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USS-Explorer · Mailingliste der USS Explorer (SFG)

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Antworten Beitrag #5562 von 5576 |
<NRPG>
Hallo Explorers,
ich wünsche allen einen guten Rutsch und ein gesundes und glückliches neues
Jahr!
Dieses RPG war eine schwere Geburt, ich habe schon seit einer Woche daran
geschrieben und bin immer wieder in einer Sackgasse gelandet. So ist es nun
auch nicht besonders ausgereift, ich bitte das zu verzeihen. Aber ich musste
es jetzt endlich abschicken, sonst krieg ich hier noch die Krise!
Liebe Grüße,
Anja
</NRPG>

<RPG>
Ort: Maschinenraum Explorer
Zeit: MD 7.0115

Shada war mit K'Traz losgezogen, um Melina zu suchen. Sie war froh, dass sie
den Sicherheitschef davon hatte überzeugen können, sie zu begleiten, da sie
ernsthaft um die Sicherheit ihrer Tochter besorgt war. Salia und T'Lia
hatten die beiden aus der Tür verschwinden sehen und blickten sich dann
suchend im Maschinenraum um, nach einer Aufgabe oder Tätigkeit Ausschau
haltend. Finja hatte einige ihrer Leute dazu abkommandiert, an der
Wiederherstellung des Kommunikationssystems zu arbeiten. Das schien eine
lohnenswerte Angelegenheit. Doch dabei würde die Mitarbeit der beiden
Wissenschaftlerinnen kaum hilfreich sein. In diesem Moment traten, oder
besser gesagt schwebten, erneut zwei Gestalten durch die Tür des
Maschinenraums.

Es waren Bruder Daniel und ein sehr großer Cardassianer, den T'Lia und Salia
noch nie zuvor gesehen hatten. Verblüfft beobachteten sie, wie das ungleiche
Paar sich auf sie zu bewegte. Selbst Finja hielt in ihrer Arbeit inne und
sah ihnen entgegen. Der Mönch mit seiner aufgebläht wirkenden Kutte zeigte
sich nicht eben elegant im Umgang mit der Schwerelosigkeit; und dieser
plumpe Eindruck wurde noch dadurch verstärkt, dass sein freundliches Gesicht
durch die Flüssigkeitsansammlung im Kopf etwas aufgedunsen war (wie übrigens
die Gesichter fast aller Personen an Bord). Der Cardassianer, dessen
Knochenrelief im Gesicht nicht so ausgeprägt war wie man das normalerweise
von Cardassianern kannte, wies ansonsten alle gängigen Merkmale seiner
Spezies auf; groß war er, langgliedrig und mit einem etwas unterkühlten
Gesichtsausdruck. Es fiel aber auf, dass er offenbar sein rechtes Bein nicht
richtig benutzen konnte, er hielt es steif und unbeweglich und nutzte nur
das andere Bein, um sich von der Tür abzustoßen.

"Bruder Daniel", sagte Finja. "Sie sieht man aber nicht so häufig hier im
Maschinenraum. Was kann ich für Sie tun?" Sie hatte Jason Tarak schon einmal
kurz gesehen, nachdem er an Bord gekommen war und ihm auch die Aufgabe
erteilt, an den taktischen Sensoren zu arbeiten. Deshalb fragte sie nicht
nach dem Namen des Neuankömmlings wie T'Lia es erwartet hätte.

<NRPG: Bitte den bayrischen Akzent dazudenken>

"Ja, ich wollt Euch hier warnen, dass wir irgendwas an Bord haben, was
beißen kann und Lähmungen verursacht. Das ist diesem jungen Mann hier
passiert, seht's Euch sein rechtes Bein an. Wir wissen noch immer nit, was
es gewesen sein könnte."

"Ich dachte, es müsste irgendein entlaufenes Haustier sein. Aber ein
venexianischer Schleimmull war es laut Aussage von Bruder Daniel schon
einmal nicht", fügte nun Jason mit leicht hochgezogenen Brauen hinzu.

"Hm, wir haben hier tatsächlich eine Menge Viechzeug rumlaufen", meinte
Finja, aber Salia hob eine Hand, um zu signalisieren, dass sie etwas zu
sagen hatte. Natürlich mussten alle erst warten, bis sie es in ihr Padd
eingetippt hatte, damit es von der Computerstimme vorgetragen werden konnte.
Langsam verfluchte sie diese Art der Kommunikation.

