<RPG>
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Ort: Quelliks Quartier
Zeit: MD 6.1830 (wenige Minuten vor der Katastophe
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Quellik schwebte in seinem Quartier in der Mitte des Pools aus Wasser.
Der Botschafter hatte die Augen geschlossen, ließ sich frei treiben.
Seine Tentakel hingen entspannt an seinen Seiten. Aus einem Gerät am
Boden des Quartiers drangen sanft Geräusche, die ihn an seine Heimatwelt
erinnerten. Der Gesang der Lkapff, der auf seinem Heimatplaneten
kilometerweit durch das Meer drang und ihn Quellik an seine Kindheit
erinnerte, in der er mit seinen vielen Geschwistern häufig Expeditionen
unternommen hatten, um die besten Sänger zu finden. Das Licht in seinem
Quartier hatte er ausgestellt, er wollte versuchen, Ruhe zu finden.
Jetzt versucht der Botschafter, sich zu entspannen. Immer wieder jedoch
kamen ihm seine Gefühle in den Kopf, als plötzlich die Schwerkraft sich
umgedreht hatte und er sich vor Panik an den Hals der jungen
Wissenschaftlerin gekrallt hatte. Ihm wurde vor Scham fast übel. Wie
hatte er sich nur so gehen lassen können? Das war völlig unprofessionell
und hatte Quellik selbst völlig überrascht.
Er war zwar informiert worden, dass es der Wissenschaftlerin den
Umständen entsprechend gut ging, und dass sie keine bleibenden Schäden
davontragen würde. Trotzdem war sein Verhalten absolut unangemessen
gewesen, das war ihm klar.
Wieder verspürte er den Impuls, eine Abwehrhaltung einzunehmen, und
wieder zwang sich der Botschafter, sich zu entspannen und alle Tentakel
weit von dem Körper zu strecken. Gerade in dem Moment, als er alle
Tentakel ausgerollt hatte, wurde er plötzlich mitsamt dem Wasser im Pool
an eine Seite des Raums geschleudert. Das viele Wasser bremste seinen
Aufprall ab, und er landete nur ein wenig unsanft an der Seite des
Raums, ohne sich zu verletzen. War das eine besonders starke
Gravitationsfluktuation gewesen?
Verwirrt blickte der Botschafter sich um. Irgendetwas war anders als
vorher, aber er wusste nicht ganz, was. Da wurde es ihm klar - das
Brummen des Antriebs, der bis vor wenigen Augenblicken stets gut hörbar
gewesen war, war verstummt. Ebenso alle anderen Geräusche, seine
Ambient-Musik von zu Hause und das sanfte Blubbern des Wasser-Erneueres,
der neuen Sauerstoff in das Wasser pumpte und Verunreinigungen entfernte.
Das war erst einmal nicht weiter schlimm, der Sauerstoff im Wasser
reichte für mehrere Stunden. Allerdings wäre ein schiffsweiter
Stromausfall durchaus bedenklich. Quellik zwang sich ruhig zu bleiben.
"Computer, Licht", sagte er, doch der Rechner reagierte nicht.
Der Aquarianer und schwamm zum Kommunikationsgerät. Selbst das Schwimmen
fühlte sich anders an, bemerkte er, irgendwie schien das Wasser weniger
kompakt als sonst. Nervös betätigte der Botschafter den Knopf. "Quellik
an Ens. Hal. Ist alles in Ordnung auf dem Schiff?" Eigentlich hätte eine
freundliche LED anzeigen sollen, dass die Verbindung hergestellt war,
aber nichts dergleichen passierte. Nicht einmal ein Rauschen zeigte an,
dass das Gerät angeschaltet war.
In dem Moment wurde Quellik klar, warum das Wasser sich so seltsam
anfühlte: Es war schwerelos! Und er gleich mit. Unter Wasser konnte er
zwar dahingleiten wie in der Schwerelosigkeit, aber trotzdem war das
Gefühl irgendwie ein anderes... Jetzt zog Quellik doch seine Fangarme
heran und rollte sich in ihnen ein. Das war ganz und gar nicht sein Tag!
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nach einer unbestimmten Zeit
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Noch immer schwebte Quellik im Dunkeln und in der Stille. Er wusste
nicht, wieviel Zeit vergangen war, hatte schließlich keinerlei
Möglichkeit, ihren Verlauf irgendwie zu messen. Er spürte keinen Hunger,
also nahm er an, dass es nicht allzuviel Zeit war, die vergangen war.
Allerdings konnte er nicht einschätzen, wie er auf solche
Extremsituationen reagieren würde, vielleicht verspürte er einfach
grundsätzlich bei Anspannung keine Hunger. Seine Reaktion mit der
Wissenschaftlerin hatte ihn schließlich auch überrascht.
