Der Karakal oder Wüstenluchs (Caracal caracal, von Schreber 1776)*.
von: Norman Ali Bassam Ali Taher Khalaf-Sakerfalke von Jaffa.
Webseite:
http://www.geocities.com/jaffacity/Karakal.html
*Notiz: Der Artikel wurde publiziert in "Gazelle: Das
Palästinensische Biologische Bulletin". Nummer 67, Juli 2007, Seiten
1-12.
Der Karakal (Caracal caracal, von Schreber** 1776) [oft auch als
Felis caracal oder Lynx caracal bezeichnet] ist eine afroasiatische,
mittelgroße Katze. Wegen seiner Ähnlichkeit mit den Luchsen wird er
manchmal auch als Wüstenluchs bezeichnet.
Merkmale:
Der Karakal ist von luchsartiger Gestalt; insbesondere seine
zugespitzten Ohren sind groß und gepinselt, allerdings sind die
Pinsel im Verhältnis länger als die eines Luchses. Die Rückseiten
seiner Ohren sind schwarz, ebenso die typischen "Ohrpinsel", welche
mit einer Länge von etwa fünf Zentimetern zu den längsten innerhalb
der Katzenfamilie gehören. Der Name des Karakal ist übrigens auf
dieses Merkmal zurückzuführen. Er leitet sich vom türkischen "Garah
gulak" oder "Karakulak" ab, was soviel wie "Schwarzohr" bedeutet.
Die Farbe des Karakalfells variiert auf der Oberseite je nach
Lebensraum von ockergelber, blass rotbraun, sandbraun in trockenen
Gebieten bis hin zu ziegelrot oder auch weinroter Farbe in
niederschlagsreicheren Gegenden. Die helle Bauchseite ist leicht
gefleckt. Kehle und Bauch sowie die Gesichtspartien um die Augen und
das Maul sind heller gefärbt. Das Fell zeigt keine Fleckenzeichnung.
In Einzelfällen kommen auch schwarze Tiere vor (Melanismus).
Der für den Luchs typische Backenbart fehlt ihm, dagegen hat er
ähnlich wie dieser einen katzenuntypisch kurzen Schwanz. Die
schwarzweiße Gesichtszeichnung fällt um Maul und Augen auf.
Mit einer Schulterhöhe von 40 bis 45 Zentimetern und einer
Kopfrumpflänge von 60 bis 105 Zentimetern, und einer Schwanzlänge
von 20 cm bis 35 cm, ist der Karakal ein mittelgrosses Mitglied der
Katzenfamilie. Das Körpergewicht liegt meistens zwischen 8 und 20
Kilogramm, wobei die Männchen mit durchschnittlich 15 Kilogramm
etwas kräftiger sind als die Weibchen mit durchschnittlich 11
Kilogramm.
Typisch für den Karakal ist, dass er hinten «überbaut» ist: Seine
Hinterbeine sind deutlich länger als die Vorderbeine. Die überaus
kräftigen Hinterbeine machen den Karakal zu einem der kraftvollsten
Hochspringer unter den Katzen: Sprünge aus dem Stand von drei Metern
Höhe sind für ihn eine Kleinigkeit (was ihm etwa bei der Jagd nach
vorüberfliegenden Vögeln sehr dienlich ist).
Wie alle Katzen ist der Karakal ein besonders hoch entwickeltes
Raubtier. Zu seinen körperbaulichen Anpassungen an das «Handwerk»
des Beutegreifens gehört erstens das Gebiss: Die Zahl der Zähne ist
deutlich vermindert, und ihre Form ist stark abgewandelt. Die
wichtigsten seitlichen Zähne sind die sogenannten «Reisszähne»,
welche beiderseits des Kiefers aus dem letzten Vorbackenzahn des
Oberkiefers und dem ersten Backenzahn des Unterkiefers
hervorgegangen sind. Die vier Reisszähne sind nicht breit und
abgeflacht wie bei den Pflanzenfressern, sondern schlank und
scharfkantig. Sie eignen sich deshalb auch weniger zum Kauen als
vielmehr zum Schneiden: Wie mit einer Schere kann der Karakal mit
Hilfe der Reisszähne mundgerechte Stücke aus dem Fleisch seiner
Opfer heraustrennen. Zur Optimierung der Schneidewirkung der
Reisszähne lässt das Kiefergelenk keine seitlichen Bewegungen zu,
wie sie die Pflanzenfresser zum Mahlen und Kauen ihrer Nahrung
benötigen. Wichtige Zähne sind ferner die Eckzähne «Fangzähne»: Es
sind kräftige, gut bewurzelte «Dolche», welche zum Packen und Töten
der Beutetiere dienen.