"Die Haustiere haben wir, also Melina und ich, so gut wie alle eingefangen
und sicher untergebracht", las schließlich die monotone Stimme. "Aber
beschreiben Sie uns bitte wie das Tier aussah, das Sie gebissen hat, Mr...?"

"Tarak, Jason", stellte sich dieser nun vor.
"Das Problem war, ich konnte kaum etwas sehen, war in einer engen
Jefferiesröhre als es passiert ist und habe das Ding nur unter meinen Füßen
gehabt. Es war aber auf jeden Fall weich und hat gequietscht."

"Es könnte eines der Spinnenwesen gewesen sein", sagte Finja, bevor Salia
das gleiche in ihr Padd eintippen konnte. T'Lia nickte ebenfalls
bestätigend. Nun übernahm es auch die Chefingenieurin, Bruder Daniel und
Jason Tarak kurz darüber aufzuklären, was es mit diesen Spinnenwesen auf
sich hatte, die sich als blinde Passagiere an Bord der Explorer befanden
oder befunden hatten und deren Motive man noch nicht hatte ergründen können.

"Möglich ist es", meinte Tarak danach. Es erschien ihm aber weniger wichtig
zu erfahren, was ihn nun eigentlich gebissen oder gestochen hatte, als eine
Möglichkeit zu finden, ihn von der lähmenden Wirkung des Bisses zu befreien.
"Wenn wir nichts von diesen ominösen Spinnenwesen wissen, dann nehme ich an,
dass es auch noch kein bekanntes Gegenmittel gegen ihre Bisse gibt",
beantwortete er sich aber selbst die Frage mit einem leichten Seufzer.

Salia schüttelte den Kopf.
"Ich schlage vor, Sie schonen ihr Bein weiterhin. Wir hatten vor, mit den
Spinnenwesen zu kommunizieren, doch nun ist es fraglich ob wir sie überhaupt
noch einmal zu Geischt bekommen."

Man konnte dem neuen TAK ansehen, dass ihm dieser Vorschlag wenig zusagte.
"Ich brauche mich nicht zu schonen, mein Bein kann ich in der
Schwerelosigkeit sowieso nicht benutzen. Lieber befasse ich mich mit
irgendeiner nützlichen Aufgabe."

Finja konnte dieses Anliegen sehr gut nachvollziehen. Sie maß Jason mit den
Augen von oben bis unten. In die Wartungsschächte würde sie den großen, nun
verletzten Mann lieber nicht mehr schicken. Aber vielleicht konnte er ihr
hier im Maschinenraum zur Hand gehen.

"Wir sollten das tote Spinnenwesen genauer untersuchen. Vielleicht gibt uns
das einen Hinweis auf die Art der Verletzung von Mr. Tarak, möglicherweise
sogar auf die Heilung", fügte T'Lia einen Nachgedanken an. Alle blickten
kurz zu dem Container, in dem das Tote von ihr und Salia mitgeführt worden
war. Der graue Behälter, Sternenflottenstandard, war mit einem Gurt an einem
Geländer festgemacht, damit er nicht unbeaufsichtigt davon schwebte.

"Es gibt sicherlich wichtigere Dinge momentan", meinte Jason Tarak selbst.
Finja stimmte ihm zu. Später konnte Zeit dafür sein, aber jetzt galt es, die
Explorer wiederherzustellen.

"Gut, dann kann i ja wieder gehen", sagte Bruder Daniel und versuchte, sich
umzuwenden.
Da es ihm nicht sofort gelang, sich in die richtige Richtung zu drehen, half
T'Lia ihm, indem sie einen seiner Arme ergriff und ihn drehte, sich selbst
mit der anderen Hand an einer Konsole festhaltend. Bruder Daniel bedankte
sich und warf dabei einen einzigen prüfenden
Blick auf das Gesicht der Halbvulkanierin und seine Erfahrung als Seelsorger
bei den Mitgliedern verschiedenster Spezies ließ ihn innehalten.
"Was haben's denn?" fragte er leise, so dass nur T'Lia ihn hörte.

