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bericht Telepolis
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23.01.2009 08:32
Einheitliche Suchmaschine für alle Datenbanken der US-Geheimdienste
Die zahlreichen US-Geheimdienste sollen ihre ebenso zahlreichen wie
teils riesigen Datenbanken zusammenführen. Der scheidende oberste
Geheimdienstchef Mike McConnell, der Director of National
Intelligence[1] (DNI), hat dazu das Information Integration Program
gestartet. Damit soll eine Technik entwickelt werden, mit der alle
Datenbanken der 16 Geheimdienste integriert und mit einer Suchmaschine
ähnlich wie das Internet durchsucht werden können, wie das Wall
Street Journal berichtet[2]. Vermutet wird, dass die Kosten dafür in
die Milliarden gehen werden.
Der von US-Präsident Obama nominierte Dennis Blair, auch ein Admiral
wie McConnell, hat in seiner Anhörung vor dem Senat ebenfalls
betont[3], dass die Integration der Geheimdienste für ihn eine
primäre Aufgabe sei. Allerdings dürfte es nicht einfach werden, die
oft miteinander konkurrierenden Geheimdienste dazu zu bringen, alle
ihre Daten in ein gemeinsames Intranet zu speisen. Immerhin aber haben
die Geheimdienste schon einmal dem Information Integration Program
zugestimmt.
Die oberste Geheimdienstbehörde wurde 2004 in der Folge der Anschläge
vom 11. September gegründet. Sie sollte die Kommunikationslücken
schließen, die es den Terroristen ermöglichten, ins Land zu gelangen
und die Anschläge vorzubereiten. Die Aufgabe war es, die Informationen
zu verbinden – "connect the dots". Das soll nun zumindest technisch
vorbereitet werden. McConnell wies[4] denn auch mit Blick auf seinen
Amtsnachfolger darauf hin, dass die Geheimdienste nicht nur gerne ihre
Positionen, Missionen und Informationen voreinander verbergen, sondern
auch "mächtige Chefs" haben, die oft Widerstand gegenüber
Veränderungen leisten.
Mit der Schaffung eines gemeinsamen Intranets, was bis Ende des Jahres
weitgehend realisiert werden soll, will McConnell auch Möglichkeiten
des Social Networking und von RSS-Feeds integrieren. Zudem soll mit dem
Geheimdienstintranet ein weiteres Problem gelöst werden: Die
Mitarbeiter der verschiedenen Geheimdienste können oft ihren Kollegen
keine E-Mails schicken, weil sie deren Adressen nicht kennen oder
E-Mails in den Filtern hängen bleiben. Aufgebaut werden soll ein
einziges Mailsystem mit einem umfassenden Verzeichnis der Namen,
Zuständigkeiten und Adressen. Für die sechs größten Geheimdienste,
darunter CIA und NSA, aber auch für das FBI soll es bereits in Kürze
ein gemeinsames Mailsystem geben, die restlichen 10 Geheimdienste
sollen bis 2010 integriert werden.
McConnell hofft, dass damit die Geheimdienstmitarbeiter nicht nur
Zugang zu allen vorhandenen Informationen erhalten können, sondern
dass so auch ungenaue Informationen schneller korrigiert werden. Im
Augenblick sieht die Informationslage für die Schlapphüte eher
dürftig aus. Nach Aussage eines hohen Geheimdienstmitarbeiters könne
ein Angestellter gerade einmal 5 Prozent der gesamten Daten aller
Geheimdienste durchsuchen. Mit dem neuen System soll der Zugang auf 95
Prozent erweitert werden. Allerdings nicht für alle, denn es sollen
für verschiedene Mitarbeiter unterschiedliche Zugriffsmöglichkeiten
eingerichtet werden. So könnten Dokumente zwar gefunden, aber nicht
ohne Erlaubnis geöffnet werden, oder die Suche beschränkt sich auf
bestimmte Themen, Personengruppen oder Regionen.
(fr[5]/Telepolis)
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http://www.heise.de/newsticker/meldung/122212
Links in diesem Artikel:
[1] http://www.dni.gov/
[2] http://online.wsj.com/article/SB123258232280204323.html
[3] http://www.nytimes.com/2009/01/22/us/politics/23blair-text.html
[4]
http://politicalticker.blogs.cnn.com/2009/01/22/outgoing-intelligence-chief-look\
s-back-at-his-tenure/
[5] mailto:fr@...
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