Zweitens verfügt der Karakal wie alle Katzen über enorm
leistungsfähige Augen: Selbst bei Lichtverhältnissen, die wir
Menschen als «stockdunkel» bezeichnen würden, vermag er noch
erfolgreich auf Jagd zu gehen. Seine Augen weisen zum einen eine
sehr grosse Pupille auf, welche besonders viel Restlicht ins Auge
einfallen lässt. Zum anderen überwiegen in der Netzhaut die
stäbchenförmigen, dem Dämmerungssehen dienlichen Sinneszellen
deutlich die zapfenförmigen, für die Farbempfindung zuständigen
Zellen. Das Karakalauge besitzt dadurch eine (auf Kosten der
Qualität des Farbensehens) erheblich gesteigerte
Lichtempfindlichkeit. Für eine verbesserte Nachtsicht sorgt des
weiteren eine besondere Gewebeschicht, welche sich hinter der
Netzhaut befindet und die einfallenden Lichtstrahlen wie ein Spiegel
ins Auge zurückwirft. Diese Schicht heisst Tapetum lucidum, was
wörtlich übersetzt «Leuchttapete» bedeutet. Sie bewirkt, dass die
Sinneszellen der Netzhaut von den einfallenden Lichtstrahlen gleich
nochmals von hinten gereizt werden. Das auf der Netzhaut entstehende
Bild ist deshalb doppelt so hell, als wenn das Tapetum lucidum nicht
vorhanden wäre. Letzteres ist im übrigen der Grund dafür, dass die
Augen des Karakals (wie auch aller anderen Katzen) im Dunkeln
aufleuchten, wenn sie von einem Lichtstrahl getroffen warden
(Kappeler, 1998).
Zur «Spezialausrüstung» des Karakals gehören drittens grosse,
muskulöse Pfoten, mit denen er seine Beute ergreift und zu Boden
zerrt. Es sind gefährliche «Fangeisen» aus Muskeln, Sehnen und
spitzen, messerscharfen Krallen. Haben sie ein Opfer einmal gepackt,
so gibt es kein Entrinnen mehr. Beim Laufen sind die Krallen in
Hauttaschen zurückgezogen. So werden sie nicht abgewetzt und bleiben
immer scharf. Nur beim Beutefang und beim Klettern werden sie mit
Hilfe besonderer Muskeln vorgestreckt.
Weitere körperbauliche Kennzeichen, welche den Karakal im speziellen
und die Katzen im allgemeinen zu besonders tüchtigen Beutegreifern
machen, sind die besonders grosse, gewölbte Gehörkapsel, die
modifizierte Halsschlagader, das stark rückgebildete Schlüsselbein
und noch vieles mehr. Alle diese körperbaulichen Merkmale wurden von
den Katzen im Laufe ihrer jahrmillionenlangen Stammesgeschichte nach
und nach entwickelt und tragen wesentlich zum bemerkenswerten Erfolg
der Katzensippe im tagtäglichen Kampf ums Überleben bei (Kappeler,
1998).
Lebensraum:
Der Karakal hat eine bemerkenswert weite Verbreitung in den Tropen
und Subtropen Afrikas und Asiens: In Afrika ist er südlich der
Sahara - von der Sahelzone im Norden bis zu Südafrikas Kapprovinz im
Süden - weit verbreitet und fehlt eigentlich nur in den
Regenwaldgebieten Zentral- und Westafrikas. In der Sahara selbst
kommt er nicht vor, doch findet man ihn im ganzen nördlichen Afrika,
von Marokko im Westen bis Ägypten im Osten. In Asien begegnet man
dem Karakal auf der Arabischen Halbinsel sowie im Nahen und
Mittleren Osten, von der Türkei ostwärts bis nach Zentralindien. Die
nördliche Grenze seines Verbreitungsgebiets liegt in Kasachstan
zwischen dem Kaspischen Meer und dem Aralsee.