T'Lia erschrak. Verriet ihr Gesichtsausruck wirklich so viel von ihren
Gefühlen? Sie sollte sich besser unter Kontrolle halten.
"Ich ... nichts. Ich werde mich jetzt nach einer neuen Aufgabe umsehen. Es
gibt noch viel zu tun..."

"Das is wahr! Aber a bissle Ruhe könnten Sie hier alle gebrauchen, sonst
können's am Ende gar nichts mehr schaffen. Kommen's doch erst mal mit in die
Krankenstation und schlafen's ein Stündchen!" bot er ihr an.

"Danke, aber das kann ich momentan nicht." Sie meinte damit, sie konnte es
sich nicht leisten; aber sie hätte es auch nicht gekonnt, wenn es an Bord
des ganzen Schiffes keine einzige Tätigkeit mehr für sie zu verrichten
gegeben hätte. Natürlich nicht. Nicht während eine einsame Rettungskapsel
mit ihrem Insassen sich immer weiter von der Explorer entfernte und
vermutlich zu dessen stillen Sarg in den Weiten des Alls werden würde. Was
sie brauchte war eine Stunde Meditation, nicht Schlaf! Doch auch dafür war
keine Zeit.

Der Geistliche stieß etwas unsanft gegen die Wand neben der
Maschinenraumtür, wohin er geschwebt war. Er drehte sich wieder zu T'Lia um
und lachte leise über seine Ungeschicklichkeit. Dann verabschiedete er sich
mit einem Nicken und quetschte sich mühsam durch die Tür.


Ort: Rettungskapsel im All
Zeit: MD 7.0120

>"Was tun wir jetzt? Fliegen wir zurück zur Explorer?"
>
> Xavier erhob sich. Jetzt musste er dem Mädchen sagen, dass es keine
> Möglichkeit gab, die Kapsel zu steuern und dass sie nur noch wenige
> Stunden
> Atemluft hatten. Er musste es, und konnte es doch nicht über sich bringen.
> Sein Blick wanderte zum Sichtfenster und er stutzte. Der Greifarm des
> fremden Schiffes war noch immer dort verankert, mit klebrigen Fäden hielt
> er
> das kleine Schiff in seiner Gewalt. Xavier runzelte die Stirn und begab
> sich
> noch einmal zum Fenster, um hinauszusehen. Melina trat neben ihn und
> fragte.
> "Was ist?"

"Sie sind noch nicht abgezogen", murmelte Xavier. "Irgendetwas wollen sie
noch von uns."

Melina erschauderte. Sie hatte allmählich keine Lust mehr auf eine weitere
Begegnung
mit den haarigen, vielbeinigen Aliens, was nach ihrer vergangenen Erfahrung
auch verständlich war. Wenn man sich doch nur verständigen konnte.

Plötzlich ging ein weiterer Ruck durch die kleine Rettungskapsel, so dass
Melina gegen Xavier geschleudert wurde, welcher wiederum an eine Konsole
prallte, sich aber relativ schnell abfing und weiter aus dem Fenster
blickte. Dort konnte man jetzt wahrnehmen, wie der Greifarm, der an der
Scheibe befestigt war, langsam einzogen wurde, ohne sich jedoch von der
Rettungskapsel zu lösen, so dass er diese mit sich zog wie einen Fisch an
der Angel. Kurz darauf kam auch das "Mutterschiff" in das Blickfeld der
beiden Insassen, die
gebannt aus dem Fenster starrten. Es war nicht viel größer als die Explorer,
aber sehr unförmig für die Augen der an das Design von Starfleetschiffen
gewöhnten Humanoiden. Eine Öffnung war in dem bauchig-runden Hauptkörper zu
sehen, aus der der Greifarm herausragte und zu der sie nun langsam
hingezogen wurden. Melinas Knöchel waren weiß als sie sich an der Lehne
des Sessels vor ihr festklammerte. Aber sie blieb ruhig. Sie war ja nicht
mehr allein, wenigstens hatte sie Xavier bei sich.

