| 14.02.2004 | Junge Talente profitieren von alter Schule Wurf/Stoß-Riege des SCN medaillenträchtig Die fliegenden "Eisenmurmeln" und "Untertassen" der SCN-Athleten erregen weltweit immer wieder große Aufmerksamkeit. Landen sie doch oft genug in rekord- und medaillenträchtigen Zonen. Das hat die Schule für Kugelstoßer und Diskuswerfer am Tollensesee berühmt gemacht. 1999 der i-Punkt, das Glanzjahr schlechthin: Astrid Kumbernuss (Kugel) und Franka Dietzsch (Diskus) kehrten als Champions von der Leichtathletik-WM in Sevilla zurück, Coach Dieter Kollark wurde zum zweifach vergoldeten Star unter den Trainern. Ein Kollark-Schüler war auch Gerald Bergmann. Der frühere DDR-Vizemeister - Bestmarke 20,52 Meter - steht inzwischen vor der Klasse und versucht, Mädchen und Jungen den Umgang mit dem "Eisen" zu verklickern. Mit Erfolg. Nadine Banse und der WM-Sechste von 2003, Ralf Bartels, kommen zum Beispiel von der "Berg-mann-Uni". Beide wurden 1997 deutsche Jugend-Hallenmeister. Zur Freude der Fans, die im Viertorestädter Jahnsportforum die Eigengewächse begeistert feierten. Heute und morgen, sieben Jahre danach, richtet der Club bereits zum dritten Mal die Winter-Titelkämpfe für den Nachwuchs aus. Und es könnte durchaus passieren, dass die Wurf/Stoß-Riege für den Verein die Kastanien aus dem Feuer holt. Denn dort lauern mit Denise Hinrichs und Marko Hübenbecker zwei Medaillenkandidaten. Die eine Zweite in der aktuellen Jugend-Bestenliste (Kugel), der andere zweimal Dritter (Kugel und Diskus) - hoffnungsvoll. Das Trio komplettiert Marvin Schwirk-schlies, für den der Kugelstoß-Endkampf schon ein großer Erfolg wäre. Trainer Bergmann weist auf die Tücken hin: "Beide Jungs sind Drehstoßtechniker; da kann immer mal ’was in die Hose gehen, kommt die Sicherheit erst nach Jahren. Außerdem starten Denise und Marvin als B-Jugendliche im Feld der Älteren. Und auch ,Hübi‘ gehört in seinem ersten A-Jahr zu den Jüngeren. Ein Jahr oder mehr Vorsprung, das macht kräftemäßig einiges aus. Trotzdem glaube ich, dass Denise im Kugelstoßen um den Sieg mitkämpfen wird. Marko hat gute Medaillenchancen." Ein wenig auf die Zähne beißen wird Denise Hinrichs allerdings. Denn ein Finger und ein Knie machen Sorgen. "Hilft nix, da muss ich durch", so die 16-jährige gebürtige Rostockerin, die 2003 als WM-Vierte brillierte. Ähnlich geht es Marvin Schwirk-schlies. Der Anklamer hat sich den Zeigefinger der rechten Hand überdehnt. "Trotzdem stecke ich nicht zurück, will bei der Entscheidung dabei sein", zeigte sich der 16-Jährige entschlossen. "Zwei Medaillen, das wäre schön", blickte Marko Hübenbecker voraus. "Immerhin bin ich ja zweimal auf Rang drei der Bestenliste notiert. Aber es wird sehr schwer." Er sei jedoch gut drauf, kam’s vom 17 Jahre alten Vorpommern aus Ducherow. Eine merkwürdige Ruhe konstatierte Leichtathletik-Lehrer Gerald Bergmann in den letzten Tagen vor den Titelkämpfen. Kein Gezwitscher mehr im Kraftraum, sonst doch ständige "Begleitmusik" im Training. "Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Alle sind schweigsam, aufgeregt, wollen vor ihren Fans und Eltern nicht patzen. Das ist gut für den Adrenalinspiegel." Quelle: Nordkurier |