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26.05.2004 Zum Kugelstoßen geboren

Trotz seiner eindrucksvollen Statur ist Ralf Bartels eher unscheinbar. Wer den ge-bürtigen Malchiner nicht kennt, würde ihn auf den ersten Blick nicht unbedingt für einen Leistungssportler halten. „Mehr Teddybär als Grizzly“, hat eine Zeitung mal über den 1,86 Meter großen und 125 Kilogramm schweren Athleten vom SC Neu-brandenburg geschrieben. Doch diese Beschreibung wird Bartels allenfalls außerhalb seines „Arbeitsplatzes“ gerecht. Wenn er den 2,13 Meter großen Stoßkreis betritt, entwickelt der 26-Jährige eine ungeheure Schnellkraft und Explosivität. Bartels ist einer der besten Kugelstoßer Europas. Sein Ziel sind die Olympischen Spiele in Athen.

„Wenn ich gesund bleibe, dürfte das kein Problem sein“, strotzt der Mecklenburger vor Selbstvertrauen. Die Qualifikationsweite (20,30 m) hat Deutschlands Top-Kugel-stoßer mit persönlicher Bestweite von 20,88 m bereits geschafft. „Ich will in diesem Jahr die 21 Meter knacken“, sagt Bartels. „Am schönsten wäre es, wenn mir das bei Olympia gelingt.“ Bartels\' Traumziel in Athen ist Platz sechs: „Aber erst mal will ich die Qualifikation fürs Finale überstehen.“

Die Liste seiner Erfolge ist lang: Junioren-Weltmeister 1996, Junioren-Europameister 1997, Weltcup-Dritter 2002, Deutscher Meister 2002 und 2003, Hallen-Europacup-sieger 2003. Doch der bislang unbestrittene Höhepunkt seiner Laufbahn war die EM 2002 in München. Im Olympiastadion wuchtete der Neubrandenburger die Kugel auf 20,58 m und gewann sensationell Bronze. „Das war der Durchbruch“, sagt Bartels. Danach habe sich einiges verändert. „Plötzlich stehst du mehr im Rampenlicht, und es wird von dir mehr erwartet“, erzählt der Schwerathlet. „Doch auch wenn man Deutschlands führender Kugelstoßer ist, bekommt man nichts geschenkt.“

Dass Bartels es bis in die europäische Spitze geschafft hat, liegt auch an seinen hochkarätigen Trainingspartnerinnen in Neubrandenburg, betont Gerald Bergmann. „Wenn Astrid Kumbernuss und Franka Dietzsch nicht gewesen wären, wäre Ralf nicht so weit, wie er heute ist“, sagt der Coach, der Bartels seit 14 Jahren betreut: „Sie haben ihm den Leistungssport vorgelebt. Und wer kann schon täglich mit einer Olympiasiegerin trainieren?“ Bartels weiß dieses Privileg zu schätzen. Die Goldme-daillengewinnerin von Atlanta 1996 im Kugelstoßen ist sein Vorbild: „Ich habe durch Astrid gelernt, mich professionell zu verhalten.“ So habe sie ihm auch abgewöhnt, „zu McDonald\'s zu rennen“.

Das allein hätte nicht gereicht, um ihn in seiner Disziplin an die Spitze zu führen. Hinzu kommen bei Bartels eine große Portion Ehrgeiz, enormer Trainingsfleiß (bis zu 30 Stunden pro Woche) und nahezu optimale körperliche Voraussetzungen. Er sei zwar für einen Kugelstoßer „eigentlich ein bisschen zu klein“, sagt Bergmann, aber ansonsten bringe er alles mit: „Ralf ist ein robuster Typ mit sehr stabilen Gelen-ken.“ Von ernsthaften Verletzungen ist er verschont geblieben. „In seinem Alter war Astrid Kumbernuss schon zweimal am Knie operiert“, erzählt Bergmann und fügt hinzu: „Ralf ist fürs Kugelstoßen geboren.“

Der olympische Wettbewerb wird in diesem Jahr ein besonderer. Die Konkurrenz findet am 18. und 19. August, also noch vor der Eröffnungsfeier, im antiken Stadion von Olympia statt. „Das ist eine absolute Aufwertung des Wettbewerbs“, meint Bergmann. Auch Lamine Diack, der Präsident des Internationalen Leichtathletik-Verbandes glaubt, dass „das Kugelstoßen ein Highlight der Spiele werden könnte“.

