Diesmal ging's einfacher. Ich hoffe, ich hab's mir nicht zu einfach
gemacht...
<RPG>
Ort: Schiff der Aliens
Zeit: MD 7.0200
>"Ich habe Bedingungen gestellt, knallharte Bedingungen", stellte
>Xavier in seiner Welt richtig. "Unter anderen habe ich auch an mein
>eigenes Leben gedacht, das ist wohl nicht zu viel verlangt."
>
>"Und Du hast Denen einfach so vertraut?"
>
>"Eigentlich hatte ich ja mal einen Gefangenen", wusste Xavier auch
>diesen Kommentar zu kontern und schob es indirekt Melina zu, dass der
>Weg viel holpriger wurde. "Können wir jetzt weiter gehen?"
Xavier balancierte auf dem immer schmaler werdenden Steg, der von der
kleinen Plattform, auf der sie materialisiert waren, zu der Tür führte, die
er in dem Halbdunkel gesehen hatte. Melina musste im Gänsemarsch hinter ihm
her, noch immer hielt er sie am Arm fest. Dann standen sie vor der Tür,
die keine Klinke und keinen Knauf aufwies, aber eine Art
Öffnungsmechanismus, der in der Wand daneben eingelassen war.
"Moment, du weißt doch gar nicht wohin diese Tür führt. Was ist, wenn sie
direkt nach draußen ins All geht?" sagte Melina und hielt ihren Begleiter
davon ab, irgendetwas anzufassen, indem sie nun ihrerseits seinen Arm
packte.
Xavier konnte die Hand leicht abschütteln, wandte sich aber dann doch noch
einmal dem Mädchen zu.
"Hör zu", sagte er und man merkte ihm an, dass seine Geduld bald zu Ende
ging, "wenn wir hier nicht bald verschwinden..."
"Dann was?" fiel ihm Melina ins Wort. Ihre Wangen waren gerötet. Die
undurchsichtige Handlungsweise des Bajoraners regte sie auf. Sie traute ihm
jetzt fast alles zu. Vielleicht hatte er wirklich die Selbstzerstörung der
Rettungskapsel aktiviert oder ähnliches.
Xavier kam aber nicht mehr zu einer Antwort und er konnte auch keinen
weiteren Versuch unternehmen, die Tür zu öffnen, denn wieder erfasste sie
beide ein Kribbeln und ihnen flimmerte alles vor Augen. Die Umgebung löste
sich in grünlichem Licht auf und setzte sich gleich darauf wieder zusammen.
Leicht desorientiert schauten sie sich um. Sie waren wieder in dem kleinen
engen Raum ihrer Rettungskapsel und vor ihnen durch das Sichtfenster
blinkten ihnen die Sterne des Alls freundlich entgegen.
"Was zur Hölle...?" Das war natürlich Xavier.
"Hey, sie haben uns frei gelassen!" rief Melina. Dann presste sie beide
Hände und Nase gegen das Fenster, denn direkt voraus, wenn auch noch sehr
weit entfernt, konnte sie eine silbern schimmernde unförmige Masse erkennen,
vom Sternenlicht nur sehr schwach beleuchtet, aber sie wusste doch sofort,
dass es zu Hause war.
Xavier schlängelte sich an ihr vorbei und setzte sich auf den einen Stuhl
vor der Konsole, auf der er herumzutippen begann. Alles funktionierte auf
einmal wieder, selbst die Steuerung und Navigation. Und Xavier merkte
schnell, dass bereits ein Kurs eingegeben war, der sie auf die Explorer
zuführen musste. Sie flogen langsam, aber immerhin flogen sie darauf zu.
Ort: Rettungskapsel
Zeit: MD 7.0450
Es war Melina noch immer ein Rätsel, warum die Spinnenwesen sie auf einmal
hatten gehen lassen und ihnen dabei auch noch die reparierte Rettungskapsel
überlassen hatten. // Nach allem, was wir ihnen getan haben. // Aber
sie grübelte nicht mehr über dieses Rätsel nach, denn jetzt lag die Explorer
dicht vor ihnen. Wieder hing sie am Sichtfenster und beobachtete, wie die
Kapsel, von Xavier sanft gesteuert, darauf zu glitt. Sie näherten sich der
Explorer von der Seite. Das arme Schiff sah noch immer sehr mitgenommen aus.
