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Projekt Gemeinbegriffe 1: Produktion von Ideen   Beitragsliste  
Antworten | Weiterleiten Beitrag #30 von 51 |
Betrifft: Projekt Gemeinbegriffe 3: Produktion von Ideen

Nochmals in verdichteter Form:

Die Seele nimmt Dinge wahr.
Gott hat auch die Ideen dieser Dinge.
Die Natur der Seele wird von Gott konstituiert.
Gott hat die Ideen, die die Seele wahrnimmt durch Vermittlung der
Seele, deren Natur er ausmacht.
Die Ideen werden gebildet (oder bilden sich) im Inneren des
unendlichen Verstandes.
Dabei befinden sie sich in kausalen Determinationsverhältnissen, die
sich allein auf die mentale Wirklichkeit beziehen.

Von Gott her betrachtet:
Aktiv ist die Seele, insofern ihre Natur allein durch Gott
konstituiert ist und er "von diesem Ort aus" die Idee "dieses oder
jenes Dinges" hat. Hier wird ein Zusammenhang von Seele und Ideen
beschrieben, den man als kohärent bezeichnen kann.


Von der Seele her betrachtet:
Aktiv ist die Seele insofern Gott durch ihre Natur expliziert wird.

Das Problem ist, dass diese beiden Standpunkte, sich nicht begegnen.
"Von Gott her" haben wir es mit der essentiellen Natur, natura
naturans zu tun, die in den Dingen als conatus aktiv ist. "Von der
Seele her" haben wir es mit der existenziellen Natur, natura naturata
und ihrer Ordnung, zu tun. Freilich betrachten diese beiden
Standpunkte ein und denselben Prozess. Auf der Ebene der
philosophischen Begrifflichkeit begegnen sich diese Stanpunkte nicht.
Sie machen aber die Dimension der Erfahrung nötig. Denn die Idee der
Seele existiert nur inmitten von Ideen der Dinge. Das Problem ist nur
_wie_. Nur innerhalb konkreter Kontexte, die die Seele aktiv erkennt,
begreift versteht, findet das Ineinandergreifen der Aktivität Gottes
und der Aktivität der Seele statt.

Passiv(er) ist die Seele, wenn Gott zusammen mit der Idee der Seele
auch die Idee dieses oder jenes Dinges hat. "Zusammen" (simul) ist
vielleicht eher als "nebeneinander" zu verstehen, das die Kohärenz der
Ideen verhindert.

Die Idee der (nicht-linearen) Kausalität (Ursachen) und der
Kontextualität (Ordnung und Verknüpfung) findet sich auch noch einmal
deutlich in E2P20Dem ausformuliert:


"Denken ist ein Attribut Gottes (...); mithin muß es (...) sowohl von
ihm wie von allen seinen Affektionen und folglich auch (...) von dem
menschlichen Geist notwendigerweise in Gott eine Idee geben. Sodann
folgt diese Idee oder Erkenntnis des Geistes in Gott, nicht insofern
er unendlich ist, sondern insofern er von einer anderen Idee eines
Einzeldinges affiziert ist (...). Die Ordnung und Verknüpfung von
Ideen ist aber dieselbe wie die Ordnung und Verknüpfung von Ursachen
[...] (...) also folgt diese Idee oder Erkenntnis des Geistes in Gott
und bezieht sich auf Gott auf dieselbe Weise wie die Idee oder
Erkenntnis des Körpers."


Macherey: "Anders ausgedrückt: Die Seele, insofern sie Teil des
unendlichen Verstandes Gottes ist, wird in Gott erkannt und zwar durch
ein System an Ideen, das die Idee der Seele beinhaltet und die Ideen
dessen, was sie zu erkennen befähigt ist. (IE2, 329)




Fr 22. Aug 2008 10:15

hans19682000
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Hi, Ich möchte mich in ein paar postings auf die Suche nach einer Rekonstruktion der Theorie der Gemeinbegriffe bei Spinoza machen. Denn sie sind es, wie mir...
hans19682000
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16. Aug 2008
15:25

Warum kann Macherey von der "Produktion von Ideen" sprechen? Wie können wir von einem Prozess sprechen? Das Verb "producere", das in E1 sehr prominent ist...
hans19682000
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17. Aug 2008
11:42

Nochmals in verdichteter Form: Die Seele nimmt Dinge wahr. Gott hat auch die Ideen dieser Dinge. Die Natur der Seele wird von Gott konstituiert. Gott hat die...
hans19682000
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22. Aug 2008
10:15

Um in der Folge zu verstehen, wie Gemeinbegriffe gebildet werden können, galt es zunächst zu verstehen, welche Dimensionen Spinozas Ideentheorie ("Ideen...
hans19682000
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22. Aug 2008
10:20

Beschäftigen wir uns jetzt also mit den Lehrsätzen, in denen die Gemeinbegriffe ausgearbeitet werden: E2P37, 38 P37 und P38 werden durch die Formulierungen...
hans19682000
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30. Aug 2008
12:41
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