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Antworten Beitrag #5557 von 5576 |
<RPG>
Ort: Maschinenraum
Zeit: MD 7.0055

So schnell es ihnen irgend möglich gewesen war, waren T'Lia und Salia in den
Maschinenraum zurückgekehrt. Ihr Weg hatte sie durch verlassene, in
Dunkelheit liegende Gänge und Schächte geführt. Es hatte sich nichts
verändert, die Schwerkraft war noch immer ausgefallen. Umso erstaunlicher
schien das den Frauen jetzt, als sie daran zurückdachten, wie gerade der
gesamte Gang vor dem Quartier T'Lias in hellem Licht gelegen hatte und
Kraftfelder sich aufgebaut hatten. Die beiden betraten das momentane
Kommandozentrum. K'Traz war ebenfalls anwesend. Finja besprach mit ihm die
letzten Ereignisse, die sie von hier aus hatten mitverfolgen können.

"Die Rettungskapsel hat sich also losgesprengt, mit zwei Biosignaturen an
Bord," berichtete sie eben, als sich auch Salia und T'Lia hinzu gesellten.
"Wir haben nicht feststellen können, wer das war."

Die beiden hinzugekommenen Frauen wechselten einen Blick. Dann übernahm
T'Lia das Wort.
"Ich habe eine Vermutung."

K'Traz und Finja sahen sie erwartungsvoll an. T'Lia berichtete kurz und ohne
viele Worte zu machen, was auf den oberen Decks vor sich gegangen war.
"Ich gehe davon aus, dass es Xa-... Lt. Chimbar und sein Gefangener sind,
die sich mit der Rettungskapsel von der Explorer gelöst haben. Der OPS hatte
vor, die Aufmerksamkeit der Spinnenwesen von uns und dem Schiff abzuziehen."
T'Lia sprach objektiv und ohne sich ihre Gefühle anmerken zu lassen, die
zwischen Verärgerung über den Alleingang des OPS und Sorge über seine
Sicherheit schwankten.

"Nun, weit wird er nicht kommen", meinte Finja. "Die Notkapseln sind stark
beschädigt." Sie bemerkte das leichte Zusammenzucken der Vulkanierin nicht.
"Was mir Bauchschmerzen bereitet ist, wieviel Kontrolle diese Wesen offenbar
über die Explorer haben."

K'Traz stimmte ihr zu. "Wenn sie die Fähigkeit haben, eine ganze Sektion
wieder vollständig mit Energie zu versorgen, so könnten sie vielleicht
bereits jetzt das gesamte Schiff wieder funktionstüchtig machen. Aber sie
tun es nicht. Warum? Sie müssen noch eine eigene Agenda haben." Damit
unterstrich der Caitaner unbewusst eher die Denkweise des OPS.

"Was können wir tun?" ließ Salia ihr Padd für sich sprechen.

"Wegen der Rettungskapsel erst mal gar nichts", sagte Finja. "Der OPS hat
sich selbst in diese Lage hinein manövriert. Wir haben keinen Traktorstrahl
oder sonst etwas, um ihn wieder an Bord zu ziehen. Wegen der
Spinnenwesen..." Sie zuckte mit den Schultern.

"Entschuldigen Sie bitte", schallte da auf einmal eine vorsichtige Stimme
dazwischen. Die vier Offiziere wandten sich um und sahen die kleine
Ethnologin, die sich an einer Konsole in der Nähe festhielt.
"Ich wollte Sie nicht unterbrechen, aber... Hat jemand Melina gesehen?"

Finja dachte kurz nach, schüttelte dann den Kopf. Shadas Augen wurden noch
dunkler; die Sorge, und vielleicht auch die Verärgerung darüber, dass Melina
ihr nicht gehorcht hatte, schienen daraus hervor. Sie hatte bereits mit
allen Technikern gesprochen und sie nach ihrer Tochter gefragt. Keiner
wollte etwas von ihr gesehen haben. Sie waren alle in ihre Arbeit vertieft
gewesen. Shada wandte sich ab.
"Dann werde ich sie suchen gehen."


Ort: Rettungskapsel
Zeit: MD 7.0100

So finster, wie die Besprechenden im Maschinenraum sich das ausmalten, war
die Lage in der Rettungskapsel mittlerweile gar nicht mehr. Allerdings war
das weniger Xaviers Verdienst als das seines ehemaligen Gefangenen. Dieser
hatte inzwischen seine Werkelei in den Systemen der Kapsel abgeschlossen und
saß ruhig, aber - so deutete es Xavier wenigstens - mit unverminderter
Aufmerksamkeit und Misstrauen, in einer Ecke. Xavier, der sich davon
überzeugt hatte, dass die Atemluft zumindest für die nächsten Stunden
reichen würde, konnte sich nun darüber Gedanken machen, was weiter werden
sollte.