Ein Schrottkahn, wie Xavier es in Gedanken betitelte. Melina empfand eher
Mitleid, als wäre das Schiff ein lebendes Wesen, dem Schaden zugefügt worden
war. Die Prellungen und Verbrennungen auf der Außenhülle waren auch
deutlicht sichtbar, am schlimmsten hatte es das VIP-Modul getroffen, wo
ganze Bereiche der Hülle fehlten und man nur hoffen konnte, dass
Notkraftfelder die Atmosphäre drinnen gehalten hatten.
Melina presste die Lippen aufeinander. Von hier aus sah es wirklich
schlimm aus, schlimmer als sie sich das ausgemalt hatte. Sie dachte wieder
an die dort eingesperrten Personen. Ob sie noch lebten? Xavier hatte
natürlich bereits versucht, Kontakt mit der Explorer herzustellen, aber die
externe Kommunikation schien noch immer down zu sein. Nun steuerte er
langsam und vorsichtig um das Schiff herum, in dem Versuch, einen Platz zum
Andocken zu finden. Eine Rettungskapsel war kein Shuttle und ein Navigieren
daher nur sehr grob möglich. Er musste sich konzentrieren nirgendwo
anzuecken, so dicht flogen sie jetzt über die lädierte Außenhülle der
Explorer hinweg.
Da tippte ihm Melina auf den Arm, deren Blick noch immer wie gebannt am
Modulbereich hing.
"Schau mal", flüsterte sie und deutete auf eine Stelle dicht bei dem
Verbindungsbereich des Moduls zum Rest des Schiffes. Xavier fiel nicht
sofort etwas auf. Aber dann bemerkte er einen ganz feinen weißlichen Nebel,
der aus einer zerissenen Deckplatte austrat und nur dadurch sichtbar war,
weil er von den Scheinwerfern der Rettungskapsel schwach angestrahlt wurde.
Er kam durch austretende Luft zustande, die wärmer und feuchter war als das
umgebende Vakuum des Alls.
"Die haben ein Leck!" stellte Melina erschrocken fest.
"Sieht ganz so aus."
"Können wir irgendwas tun, von hier außen, um es zu verschließen?"
"Mit unserer Rettungskapsel? Wohl kaum."
Melina griff mit beiden Händen nach Xaviers Arm.
"Wir müssen doch irgendetwas tun. Bitte!"
Ort: Maschinenraum der Explorer
Zeit: MD 7.0500
T'Lia hatte sich wieder im Maschinenraum eingefunden, um Finja weiter zu
helfen. Die Reparaturen schritten jetzt besser voran, auch wenn es immer
wieder einen Rückschlag gab. Aber dank der wiederhergestellten Schwerkraft
war auch das Hantieren sehr viel einfacher geworden. Die Vulkanierin hielt
sich nahe bei der Kommunikationskonsole, um gegebenenfalls rasch auf den
Empfang einer Nachricht von den verschiedenen Teams reagieren zu können,
darunter vor allem der kleinen Gruppe, die bei der Verbindungsstelle zum
VIP-Modul Kontakt mit den Insassen hergestellt hatte.
Kaum waren ihre Gedanken diese Wege gewandert, als auch schon ein Blinken
das Eintreffen eines bordinternen Kommunikationssignals anzeigte. Sie
betätigte die Taste und hörte sich den Bericht von Nkota Owanga an. Der
Chief gab alles wider, was er in seiner etwas mühsamen Morsekommunikation
herausgefunden hatte.
[...und zu allem Überfluss gibt es jetzt wohl noch ein Leck irgendwo],
beendete er seinen Bericht.
//Wenigstens wissen wir, dass der Captain am Leben ist//, dachte T'Lia.