Trotz des Namens "Wüstenluchs" ist der Karakal nicht an Wüsten
gebunden, sondern lebt in allen trockenen Habitaten wie Halbwüsten,
Steppen, hügelige Steppen, Trockenwäldern, Dornbuschsavannen und
trockene Berggebiete (bis in Lagen von 3000 Metern ü.M.). Reine
Sandwüsten sind dagegen nicht sein Habitat. Echte Wüstengebiete
meidet er dagegen ebenso wie Feuchtländer, weshalb man seinen
Zweitnamen «Wüstenluchs» besser vermeiden sollte.
Die Bestände nehmen durch Bejagung zwar ab, aktuell wird die Art
jedoch von der Roten Liste der IUCN (International Union for
Conservation of Nature and Natural Resources) noch unter "least
concern" geführt (de-Wikipedia, 2007).
Unterarten:
Der Karakal (Caracal caracal caracal, von Schreber 1776):
Zentralafrika, Ostafrika, Sudan, Südafrika.
Der Algerische Karakal (Caracal caracal algira [algirica], Wagner
1841): Nordafrika.
Der Namibische Karakal (Caracal caracal damarensis): Namibia.
Der Botswanische Karakal (Caracal caracal limpopoensis): Botswana,
Nord-Transvaal.
Der Gabunische Karakal (Caracal caracal lucani): Gabun.
Der Nubische Karakal (Caracal caracal nubicus): Sudan, Äthiopien.
Der Nigerische Karakal (Caracal caracal poecilictis): Nigeria,
Niger, West Afrika.
Der Arabische Karakal (Caracal caracal schmitzi, Matschie 1912):
West-Asien, Palästina, Arabien, Iran, Pakistan, Indien.
Der Turkmenistanische Karakal (Caracal caracal michaelis, Heptner
1945): Turkmenistan (Rar, gefährdet).
Verhalten und Lebensweise:
Neuere, in Südafrika, Palästina und Turkmenistan durchgeführte
Freilandstudien haben interessante Einblicke in das
gesellschaftliche Leben der Karakals gewährt: Erwachsene Individuen
führen im allgemeinen ein sesshaftes und ausserhalb der Paarungszeit
einzelgängerisches Leben. Ihr Wohn- und Jagdgebiet beanspruchen sie
allerdings - im Unterschied zu vielen anderen Raubtieren -
keineswegs zur alleinigen Nutzung: Es überlappt auf allen Seiten
beträchtlich mit denjenigen benachbarter Individuen beiderlei
Geschlechts. Zur Vermeidung unliebsamer Begegnungen zwischen
Nachbarn dienen den Karakals Duftmarken, die sie auf ihren
Streifzügen - in Form von Harn und Sekreten aus ihren Drüsen an
Kinn, Lippen und Zehen - immer wieder absetzen. Diese Duftmarken
orientieren die lokale Karakalgesellschaft einerseits über die
Ortsverschiebungen der ansässigen Artgenossen, andererseits aber
auch über die Paarungsbereitschaft der Weibchen, die Fitness der
Männchen und wohl noch manches mehr. So kommt es, dass die Karakals
einer bestimmten Region einander zwar selten leibhaftig begegnen,
jedoch in ständigem Kontakt untereinander stehen und kontinuierlich
über das Befinden der übrigen Gesellschaftsmitglieder unterrichtet
sind.