Dann verschlang sie das fremde Schiff. Ein weiterer Ruck erfolgte und dann
vermutlich Stillstand. Bevor Xavier oder Melina sich neu orientieren
konnten, erfasste sie ein wohlbekanntes Kribbeln am ganzen Körper wie es für
gewöhnlich mit Transportvorgängen einherging. Weniger als einen Augenblick
später fühlten sie wieder festen Boden unter den Füßen und schauten auf eine
mit mildem grünem Licht beleuchtete Umgebung. "Abgefahren!" entfuhr es
Melina bei dem Anblick.

Die beiden standen auf einer kleinen metallischen Plattform inmitten eines
Hohlraums, der so groß schien wie das gesamte Schiff. Um sie herum, anstelle
etwa von Brücken, Gängen, Leitern oder ähnlichem, wie es Humanoiden bei
ihrer
Fortbewegung innerhalb von Raumschiffen benutzten, spannten sich riesige
Netze im ganzen Raum, waagerecht, senkrecht, und scheinbar vollkommen
durcheinander. Die Spinnenwesen kletterten darin herum und hatten mit ihren
acht Beinen keinerlei Probleme, auf den dünnen Fäden zu
balancieren und sich von einer Ebene zur nächsten zu hangeln. Ein
gigantisches Spinnennetz sozusagen. Es war beängstigend und zugleich
faszinierend.

//Was wollen die von uns?// fragte sich Melina, sprach die Frage aber nicht
laut aus, da sie wusste, dass auch Xavier darauf keine Antwort haben konnte.

Zunächst schien keines der Aliens die beiden Gäste oder Gefangenen zu
beachten. Doch dann löste sich aus einem Netz schräg über ihnen auf einmal
eines der Wesen und ließ sich langsam ein einem Faden zu ihnen herab. Wie
konnte
so ein dünner Faden so einen schweren Körper nur tragen? Xavier trat
unwillkürlich einen halben Schritt vor, um sich schützend vor Melina zu
stellen. Das Wesen berührte mit seinen Füßen nicht die Plattform auf der sie
standen, sondern schwebte weiter vor ihnen im freien Raum. Melinas
Herzschlag
beschleunigte sich. Was wenn die sie einspinnen und hier als nette
Futterpakete aufbewahren wollten so wie man das aus Gruselgeschichten
kannte? Das Wesen starrte sie an und Xavier starrte zurück. "Gebt das
Mädchen frei!" bat er endlich, obwohl er sich sicher war, dass ihn keiner
hier verstehen würde außer Melina selbst.

Wie erwartet kam keine Reaktion. Melina hatte sich inzwischen weiter
umgesehen. Die fremdartigen Gerüche und Geräusche verwirrten ihre Sinne und
als sie vorsichtig über den Rand der kleinen Plattform lugte, schwindelte
ihr fast bei dem Anblick des Abgrunds, der sich unter ihnen auftat. Doch
entdeckten ihre Augen weiter unten etwas interessantes. Sie zupfte leicht an
Xaviers Uniformärmel und deutete nach schräg unten. Der Bajoraner folgte
ihrem Blick, da das Spinnenwesen noch immer keine Regung zeigte. Dort unten
schwebte ihre Rettungskapsel, aufgespannt zwischen zwei Netzen, die an den
Schiffsinnenwänden verankert waren. Die Spinnenwesen krabbelten darauf herum
und wohl auch in das Innere.
"Oh nein, sie nehmen unser Schiff auseinander! Wie sollen wir denn jetzt je
wieder heimkommen?" fragte Melina entsetzt.

Xavier hingegen war sich nicht sicher, ob dass, was die Wesen taten,
wirklich
als Demontage zu werten war. Er fühlte sich verpflichtet, Melina etwas Mut
zuzusprechen, auch wenn er selbst nur von geringem Optimismus erfüllt war.
"Vielleicht untersuchen sie es auch nur. Warten wir ab, was sie vorhaben."
Natürlich widerstrebte ihm die Situation enorm. Abwarten und zusehen - das
entsprach nicht seiner Natur und seinem urpsrünglichen Plan. Aber was konnte
man tun? Er ließ seine Augen durch den Raum streifen. Sie waren hier
vollkommen abgeschottet und er hatte nicht einmal seinen Phaser mehr bei
sich. Der muste bei dem Transportvorgang irgendwie entfernt worden sein.
Noch einmal betrachtete er sich das Spinnenwesen genauer, das als
"Aufpasser" für sie abgestellt worden schien.