Auf Bartels wartet bis dahin noch jede Menge Arbeit. Als Mitglied der Sportförder-gruppe der Bundeswehr in Rostock hat der Ehrenbürger seiner Heimatstadt Staven-hagen optimale Trainingsbedingungen. Auf einem Schiff war der Obermaat der Marine übrigens noch nie. Bartels einleuchtende Begründung: „Da kann ich ja nicht Kugelstoßen.“

Quelle: Ostsee-Zeitung

24.05.2004 Kugelstoß-Olympiasiegerin Astrid Kumbernuss verletzt

Kugelstoß-Olympiasiegerin Astrid Kumbernuss muss verletzungsbedingt eine Wett-kampfpause einlegen. Die 34 Jahre alte Neubrandenburgerin hat sich eine Entzün-dung der Plantarsehne zugezogen.

'Bei den beiden kommenden Wettkämpfen in dieser Woche in Zeulenroda und Rehlingen wird Astrid definitiv nicht starten', sagte Trainer Dieter Kollark. Ob sie am 9. Juni in Cottbus wieder antreten könne, sei ebenfalls fraglich. Auf die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Athen habe das aber keinen Einfluss.

Mit der Blessur plagt sich Astrid Kumbernuss bereits seit Dezember herum. In Halle hatte sie nach dem dritten Versuch den Wettkampf wegen starker Schmerzen im rechten Fuß abgebrochen. Dennoch übertraf sie mit 18,71 m zum zweiten Mal die Normweite zur Qualifikation für die Olympischen Spiele.

Quelle: Sport.de

24.05.2004 Hallesche Werfertage

... Aus dem Kugelstoß-Zweikampf zwischen Nadine Kleinert und Astrid Kumbernuss wurde nichts. Die Magdeburgerin Kleinert freute sich über den Sieg mit 19,23 Metern. Ihre Rivalin aus Neubrandenburg vergoss Tränen, nachdem sie den Wett-kampf nach erzielten 18,71 Metern vorzeitig wegen einer Fersenverletzung beenden musste, die sie seit Wochen behindert. Die Olympiasiegerin von 1996 und mit acht Kugelstoß-Siegen erfolgreichste Starterin in der Geschichte der Werfertage bangt nun um ihren Athen-Start.


Quelle: Mitteldeutsche Zeitung

23.05.2004 Olympiasiegerin Astrid Kumbernuss verletzt

Mit Tränen in den Augen beendete hingegen Olympiasiegerin Astrid Kumbernuss das Kugelstoßen. Während sich die Magdeburgerin Nadine Kleinert mit der Sieg-weite von 19,23 m auf Platz drei der Jahresweltbestenliste vorschob, musste die Neubrandenburgerin nach dem dritten Durchgang und 18,71 m als bestem Resultat wegen starker Schmerzen in der rechten Ferse aufgeben.

"Es tut so weh, dass ich nicht einmal mehr gehen kann", sagte sie frustriert und traurig.

Quelle: Eurosport

23.05.2004 Lars Riedel schlägt Virgilijus Alekna

Die Leistungen von Boris Henry (Saarbrücken) mit 86,86 Metern im Speerwerfen und Anastasia Kelesidou (Griechenland) mit 67,03 Metern im Diskuswerfen sowie ein spannendes Diskusduell zwischen Lars Riedel und Virgilijus Alekna waren die Höhepunkte bei den 30. Werfertagen von Halle/Saale.

Eher traurig war es dagegen Astrid Kumbernuss zumute, die nach dem dritten Durchgang wegen Fersenbeschwerden aufgeben musste: „ Seit Dezember plagen mich diese Schmerzen, und bisher haben alle ärztlichen Untersuchungen noch nicht dazu geführt, die Ursachen zu entdecken“.

Nadine Kleinert sieht Potenzial

Mit 18,71 Metern musste sie ihrer Dauerrivalin Nadine Kleinert den ersten Platz überlassen, die auf 19,23 Meter kam. „Auf dieser Weite lässt sich aufbauen. Ich weiß, dass ich noch weiter stoßen kann“, erklärte Kleinert, die in den nächsten Tagen die Bronzemedaille der Hallen-WM von Budapest nachgereicht bekommt, nachdem die Ukrainerin Vita Pavlich wegen Dopings disqualifiziert wurde.

