bestimmten vor 1.050 Zuschauern den spannenden Wettkampf. Ralf Bartels ließ es zweimal jenseits der Zwanzig einschlagen, der Gast aus der Ukraine gleich viermal. Dritter der Konkurrenz wurde Detlef Bock (Wolfsburg; 19,93 m), der damit nur sieben Zentimeter unter der Hallen-WM-Norm blieb.
Nadine Kleinert knackt Norm
Wie Ralf Bartels hat diese auch die Magdeburgerin Nadine Kleinert im ersten Anlauf geknackt. Sie brachte es in Abwesenheit von Astrid Kumbernuss auf 18,62 Meter und verwies damit die Polin Krystyna Zabawska (18,01 m) klar auf die Zwei.
Morgen gehört die Wiedigsburghalle den Leichtathletik-Fans. Ab 17.15 Uhr fliegen auf dem Parkett des Nordhäuser Sporttempels anstelle der üblichen Lederbälle beim 4. Energie-Kugelstoß-Indoor schwere Eisenkugeln. Die Teilnahme internationaler Hochkaräter macht die Dreistunden-Veranstaltung zur größten Kugelstoß-Show Deutschlands. Dem trug auch der DLV Rechnung, der den Nordhäuser Energie-Knüller zum Ticketschalter für die vom 5. bis 7. März in Budapest stattfindenden Hallen-Weltmeisterschaften bestimmte. Als Budapest-Norm legte der DLV eine Qualifikationsweite von 20 Metern fest.
Das sportliche Großereignis wird morgen in drei Abschnitten über das Parkett gehen. Der erste ab 17.15 Uhr gehört dem Nachwuchs. Sechs Asse aus fünf deutschen Leistungszentren kämpfen um den Sieg. Im zweiten Abschnitt ab 18.15 Uhr kämpft die Damen-Elite um Sieg, Preisgeld und WM-Tickets. Während die zweifache Indoor-Siegerin und Olympiasiegerin Astrid Kumbernuss infolge Knie-beschwerden ihre Erfolge nicht verteidigen kann, scheint das Ringgeschehen zu einem Zweikampf zwischen Nadine Kleinert (SC Magdeburg 19,24 m) und der pol-nischen WM-Sechsten Krystyna Zabawska (18,95 m) zu werden.
Im dritten Abschnitt ab 19.15 Uhr werden bei den Männern einige Weiten im Prämien- und Hallenrekordbereich erwartet. Zur WM-Revanche könnte das Duell zwischen Europameister Yuri Bilonog (Ukraine 21,81 m) und Vizeeuropameister Ralf Bartels (SV Neubrandenhurg 20,85 m) werden.
Am Freitag (ab 18 Uhr) steht die Wiedigsburghalle in Nordhausen wieder ganz im Zeichen des Kugelstoßens. „Als Stargast konnten wir Europameister Yuri Belonog verpflichten“, berichtet Meetingchef Werner Hütcher stolz. Den Ukrainer fordert zum Saisonauftakt die gesamte deutsche Spitze heraus.
Damit wird es für Ralf Bartels, Detlef Bock, René and Peter Sack gleich zu Beginn der Hallensaison ernst. Werner Hütcher ist sicher, dass einhergehend auch die Leistung stimmt: „Ich glaube, die zwanzig Meter werden fallen.“ Somit wäre beim 4. Nordhäuser Energie-Kugelstoß–Indoor ein neuer Hallenrekord garantiert.
Bei den Frauen trifft die deutsche Elite mit den WM-Teilnehmerinnen Nadine Kleinert und Nadine Beckel auf die routinierte Polin Krystyna Zabawska, Sechste bei der WM in Paris. Unsicher ist der Start von der Neubrandenburgerin Astrid Kumbernuss, die sich im vergangenen Herbst am Knie operieren ließ.
Die Veranstaltung wird auch wieder zahlreiche Leichtathletik-Asse vergangener Tage anlocken. So haben ehemalige Top-Athleten wie Udo Beyer oder Ulf Timmermann ihr Kommen zugesagt, um dem Thüringer Event zusätzlichen Glanz zu verleihen.
Quelle: Leichtathletik.de
21.01.2004
Den Meetingrekord fest im Visier
Mit zwei internationalen Assen und der nationalen Spitze geht am kommenden Freitag das 4. Nordhäuser Energie-Kugelstoß-Meeting in der Wiedigsburghalle über die Bühne (Beginn 18.00 Uhr). Bei dem offiziellen Qualifikationswettkampf zur Hallen-Weltmeisterschaft in Budapest (5. bis 7. März) sind acht Frauen und neun Männer gemeldet.