"Moment mal, du bist doch mein Kumpel", begann er wieder mit ihm zu
sprechen. "Wir saßen doch zusammen in dieser Rettungskapsel, bevor deine
Freunde kamen."

"Bist du sicher?" fragte Melina, für die alle Spinnenwesen irgendwie gleich
aussahen.

"Ja, ziemlich. Siehst du die nackte Stelle dort am Bein? Da hat mein
Phaserstrahl es getroffen und wohl die Haare weggeschmort."

"Du hättest nicht auf sie schießen sollen", tadelte Melina.


Ort: Gänge Explorer
Zeit: MD 7.0320

Bruder Daniel war auf dem Weg zu dem kleinen Lagerraum, in dem Otto und
Petra das behelfsmäßige Notrationslager aufgeschlagen hatten. Er wollte
einiges an Verpflegung für die Patienten abholen, die sich nicht selbst
hierher begeben konnten. Gerade passierte er den Gang von Deck 8, da fiel
ihm weiter vorne eine zusammengesunkene Gestalt auf, die mit dem Rücken
gegen die Wand gelehnt da hockte, einige Zentimeter über dem Boden
schwebend, den Kopf in die Hände gestützt, so dass man das Gesicht nicht
sehen konnte. Um ihren Kopf herum schwebten dunkle Locken. Der Mönch stieß
sich von seinem Standpunkt aus ab und driftete langsam in die Richtung der
einsamen Gestalt. Bei der Person angekommen, hielt er inne, indem er sich,
noch immer etwas unbeholfen, an der Wand abfing. Die Frau hob den Kopf aus
ihren Händen und schaute ihn von unten herauf an. Ihr Gesicht war kalkweiß
und schien nur aus den dunklen
Augen zu bestehen, die sich davon stark abhoben und noch größer erschienen
als sonst, weil sie von ebenso dunklen Augenringen umrandet waren. Fast eine
gespenstische Erscheinung.

"Kann i etwas für Sie tun, Shada?" fragte Bruder Daniel.

Stumm schüttelte die Angesprochene den Kopf und wollte wieder in ihre
Verzweiflung versinken, doch der Mönch richtete sich jetzt neben ihr ein,
indem er sich etwas an der Wand herabzog und die Beine anwinkelte so weit er
konnte, um mehr auf ihrer Augenhöhe zu sein.

"Was haben's denn?"

Das Mitgefühl in seiner Stimme ließ Shadas Lippen zittern. Doch sie
schluckte und brachte eine Antwort zustande.
"Ich kann Melina nicht finden. Sie ist einfach verschwunden. Ich habe schon
überall gesucht. Mittlerweile sind zwei Stunden vergangen. Zwei Stunden! Sie
wäre doch sicher in der Zwischenzeit zurückgekehrt, wenn..." Sie konnte
nicht
weitersprechen, weil sie das Gefühl hatte, eine eiserne Klammer hätte sich
um ihr Herz gelegt und würde dieses zusammenpressen, so dass sie beinahe
keine Luft mehr bekam.

Bruder Daniel erfasste sanft eine Hand der Ethnologin in beiden seiner Hände
und sagte zunächst nichts. Shada nahm die Berührung durchaus als beruhigend
wahr, aber es kostete sie große Mühe, nicht zusammenzubrechen. Deshalb
war sie hierhergekommen, nachdem ihre Suche erfolglos verlaufen war und auch
kein anderer Melina gesichtet hatte - um niemandem zur Last zu fallen und
mit ihrem Elend allein zu sein. Sie fühlte sich unendlich
hilflos und schwach. Nichts konnte sie tun, rein gar nichts. Nicht für Tom,
nicht für die Explorer, nicht einmal für ihre Tochter. Fast hasste sie sich
selbst dafür.

"Was... was kann ihr nur zugestoßen sein.?", formulierte sie die Frage, die
sich immer wieder selbst stellte.

Der Mönch presste noch immer sanft ihre Hand.
"Fragen Sie nit mit Ihrem Verstand. Fragen Sie mit Ihrem Herzen", sagte er
nun und führte ihre Hand in Richtung ihres Herzens.