Quelle: Leichtathletik.de

21.05.2004 Lars Riedel mit Auftrieb nach Halle

Sein Gastspiel am Donnerstag in Borna (wir berichteten) hat dem deutschen Diskus-Ass Lars Riedel (Chemnitz) in der noch jungen Saison weiter Schwung verliehen. "Das gibt Auftrieb für den Werfertag in Halle", sagt er. Dort erwartet ihn am Samstag eine starke Konkurrenz, die von dem Olympiasieger Virgilius Alekna (Litauen) angeführt wird.

Mit Schwung kommt nach den guten Leistungen Mitte der Woche in Engers auch das deutsche Kugelstoßlager zu den Werfertagen nach Halle. Die nach einer Knieoperation wiedergenesene Astrid Kumbernuss und der EM-Dritte Ralf Bartels (beide Neubrandenburg) rücken in die Favoritenrollen.

Eine Bewährungsprobe muss dagegen im Hammerwerfen der Leverkusener Ex-Welt-meister Karsten Kobs absolvieren. Ihn fordern mit dem Russen Ilya Konovalov und dem Slowaken Libor Charfreitag, der erst vor kurzem aus den USA, wo er studiert, wieder nach Europa kam, zwei gestandene 80-Meter-Werfer heraus. In diesen Klub wurde im April auch der erst 22-jährige Ungar Krisztian Pars mit einer Weite von 80,05 Metern aufgenommen. Also ein Geheimtipp!

Bei den Hammerwerferinnen hat die deutsche Rekordhalterin Susanne Keil (Frankfurt) zum Saisoneinstieg wenige Tage nach ihrem 26. Geburtstag gemeldet.

Knifflige Aufgabe für Franka Dietzsch

Ähnlich favorisiert sind im Speerwurf die WM-Medaillengewinner Steffi Nerius (Lever-kusen) und Boris Henry (Saarbrücken), der in dieser Woche allerdings von den neu-esten Dopingmeldungen um seine Freundin Kelli White (USA) etwas geschockt und gar überrascht wurde.

Vor der vielleicht schwierigsten Aufgabe der deutschen Werferelite steht in Halle allerdings die Neubrandenburger Ex-Weltmeisterin Franka Dietzsch. Sie bekommt im Diskuswerfen ein Feld vorgesetzt, an deren Spitze Weltmeisterin Irina Yatchenko (Weißrussland) und Vize-Weltmeisterin Anastasia Kelesidou (Griechenland) stehen. Hinzu kommen mit Natalja Sadova (Russland) und Beatrice Faumuina (Neusseland) zwei weitere Athletinnen, die in den letzten Jahren ebenfalls WM-Gold erringen konnten.

Quelle: Leichtathletik.de

21.05.2004 Optik-Tricks an der Schlossmauer

Zum ersten Mal vor dem Schloss und an einem Freitagabend messen Deutschlands Kugelstoßer am 11. Juni in Gotha ihre Kräfte.

Geht es nach den Muskelbergen der Athleten, dann wackeln beim 7. Gothaer Schlossmeeting in gut drei Wochen die Rekorde. Mit 20,85 m von Ralf Bartels und 19,84 m von Nadine Kleinert stehen Klassemarken in den Büchern. Der EM-Dritte aus Neubrandenburg und die Dritte der Hallen-WM aus Magdeburg werden am 11. Juni ab 17.30 Uhr ihre Bestmarken verteidigen. "Die besten deutschen Kugelstoßer, natürlich auch die im Herbst operierte Astrid Kumbernuss, sind in Gotha dabei", bestätigte Meeting-Chef Michael Dittmar auf der Pressekonferenz im Hotel am Schlosspark.

Dittmars Sohn Andy nimmt nach dem harten Trainingslager in Portugal Anlauf für die happige Olympia-Norm von 20,30 m. Aber der Gothaer bleibt Optimist: "Meine Werte sind so gut wie nie zuvor. Wenn der Kopf mitspielt, klappt es vielleicht."