"Ich hoffe, dass bei dieser starken Besetzung bei den Männern erstmals die 20-m-Marke geknackt wird", hofft Meetingdirektor Werner Hütcher auf ein Top-Ergebnis. Bislang hält der auch diesmal gemeldete Detlef Bock vom VfL Wolfsburg mit 19,68 m den Rekord in der Wiedigsburghalle. Im Blickpunkt bei den Männern steht mit dem Ukrainer Juri Bilonog der Hallenweltmeister von 1997. Der 2,00-m-Hüne mit einer persönlichen Bestleistung von 21,46 m war zudem vor zwei Jahren in München Europameister und im vergangenen August Dritter bei der Weltmeisterschaft in Paris. Aus Deutschland ist mit Ralf Bartels (SC Neubrandenburg) der beste deutsche Kugelstoßer gemeldet. Dabei ist auch der Gothaer Andy Dittmar von der LG Ohra-Hörselgas.
Bei den Frauen ist die Polin Krystyna Zabawska gemeldet. Die 35-Jährige feierte mit Rang fünf bei den Olympischen Spielen in Sydney ihre beste internationale Platzierung und war im vergangenen Jahr Sechste bei der WM in Paris. Ob die angeschlagene Vorjahressiegerin Astrid Kumbernuss (SC Neubrandenburg) startet, stand gestern noch nicht fest. Von der LG Ohra-Hörselgas ist Aline Schäffel dabei.
Würzburger Wissenschaftler möchte Kugelstoß-Wettbewerbe im antiken Olympia verhindern - Zerstörungen befürchtet
Athen. Als ein "makabres Schauspiel unter falschen Vorzeichen und eklatanten Verstoß gegen die Olympische Charta" hat Prof. Dr. Ulrich Sinn die Austragung des Kugelstoß-Wettbewerbs bei Olympia 2004 in Athen an der antiken Stätte bezeich-net. Diese wurden mit Zustimmung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) von Athen ins klassische Olympia verlegt. Der Zuschauerzustrom und das Medien-aufgebot bedrohen nach den Worten des Ordinarius für klassische Archäologie in Würzburg die Integrität des Ursprungsorts der antiken Spiele, einem seit 1875 hauptsächlich von deutschen Archäologen ausgegrabenen Gelände. Olympia selbst weise keine Infrastruktur auf für ein solches auf Fernsehwirkung abgestelltes Spek-takel, so der seit 1985 führend an den Ausgrabungen des Deutschen Archäo-logischen Instituts in Olympia beteiligte Wissenschaftler. Laut Sinn haben vor gut 20 Jahren Politiker und Konzertveranstalter einen Versuch unternommen, die promi-nente Stätte für Massenveranstaltungen zu nutzen. Der Griechische Archäologische Dienst habe diesem Ansinnen in Wahrnehmung seiner Verantwortung aus konser-vatorischen Gründung sofort einen Riegel vorgeschoben. Sinn: "Damals wurde auch das Verfahren eingeleitet, Olympia in den Katalog des von der UNESCO aner-kannten Weltkulturerbes aufzunehmen. Im Heiligtum und im umgebenden Alpheiostal gelten seither strenge Auflagen der Landschaftspflege. Die deutschen Ausgräber haben Hand in Hand mit den zuständigen griechischen Stellen Zeit, Ideenreichtum und sehr viel Geld in die Konservierung und behutsame Rekonstruk-tion der antiken Ruinen investiert." Es sei eine großartige Meisterleistung, wie exakt die Anlage bei den Ausgrabungen freigelegt wurde.
15 000 Zuschauer erwartet
Der Archäologe stellt fest, das IOC habe mit großem Effekt in seiner "Olympischen Charta" verankert, "da ss die Olympischen Spiele unter Bedingungen abgehalten werden, die in verantwortungsvoller Weise den Problemen der Umwelt Rechnung tragen" . Um den Spitzenathleten Wettkampfbedingungen des heute üblichen Stan-dards zu bieten, seien im Stadion selbst aufwändige Vorkehrungen vonnöten. 15 000 Zuschauer sollten Augenzeuge des Spektakels werden. Auch die Medien kämen nicht ohne ihre Infrastruktur aus. Gerüste und so manche bequeme Sitzgelegenheit würden die Erdwälle zerwühlen und ruinieren, auch nötige Vorkehrungen für Hygiene und Versorgung. Das Stadion und mit ihm das bis heute in einer wundervollen Landschaft gelegene Zeusheiligtum von Olympia würden zwangsläufig schweren Schaden nehmen.
