Das liegt nun schon etwas länger zurück, aber einiges sollte
festgehalten werden zum Nachvollziehen oder Einblick nehmen in das,
was wir in unseren Hebräisch-Telefonkonferenzen so besprechen außer
hebräisch lesen.
V1
Ich hatte darauf hingewiesen, dass Mose und Gott sich immer
gegenseitig zuschreiben, das Volk aus Ägypten heraufgeführt zu haben,
also wenn Mose mit Gott darüber spricht, sagt er "das Volk, das du
(Gott) heraufgebracht hast" und umgekehrt ist es wenn Gott wie hier
zu Mose spricht. Das ist der Versuch, über dem Tun des anderen, eine
Verantwortlichkeit anzusprechen. In negativer Hinsicht kennen wir
das, wenn Eltern die gemeinsamen Kinder als die des jeweils anderen
erklären, um dem anderen die Schuld für irgendetwas zu geben oder
auch dessen Zuständigkeit anzusprechen: "Dein Sohn / Deine Tochter
hat gesagt / getan".
V2
Über den Boten gibt es viel zu bedenken. Er bleibt ein Geheimnis,
aber auch in der Vorschattung auf den Messias. Von ihm war schon in
Exodus 23,20-23 die Rede. Er ist an der Landnahme unmittelbar
beteiligt.
V3
Schön dass wir das "kesche oräph" wörtlich übersetzen können mit hart
am Nacken (status constructus), also hartnäckig, oder starr am Hals,
also halsstarrig.
V7
Zelt der Begegnung, der Vergegenwärtigung, der Zusammenkunft, des
Zeugnisses
All das steckt im Wort "edah", woher "moed" kommt.
Für mich ein Grundmotiv der Begegnung mit Gott, insbesondere in einem
Gottesdienst, wo eine Zeit der Vergegenwärtigung dessen ist, was Gott
für uns getan hat, aber auch der Zusammenkunft untereinander, aber
vor allem mit Gott. Die Gegenwart ist ja Gottes Dimension.
V9
Hier wird beschrieben, was immer wieder geschah. Das ist aber kein
Automatismus, sondern geht zurück auf die ständige Treue Gottes, der
immer wieder sich denen naht, die nach Ihm fragen. Man darf die Treue
Gottes nicht mit einem Naturgesetz gleichsetzen. Dass die Schöpfung
in großer Regelmäßigkeit funktioniert, hat mit Gottes unmittelbar
ausgeübter und aufrecht erhaltener Treue zu tun. Das gleiche gilt für
die Begegnung mit Gott in Gottesdiensten und Zeichenhandlungen. Dass
Gott im Gottesdienst anwesend ist, ist kein Automatismus aufgrund von
umgesetzten geistlichen Regeln, auch die Begegnung von Gott im
Abendmahl funktioniert nicht automatisch, sondern alles geht auf die
Treue Gottes zurück.
V11
Obwohl Gott so direkt und unmittelbar mit Mose redete, was selbst wir
im Neuen Bund uns nur wünschen können, genügt das dem Mann Gottes
nicht, wie die folgenden Verse zeigen.