"Was...?" fragte Shada abgelenkt und noch immer in ihrem Kummer verfangen.

"Horchen Sie in sich hinein", riet Daniel ihr.

Endlich verstand Shada. In der Hektik und Sorge der letzten Stunden war sie
von einem Ort zum anderen gehetzt, ständig auf der Suche, und hatte sich
dabei keinen Moment Zeit genommen sich darauf zu besinnen, dass sie ihre
Tochter doch eigentlich spüren konnte, wenn sie wollte, und sollte auch eine
noch so große Entfernung sie trennen. Diese Verbindung, bedingt durch ihre
halbbetazoidische Herkunft und die Tatsache, dass sie Mutter war, war halb
zugeschüttet worden in all der
Verwirrung und Angst, die sie empfand, doch jetzt schloss sie die Augen und
versuchte, die Trümmer ein wenig beiseite zu räumen - so wie es auch die
Crewmitglieder auf der Explorer tun mussten.

Bruder Daniel wartete stumm, bis Shada schließlich wieder die Augen öffnete.
Sie strahlten jetzt in einem etwas anderen Schein und ein Hauch der
Erleichterung entwich zwischen ihren Lippen und trug die Worte "Sie lebt!"
mit sich.

Sie spürte es jetzt wieder, Melina war am Leben. Die Verbindung war noch
intakt. Doch wo ihre Tochter war, das konnte sie so leider auch nicht
feststellen. Dennoch hatte sich die Klammer um ihr Herz ein wenig gelockert
und ließ
ihr wieder Luft zum Atmen und freieren Denken. Hatte sie wirklich schon
überall nachgeschaut? Shada machte Anstalten, sich zu erheben und so ließ
Bruder Daniel ihre Hand los und zog sich ebenfalls empor. Sie nickte ihm
dankend zu, er hatte ihr mit diesen wenigen Worten mehr geholfen als manch
ein Psychologe es vielleicht mit einem ganzen Vortrag geschafft hätte. Der
Mönch lächelte und schickte im Stillen ein Dankesgebet an seinen Gott, der
ihm wieder einmal den richtigen Weg aufgezeigt hatte, um Hilfe zu leisten wo
es ihm möglich war.


Ort: Krankenstation
Zeit: MD 7.0410

[Achtung Achtung], knackte es aus dem Wandlautsprecher. [Halten Sie sich
bereit! In einer Minute wird damit begonnen, die künstliche Schwerkraft in
dieser Sektion langsam wiederherzustellen. Sorgen Sie dafür, dass niemand
sich unterhalb von großen, schweren Objekten befindet und halten Sie sich
nahe am Boden!] Das statische Zischen und Krächzen verklang. Die Qualität
der Kommunikationsverbindung war eben noch immer provisorisch. Aber immerhin
funktionierte sie. Das war ein erster Schritt, der zu Hoffnung veranlassen
konnte. Und der zweite sollte nun folgen.

T'Lia blickte durch das Sichtfenster im Büro der Chefärztin auf die davor
liegende Krankenstation, die in sanfte, aber stetige Notbeleuchtung getaucht
war. Sie hatte den Pflegern geholfen, alle Patienten sicher auf ihren Liegen
festzuschnallen und alles, was noch lose umherflog, einzusammeln, so dass
keinem Gefahr drohte, erschlagen zu werden. Hier im Büro selbst flogen noch
einige Padds und kleinere Gegenstände durch die Gegend, doch T'Lia hatte
keine Bedenken, dass sie sie verletzen würden. Wenn die CING ihre Arbeit gut
machte, geschah es sowieso so langsam, dass sich alles nur sanft zu Boden
absetzen würde. T'Lia hatte den Container mit dem toten Spinnenwesen
mitgenommen. Wenn sie einmal auf der Krankenstation war, konnte sie
vielleicht auch einige der hier vorhandenen Instrumente für eine genauere
Untersuchung nutzen.