Er hoffte, dass sein Plan aufgegangen war und er T'Lia außer Gefahr gebracht
hatte. Er hatte zwar bemerkt, wie einige der Wesen ihm gefolgt waren, aber
das war ja kein Garant dafür, dass nicht einige sich doch noch die beiden
Frauen im Quartier vorgenommen hatten. Langsam kam ihm die Misslichkeit
seiner Lage zu vollem Bewusstsein. Selbst wenn er nun für wenige Stunden
eine funktionsfähige Lebenserhaltung hatte, was sollte danach werden? Er
konnte das Gefährt nicht steuern. Er konnte auch nicht mit der Explorer
kommunizieren. Dennoch, er bereute seine Entscheidung nicht.

Xaviers Blick richtete sich auf das in der Ecke kauernde Geschöpf mit den
langen Beinen und großen Augen, die beide an der Zahl mehr waren, als es ihm
als Humanoiden genehm war. Die Andersartigkeit des Wesens ließ es nicht zu,
dass er in seinen Augen etwa dessen Gefühle oder Gedanken lesen konnte.
"Tja, wenn sich nichts weiter ereignet, werden wir beide wohl zusammen
zugrunde gehen", sagte er mit leisem Wehmut und gleichzeitiger Bitterkeit in
der Stimme.

Das Wesen schien darauf anzusprechen. Es knipste mit seinen Mundwerkzeugen
und ploppte ein paar Mal.
"Was? Was willst du mir sagen?" fragte Xavier, redete dabei aber mehr zu
sich selbst, in dem Wissen, dass das Wesen ihn wohl genausowenig verstehen
konnte wie er es.

Plötzlich schien ein Ruck durch die kleine Kapsel zu gehen. Xavier wurde
gegen eine Konsole geschleudert, das Spinnenwesen mit seinen "Magnet"-füßen
blieb jedoch fest an seinem Platz hocken. "Verdammt", entfuhr es Xavier, als
er aus dem kleinen Fenster schaute. Eine Art Greifarm hatte sich darauf
verankert und das Rettungsschiff vermutlich in seiner Beweung gestoppt. Der
Bajoraner versuchte mit seinen Augen dem Arm zu folgen, um dessen Ursprung
zu erkunden, aber das, woran er vermutlich befestigt war, lag außerhalb
seines Gesichtskreises.
"Sieht so aus, als wären deine Freunde gekommen", sagte er an seinen
Gefährten gewandt.

Dann materialisierten zwei Gestalten unter einem grünen Funkeln im hinteren
Teil der Mini-Kapsel. Xaviers Hand bewegte sich an den Griff seines Phasers,
ohne ihn noch zu ziehen. Er war zu verblüfft. Was er sah war, wie erwartet,
eines der Spinnenwesen. Es wirkte größer als das, was er sich eingefangen
hatte, und hatte eine leicht unterschiedliche Zeichnung auf dem Rücken. Doch
sein Aufsehen erregte vor allem die Gestalt daneben. Wie eine Mumie in
silberweiße Fäden gewickelt, blieben nur Füße und Kopf dem Blick nicht
verschleiert. Aus ihren klebrigen Fesseln schaute Melina ihn kläglich an.
Xavier wurde sich mit einem Schlag darüber klar, was das hier darstellen
sollte. Ein Gefangenenaustausch.

Die Wesen hatten offenbar erwartet, auch Xaviers Gefangenen in Fesseln zu
finden. Doch da dieser sich frei bewegen konnte, huschte er schnurstracks
auf seinen Speziesgefährten zu. Bevor Xavier noch etwas tun oder sagen
konnte, hatten sich die beiden schon wieder im giftgrünen Flimmern aufgelöst
und nur Melina zurückgelassen. Xavier sprang zu ihr heran und packte ihre
Schultern.
"Geht's dir gut?" fragte er sie eindringlich, denn ihre Augen hatten einen
eigentümlich starren Ausdruck angenommen. Er schüttelte sie einmal sanft,
noch einmal etwas kräftiger. Endlich schien ein Ruck durch ihren schmalen
Körper zu laufen und ihre großen Augen bewegten sich, suchten den Raum um
sie herum ab und verweilten schließlich fragend auf dem Bajoraner.

