<RPG>
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Ort: USS Thomas Jefferson
Zeit: MD 01.2215
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"Haben Sie ihn je wieder gefunden", fragte Lor, nachdem das
Dreiergespann nach einer halben Flasche Schnaps, lustigen und weniger
lustigen Anekdoten nun bei den eher geheimnisvollen Zwischenfällen im
Leben eines Sternenreisenden angekommen waren.
Xavier trank sein 3. Glas aus und schüttelte den Kopf. "Nein, er ist
aus der De Gennes Anomalie nie heraus gekommen. Manche meinten, er
wäre als Stein zurück gekehrt, weil sie in einer Statue auf dem
Arboretum eine gewisse Ähnlichkeit erkannten. Leider konnte das nie
untersucht werden, da das Schiff bei der Schlacht um Semyrna II im All
zerschellte."
"Eine traurige Geschichte", meinte der denobulanische Koch, klopfte
Xavier auf die Schulter und goss der Runde nach. "Die Crew munkelt,
dass mit der Jefferson etwas ähnliches passiert sein soll."
"Was meinen Sie damit", weiteten sich Xaviers Sinne, wie von
automatisch. Es war eine angeborene Eigenschaft, graue Zonen mit
Wissen füllen zu wollen. Auf diese Art hatte er hin und wieder
versteckte Leichen ausgegraben, die seinen Status, zumeist bei
Führungspersönlichkeiten, deutlich erhöhten. So kam er in den Genus
einiger Gefälligkeiten auch wenn andere es als Erpressung einstufen
würden.
"Haben Sie schon einmal ein Sternenflottenschiff ohne Namen durch das
All fliegen sehen, oder auch nur davon gehört", fragte der
andorianische Techniker.
Der Bajoraner überlegte kurz ehe er mit 'Nein' antwortete.
"Die Crew munkelt, dass im Heimathafen etwas vorgefallen sein musste,
etwas so Grauenvolles, dass man das Schiff nicht dort fertig stellen
wollte. Offiziell ist das Schiff auf New Hope gebaut worden und wird
seine Jungfernfahrt erst noch antreten", erklärte der Denobulaner.
"Wie nennt man meine Reise ohne Namen, die es nie geben wird und die
man vergessen soll?"
Der Bajoraner schluckte und zuckte mit der Schulter. "Keine Ahnung!
Aber man sollte in so eine Angelegenheit nicht zu viel hinein
interpretieren."
"Richtig", meinte der Andorianer. "Leider bin ich bei meiner Arbeit
mit den Holoemittern auf etwas gestoßen, was eigentlich nicht da sein
sollte."
"Ich verstehe nicht ganz. Was meinen Sie", hielt Xavier nicht mit
seiner Neugierde hinter dem Berg.
"Deck 47!"
"Es gibt kein Deck 47", meinte der denobulanische Koch.
"Und ob es eins gibt. Nur weil kein Turbolift, keine Datenbank und
kein Schiffslayout darauf hinweist, hat das noch lange nicht zu
bedeuten, dass es keins gibt."
"Für mich schon", meinte Xavier trocken.
Der Andorianer schob sein PADD auf den Tisch und tippte ein paar
Befehle hinein. "Das ist eine visuelle Aufzeichnung von Sarah. Bevor
ich mit meiner Arbeit beginne, lasse ich sie kurz in alle Richtungen
schauen. Man will ja schließlich wissen, wie groß das Terrain ist, auf
dem man sich bewegen muss", drückte er auf 'Play' und startete eine
Art Diaschau, wo oben links die Sektionen des Schiffes eingeblendet
wurden. Neben Krankenstation, 11-Vorne, Transporterraum und sonstigen
technischen Laboratorien waren auch hin und wieder Gänge oder
Quartiere zu sehen. Unter anderem auch ein Gang auf Deck 47.
Xavier nahm ein wenig paralysiert das PADD in die Hand und betrachtete
das sterile Sternenflottendesign des Bildes, was oben mit Deck 47
benannt wurde. Durch seinen Kopf liefen tausende Erklärungen dafür.
Eine Fälschung, ein Missverständnis, eine technische Fehlfunktion, es
könnte alles sein. "Das erinnert mich an meine letzte Mission", lenkte
er ab und wechselte das Thema.
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Ort: USS Thomas Jefferson
Zeit: MD 02.0100
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Lor hatte Recht, es gab kein Deck 47. Xaviers dezente Suche in
Datenbanken, Schiffspräsentationen und Interviews förderte keinen
Hinweis zu Tage. Er wollte bereits aufgeben, als er einen Crewman von
der OPS über den Weg lief und ihn eine letzte Option einfiel. Der Mann
wirkte ein wenig zerknirscht und unzufrieden und meinte in einem
Gespräch, dass er eigentlich nur noch runter von den Schiff wollte.
Xavier hatte mit einer erfundenen Geschichte über seine Beziehungen
zum OPS-Stab auf New Hope gleich eine Versetzung in Aussicht gestellt
und war so an leicht sensible Zugangsdaten heran gekommen. Er hielt es
für sinnvoller dem Schiff auf seiner Besichtigungstour eine bekannte
Personal ID zu präsentieren und außerdem war es so leichter Neugierde
zu verbergen.