Er meinte, ein Geräusch gehört zu haben, deswegen hatte er überhaupt die
Augen geöffnet. Er wusste allerdings, dass das völlige Fehlen von
Sinnesempfindungen wie bei ihm jetzt zu Halluzinationen führen konnte.
Er sah nichts, spürte nichts, hörte kaum etwas... Doch, er spürte etwas,
wurde ihm plötzlich klar - Kälte. Das Wasser um ihn herum wurde deutlich
kälter. Vielleicht lag es daran, dass ihm seltsam im Kopf war, er wusste
nicht mehr, wo oben und wo unten war, ihm war stets leicht schwindelig.
Das konnte allerdings auch daher kommen, dass der Sauerstoffgehalt in
seinem Wasser abfiel, und dass es außerdem weniger dünn wurde.
Für einen Moment wurde der Wissenschaftler in ihm wieder geweckt -
Wissenschaftler war ja seine eigentliche Aufgabe - und er überlegte, wie
er den Sauerstoffgehalt steigern könnte. Dann allerdings wurde ihm klar,
dass jede Bewegung von ihm dazu führen würde, dass das Wasser sich
weiter in der Schwerelosigkeit ausbreite, und dass er außerdem immer
mehr wertvolle Wärme verlieren würde. Also rollte sich Quellik wieder zu
einem Ball zusammen, soweit es sein Außenskelett irgendwie zuließ, und
umschlang sich selbst mit seinen Tentakeln. Er würde hier einfach
abwarten, etwas anderes blieb ihm nicht übrig.
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irgendwann später
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Es kam Quellik vor, als hätte er sein halbes Leben schwebend in der
Dunkelheit verbracht. Ab und zu sah er Lichtblitze hinter seinen
geschlossenen Augen, die er als Halluzinationen oder kosmische Teilchen
interpretierte. Er wusste, wenn die Deflektoren der Explorer ausgefallen
waren, würden sie geradezu vom Sternenwind durchflutet werden. Irgendwie
eine romantische Vorstellung, fand er.
Weniger romantisch war die Vorstellung, die er sich mittlerweile vom
Zustand des restlichen Schiffs machte. Es musste stark zerstört sein,
wenn der ganze Strom und die Gravitation ausgefallen war. Der Schlag,
der Quellik gegen die Wand geschleudert hatte, war im restlichen Schiff
nicht von Wasser abgebremst worden. Vermutlich waren alle anderen
Besatzungsmitglieder tot, und er dank seines Wassertanks der einzige
Überlebende!
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irgendwann später
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Quellik wiegte sich sanft hin und her. Die Lichtblitze, die er noch
immer hinter seinen geschlossenen Liedern sah, formten mittlerweile
ganze Gestalten, Tiere und Pflanzen von seiner Heimatwelt. Ihm war klar,
dass das Halluzinationen waren. Dennoch begrüßte er ihre Gesellschaft.
Mittlerweile war der Aquarianer völlig davon überzeugt, dass alle
anderen Lebewesen an Bord tot waren, dass er völlig allein war. Allein
mit seinen Lichtwesen jedenfalls. "Ihr leistet mir Gesellschaft, nicht
wahr?" Eines der Wesen bildete die Form eines Grapfs, ein etwa 30 cm
großer Fisch, genau wie er es früher als Haustier besessen hatte. "Du
bist ein guter Begleiter", nickte Quellik ihm zu und machte die
aquarianische Geste, die einem Lächeln entspricht.
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irgendwann später
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Quelliks Laune war umgesprungen. Seine Lichtgestalten wurden zunehmend
bedrohlich, und er war mit dem Rücken gegen eine Wand gedrängt, wehrte
imaginäre Angreifer ab. "Was wollt Ihr? Das Schiff ist sowieso schon
tot!" rief er, fuchtelte mit einem seiner Fangarme im Wasser herum.
Wieso er ein Schiff brauchte, war ihm schon längst nicht mehr klar. Er
konnte nichts sehen außer den Lichtwesen. Außerdem konnte er
mittlerweile nicht mehr klar denken, sein Gehirn war vom
Sauerstoffentzug geprägt.
Noch schaffte er es, die Wesen auf Distanz zu halten, aber ein
Lichtwesen, größer als er selbst, mit bedrohlichen Zähnen und riesigen
Fangarmen wagte sich immer näher heran. Es hatte eine giftgrüne Farbe.
"Verschwinde!" rief Quellik.
Gerade schwamm das Wesen so nah heran wie noch nie vorher, als ein
anderes Geräusch durch das Wasser drang. Das Wesen drehte ab, schwamm in
Richtung dieses Geräuschs. Jemand kam! Verstärkung für das Lichtwesen!
