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Spinozistisch Literatur lesen   Beitragsliste  
Antworten | Weiterleiten Beitrag #38 von 51 |
Betrifft: Spinozistisch Literatur lesen (2)


Zusammenfassung des Artikels von Citton (1)

Der Text Diderots 'Jacques der Fatalist und sein Herr' (reclam 9335)
ist für Citton eine treffende Darstellung dessen, was die menschliche
Freiheit ist, bzw. was sie nicht ist. Gleichzeitig entspricht diese
romanhafte Reflexion über die Freiheit der spinozistischen Definition.
Doch zuvor zu den ontologischen Grundlagen von Cittons Überlegungen:

Der Autor stützt sich in seiner Lesart von 'Jacques' wiederum auf
Ergebnisse des Buches von Lorenzo Vinciguerras 'Spinoza et le signe'.
Darin sieht Citton eine "Ontologie der Schrift", oder eine Logik der
Spur/Spurung (traçage) herausgearbeitet. Worum handelt es sich dabei?

Ein Anknüpfungspunkt von Vinciguerra ist Spinozas "kleine Physik" in
Anschluss an E2P13. Die Logik der Spur(ung) bezieht sich hier auf die
Dreiteilung zwischen dem Flüssigen, dem Harten und dem Weichen der
Körper. Im Grunde ist es aber die mittlere Kategorie des Weichen, die
sich allgemein auf alle Körper bezieht, denn im Vergleich zu einander
sind alle Körper mehr oder weniger weich und insofern auch fähig, auf
oder in einander Spuren zu hinterlassen.

"Eine solche Physik der Spur mündet letztlich in einer neuen
Definition des Körpers als etwas, das 'geschrieben ist' und das
'schreibt'." (Citton, 80)

Diese Definition beinhaltet, dass die Konstitution eines Körpers, als
Affektion(en), als das Ergebnis aller Spuren zu betrachten ist. "'Der
Körper darf nicht als eine Portion von Ausdehnung vorgestellt werden,
aus der er sich durch eine Gestalt heraushebt, die ein Innen und ein
Außen besitzt, sonder als eine bestimmte Weise, affiziert zu sein und
zu affizieren, d.h. als eine bestimmte Weise 'gespurt' zu sein und
eine bestimmte Weise die Ausdehnung zu 'spuren' und Zeichen zu
produzieren." (Vinciguerra, 223)

Vinciguerra behandelt somit das Thema "Körper" als den theoretischen
Ort in der Philosophie Spinozas, in der seine Ontologie eine
semiotische Konkretisierung erhält. Man könnte diese ungewöhnliche
Ontologie, eine "Ontologie der Verhältnisse" (Morfino) oder eben auch
eine der Schrift nennen. Wesentlich ist, dass ihre Substanz gänzlich
aus Verhältnissen bzw. aus Verhältnissen von Verhältnissen besteht, in
denen die "Ordnung und Verknüpfung" von Dingen, sowohl Ursachen als
auch Zeichen betrifft.

wird fortgesetzt ...





Do 8. Jan 2009 9:11

hans19682000
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Weiterleiten Beitrag #38 von 51 |
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Ich versuche einen neuen Anlauf, um zu einer Art spinozistischer Selbstreflexion mittels Literatur zu kommen. Ich gehe davon aus, dass Selbsterkenntnis nicht...
hans19682000
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5. Jan 2009
8:02

Zusammenfassung des Artikels von Citton (1) Der Text Diderots 'Jacques der Fatalist und sein Herr' (reclam 9335) ist für Citton eine treffende Darstellung...
hans19682000
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8. Jan 2009
9:11

Citton bezieht sich vor allem auf die Episode des Pater Hudson aus 'Jacques' (reclam, 208-222). Diese Geschichte handelt von dem strengen Abt eines Klosters,...
hans19682000
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9. Jan 2009
9:47

Allgemeiner als Citton könnte man das Handlungsmodell, das in der Episode von Abt Hudson vorkommt als _strategisch_ bezeichnen. Die Strategien der anderen...
hans19682000
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14. Jan 2009
11:09

Spät aber immerhin habe ich mir gedacht, dass es wohl doch nicht das richtige Format ist, meine Zusammenfassung in verkürzter Form in mehreren Postings zu...
hans19682000
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18. Jan 2009
17:55
Erweitert

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