Der Wettkampf findet wegen des DLV-Meetings am 13. Juni in Erfurt erstmals an einem Freitagabend statt. Weil der Schlosshof wegen dringender Sanierungen ge-sperrt ist, mussten die Organisatoren auf den Parkplatz vor Friedenstein auswei-chen. Dort müssen wegen des Ausgleichs des Gefälles 54 statt sonst 30 Tonnen Sand aufgeschüttet werden. Dabei helfen 15 Schüler der Cranach-Schule. Der Aus-flug soll sich für die Athleten als Vorteil erweisen. Mit einem optischen Trick, die Sportler stoßen Richtung Schlossmauer, sollen größere Weiten erreicht werden. "Da sehen 20 Meter aus wie 15", sagt Andy Dittmar zur nahen Wand, die visuell die Ent-fernung der Markierung verkürzt. Doch stoßen müssen die Asse immer noch selbst. "Wer in Gotha nicht die Norm stößt, für den wird es schwer", sagt Dittmars Trainingsgefährte Detlef Bock. Der für Wolfsburg startende Magdeburger packte gestern in Engers mit 20,44 m hinter dem siegreichen Neubrandenburger Ralf Bartel (20,88 m) bereits die Olympia-Hürde. Dittmar stieß als Vierter 19,86 m.

Quelle: Thüringer Allgemeine Zeitung

21.05.2004 In Gotha geht es um Tickets nach Athen

"Wer nicht spätestens in Gotha die Norm stößt, der wird´s schwer haben", blickt Detlef Bock, einer der besten deutschen Kugelstoßer, dem siebten Schlossmeeting entgegen und unterstreicht mit einem Satz, worum es beim siebten Gothaer Meeting geht: Tickets nach Athen.

In der Olympia-Saison wartet das vom Gothaer Kugelstoßer Andy Dittmar gemein-sam mit einem Journalisten "erfundene" Meeting mit einigen Neuerungen auf, die teils notgedrungen, teils als Griff in die Psycho-Trickkiste Deutschlands besten Kugelstoßern optimale Bedingungen schaffen sollen. Er wisse nicht, was man noch machen könnte, blickt Andy Dittmar voraus.

Der Wettbewerb findet erstmals freitags statt, weil am Sonntag darauf, dem 13. Juni, im Erfurt das große Sparkassen-Meeting steigt. Wettkampfstätte ist der Parkplatz am südlichen Portal des Schlosses, weil auf dem Hof Sanierungsarbeiten geplant sind. Das erhöht zwar den organisatorischen Aufwand, macht die Wettkampfstätte aber kompakter.

Eine gute Atmosphäre und dazu neben Uwe Bruder noch ein Co-Moderator, der in Athletenkreisen als Motivator geschätzt ist, beflügeln die derzeit acht besten deutschen Kugelstoßer und Michael Mertens bei seinem Abschiedswettkampf sowie die nationale Elite der Kugelstoßerinnen.

Eröffnet wird das Meeting am Freitag, 11. Juni, um 17.30 Uhr, der Frauenwettkampf beginnt 18 Uhr, die Herren folgen gegen 19.15 Uhr.

Quelle: Thüringer Landeszeitung

21.05.2004 Nur Athen im Hinterkopf

Tief in die Trickkiste wird - teils notgedrungen - beim siebten Gothaer Schloss-meeting gegriffen. Denn: Auf dem Parkplatz am Südportal des Gothaer Schlosses geht es für Andy Dittmar und einige weitere Kugelstoßer und Kugelstoßerinnen der nationalen Elite um Olympiatickets.

Zwei Tage vor dem Meeting in Erfurt findet das Gothaer Schlossmeeting erstmals an einem Freitagabend statt. Um den Athleten die Möglichkeit zum Durchschnaufen zu geben, denn die Teilnehmer des Gothaer Kugelstoßmeetings wollen auch in Erfurt starten, blickt Andy Dittmar voraus.

Der Gothaer verabschiedete sich gestern mit der Pressekonferenz im Prinzip aus dem Kreis der Organisatoren des Meetings. Abgesehen von einigen Aufgaben in der Athletenbetreuung und im Sponsoring-Bereich verschafft er sich für sein großes Ziel Olympia-Qualifikation ein bisschen Freiraum. Einen bis zur letzten Minute wuseln-den und selber Sand auf die Wettkampfstätte schaufelnden Andy Dittmar werden die Gothaer dieses Jahr nicht sehen. "Am Freitag gehe ich ins Hotel und bereite mich mit "Dete" (Detlef Bock) auf den Wettkampf vor." Das Rezept heißt Kaffee trinken und Romme? spielen, um den Kopf freizukriegen.