Die Vulkanierin zog sich zu dem im Boden verankerten Schreibtischstuhl und
setzte sich darauf, indem sie sich mit den Armen seitlich an der Sitzfläche
festhielt. Hier konnte sie in Ruhe abwarten, bis wieder normale
Schwerkraftbedingungen herrschten. Irgendwann spürte sie, dass ihr Körper
immer stärker auf den Stuhl gedrückt wurde, und sie sah wie die anderen
Objekte langsam zu Boden sanken. Fast hatte sie das Gefühl, die Ingenieure
meinten es zu gut mit der Einstellung der künstlichen Gravitation, weil sie
sich so schwer fühlte als würde mindestens das Doppelte der üblichen
Schwerkraft herrschen, doch das lag sicher nur daran, dass sie sich jetzt so
lange an die Schwerelosigkeit gewöhnt hatte.

Als der ganze Prozess abgeschlossen war - erfolgreich wie man sehen konnte -
wandte sich T'Lia dem Behälter zu und öffnete ihn. Das Wesen lag darin auf
dem Rücken, die acht Beine waren eingekrümmt wie die Finger einer
arthritischen Hand. Es sah eindeutig tot aus. Die Wissenschaftlerin strich
über eines der haarigen Beine. Auf einmal zuckte das Bein ganz leicht. Auch
T'Lia zuckte vor Schreck zurück. Aber dann gewann sie wieder professionellen
Abstand. Vermutlich nur eine reine Reflexreaktion. Schnell suchte sie nach
einem medizinischen Tricorder - wie ungewohnt es doch war, auf einmal wieder
zur laufen, fast wäre sie über ihre eigenen Füße gestolpert - und ließ den
Sensor über das Wesen gleiten. Wegen der Andersartigkeit des Aliens war es
nicht leicht, die Daten, die über den Bildschirm liefen, zu interpretieren,
aber die Anzeigen veränderten sich ständig. Das sollte bei einem Toten nicht
der Fall sein. Noch einmal schaute sie in den Behälter und traute ihren
Augen kaum. Auf der Unterseite des Leibes schien etwas rhythmisch zu
pulsieren, als hätte das Kreislaufssystem wieder seine Pumpe in Gang
gesetzt. Auch nur eine verspätete Reaktion auf einen mechanischen Reiz oder
lebte es tatsächlich noch... oder wieder?

Dann versuchte T'Lia etwas, das wegen der Fremdartigkeit des Wesens von
vornherein wenig Aussicht auf Erfolg haben konnte. Andererseits - hatte
nicht Botschafter Spock einmal sogar mit lebenden Felsen kommuniziert, Wesen
auf Siliziumbasis, die andersartiger wohl kaum sein konnten? Damals bei der
ersten Kontaktaufnahme der Menschen mit den Horta, wie sie in einer
Biographie über den Botschafter gelesen
hatte, den sie bewunderte. Vielleicht war ihr Vorhaben gar nicht so abwegig.
Sie senkte ihre Hand in den Container, fühlte den haarig-weichen Leib des
Wesens unter ihren Fingerkuppen, der warm pulsierte und öffnete ihren Geist.

</RPG>

<SUM>
-MD 7.0115: Tarak kommt mit Bruder Daniel in den Maschinenraum und man
diskutiert über die Ursache des Bisses.
-MD 7.0120: Die Rettungskapsel mit Melina und Xavier wird in das Innere des
Raumschiffs der Spinnenwesen gezogen, wohin auch die beiden Insassen
transportiert werden.
-MD 7.0320: Bruder Daniel hilft Shada aus ihrer verzweifelten Untätigkeit
heraus.
-MD 7.0410: Die Schwerkraft wird wiederhergestellt, während sich T'Lia in
der Krankenstation befindet. Sie will das tote Spinnenwesen untersuchen und
stellt fest, dass es wieder Regungen zeigt. Vielleicht gelingt eine
Kontaktaufnahme.
</SUM>

submitted by
Anja B.
aka
Lt. T'Lia, WIS
Shada und Melina Owens, ZIV
USS Explorer
SD 171231.1430




Sam 31. Dez 2011 13:48

anja_bauerme...
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<NRPG> Hallo Explorers, ich wünsche allen einen guten Rutsch und ein gesundes und glückliches neues Jahr! Dieses RPG war eine schwere Geburt, ich habe schon...
Anja
anja_bauerme... Offline Mail senden
31. Dez 2011
13:49
Erweitert

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