Finja war ebenfalls herangekommen, um zuzuhören und T'Lia blickte sie
fragend an. Konnte die Chefingenieurin irgendeinen Rat geben, wie man ein
Leck verschließen konnte, von dem man weder wusste, wo es sich genau befand,
noch wie groß es war?
"Bis wir die Sensoren wieder online haben, ist es bestimmt zu spät",
grübelte Finja.
"Was ist mit den Transportern?"
Finja antwortete ihr mit einem vielsagenden Blick. Die Transporter hatten
bisher auf der Prioritätenliste weit unten gestanden und sie hatte noch
nicht einmal begonnen, sich die Schäden dieses Systems anzusehen.
"Mr. Owanga, wie beurteilen Sie die Lage?" fragte T'Lia in die noch immer
geöffnete Komm-Verbindung.
Ein kurzes Zögern. [Der Zugang zum Modul von innen ist noch immer total
blockiert. Wir können höchstens von außen rankommen.]
"Die Beltane?" überlegte T'Lia.
"Das Problem war, dass wir die Hangartüren nicht öffnen können", erwiderte
Finja.
"Aber Moment, ist dieser. ... Tarak nicht auch in einem Schiff angekommen?
Wo befindet sich das überhaupt?"
"Das fragen wir ihn vielleicht am besten selbst."
T'Lia wurde sich bewusst, dass man am anderen Ende der Leitung auf eine
Entscheidung von ihr wartete, sie musste einen Befehl geben. Es war ihr sehr
unangenehm, das Kommando innezuhaben, denn rasche Entscheidungen für andere
zu treffen gehörte nicht zu ihren Stärken.
"Teilen Sie dem Captain mit, dass wir tun, was wir können", war schließlich
alles, was sie ihm mitgeben konnte. Das übrige Gespräch hatte der Crewman ja
mitgehört und würde es vielleicht in eine gute Nachricht für die
Eingeschlossenen umwandeln können.
"Lt., wohin gehen Sie?" rief Finja T'Lia hinterher, die bereits eilenden
Schrittes auf die Tür des Maschinenraums zulief. Kaum drehte sie sich um,
eine andere Idee war durch ihren Geist geschossen, als sie die letzten Worte
ausgesprochen hatte.
"Ich... versuche etwas. Finden Sie Lt. Tarak!" sagte sie nur und verschwand
durch die Tür. Es blieb nicht viel Zeit. Nicht nur weil das Leck bald alle
Atemluft aus dem VIP-Modul herausgesaugt haben könnte, sondern auch wegen
der Lage der Schwerverletzten dort, die baldmöglichst gerettet werden
mussten.
Weiterhin eilig trugen ihre Füße sie zurück zur Krankenstation, dort wo sie
das Spinnenwesen gelassen hatte, damit es sich erholen konnte. Die Wesen
schienen eine extreme Regenerationsfähigkeit zu haben, sie konnten sich
sogar ganze neue Gliedmaßen wachsen lassen. Also eigentlich kein Wunder,
dass der Biss Selenes das Wesen nicht getötet hatte; es hatte sich nur in
eine Art Heilungsschlaf versetzt bis die Regeneration abgeschlossen war. Das
hatte T'Lia erfahren bei der Kontaktaufnahme vor weniger als einer Stunde.
Sie hatte auch erfahren, woran die Wesen eigentlich interessiert waren. Und
vielleicht - wenn sie geschickt verhandelte - konnte sie den unfreiwilligen
Gast dazu bringen, ihnen in dieser Sache behilflich zu sein.
Ort: VIP-Modul
Zeit: MD 7.0500
Während Tom und Dejah noch in dem Gang weilten, von dem aus sie mit
Klopfzeichen in Verbindung zum Hauptschiff getreten waren, war Marya
zwischenzeitlich zu ihrem 'Basislager' zurückgekehrt, wo sich die zwei
Verletzten sowie das Feuer befanden, das zur Zeit von Norgor betreut wurde.