Wir wissen nun auch, dass sich die Grösse der Karakal-Wohngebiete
nicht allein nach dem Beutetierangebot richtet, sondern noch andere,
uns nicht bekannte Faktoren berücksichtigt. In Palästina wiesen
jedenfalls die Wohngebiete der Karakalmännchen in einer Region mit
recht hoher Beutetierdichte durchschnittlich eine Fläche um 200
Quadratkilometer auf, während sich die Karakalmännchen in Südafrika
bei ähnlichem Nahrungsangebot in Gebieten von nur rund 50
Quadratkilometern umherbewegten. Die Wohngebiete der Karakalweibchen
waren in beiden Untersuchungsgebieten deutlich kleiner als die der
Männchen, aber ebenfalls regional unterschiedlich: Sie massen in
Palästina um 60 Quadratkilometer, in Südafrika hingegen nur 5 bis 30
Quadratkilometer.
Herausgekommen ist bei den Studien ferner, dass die Karakals zwar
keineswegs täglich alle Bereiche ihres individuellen Wohngebiets
durchstreifen, bei ihren nächtlichen Pirschgängen aber doch
beträchtliche Strecken zurücklegen. So wanderten die untersuchten
Individuen in der turkmenischen Wüste Karakum Nacht für Nacht etwa
zwanzig Kilometer weit, während in Palästina die Männchen im
Durchschnitt immerhin rund zehn Kilometer und die Weibchen sieben
Kilometer weit zogen (Kappeler, 1998).
Paarungsverhalten:
Die Fortpflanzung der Karakals findet nicht überall im riesenhaften
Verbreitungsgebiet zur selben Zeit statt, sondern richtet sich nach
den örtlichen - hauptsächlich des Klimas und Untergrunds wegen
unterschiedlichen - Gegebenheiten. Überall erfolgen die Geburten
jedoch in einer Jahreszeit, in welcher die Dichte der
Beutetierbestände besonders hoch und somit die Nahrungsbeschaffung
für die Weibchen während der Jungenaufzucht verhältnismässig einfach
ist.
Jungenaufzucht:
Nach einer Gestationsperiode (Tragzeit) von etwa 78 Tagen (die
Angaben differieren je nach Berechnungsart und Autor zwischen 69 und
81 Tagen) werden gewöhnlich ein bis drei, seltener vier Jungtiere je
Wurf geboren. Als Wurfplatz wählt das Weibchen eine Felsnische,
einen hohlen Baumstamm oder ein anderes sicheres Versteck. Die
neugeborenen Karakals sind anfänglich völlig hilflose, blinde 250-
Gramm-Bündel. Etwa am zehnten Lebenstag öffnen sich ihre Augen, und
mit ungefähr einem Monat erscheinen die Milchzähne. In diesem Alter
beginnen sie, feste Nahrung zu sich zu nehmen, die ihnen die Mutter
zuträgt. Mit sechs bis sieben Monaten unternehmen sie dann ihre
ersten Jagdversuche, anfänglich allerdings ziemlich erfolglos. Noch
bis zum Alter von etwa einem Jahr bleiben sie mit ihrer Mutter
zusammen, und erst mit ungefähr zwei Jahren sind sie vollständig
ausgewachsen.
Wie bei vielen anderen Raubtieren wandern die jungen Männchen nach
der Loslösung von ihrer Mutter weit umher und suchen nach einem
geeigneten, noch freien Jagdgebiet, um sich dort niederzulassen. Die
jungen Weibchen sind ortstreuer und werden oftmals ganz in der Nähe
ihres Geburtsorts sesshaft, so dass nicht selten ihr Wohngebiet
teilweise mit dem ihrer Mutter überlappt.
Über die Lebensdauer der Karakals in freier Wildbahn wissen wir
bislang nichts. In Menschenobhut sind die mittelgrossen Katzen bis
neunzehn Jahre alt geworden.