"Es ist eine Kopffrage. An mangelnder Motivation und Können liegt es nicht", sagt Dittmar über zu knackenden 20,30 Meter. Diese Weite und ein Treppchenplatz bei den Deutschen Meisterschaften bedeuten das Flugticket zu den Sommerspielen. Auf dem Weg dahin liegen bereits drei Wochen Trainingslager in Portugal hinter dem Gothaer. Erstmals in seiner Karriere habe er dreimal täglich trainiert. Das gemein-same Training mit Kumpel Detlef Bock und anderen Spitzenleuten aus dem Werfer- und Stoßerlager sei ein gegenseitiges Anfeuern gewesen. "So ´ne Trainingsgruppe müsste es häufiger geben."

Nun heißt es in der gestern Abend in Engers gestarteten Saison die besten athleti-schen Werte in Wettkampf-Bestweiten umzumünzen. Und zwar so, dass die 20,30 Meter schon früh stehen, empfiehlt Detlef Bock. "Wer es nicht spätestens in Gotha schafft, wird´s schwer haben", prognostiziert er.

Dass in Gotha das Umfeld stimmt, das steht für ihn außer Frage. Ebenso für Andy Dittmar: "Ich wüsste nicht, was noch gemacht werden könnte." So wurde für das Meeting neben Uwe Bruder mit dem Hallenser Hardy Gnewuch ein Co-Moderator verpflichtet, der die Athleten kennt und sie mitreißen kann.

Und ein notgedrungener Motivationsfaktor kommt hinzu: Wegen der geplanten Bau-arbeiten auf dem Schlosshof muss auf dem Parkplatz gestoßen werden. Dessen Gefälle macht zwar Mehraufwand und Mehrbedarf an Sand beim Bau der Anlage nötig, dafür haben die Athleten den Eindruck "bergab" zu stoßen. Mit der Schloss-mauer vor Augen wird die Wettkampfstätte fürs Empfinden "kürzer". Bock und Dittmar vergleichen es mit der Kugelstoß-Anlage im Erfurter Stadion, die bei den Athleten extrem beliebt ist.

Ein in Gotha beliebter Teilnehmer der Meetings verabschiedet sich hier aus dem Leistungssport: Michael Mertens bestreitet ein dreiviertel Jahr nach dem offiziellen Karriereende in Gotha seinen letzten Freiluftwettkampf. Und zwar genau mit den Athleten, zu denen er lange Jahre als die "Nummer zwei" hinter Oliver-Sven Buder gehörte.

Quelle: Thüringer Landeszeitung

20.05.2004 Respekt! Fünfmal Olympia-Norm in Engers

Die olympische Freiluftsaison beginnt für die deutschen Kugelstoßer vielver-sprechend. Beim Meeting vor dem Schloss im Neuwieder Stadtteil Engers fiel am Mittwochabend fünfmal die Athen-Norm. Astrid Kumbernuss übernahm bei ihrem Comeback nach einer Knieoperation mit 19,60 Metern zumindest vorläufig die Spitze in der Welt.
Schlösser scheinen Ralf Bartels zu liegen. 2002 mit 20,85 Metern vor dem Schloss Friedenstein in Gotha und nun mit 20,88 Metern beim Kugelstoß-Meeting vor dem barocken Kleinod in Neuwied-Engers - bereits zweimal verbesserte der EM-Dritte vom SC Neubrandenburg auf historischem Boden seine persönliche Bestleistung.
Am Vorabend zu Christi Himmelfahrt übertrafen am Rheinufer aber auch Detlef Bock (Wolfsburg) mit 20,44 Metern (wie Ralf Bartels im ersten Versuch) und Peter Sack (LAZ Leipzig) mit 20,32 Metern (vierter Versuch) die Olympianorm (20,30 Meter).

Kein Schwelgen in Erinnerungen

Bundestrainer Werner Goldmann musste angesichts dieser Leistungen auch in Anwesenheit des Europarekordlers und Olympiasiegers von 1988, Ulf Timmermann, und von Oliver-Sven Buder nicht in der Erinnerung an vermeintlich bessere Zeiten schwelgen.