Nachdem sie sich davon überzeugt hatte, dass bei beiden noch Lebenszeichen,
wenn auch unendlich schwache, angezeigt wurden, gesellte sie sich zu dem
Grasner ans Feuer, um sich aufzuwärmen. Norgor studierte ihr Gesicht,
während sein eigenes, von dem flackernden Feuerschein von unten her
angestrahlt, zu einer gespenstischen Fratze verzerrt wurde. Marya
erschauderte und senkte die Augen, obwohl sie ja wusste, dass es nur eine
Täuschung des Lichts war.
"So, ich habe gehört, dass dem Captain eine Kontaktaufnahme geglückt ist",
begann Norgor ein Gespräch.
"Ich schätze, das sind gute Neuigkeiten, was? Jetzt werden wohl wir bald
alle
gerettet." Er sprach sehr unbekümmert, als würde ihn das alles wenig angehen
und nicht ihrer aller Leben oder Tod bedeuten.
Marya schniefte ein paar Mal und rieb ihre Hände aneinander. Sie hatte ihn
nicht angesehen, während er sprach, sondern starrte weiter in die Flammen.
"Es ist ein Hoffnungsschimmer", bestätigte sie. Jetzt wussten die da draußen
wenigstens, dass sie noch am Leben waren und würden noch mehr Anstrengungen
unternehmen, sie hier herauszuholen. Nur, wie erfolgreich sie dabei sein
würden und vor allem, ob sie es rechtzeitig schaffen würden... Aber das
behielt sie für sich, sie war immer noch Counselor und zu professionell, um
dem anderen ihre Sorgen aufbürden zu wollen.
"Ja. Das ist gut", hörte sie Norgor vor sich hin murmeln.
"Das ist gut..."
Eine Weile schwiegen sie. Dann reichte Norgor ihr unvermittelt die leichte
Platte hinüber, die sie verwendeten, um dem Feuer Sauerstoff zuzufächeln.
"Übernehmen Sie! Ich sehe mal nach den Verletzten."
Marya schniefte wieder, nickte aber und übernahm die Aufgabe. Norgor
verschwand in ihrem Rücken wo die Bewusstlosen in ihrem Kälteschlaf lagen.
Sie wusste im Nachhinein selbst nicht mehr, was sie dazu veranlasst hatte
sich schließlich umzudrehen. Auch nicht, warum sie ein ungutes Gefühl hatte,
als sie sah wie Norgor über den Körper der schwerverletzten Grany gebeugt
war. Er hantierte mit irgendetwas herum und Marya merkte mit einem Mal, dass
es kein medizinischer Tricorder war.
"Hey, was machen Sie da?" rief sie ihm zu.
Norgor sah nur kurz auf. "Ich untersuche die Verletzten."
Marya sah ihren eigenen Atem in einer weißen Wolke entweichen. "Treten Sie
sofort beiseite! Hören Sie mich? Sofort!" Ihre Stimme war leise aber
deutlich, doch Norgor reagierte überhaupt nicht darauf. Da stieß sich Marya
ab und mit einem gut dosierten Schwung flog sie direkt auf den Grasner zu.
</RPG>
<SUM>
-MD 7.0200: Melina und Xavier finden sich auf einmal wieder in ihrer
Rettungskapsel wieder, die wieder steuerbar ist und auf die Explorer
zufliegt.
-MD 7.0450: Die Rettungskapsel erreicht das Schiff. Melina bemerkt das Leck
am VIP-Modul und möchte irgendetwas tun, um zu helfen.
-MD 7.0500: T'Lia und Finja beratschlagen im Maschinenraum, was zu tun ist.
T'Lia eilt zur Krankenstation, um die Hilfe des Spinnenwesens einzufordern.
-MD 7.0500: Marya glaubt, dass Norgor irgendetwas mit der verletzten Grany
vorhat und will ihn davon abhalten.
</SUM>
submitted by
Anja B.
aka
Lt. T'Lia, WIS
Shada und Melina Owens, ZIV
USS Explorer
SD 180114.1700