Jagdverhalten:
Der Karakal ist ein nachtaktiver Einzelgänger. Das Spektrum seiner
Beutetiere ist sehr breitgefächert und reicht von Hasen, Nagetieren
und anderen Kleinsäugern über Vögel aller Art bis hin zu Schliefern
und kleineren Antilopen. Er ist ein überaus erfolgreicher
Vogeljäger. Kein Wunder: Er gilt als einer der flinksten und
kraftvollsten Hochspringer unter den Kleinkatzen: Sprünge aus dem
Stand von drei Metern Höhe sind für ihn eine Kleinigkeit! Wie eine
Rakete schnellt er hoch und schnappt sich etwa ein tief fliegendes
Perlhuhn oder eine Trappe aus der Luft. Er soll sehr schnell rennen
können, bejagt seine Beute aber trotzdem, indem er sich an sie
heranschleicht und überraschend anspringt. Überall in seinem
Verbreitungsgebiet steht der Karakal im Ruf eines für seine Grösse
besonders wilden, unerschrockenen Räubers. Auf Suwaheli
beispielsweise heisst er deshalb "Simba Mangu" (Kleiner Löwe) oder
auch "Simba Kali" (Grimmiger Löwe). Trinken muss er offensichtlich
nur wenig, sondern deckt seinen Flüssigkeitsbedarf weitgehend aus
den Beutetieren.
Feinde:
Hin und wieder mag ein Karakal einem hungrigen Leoparden zum Opfer
fallen. Ansonsten braucht der rotbraune Jäger keine natürlichen
Feinde zu fürchten. Wie die meisten grösseren Raubtiere hat er
jedoch im Menschen von alters her einen Erzfeind: Vor allem
als «Viehdieb» wurde und wird der Karakal in weiten Bereichen seines
Verbreitungsgebiets unnachgiebig bejagt. So haben beispielsweise die
Farmer in Namibia allein im Jahr 1981 nahezu dreitausend Karakals
getötet.
Bestand:
Erfreulicherweise scheint der Karakal diesem enormen Jagddruck zum
Trotz in vielen Bereichen seines Verbreitungsgebiets noch immer in
gesunden Beständen vorzukommen. Dies mag vor allem darauf
zurückzuführen sein, dass seine hauptsächliche Nahrungsgrundlage -
verhältnismässig kleinwüchsige Säugetiere und Vögel- durch die
Aktivitäten des Menschen nicht sonderlich beeinträchtigt werden.
Dort, wo Trockengebiete in künstlich bewässerte Kulturflächen
umgewandelt worden sind, mag er sogar von diesen profitieren. Auch
verfügt der Karakal dank seiner verhältnismässig hohen
Fortpflanzungsrate und der Auswanderbereitschaft der jungerwachsenen
Individuen über ein gutes Potential, ausgedünnte Bestände wieder
aufzubauen. So hat die Art in Südafrika nachweislich Farmgebiete
wiederzubesiedeln vermocht, in denen sie durch unnachgiebige
Nachstellungen vorübergehend ausgemerzt war.
Über die Situation des Karakals in Somalia, sind praktisch keine
Angaben erhältlich. Wir wissen einzig, dass in diesem armen
ostafrikanischen Land weder Naturschutzgebiete existieren, die
diesen Namen verdienen, noch ein tatsächlicher Jagdschutz für die
einheimischen Wildtiere besteht. Die Landschaft Somalias ist
allerdings auf weiten Flächen durch trockene Gestrüppsavannen,
felsenreiche Hügelzüge und unwirtliche Halbwüsten geprägt. Man darf
darum annehmen, dass der Karakal auch in Somalia noch immer
einigermassen weitverbreitet ist und in überlebensfähigen Beständen
vorkommt (Kappeler, 1998).
Karakale und Menschen:
Im Vorderen Orient, Iran und in Indien wurden in der Vergangenheit
und zum Teil auch heute noch Karakale häufig zur Jagd auf Antilopen,
Hasen und Vögel (z.B. Pfauen) abgerichtet. Die Geschicklichkeit
eines zahmen Wüstenluchses wurde daran bemessen, wie viele Tauben er
aus einem am Boden pickenden Schwarm erbeuten konnte, bevor die
Vögel Zeit hatten, wegzufliegen. Gute «Jagdluchse» brachten es auf
sage und schreibe zehn bis zwölf Tauben!
Der Karakal hat kaum natürliche Feinde. Allerdings wurden 1981
allein in Namibia ca. 3000 dieser schönen Tiere von Farmern
als "Viehdieb" getötet.
** Johann Christian Daniel von Schreber [* 17. Januar 1739 in
Weißensee (Thüringen); † 10. Dezember 1810 in Erlangen] war ein
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