Kugelstoß - 4 kg - BL 2002: 19,86 m Astrid Kumbernuss (SC Neubrandenburg)
19,91 m
Kumbernuss, Astrid
SC Neubrandenburg
20.08.
Eberswalde
19,14 m
Kleinert, Nadine
SC Magdeburg
28.05.
Engers
18,59 m
Beckel, Nadine
Schweriner SC
21.06.
Mannheim
17,64 m
Kluge, Kathleen
Hallesche LAF
18.05.
Thum
17,26 m
Frauendorf, Manuela
LAZ Leipzig
01.06.
Zittau
Quelle: Leichtathletik-News
15.12.2003
Ergebnis Sportlerwahl Nordkurier
Endstand 2003 Abgegeben wurden für die Nordkurier-Sportlerumfrage 2003 insgesamt 50 988 Stimmen. Das ist das drittbeste Resultat aller Zeiten. 16 291 Stimmen waren es bei den Frauen, 16 146 in der Kategorie Männer, 18 551 votierten für die Mannschaften. Ergebnisse der Sportlerumfrage
FRAUEN 1. Anja Dittmer 3676 2. Sonja Kesselschläger 2056 3. Astrid Kumbernuss 1856 4. Gabi Knochenhauer 1506
Olympia-Kugelstoßen als antikes Spektakel Griechen erfüllen sich mit Veranstaltung Traum
Der Countdown für die Rückkehr der Olympischen Spiele an die Geburtsstätte ist angelaufen. Das Organisationskomitee Athoc 2004 gab auf einer Pressekonferenz in Athen bereits Details für den Ablauf der Entscheidungen im Kugelstoßen der Frauen und Männer am 18. August im antiken Olympia bekannt. Die 64 Sportler (je 32 Frauen und Männer) werden am 16. August von Athen nach Andravidas geflogen , begleitet von 64 Betreuern und 15 Offiziellen. Die Aktiven können zwei Tage lang in Olympia trainieren und werden in der Internationalen Olympischen Akademie untergebracht. Der Zeitplan der Wettkämpfe am 18. August 2004: Qualifikation Frauen 8.30 Uhr, Männer 10 Uhr; Finale Frauen 16.15 Uhr, Männer 18 Uhr. Die Medaillenvergabe erfolgt am 20. August im Olympiastadion von Athen. 15 000 Zuschauer dürfen die Wettkämpfe mit Freikarten von den umliegenden Hügeln aus verfolgen.
Mit den Athen 2004 kehrt ein Stück Nostalgie in die olympische Geschichte zurück. Der Wettbewerb im Kugelstoßen wird im etwa 350 Kilometer entfernten Olympia stattfinden. In der Geburtstätte der antiken Spiele wurden seit 1610 Jahren keine Olympiasieger mehr ermittelt.
IOC gab Entscheidung am Donnerstag in Lausanne bekannt
Athoc-Präsidentin Janna Daskalaki-Angelopoulou sprach von einer "historischen Entscheidung". Das IOC missachtete bei dieser Entscheidung die Bedenken aus dem Umfeld von Umweltschützern und Archäologen. Letzmals waren 394 nach Christus an der historischen Stätte Olympiasieger ermittelt worden.
Die Asse vom SC Neubrandenburg mischen in der Sportlerumfrage 2003 - wie kann es anders sein - schon wieder ganz vorn mit. Und es gibt noch eine gute Nachricht: Alle neun potentiellen Olympiakader des Viertorestädter Klubs haben in den jüngst geführten Athletengesprächen bekundet, dass sie auch im kommenden Jahr für den Neubrandenburger Traditionsverein an den Start gehen werden. Der Sportclub hat in Zusammenarbeit mit der Sport Direkt Management und Verwaltungs GmbH Andreas Dittmer (Kanu), Astrid Kumbernuss, Franka Dietzsch (Leichtathletik), Stefan Uteß, Thomas Lück (Kanu), Kathleen Gutjahr, Ralf Bartels, Sonja Kesselschläger (Leichtathletik) und Anja Dittmer (Triathlon) ein Vertragsangebot unterbreitet, was durchweg positiv aufgenommen wurde. Möglich wurde dies vor allem dadurch, dass die Sponsoren des SCN- Olympiateams auch zukünftig mit im Boot sitzen. Dafür gab’s ein großes Dankeschön. 2004 ist alles auf die Olympischen Spiele ausgerichtet und alle brennen darauf, sich für diesen Höhepunkt zu qualifizieren. "Wir vertrauen auf unsere Athleten und deren Trainer, die garantiert alles daransetzen werden, nicht nur die Qualifikation zu erreichen, sondern auch in die Medaillenränge vorzustoßen", ist sich SCN-Geschäftsführer Rainer Wendelstorf sicher. Und wenn die SCN-Statistiken stimmen, dann wäre bei einem Athen-Auftritt von Kugelstoßer Ralf Bartels erstmals seit Bestehen des Vereins ein männlicher Starter in der Leichtathletik bei Olympischen Spielen.
