--- In asb-forum@..., Manfred Nottebrock
<manfred.nottebrock@n...> schrieb:
>
> Lieber Herr Greiner,
>
> ich bin jetzt 39 Jahre in einer Mittelstadtbibliothek tätig und
habe
> mich 39 Jahre lang bemüht, die Mängel (oft: mangelhafte Aktualität)
der
> ASB mit kreativen Mitteln zu lindern. Dasselbe (ich meine
Kreativität
> und nicht 39 Jahre) würde ich Ihnen zu Ihren speziellen Problemen
auch
> empfehlen. Es ist keineswegs verboten, an den Ihnen richtig
> erscheinenden Stellen entsprechende Erweiterungen vorzunehmen.
> Betrachten Sie die ASB als Leitfaden und Ordnungshilfe, aber nicht
als
> Korsett. Wichtiger als Sytemstellen sind vernünftige Schlagwörter
(aber
> bitte nicht selbstgestrickte, sondern nach SWD), denn unsere
Benutzer
> und Ihre Schüler sind, wenn man es so ausdrücken will, "vergoogelt"
und
> suchen meist nur eindimensonial (oder ist Ihr Bestand nicht edv-
mässig
> erschlossen?)
> Das Abschlaffen des ASB-Forums hat damit zu tun, dass nach der
ziemlich
> umfangreichen Änderung der ASB vor 5(?) Jahren man sich inzwischen
in
> dem Sinne, wie ich es oben erwähnte, eingerichtet hat.
>
> Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochende!
>
> Manfred Nottebrock
> Stadtbücherei Frechen
>
Lieber Herr Nottebrock,
mit der ASB muß ich mich erst ein gutes Jahr herumschlagen, und, wie
bereits geschrieben, ich bin Quereinsteiger. Hilfe gibt es zwar drei
Stunden durch die hiesige Gemeindebibliothek, aber so hilfreich ist
diese auch nicht, da mitunter mehr Fragen offen bleiben als gestellt
werden.
Kreativität bei der Umsetzung der ASB haben wir schon gezeigt, da wir
gerade bei den Sprachen eine Erweiterung durchführten, in dem wir die
Gliederung für Französisch, Englisch, Russisch und Latein in den
Gruppen O, P und Z der Gliederung lt. ASB für Deutsch mehr oder
weniger angepaßt bzw. für Latein eine eigene Gruppe „Zoc" gebildet
haben. - Hat aber auch viel Überzeugungsarbeit bei der betreuenden
Gemeindebibliothek gefordert.
Für die englisch- bzw. französisch- und russischsprachigen Medien in
den Sachgruppen Geographie und Geschichte haben wir uns für
Farbpunkte entschieden.
Ich hätte nun gedacht, daß andere Bibliotheken vor ähnlichen
Problemen stehen, die in irgendeiner Form konstruktiv ausdiskutiert
werden können, um eventuell einen Konsens und damit eine optimale
Lösung zu erreichen. Das Rad muß ja nicht unbedingt doppelt erfunden
werden.
Unser Bestand (knapp. 7.000 Einheiten) ist zwar EDVmäßig erfaßt, nur
nutzt (leider) niemand den Service. Die Lehrer kennen ihre Medien und
steuern zielgerichtet zum Regal (und wundern sich, wenn das Medium
einige Meter weiter gerutscht ist), die Schüler fragen, ob die Schule
ein entsprechendes Medium besitzt. In 80 % der Fälle können (wegen
des relativ überschaubaren Bestandes) die Nutzer zum richtigen Regal
geleitet werden – und eine Einweisung in Medienrecherche findet an
der Schule nur unzureichend statt.
Gefordert wäre hier aber meines Erachtens auch die
Gemeindebibliothek, von der ich eigentlich erwarte, daß sie zu den
Schülern kommt, wenn die Schüler schon nicht den Weg in die
Bibliothek finden. Entsprechende Angebote hier – Fehlanzeige!
Die Nichtnutzung der EDV hat aber in meinen Augen einen
entscheidenden Nachteil, weil es zu unnötigen Doppelanschaffungen
führt (Beispiel: Der Bereich Geschichte weiß mitunter nicht, daß das
entsprechende Medium bereits bei Religion oder Latein vorhanden
ist). - Aber es wird daran gearbeitet, das zu ändern. Nur ist bei
Lehrern sehr viel Überzeugungsarbeit notwendig..
Herr Nottebrock, wenn Sie schreiben
„Das Abschlaffen des ASB-Forums hat damit zu tun, dass nach der
ziemlich umfangreichen Änderung der ASB vor 5(?) Jahren man sich
inzwischen in dem Sinne, wie ich es oben erwähnte, eingerichtet hat."
lese ich unterschwellig etwas Resignation heraus. - Nur bedeutet in
meinen Augen Resignation eine Art Stillstand und das soll und darf
nicht sein. Die Erarbeiter bzw. Pfleger der ASB könnten auf den
Gedanken kommen, es sei alles wunderbar und bedarf keiner weiteren
Anpassung.
In diesem Sinne ein schönes Wochenende,
Klaus-P. Greiner