Das galt auch für die Frauen. Astrid Kumbernuss (SC Neubrandenburg) startete bei ihrem ersten Wettkampf nach der Meniskus-Operation im vergangenen September direkt durch. Die Kugel landete bei ihrem ersten Wettkampfstoß seit acht Monaten auf der Weltjahresbestleistung von 19,60 Metern.

"Ich war schon gut in Form, aber sehr nervös. Es war schließlich mein erster Wettkampf seit Dezember und schon etwas ungewohnt, wieder auf Beton zu stehen", sagte Kumbernuss und bat: "Aber legt mich jetzt bitte nicht auf die 20m fest."

Nadine Kleinert (SC Magdeburg) ließ beim Saisonauftakt mit 19,15 Metern (ebenfalls im ersten Versuch) direkt ihre Vorjahresbestleistung um einen Zentimeter hinter sich. Beide Athletinnen erfüllten damit auch die Olympia-Norm von 18,55 Metern.

Das könne in diesem Jahr noch spannend werden, prophezeite Moderator Wolf-Dieter Poschmann beim Blick auf die fünf Normerfüller. Der ZDF-Sportchef, der auch die fünfte Auflage des vom ehemaligen Junioren-WM-Teilnehmer Marc Roos organi-sierten Kugelstoß-Meetings mit Musik vor der historischen Kulisse des Barock-schlosses kommentierte, dürfte Recht behalten.

Quelle: Leichtathletik.de

14.05.2004 Asse des SCN wieder im Ring

Diskuswerferin Dietzsch und Kugelstoßer Bartels beginnen Olympia-Saison

Im Wüstenstaat Katar beginnt heute für die Leichtathletik-Asse vom SCN die lange olympische Saison. Als erste betritt Franka Dietzsch den Ring, die in der Hauptstadt Doha beim Grand-Prix-Meeting die 61-Meter-Marke anpeilt. So weit muss die Dis-kuswurf-Weltmeisterin von 1999 die Scheibe fliegen lassen, um die Norm für Athen erst einmal in der Tasche zu haben. Einen Tag später hat die 36-Jährige in Wies-baden erneut die Chance, die geforderte Leistung zu bringen. „Diese Norm sollte nicht die Hürde sein“, so die gebürtige Wolgasterin.
Dietzsch hat seit Dezember eine Trainingszeit ohne Beschwerden hinter sich. „Das stimmt mich optimistisch. Gerade in Wiesbaden waren die Bedingungen bisher immer gut, gab’s entsprechende Resultate. Vielleicht klappt es ja auch diesmal.“ Coach Dieter Kollark macht der derzeitige Stand der Dinge „nicht unzufrieden“. Zwar sei die Stabilität auf hohem Niveau noch nicht da, „aber wir sind relativ gesund und das ist das Positive“. Das „Wir“ schließt Astrid Kumbernuss mit ein, die am kommenden Mittwoch in Engers (Rheinland-Pfalz) ihren Einstand geben wird. „Das linke Knie hält, das ist die Hauptsache“, meinte die 34-Jährige, die 2000 in Sydney die Bronzemedaille erkämpft hatte. Die Athen-Norm beträgt für sie 18,55 Meter – und da schmunzelt die dreifache Weltmeisterin. „Wenn ich diese Weite nicht schaffe, kann ich gleich einpacken.“ Bereits heute lässt sich die Siegerin von Atlanta vor-olympische Lüftchen um die Nase wehen. Gemeinsam mit ihrem langjährigen Spon-sor Güstrower Schlossquell wird die Kugelstoßerin in Rostock dem Olymp-Club beitreten.
Kumbernuss’ Disziplinkollege Ralf Bartels absolviert schon am Sonntag im säch-sischen Thum die „Generalprobe“ für nachfolgende Auftritte in Engers und Halle/Saale. „Darf Thum vielleicht noch als Einstiegswettkampf gelten, sollte spätestens in Engers oder Halle die Norm kommen“, bekräftigte Trainer Gerald Bergmann. 20,30 Meter sind für Bartels Pflicht.

Quelle: Nordkurier


Mit 26. Mai 2004 16:25

stefaniefreund
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26. Mai 2004
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