----- Original Message -----From: Andreas EichbergerSent: Sunday, April 13, 2008 1:24 AMSubject: [althebraeisch] Psalm 1,1-3Nach einigen Monaten im Anfängerkurs (auch über Skype und
international) haben wir gestern den ersten Bibeltext gemeinsam
gelesen und übersetzt:
Psalm 1
(1) Glücklich ist (im Nominalsatz ergänzt) der Mann (bzw. Mensch), der
nicht im Rat (oder Ratschlag) von Frevlern (wie die Folgenden ohne
Artikel) unterwegs gewesen (Perfekt im Unterschied zu den meisten
Übersetzungen), auf einem Weg von Abirrenden (Sündigenden, Partizip)
nicht stehengeblieben ist und sich nicht am Wohnsitz von Spöttern
niedergelassen hat (bzw. gewohnt hat, wie etwa Lot);
Der Gläubige ist oft nicht glücklich, wenn er hier und da nicht
mitmacht und einwilligt, sondern später ist er "heilfroh" und "aschre"
glücklich, dass er es nicht gemacht hat. Daher ist Perfekt auch
sinnvoller.
Interessant ist die gegenläufige Steigerung bzw. Abmilderung der
Verben bzw. Substantive: In gehen ("halach"), stehenbleiben ("amad")
und "sich niederlassen ("jaschaw") liegt eine Steigerung zum
Negativen, wiederum sind die Frevler ("reschaim") die Schlimmsten, die
dreist und absichtlich gottlos leben, die Sündigenden die
Gewohnheitssünder ("chataim"), die einfach immer wieder das Falsche
tun und "lezim" die in ihrer Haltung als Spötter verdorbenen.
(2) ...; sondern in des HERRN Weisung ("thorat") ist sein Begehren und
mit seiner Unterweisung wird er tagsüber und nachts murmeln ("jähegä"
im Imperfekt)
Für den Hebräer ist das in der Vulgata zu findende "meditari" viel zu
theoretisch und kopflastig, da lesen vorlesen und beten mindestens
murmeln bedeutet).
(3) Er wird sein ("wehaja", also Perfekt mit waw consecutivum ergibt
in der Übersetzung Futur) wie ein über Wasserbächen angepflanzter
Baum, der zu seiner Zeit seine Frucht hergeben wird. Sein Laub
(Singular) wird nicht verwelken und alles, was er unternehmen wird,
wird Erfolg haben (alles im Imperfekt / Futur).