Kumbernuss-Trainer Dieter Kollark nicht überrascht: Viele aus Osteuropa kaum bei Wettkämpfen zu sehen
Weißrusslands Kugelstoß-Olympiasiegerin Janina Koroltschik ist wegen Dopings mit dem Kälbermastmittel Clenbuterol für zwei Jahre gesperrt worden. Das gab der weißrussische Verbands-Offizielle Boris Krischtanowitsch gestern bekannt. Der positive Urintest war beim DLV-Meeting in Dortmund am 15. Juni genommen worden, wo die 27-Jährige mit schwachen 18,24 Meter nur den vierten Platz belegt hatte. Danach tauchte sie ab und nahm auch an den Weltmeisterschaften in Paris nicht teil. Keine große Verwunderung löste die Nachricht bei der deutschen Konkurrenz aus. Die Leistungsentwicklung Koroltschiks hatte Dieter Kollark, Trainer von Atlanta-Olympiasiegerin Astrid Kumbernuss, seit Jahren mit Skepsis verfolgt. "Ich konnte mir ohnehin nicht vorstellen, dass sie einmal so weit stößt", meinte Kollark. Die Weißrussin hatte sich bei ihrem Olympiasieg 2000 in Sydney auf 20,56 Meter ge-steigert und im Jahr danach mit 20,61 Meter ihre persönliche Bestweite erzielt. "Fast alle Weltklasseathletinnen aus der früheren Sowjetunion sind in ihrer Karriere einmal positiv gewesen. So macht das keinen Spaß . WM-Titel mussten ja sogar zurück-gegeben werden ", sagte Kollark. Die ein zige Ausnahme bildet bislang Russlands aktuelle Weltmeisterin Swetlana Kriweljowa, die 1992 in Barcelona auch schon Olympia-Gold gewann. Astrid Kumbernuss, die zwischen 1995 und 1999 dreimal in Folge WM-Gold holte, nahm Kollark ausdrücklich in Schutz: "Astrid war auch Weltmeisterin, aber sie hatte 30 Wettkämpfe pro Saison und ist auch sehr oft kontrolliert worden. Die meisten Kugelstoßerinnen aus Osteuropa tauchen aber so gut wie gar nicht bei Wettkämpfen auf." Den vom Weltverband IAAF verlangten Athleten-Pass empfinde er da als Farce. "Alle positiven Tests, über die wir hier reden, sind bei Wettkampfkontrollen gemacht worden", so Kollark. "Da kann man sich ja vorstellen, was Trainingskontrollen für Ergebnisse brächten. Ich frage mich, wie werden diese Kontrollen ausgeführt, finden sie überhaupt statt?"
Die olympischen Kugelstoß-Medaillen bei den Sommerspielen 2004 werden nicht in Athen, sondern im antiken Olympia vergeben. Dies beschloss der Leichtathletik-Weltverband IAAF auf seiner Council-Tagung in Berlin und stimmte damit einem Vorschlag der griechischen Gastgeber zu.
Das Kugelstoßen der Frauen und Männer soll am 18. oder 19. August, einen Tag vor Beginn der Leichtathletik-Wettbewerbe im Athener Olympiastadion, entschieden werden. Die IAAF hatte zuvor die technischen und logistischen Bedingungen geprüft. Das Council habe sich einstimmig für den historischen Austragungsort entschieden.
«Dies ist eine einmalige Gelegenheit, die antiken Ursprünge unseres Sports mit der Leichtathletik des 21. Jahrhunderts zu verknüpfen», erklärte IAAF-Präsident Lamine Diack (Senegal). Das antike Olympia, eine der Geburtsstätten des Sports, liegt auf der Halbinsel Peloponnes 320 Kilometer südwestlich von Athen.