So stand er nun im Holodeck 3 der USS Thomas Jefferson und hatte nach
einem Smalltalk mit der KI eine 1:1 Kopie des Schiffes errechnen
lassen, insbesondere Deck 47, welcher zu seinen Erstaunen nun
dargestellt wurde.
Der Gang war, wie jeder andere, sehr geräumig, steril und verlassen.
Außerdem präsentierte sich die Abteilung in sehr dezenten Licht. Die
Schemata des Ganges war nur durch die Notbeleuchtung zu erkennen und
sonst in Dunkelheit getaucht.
Xavier zitierte ein paar vulkanische Floskeln vor seinem geistigen
Auge, um nicht Opfer seiner Fantasie zu werden und holte sich aus der
nächstgelegenen Notfallöffnung eine Taschenlampe. Nach gefühlvollem
Schlagen und Wackeln war das Gerät nach einigen Flackern auch endlich
angesprungen und schickte den dunklen Gang einen Lichtkegel voraus.
Langsam schritt Xavier an Terminals, Panelen, Bildern, künstlichen
Pflanzen und Türen vorbei, die stumme Zeugen seines Spazierganges
wurden. Der Lichtkegel wanderte dabei von links nach rechte, oben und
unten und präsentierte dem Bajoraner nichts Ungewöhnliches. Hin und
wieder musste er der Lampe mit einem Schlag oder einer wilden
Nutzungsphase des 'ON-OFF' Kippschalters neues Leben einhauchen aber
hier war alles wie überall. Diese Erkenntnis legte sich bereits wie
Balsam auf seine Nerven, als er vor einem Quartier auf dem Boden einen
leichten Kontrast wahrnahm.
Unter voller Beleuchtung, wäre es ihm vielleicht nie aufgefallen. Aber
vor Quartier 21 zeichnete sich ganz leicht das Ergebnis einer
Suspension ab. Jemand hatte hier eine große Menge an einer Flüssigkeit
verschüttet.
Er blickte sich noch einmal um, lies die Lampe unbewusst die Umgebung
ab-scannen und trat mit einem einfachen Druck auf das Türpanel in das
Quartier ein.
Wo der Gang noch mit diffuser Notbeleuchtung umrissen wurde, fehlte
hier die Lichtquelle völlig. Ohne die Taschenlampe hätte Xavier wohl
nicht das Regal, den Sessel und den umgekippten Tisch gesehen. Die
Präsentation der Möbelstücke geschah dabei mit einem leichten
Strobereffekt der Taschenlampe, die alsbald auch in eine völlige
Fehlfunktion mündete und den Bajoraner sprichwörtlich im Dunklen
stehen lies. Xavier behalf sich wieder einfacher technischer Mittel.
Klopfte, Wackelte und schaltete das Gerät schließlich mit einem
Rein-und-Raus-Geschiebe der Energiezelle wieder ein.
Er wandte sich an den umgekippten Tisch, an dessen Ende eine Reflexion
eine Anomalie am Boden aufdeckte. Ein weiteres Überbleibsel einer
Flüssigkeit. In leichte, kleine, wenige Spritzer, verteilte sich die
dunkle Flüssigkeit am vierten Tischbein und auf dem Boden.
Xavier wusste sich nicht weiter zu helfen und wischte mit dem Finger
einmal durch die Substanz um die Konsistenz zu prüfen, eine
Geruchsprobe zu nehmen, ein Gefühl dafür zu bekommen. Das war der
Augenblick, als seine Lampe wieder den Geist auf gab und ihn in
Dunkelheit tauchte. "Verflucht", zischte er flüsternd, und klopfte
wieder leicht, immer stärker werdend auf dem Gerät herum. "Mach schon."
Er wackelte an den Kippschalter und schob die Energiezelle rein und
raus, als ein Zischen den Öffnungsmechanismus der Quartierstür
andeutete. Xavier Sinne spannten sich bis zum Zerreißen. Sein Problem
mit der Taschenlampe war nun völlig unbedeutend. Er hielt seinen
Körper in angespannter Ruhe, nicht einmal zu atmen gestatte er sich.
Deutlich spürte er eine Präsenz und die Panik, die seinen Geist zu
umnebeln versuchte.
Angespannt versuchte er die Signale zu deuten, die Pupillen biss auf
äußerste geweidet, das Gehör jedes Knistern wahrnehmend. Er hörte, wie
sich etwas leise und bedächtig über den weichen Teppich auf ihn zu
bewegte. Sein Geist suchte nach einer Möglichkeit sich zu verstecken,
dem Drängen der Präsenz aus zu weichen, ihr aus dem Weg zu gehen, als
sich die Funktionalität der Taschenlampe wieder einstellte und ihn ein
heller Lichtstrahl seine Augen blendete.
