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Ort: Krankenstation
Zeit: MD 7.0100
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Kellai Sira strich sich zum wiederholten Male seinen Ohrring zur Seite.
Als Bajoraner trug er stets das typische Ohrgehänge - aber der Pfleger
hätte sich nicht träumen lassen, dass es in der Schwerelosigkeit so
nervtötend sein würde. Es hing nicht wie es sollte einfach herunter,
sondern klimperte in alle Richtungen. Manchmal verfing es sich sogar in
Siras etwas längeren braunen Haaren.
// Ganz ruhig //, dachte er sich zum x-ten Mal, // einfach die Arbeit
machen. // Aber auch das war leichter gesagt als getan. Wie so gut wie
überall auf dem Schiff funktionierten auch hier auf der Krankenstation
die Schwerkraft nicht und der Strom nur sehr eingegrenzt. Wenigstens
wurde es mittlerweile wieder wärmer.
Es befanden sich so gut wie nur Schwerverletzte auf der Station. Die
meisten leichtverletzten Crewmitglieder waren zurück auf ihren Posten
oder in ihre Quartiere geschickt worden, je nach Schweregrad ihrer
Verletzung. Die einzige Ausnahme war dieser neue TAK, ein
Halbcardassianer zudem, der es irgendwie geschafft hatte, sich auf einem
Raumschiff einen Tierbiss zuzuziehen. Und nicht nur das - einen
Tierbiss, der nicht heilen wollte.
"Mittlerweile sollten Sie sich wirklich wieder bewegen können",
verkündete Sira kompromisslos. Sein Patient, der angeschnallt über einer
Bioliege schwebte, funkelte ihn an. "Ach so, gut, dass Sie es mir gesagt
haben, dann gehe ich wohl mal."
Sira schüttelte den Kopf und scannte Jasons Bein noch einmal. "Das
lähmende Mittel, das wir Ihnen gegeben haben, ist mittlerweile völlig
abgebaut. Sie sollten das Bein wirklich wieder bewegen können." Jason
schüttelte nur den Kopf. "Gibt es hier denn keinen Arzt? Ich brauche
einen Arzt!" rief er lauter.
"Dr. KaraQ, unsere CM, ist verscholen", sagte Sira, ebenfalls zum
wiederholten Male. Sein Ohrring klirrte bei dem Kopfschütteln des
Bajoraners direkt neben seinem Gehörgang. // Tief durchatmen! //
"Und das MHN braucht Strom zum Funktionieren." "Das weiß ich doch
selbst!" Der Halbcardassianer schien mittlerweile wirklich die Ruhe zu
verlieren - etwas, was Sira gut nachvollziehen konnte, wenn er ehrlich wäre.
"Wos is denn hia los?" fragte in dem Moment eine Stimme von hinter dem
Bajoraner, und er zuckte verblüfft zusammen, drehte sich dann aber
erleichtert zu dem Neuankömmling um. "Bruder Daniel", lächelte der
Pfleger den dicken Mann an. Der Seelsorger sah in der Schwerelosigkeit
sehr seltsam aus. Seine Kutte schwebte hochgezogen um seinen massigen
Körper, der unterste Saum etwa auf Kniehöhe, so dass behaarte Beine zum
Vorschein kamen. Sein Gesichtsausdruck aber war wie immer - ruhig,
freundlich, und extrem hilfsbereit. Selten war Sira so froh gewesen,
jemanden zu sehen.
Er begann, die Situation zu erläuntern, wurde dann aber von Jason
unterbrochen. "Sind Sie Arzt?" Der Bruder schüttelte den Kopf. "Nein,
Sohn. I kenna mi oierdings mit Kräutern aus. Sie braan dringend oan Tee.
Mr. Kellai, würdn Sie oan Tee aus dem Katzenkraut braun? Es is
beschriftet." Er deutete auf seinen Kräutergarten, und Sira nickte nur,
erleichtert, dass er einen Moment Ruhe vor dem TAK haben würde.
Jason währenddessen betrachtete das ganze besorgt. Die Lähmung hatte
tatsächlich nachgelassen, aber nicht in seiner Wade, wo die Verletzung
lokalisiert war. Und anstelle eines Arztes war jetzt diese seltsame
Person aufgetaucht, die ihn mit Kräutern behandeln wollte.
"I bin Bruda Danil", stellte er sich gerade vor. "Lt. junior grade Jason
Tarak, der neue TAK." Daniel nickte freundlich. "Willkomma an Boad. Sie
hobn si ja oan schlechtn Zeitpunkt ausgesucht. Aber erst oinma: Wo
druggt es Ihna?" "Bitte?" Jason verstand kein Wort.
"Was is as Problem?" fragte Bruder Daniel langsam. Jason erzählte kurz,
und Daniel nickte. "Darf i?" Er schob vorsichtig die Uniform hoch und
blickte sich Jasons Wade an. "As war koa venexianische Schleimmull. Da
Rand da Wunde wäre vui zackiga. So etwas hob i noch nie gsehn."
Jason kniff die Augen zusammen. Er verstand nur jedes zweite Wort von
dem, was der seltsame Mann da redete. Kein venexianisches Schleimmull?
"Was soll es denn sonst gewesen sein?"
Der Pfleger brachte den Tee in einer Schnabeltasse und reichte ihn
Daniel, der ihn weiter an Jason gab. Aus der kleinen Öffnung dampfte es
verführerisch. Für Menschen wäre das Getränk wohl noch etwas zu heiß
gewesen, aber als Halb-Cadassianer war der TAK recht hitzeunempfindlich.
Er trank einige Schlucke, wobei er in der Schwerelosigkeit höllisch
aufpassen musste, dass er sich nicht verschluckte. Das warme Gebräu
fühlte sich sehr gut in seinem Magen an, das musste er zugeben.
Daniel beratschlagte sich in der Zwischenzeit mit dem Pfleger, wandte
sich dann wieder an Jason. Komma Sie mit." Er begann, die Schnüre zu
lösen, die den TAK an die Bioliege banden. "Wohin?" Jason reichte die
leere Tasse dem Pfleger und richtete sich vorsichtig auf.
"In den Maschinenraum. Mia müssn den Rest da Crew warna und findn, was
Sie gstochn hod."
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<SUM>
-MD 7.0100: Jason kann trotz der Bahandlung sein Bein nicht bewegen.
Bruder Daniel will mit ihm in den Maschinenraum gehen und die anderen
warnen und außerdem das Tier suchen, das den TAK gestochen hat.
</SUM>
submitted by
Mierk Schwabe
aka
LtCmdr. Dejah Tacra, EO/CWI USS Explorer
SD 171203.0035
--
Mierk Anne Schwabe
aka
LtCmdr. Dejah Tacra, EO/CWI USS Explorer
Lt.(jg) Salia, sCWI USS Explorer