"Alles in Ordnung", sagte dieser mit möglichst beruhigender Stimme. "Wir
sind in einer Rettungskapsel. Was ist geschehen?" Er begann damit, sie
vorsichtig aus ihrer Fesselung herauszuschneiden, während er dies fragte.

"Beeil dich, ich ... kann so schwer atmen ...hier drin", keuchte das
Mädchen. Die silbernen Fäden klebten und ließen sich schwer abstreifen, aber
endlich war es doch geschafft und Melinas Knie gaben nach. Xavier fing sie
geistesgegenwärtig auf, setzte sie auf eine der Bänke, welche die Seiten der
Notkapsel umrahmten und kniete sich vor ihr hin. Vielleicht konnte sie ihm
jetzt Auskunft geben.
"Ich weiß es nicht", sagte Melina auf seine erneute Frage, was geschehen
sei.
"Ich wollte nur zur Shuttlebucht und noch einmal zur Beltane gehen..."

"Allein?"

"Ja." Schuldbewusst senkte sie die Augen. "Da griff es mich auf einmal von
der Seite an und dann habe ich nichts mehr gehört und gesehen. Ich weiß
nicht, was sie mit mir gemacht haben. Und ich dachte, sie wollten uns nichts
tun..."

"Sie haben dich auf ihr Schiff verfrachtet, mit dem sie dann mich in der
Rettungskapsel verfolgt haben." Xavier schluckte etwas Bitteres herunter. Er
dachte daran, dass es vielleicht sein Verschulden gewesen war, dass Melina
dies zugestoßen war. Was auch immer tat, wo auch immer er sich aufhielt,
stets kamen die Personen in Gefahr, die er am meisten beschützen wollte.
Dies war für ihn nur eine weitere Bestätigung der schon seit langem im
Verborgenen gehegten und aus Selbthass gespeisten Vermutung. Er war wie ein
Magnet, der Unheil für seine Freunde anzog, für alle, die ihm etwas
bedeuteten, mehr bedeuteten, als er sich selbst.

Melina beobachtete die Veränderung, die ihn seinem Gesicht vorgegangen war,
während er diese Gedanken dachte. Sie nahm eine seiner Hände in die ihre mit
einer Geste des Vertrauens, die Xaviers Herz einen neuerlichen Stich
versetzte. Würde sie ihn nicht hassen, wenn sie alles von ihm wüsste?
"Was tun wir jetzt? Fliegen wir zurück zur Explorer?"

Xavier erhob sich. Jetzt musste er dem Mädchen sagen, dass es keine
Möglichkeit gab, die Kapsel zu steuern und dass sie nur noch wenige Stunden
Atemluft hatten. Er musste es, und konnte es doch nicht über sich bringen.
Sein Blick wanderte zum Sichtfenster und er stutzte. Der Greifarm des
fremden Schiffes war noch immer dort verankert, mit klebrigen Fäden hielt er
das kleine Schiff in seiner Gewalt. Xavier runzelte die Stirn und begab sich
noch einmal zum Fenster, um hinauszusehen. Melina trat neben ihn und fragte.
"Was ist?"
</RPG>

<SUM>
-MD 7.0055: T'Lia und Salia kommen zum Maschinenraum zurück und besprechen
mit Finja und K'Traz die Lage. Shada fragt, ob einer von ihnen Melina
gesehen hätte.
-MD 7.0100: Xaviers Rettungskapsel wird auf einmal von einem Greifarm
angehalten. Ein Spinnenwesen materialisiert an Bord, nimmt seinen Gefangenen
mit und lässt stattdessen die gefesselte Melina da. Xavier weiß nicht, wie
sie wieder zur Explorer zurückkommen sollen, da bemerkt er, dass sie immer
noch von dem fremden Schiff festgehalten werden.
</SUM>

submitted by
Anja B.
aka
Lt. T'Lia, WIS
Shada und Melina Owens, ZIV
USS Explorer
SD 171127.1530




Son 27. Nov 2011 14:25

anja_bauerme...
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Beitrag #5557 von 5576 |
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<RPG> Ort: Maschinenraum Zeit: MD 7.0055 So schnell es ihnen irgend möglich gewesen war, waren T'Lia und Salia in den Maschinenraum zurückgekehrt. Ihr Weg...
Anja
anja_bauerme... Offline Mail senden
27. Nov 2011
14:26
Erweitert

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