Es hatte keinen Sinn mehr, sämtliche Überlegungen sich zu verschleiern
waren dahin. Er riss die Lampe hoch, um sich seinem Gegenüber stellen
zu können. Ein Schauer lief ihn eiskalt den Rücken hinunter, als der
Lichtkegel schemenhaft ein Gesicht mit zwei großen schwarzen Augen ein
fing. So schnell dies geschah, so schnell war es auch vorbei. Die
Gestalt wandte sich in Windeseile davon ab, suchte den Schutz der
Dunkelheit und trat die Flucht an.
Xavier hatte genug Herzinfarkte für den Moment erdulden müssen, rannte
reflexartig hinter her und schrie. "Computer, Programm beenden!"
Das Hologramm löste sich sofort auf. Das sterile Licht erhellte jeden
Quadratzentimeter des eckigen Raumes. Die gespenstische Atmosphäre
wurde von der monotonen Geometrie der Holodecktechnik ersetzt, selbst
seine Lampe war verschwunden. Nur sein schwerer Atem, sein
andranalingetränktes Blut und der Schweiß auf seinen Körper waren
Anzeichen des eben erlebten Alptraumes. "Bei den Propheten", schluckte
er und schwor sich demnächst mal wieder in die Kirche zu gehen.
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Ort: Bereitschafsraum
Zeit: MD 03.1235
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<QUOTE>
Marya fuhr fort. "In der Zwischenzeit werden sich die Diplomaten mit
den angebotenen Vortragsreihen zufriedengeben müssen. Die Exzellenzen
haben mir gegenüber darüber hinaus angedeutet, dass sie die Rückreise
zu ihren Heimatwelten auch nutzen werden, um Berichte an ihre
jeweiligen Außenämter zu verfassen. Das Bespaßungsprogramm wird nicht
unendlich andauern müssen."
</QUOTE>
//Interessant//, dachte Xavier und schmunzelte verstohlen. Ja, er
musste sich doch innerlich eingestehen, dass er wieder mal vom Glück
verfolgt wurde. Zuerst hatte er noch die Propheten verflucht, als ihn
die EO in den Besprechungsraum zitierte. Als er dann noch mitbekommen
hatte, dass der eigentliche Grund in der CNS bestand, war seine
Motivation völlig am Boden. Allerdings war diese lächerliche Agenda
von Mrs. Hal ein gefundenes Fressen.
"Ensign Hal hat Recht", sprang er also auf und stellte sich neben die
CNS, er musste sich fast schon ein wenig bremsen, um nicht zu
euphorisch zu wirken. "Es kann nur zum Vorteil sein, die Herrschaften
ein wenig zu beschäftigen."
Neben Tom, der vom Kommentar des OPS leicht überrascht war, war es vor
allem die CNS, die sofort ihre Antennen aus fuhr. // Hier stimmt was
nicht.// Dejah hob nur vulkanisch like die Augenbraue und hielt sich
vorerst raus.
"Es wäre ein sicherheitstechnisches und organisatorisch Chaos, wenn
wir die Diplomaten nicht beschäftigen würden. Mit Verlaub, Captain! So
würde keiner der Anwesenden auf dumme Gedanken kommen und wir könnten
die Flotte ins rechte Licht rücken."
"Der Lt. hat nicht Unrecht", kommentierte Dejah kurz.
// Ja//, fühlte sich Xavier bestätigt. Er wusste, dass die
Sicherheitskarte bei der EO ziehen würde. Und er wusste auch, dass er
so völlig arbeitslos blieb. Mit der Sicherheit hatte er nichts zu tun,
dass kann der ehrgeizige Neuling machen, der ihn schon zwei Tage
hinterher rennt. Im musizieren war er völlig talentfrei und für
wissenschaftliche Vorträge hatte er eindeutig die falsche Uniform an.
Blieb nur noch eine Schiffsführung, die der Captain sowieso schon halb
gemacht hatte. //Den Rest kann ich auf CPO Wu abwälzen.//
"Ich könnte Ihnen Frachtraum 3 anbieten. Außerdem habe ich einen
Flügel an der Hand, den ich Mrs. Hal zur Verfügung stellen könnte",
versuchte Xavier den Vorschlag weiter zu untermauern.
"Sie haben einen Flügel", fragte Marya, der Etikette widersprechend
dazwischen.
"Ja, sollte ein Willkommensgeschenk werden", heuchelte Xavier.
Eigentlich hatte er fünf bestellt um Büro und Quartier der CNS damit
zu zu 'müllen'. Leider gab es auf ganz New Espen nur 2, die verfügbar
waren.
<NRPG> *Ball-in-die-Ecke-leg* </NRPG>
<RPG>
<SUM>
MD 01.2215 Xavier feiert weiter und unterhält sich über den
Jungfernflug der Jefferson.
MD 02.0100 Der OPS der Explorer besucht das Holodeck, um einen Rätsel
auf die Spur zu kommen.
MD 03.1235 Völlig überraschend ist Xavier im Bereitschaftsraum auf
Maryas Seite und versucht ihren Vorschlag zu unterstützen.
</SUM>
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submitted by
Uwe
aka
Chimbar Xavier
OPS USS-Explorer