| 26.11.2003 | Kugelstoß-Olympiasiegerin Koroltschik gesperrt Kumbernuss-Trainer Dieter Kollark nicht überrascht: Viele aus Osteuropa kaum bei Wettkämpfen zu sehen Weißrusslands Kugelstoß-Olympiasiegerin Janina Koroltschik ist wegen Dopings mit dem Kälbermastmittel Clenbuterol für zwei Jahre gesperrt worden. Das gab der weißrussische Verbands-Offizielle Boris Krischtanowitsch gestern bekannt. Der positive Urintest war beim DLV-Meeting in Dortmund am 15. Juni genommen worden, wo die 27-Jährige mit schwachen 18,24 Meter nur den vierten Platz belegt hatte. Danach tauchte sie ab und nahm auch an den Weltmeisterschaften in Paris nicht teil. Keine große Verwunderung löste die Nachricht bei der deutschen Konkurrenz aus. Die Leistungsentwicklung Koroltschiks hatte Dieter Kollark, Trainer von Atlanta-Olympiasiegerin Astrid Kumbernuss, seit Jahren mit Skepsis verfolgt. "Ich konnte mir ohnehin nicht vorstellen, dass sie einmal so weit stößt", meinte Kollark. Die Weißrussin hatte sich bei ihrem Olympiasieg 2000 in Sydney auf 20,56 Meter ge-steigert und im Jahr danach mit 20,61 Meter ihre persönliche Bestweite erzielt. "Fast alle Weltklasseathletinnen aus der früheren Sowjetunion sind in ihrer Karriere einmal positiv gewesen. So macht das keinen Spaß . WM-Titel mussten ja sogar zurück-gegeben werden ", sagte Kollark. Die ein zige Ausnahme bildet bislang Russlands aktuelle Weltmeisterin Swetlana Kriweljowa, die 1992 in Barcelona auch schon Olympia-Gold gewann. Astrid Kumbernuss, die zwischen 1995 und 1999 dreimal in Folge WM-Gold holte, nahm Kollark ausdrücklich in Schutz: "Astrid war auch Weltmeisterin, aber sie hatte 30 Wettkämpfe pro Saison und ist auch sehr oft kontrolliert worden. Die meisten Kugelstoßerinnen aus Osteuropa tauchen aber so gut wie gar nicht bei Wettkämpfen auf." Den vom Weltverband IAAF verlangten Athleten-Pass empfinde er da als Farce. "Alle positiven Tests, über die wir hier reden, sind bei Wettkampfkontrollen gemacht worden", so Kollark. "Da kann man sich ja vorstellen, was Trainingskontrollen für Ergebnisse brächten. Ich frage mich, wie werden diese Kontrollen ausgeführt, finden sie überhaupt statt?" Quelle: Nordkurier |