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Spinoza als Dialektiker   Beitragsliste  
Antworten | Weiterleiten Beitrag #26 von 51 |
In der aktuellen Ausgabe von "Das Argument. Zeitschrift für
Philosophie und Sozialwissenschaften" (274) gibt es einen
ausgezeichneten Artikel:
Vesa Oittinen, "Dialektik der Moderne – von Spinoza zu Marx", 49-62

Abstract
Bereits Hegel betonte, dass die differentia specifica der modernen
Formen dialektischen Denkens, im Kontrast zu denen der Antike, in der
Thematisierung des Problems der Subjektivität liegt. Somit kann die
Idee der Dialektik nicht nur auf begrifflicher Ebene formuliert
werden, sondern sie benötigt auch eine Begründung im Begriff der
Epoche. Die Ideen der Selbstreferenz und der Selbstverursachung, die
als Basis dialektischen Denkens dienen, sind wesentlich modern und
könnten bereits als solche bei Philosophen des 17. Jahrhunderts, wie
Spinoza, als solche wahrgenommen worden sein. Selbst die Möglichkeit
eines neuen, materialistischen Projekts der Dialektik hängt davon ab,
wie man sich zur Subjektivität als zentralem Begriff der Modernität
verhält – die postmoderne Blick auf den "Tod des Subjekts" impliziert
fast notwendigerweise eine Preisgabe der Dialektik.

Daran, und auch an einige Ideen W.F. Haugs, anknüpfend, wäre es
interessant, noch weitergehender und gegen einen oberflächlichen
Augenschein, Spinoza als einen Vertreter einer "praktischen Dialektik
der Endlichkeit" zu lesen, und nicht als "unendlichkeitstrunkenen" Mann.

"Praktische Dialektik ist eine Endlichkeitskunst. Ihre Notwendigkeit
gründet in der unaufhebbaren Nichtidentität von Denken und Sein. Doch
belässt sie es nicht einfach bei der Nichtidentität als solcher,
sondern trachtet danach, diese in eine bestimmte Nichtidentität zu
verwandeln, das heißt, ihr in Gestalt der bestimmten Hinsicht einen
Übersetzungskode abzugewinnen, welcher der seienden Andersheit
Rechnung trägt. Nicht dass das Ganze nicht ihr Problem wäre! Dass wir
die Dinge unganz, in Spinozas Worten: »partiell und also unangemessen«
(ex parte, sive inadaequate) auffassen (Ethica, II.11, Coroll.), ist
ihr Ausgangsproblem.Das Problem ist nicht, dass Totalität »nur als
Begriff [...] zu vergegenwärtigen« (Holz 2006, 73) ist, sondern wie
dieser gedankliche Griff nach der Welt im Ganzen angesetzt wird."

http://209.85.129.104/search?q=cache:dfE_ZVhqYwsJ:www.wolfgangfritzhaug.inkrit.d\
e/documents/Dialektik-praktische-08.pdf+praktische+Dialektik&hl=de&ct=clnk&cd=1&\
gl=de








Sam 31. Mai 2008 12:02

hans19682000
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In der aktuellen Ausgabe von "Das Argument. Zeitschrift für Philosophie und Sozialwissenschaften" (274) gibt es einen ausgezeichneten Artikel: Vesa Oittinen,...
hans19682000
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31. Mai 2008
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