"Kran addfgaa asn wef?" hörte Quellik. Irgendjemand sprach, aber in
einer völlig unverständlichen Sprache. Das musste die Verstärkung des
Lichtwesens sein! Sie wollten das Schiff entern und ihn als letzten
Überlebenden auch noch aus dem Weg schaffen!
"Verschwindet! Lasst mich in Ruhe!" "FFassnuds wehj sj. Ajhdf Kkjgh
dfjhsgd kjhsfdk." Eine weibliche Stimme. Irgendwie kam sie ihm bekannt
vor, aber das war sicherlich ein Täuschungsmanöver der Angreifer.
Quellik blickte sich um. Aus Richtung der Angreifer kam Licht, so dass
er wieder Schemen in seinem Quartier erkennen konnte. Er entdeckte einen
Stab, den er auf seiner Welt zum Jagen verwendete und hierher als
Anschauungsmaterial mitgebracht hatte. Kurzentschlossen schwebte er
dorthin, umfasste ihn mit seinen Fangarmen.
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Ort: vor Quelliks Quartier
Zeit: MD 6.2115
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Marya und Dejah befanden sich vor Quelliks Quartier. Hier war alles
voller kleiner Wassertropfen, die fast pittoresk durch die Luft
schwebten und im Schein der Notbeleuchtung glitzerten. Ab und zu trat
ein Schwall aus, der darauf hindeutete, dass der Botschafter sich in
seiner Wasserblase bewegte.
"Wir müssen ihn beruhigen", sagte Dejah und blickte die Cousellor
auffordernd an. Marya lächelte fast etwas ironisch. Wer mit 'wir'
gemeint waren, war ihr anscheinend völlig klar. "Ich fliege vor" nickte
sie, und machte sich auf den Weg zum Einstieg in das Quartier.
Sie öffnete die Tür nur einen Spalt, um nicht mehr Wasser als nötig
heraus zu lassen. "Quellik, hören Sie mich?" Kurz herrschte Stille, dann
kam eine unverständliche Antwort. "Blurrpp! DDash ploopssd fddasd
blularro."
"Ich bin es, Counsellor Hal. Wir wollen Ihnen helfen." Dieses Mal kam
keine Antwort mehr, aber ein Wasserschwall. Marya drehte sich zu Dejah
um, die schräg hinter ihr in der Luft hing. "Ich glaube, er kommt her.
Er scheint aber kein Standard zu sprechen, und der Universaltranslator
funktioniert im Moment nicht."
Dejah wollte gerade etwas antworten, als sich mit einer ungeheuren
Geschwindigkeit mehrere Fangarme aus der Luke schwangen, gefolgt vom
massigen Körper des Aquarianers. Mit einem der Fangarme schwang er einen
etwa einen Meter langen, massiven Stab mit einem spitzen Ende.
"Achtung!" rief die Vulkaniern, versuchte, sich abzustoßen, um den
kommenden Schlag des Botschafters abzuwehren. Allerdings konnte sie nur
mit ihren Beinen eine Wand erreichen, und ihr Versuch, sich mit ihrem
verletzten Bein abzustoßen, scheiterte kläglich und führte statt einer
Bewegung nur dazu, dass ein scharfer Schmerz durch das Bein zuckte.
Marya jedoch reagierte blitzschnell und schaffte es irgendwie, sich aus
dem Weg zu wenden. Der Schlag des Botschafters traf so statt ihres Kopfs
lediglich ihren Rücken. Die junge Cousellor stieß einen Schmerzensschrei
aus, und sämtliche Luft schien aus ihrem Körper zu entweichen.
Quellik währenddessen schien offensichtlich nicht damit gerechnet zu
haben, dass er sich mit mehr im Wasser befand. Er konnte in der Luft
nicht anhalten und nicht schwimmen wie in seinem Element, und so schoss
er durch die Luft und mit einiger Geschwindigkeit gegen die
gegenüberliegende Wand.
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<SUM>
-MD 6.1830: Quellik wird von der Katastrophe überrascht, beginnt in den
Stunden danach immer stärker zu halluzinieren. Als Marya und Dejah
kommen, um ihm zu helfen, denkt er, sie wären Angreifer.
-MD 6.2115: Quellik schlägt Marya mit einem Stab auf den Rücken.
</SUM>
submitted by
Mierk Schwabe
aka
LtCmdr. Dejah Tacra, EO/CWI USS Explorer
Lt.(jg) Salia, sCWI USS Explorer
SD 171119.1800
--
Mierk Anne Schwabe
aka
LtCmdr. Dejah Tacra, EO/CWI USS Explorer
Lt.(jg) Salia, sCWI USS Explorer